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Sarah203

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2019

Ein nettes Geschichtchen, doch den Charakteren fehlt die Tiefe

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Kurzfassung

In einer Welt, in der der Adel noch das Sagen hat und Könige über das Leben ihrer Untertanen entscheiden, machen sich fünf junge Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft auf die Reise. Sie ...

Kurzfassung

In einer Welt, in der der Adel noch das Sagen hat und Könige über das Leben ihrer Untertanen entscheiden, machen sich fünf junge Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft auf die Reise. Sie alle haben verschiedene Wege vor sich und auch ihre Gründe unterscheiden sich zutiefst, doch eines haben sie gemeinsam: ihre Schicksale sind miteinander verbunden und führen sie in ein Abenteuer voller Intrigen, Angst, Verrat, Verzweiflung und Schmerz. Wer wird überleben? Wer wird siegen? Welches Königreich wird fallen? Und welches Geheimnis steckt hinter dem Dämonenrauch, dem sie alle unabhängig voneinander begegnen?


Handlung

Es ist Markttag in Tornia, der Hauptstadt vom Königreich Pitoria, in dem Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Allerlei fahrendes Volk kommt in die Stadt, um seine Waren anzubieten und so wundert es nicht, dass sich auch zwielichtige Gestalten unter die Bürger mischen. Besonders der Handel mit dem Rauschmittel Dämonenrauch floriert, auch wenn diese Droge strengstens verboten ist. Um sie zu gewinnen, töten Jäger wie Tash und Gravell Dämonen im nördlichen Teil von Pitoria, in einer unwirtlichen Gegend, dem Nördlichen Plateau.
Edyon, der Sohn einer Händlerin und Gelegenheitsdieb, begegnet währenddessen March und seinem Gefährten, die in Tornia auf der Suche nach dem unehelichen Sohn des Königs von Calidor sind.
Und auf der anderen Seite des Meeres bereitet sich Catherine, die Prinzessin von Brigant, auf ihre Hochzeit mit Prinz Tzsayn von Pitoria vor, einem Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Doch sie kann dieser arrangierten Ehe nicht entkommen, denn ihr Vater ist ein hartherziger, erbarmungsloser König, der mit Gewalt und Schrecken sein Land regiert. So wagt sie es nicht, sich ihren wahren Gefühlen zu stellen, denn eine Liaison mit ihrem Leibgardisten Ambrose käme einem Verrat an ihrem Vater gleich und würde sie den Kopf kosten.
Während die Vorbereitungen für die Hochzeit in vollem Gang sind, ziehen düstere Wolken am Horizont über Pitoria auf. Gerüchte mehren sich, dass sich Armeen an den Grenzen sammeln und ein Krieg bevorsteht. Doch was hat es damit auf sich? Wer würde dieses friedliche Land angreifen und vernichten wollen?


Charaktere

Die Geschichte in "Kingdoms of smoke - Die Verschwörung von Brigant" besteht aus fünf verschiedenen Handlungssträngen, die aus der Sicht des jeweiligen Hauptcharakters erzählt werden. So wechseln die Perspektiven zwischen den Erlebnissen der jungen Prinzessin Catherine von Brigant, ihrem Leibwächter Ambrose, der Dämonenjägerin Tash, dem Gelegenheitsdieb Edyon und dem Diener March aus dem Königreich Calidor.
Während sich die Wege der Protagonisten zunächst voneinander entfernen, treffen sie doch ohne es zu wissen unabhängig voneinander Entscheidungen, die sie nach und nach zusammenführen und ihre Schicksale miteinander verbinden.


Schreibstil

Sally Green schafft es mit ihrem flüssigen und gut lesbaren Schreibstil, die Landschaften und die unterschiedlichen Gesellschaften in den verschiedenen Königreichen bildhaft zu beschreiben. Durch den ständigen Wechsel der Handlungsstränge und Erzählperspektiven bleibt die Geschichte lebendig. Diese führt den Leser jeweils kapitelweise zusammen mit einer der Hauptpersonen durch deren Erlebnisse und verknüpft nach und nach das Schicksal des Einzelnen mit denen der restlichen Protagonisten.


