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Veröffentlicht am 19.01.2025

Dunkler Schatten über Meran

Merano fatale
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Merano Fatale ist ein Kriminalroman der Autorin Elisabeth Florin und spielt im wunderschönen Südtirol. Es handelt sich um den zweiten Band der Meran Reihe der Autorin, er kann jedoch unabhängig vom ersten ...

Merano Fatale ist ein Kriminalroman der Autorin Elisabeth Florin und spielt im wunderschönen Südtirol. Es handelt sich um den zweiten Band der Meran Reihe der Autorin, er kann jedoch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Ich selbst habe es zunächst gar nicht bemerkt, dass es sich um den Teil einer Reihe handelt und wurde auch im weiteren Verlauf des Buches nicht über den vorherigen Band gespoilert. Doch um was geht es in diesem Band?

Im schönen Örtchen Meran wimmelt es nur so von Touristen, die die malerische Landschaft und die Ruhe genießen. Doch einer dieser Touristen, der in Meran seine Kur genießen wollte, kann diese Idylle nicht mehr genieße, denn er ist tot, genauer gesagt er wurde ermordet. Ein solches Verbrechen passt natürlich nicht in diese Urlaubsregion, schreckt es doch nur die Touristen ab. Daher ist es Ispettore Emmeneggers Aufgabe die Tat schnell aufzuklären und den Täter dingfest zu machen, damit die Ruhe wieder hergestellt werden kann. Emmenegger macht sich sofort an die Arbeit, jedoch ist es schwierig einen Täter zu ermitteln bei der Menge an Menschen, gibt es doch auch zunächst kein richtiges Motiv. Die Ermittlungen gestalten sich daher schwierig, bis plötzlich seine zukünftige Schwiegermutter vor ihm steht und ein Geständnis ablegt. Doch das Geständnis ist lückenhaft, sodass Emmenegger widerstrebend seine Wanderschuhe gegen Lackschuhe tauscht und beginnt in der feinen Gesellschaft zu ermitteln, eine Welt die ihm doch sehr fremd ist.

Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich kann mir vorstellen noch weitere Bücher von ihr zu Lesen. Der Schreibstil ist sehr malerisch, sodass mich die Beschreibungen der Landschaft ins Träumen versetzt haben. Ich selbst war vor Jahren in Meran und beim Lesen sind längst vergessene Erinnerungen wieder aufgetaucht. Auch war der Schreibstil eher einfacher gehalten, was mir persönlich lieber ist, da so der Lesefluss nicht durch komplexe Satzgefüge gestört wird.

Das Ermittler-Duo, bestehend aus Ispettore Emmenegger und seiner Verlobten Eva Marthaler, wurde von der Autorin liebevoll gestaltet, wobei ich die Dialoge besonders gelungen fand. Die Charaktere wurden sehr authentisch gestaltet, sodass es mir sehr viel Vergnügen bereitet hat ihre Ermittlungen und privaten Angelegenheiten zu verfolgen. Spannung kam auch hier nicht zu kurz, denn der Täter bleibt hier lange unerkannt, trotz des frühen Geständnisses. Ich selbst habe begeistert mitgerätselt, muss aber auch zugeben, dass sich die Spannung kontinuierlich gesteigert hat, es aber auf diesem Weg auch ein, zwei Stellen gab, die etwas langatmig waren und etwas kürzer hätten ausfallen können. Diese haben aber nur einen kleinen Teil des gesamten Buches ausgemacht und waren auch nicht langwieriger als in anderen Kriminalromanen, dennoch ist es das i-Tüpfelchen, das noch verbessert bzw. gesteigert werden könnte, um diesen Roman bzw. folgende Romane perfekt abzurunden und sie zu einem ausgezeichneten Kriminalroman zu machen.

