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Veröffentlicht am 17.10.2020

449 Seelen - mir reicht schon meine eigene

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Unsere Welt ist durchzogen von Wunder, Magie und Dunkelheit. Ohne dass wir es merken, sind auf der ganzen Welt die Schattenjäger aktiv, bekämpfen Geister und Ungeheuer, um die Menschen vor deren düsteren ...

Unsere Welt ist durchzogen von Wunder, Magie und Dunkelheit. Ohne dass wir es merken, sind auf der ganzen Welt die Schattenjäger aktiv, bekämpfen Geister und Ungeheuer, um die Menschen vor deren düsteren Fähigkeiten zu schützen. Roxy ist eine von ihnen und ist mit ihrem Dasein eigentlich relativ zufrieden. Als sie auf Shaw trifft, der sein Gedächtnis verloren hat, ändert sich auf einmal alles. Roxy hat sich geschworen, niemals tiefere Gefühle für einen Mann zu entwickeln, doch Shaw macht ihr das zunehmend schwer. Und dann ist da auch noch das Geheimnis, das Roxy unter allen Umständen bewahren will.
Laura Kneidl und Bianca Iosivoni haben es wieder einmal geschafft, neue übernatürliche Elemente in unsere Welt einzubauen. Für die ganze Reihe haben sie sechs Bände geplant, die uns auf einige Urban Fantasy-Abenteuer mitnehmen wollen.
Die Schattenjäger gliedern sich in fünf unterschiedliche "Fraktionen" mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. In vielen Großstädten auf der ganzen Welt haben sie ihre Hauptquartiere und agieren aus organisierten Missionen heraus. Diese Konstellation bietet jede Menge Potential für die gesamte Reihe.
Roxy und Shaw haben mir sehr gut gefallen. Sie sind sehr unterschiedliche Charaktere, passen aber sehr gut zusammen. Ihr Umgang miteinander hat mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht. Ich denke, in den nächsten Büchern erfahren wir über die beiden noch ein bisschen mehr. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass Shaw auch eine dunkle Vergangenheit haben könnte. Vielleicht war er mal einer von den Bösen. Ich hoffe, dass das irgendwann aufgelöst wird.
Auch die anderen Figuren haben es mir angetan, obwohl noch niemand tiefergehend beleuchtet wird. Also es ist schwer, die einzelnen Shadowhunter auseinander und im Gedächtnis zu behalten, aber während der Geschichte unterstützen sie Roxy und Shaw wirklich gut.
Lyx ist bekannt dafür, dass sie ihre Bücher, wenn auch nur minimal, mit Illustrationen schmücken. Auch in diesem Buch werden wir nicht enttäuscht: Auf der letzten Seite finden wir eine wunderschöne Zeichnung von Roxy und Shaw sowie zusätzlich die Charakterkarten der beiden.
Was mich ein bisschen gestört hat, ist, dass die Geschichte so unfertig gewirkt hat. Ja klar ist "Schattenblick" erst der Auftakt einer ganzen Reihe, aber trotzdem hat mir am Ende irgendetwas gefehlt. Roxy ist mit ihrem Schicksal immer noch nicht weiter, weder hat sie ihren Bruder gefunden noch alle Geister gebannt. Wir bekommen einen Ausblick auf das nächste Abenteuer und auf einmal ist das Buch zu Ende.
Trotzdem hat "Schattenblick" mich überzeugt. Ich liebe Roxy und Shaw, möchte sie unbedingt weiter begleiten und möchte auch mehr über die anderen Schattenjäger erfahren. Großes Kompliment an die beiden Autorinnen, dass sie es geschafft haben, so eine umfangreiche und doch so detaillierte Geschichte so spannend zu erzählen.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

Die Rettung der Trilogie

Mein Herz in zwei Welten
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Louisa Clark erlebt ihr drittes Abenteuer, das dieses Mal in New York spielt. Sie ist die Assistentin des reichen New Yorker Ehepaares Gopnik, begleitet Agnes Gopnik zu Veranstaltungen und durch den Alltag. ...