Fazit

Die Geschichte in Sally Greens "Kingdoms of smoke - Die Verschwörung von Brigant" ist eine gut zu lesende Fantasyreise, die mich jedoch nicht vollständig mitreißen konnte. Es fehlt mir an Tiefe der Charaktere, die in klassischem Schwarz-Weiß-Denken entweder vollständig böse oder vollständig gut sind. Das macht viele Handlungen vorhersehbar und nimmt der Geschichte die Spannung. Auch werden rätselhafte Entwicklungen sofort aufgelöst, so dass der Leser keine Gelegenheit bekommt, selbst zu knobeln, wie wohl die Lösung aussehen könnte. Am meisten jedoch stört mich, dass problematische und gefährliche Ereignisse viel zu schnell und viel zu glatt verlaufen (zack! ist jemand tot, zack! ist der Angreifer unschädlich), was durchaus daran liegen könnte, dass die einzelnen Kapitel zu kurz sind, um die jeweilige Situation weiter auszureizen. Das alles führte bei mir dazu, dass ich mit den Protagonisten bis kurz vor Schluss nicht wirklich warm geworden bin. Während ich das erste Drittel des Buchs verschlungen habe, schleppte sich der Mittelteil ziemlich dahin, bis endlich kurz vor Schluss wieder Spannung hinein kam. Dadurch dass der Schluss des Buches offen bleibt, um auf die Ereignisse der nächsten beiden Bände hinzuarbeiten, sind noch einige Fragen der Geschichte nicht endgültig geklärt. Die Idee mit dem Dämonenrauch finde ich sehr gelungen, und sie ist auch der Grund, warum ich mich auf den nächsten Band freue und ihn unbedingt lesen werde, denn ich möchte herausfinden, was es damit weiter auf sich hat.

Insgesamt ein nettes Geschichtchen, doch ich hoffe, dass in den kommenden Bänden die Charaktere noch sehr viel mehr an Tiefe gewinnen. Von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Ein anspruchsvoller literarischer Kriminalroman mit Schwächen

Fliege fort, fliege fort
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Kurzfassung

​"Die Decke", "Der Einzug in Jerusalem", "Die Wiederverwertung" und "Der Siegelring" - solch philosophische Namen trugen die Strafen, die vor vielen Jahren im Further Kinderheim an der Tagesordnung ...

Kurzfassung

​"Die Decke", "Der Einzug in Jerusalem", "Die Wiederverwertung" und "Der Siegelring" - solch philosophische Namen trugen die Strafen, die vor vielen Jahren im Further Kinderheim an der Tagesordnung waren. Mittlerweile ist das Kinderheim geschlossen, in seinen Räumen befindet sich nun eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der Widerstand in der Bevölkerung gegen diese Institution wächst und plötzlich wird die Idylle des kleinen Touristenstädtchens durch gleich zwei Ereignisse erschüttert: ein kleines Mädchen verschwindet spurlos und ältere Menschen werden angegriffen und körperlich schwer misshandelt. Wer steckt hinter diesen Verbrechen?


​Handlung

​Das Buch erstreckt sich auf mehreren Handlungsebenen, die erst am Schluss zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden. Zum einen ist dort Doktor Horn und sein Team der Psychiatrie, zum anderen der Ermittler Kovacs und seine Kriminalisten und als Drittes das Sozialarbeiterteam des Jugendtreffpunktes Come In. Auch wenn diese drei Teams kaum Anknüpfpunkte miteinander haben, so führen sie doch unabhängig voneinander den Fall zur Lösung, bei dem jedoch nicht alle Fragen abschließend geklärt werden.


​Charaktere

​In jedem einzelnen Handlungsstrang begegnet dem Leser eine Vielzahl von Charakteren, die dazu führen, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Die Eigenheiten der Hauptprotagonisten werden liebevoll, fast schon analytisch herausgearbeitet, während andere Personen vollständig unnahbar bleiben. Sich mit den Figuren zu identifizieren fällt schwer, zumal die Erzählperspektive häufig, und das auch innerhalb der einzelnen Kapitel, wechselt und es dem Leser überlassen bleibt, sich jedes Mal neu zu orientieren und zurechtzufinden.


