Profilbild von Ritja

Ritja

Lesejury Star
offline

Ritja ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ritja über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2018

Ein Buch über weite Reisen, wilde Tiere, gefährliche Pflanzen und einem Schisser mittendrin.

Als Schisser um die Welt
0

Um mit Jan Kowalsky um die Welt zu reisen, braucht man jede Menge Humor, gute Nerven und ein kleines Mantra, welches man leise murmeln kann.
Er hat es nicht leicht. Wirklich nicht. Er reist halt nicht ...

Um mit Jan Kowalsky um die Welt zu reisen, braucht man jede Menge Humor, gute Nerven und ein kleines Mantra, welches man leise murmeln kann.
Er hat es nicht leicht. Wirklich nicht. Er reist halt nicht gern. Viel lieber schlummert er auf der Couch und entspannt sich.

Doch er hat eine Frau, die er liebt und diese ist reiselustig. Je wilder, je weiter und je exotischer, desto besser. Nun könnte man meinen, dass sie sich einigen. Sie reist, er schlummert und alles ist gut. Aber nein, er muss mit. Und so begibt sich der Leser mit dem Schisser auf eine teilweise humorvolle, teilweise nervige Reise um die Welt. So manche Bedenken lassen sich gut nachvollziehen und auch so manche Unternehmung kritisch hinterfragen und in genau solchen Fällen steht man hinter dem Schisser. Es gibt auch viele witzige Situationen (vorallem mit dem heißgeliebten hessischen Schwiegervater "Wolf") über die man lachen kann. Entweder, weil man sie selbst schon einmal erlebt hat oder weil sie einfach zu skurril sind. Aber bereits nach der vierten gemeinsamen Reise werden die Klagen und die ganzen Bedenken etwas nervig. Irgendwie dreht sich der Schisser im Kreis (er lernt nichts dazu). Man emfindet schon Anteilnahme für seinen Hausarzt und kann auch dessen Reaktionen sehr gut nachvollziehen. Auch vor seiner Frau habe ich immer den Hut gezogen. Ich wäre kein zweites Mal mit ihm verreist.

Vielleicht wurden die Panikattaken, die übertriebenen Reaktionen auf Tiere, Essen und Umwelt von Jan Kowalsky extra überspitzt dargestellt, ich empfand es jedoch nach einer Weile als anstrengend. Witzig dagegen fand ich die Zeichnungen zwischen den Texten. Sie unterstreichen noch einmal die enormen Gefahren, denen er ausgesetzt war.

Ich bin bis zum Ende seiner Reisen an seiner Seite geblieben und habe ihm beim Lesen die Hand gehalten. Er reist doch so ungern...obwohl nach den vielen "überlebten" Reisen könnte man fast meinen, dass er es doch gern tut.

Ein Buch über weite Reisen, wilde Tiere, gefährliche Pflanzen und einem Schisser mittendrin.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Für ein langes verregnetes Wochenende ist es eine schöne Familiengeschichte.

Bei Anbruch des Tages
0

„Immer im Dezember“ war bereits unter einem anderen Titel erschienen und wurde nun noch einmal aufgelegt. Es geht in diesem Buch um eine italiensiche Industriellenfamilie. Alles geht von ihr aus und läuft ...

„Immer im Dezember“ war bereits unter einem anderen Titel erschienen und wurde nun noch einmal aufgelegt. Es geht in diesem Buch um eine italiensiche Industriellenfamilie. Alles geht von ihr aus und läuft auch bei ihr wieder zusammen.

Die Geschichte ist gut erzählt und weist viele feine kleine Verästelungen innerhalb der Geschichte der Familie auf. Die Abschweifungen und die verschiedenen Familien- und Liebesgeschichten machen das Buch interessant.

Dabei stellt Leonie mit ihrer heimlichen Liebe den Ausgangspunkt dar. Alles dreht sich um und mit ihr geht die Geschichte voran. Sie trifft sich einmal im Jahr mit einem Mann. Es ist nicht ihr Ehemann. Stets am gleichen Tag im Jahr und stets im gleichen Hotel. Es ist eigentlich nur ein kleiner Handlungsstrang, aber er strahlt auf die gesamte Geschichte aus.