Louisa Clark erlebt ihr drittes Abenteuer, das dieses Mal in New York spielt. Sie ist die Assistentin des reichen New Yorker Ehepaares Gopnik, begleitet Agnes Gopnik zu Veranstaltungen und durch den Alltag. Damit folgt sie Wills letzten Worten, sagt Ja zum Abenteuer und zu einem neuen Leben. Allerdings stellt Louisa schnell fest, wie einfach es ist, sich zu verlieren und wie schwer, ein zerrissenes Herz zwischen zwei Welten zu balancieren.
Im Vorgänger "Ein ganz neues Leben" hat mir Louisa überhaupt nicht gefallen. Sie war weinerlich, hatte ihren Biss verloren und versuchte Will etwas recht zu machen, was sie ihm gar nicht schuldig war. Jetzt bekommt sie wieder Auftrieb. Sie hat ihren Witz und ihren Charme zurück, sie versucht sich an neuen Dingen und - was sie am meisten ausmacht - sie kümmert sich um Menschen, die Hilfe brauchen.
Bei Sam bin ich das ganze Buch über hin- und hergerissen. Zum einen denke ich, er versteht Lou nicht und hält sie zurück, doch auf der anderen Seite unterstützt er Lou in so vielen Dingen, stabilisiert und beschützt sie und fängt sie auf, sodass ich am Ende des Buches restlos von ihm überzeugt bin.
Die zahlreichen Nebencharaktere sind liebevoll gestaltet, und Jojo Moyes sei Dank sind sie bei weitem nicht perfekt. Die Gopniks haben eine wirklich romantische Liebesgeschichte, bei der ich ein Lächeln nicht unterdrücken konnte. Allerdings ist Agnes eine unaufrichtige Person, lässt Louisa bei der ersten Gelegenheit fallen und schadet ihr damit nachhaltig.
Margot De Witt ist die Figur mit der größten Überraschung. Sie kommt erst als die exzentrische alte Dame des Hauses herüber, die nur über alles schimpfen kann, aber auch ihre Lebensgeschichte ist mehr als spannend.
Sogar Treena hat mir in diesem Teil viel besser gefallen, und die Wendung mit Eddie fand ich einfach nur stark.
Der Abschluss ist sowohl wunderschön als auch tragisch. Die Geschichten der Gopniks und Margot De Witts laufen langsam aus. Lous Ende kommt jedoch ziemlich plötzlich. Da hätte ich mir einen runderen Abschluss gewünscht, vielleicht mit einem Epilog.
Mit "Mein Herz in zwei Welten" hat Jojo Moyes Louisa Clark für mich ein bisschen gerettet. An den ersten Teil kommt sie trotzdem nicht heran, aber es war um Welten besser als Teil 2.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Sehr spannende Idee

Die Mitternachtsbibliothek
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Nora möchte sterben. Nachdem ihr Kater gestorben war, sie gekündigt wurde, ihr einziger Klavierschüler absagte und ihr ein ehemaliger Freund die Meinung geigte, sieht sie einfach keinen Sinn mehr darin, ...

Nora möchte sterben. Nachdem ihr Kater gestorben war, sie gekündigt wurde, ihr einziger Klavierschüler absagte und ihr ein ehemaliger Freund die Meinung geigte, sieht sie einfach keinen Sinn mehr darin, weiterzumachen. Doch dann muss sie feststellen, dass der Weg ins Jenseits gar nicht so einfach ist. Anstatt zu sterben, landet Nora in der Mitternachtsbibliothek, die ihr die Möglichkeit gibt, jedes Leben zu leben, das hätte sein können. Und so beginnt Nora ihre Reise. Für welches Leben wird sie sich entscheiden?

Die Idee zum Buch hat mich fasziniert. Es ist etwas vollkommen anderes, als die Bücher, die ich normalerweise lese. Aber ich wollte es ausprobieren und Autor Matt Haig eine Chance geben. Und ich bin froh, dass ich das getan habe.