​Schreibstil

​Bei Paulus Hochgatterers Roman "Fliege fort, fliege fort" handelt es sich um einen literarischen Kriminal- oder Ermittlerroman, der sich allein schon durch sein herausragendes sprachliches Niveau von anderen Thrillern und Krimis ganz klar abgrenzt. Der Stil des Autors ist anfangs gewöhnungsbedürftig, entwickelt dann aber eine Kraft und Faszination, die den Leser mitreißen und die menschliche Psyche und das menschliche Handeln auf fast schon anatomische Weise sezieren und gekonnt analysieren. Die Gespräche der Personen verlaufen oft kryptisch und es sind die kleinen Zwischentöne, die die Handlung voranbringen. Jedes Wort hat seine Berechtigung und nimmt in Hochgatterers Werk punktuell und präzise genau den Platz ein, den der Autor mit Raffinesse und Wortwitz dafür vorgesehen hat.


​Fazit

​"Fliege fort, fliege fort" ist kein Buch für den Strand oder für den Abend nach einem anstrengenden Tag, denn der anspruchsvolle Stil des Autors verlangt dem Leser einiges an Konzentration und Hingabe ab. Der Leser ist hier mehr als nur Konsument, sondern aufgefordert, den Zwischentönen zu lauschen, dem Ungesagten zu folgen und sich von der Schönheit der Sprache leiten zu lassen. Wenn man sich darauf einlässt, erlebt man einen literarischen Kriminalroman auf höchstem sprachlichen Niveau. 


Trotz dieser Begeisterung für die stilistischen Fähigkeiten des Autors und seiner Raffinesse, den Leser durch Subtilität und gewollte Langsamkeit mitzureißen, kann ich dem Buch nicht die volle Punktzahl geben. Denn obgleich Hochgatterer, allen voran durch die psychologischen Erklärungen und Entwicklungen des Romans, die Protagonisten annimmt wie sie sind und vorgibt, den Menschen mit all seinen Schwächen und Fehlern so zu akzeptieren wie er ist, lässt er sich im Verlauf der Geschichte zu einem für mich nicht passenden Schwarz-Weiß-Denken ein. Er verliert sich in dem moralisch und gesellschaftlich erwünschten Pathos von den einerseits guten, bedauernswerten, geschundenen Flüchtlingen und stellt diesen die bösen, verwerflichen, verdorbenen und dummen Neonazis gegenüber, was sich sowohl in deren Beschreibungen und Handlungen als auch in den Gedanken der Beteiligten widerspiegelt. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Objektivität, mehr Distanz, mehr professionellen Abstand seitens des Autors gewünscht, denn gerade er als Psychologe sollte doch wissen, dass Menschen niemals nur Gut oder Böse sind, und dass die Hintergründe ihres Lebens das Spiegelbild ihres Daseins sind.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Ein kurzweiliger Debütroman

Das Weinen der Kinder
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Kurzfassung

Als Anke Neuhaus in die bayrische Provinz zieht, um ihren Chef beim Aufbau einer Galerie zu unterstützen, ahnt sie nicht, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert wird. Nahezu ihr gesamtes ...

Kurzfassung

Als Anke Neuhaus in die bayrische Provinz zieht, um ihren Chef beim Aufbau einer Galerie zu unterstützen, ahnt sie nicht, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert wird. Nahezu ihr gesamtes Leben gerät aus den Fugen und sie kämpft an allen Fronten: gegen ihren Exmann, das Jugendamt, ihre pubertierende Tochter und vor allem gegen die Zeit. Denn wie sich herausstellt bringen die Bilder der weinenden Kinder des berühmten Künstlers Niels Sörensen nicht den erhofften finanziellen Befreiungsschlag für die Galerie, sondern entfesseln die Wut eines Mörders, der von Rache getrieben, Ankes Leben in einen Albtraum verwandelt.


