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Veröffentlicht am 09.02.2018

Mehr als nur die Tochter des Papstes?!

Die letzte Borgia
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Die Zeit der Renaissance in Italien hat viele starke und geschichtsträchtige Charaktere hervorgebracht, die wir teilweise auch in diesem Buch antreffen dürfen oder zumindest erwähnt werden, jedoch fällt ...

Die Zeit der Renaissance in Italien hat viele starke und geschichtsträchtige Charaktere hervorgebracht, die wir teilweise auch in diesem Buch antreffen dürfen oder zumindest erwähnt werden, jedoch fällt beim Familiennamen Borgia mein erster Gedanke nicht sofort auf Rodrigo, den späteren Papst Alexander VI., sondern eher auf Lucrezia. Sie ließ sich nicht nur von ihrem Vater als Instrument in all seinen machtsichernden Verstrickungen einsetzen, sondern machte sich auch selbst einen Namen als sehr einflussreiche Frau.

Um mit der Geschichte gut klarzukommen ist es hilfreich und definitiv von Vorteil sich im allgemeinen Leben und Geschehen des anfänglichen 16. Jahrhunderts etwas auszukennen. Wer weiß, dass der Papst nicht von allen „angehimmelt“ wurde, sondern durchaus eine große Masse an Feinden hatte, wird es beim Lesen leichter haben. Bei historischen Romanen dieser Art, die vor allem im europäischen Raum platziert sind, gehe ich einmal davon aus. Dementsprechend sieht man die zu schließen notwendigen Bande, der sich auch Lucrezia unterwerfen muss, klarer.

Mir gefällt es vor allem, diese klar zugeteilten und strukturierten Familienpositionen durch das Lesen noch näher zu durchschauen, jedoch die einzelnen und ganz individuellen Charaktere zu entdecken. Die Stärke jedes Einzelnen der Familie ist gefragt und wird auch eingefordert.

Lucrezia ist in diesem Band nicht mehr das kleine Mädchen, sondern hat bereits zwei Ehen hinter sich. Ihr Wert als politisches Instrument ist trotzdem nicht zu unterschätzen, weshalb nun eine dritte Ehe ansteht. Die Autorin hat sich viel Mühe gemacht bei ihren Recherchen und die Charaktere und deren Eigenheiten meiner Meinung nach super eingefangen. Die Verruchtheit am Hof und deren intrigantes Spiel schaffen eine ideale „Spielfläche“ für die einzelnen Personen.
Insgesamt hat mir auch sehr gut gefallen, dass das Zusammenspiel aller sozialen Einflüsse, also auch die Kunst der Zeit und auch deren Figuren sowie die anderen wichtigen „Häuser“ bzw. Familien, mit in die Geschichte eingebracht wurden.

Den Erzählstil empfand ich als recht flüssig, jedoch muss man aufgrund der vielen Geschehnisse und auch geschichtlichen Anspielungen aufmerksam dabei sein, da man sonst unnötig interessante und auch relevante Details verpasst. Wie bereits erwähnt, bin ich der Meinung, dass man besonders durch bereits vorhandenes historisches Wissen, was die Familienverstrickungen, Feinde aber auch Künstler und damals herrschende Kirchenstrukturen betrifft, das Potential dieses Buches erkennen kann und auch den vollen Genuss beim Lesen hat. Die Anspielungen auf bestimmte Kunstgegenstände sind von der Autorin wahnsinnig gut gelöst und haben bei mir das ein oder andere Lachen ausgelöst.

Lucrezia komplett gesondert von ihrer Familie zu betrachten, macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Die Strukturen machen erst das aus, was diese Borgias so berühmt, interessant und geschichtsträchtig werden ließ. Die Einflüsse gegenseitig sind äußerst wichtig. Ohne einander würde dieser geschichtliche Abschnitt wohl ganz anders aussehen.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Soziopath meets Dämon

Ich bin kein Serienkiller
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Kurzrezension:

John Wayne Cleaver ist 15 Jahre alt, ganz offiziell ein Soziopath, gelegentlicher Bettnässer, liebt es Tote einzubalsamieren und ist definitiv der Dämonenjäger meines Herzens!

Kurzrezension:

John Wayne Cleaver ist 15 Jahre alt, ganz offiziell ein Soziopath, gelegentlicher Bettnässer, liebt es Tote einzubalsamieren und ist definitiv der Dämonenjäger meines Herzens!

Veröffentlicht am 21.01.2018

Die "Rechnung" ging nicht ganz auf...

Herr Leben, die Rechnung bitte!
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Kurz zum Cover:
Eine junge Frau sitzt auf einer überdimensionalen Schachfigur, hält ein Glas Rotwein in der Hand und blickt in Richtung des Hintergrundes, der einem blauen Himmel an einem schönen Sommertag ...

Kurz zum Cover:
Eine junge Frau sitzt auf einer überdimensionalen Schachfigur, hält ein Glas Rotwein in der Hand und blickt in Richtung des Hintergrundes, der einem blauen Himmel an einem schönen Sommertag nahe kommt. Wenn man das Buch liest, versteht man sofort diese Anspielungen, jedoch ohne Vorwissen erscheint das Cover nur als nette, farbige Szenerie.

