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Veröffentlicht am 29.08.2020

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück

Askeria: Die letzte Generation
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Piara muss mit ihrem Bruder, Souta, fliehen. Sie werden in ihrem Dorf angegriffen und es scheint etwas mit Piara und ihren Hörnern zu tun zu haben. Sie versteckt sie schon seit sie ganz klein ist und muss ...

Piara muss mit ihrem Bruder, Souta, fliehen. Sie werden in ihrem Dorf angegriffen und es scheint etwas mit Piara und ihren Hörnern zu tun zu haben. Sie versteckt sie schon seit sie ganz klein ist und muss aufpassen, dass niemand jemals davon erfährt. Auf der Flucht erfahren sie nach und nach, warum sie verfolgt werden, doch ihr Bruder will Piara nicht in die Familiengeheimnisse einweihen und so bleibt sie im Unklaren darüber, in welch großer Gefahr sie sich befindet. Sie beschließt, selbst die Wahrheit herauszufinden...

Für die ausführliche Beschreibung der jeweiligen Umgebung und Personen sowie der Eigenheiten dieser Welt, nimmt sich die Autorin sehr viel Zeit. Dank ihres malerischen Schreibstils hatte ich immer ein genaues Bild vor Augen und konnte ganz in die Geschichte eintauchen. Den Schreibstil der Autorin finde ich wirklich toll. Auch gelingt ihr ein außergewöhnlich ausgeklügeltes Worldbuilding, wobei mich vor allem die (Haupt-)Religion und ihre Entstehung und Aufrechterhaltung fasziniert haben.

Die Geschichte ist sehr komplex. Es passieren sehr viele unterschiedliche Dinge mit vielen Figuren und ich fand es schwer, den Überblick zu behalten. Auch habe ich eine ganze Weile gebraucht, überhaupt zu verstehen, worum es gehen soll. Alles ist erstmal sehr geheimnisvoll. Es gibt schon einige etwas langatmige Passagen, aber ich bin trotzdem neugierig geblieben, was nun mit Piara los ist und wollte auch mehr über die Ceri erfahren. Es gab viel herauszufinden in dieser Geschichte, aber manchmal zu wenig Ereignisse, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Ein bisschen mehr Hinweise und weniger Geheimniskrämerei hätten mir in dem Fall besser gefallen. Ständig musste man auf Enthüllungen warten, wurde ohne guten Grund hingehalten. Immer wurde von "einem Plan" gesprochen, der nicht näher erläutert wurde, oder Erklärungen auf später verschoben mit der Begründung, dass es lieber jemand anderes erzählen sollte oder jemand war noch zu müde oder am falschen Ort. Das sollte wohl die Spannung hoch halten, aber ich fand diese ständige Verschieberei eher anstrengend. Ich wollte ja wissen, worum es geht. Wenigstens annähernd :D
Auch gab es Szenen, wie beispielsweise Piaras Prüfungen und ihre Vorbereitung darauf, die jetzt nicht unbedingt die Handlung vorangetrieben haben. Manchmal ging mir einfach der rote Faden verloren. Mit der Zeit wird einiges klarer und mit den Erkenntnissen wächst auch die Spannung und das Ganze entwickelt sich doch noch zu einem aufregenden Abenteuer.

Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und sehr sympathisch. Die Beziehung zwischen Piara und ihrem Bruder, Souta, ist herzerwärmend :) Sie sorgen sich umeinander und haben einen humorvollen Umgang miteinander, welcher durch die lockeren Dialoge transportiert wird. Die Dialoge haben mir im Allgemeinen sehr gut gefallen. Auch Rigoras, den ich mal als zweiten Protagonisten identifiziert hab, mag ich gerne. Ganz besonders hat es mir Truffles angetan, was für eine süße Idee, ein Wildschwein als Begleiter auszuwählen.

Es gibt mehrere Erzählstränge - in der Gegenwart, in der Vergangenheit, von Figuren, die wir kennen und von solchen, die noch geheim bleiben sollen und zuletzt noch in Form von Gedichten - aber die zwei größten sind aus der Perspektive von Piara und aus der von Rigoras erzählt.

