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Raeubertochter

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2019

Spannend und gruselig

Alles, was du fürchtest
1

Inhalt: Nach einem traumatischen Erlebnis vor einigen Jahren leidet Kate Priddy noch unter Alpträumen und Panikattacken. Um etwas Neues zu wagen, stimmt sie dem Wohnungstausch mit einem entfernten Cousin ...

Inhalt: Nach einem traumatischen Erlebnis vor einigen Jahren leidet Kate Priddy noch unter Alpträumen und Panikattacken. Um etwas Neues zu wagen, stimmt sie dem Wohnungstausch mit einem entfernten Cousin zu. Für ein halbes Jahr will sie in seiner Wohnung in Boston wohnen, während er ihr Apartment in London übernimmt. Doch schon am Tag ihrer Ankunft wird die junge Frau aus der Nachbarwohnung ermordet aufgefunden. Wie gut kannte Corbin die Frau, dass er einen Schlüssel zu ihrer Wohnung besitzt? Und wieviel weiß ihr neuer Nachbar Alan? Ist sie selbst in Gefahr?

Meine Meinung: Nachdem ich einige kritische Rezensionen zu dem Buch gelesen hatte, war meine Erwartungshaltung nicht besonders hoch. Doch schon nach einigen Seiten war ich positiv überrascht. Der Schreibstil gefällt mir wirklich sehr gut, er ist flüssig, schnell und angenehm zu lesen. Die Geschichte ist gut konstruiert, wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und springt auch in den Zeiten. Ziemlich schnell ahnt man, wer der Mörder ist - oder ist es doch nur eine falsche Spur? Der Spannungsbogen steigt weiter an und an manchen Stellen habe ich mich richtig gegruselt.
Kate hat mir gut gefallen, auch wenn ich ihr Verhalten - im Hinblick auf ihre Vergangenheit - oft nicht nachvollziehen konnte. Ich fand sie sehr mutig und das passt eigentlich nicht zu jemandem, der Panikattacken hat. Auch Alans Vorgeschichte fand ich sehr fragwürdig, trotzdem mochte ich auch ihn. Irgendwie haben sowieso alle Charaktere einen Knacks, die Polizisten ausgenommen.
Bis zur Seite 320 ein wirklich spannender und fesselnder Thriller, doch dann beginnt Teil 2, indem die Geschichte nochmal aus der Sicht des Mörders erzählt wird und die nächsten ca. sechzig Seiten fand ich etwas langatmig und auch überflüssig. Die subtile Spannung in Teil braucht eigentlich keine Erklärungen.

Fazit: Trotz des etwas „verunglückten“ Endes hat mir „Alles, was du fürchtest“ sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 20.02.2018

Ein neues Ermittlerteam

Totenweg
2

Frida, eine junge Polizistin und Studentin an der Polizeiakademie in Hamburg, kehrt nach vielen Jahren zurück auf den Apfelhof ihrer Eltern in Deichgraben, einem kleinen Ort in der Elbmarsch. Ihr Vater ...

Frida, eine junge Polizistin und Studentin an der Polizeiakademie in Hamburg, kehrt nach vielen Jahren zurück auf den Apfelhof ihrer Eltern in Deichgraben, einem kleinen Ort in der Elbmarsch. Ihr Vater Fridtjof wurde hinterrücks niedergeschlagen und besinnungslos in einem Straßengraben gefunden. Seitdem liegt er im Koma. Hat der Anschlag etwas mit dem Land zu tun, dass Fridtjof nicht verkaufen will? Kommissar Bjarne Haverkorn übernimmt die Ermittlungen. Er hat Frida bereits vor 18 Jahren kennengelernt, als diese ihre beste Freundin Marit ermordet in einem alten Viehstall gefunden hat. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden und belastet Haverkorn und Frida bis heute.