Auf den ersten Blick ist Nora ein Verlierer-Typ. Innerhalb eines Tages wenden sich alle Freunde und Bekannte von ihr ab. Wenn sie nicht mehr da wäre, würde sie auch niemand vermissen. So zumindest der Eindruck. Doch dann nimmt sie die Herausforderung der Mitternachtsbibliothek an, und muss sich zwangsläufig weiterentwickeln und verändern. Sie lernt spontan zu sein, kleine Dinge wertzuschätzen und dass nicht alles ihre Schuld ist. Diese Entwicklung mitzuverfolgen hat mir persönlich viel Spaß gemacht.

Die anderen Figuren kommen und gehen. Einige lernen wir ein bisschen besser kennen, andere sind nur in einem einzigen Leben präsent. Nur Mrs. Elm, die ehemalige Schulbibliothekarin von Noras Schule, nimmt eine größere Rolle ein. Sie verwaltet die Mitternachtsbibliothek und ist sozusagen Noras Mentorin. Sie führt Nora durch die verschiedenen Leben, erklärt ihr die Zusammenhänge und leitet sie letztendlich auf den richtigen Pfad. Ich finde, jeder sollte eine Mrs. Elm in seinem Leben haben.

Interessant fand ich Hugo, der dasselbe durchmacht wie Nora. Von ihm hätte ich mir mehr gewünscht, vielleicht dass er in mehr als einem Leben aufgetaucht wäre. Solche kleinen Zufallsbegegnungen hätten mir gut gefallen.

Ganz allgemein war die Geschichte gut ausgearbeitet und konzeptioniert. Die Idee mit den vielen Leben hat mir gut gefallen. Ich fand auch, dass es ausgewogen war, welche Leben Nora probiert und wie lange sie in diesen verweilt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass wir in einigen Leben länger oder kürzer gewesen wären. Ein paar Kapitel haben mir gar nicht gefallen, dafür hätte ich mehr von anderen Kapiteln gewollt. Es ist natürlich schwer, die perfekte Balance zu finden, und es allen recht zu machen, ist sowieso unmöglich. Aber das waren die Gefühle, die ich während des Lesens hatte.

Das Ende war für mich vorhersehbar. Schon nach ein paar Kapiteln, war mir klar, wie es ausgeht. Das ist aber nicht nur schlecht, da Nora die Chance bekommt, es besser zu machen. Und ich glaube fest daran, dass sie das hinbekommt.

Insgesamt hat mir „Die Mitternachtsbibliothek“ gut gefallen. Die Geschichte regt zum Denken an, ich mochte die Idee und die Hauptfigur. Teilweise hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, vor allem wenn es um Noras Entwicklung geht. Ich weiß noch nicht, ob ich Matt Haig für mich entdeckt habe, aber vielleicht lese ich doch irgendwann noch mehr Bücher von ihm.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

QualityLand geht in die zweite Runde

QualityLand 2.0
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Die Geschichte von QualityLand und seinen Bewohnern geht in die zweite Runde. Peter Arbeitsloser, Kiki Unbekannt, Martyn Vorstand und viele mehr begegnen uns in dem fiktiven Land in der Zukunft wieder.

Dieses ...

Die Geschichte von QualityLand und seinen Bewohnern geht in die zweite Runde. Peter Arbeitsloser, Kiki Unbekannt, Martyn Vorstand und viele mehr begegnen uns in dem fiktiven Land in der Zukunft wieder.

Dieses Mal soll das Geheimnis um Kikis Herkunft gelüftet werden. Sie versucht, ihre Eltern zu finden und muss nebenbei noch dem sogenannten Puppenspieler entkommen, der ihr nach dem Leben trachtet. Gleichzeitig sinkt Martyn Vorstand Level für Level, ohne dass er weiß warum. Und obwohl er dagegen ankämpft, kann er einfach nichts ausrichten.
Satiriker und Autor Marc-Uwe Kling taucht wieder in QualityLand ein und lässt seine Figuren erneut tanzen. Doch diesmal haben sich die Rollen komplett getauscht. Während Peter immer weiter aufsteigt, fällt Martyn ins Bodenlose. Somit ergeben sich völlig andere Möglichkeiten für eine neue Geschichte.

