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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2021

Mord ist die beste Medizin

Mord im Spiegel
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Miss Marple erholt sich unter den Fittichen einer resoluten, aber nicht sehr auf die Bedürfnisse ihrer Patientin eingehenden, Pflegerin von einer Bronchitis. Ihr Doktor empfiehlt ihr einen Mord zur Genesung. ...

Miss Marple erholt sich unter den Fittichen einer resoluten, aber nicht sehr auf die Bedürfnisse ihrer Patientin eingehenden, Pflegerin von einer Bronchitis. Ihr Doktor empfiehlt ihr einen Mord zur Genesung. Und so soll es kommen. In Gossington Hall, dem ehemaligen Haus von Miss Marples Freundin Mrs. Bantry (die uns schon aus Die Tote in der Bibliothek bekannt ist), stirbt währenddessen eine Frau bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Doch wie es scheint, traf es die falsche, der Anschlag galt der berühmten Schauspielerin Marina Gregg, die schon länger Drohbriefe erhält, und nun in höchster Gefahr schwebt. Falls Miss Marple nicht rechtzeitig den Mörder fasst...

Ich liebe Agatha Christie und ihre raffinierten Krimis, in denen ich selten auf die (ganze) Lösung komme. Leider habe ich hier schon bald festgestellt, dass ich die Story schon kannte (ich bin nicht sicher ob aus Buch oder Film) und so schnell die Spannung weg war, wer der Mörder ist. Allerdings war ich dennoch von einigen Dingen doch wieder sehr überrascht. Insgesamt liest sich das Buch gut und zügig durch, Agatha Christie ist einfach eine Meisterin darin, ganz harmlos über ganz verzwickte, brutale Dinge zu schreiben. Dies hier ist meiner Meinung nach jedoch nicht ihr Meisterwerk, nicht alles löst sich für mich auf, so dass es klar auf der Hand liegt. Außerdem erscheint unsere Hauptfigur für meinen Geschmack deutlich zu selten und es bleibt für mich ein bisschen rätselhaft, wie sie zur Lösung kommt. Insgesamt auf jeden Fall eine Leseempfehlung, wenn auch mit Einschränkung.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Die finstere Seite der schillernden Modewelt

Unfair Fashion
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Dana Thomas beleuchtet in ihrem akribisch recherchierten Buch "Unfair Fashion" die dunklen Seiten der Modewelt, die wir alle beim Kleiderkauf gerne ausblenden. Tagtäglich werden riesige Mengen immer billigerer ...

Dana Thomas beleuchtet in ihrem akribisch recherchierten Buch "Unfair Fashion" die dunklen Seiten der Modewelt, die wir alle beim Kleiderkauf gerne ausblenden. Tagtäglich werden riesige Mengen immer billigerer Kleidung gekauft, die gar nicht alle getragen werden kann. Vieles landet einfach auf dem Müll. Zu Beginn des Buchs wird dem Leser aufgezeigt, was für fatale Folgen dieses Konsumverhalten für Umwelt und Menschen hat. Im weiteren Verlauf werden alternative Ansätze vorgestellt, die Wege in eine fairere und ökologischere Produktion bedeuten könnten, wenn die Industrie dazu bereit ist bzw. die Konsumenten diese dazu bringen durch ein bewussteres Konsumverhalten.

Man merkt, dass sehr viel Arbeit und ausführliche Recherche in dem Buch steckt. Die Lektüre fiel mir phasenweise unterschiedlich leicht oder schwer. Oft war es mir zu detailverloren, so dass ich als Leser den Faden und das Verständnis verlor, die einzelnen Namen von Unternehmern und Firmen etc. durcheinanderbrachte und nicht mehr unterscheiden konnte, wer ist jetzt "gut", wer nicht. Sehr packend hingegen waren die einzelnen menschlichen Schicksale, die exemplarisch auf die Missstände in den Produktionsländern hinweisen sollen. Da fiel es mir auch leichter zu lesen. Insgesamt bringt einen das Buch sehr zum Nachdenken auch über eigenes Konsumverhalten und regt den Wunsch nach Besserung an. Etwas enttäuschend für mich war, dass mir der praktikable Weg dazu nicht so ganz klar für mich aufgezeigt wurde, hier hätte ich mir mehr erwartet. Aber vielleicht war es eine falsche Erwartungshaltung auch ob der Internationalität des Buches, das mir wohl kaum lokale Lösungen aufzeigt. Denn SecondHand-Luxusmode in den USA zu bestellen oder mir Verleihkostüme aus Paris schicken zu lassen scheint mir nicht der für mich gangbare und sinnvolle Weg zu sein. Insgesamt halte ich das Buch für sehr lesenswert und denke, der Inhalt sollte möglichst viele Menschen erreichen, allerdings befürchte ich, dass der Umfang viele ermüdet, ohne dass die Kernbotschaften ankommen.

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Veröffentlicht am 01.01.2021

Schöne Geschichte für zwischendurch

Der Wind nimmt uns mit
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Maya ist Reisebloggerin und war schon fast überall auf der Welt. Nur auf La Gomera will sie nicht, denn dort wohnt Karoline. Vor ein paar Jahren hat Maya erfahren, dass Karoline nicht ihre richtige Mutter ...