Das Buch hat mir viele angenehme, aber auch spannungsvolle Lesestunden beschert und ist nicht nur für Südtirol-Fans ein Muss, sodass ich es guten Gewissens jedem Krimi-Fan weiterempfehlen kann und natürlich auch solchen Lesern, die es noch werden wollen.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Renate Bergmann nimmt kein Blatt vor den Mund

Aber nach drei Strophen ist Schluss!
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Schon oft habe ich die Bücher von Renate Bergmann, alias Torsten Rohde, gesehen und nur Gutes gehört. Jetzt war es nun auch bei mir so weit und ich habe mein erstes Buch der „online-Omi“ gelesen, mein ...

Schon oft habe ich die Bücher von Renate Bergmann, alias Torsten Rohde, gesehen und nur Gutes gehört. Jetzt war es nun auch bei mir so weit und ich habe mein erstes Buch der „online-Omi“ gelesen, mein erstes und es werden bald noch weitere folgen.

In diesem Band freut sich Rentnerin Renate Bergmann auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Renate, die noch vom alten Schlag ist, liebt Tugenden wie Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit und so ist es nicht verwunderlich, dass sie schon im Laufe des Jahres alle Geschenke beisammenhat und lange vor Weihnachten Silber und Gläser feinsäuberlich poliert sind…da könnte sich so mancher ihrer Nachbarn eine Scheibe abschneiden, findet zumindest Renate. Dem baldigen Fest steht also nichts im Wege, wäre da nicht dieser Aushang von der Hausverwaltung im Flur, der Renate so gar nicht gefällt: Es wird renoviert und was das bedeutet ist ja klar, Dreck, Unordnung und Lärm, alles was man vor dem Fest nicht gebrauchen soll. Doch neben Plätzchenbacken findet die Online-Omi noch reichlich Zeit um aufzuräumen.

Die rüstige Rentnerin Renate ist nicht auf den Mund gefallen und statt wie andere Rentner am Fenster zu hängen und die Leute zu beobachten, packt sie mit an, was nicht heißt, dass sie nicht auch gern die Leute vom Fenster aus beobachtet. Und Renate Bergmann hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe und teilt diese auf humorvolle, unterhaltsame Weise ihren Mitmenschen mit. Dabei spricht sie alles aus, was andere zurückhalten, weil sie sich nicht trauen, was eine besondere Komik mit sich bringt. Oft musste ich während dem Lesen schmunzeln, denn die spricht offen aus, was andere denken, ohne etwas zu beschönigen, etwas erfrischend Anderes. Die Handlung des Buches unterscheidet sich dabei deutlich von der handelsüblichen Literatur, was die Bücher über Renate Bergmann zu etwas einzigartigem macht. Der Schreibstil ist dabei auch etwas anders als gewohnt, denn das Buch ist so aufgebaut, dass Renate Bergmann ihren Lesern erzählt wie es ihr in der Vorweihnachtszeit ergangen ist, auch wenn sie dabei manchmal etwas abschweift und mit uns ihre Ansichten auf gewisse Themen im Leben teilt, oft bringen diese einen zum Lachen, aber manchmal regen sie auch zum Nachdenken an.

Ein wirklich tolles Buch voller Humor und Witz, dass man nicht nur zur Weihnachtszeit lesen kann. Mir hat es sehr gefallen und ich bin schon gespannt auf das nächste Buch das ich über Renate Bergmann lesen werde.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Die Dämmerung wartet

Vor uns die Dämmerung
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Ich muss zugeben, dass ich mir nach dem Klappentext eine ganz andere Geschichte vorgestellt habe, eine etwas leichtere, freue mich aber, dass die Geschichte so ganz anders war. Nicht nur der Überraschungsmoment, ...

Ich muss zugeben, dass ich mir nach dem Klappentext eine ganz andere Geschichte vorgestellt habe, eine etwas leichtere, freue mich aber, dass die Geschichte so ganz anders war. Nicht nur der Überraschungsmoment, sondern auch die Tiefe der Story hat mich gecatched.