Peter taut ein wenig weiter auf. Er ist mittlerweile Maschinentherapeut und kümmert sich um die psychischen Probleme der diversen Haushaltshelfer. Ein verängstigter Staubsaugerroboter und ein eifersüchtiger Kühlschrank sind hier nur einige Beispiele. Kiki finde ich immer noch sehr sympathisch. Sie ist tough, weiß, was sie will und nimmt es sich auch. Martyn hingegen ist einfach nur ein Ekel, obwohl ich es trotzdem krass finde, was im Laufe der Geschichte mit ihm passiert. Die physische und psychische Gewalt, die ihm zukommt, fand ich persönlich sehr unpassend. Erst einmal war es wirklich erschreckend, aber es hat auch den Lauf der Geschichte holprig gemacht.

Was mich allerdings immer noch zum Lachen gebracht hat, waren die Nachnamen der Figuren. Wie auch im ersten Teil gilt die Regel, dass jeder Junge den Beruf seines Vaters als Nachnamen annimmt, und jedes Mädchen den Beruf ihrer Mutter. Ich habe mich also sehr über die Zwillinge Scarlett Strafgefangene und Robert Aufseher amüsiert. Ich mochte auch den staubtrockenen Humor des Autors, der aus fast jedem Kapitel herauskam. Schon bei seinen „Känguru-Chroniken“ und im ersten Teil von „QualityLand“ hat mich das sehr gut unterhalten.

Die Geschichte ist ein wenig actionreicher als der Vorgänger, was mir aber gut gefallen hat. Es gibt mehrere Kämpfe zwischen den Akteuren, und immer wieder ist der Puppenspieler im Mittelpunkt. Dieser wird am Ende auch entlarvt, und ich muss zugeben, dass ich mit der Auflösung nicht gerechnet hätte.

Wie auch schon im ersten Teil sind die Kapitel unterbrochen von Werbung aus QualityLand und dem neuen Podcast von Dan & Dan. Letzteres war nicht so mein Fall, aber die Werbung fand ich wieder sehr unterhaltsam. Ich hätte mir vielleicht mehr Verschwörungstheorien oder ähnliches gewünscht, aber alles in allem halte ich die Kapiteltrenner immer noch für eine sehr gute Idee.

Die Auflösung von Kikis Geschichte hat mich leider nicht überzeugt. Da habe ich mehr erwartet. Ihren Mama-Roboter fand ich spitze, aber die ganzen Verflechtungen drum herum hätte ich gern ausgeklügelter gesehen.

Das Ende des Buches hat mich aber wieder etwas milder gestimmt. Es war sehr clever beschrieben, wie mehrere Sachen gleichzeitig passieren, und die Geschichte endet für mich tatsächlich mit einem Knall. Das hat mir wieder sehr gut gefallen und zeigt auch schon die Möglichkeit für eine Fortsetzung.

Insgesamt hat mich „QualityLand 2.0“ gut unterhalten. Teilweise war es schwer, durch die Geschichte durchzukommen, aber ich habe es bis ans Ende geschafft. Mir haben ein bisschen die Eastereggs gefehlt, von denen ich im ersten Teil mehr entdecken konnte. Trotzdem mochte ich das Buch und hätte nichts dagegen, wenn es noch einen dritten Teil geben würde.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Grandiose Idee, Umsetzung hat Potential

Mortal Engines - Krieg der Städte
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Die Welt hat sich verändert. Städte sind keine auf dem Erdboden verankerte Konglomerate von Gebäuden und Menschen mehr. Stattdessen sind sie auf riesige Motoren und Räder montierte Bollwerke, die die Erde ...

Die Welt hat sich verändert. Städte sind keine auf dem Erdboden verankerte Konglomerate von Gebäuden und Menschen mehr. Stattdessen sind sie auf riesige Motoren und Räder montierte Bollwerke, die die Erde auf der Suche nach Rohstoffen befahren.

