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Veröffentlicht am 28.09.2021

Das Geheimnis der Isdal-Frau

Das letzte Bild
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Im November 1970 wurde im norwegischen Isdal die verbrannte Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Umstände, die zum Tod der Frau geführt haben, konnten nie geklärt werden. Zwar hat die norwegische Polizei ...

Im November 1970 wurde im norwegischen Isdal die verbrannte Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Umstände, die zum Tod der Frau geführt haben, konnten nie geklärt werden. Zwar hat die norwegische Polizei den Fall 2016 wieder aufgerollt, und neue ermittlungstechnische Verfahren konnten neue Hinweise geben, doch die genauen Umstände des Todes und die Identität der Frau sind bis heute rätselhaft geblieben. Anja Jonuleit hat sich in Das letzte Bild der Geschichte der namenlosen Frau angenommen und ihr auf überaus spannende Art und Weise ein Leben und letztendlich eine Heimat gegeben.

Die zwei Hauptfiguren des Buches sind Eva und Marguerite. Marguerite verliert als kleines Mädchen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges ihre Familie und wird zeitlebens eine Suchende sein. In den Jahren der Nachkriegszeit versucht sie den Spuren ihrer Herkunft nachzuspüren und nach vielen Jahren der Hoffnungslosigkeit ergibt sich eine Reise nach Norwegen, von der sich Marguerite sehr viel verspricht. In Begleitung eines Mannes begibt sie sich in eine Gesellschaft, die sie vermutlich am Ende das Leben kostet.
Eva lebt als Autorin in München und wird eines Tages auf schmerzhafte Weise mit der Vergangenheit hier Familie konfrontiert. Eine Tageszeitung veröffentlich das Foto der Frau aus dem Eistal. Die norwegische Polizei hat die Ermittlungen zu dem 50 Jahre alten Fall wieder aufgenommen und nun ist auch Eva ein Teil der Geschichte. Denn die Ähnlichkeit zwischen ihr und der unbekannten Frau ist so groß, dass Eva schnell aufdeckt, dass es sich hier um eine Verwandte handelt. Und so reist sie nach Norwegen, um Licht ins Dunkel der Angelegenheiten ihrer Familie zu bringen.
Anja Jonuleit beweist große Stärke darin die zwei Erzählstränge miteinander zu verweben. Wie sie die Geschichten von Eva und Marguerite aus unterschiedlichen Zeitebenen aufeinander zu erzählt, bekommt von Kapitel zu Kapitel mehr Tiefe und Spannung. Jonuleit hat umfassend zum Fall der Isdal-Frau recherchiert, wie sie im Anhang des Buches darlegt. Viele lose Enden um den Aufenthalt der Frau in Norwegen haben schon die Polizei vor Rätsel gestellt und die Presse zum Spekulieren veranlasst. Das Verdienst, das sich die Schriftstellerin erworben hat, liegt nun im Konstruieren einer Geschichte, die weit in die deutsche und norwegische Geschichte zurückreicht und somit auch einem Menschen eine Geschichte gegeben hat, die sich so ereignet haben könnte. Und damit ist ihr die Aufmerksamkeit der Leser:innen bis zur letzten Seite gewiss.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Packend bis zum Ende

Tod in der Schorfheide
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In den stillen Wäldern Brandenburgs offenbaren sich menschliche Abgründe. Ein Verbrechen aus der Vergangenheit lässt die Opfer nicht zur Ruhe kommen. Eine Herausforderung nicht nur für das Ermittlerteam.

Als ...

In den stillen Wäldern Brandenburgs offenbaren sich menschliche Abgründe. Ein Verbrechen aus der Vergangenheit lässt die Opfer nicht zur Ruhe kommen. Eine Herausforderung nicht nur für das Ermittlerteam.