Protagonistin dieser Geschichte ist Emery. Auch wenn der Tod ihrer Zwillingsschwester Logan Jahre her ist, spürt sie ihren Verlust jeden Tag, denn ihre Mutter kann den Tod ihres Kindes nicht verkraften und Em hält es bei ihr einfach nicht mehr aus. Daher wagt sie einen Neuanfang bei ihrem Vater und dessen neuer Familie. Als wäre die ganze Situation nicht schwer genug, macht ihr Stiefbruder Kaiden ihr es nicht leicht, dennoch fühlt Em sich irgendwie zu ihm hingezogen. Was Kaiden jedoch nicht weiß, Em leidet ebenfalls unter der chronischen Krankheit die ihrer Schwester schon das Leben gekostet hat.

Ich denke über das schöne Cover muss ich nicht viel sagen, die Farben harmonieren perfekt miteinander und passen zum Titel. Durch den Klappentext hatte ich wie schon bereits erwähnt mir eine etwas abweichende Handlung vorgestellt, jedoch wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Die Thematik einer chronischen Krankheit hat mich nicht nur emotional berührt, sondern war auch sehr interessant und aufschlussreich. Als Leser lernt man, dass man niemanden vorverurteilen darf und auch wenn jemand jung und gesund aussieht, heißt das nicht, dass er das auch ist. Man wird durch das Lesen wachgerüttelt in Bezug auf Vorurteile und wie sehr sie die betreffende Person verletzten kann, obwohl diese doch nur die Wahrheit sagt, für die sie nichts kann.

Die Autorin hat die knallharte Realität eingefangen ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die Situation zu beschönigen oder ein Ende fernab der Realität, so schlimm sie auch sein mag. Der Schreibstil der Autorin hat mich total in den Bann gezogen. Die Mischung aus Gefühlen und Emotionen gepaart mit ungeschönten Szenen einer Krankheit, hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und waren voller Spannung, sodass ich einfach weiterlesen musste. Die Charaktere wurden liebevoll von der Autorin gestaltet, sodass sie eine gewisse Tiefe besitzen, die das Buch noch lesenswerter macht.

Insbesondere durch Emery wurde die Geschichte so lebendig. Em musste schon viel im Leben ertragen, den Tod ihrer Schwester, die daraus resultierende Verzweiflung und Distanz ihrer Mutter, der Vater verlässt die Familie und hat eine neue Familie und allen voran leidet auch sie unter Lupus. Zu ihrem Leid nehmen viele Menschen in ihrer Umgebung ihre Krankheit nicht ernst und denken sie übertreibt, denn ein junger Mensch kann ja schließlich nicht so krank sein, doch Em weiß sie täuschen sich alle. Man erkennt als Leser schnell ihre Stärke und ihre kämpferische Seite und ich habe riesigen Respekt vor ihr gehabt, während ich ihre Geschichte verfolgt habe. Es hat nicht viele Seiten gebraucht und ich habe sie in mein Leserherz geschlossen.

Kaiden hat zwar mit der Zeit meine Sympathie gewonnen, jedoch nicht so sehr wie Em. Er ist ein schwieriger Charakter, der sehr verschlossen ist, sodass es eine Zeit dauert bis man ihn als Leser entschlüsseln kann. Während man typischerweise am Anfang sowas wie Verachtung oder Missgunst empfindet, schlagen die Emotionen mit der Zeit auf die positive Seite um, jedoch wurde ich bis zum Schluss nicht ganz warm mit ihm. Ja auch er hat sein Päckchen mit sich zu tragen, aber dieses ist klein im Vergleich zu Emerys und ich finde er sollte sich ein Beispiel an ihr nehmen und mehr Stärke zeigen. Dennoch war es schön, ihn als Buchcharakter kennenlernen zu dürfen.