„Totenweg“ ist der erste Teil einer Krimireihe mit dem Ermittlerduo Bjarne Haverkamp und Frida Paulsen. Nachdem zuerst jeder noch für sich recherchiert, arbeiten sie, nachdem Frida Haverkorn ein Geheimnis anvertraut hat, zusammen. Frida ist noch jung und unerfahren. Außerdem hat sie hat den Mord an ihrer Freundin noch nicht verarbeitet. Durch ihre persönliche Betroffenheit reagiert sie manchmal impulsiv, unbedacht und auch waghalsig. Haverkorn ist dagegen schon ein erfahrener Ermittler, allerdings hat er private und gesundheitliche Probleme. Zusammen bilden sie ein gutes Team und sind beide sympathisch.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und durch den gut aufgebauten und ständig ansteigenden Spannungsbogen, sowie die verschiedenen Verdächtigen (für den Leser jedenfalls) und überraschenden Wendungen, die zum Schluss geschickt miteinander verknüpft werden, habe ich das Buch zwischendurch nur ungern zur Seite gelegt.
Das Cover passt perfekt zu der Geschichte, genauso habe ich mir die Landschaft in der Elbmarsch vorgestellt. Ziemlich einsam, viele Wiesen und wenig Gehöfte. Eine etwas düstere Atmosphäre.

Fazit: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, diesen Kriminalroman in der Leserunde der Lesejury zu lesen. Ich habe noch nie erlebt, dass in einer Leserunde so viel spekuliert und diskutiert wurde. Super! Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.
„Totenweg“ von Romy Fölck ist ein gut erzählter und spannender Kriminalroman, mit viel Lokalkolorit. Ich werde sicher auch den zweiten Fall von Frida und Haverkorn lesen.

Veröffentlicht am 20.05.2019

Einfach machen

Bin im Garten
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Meine Meinung: „Bin im Garten“ ist ein sehr schön gestaltetes Gartentagebuch, in dem die Autorin vom 1. Januar bis zum 31. Dezember auf lockere, humorvolle und sehr unterhaltsame Weise von ihrem neuen ...

Meine Meinung: „Bin im Garten“ ist ein sehr schön gestaltetes Gartentagebuch, in dem die Autorin vom 1. Januar bis zum 31. Dezember auf lockere, humorvolle und sehr unterhaltsame Weise von ihrem neuen Projekt „Garten“ erzählt. Ziemlich spontan kauft sie sich ein kleines Häuschen mit Garten an der Ostsee und mit viel Eifer und auch viel viel Liebe stürzt sie sich in die teilweise schwere körperliche Arbeit. Sie informiert sich vielfältig und beherzigt viele Tipps, aber letztendlich ist ihr Motto: Einfach machen - es könnte ja gut werden. Das von ihr beschriebene Gefühl am Abend, wenn man völlig erledigt, aber auch total stolz ist, kann ich gut nachempfinden. Genauso wie ihre Freude über die eigene Ernte. Meike Winnemuth weist im Vorwort darauf daraufhin, dass ihr Buch kein Gartenratgeber ist, da sie Anfängerin ist, trotzdem habe ich noch einiges dazugelernt.
Fazit: Für Gartenliebhaber ein wirklich schönes und unterhaltsames Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen. Der Nachteil: Kaum hatte ich die letzte Seite beendet, stand ich schon im Gartenmarkt und hatte den Einkaufswagen voller Stauden, Samentütchen und Blumenerde.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Ein wunderschöne kurze Geschichte

Bell und Harry
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Inhalt: Die Familie Bateman mietet für den Sommer ein altes Bauernhaus auf dem Land in Yorkshire, umgeben von Weiden, Schafen und Moor, um dem hektischen Leben in London zu entfliehen. Als Bell, der 8-jährige ...

Inhalt: Die Familie Bateman mietet für den Sommer ein altes Bauernhaus auf dem Land in Yorkshire, umgeben von Weiden, Schafen und Moor, um dem hektischen Leben in London zu entfliehen. Als Bell, der 8-jährige Sohn der Vermieter eines Abends zufällig dem jüngsten Sohn der Batemans begegnet, entsteht eine bedingungslose Jungenfreundschaft, die viele viele Jahre andauert.