Maya ist Reisebloggerin und war schon fast überall auf der Welt. Nur auf La Gomera will sie nicht, denn dort wohnt Karoline. Vor ein paar Jahren hat Maya erfahren, dass Karoline nicht ihre richtige Mutter ist und bis heute hat sie ihr nicht verziehen, dass sie sie angelogen hat. Doch dann wird sie schwanger und Tobi, der Vater des Kindes ist ausgerechnet auf dieser Insel. Gezwungenermaßen reist Maya also hin...

Der Wind nimmt uns mit ist einerseits ein locker-leichter Roman vor der schönen Kulissen der Kanaren, den ich an einem Tag durchgelesen habe, behandelt andererseits aber auch tiefgehendere Themen. Der Schreibstil ist flüssig und packend, ich habe das Buch sehr gerne gelesen, ich konnte jedoch die Krisen der Protagonistin nicht immer ganz nachvollziehen. Der Tiefgang war mir an mancher Stelle etwas zu konstruiert. Das gibt aus meiner Sicht etwas Punktabzug, ansonsten aber gibt es eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Das Leben ist nicht perfekt- und das ist gut so!

Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht
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Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet Nell aus den USA zurück in ihre Heimat England. Doch während ihre Freundinnen alle verheiratet sind, Kinder haben, in tollen Häusern wohnen und es geschafft ...

Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet Nell aus den USA zurück in ihre Heimat England. Doch während ihre Freundinnen alle verheiratet sind, Kinder haben, in tollen Häusern wohnen und es geschafft haben steht Nell allein auf der falschen Seite der 40, ohne Mann, zur Untermiete in einem Zimmer bei dem schrägen Edward wohnend, ohne Job. So hatte sie sich das nicht vorgestellt, das Leben. Über einen Job, den ihr ein ehemaliger Kollege vermittelt hat, lernt sie die Witwe Cricket kennen, die ihr beibringt, es ist nie zu spät...
Alexandra Potters Figuren wirken glaubhaft und wie aus de richtigen Leben, selbst mit ihren skurrilen Macken. Man kann als Leser gut mit Nell mitfühlen, ihre Probleme sind nachvollziehbar und in manchen Dingen spricht sie wohl vielen aus der Seele. Der Schreibstil ist angenehm mit modernen Elementen, die Geschichte insgesamt packend, wenn auch an manchen Stellen mit ein paar Längen. Insgesamt ist die Geschichte ein bisschen vorhersehbar, was ihr aber nicht schadet. Eine angenehme Lektüre mit optimistischer Botschaft: Das Leben ist nicht perfekt, aber das ist gut so! Von meiner Seite gibt es eine klare Weiterempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Mimi und Anton in stürmischen Zeiten

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
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"Die Stunde der Sehnsucht" ist der vierte und wohl vorletzte Teil der Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow und ihrem Wegbegleiter Anton. Die beiden haben gerade eine Druckerei in Münsingen übernommen ...

"Die Stunde der Sehnsucht" ist der vierte und wohl vorletzte Teil der Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow und ihrem Wegbegleiter Anton. Die beiden haben gerade eine Druckerei in Münsingen übernommen und bringen den Laden auf Vordermann, als der 1. Weltkrieg ausbricht. Während die Männer nach und nach an die Front eingezogen werden, müssen die Frauen in Münsingen die Geschäfte am Laufen halten und die Arbeiten übernehmen. Auch die Wege von Anton und Mimi trennen sich vorläufig, jeder von ihnen kämpft an einer anderen Front...
Petra Durst-Bennings historischer Roman geht in die Verlängerung. Wieder dürfen wir mit Mimi, Anton und ihren Freunden mitfiebern. Die Autorin schafft es, lebendige Figuren für uns zu schaffen, an deren Schicksal man als Leser gerne teilhat. Mehr als im Vorgängerband entsteht Spannung, was vielleicht auch an den Kriegsgeschehnissen liegt. Ich konnte das Buch kaum weglegen, so gebannt war ich, ob Mimi und Anton sowie die restlichen Dorfbewohner den Krieg wohlbehalten überstehen. Manche Kriegsszenarien sind schwer auszuhalten und machen einem einmal mehr bewusst, wie dankbar wir für den Frieden sein dürfen, in dem wir leben. Auch macht das Buch nachdenklich bezüglich Konsum und Überfluss und hat mich einmal mehr daran erinnert dass ich Lebensmittel mehr wertschätzen sollte. Mir war auch nicht bewusst, wie schnell die Zivilbevölkerung die Auswirkungen des Krieges durch Entbehrungen und Mangel gespürt hat, also auch historisch was gelernt. Insofern beinhaltet die Lektüre dieses Buches neben Unterhaltung und Spannung auch Lehren hinsichtlich geschichtlichem Wissen und dem täglichen Leben, so dass ich sie in jeglicher Hinsicht als Bereicherung empfunden habe und eine absolute Leseempfehlung geben kann.

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