In der fahrenden Stadt London lebt der Historikergehilfe Tom Natsworthy. Nachdem London einen erfolgreichen Überfall auf eine andere Stadt absolviert hat, kommen Händler an Bord, um die Beute zu begutachten. Unter ihnen ist die junge Hester Shaw, die aber ganz andere Dinge im Sinn hat. Tom muss ihren gescheiterten Attentatversuch auf den obersten Historiker und Toms Idol Thaddeus Valentine miterleben. Zu allem Überfluss erklärt Valentine seine Situation nicht, sondern schleudert Tom einfach von der Stadt hinunter. Zusammen mit Hester ist er nun auf der Erdoberfläche gestrandet und muss alles tun, um zu überleben und nach London zurückzukehren.

Philip Reeves Idee der fahrenden Städte fand ich sehr interessant und innovativ. Dadurch tun sich unendliche Möglichkeiten auf, was mit den Städten untereinander passieren und wie sich eine Geschichte entwickeln kann. Auch die verschiedenen Gilden, die sich in London gebildet hatten, fand ich spannend. Da hätte ich sogar gern noch viel mehr erfahren.

Die beiden Hauptfiguren Tom und Hester könnten nicht unterschiedlicher sein. Tom ist der besonnene Träumer, der alles mehrfach überdenkt und immer ein bisschen ängstlich ist. Allerdings macht er eine starke Entwicklung durch und endet als mutiger Kämpfer. Hester dagegen ist impulsiv, temperamentvoll und eine Einzelgängerin. Sie hält die Menschen von sich fern mit ihren schnippischen Bemerkungen. Im Laufe der Geschichte lernt sie aber, ihr Temperament zu zügeln und das zu tun, was richtig ist. Ich mochte die beiden Figuren gern, und es hat Spaß gemacht, sie auf ihrer Reise zu begleiten.

Durch die riesige neu erschaffene Welt gibt es eine genauso große Anzahl an Nebenfiguren, allesamt mit eigenen Hintergründen, Wohnorten, Zielen und Charaktereigenschaften. Einige bleiben dabei im Gedächtnis, zum Beispiel Katherine Valentine, Bevis Pod oder Anna Fang, andere tauchen aber nur kurz auf und geraten gleich wieder in Vergessenheit. Das Zusammenspiel der Figuren hat mir aber insgesamt gut gefallen.

Die Geschichte an sich ist rasant und actionreich. Tom und Hester stolpern von einem Abenteuer ins nächste, und es gibt kaum Pausen, in denen sowohl die beiden als auch die Leser sich erholen können. Ich persönlich hätte ein paar mehr Verschnaufpausen gebraucht, in denen die Umstände näher erklärt werden.

Was mir nicht so gefallen hat, war die ganze Geschichte mit Hester und Shrike. Es leuchtet zwar ein, dass im Zuge der gesamten Motorisierung auch motorisierte Menschen existieren, aber die Idee hat einfach nicht meinen Geschmack getroffen.

Die Auflösung habe ich so nicht erwartet. Ohne viel zu spoilern, kann ich sagen, dass unerwartet viele Figuren sterben. Das fand ich sehr schade, da ich mir weitere Handlungsfäden in den Fortsetzungen gut hätte vorstellen können. Die Verschwörung, die hinter allem steckt, war mir ein bisschen zu übertrieben. Den Ansatz fand ich nicht schlecht, aber das Ergebnis war mir zu übermächtig.

Insgesamt denke ich, dass „Mortal Engines“ eine wirklich sehr spannende Idee war, aus der man unglaublich viel machen kann. Tom und Hester mochte ich gern, genauso die Entwicklung, die die beiden durchgemacht haben. Trotzdem glaube ich, dass man mehr aus den fahrenden Städten hätte herausholen können. Es hat Spaß gemacht, die Erde in ferner Zukunft zu erleben, aber ich habe mich nicht vom Hocker gehauen gefühlt.

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