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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2023

Gut mit kleinen Schwächen

Silver & Poison, Band 1: Das Elixier der Lügen (SPIEGEL-Bestseller)
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Das Buch bietet für jeden Geschmack etwas: Crime, Romance, Spice, Drama, Magie, Geheimnisse und Intrigen. Gepaart mit den vielseitigen und teils undurchsichtigen Charakteren, hat Anne Lück ein tolles und ...

Das Buch bietet für jeden Geschmack etwas: Crime, Romance, Spice, Drama, Magie, Geheimnisse und Intrigen. Gepaart mit den vielseitigen und teils undurchsichtigen Charakteren, hat Anne Lück ein tolles und spannungsgeladenes Abenteuer geschaffen. Die Handlung war spannend, hatte einige Plot-Twist und bot jede Menge Gefühl.
Die Beziehung zwischen Avery und Hayes knistert nur so vor Spannung. Die Dynamik dieser Beziehung hat mir sehr gut gefallen.
Das Buch endet mit einem unerwarteten Cliffhanger, der mich sprachlos zurück gelassen hat. Ich muss unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht: Wird Isla überleben? Gibt es ein Happy End für Avery und Hayes? Und gelingt es Avery, ihre Unschuld zu beweisen und Nicolas zur Rechenschaft zu ziehen?
Den Schreibstil fand ich flüssig und spannungsgeladen. Allerdings gab es ein paar Phrasen („kribbeln“, „prickeln“, „ganz Detective, der er war“, „was zur Hölle“), die meiner Meinung nach zu häufig und inflationär verwendet wurden.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich bin schon sehr auf den zweiten Band gespannt…

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Eine bezaubernde Dystopie

Solartopia – Am Anfang der Welt
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Solartopia klingt wie ein kleines Paradies in der von Smog vergifteten Welt: Die Stadt versorgt sich autark, ist das einzige noch funktionierende Ökosystem der Erde und ermöglicht den Menschen ein Leben ...

Solartopia klingt wie ein kleines Paradies in der von Smog vergifteten Welt: Die Stadt versorgt sich autark, ist das einzige noch funktionierende Ökosystem der Erde und ermöglicht den Menschen ein Leben im Einklang mit Natur und Technologie. Doch was auf den ersten Blick idyllisch und sicher erscheint, verbirgt ein dunkles Geheimnis, welches die letzten noch lebenden Menschen in Gefahr bringt…
Nova ist eine starke Protagonistin, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Sie kann mit den Pflanzen „kommunizieren“; sieht deren Pheromone und hört sie Summen. Als sie sechs Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter während eines Sturmes, bei dem Versuch die Pflanzen ihres Dachgartens zu retten. Dieser Garten bedeutet Nova alles und sie scheut weder Mühen noch Gefahren, um in vor dem giftigen Smog zu retten, dem bereits Unzählige zum Opfer gefallen sind.( Auch wenn Novas Liebe zu den Pflanzen nachvollziehbar und herzerwärmend ist, wirkten die Beschreibungen der einzelnen Pflanzen gelegentlich etwas langatmig.)
In der Stadt Solartopia sieht Nova sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Zivilisation konfrontiert, was von der Autorin gut umgesetzt wurde. So wirkt Nova teilweise etwas kindlich und unerfahren, wenn sie mit der für sie neuen Welt konfrontiert wird.
Auf ihrer Suche nach einem Heilmittel gegen die Smogfäule begegnet sie schließlich dem jungen Piloten Jett, der in ihr zum ersten Mal das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch hervorruft.
Wie es mit Nova, Jett und Solartopia weitergeht - und welchem Geheimnis die beiden auf der Spur sind - erfahren wir im zweiten Band dieser Dilogie. Es bleibt also spannend.
Der Erzählstil ist flüssig und spannend, wobei der Sprachstil ehr einfach gehalten ist und sich damit perfekt für die angegebene Altersgruppe (12+) eignet.
Victoria Hume ist ein zauberhaftes Buch über eine futuristische Zukunft gelungen, welches die Leser*innen definitiv zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 12.10.2023

Anders als der Film

Shining
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„Shining“ ist den meisten wohl als Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle bekannt. Allerdings weicht der Inhalt des Films an einigen Stellen von denen des Buches ab, was ich persönlich schade finde. ...

