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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2018

Herzerwärmendes zur Adventszeit

Drei Küsse für Aschenbrödel
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Evie ist Tänzerin, nach einem Unfall ist sie aktuell aber im Ort ihrer Familie, in Fool's Gold. Dort bereitet sie als Tanzlehrerin die jährliche Weihnachtsaufführung des Ortes vor, ganz auf sich gestellt, ...

Evie ist Tänzerin, nach einem Unfall ist sie aktuell aber im Ort ihrer Familie, in Fool's Gold. Dort bereitet sie als Tanzlehrerin die jährliche Weihnachtsaufführung des Ortes vor, ganz auf sich gestellt, nachdem die eigentliche Tanzlehrerin auf und davon ist mit ihrer neuen Liebe. Sehr zum Missfallen des Anwalts Dante, der unter der Tanzschule sein Büro hat und aufgrund des Lärmes der Tänzerinnen auf dem Holzboden nicht arbeiten kann. Ziemlich bald funkt es zwischen den beiden. Doch beide haben mit tiefen Verletzungen aus ihrer Jugend zu kämpfen...

Nachdem mein vorheriges Buch nicht so zu meiner Zufriedenheit war, hatte ich das Bedürfnis nach einer locker-leichten, vorhersehbaren Liebesgeschichte und habe hier genaus das gefunden, was ich erwartete. Die Überraschungen in der Geschichte halten sich in Grenzen. Ein paar tiefgründigere Ansätze sind vorhanden, bleiben aber nur oberflächlich abgehandelt. Die (Haupt)Personen sind mit ihren Stärken und Schwächen sehr sympathisch und man kann gut mit ihnen mitfiebern. Der Ort Fool's Gold ist fast zu gut, um wahr zu sein. Alle gemeinsam bereiten sich auf Weihnachten vor und kümmern sich um ihre Traditionen. Und dadurch wird das Buch zur idealen Vorweihnachtslektüre. Es liest sich leicht und flüssig, ich hatte es an 2 Nachmittagen durch. Ich empfehle ein verschneites Winterwochenende mit warmer Decke und heißem Getränk auf der Couch, eventuell in der Nähe eines knisterneden Kamins und dann diesen Roman als Seelenwärmer. Wer ein anspruchsvolles Buch mit viel Tiefgang sucht, ist hier falsch, aber für jemanden, der Lust auf eine schöne, unkomplizierte Liebesgeschichte hat, dem kann ich "Drei Küsse für Aschenbrödel" nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 02.01.2018

Mich hat die Liebe zu dem Buch nicht gefunden

Liebe findet uns
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Heather und ihr Freundinnen Constance und Amy machen sich nach dem Abschluss auf zu einer Europareise. Im Zug nach Amsterdam lernt Heather Jack kennen. Jack reist die Stationen eines Reisetagebuchs von ...

Heather und ihr Freundinnen Constance und Amy machen sich nach dem Abschluss auf zu einer Europareise. Im Zug nach Amsterdam lernt Heather Jack kennen. Jack reist die Stationen eines Reisetagebuchs von seinem Großvater nach. Die beiden verlieben sich. Und reisen die Stationen gemeinsam weiter ab. Bis plötzlich Jack verschwindet...

Mich hat der (etwas kitschige, aber wunderschöne) Einband des Buches fasziniert und als sich der Klappentext auch noch nach einer fantastischen Liebesgeschichte anhörte, musste ich das Buch einfach kaufen. Auch die Idee des Nachreisens der Stationen eines alten Reisetagebuchs gefiel mir sehr. Den Start fand ich dann etwas holprig, dann bin ich aber gut reingekommen in die Geschichte. Der Schreibstil ist einfach und gut sowie schnell zu lesen. Es ist schön, mit den jungen Leuten durch Europa zu reisen, besondere Momente mit ihnen zu teilen und kleine und größere Krisen durchzustehen. Die Geschichte plätschert harmlos dahin, bis plötzlich der schon auf der Inhaltsangabe angekündigte "Knall" kommt und Jack verschwindet. Dann gibt es einen Bruch und im Folgenden finde ich die Geschichte deutlich uninteressanter. Die ganze Zeit hab ich mich gefragt, wie der Autor diese Kurve noch kriegt und ich muss sagen, mir hat die Lösung nicht gefallen, für mich war sie nicht stimmig. Und auch die Entwicklung, die die Hauptperson Heather durchläuft kann ich nur bedingt nachvollziehen.
Insgesamt kann ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Kann eine Geschichte am Happy End nicht zu Ende sein?!