Meine Meinung: Das Buch erzählt in einzelnen Episoden nicht nur die Geschichte von Bell und Harry, die mit ihren manchmal riskanten Abenteuern immer wieder für Aufregung sorgen, sondern auch von den anderen Bewohnern des kleinen Tals in Yorkshire und von der Familie Bateman. Sehr ruhig, warmherzig und humorvoll erzählt Jane Gardam vom Leben der Landbewohner, von ihrer harten Arbeit, von ihren Schrullen und Eigenheiten. Die Unterschiede zwischen den Stadt- und den Landbewohnern werden dabei sehr deutlich. Dass sie sich zuerst mit gegenseitigem Unverständnis begegnen ist verständlich, aber schließlich freunden sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen miteinander an.
Die warmherzige Atmosphäre des Buches, die Beschreibungen der Landschaft und die überaus liebenswerten Charaktere haben mir sehr gut gefallen . Eine wirklich schöne Geschichte. Jane Gardam hat „Bell und Harry“ übrigens schon 1981 geschrieben. Schade, dass das Buch nur knapp 200 Seiten hat.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Tragisch, aber schön

Pfauensommer
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Inhalt: Gegenwart. Maggie wächst bei ihrer Großmutter Lillian in dem alten Herrenhaus der Familie Cloudesley Manor auf. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes der 86-Jährigen kehrt sie von einem Auslandsaufenthalt ...

Inhalt: Gegenwart. Maggie wächst bei ihrer Großmutter Lillian in dem alten Herrenhaus der Familie Cloudesley Manor auf. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes der 86-Jährigen kehrt sie von einem Auslandsaufenthalt zurück. Inzwischen ist Cloudesley Manor in einem schlechten Zustand, denn Lillians finanzielle Situation ist kritisch. Maggie sucht verzweifelt eine Lösung.
Sommer 1955. Die junge Kriegswaise Lillian hat eher aus Vernunftgründen den älteren und wohlhabenden Witwer Charles Oberon, der schon aus seiner ersten Ehe einen kleinen Sohn hat, Albie, geheiratet. Doch die Ehe ist nicht glücklich. Dann engagiert Charles den Maler Jack Fincher um das ungenutzte Kinderzimmer im Haus mit Wandgemälden zu verschönern. Bald kommen sich Jack und Lillian näher…

Meine Meinung: Die Geschichte wird im Wechsel auf zwei verschiedenen Handlungssträngen und Zeitebenen erzählt. Obwohl die Kapitel nicht in der Überschrift gekennzeichnet sind, ist es kein Problem die Zeiten schnell zuzuordnen.
In der Gegenwart kehrt Maggie, die vor einem Jahr überstürzt nach Australien gereist war, um vor ihren Problemen zu fliehen, nach Cloudesley zurück, um ihrer Großmutter Lillian beizustehen.
Ihr Vater Albie lässt sich nur selten sehen, seit er sie vor vielen Jahren einfach bei ihren Großeltern abgegeben hat. Jahrelang hat Maggie miterlebt, wie Lillian ihren kranken Mann gepflegt hat und hat deshalb ein völlig falsches Bild von der Ehe der Großeltern. Maggie wird zunächst als sehr leichtlebig dargestellt, doch trotzdem mochte ich sie schon bald, denn ihre Liebe zu Lillian und dem alten Haus wirkt echt und sie scheint sich positiv zu verändern.
Vor Beginn des Buches habe ich im Klappentext gelesen, dass Hannah Richells Ehemann während ihres Schreibens an diesem Buch ganz plötzlich verstorben ist. Erst nach einer Zeit der Trauer konnte sie sich wieder auf die Geschichte einlassen und das Schreiben war eine Art Therapie für sie. Beim Lesen von Lillians Geschichte musste ich oft daran denken und ich glaube, gerade deswegen hat mich diese Geschichte so sehr berührt. Sie ist tragisch und voller Sehnsucht. Aber auch der tolle Schreibstil hat mich an das Buch gefesselt, er ist bildhaft, emotional und mitreißend. Der Schauplatz, Cloudesley Manor, ist so realistisch und schön beschrieben, dass ich mir beim Lesen alles genau vorstellen konnte. Auch Lillian mochte ich sehr gern, ihre Entscheidung ist sehr selbstlos, aber auch nachzuvollziehen.
Das Buch hatte mich schnell gepackt und ungeduldig habe ich darauf gewartet, dass endlich alle Geschehnisse des Sommers und auch das Geheimnis des immer verschlossenen Westflügels ans Licht kommen.

Fazit: Für mich war „Pfauensommer“ ein absoluter Pageturner!