Während des Lesens habe ich eine emotionale Achterbahnfahrt durchgemacht und sämtliche Gefühle sind in mir hochgekommen. Die Geschichte hat sich so emotional gelesen, dass sogar ich eine Träne nicht zurückhalten konnte, weshalb ich dieses Buch jedem empfehlen kann, der gefühlvolle aber auch unbeschönigte Geschichten liebt.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Liebe vergeht nicht einfach mit der Zeit

Still missing you
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Vor ein paar Jahren habe ich die Royal Reihe von Valentina Fast verschlungen. Lange Zeit habe ich nichts mehr von ihr gehört, was auch daran lag, dass ich mich dem Genre New/Young Adult zugewandt hatte. ...

Vor ein paar Jahren habe ich die Royal Reihe von Valentina Fast verschlungen. Lange Zeit habe ich nichts mehr von ihr gehört, was auch daran lag, dass ich mich dem Genre New/Young Adult zugewandt hatte. Als ich gesehen habe, dass die Autorin, die mich vor Jahren so sehr begeistert hat, nun ihren ersten Roman in meinem Lieblingsgenre veröffentlicht hat, war mir klar, dass ich das Buch einfach lesen muss. Natürlich war ich auch ein bisschen skeptisch, ob Valentina Fast auch in diesem Genre einen guten Roman abliefern würde und so viel vorweg, sie scheint auch dieses Genre zu beherrschen.

Der Roman dreht sich um Hazel, die nach dem Tod ihrer Großmutter in ihre alte Heimat, aus der sie vor Jahren vor ihrer ungeliebten Pflegemutter geflohen ist, zurückkehrt. Auf der Beerdigung trifft sie auf ihre drei Pflegegeschwister, von denen sie sich einst im Stich gelassen gefühlt hat wieder, jedoch handelt es sich nicht um ein freudiges Wiedersehen, da alte Gefühle wieder hochkommen. Allen voran die Enttäuschung über ihren Pflegebruder Derek, in den sie sich vor Jahren verliebt hat und der ihr das Herz gebrochen hat. Keine Frage, dass Hazel so schnell wie möglich zurück nach New York möchte, jedoch macht ihre verstorbene Großmutter Betty ihr aus dem Jenseits einen Strich durch die Rechnung, denn bei der Testamentsverkündigung kommt raus: Betty hat den vieren ein renovierungsbedürftiges Hotel hinterlassen, einziger Haken, um das Erbe zu erhalten, müssen die vier Pflegegeschwister das Hotel gemeinsam renovieren.

Das Cover ist wieder einmal schön gestaltet, wie es so oft im New/Young Adult Bereich der Fall ist. Die Farbgebung Bronze/Hellblau/Weiß harmoniert in meinen Augen perfekt und erweckt in mir ein angenehmes, harmonisches Gefühl. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, jedoch war ich bei dem Thema Liebe zwischen Pflegegeschwistern etwas skeptisch. In meinen Augen können sich Bruder und Schwester doch nicht in einander verlieben, jedoch wird schnell klar, dass die beiden nicht zusammen aufgewachsen sind, sodass meine Zweifel schnell zerstreut wurden. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Hazel und Derek geschrieben, obwohl es mir vorkam, dass der Hazel Teil überwiegt. Der Wechsel war jedoch nicht zu häufig, sodass es auch nicht zu anstrengend wurde und für mich war es sehr interessant beide Seiten zu lesen. Dadurch, dass der Name über den jeweiligen Kapiteln stand, weiß der Leser immer, wessen Sicht er gerade liest, auch wenn das oft auch aus dem Inhalt klar wird.

Hazel ist eine mutige und willensstarke junge Dame, vor der ich gewaltigen Respekt habe. Nach jahrelanger Schikane seitens ihrer Pflegemutter, packt sie einfach ihre sieben Sachen und haut ab in eine neue Stadt, ohne jemanden zu kennen und schlägt sich ganz alleine durch. Ich wünschte ich wäre auch so schlagfertig wie Hazel und würde mir nichts gefallen lassen. Obwohl Hazel in vielerlei Hinsicht das komplette Gegenteil von mir ist, habe ich sämtliche Gefühle mit ihr zusammen durchlebt, sodass ich ihre Trauer gespürt habe und mit ihr gelitten habe, aber auch mit ihr gelacht habe und ihre Hoffnung gespürt habe. Hazel ist ein Charakter, der seine Gefühle offen zeigt, weshalb ich sie einfach in mein Leserherz schließen musste.