Meine Meinung zum Buch:
Ich muss sagen, dass ich mir leider etwas mehr von diesem Buch erwartet habe. Teilweise hatte ich fast gar keine Lust mehr weiterzulesen. Die Story ist voraussehbar und leider auch etwas banal. Ich möchte hierbei betonen, dass der Ausdruck „banal“ nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten muss. Nach stressigen Tagen mit zusätzlichen Überstunden bin ich meist froh über Geschichten, die mich etwas aus dem Alltag herausholen und einfach amüsieren und somit eher von banaler Natur sind. Doch teilweise ging es in diesem Buch etwas „holprig“ zu.

Die Geschichte dreht sich um Hannah, die sehr auf das zweite H in ihrem Namen besteht. Sie ist Studentin und erfüllt in diesem Buch leider eine breite Auswahl an möglichen Vorurteilen und Klischees, die man mit angehenden Akademikern verbindet. Gestresst vom Leben und der Uni geht sie des Öfteren feiern und teilt dabei gerne ihre negativen Gedanken gegenüber Pärchen, wobei eine große Portion an Neid mitschwingt.

Dies alles deutet schon sehr verdächtig auf eine näherkommende Liebesgeschichte hin. Und wie sollte es auch anders kommen, Hannah trifft auf Felix. Eine äußerst kitschige Romanze beginnt, bis Felix am 13. Januar nach Portugal fährt…

Meiner Meinung nach hat die Autorin einen sehr fließenden Schreibstil und fällt durch eigene Wortkreationen stark auf. Sarah Eder hat keine Angst vor der Bildung neuer Wörter, die dennoch zum Großteil einfach nur überflüssig wären. Ich persönlich finde, dass es sehr gewollt wirkt und absichtlich positioniert wurde. Somit soll wohl die Kreativität und das Interesse der Hauptperson an Wörtern bzw. an Sprache im Allgemeinen hervorgehoben werden. Teilweise passt es zur Verwirrtheit Hannahs perfekt, zum Großteil wirkt es nur kindisch.

Die Autorin versucht Hannahs emotionale Welt bis ins Detail zu erläutern und zu erzählen. Teilweise gelingt es auf sehr amüsante Art und Weise, manchmal zieht es sich sehr in die Länge und man hat dabei das Gefühl, dass die hinzugefügten Satzteile total unnötig sind, weil man schon längst die Intention verstanden hat. Das hat zumindest bei mir an einigen Stellen die Leselust getrübt und das Bedürfnis hervorgerufen, dass die Autorin denn endlich zu einem neuen Thema kommen sollte.

Fazit:
Ich habe mir von der Geschichte weitaus mehr versprochen, vor allem auch durch den ansprechenden Titel. Leider greift diese auf viele Klischees zurück und wirkt somit teils einfach „unspannend“ ( ). Meine nette Wortbildung an dieser Stelle weist schon auf die „kreative“ Schreibart der Autorin hin. Eigene, ungeniert gewählte Wortbildungen findet man reichlich im Buch. Der Fortgang der Geschichte ist oft bereits vorauszuahnen, dennoch kann man das Buch empfehlen, falls man vielleicht sogar selbst auf solch „künstlerische“ Ausschweifungen steht.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Nichts Neues!

Einfach gesund ernähren
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Ich habe das Buch als ebook gelesen, kann somit nichts zu irgendwelchen Abbildungen im Buch sagen. Die Planungskalender, die zu einem der wichtigsten Tools der Autorin gehören, sind jedoch abgebildet.

Gesunde ...

Ich habe das Buch als ebook gelesen, kann somit nichts zu irgendwelchen Abbildungen im Buch sagen. Die Planungskalender, die zu einem der wichtigsten Tools der Autorin gehören, sind jedoch abgebildet.

Gesunde Ernährung interessiert mich, weshalb ich immer wieder erpicht darauf bin, mein Wissen zu erweitern und neue sowie umfassendere Ansichten zu lesen. Die Einteilung des Buches in Wochenabschnitte fand ich besonders interessant, wurde jedoch leider enttäuscht. Es macht natürlich Sinn, einen Lebenswandel vom ungesunden Menschen zur "healthy person" langsam und schrittweise anzugehen, jedoch empfinde ich die Tipps als bereits zu abgetreten.
Ein paar Beispiele möchte ich nennen, jedoch fällt es mir bereits schwer, nicht alle Inhalte innerhalb ein paar Sätzen gebündelt wiederzugeben. Regelmäßig Sport in den Alltag einzubauen, bestenfalls Essenspläne zu erstellen, so dass man nicht hungrig doch in die Fast Food Falle gerät, Süßigkeiten durch gesunde Snacks auszutauschen und bereits mit gesunden Nahrungsmitteln in den Tag zu starten - wo sind hier die Neuigkeiten, die mir nicht durch einfachstes Suchen im Internet sofort entgegenspringen?

Das Buch ist nett geschrieben und vielleicht für Personen gedacht, die sich noch nie mit gesunder/gesünderer Lebensweise auseinandergesetzt haben, jedoch liefert meiner Meinung nach bereits jede gängige Frauenzeitschrift (für einen weitaus kleineren Preis) die gleichen Infos und Tipps.