Als Kriminalkommissarin Carla Stach zum abgebrannten Forsthaus in die Schorfheide gerufen wird, ist das Ausmaß des Verbrechens, welches hier zu Grunde liegt, für sie und ihr Team noch nicht absehbar. Als dann noch ein junges Mädchen verschwindet und klar wird, dass die beiden Fälle zusammenhängen, beginnt für Carla ein Wettlauf mit der Zeit. Immer tiefer muss sie während der Ermittlungsarbeit in die Vergangenheit des Opfers eintauchen und kommt dabei selbst an ihre Grenzen.

Richard Brandes hat mit Tod in der Schorfheide einen spannungsreichen Krimi geschrieben, der mit Hintergründen aus der Psychologie angereichert ist. Auch der Ort der Handlung ist gut gewählt. Düstere Wälder und einsam gelegene Dörfer lassen eine mystische Stimmung entstehen. Alle Zutaten für einen fesselnden Kriminalroman sind stimmig kombiniert. Besonders gut gefallen haben mir die sehr unterschiedlichen aber authentisch inszenierten Ermittlercharaktere. Man hat es hier mit Polizisten zu tun, die lebensnah und echt in ihrem Umfeld wirken. Tod in der Schorfheide hat mich bis zuletzt in Atem gehalten. Ich freu mich schon riesig auf den neuen Fall, der hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Brandenburg-Krimis von Richard Brandes: Ein Muss für jede/jeden Liebhaber/in des Genres Regional-Krimi.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Mal wieder ein tolles Buch von Moritz Rinke

Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García
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Fußball, Lanzarote und Nobelpreisträger: Moritz Rinke bringt in Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García vieles auf wunderbare Weise seine Lieblingsthemen zusammen und macht daraus eine Geschichte, ...

Fußball, Lanzarote und Nobelpreisträger: Moritz Rinke bringt in Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García vieles auf wunderbare Weise seine Lieblingsthemen zusammen und macht daraus eine Geschichte, die das Herz wärmt.

Pedro ist stolzer Postbote auf der Kanaren-Insel Lanzarote, und das schon in der dritten Generation. Bereits sein Großvater war im Dienste der staatlichen Post der Königreichs Spanien auf der kargen Vulkaninsel unterwegs. Allerdings hat Pedro ein Problem, dass sein Großvater nicht hatte. Die Menschen schreiben sich nicht mehr soviel Briefe wie früher, was schlecht für den Postboten ist. Mit einem Trick aber kann Pedro die Fahrten mit seiner Diensthonda dem Arbeitgeber glaubhaft machen, da als Nachweis lediglich die Tankquittungen gefordert sind.
Nicht nur die Fahrten über die Insel füllen Pedros Tag, auch die Zeit, die er mit seinem Sohn Miguel verbringt, bereichern sein Leben. Denn Miguels Mutter Carlota hat immer weniger Zeit für Mann und Sohn und so ist Pedro gefordert für Miguel zu sorgen. Leider passiert dann etwas sehr trauriges und Pedro muss sich bald allein im Posthäuschen und in seiner kleinen Welt zurechtfinden. Am Ende wird zwar alles gut, doch bis dahin muss der gutmütige Pedro noch einiges durchstehen, was nicht zuletzt mit der Vergangenheit seiner Familie und der Gegenwart der Insel zu tun hat.

Moritz Rinke hat mich mit seinem neuen Buch komplett begeistern können. Er ist ein wahrhaftiger Meister im Erzählen und seine Figuren sind so von Herzen liebevoll beschrieben, dass das Lesen Vergnügen bereitet neben allem Traurigen im Buch. Im Nachwort widmet Rinke sein Buch auch den 15 Kindern, die 2009 vor der Küste Lanzarotes ertrunken sind. Mehr ist zu diesem Autor nicht zu sagen/zu schreiben. Außer vielleicht, dass noch möglichst viele Bücher folgen mögen.


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Veröffentlicht am 06.08.2021

Spannende Zeitreise

Das Buch des Totengräbers
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Mein erstes Buch von Oliver Pötzsch und zugleich der erste Teil der Totengräber-Reihe hat mich sehr begeistert. Pötzsch vermittelt in Das Buch des Totengräbers ein für mich perfekt recherchiertes Bild ...