Es wird in den verschiedenen Kapiteln, das Leben und die Lieben der einzelnen Familienmitglieder erzählt. Was wollten sie werden, was sind sie geworden, wen haben sie geliebt, wen durften sie lieben und welche Entbehrungen und Erfolge haben sie erlebt.

Die Geschichte fließt, durch den gut zu lesenden Schreibstil der Autorin, durch die Seiten. Selten wird es aufregend oder beängstigend. Es gibt kaum Geschehnisse, die dem Leser den Atem anhalten lassen. Dafür gibt es leider eine Überperson. Leonie. Sie wird so durch und durch als perfekte Hausfrau, Mutter von sechs Kindern (der Ehemann lebte nur am Wochenende bei seiner Familie) und Unternehmerin dargestellt, dass sich jede Mutter mit einem Kind, Job und Stress schlecht fühlen muss. Ich fand es etwas unrealistisch und schlichtweg zu perfekt. Auch das Ende ist etwas kitschig und klischeehaft geraden, aber zu der gesamten Geschichte passt es wiederum.

Für ein langes verregnetes Wochenende ist es eine schöne Familiengeschichte.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Ich kann es nur empfehlen zu lesen.

Charlotte
0

Ein beeindruckendes, trauriges und bewegendes Glanzstück.

Ich war überrascht, als ich das Buch öffnete und nicht wie üblich einen langen dichten Text vorfand. David Foenkinos hat sich für Einzeiler ...

Ein beeindruckendes, trauriges und bewegendes Glanzstück.

Ich war überrascht, als ich das Buch öffnete und nicht wie üblich einen langen dichten Text vorfand. David Foenkinos hat sich für Einzeiler entschieden. Das gesamte Buch wirkt wie ein ellenlanges Gedicht. Es liest sich anfangs etwas stakkatomäßig, aber je tiefer man in die Geschichte der Malerin Charlotte Salomon eintaucht, desto weniger ist die Form des Textes wichtig. Wichtig ist hier der Inhalt, der mich am Buch festgehalten hat und mich zum Nachdenken und zum Googeln nach der Charlotte angeregt hat.

Es ist eine Biografie, die etwas anders ist als die bisher gelesenen, die jedoch auch länger im Gedächtnis haften bleibt. Das Leben der Charlotte Salomon ist durchzogen von Traurigkeit, Melancholie und Selbstmorden in der Familie. Sie lebte als Jüdin in Deutschland und musste fast alle Träume aufgeben. Das sie noch an eine Hochschule durfte, hatte sie ihrem außergewöhnlichen Talent und dem Mut eines begeisterten Lehrers zu verdanken. Und doch konnte sie ihren (Künstler-)Weg nicht zu Ende gehen.

Sie war anders, sie malte anders und faszinierte. Doch kaum einer kannte/kennt sie und ihre Werke. Sie gingen leider in den Kriegswirren unter und erlebten bis heute kaum einen richtigen Höhepunkt.

Das Buch hat mich beeindruckt und nachdenklich zurückgelassen.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Weiter gehts...

Zorn - Wie sie töten
0

Claudius Zorn ist allein. Ganz allein. Im Büro. Denn Schröder ist weg. Niemand mehr da, der ihn korrigiert, der für ihn denkt und die Fälle löst, niemand der ihn deckt und für Ordnung sorgt. Was soll ...

Claudius Zorn ist allein. Ganz allein. Im Büro. Denn Schröder ist weg. Niemand mehr da, der ihn korrigiert, der für ihn denkt und die Fälle löst, niemand der ihn deckt und für Ordnung sorgt. Was soll er jetzt den ganzen Tag machen? Selber denken? Selber arbeiten und ermitteln?

Auch die Staatsanwältin zweifelt an seiner Kompetenz und setzt ihn einen neuen Kollegen an die Seite. Wer Claudius Zorn kennt, weiß, dass dies keine gute Idee ist. Und so fliegen schon nach kurzer Zeit die feinsten bösen Kommentare und Zorn ist in seinem Element. Und Schröder? Der kocht. In seinem Imbiss, den keiner besucht - außer Zorn.
Und nun geschehen die Morde...augerechnet jetzt, wenn Schröder nicht da ist und Zorn noch andere Dinge zu regeln hat. Malina und er....was wird aus ihnen und wie kann Zorn sie halten?