Der große Lord
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Es ist Heilig Abend. Auf die Polizeistation von Erleboro kommt ein junger Mann und behauptet, er habe Lord Fauntleroy erschossen. Begleitet wird er von Felicitas, dem selbstverliebtem Lama, und Fred, einem ...

Es ist Heilig Abend. Auf die Polizeistation von Erleboro kommt ein junger Mann und behauptet, er habe Lord Fauntleroy erschossen. Begleitet wird er von Felicitas, dem selbstverliebtem Lama, und Fred, einem kappadokischen Pinguin. Und in der Folge erzählt der junge Mann dem diensthabenden Polizisten, Constabler Paddock, seine Geschichte. Und wir erfahren, dass die Geschichte des "Kleinen Lords" Ceddie am harmonischen Weihnachtsabend auf Schloss Dorincourt nicht zu Ende war, sondern dass er und seine Mutter Opfer einer Intrige wurden...

Wer kennt ihn nicht, den Weihnachtsklassiker "Der kleine Lord", in dem der herzerwärmend freundliche Junge Cedrik aus Amerika erfährt, dass er eigentlich Lord Fauntleroy ist, Erbe des Earl von Dorincourt, und dann das Herz des griesgrämigen alten Earls erweicht und alles in einem harmonischen, friedlichen Weihnachtsfest endet. Ein bisschen weltfremd, zu gut für diese Welt sozusagen, aber dadurch halt die ideale Geschichte für den Advent. Braucht diese Geschichte eine Fortsetzung?! Ja, fand Raymond A. Scofield. Und ich muss sagen, als ich das Buch sah, war auch ich sehr gespannt, was mich erwartet...

Und ich muss gestehen, ich bin ein bisschen fassungslos, seitdem ich es weiß. Der Schreibstil des Buches ist flüssig und locker, man kann sehr schnell lesen. Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Rückblick, wo der junge Mann von seiner Geschichte erzählt, und endet wieder auf der Polizeistation, wo der Polizist das Gehörte kommentiert. Die Geschichte ist durchaus mit Witz gespickt und überraschungsreich. Allerdings reiht sich eine Katastrophe an die andere, bis zum dramatischen Höhepunkt, und dann geht alles plötzlich ganz schnell und wir finden uns im Friede-Freude-Eierkuchen-Land wieder. Insgesamt alles recht unrealistisch- und ich bin echt Fan von kitschigen Happy Ends! Dabei wirkte die unschuldig-naive Art Ceddies, die ihn im "kleinen Lord" so liebenswert gemacht hat, nun beim "großen Lord" auf mich eigentlich nur dumm und charakterlos, schwächlich. Der große Lord kann meine Sympathie nicht wirklich gewinnen, eher mein Mitleid. Ganz schwierig fand ich jedoch die komplette charakterliche Verkehrung des Mr. Havisham, der plötzlich zum bösartigen, intriganten Gauner wird (wofür sich der Autor im Nachwort auch entschuldigt). Insgesamt war ich also, obwohl es eine gut zu lesende Geschichte war, reichlich enttäuscht. Und es stellte sich mir die Frage: muss man immer noch eins drauf setzen? Oder kann eine Geschichte am Happy End nicht einfach mal zu Ende sein? Die "Magie" des Kleinen Lords ist hier jedenfalls nicht zu spüren...

Veröffentlicht am 11.12.2017

Schweigen kostet, Reden ist Gold

Taste of Love - Mit Sehnsucht verfeinert
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"Mit Sehnsucht verfeinert" ist der 4. Teil der "Taste of love"-Reihe von Poppy J. Anderson. Aber keine Sorge, man muss die ersten Teile nicht kennen, um den Band zu lesen, auch wenn die Paare der ersten ...

"Mit Sehnsucht verfeinert" ist der 4. Teil der "Taste of love"-Reihe von Poppy J. Anderson. Aber keine Sorge, man muss die ersten Teile nicht kennen, um den Band zu lesen, auch wenn die Paare der ersten Bande in kleinen Nebenrollen hier wieder auftauchen, was natürlich für die, die die ersten Bücher gelesen haben sehr sympathisch ist.