Mein erstes Buch von Oliver Pötzsch und zugleich der erste Teil der Totengräber-Reihe hat mich sehr begeistert. Pötzsch vermittelt in Das Buch des Totengräbers ein für mich perfekt recherchiertes Bild von Wien zur Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Selbstredend, der Kriminalfall hat es auch in sich.

Wien, Hauptstadt der k. u. k. Monarchie 1893: Ein brutal agierender Mörder tötet junge Dienstmädchen und setzt auf grausame Weise ein Zeichen. Der aus Graz nach Wien versetzte junge Kriminalinspektor Leopold von Herzfeldt beginnt im Fall des Serienmörders zu ermitteln. Und das passt nicht allen Kollegen der Wiener Kriminalpolizei. Schnell steht von Hertzfeldt mit seinen neuen Ermittlungsmethoden allein da und wird letztendlich vom Fall abgezogen. Wie gut, dass er bereits die Bekanntschaft des Totengräbers Augustin Rothmayer machen durfte. Dieser kennt sich bestens mit Toten und den Abgründen der Lebenden aus. Und so beginnt nicht nur die Freundschaft der ungleichen Männer, auch die Verwicklungen des Falles nehmen immer schneller an Fahrt auf.

Gut gezeichnete Charaktere, ein nachvollziehbares Ermittlungsgeschehen und Wiener Flair, das nicht unbedingt viel mit der gemütlichen Stadt zu tun hat, wie ich sie mir vorgestellt habe, dies sind für mich die Stärken des Buches. Ich empfehle es gerne all jenen, die sich für historische Krimis begeistern können.

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Veröffentlicht am 24.06.2021

Warmherzig und voller Ironie

Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
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Das Anthropozän ist das das Erdzeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren für Prozesse im Gesamtkontext der Erde geworden ist. Der Klimawandel ist ein bitteres Beispiel dafür, ...

Das Anthropozän ist das das Erdzeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren für Prozesse im Gesamtkontext der Erde geworden ist. Der Klimawandel ist ein bitteres Beispiel dafür, wie unheilbringend das Tun der Menschen sich auf Umwelt und Natur und eben auch auf die Menschheit selber, auswirken kann. Der Glaube an eine Schwarmintelligenz ist leider nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit Einzelner. Hoffnung auf Besserung, ohne aktiv etwas ändern zu wollen, ist leider nur eine Beruhigungspille, damit alles so weitergehen kann wie bisher.

Der amerikanische Romanautor John Green hat mit seinem Buch Wie hat Ihnen das Anthropozän bisher gefallen? seiner Hoffnung, dass die Welt noch nicht verloren ist, auf eine besondere Weise Ausdruck verliehen. Seine Fähigkeit kurzweilig über unterschiedlichste Themen zu schreiben, sie von allen Seiten zu beleuchten und am Ende eine Bewertung (die bekannte 5-Sterne-Bewertung) abzugeben, ist eine wunderbar kreative Idee. Was die Essays in seinem Buch so lesenswert macht, ist die sehr persönliche Umgangsweise mit den Themen. Sei es das Kapitel Der Halleysche Komet oder etwa Mein Freund Harvey, immer wird es am Ende persönlich. Man erfährt viel über den warmherzigen Menschen John Green, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben zu lieben. Obwohl er, wie wir alle auch - weiß, wie es endet.

John Green hat ein informatives, kurzweiliges, mit Ironie durchsetztes Buch geschrieben, dessen Stärke meiner Meinung nach, die große Warmherzigkeit ist, die den Zeilen entströmt. Ein Buch, dass ich mit Sicherheit häufiger mal zur Hand nehmen werde, denn es ist zeitlos interessant. Vielen Dank John Green. Sie erhalten von mir fünf Sterne.

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