Handlung

Gleich im ersten Kapitel geschieht ein Mord, der viele Fragen offen lässt. So bleiben Motiv und Täter im Dunkeln. In den nächsten Kapiteln werden einige der Hauptcharaktere eingeführt und erste Zusammenhänge zwischen der Tat und den Personen ersichtlich. Arne M. Boehler versteht es geschickt, den Leser in die Irre zu führen und so ergeben sich viele Spekulationen und Möglichkeiten, die die Geschichte vorantreiben. Natürlich erweisen sich viele Spuren als Finten, während andere zu Antworten führen, die erneuten Platz für Spekulationen lassen. Es entstehen mehrere Handlungsstränge, die am Ende zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden.


Charaktere

Als Leser wird man mit einer Unzahl an Personen konfrontiert, die für die einzelnen Handlungsstränge von Bedeutung, jedoch nicht immer für den Ausgang des Buches von Relevanz sind. Im Mittelpunkt stehen Anke, die Galeristin, Niels, der Künstler, Jakob und Charlie, die Polizisten, und natürlich der Mörder, dessen Identität erst in den letzten Kapiteln geklärt wird.


Schreibstil

Der Roman ist gut zu lesen, die Ausdrucksweise modern. Auch schafft es Arne M. Boehler die ein oder andere Situation mit einem Augenzwinkern zu beschreiben, so dass das Buch in einigen Kapiteln echten Charme entwickelt.


Fazit

Die Idee Arne M. Boehlers, die Handlung für seinen Debütroman in der Kunstszene anzusiedeln und als Dreh und Angelpunkt der Geschichte die Gemälde von weinenden Kindern zu benutzen, hat mich sehr angesprochen. Der Roman spielt im Hier und Jetzt, was sich sowohl durch die moderne Sprache als auch durch die Beschäftigung mit aktuellen Gesellschaftsproblematiken unterstreicht. Doch genau darin liegt in meinen Augen auch eines der größten Schwächen des Buches: die Handlung vergaloppiert sich in so vielen unterschiedlichen Themenbereichen (von psychologischen Problematiken über sexuelle Nötigung, von Flüchtlingsproblemen zu Teenagerkatastrophen, von unerfüllten Lebensträumen zu Mobbing), dass jedes Gebiet nur kurz angerissen wird und die Relevanz für den jeweils Betroffenen und vor allem für den Verlauf der Story nicht mehr ersichtlich ist. Auch führt die Unmenge an Charakteren dazu, dass mir der Zugang zu ihnen gänzlich verwehrt bleibt. Ebenso wie die angesprochenen Problemfelder werden auch die Charaktere lediglich skizziert, eine Verbindung mit ihnen aufzubauen oder gar mit ihnen mitzufühlen, fiel mir im Verlauf des Buches immer schwerer. Gerade von den Hauptcharakteren hätte ich gern mehr erfahren, um ihre Intentionen und Handlungen besser nachvollziehen zu können. Während ich am Anfang des Buches noch nah an den Protagonisten war, entfernte ich mich merkwürdigerweise, je weiter die Geschichte fortschritt, immer mehr von ihnen, bis ich zum Schluss nur noch ein außenstehender Beobachter war, der distanziert das Geschehen verfolgte. Auch fehlten mir Umschreibungen, die Atmosphäre erzeugen, die Bilder im Kopf entstehen lassen und mich in die Geschichte hineinziehen. Gerade zum Schluss wirkte die Handlung sehr getrieben, so dass sie mich emotional überhaupt nicht mehr erreichte.


"Das Weinen der Kinder" besitzt sehr viel Potential, verliert sich aber in unendlich vielen Protagonisten und Problematiken. Dennoch ist es kurzweilig zu lesen, so dass ich drei von fünf Sternen vergebe und mich auf den zweiten Roman des Autors freue.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Viel Luft nach oben

Die Reise
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In dem Science-fiction-Roman „Die Reise“ von Marina Lostetter macht sich die Menschheit auf, ein geheimnisvolles Objekt im All zu erkunden, das Wissenschaftler entdeckt haben. Die Reise dorthin ist mehrere ...