Letzten Endes konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Mit dem Ende hat sich für mich kein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Der Schreibstil, die Idee an sich und die Charaktere fand ich gut, daher hab ich das Buch schon ganz gerne gelesen, aber so das Grundgerüst und das, worauf alles am Ende hinausläuft, war nicht so mein Fall.

Der Cliffhanger war hart und ich könnte mir vorstellen, dass im zweiten Teil eher ein roter Faden erkennbar sein wird. Jetzt weiß ich ja, wo die Geschichte hinführen soll. Was mich im ersten Teil gestört hat, könnte im zweiten besser sein :D mal schauen...

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Auch hier wieder dieselben Schwächen, wie in den Vorgängerbänden.

Celestial City - Akademie der Engel
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Nachdem Brielle von Lucifer in die Hölle entführt wurde, versucht sie einen Weg zurückzufinden. Auf Rettung von Außen kann sie kaum hoffen, denn sie wird von all ihren Freund:innen und ihrer Familie für ...

Nachdem Brielle von Lucifer in die Hölle entführt wurde, versucht sie einen Weg zurückzufinden. Auf Rettung von Außen kann sie kaum hoffen, denn sie wird von all ihren Freund:innen und ihrer Familie für Tod gehalten. Lucifer schmiedet weiter Pläne, die Engel zu vernichten und Brielle muss dringend einen Ausweg und im Anschluss an ihre Flucht, eine Lösung finden, ihn aufzuhalten.

Der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen. Wir lernen Lucifer kennen und auch die Art in der Unterwelt zu leben, fand ich interessant. Doch dann wurde es irgendwann zäh.

Brielle hängt die ganze Zeit unten in der Hölle fest und es passiert irgendwie nichts Interessantes. Dann wiederum nimmt das Buch plötzlich an Fahrt auf und ich hing voll drin und konnte mitfiebern. Insgesamt kam es mir aber vor, als sollte das große Finale einfach noch ein bisschen hinausgezögert werden. Man hätte das ruhig schon in dieses Buch packen können. Ich fühlte mich überwiegend nur hingehalten…

Manches find ich in der Reihe auch nicht so gut ausgearbeitet. Die Charaktere, die Beziehungen und es entwickelt sich auch keine:r so richtig weiter. Diese überstürzte Verlobung, so unglaubwürdig und unnötig. Das macht ihre Beziehung auch nicht authentischer und ach keine Ahnung. Vieles wirkt überhaupt nicht durchdacht und einfach drauflos geschrieben.

Ich hatte überdies ganz vergessen, wie unnötig vulgär und gehässig ich die Sprache der Autorin teilweise finde. Das Buch lässt sich überwiegend flüssig lesen, aber über einige Stellen bin ich dann doch immer wieder gestolpert. Es bringt der Geschichte einfach keinen Mehrwert, finde ich.

Ich habe bisher jedes Buch dieser Reihe mit drei Sternen bewertet, weil es für mich immer wieder an denselben Stellen schwächelt. Sie lässt mich aber auch irgendwie nicht los. Es steckt eine spannende Idee dahinter und die Idee dieser Welt und ihrer Geschichte finde ich wahnsinnig interessant. Aber ich bin auch genervt von den Figuren und auch mit dem Schreibstil komme ich nicht so gut zurecht. Ach, ich bin echt hin- und hergerissen. Ich möchte definitiv wissen, wie es weitergeht und ich möchte unbedingt ein Happy End für alle :D Merkwürdig, weil ich am Ende der Bücher bisher immer irgendwie unzufrieden war ^^

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Veröffentlicht am 13.10.2021

"Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was sein sollte, und dem, was ist. Und privilegiert sein heißt, diese Kluft nicht wahrzunehmen"

Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Ash ist ein ganz normaler Junge. Er ist Footballspieler an einer High School. Da er weiß und hetero ist, haben ihn Ausgrenzung, Ungleichheiten und Diskriminierung nie wirklich tangiert. Und das ändert ...

