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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2017

Für jetzt und immer

Für jetzt und immer
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Lena ist Kindergärtnerin und liebt ihren Beruf und Kinder über alles. Nur mit ihren Arbeitsbedingungen hat sie Schwierigkeiten. Durch tragische Umstände verliert sie ihre Stelle. Dann ärgert sie sich auf ...

Lena ist Kindergärtnerin und liebt ihren Beruf und Kinder über alles. Nur mit ihren Arbeitsbedingungen hat sie Schwierigkeiten. Durch tragische Umstände verliert sie ihre Stelle. Dann ärgert sie sich auf dem Supermarktparkplatz über einen Mann und attackiert dessen Auto mit Eiern.

Lena lernt bei einer Fahrradtour Mia, ein kleines Mädchen kennen und freundet sich mit ihr an. Mia hat in der Schule wenig Freundinnen und erfindet gerne Geschichten. Als Lena das Angebot bekommt, als Mias Erzieherin zu arbeiten, willigt sie gleich ein. Ausgerechnet bei Mia trifft sie den Mann vom Supermarkt wieder und findet ihn auch nach attraktiv.

Das Buch erzählt die Geschichte von Lena und Mia. Lena ist eine sympathische, naturverbundene junge Frau. Zu ihrer Schwester hat sie ein herzliches Verhältnis und ihre Eltern führen die perfekte Ehe. I

Mias Geschichte ist sehr traurig und wird nach und nach erzählt. Lena schafft es zu Mia und ihre Familie durchzudringen und die Probleme anzupacken.

Das Buch spielt im Sommer am Tegernsee und neben Mias Geschichte enthält es auch eine schöne Liebesgeschichte. Bis es soweit ist, müssen jedoch noch etliche Hürden überwunden werden. Das Buch lässt sich leicht und gut lesen und auch wenn die etliche Personen Ecken und Kanten haben, waren sie mir sympathisch. Auch der Gegensatz von Lenas harmonischer Familie und der Situation bei Mia hat mir gefallen. Bei Mia handeln die Angehörigen so gut wie sie meinen, aber nicht immer richtig..

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es bekommt von mir die vollen 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Alte und junge Liebe auf Borkum

Die Inselfrauen
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Die Journalistin Nina hat 2010 in New York einen Burnout und kommt zur Erholung auf die Insel Borkum. Hier hat sie als junges Mädchen 1967 nach dem Abitur einen Sommer in der Pension ihre Tante Theda gearbeitet. ...

Die Journalistin Nina hat 2010 in New York einen Burnout und kommt zur Erholung auf die Insel Borkum. Hier hat sie als junges Mädchen 1967 nach dem Abitur einen Sommer in der Pension ihre Tante Theda gearbeitet. Tante Theda gehört die Pension immer noch, will sie jedoch verkaufen und zu ihren Kindern ziehen. Zur Zeit arbeitet Ninas Nichte Rosalie dort. Für ihre Diplomarbeit recherchiert osalie über die Frauen der Insel in früheren Zeiten.

Nina hat in dem Sommer 67 Klaas Terrling kennengelernt und geglaubt, es wäre die Liebe ihres Lebens. Leider gab es keinen Abschied als sie Insel zum Ende des Saison verlassen musste. Rosalie interessiert sich sehr für diese Liebe und stückchenweise erzählt Nina ihr davon. Aber auch bei Rosalie läuft in der Liebe nicht alles rund, ihr Freund ist beruflich in Fernost und auf Borkum lernt sie den Musiker David kennen.

Zufällig kommt Klaas auf die Insel während Nina dort ist und natürlich begegnen sie beiden sich wieder. Dabei spielt ein Walzer eine Rolle, den Klaas einmal für Nina komponierte.

Der Roman fängt eher ruhig an und in Rückblenden erzählt Nina von ihrer alten Liebe. Derweil merkt Rosalie, das sie mit ihrer bisherigen Berufswahl nicht mehr so zufrieden ist und wie gut es ihr in der Pension gefällt. Liebevoll verändert sie Kleinigkeiten in der Pension und nachmittags können die Gäste wieder Kaffen und Kuchen genießen. Den Kuchen und Stuten backt Nina, das ist für sie eine Therapie, um nach dem Burnout zurück ins Leben zu finden.