In dem Science-fiction-Roman „Die Reise“ von Marina Lostetter macht sich die Menschheit auf, ein geheimnisvolles Objekt im All zu erkunden, das Wissenschaftler entdeckt haben. Die Reise dorthin ist mehrere Menschenleben lang, eine Schwierigkeit, die durch das zyklische Klonen der Besatzung gelöst wird. Doch unterscheiden sich die Generationen von Klonen, bringen ihre eigenen Besonderheiten und Vorstellungen mit, was zu unvorhergesehenen Problemen führt.

Ein spannendes Konzept, an dessen Umsetzung die Autorin meiner Meinung nach schon aufgrund der Kürze des Buches (561 Seiten) scheitern muss. Mir fiel es sehr schwer, mich in das Erleben und die Charaktere der einzelnen Klongenerationen hineinzuversetzen, da diese zu schemenhaft und nur oberflächlich beschrieben werden. Kaum hatte ich mich in die eine Klongeneration hineingefühlt, schon kam ein Zeitsprung und die nächste Generation übernahm das Geschehen. Konflikte und scheinbar ausweglose Situationen werden nicht aufgelöst, sondern durch Zeitsprünge in die Zukunft beendet, ohne dass der Leser den Lösungsweg nachvollziehen kann. Auch die vielen aufkommenden soziologischen und psychologischen elementaren Fragen des menschlichen Daseins, z.B. wer bin ich? was ist der Sinn meines Lebens?, wie gestaltet man das Leben in einer Gruppe?, werden von Lostetter zwar angerissen, jedoch aufgrund des begrenzten Seitenumfangs nur oberflächlich ausgebreitet, zumal auch noch wissenschaftliche Thematiken im Bereich von Astrophysik und Technik behandelt werden.

All diese Ansatzpunkte hätten hochinteressanten und vielschichtigen Stoff für ein mehrbändiges Epos gegeben. Schade, dass Lostetter versucht, dies alles in einem Buch zu verarbeiten. Ich habe mir mehr versprochen, hoffe aber nun auf die Fortsetzung, denn Potential ist vorhanden!

Wirklich ärgerlich sind für mich die vielen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, hier sollte bei einer Neuauflage noch einmal Zeit seitens des Verlags investiert werden.

Veröffentlicht am 08.04.2021

Der bisher schwächste Thriller von Karen Rose

Todesbräute
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Kurzfassung

Dutton, Georgia. In der Kleinstadt geht die Angst um, denn ein Serienmörder tötet junge, attraktive Frauen und legt diese in Decken eingewickelt in Gräben nahe der Stadt ab. Alle Opfer wurden ...

Kurzfassung

Dutton, Georgia. In der Kleinstadt geht die Angst um, denn ein Serienmörder tötet junge, attraktive Frauen und legt diese in Decken eingewickelt in Gräben nahe der Stadt ab. Alle Opfer wurden vergewaltigt und dermaßen brutal misshandelt, dass ihre Gesichter nicht mehr zu erkennen sind. Der Mörder hinterlässt an jedem Opfer eine Botschaft in Form eines Schlüssels: doch für wen ist diese Botschaft, und was hat sie zu bedeuten? Special Agent Daniel Vartanian trifft während seiner Ermittlungen auf lang gehütete Geheimnisse und einen Sumpf aus Eskapaden, Erpressungen und Gewalt, die in dieser Kleinstadt schon zu lange unter der Oberfläche brodeln. Als dann auch noch Alex Fallon in Dutton auftaucht, um ihre verschwundene Stiefschwester zu suchen, gerät das soziale Gefüge der Stadt vollends ins Wanken, und die Ereignisse überschlagen sich. Alle Spuren deuten darauf hin, dass die aktuellen Morde mit einem Verbrechen zusammenhängen, dass vor 13 Jahren stattfand: das damalige Opfer war ausgerechnet Alex Fallons Zwillingsschwester. Ist der Täter von damals zurückgekehrt oder stehen die Taten überhaupt nicht in Zusammenhang? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn keine Frau ist mehr sicher.