In diesem Roman geht es um Hailey und Scott. Die beiden waren bis vor 3 Jahren ein Paar, dann trennten sie sich und Hailey ging ins Ausland. Nun ist sie zurückgekehrt nach Boston, um Souschefin im Restaurant Bonfire zu werden. Und trifft bei dessen Eröffnung prompt wieder auf Scott, der in Begleitung einer jungen Blondine auf der Party erscheint. Bald wird klar, dass beide mit ihrer Beziehung nicht so abgeschlossen haben, wie man das meinen könnte, aber gibt es noch eine Chance für die beiden?!

Es war mein zweiter Roman der Reihe und ich durfte ihn im Rahmen einer Leserunde kennenlernen (Danke dafür!) . Es handelt sich um eine nette, leicht zu lesende Liebesgeschichte , die im Großen und Ganzen recht vorhersehbar ist. Neben dem Haupthandlungsstrang in der Gegenwart gibt es im Laufe des Romanes immer wieder Rückblicke in die verschiedenen Stadien der Beziehung zwischen Scott und Hailey, die mir insgesamt besser gefallen haben als die gegenwärtige Geschichte, am Ende aber etwas viel werden. Hierbei erfährt man dann auch den Trennungsgrund (wird hier natürlich nicht verraten).
Die Charaktere überzeugen mich nicht immer, sind mir nicht sympathisch und es fiel mir oft schwer emotional mit ihnen mitzugehen, erst am Ende werden sie für mich spürbar, so dass ich mitfiebern konnte. Das war ein deutlicher Unterschied zum ersten Band.

Insgesamt würde ich sagen ist es ein unterhaltsames Buch für einen gemütlichen Lesetag und die Geschichte liest sich gut und rasch, eine absolute Weiterempfehlung kann ich aber nicht aussprechen. Als Moral von der Geschichte könnte man sagen: Schweigen kostet, Reden ist Gold!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Humor
  • Gefühl
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 10.12.2017

Ein historischer Roman?!

Ansichten eines Clowns
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Hans Schnier ist von Beruf Clown und tingelt mit seiner Freundin durch die Lande von Auftritt zu Auftritt. Doch Marie verlässt ihn, um einen anderen zu heiraten, da sie nicht unverheiratet "in Sünde" weiterleben ...

Hans Schnier ist von Beruf Clown und tingelt mit seiner Freundin durch die Lande von Auftritt zu Auftritt. Doch Marie verlässt ihn, um einen anderen zu heiraten, da sie nicht unverheiratet "in Sünde" weiterleben will. Und Hans stürzt ab, landet auf einer Bahnhofstreppe mit einer Guitarre in der Hand und einem Hut vor sich...

In Quiz wurde oft nach dem Titel gefragt, deshalb war ich neugierig, und ich dachte mir, ein bissel Kultur tut mir auch mal gut, also habe ich mich zu dem Buch entschieden. Aber ich bin schwer reingekommen. Ich hab auch nicht immer begriffen, wann und wo wir gerade sin. Letztendlich spielt die Handlung an einem einzigen Tag, aber es gibt sehr viele Rückblicke. Unser Held, der Clown, prangert alle in seinem Umfeld an, geht recht hart mit der Welt, insbesondere dem Katholizismus, ins Gericht. Heinrich Böll schreibt im Nachwort von 1985, dass der Roman bereits ein historischer Roman ist und ihn die jungen Erwachsenen schon nicht mehr nachvollziehen können, weil sich so viel gewandelt hat in der Gesellschaft und im Katholizismus. Mittlerweile wohl noch mehr.
Der Schreibstil ist große Klasse, aber mit dem Held wurde ich nicht warm, den fand ich eher abstoßend. Zwar einerseits bewundernswert konsequent, andererseits auch abstoßend und selbstgerecht. Ich muss gestehen, ich hatte Mühe, den Roman fertig zu lesen und war froh, als ich es geschafft hatte. Literarisch gesehen ist das Buch vielleicht ein Meisterwerk, aber zu meiner Unterhaltung hat es nicht beigetragen.