Nach dem Treffen von Nina und Klaas entwickelt sich die Geschichte sehr gefühlvoll und dabei spielt der Walzer eine große Rolle. Beide müssen sich darüber klar werden, was sie noch vom Leben erwarten und ob es eine gemeinsame Zukunft für sie gibt. Aber auch für Rosalie und Tante Theda ergeben sich Veränderungen.

Dieses ist eine sehr schöne erzählte Geschichte, die mich im Laufe der Handlung immer mehr gefesselt hat und mich am Ende begeisterte. Die 3 Frauen kommen sympathisch rüber und man drückt die Daumen, das sich für sie alles zum Positiven wendet. Durch die Recherchen von Rosalie erfährt man noch einiges über Frauen, hier vor langer Zeit gelebt haben und allgemein über Borkum. Am Ende des Buches sind 3 Stuten- bzw. Kuchenrezepte enthalten, die Nina auf der Insel backt.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ein paar schöne, teils rührende Lesestunde beschert. Dafür gebe ich dem Buch 5 Punkte und eine absolute Leseempfehlung. Es ist ein toller Sommerroman.

Veröffentlicht am 25.04.2017

August Emmerichs erster Fall

Der zweite Reiter
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Dieser historische Krimi spielt in Wien im Jahre 1919. August Emmerich ist Polizeiagent und im Krieg verletzt worden, verschweigt dies jedoch. Er möchte in der Abteilung "Leib und Leben", die für Mordermittlungen ...

Dieser historische Krimi spielt in Wien im Jahre 1919. August Emmerich ist Polizeiagent und im Krieg verletzt worden, verschweigt dies jedoch. Er möchte in der Abteilung "Leib und Leben", die für Mordermittlungen zuständig ist, arbeiten. Vorerst ist er für die Ermittlungen gegen den Schieber Kolja zuständig. Dabei steht ihm sein Assistent Winter zur Seite, der aus einem reichen Elternhaus kommt und der nicht Emmerich Wohlwollen genießt. Die Beiden finden bei ihren Untersuchungen eine Leiche, der Mann soll Selbstmord begangen haben. Emmerich glaubt nicht daran und als zwei weitere Tote auftauchen, beginnt er gegen die Anweisungen seines Vorgesetzten zu ermitteln. Dabei gerät er selber in höchste Gefahr und Winter erweist sich als guter Freund und Gehilfe.

Emmerich ist zwar Polizeiinspektor, steht aber nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Seine Kriegsverletzung behindert ihn schwer und auch privat ergeben sich Probleme, als plötzlich der totgeglaubte Mann seiner Lebensgefährtin vor der Tür steht. Trotzdem verfolgt er zielstrebig seine Linie und ist dabei auch risikobereit. Er ist aber eine sehr sympathische Figur und hat Verständnis für die Armen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, an seiner Seite zu stehen und habe mit ihm mitgelitten.

In dem Buch werden die Verhältnisse in Wien nach dem Krieg gut geschildert. Die Bevölkerung leidet Hunger und es fehlt an Kleidung, Brennmaterial und einfach allem. Manche haben noch nicht mal einen Schlafplatz. Dann gibt es aber auch etliche Reiche, die überhaupt keine Not kennen. Diese Atmosphäre in Wien erlebt man hautnah mit, man merkt wie gut Alex Beer für diesen Roman recherchiert hat. Dabei ergeben sich in der Geschichte immer wieder neue Wendungen und die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten.

Bei dieser Geschichte passt einfach alles, ein tolles Ermittlerpaar ermittelt in Wien, wobei exakt die Stimmung der damaligen Zeit rüberkommt. Gerne vergebe ich hier 5 Punkte und es ist eine überzeugende Empfehlung für Leser historischer Krimis.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Sturmläuten

Sturmläuten
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Kurz vor Weihnachten findet der 11jährige Paddy beim Spielen eine Leiche in einem hohlen Baum. Der Baum steht ausgerechnet im Garten von John Benthiens Ex Karin. John und sein Team beginnen ...


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Kurz vor Weihnachten findet der 11jährige Paddy beim Spielen eine Leiche in einem hohlen Baum. Der Baum steht ausgerechnet im Garten von John Benthiens Ex Karin. John und sein Team beginnen zu ermitteln. Kurz darauf wird auch Katrin tot im Garten gefunden, nachdem sie einen heftigen Streit miteinander hatten. Der neue Kollege Symthe-Flüge verdächtigt John und beginnt sogar gegen ihn zu ermitteln.