Ash ist ein ganz normaler Junge. Er ist Footballspieler an einer High School. Da er weiß und hetero ist, haben ihn Ausgrenzung, Ungleichheiten und Diskriminierung nie wirklich tangiert. Und das ändert sich auch nicht, als er plötzlich der Mittelpunkt des Universums ist und mit jedem Footballspiel Teile der Welt verändert. Als er nach einem Footballspiel versehentlich die „Rassen“trennung wieder eingeführt hat, wird ihm klar, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt, alles falsch zu machen…

Ich hatte mir aufgrund der Prämisse des Buches sehr viel von der Geschichte erhofft. Es fing auch spannend an: kleine Veränderungen, große Fragen, die eine tiefgründige Geschichte ankündigten, die zum Nachdenken anregen sollte. Letzten Endes glaube ich, wollte der Autor zu viel, wollte Missstände aufzeigen und auf Ungleichheiten aufmerksam machen. Das ist ihm zwar auch in gewissem Maße gelungen, doch die Geschichte dazu hat für mich nicht so richtig gepasst. Die Message stand im Vordergrund, eine Geschichte gab es kaum.

In seinem Buch beleuchtet Shusterman Themen, wie Rassismus, Homophobie, Sexismus, toxische Beziehungen, seelischer Missbrauch usw… und all diese Themen sind wichtig und über jedes von ihnen muss gesprochen werden. Und gerade deswegen finde ich es schade, dass sie nur unzureichend behandelt wurden. Es wirkte erzwungen und nicht ausgereift. Aufgrund der Art und Weise, wie dieses Buch aufgebaut ist und wie schnell sich alles verändert, bekommen die Themen nicht genug Raum. Und ehrlich gesagt wird die Geschichte dann plötzlich auch ziemlich absurd und hat mir ca ab der Hälfte gar keinen Spaß mehr gemacht. Die (sehr guten!) Botschaften werden rausgebrüllt, sind sehr plakativ und nicht gut in die Geschichte eingearbeitet.

Ich würde gerne mehr über die Figuren erzählen, doch waren auch sie nur Nebensache und Mittel zum Zweck. Sie bekamen weder Farbe noch Tiefe noch eine nachvollziehbare Entwicklung.

Der Autor hat eine spannende Welt geschaffen. Er greift viele wichtige Themen auf und lässt sie durch Ash reflektieren und erklären. Und auch wenn sich die Welt immer wieder ändert, werden die Themen immer nur aus der Perspektive des weißen heterosexuellen jungen Mannes betrachtet, auch wenn der Autor versucht hat, die Perspektiven auszuweiten.

Was das Buch auf jeden Fall geschafft hat, ist dass ich mich schon ertappt und immer wieder angesprochen gefühlt habe. Was der Autor hier erzählt, ist wahr, es ist echt und es tut weh. Es ist leichter, wegzugucken, aber Ash wird gezwungen, genau hinzusehen. Die Konfrontation mit der Wahrheit hat mir nochmal vor Augen geführt, wie oft auch ich das Offensichtliche nicht sehe. Nicht sehen will.

So furchtbar, wie es sich jetzt in der Rezension liest, war das Leseerlebnis aber nicht. Der Schreibstil ist super, die Idee ist spannend und die Message wichtig. Meine Erwartungen an das Buch waren vielleicht übersteigert, ich weiß es nicht, aber ich denke, es wäre eben noch viel mehr drin gewesen.

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Veröffentlicht am 27.08.2021

Unterhaltsam, aber definitiv kein Highlight

Allein durch die Sterne
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Ariadne ist von einem Moment auf den nächsten völlig allein auf dem Planeten. Jedenfalls was die menschliche Bevölkerung betrifft. Online wird aber dann doch noch ein Mensch auf ihre Instagram Posts aufmerksam ...

Ariadne ist von einem Moment auf den nächsten völlig allein auf dem Planeten. Jedenfalls was die menschliche Bevölkerung betrifft. Online wird aber dann doch noch ein Mensch auf ihre Instagram Posts aufmerksam und nimmt Kontakt zu ihr auf. Die beiden wohnen nun aber leider 9000km voneinander entfernt, beschließen aber, den Weg auf sich zu nehmen und wollen sich in der Mitte - irgendwo in Russland - treffen. Denn eines wollen sie auf gar keinen Fall sein: allein.

Puh… ich stehe diesem Roman sehr ambivalent gegenüber. Die Idee hat mir gut gefallen und auch der Witz und Ariadnes Art, mit ihren Gefährten umzugehen mochte ich gerne. Sie ist plötzlich allein auf der Welt und verhält sich genauso, wie man das erwarten würde. Genauso wie ich es vermutlich auch gemacht hätte.