„Shining“ ist den meisten wohl als Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle bekannt. Allerdings weicht der Inhalt des Films an einigen Stellen von denen des Buches ab, was ich persönlich schade finde. Stephen King war nach eigener Aussage von Stanley Kubricks Film, enttäuscht. Liest man das Buch, kann man seine durchaus Enttäuschung nachvollziehen, da die Verwirrtheit und Manie von Jack Torrance im Film weniger gut herausgearbeitet wurde. Im Buch werden die abstrusen und „verrückten“ Gedanken von Jack dagegen großartig dargestellt. Der Leser kann so viel besser nachvollziehen, wie das Hotel mehr und mehr die Kontrolle übernimmt, bis Jack schlussendlich nur noch eine menschliche Hülle ist.
Der Erzählstil ist, wie man es von King gewohnt ist, einfach meisterhaft! Spielerisch und mit viel Wortwitz führt er den Leser durch die Handlung. Leider fällt seine Brillanz im Umgang mit Mehrdeutigkeiten (vor allem im Bereich der Idiome) dabei wieder einmal der Übersetzung zum Opfer. - Schade, dass es den Übersetzern immer wieder misslingt, die englischen Idiome zu erkennen und richtig wiederzugeben! - Das Buch wurde im personalen Erzählstil verfasst, wobei abwechseln Einblicke in die Gedanken und das Verhalten der vier Hauptfiguren (Jack, Wendy und Danny Torrence, sowie Dick Hallorann) gegeben werden.
Das Buch wurde laut King durch den Song „Instand Karma“ von John Lennon inspiriert, in dem es heißt „And we all shine on“. Zudem nimmt der Autor Bezug auf Carrolls „Alice im Wunderland“ und sein eigenes Werk „Es“ (Dick Hallorann erinnert sich an einen verehrendes Feuer, dass er als junger Mann in Derry überlebt hat). Darüber hinaus spielt „Die Maske des Roten Todes“ von Edgar Allen Poe eine Schlüsselrolle in „Shining“. Daher würde ich empfehlen, diese Kurzgeschichte vor Kings Roman zu lesen.
Wie in vielen seiner Werke, ist auch „Shining“ in Zügen autobiographisch. So waren Jack Torrance und Stephen King beispielsweise beide Englischlehrer, die nebenbei als Schriftsteller tätig waren und dem Alkohol verfielen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen (auch wenn ich die Übersetzungsleistung nur als ausreichend empfinde). Es beweist wieder, was für ein großartiger Schriftsteller Stephen King ist.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Tolles Setting

The Nightmare Before Kissmas
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„Nightmare Before Kissmas“ ist eine süße Rom-Com mit einem Setting, dass mich total verzaubert hat: Ich liebe die atmosphärischen, idyllischen Schilderungen von North Pole City – die volle Dröhnung Weihnachtskitsch ...

„Nightmare Before Kissmas“ ist eine süße Rom-Com mit einem Setting, dass mich total verzaubert hat: Ich liebe die atmosphärischen, idyllischen Schilderungen von North Pole City – die volle Dröhnung Weihnachtskitsch in seiner schönsten Form. Begeistert hat mich auch das unglaublich kreative Worldbuilding, mit seinen Feiertags-Königshäusern, der Feiertags-Klatschpresse und der Freuden-Magie.
Ich war überrascht, dass das Buch auch ernstere Themen, wie mentale Gesundheit, Konsumkritik und Machtmissbrauch thematisiert. So ist Coal beispielsweise desillusioniert was die sogenannte „Magie der Weihnacht“ angeht. Er möchte den Status Quo verändern und gewinnt während dieses Prozesses zunehmend an Reife.
Und die hat er meiner Meinung nach auch dringend nötig, denn während seine naive, chaotische Art mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat, war ich schnell genervt von der - fast schon notgeilen - Schwärmerei für Hex. Zudem geht er in Gedanken immer wieder die gleichen Fragen durch, was die Handlung leider nicht voran bringt. Die Tropes Enemies-To-Lovers und Slow-Burn sehe ich nicht wirklich erfüllt, denn zwischen Coal und Hex geht es ziemlich schnell heiß her – war dann auch einen Großteil von Coals Gedankengängen in Anspruch nimmt…

Mein Fazit:
Das Drumherum (Setting, Stimmung, Grundidee) hat mir sehr gut gefallen, allerdings hatte die Handlung für mich einige Längen und die Charaktere wirkten teils sehr unreif.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, verzaubert und zum Schmunzeln gebracht.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Nur eingeschränkt zu empfehlen

Women
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Chloé Caldwells Roman „Women“ gilt als Kultbuch der queeren / sapphic Literatur. Dementsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen. Und obwohl das Buch sehr beeindruckt hat,  kann ich den Hype ...

Chloé Caldwells Roman „Women“ gilt als Kultbuch der queeren / sapphic Literatur. Dementsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen. Und obwohl das Buch sehr beeindruckt hat,  kann ich den Hype nicht so ganz nachvollziehen.
In „Women“ schildert die Autorin, wie sich zum ersten Mal in eine Frau verliebte. Daraufhin hinterfragt sie ihre eigene Sexualität und entdeckt diese mit Finn ganz neu. Während dieser Zeit sind Chloés Gedanken und Verhalten von Selbstzweifeln, Depressionen und Maßlosigkeit geprägt. Immer wieder erkannte ich mich selbst in ihren Gedankengängen wieder, wurde zum Innehalten und Nachdenken angeregt.
Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine toxische Beziehung, die bei mir als Leser*in ein Gefühl der Beklemmung auslöste. Der Autorin gelingt es wirklich eindrucksvoll, den Teufelskreis von einer „unausweichlichen“, „unrettbaren“ Verliebtheit und gegenseitigen Verletzungen zu schildern. Bedenklich finde ich jedoch, dass es Roman immer wieder impliziert wird, dass Beziehungen zwischen Frauen generell toxisch seien: „So ist das eben zwischen Frauen.“ Aus diesem Grund kann ich das Buch leider nur eingeschränkt weiterempfehlen.

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