Die Morde werden immer brutaler und ziehen immer engere Kreise um Zorn....und wieder ist es Schröder, der an seiner Seite steht.

Schon die ersten drei Bände waren sehr gut und vor allem spannend. Den vierten Band empfand ich als den brutalsten Fall. Stephan Ludwig tobt sich hier richtig aus und lässt dem Leser kaum Zeit zum Luft holen. Durch den gewohnt guten Schreibstil fliegt man mit Zorn und Schröder durch die Geschichte und ebenso schnell wird die blutige Spur gelegt. Die Dialoge sind teilweise wieder sehr kernig und launisch und genauso will man den Zorn auch haben. Gut fand ich, dass Zorn sich weiterentwickeln darf. Langsam nur, aber stetig nimmt seine private Geschichte mehr Raum ein. Aber auch Schröder ist wieder dabei und sorgt mit seiner Ruhe, Klarheit und Besonnenheit für den Ausgleich.

Ich freue mich auf den fünften Band, der Ende des Jahres kommen soll und bin gespannt, wie das "Dreamteam" Zorn und Schröder sich weiterentwickeln werden.

Veröffentlicht am 30.08.2018

hilfreich und interessant.

Training für die Faszien
0


Faszien-Workout oder das Training der Faszien wird gerade sehr in den Medien verbreitet. Wer sich damit etwas näher beschäftigt, wird feststellen, dass (fast) jeder Rückenschulkursteilnehmer oder Reha-Sportler ...


Faszien-Workout oder das Training der Faszien wird gerade sehr in den Medien verbreitet. Wer sich damit etwas näher beschäftigt, wird feststellen, dass (fast) jeder Rückenschulkursteilnehmer oder Reha-Sportler diese Übungen bereits in irgendeiner Form gemacht hat. Es sind demnach keine neuen oder spektakulären Übungen, sondern die ganz einfachen, aber gern übersehenden oder stiefmütterlich behandelten(Sport-)Übungen.


Das Buch teilt sich in einen Theorieteil und in einem Praxisteil ein. Ich fand den Theorieteil sehr interessant. Es werden hier erst mal ein paar Informationen zu den Faszien und deren Bedeutung für den Körper erklärt. Ebenso wird noch einaml auf die Bedeutung von Wasser und dessen Beziehung zu dem Bindegewebe eingegangen.
Was mir hier gut gefallen hat, waren die einfachen und verständlichen Erläuterungen, so dass auch der Laie die Abläufe gut verstehen kann.


Der Praxisteil geht man noch einmal intensiver auf das Training der verschiedenen Ketten ein. Viele Übungen waren mir schon bekannt und schon hatte man ein kleines schlechtes Gewissen, da man diese Übungen ja eigentlich täglich machen sollte. Es werden kleine Hilfsmittel wie z.B. Bänder, Rollen und Gewichtmanschetten verwendet. Alternativen werden ebenso angeboten. Die Bilder sind einfach, aber gut. Auch den letzten Teil mit den kombinierten Übungen fand ich gelungen. So hat man direkt ein Programm, dass man durchführen kann (könnte).

Aus meiner Sicht wäre eine CD mit Beispielen bzw. mit diesen zusammengestellten Trainingseinheiten gut gewesen. Durch eine akustische Beschreibung der Übungen wäre das „Nachmachen“ leichter, da man sich nicht zu sehr am Bild festhalten müsste. Gerade am Anfang muss man dann doch immer wieder nachlesen, dadurch wird die Übung immer unterbrochen. Bei einer CD könnte man sich nur auf die Stimme der Trainierin konzentrieren.

Trotzdem fand ich das Buch hilfreich und interessant. Man unterschätzt die Wirkung der Übungen und den damit verbundenen Muskelkater ein wenig, aber dies gehört wohl zu jedem Sport dazu. Ob ich wirklich die Ausdauer und die Disziplin habe, die Übungen jeden Tag durchzuführen, wage ich zu bezweifeln, aber schon mehrmals in der Woche wirkt sich positiv auf den Körper, die Sehnen, das Bindegewebe und die Muskeln aus.