Aber schon den Einstieg fand ich furchtbar. Es beginnt mit belanglosen Gesprächen, unwichtige Charaktere und Hobbies werden eingeführt, sprachlich hat es mir auch gar nicht zugesagt. Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, wie das Buch wohl werden würde.

Der Moment als sie dann plötzlich allein war kam unerwartet. Ich wusste ja, dass es passieren wird, aber da war ich kurz überrascht. Gott sei Dank, denn das Teenager-Gequatsche hätte ich nicht mehr viel länger ertragen. Was mich schon zu meinem ersten Kritikpunkt führt: Offenbar ist Ariadne Studentin. Vom Schreibstil her und von ihren Gedanken und Handlungen hätte ich sie auf 13 geschätzt. Aber als 13-jährige wäre sie dann schon eine sehr junge Studentin gewesen… Das Bild, das die Autorin von der Protagonistin gezeichnet hat, war total widersprüchlich. Ich mein: wer sagt bitte „Hupen“ und „angearscht“... deswegen hab ich Ariadne ihre Mittzwanziger nicht abgekauft.

Hinzu kamen leider auch noch einige Schreibfehler, über die ich gestolpert bin. Ich weiß nicht, ob das bei der Print-Version anders ist. Das elektronische Format hatte dahingehend noch Luft nach oben.

Trotzdem kam mir die geschilderte Situation realistisch vor. Nicht die Details, wie Stromversorgung, Internet etc. Es gab da für mein Verständnis schon einige Logiklücken und teilweise dürftig recherchierte Patzer, auch was den Weg zwischen Lille und Shanghai anbelangt, aber darüber kann man hinwegsehen oder vielleicht irre ich mich da auch. Egal. Was ich meine, sind Ariadnes Gedanken und Gefühle und die Art, zu handeln. Ganz alleine zu sein. Unvorstellbar. Ohne die Tiere, die wenigstens den Anschein von Gesellschaft vermitteln, wäre sie bestimmt nach wenigen Tagen schon durchgedreht. Einsamkeit ist einfach nichts für die Menschen. Das konnte die Autorin gut vermitteln.

Ariadnes Umgang mit ihren Wegbegleitern hat mich auf der anderen Seite wieder sehr berührt. Ich konnte mich so gut hineinversetzen. Ich mochte, dass sie so ein großes Herz für Tiere hat. Die innige Freundschaft, die man zu Tieren haben kann, wird so unterschätzt. Ich würde auch niemals ohne meine Vierbeiner losstiefeln. Nirgendwohin.

Die Geschichte bleibt recht unspektakulär, kratzt nur an der Oberfläche und lässt nur wenig Spielraum für Charakterentwicklung, Spannung oder echte Gefühle. Wobei es schon einen Moment gab, der mich berühren konnte.

Eine richtige Auflösung gibt es nicht, damit muss ich jetzt wohl zurechtkommen. Aber mit dem Ende bin ich trotzdem einigermaßen zufrieden, denke ich. Vielleicht. Ich bin mir nicht sicher ^^

Ich glaube, dieses Buch ist eher was für jüngere Leser:innen. Mir hat es an allen Ecken an irgendwas gefehlt. Tiefe, Schreibstil, Entwicklung etc. Ich hätte mir von allem ein bisschen mehr gewünscht. Am Ende hat es mich aber ganz gut unterhalten und das ist ja mit das Wichtigste.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

War leider so gar nicht mein Buch

Like Gravity
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Nach einem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit, lebt Brooklyn sehr in sich zurückgezogen, hat große Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen und lässt keinen an sich heran. Doch als sie Finn ...

Nach einem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit, lebt Brooklyn sehr in sich zurückgezogen, hat große Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen und lässt keinen an sich heran. Doch als sie Finn begegnet ändert sich etwas. Ihre Mauern werden brüchig und es scheint, als könnte sie langsam ihre Vergangenheit aufarbeiten und sich das erste Mal so richtig auf jemanden einlassen.

Ich bin erstmal sehr gut ins Buch gestartet. Ich mochte die Figuren, hatte schnell eine Verbindung zu Brooklyn und auch vom Schreibstil, der die Figuren sehr sympathisch und lebendig wirken ließ, war ich direkt überzeugt. Die Idee hinter der Geschichte hat mir gut gefallen.