Handlung

Wie für Karen Rose typisch treibt auch im zweiten Buch der Vartanian-Reihe "Todesbräute" ein Serienmörder sein Unwesen. Der erste Mord in Dutton geschieht eine Woche nach der Beerdigung von Daniel Vartanians Bruder Simon, der im ersten Band "Todesschrei" siebzehn Menschen grausam ermordete. Während der Ermittlungen trifft Special Agent Daniel Vartanian auf Alex Fallon, die nach Dutton gekommen ist, um nach ihrer Stiefschwester Bailey zu suchen, die seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Nach und nach wird klar: die aktuellen Morde hängen mit Ereignissen zusammen, die vor dreizehn Jahren ihren Lauf nahmen, und die sowohl mit Daniel Vartanians als auch Alex Fallons Vergangenheit untrennbar verbunden sind.

Charaktere

Eigentlich gelingt es Karen Rose sonst leicht, den Charakteren ihrer Geschichten Leben einzuhauchen. Meist sind es Menschen mit Ecken und Kanten, deren Eigenheiten einem als Leser manchmal den letzten Nerv rauben und deren Handlungen und Gedankengänge nicht immer vollkommen nachvollziehbar sind. Doch das macht sie für mich normalerweise um so menschlicher. Leider verliert sich in "Todesbräute" der Plot so sehr in einer Vielzahl von Opfern, Verdächtigen und deren Verstrickungen, dass ich beim Lesen irgendwann schlichtweg den Überblick verloren habe. Da tauchen plötzlich Personen wieder auf, die 150 Seiten zuvor in einem Nebensatz erwähnt wurden, nur um jetzt der Handlung eine ach so entscheidende Wendung zu geben. Durch die schiere Anzahl an Protagonisten ist eine Charakterentwicklung, wenn überhaupt, nur rudimentär gegeben, so dass ein Mitfiebern, Mitleiden und Miterleben bei mir dieses Mal völlig ausblieb.

Schreibstil

Der Schreibstil von Karen Rose ist wie immer leicht zu lesen und hat keinerlei literarischen Tiefgang, doch das erwarte ich von einem (Lady)Thriller auch gar nicht. Ich möchte unterhalten werden und möchte das Prickeln der Spannung erleben. Dies gelingt in "Todesbräute" leider nicht, denn die Handlung wirkt dermaßen konstruiert, dass ich irgendwann nicht mehr wirklich folgen konnte. Dabei ist die Grundidee dieses Thrillers durchaus interessant, verliert sich aber wie oben schon geschrieben in einer Vielzahl von Charakteren und Verstrickungen.

Fazit

Auch in ihrem zweiten Roman aus der Vartanian-Reihe, "Todesbräute", bleibt Karen Rose ihrem gewohnten Schema treu: zwei attraktive, intelligente und liebenswerte Menschen, jeweils beeinträchtigt durch einen schweren Schicksalsschlag, treffen zufällig aufeinander und fühlen sich magisch voneinander angezogen, während eine Verbrechensserie ihren Lauf nimmt und auch vor mindestens einer der Hauptfiguren keinen Halt macht. Errettet aus größter Gefahr, bekennen sich die beiden Personen zu ihren Gefühlen und schwören, sich nie wieder loszulassen. Wer diese Vorhersehbarkeit und die stets zugrundeliegenden Liebesgeschichten innerhalb eines Thrillers mag, der ist mit einem Ladythriller von Karen Rose im Allgemeinen gut bedient. Nachdem ich bereits alle sechs Bände der Chicago-Reihe und den ersten Band der Vartanian-Reihe gelesen habe, muss ich jedoch sagen, dass "Todesbräute" für mich bisher das schwächste Buch der Autorin ist, was vor allem an den schwach gezeichneten Charakteren und dem sehr konstruierten Plot liegt. Ich musste mich dieses Mal wirklich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen und hoffe, dass der dritte Band "Todesspiele" wieder deutlich spannender und fesselnder daherkommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere