Schema F
Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?Die Grundidee des Krimi-Dinners, bei dem ein reales Verbrechen aufgeklärt wird, finde ich großartig und sehr originell. Die Handlung wird aus fünf Perspektiven und zwei Zeitebenen geschildert. Zudem gliedert ...
Die Grundidee des Krimi-Dinners, bei dem ein reales Verbrechen aufgeklärt wird, finde ich großartig und sehr originell. Die Handlung wird aus fünf Perspektiven und zwei Zeitebenen geschildert. Zudem gliedert sich das Buch in vier Gänge eines pikanten Menüs: Aperitif, Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Was für eine tolle Idee!
Der Einstig in das Buch ist mir wirklich gut gelungen: Man lernt die Protagonist*innen mehr und mehr kennen und entdeckt immer wieder Andeutungen, was damals zwischen den Freunden vorgefallen ist. Im Laufe der Handlung verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Charakteren jedoch. Zudem unterscheiden sie sich kaum in ihren Motiven oder ihrem Erzählstil.
Ab dem „Hauptgericht“ wirkte das Buch recht zäh auf mich, da die Geschehnisse aus allen Perspektiven, auf zwei Zeitebenen und wiederholt geschildert wurden. Auch inhaltlich konnten mich die Ereignisse nicht überzeugen: Die Charaktere wirkten durchweg triebgesteuert und waren stets durch Alkohol und andere Substanzen berauscht.
Die Auflösung mit ihren Wendungen kam für mich leider nicht überraschend. Alles folgte dem „Schema F“…
Der Schreibstil ist dafür flüssig und relativ einfach gehalten. Besonders gut haben mir die Menü-Seiten und die Darstellung des Settings gefallen.
Fazit:
Ein guter Thriller nach bewährtem Muster und einer sehr originellen Grundidee, die leider durch ihre platten, triebgesteuerten Charaktere und zahlreichen Wiederholungen etwas an Potential verschenkt hat.