Auch die erste Begegnung von Finn und Brooklyn fand ich irgendwie ganz cool. Ich mochte, wie die beiden sich im ersten Moment komplett falsch eingeschätzt hatten und sich gegenseitig immer wieder überraschten.

Doch dann warf Finns Verhalten immer wieder und im Verlauf des Buches immer mehr Fragen auf. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, warum er sich so oder so verhielt. Und nachdem es immer merkwürdiger wurde, hätte ich mich an Brooklyns Stelle schnell aus dem Staub gemacht.

Mir hat die Entwicklung ihrer Beziehung nicht gefallen. Wer so besitzergreifend in eine Beziehung geht, auf eine Art besessen, das kann doch nur in einer toxischen Beziehung enden.

Finn wird körperlich bedrohlich, er schreit Brooklyn an, gibt Befehle, will Dinge wissen, die ihn nichts angehen und redet von Liebe und Anziehung, während sie grade aus einer schwierigen Situation kommt. Und anstatt schnell das Weite zu suchen, fühlt sie sich von seinem körperlichen und verbalen Angriff gar nicht eingeschüchtert, sondern erkennt, dass er recht hat und findet auch, dass die beiden zusammengehören. Solche Erkenntnisse hab ich auch immer, wenn ich gegen ein Auto gedrückt und angeschrien werde… Während er sie bedrängt und ihr sagt, dass er ohne sie stirbt, verlieben die beiden sich unsterblich ineinander. Ich weiß nicht, wie ich das einordnen soll.

Ich hatte gehofft, dass es mit Finn besser werden würde, aber er blieb besitzergreifend und herrisch. Getarnt als Fürsorge und Zuneigung, ging er ständig zu weit, ließ Brooklyn kaum Raum, engte sie ein, zwang sie dazu, sich zu öffnen, zeigte kaum Empathie für sie und ihre Situation und Brooklyn merkte es nicht. Sie sah ihn nur als Ritter in der strahlenden Rüstung... Ich konnte das einfach nicht in ihm sehen. Ich fand ihn nur anmaßend mit seinem Heldenkomplex.

Ich hab versucht, seine Besessenheit romantisch zu finden und ihre Naivität süß. Aber es ging nicht, ich habe es einfach nicht verstanden.

Was ich schön fand, war ihre Entscheidung, dass sie die traumatischen Ereignisse ihrer Vergangenheit aufarbeiten will. Brooklyn will nicht mehr ihr Leben davon bestimmen lassen, sie möchte sich aktiv ihren Erinnerungen stellen und einen Umgang damit erlernen, statt sie zu verdrängen, zumal sie sich nicht besonders gut wegschließen lassen und immer wieder an die Oberfläche drängen. Ihren Entschluss, sich dem Ganzen zu stellen fand ich extrem mutig und ich war gespannt, wie sie damit umgehen würde.

Es gab da noch einen Lichtblick: Lexi, die beste Freundin und Mitbewohnerin. Lexi ist eine tolle Freundin. Sie kann sehr egozentrisch sein, sie kümmert sich aber auch um ihre Mitmenschen. Und das Wichtigste ist, sie ist genau die richtige Freundin für Brooklyn. Sie braucht genau das, jemand, die nicht so viel nachbohrt, die da ist, ohne sich aufzudrängen und den Fokus auf ihr Leben legt, wenn Brooklyn wieder ihre Mauern hochklappt. Sie lässt sich davon nicht abschrecken. Ich liebe die beiden zusammen, sie tun sich gegenseitig so gut, ergänzen sich gegenseitig perfekt. Die beiden haben mir ein paar Gänsehaut Momente verschafft.

Der - ich nenn es mal Thriller-Aspekt - der Geschichte, hat mir leider auch nicht gefallen. Für mich hat die Geschichte hinten und vorne einfach nicht funktioniert. Dieser Aspekt kam dann noch als erschwerend hinzu. Es tut mir wirklich leid, ich wollte dieses Buch so gerne mögen, aber es hat mir einfach nicht gefallen. Der Schreibstil ist super und die Charaktere überwiegend authentisch. Das Gesamtpaket hat mich aber nicht überzeugt.

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