Derek ist da schon eine andere Nummer, er ist ein zurückhaltender, vorsichtiger Mensch, sodass er manchmal seine Gefühle selbst vor den Lesern verborgen hat. Mir war schnell bewusst, dass sein Herz am richtigen Fleck sitzt, auch wenn ich ihn nicht nur einmal Schütteln wollte oder ihn Klatschen wollte. Trotz allem hat auch er sich in mein Herz geschlichen, auch wenn es länger gebraucht hat.

Der Rest der Familie, die aus noch aus den Pflegegeschwistern Ryan und Amber besteht, hat ebenfalls gemischte Gefühle in mir hervorgerufen. Man merkt schnell, dass sich alle vier Pflegegeschwister nach einer richtigen Familie wünschen, es aber auf Grund ihrer Vergangenheit nicht wirklich hinbekommen. Vor allem Amber hat mich so oft aufgeregt und war mir sehr unsympathisch und vor allem unfair gegenüber Hazel, sodass ich sie lange Zeit regelrecht gehasst habe, aber die Autorin schafft es doch immer, dass ich am Ende anderer Gefühle habe, als zu Beginn. Ryan hat mir da schon besser gefallen und ich hätte gerne mehr Szenen mit ihm gehabt und hoffe, dass er im Folgeband präsenter ist, denn er ist einfach liebenswürdig und ein süßer Bruder.

Nicht nur die Familienmitglieder wurden lebendig und authentisch gestaltet, sondern auch die vielen Nebencharaktere. Auch wenn Betty schon zu Beginn der Handlung tot ist, musste ich so oft über ihre Art lachen und konnte sie mir in Gedanken lebhaft vorstellen, so eine Oma hätte ich auch gerne, ihr Tod hat mich wirklich sehr getroffen. Aber auch der Rest der Hexen von Eastwood ist einfach genial. Ich habe die alten Frauen mit ihrer bissigen, aber dennoch liebevollen Art sofort in mein Herz geschlossen und die beiden verbleibenden Hexen haben mich nicht nur einmal zum Lachen gebracht, hoffentlich gibt es in Band 2 mehr Auftritte von den beiden. Auch Olivia, Hazels Freundin aus Kindheitstagen und das Hotnessbuch der beiden ist einfach zum Schreien komisch, mehr möchte ich nicht verraten 😉. Die Szenen mit ihr und Hazel haben mich jedoch sehr berührt, es ist einfach so schön zu lesen, dass wahre Freundschaft auch nach jahrelanger Trennung bestehen bleibt, so als wäre kein Tag vergangen.

Es gibt natürlich noch so viele weitere liebenswürdige und schrullige Personen in dieser typischen Kleinstadt, in der es keine Geheimnisse gibt, die ich nicht alle aufzählen kann, aber man spürt richtig die Liebe zum Detail, mit der die Autorin die Charaktere ausgearbeitet hat. Am spannendsten und emotionalsten ist natürlich der wachsende Familienzusammenhalt, der jedoch auf einem wackligen Gerüst steht und nicht nur einmal heftig zum Wanken gebracht wird. Eine klare Leseempfehlung für alle New/Young Adult Fans und solche die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 26.04.2022

Suche nach sich Selbst

Sommerreise ins Glück
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Nach „Das Haus am Orangenhain“ ist dies mein zweiter Roman der Autorin und auch hier durfte ich wieder einen herrlichen Sommerroman lesen, gepaart mit ein paar ernsthaften Themen, der mir schöne Lesestunden ...