Ein weiterer Handlungsstrang dreht sich um Karins Tochter Celina. Zusammen mit ihrer Freundin haben sie einen Mann mit Ko-Tropfen betäubt, um ihn auszurauben. Celina bittet Benthien, ihr zu helfen, als Polizist darf er jedoch keine Straftat vertuschen.

Benthien wird auch wieder von der Stalkerin Silke verfolgt, die schon im vorigen Band auftauchte. Sie wohnt direkt gegenüber von John und nimmt Kontakt zu seinem Vater auf.

Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und als Leser hat man keinen Verdacht. Es sind zwar viele Spuren da, aber man tappt vollkommen im Dunkeln. Smythe-Flüge hat sich in John als Täter verbissen und bewirkt sogar einen Haftbefehl gegen ihn. Um der Verhaftung zu entgehen, verbringt er Weihnachten in einer Waldhütte auf Amrum und auf der Hallig bei Karins Eltern. Dort erlebt er eine Sturmflut und hört das Sturmläuten.

Benthien und sein Team kommen auch in diesem 4. Band der Reihe wieder sehr sympathisch rüber und man erfährt auch Privates über sie. John und Lilli Velasco kommen sich endlich näher und werden ein Paar.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich vergebe hier volle 5 Punkte und eine absolute Leseempfehlung. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die laut Aussage der Autorin schon in Arbeit ist.


Veröffentlicht am 12.03.2017

Ein Mordfall, der nie aufgeklärt wurde

Der Mordfall Franziska Spiegel
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Der Mordfall Franziska Spiegel besteht aus zwei Teilen. Im ersten wird der Mord an der Jüdin Franziska Spiegel im November 1944 geschildert. Franziska, die mit ihrem deutschen Ehemann und dem Sohn zurückgezogen ...

Der Mordfall Franziska Spiegel besteht aus zwei Teilen. Im ersten wird der Mord an der Jüdin Franziska Spiegel im November 1944 geschildert. Franziska, die mit ihrem deutschen Ehemann und dem Sohn zurückgezogen in einem Kotten lebt, wird bei der SS-Leibstandarte Adolf Hitlers denunziert. Daraufhin wird sie von 2 SS-Angehörigen aus ihrem Haus geholt in einem nahegelegen Wäldchen erschossen. Der Ehemann holt die Leiche in der Nacht ab und beerdigt sie am Waldrand, da die örtliche Stellen eine Bestattung auf dem Friedhof untersagt haben.

Der zweite Teil ist fiktiv, es geht um die Ermittlungen in dem Mordfall, die Kriminalinspektor Zöllner 1948 führt. Er ist selbst mit einer Jüdin verheiratet, die jedoch schon 1938 nach England floh und die er seitdem nicht mehr gesehen hat. Die Verantwortlichen können sich an nichts mehr erinnern und spielen ihre Zugehörigkeit zur NS herunter. Sie haben damit "natürlich" nur am Rande zutun gehabt. Als ein Zeuge plötzlich spurlos verschwindet, gelingt es Zöllner den Fall zu klären, da er aber nichts beweisen kann, wird die Akte geschlossen.

Norbert Sahrhage beschreibt den Fall in einer distanzierten, emotionslosen Sprache und diese macht besonders betroffen. Nur aufgrund einer Anklage wird eine unschuldige Frau erschossen, ohne sich verteidigen zu können. Nur wenige Leute stehen in diesem Moment dem Ehemann zur Seite.

Im zweiten Teil macht die Gleichgültigkeit der damals beteiligten Personen betroffen. Es hat keiner mit den Nazis zusammengearbeitet, jeder spielt seine Beteiligung herunter und kommt schnell wieder zu Arbeit und Ansehen. Zöllner verzweifelt am deutschen Rechtsstaat und obwohl er das Land liebt, verlässt er es und geht zu seiner Frau nach England.

Dieses Buch beschreibt ein Stück Zeitgeschichte, die man nicht vergessen sollte und die sich hoffentlich so nie wiederholt. Jeder Interessierte sollte dieses Buch lesen, ich kann es allen empfehlen.