Nach „Das Haus am Orangenhain“ ist dies mein zweiter Roman der Autorin und auch hier durfte ich wieder einen herrlichen Sommerroman lesen, gepaart mit ein paar ernsthaften Themen, der mir schöne Lesestunden beschert hat.

In diesem Roman treffen die beiden Frauen Deira und Grace aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein können und beide ihr Päckchen zu tragen haben. Deira, die ihre Wünsche immer hintenangestellt hat, wurde von ihrem langjährigen Lebenspartner für eine andere verlassen. Nun steht sie alleine da und merkt zudem, dass ihre biologische Uhr tickt, was für sie ein großes Problem darstellt. Kurzerhand klaut sie das Auto ihres Ex-Partners und fährt auf die nächste Fähre nach Frankreich. Dort begegnet sie Grace, die vor kurzem ihren Mann verloren hat, der ihr diese Reise mitsamt Rätseln hinterlassen hat, die sie nun lösen muss. Wie es der Zufall will, verbringen die beiden ihre Reise durch Frankreich bis nach Spanien gemeinsam und lernen dabei mehr über sich selbst.

Allein das wunderschön gestaltete Cover weckt in einem das Gefühl von Urlaub, aber auch die Sehnsucht. Auch der Klappentext ist so geschrieben, dass man sofort hat mit Deira und Grace gemeinsam auf Reisen zu gehen. Der malerische Schreibstil hat mir wieder besonders gefallen, die Landschaften werden so detailgetreu beschrieben, dass man sie sich vor dem inneren Auge vorstellen kann. Auch wird in einem die Reiselust geweckt und insbesondere die Orte in Spanien wurden so traumhaft beschrieben, dass sie nun auf meiner endloslangen Reiseliste stehen. Auch liest sich das Buch schön flüssig, was an dem einfachen, heiteren Schreibstil liegt und so sind die Seiten nur so dahingeflogen. Natürlich hat der Roman neben dem Urlaubsflair auch ein bisschen Tiefgang, jedoch ist dieser geschickt in die Geschichte eingebaut, sodass es an keiner Stelle zu schwer lastig war, sondern es herrschte genau die richtige Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Wohlfühlstimmung.

Grace ist eine wundervolle und liebenswerte Person, die mir richtig ans Herz gewachsen ist. Ihre Entwicklung hat mir ganz besonders gefallen, denn ich ist auf dieser Reise endlich aus sich selbst rausgekommen und hat sich selbst näher kennengelernt, nachdem sie jahrelang immer für ihre Familie da war. Ich fand es herrlich, wie sie endlich beginnt an sich zu denken und nur für sich zu leben. Deira konnte mein Herz hingegen nicht erobern und an mancher Stelle war sie etwas nervig. Natürlich konnte ich nachvollziehen, dass sie sich ein Kind wünscht und nun ihre biologische Uhr ticken hört, jedoch war das bei ihr wie ein Zwang, der nach ihrer Trennung aufgetaucht ist. Plötzlich sieht sie in jedem Mann einen Fruchtbarkeitsgott, was nicht nur die Männer und Grace nervig fanden. Sie merkt es ja selbst, jedoch war es etwas too much, aber man muss ja nicht jeden Charakter lieben und dadurch wird die Geschichte auch nicht schlechter. Die Rätsel waren meiner Meinung nach viel zu schnell gelöst und auch das Ende der Reise kam viel zu schnell, ich hätte noch viel mehr Zeit mit den beiden in Spanien verbringen können. Aber auch Zuhause angekommen, haben die beiden nach ihrer kleinen Selbstfindungsreise, die Suche nach dem Glück selbst in die Hand genommen.

Ein wirklich schöner Roman, den man am besten in der Sonne liest, aber Vorsicht, nach dem Lesen kann es gut sein, dass man am liebsten ins nächste Reisebüro rennt oder online die nächste Reise bucht 😉

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