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Veröffentlicht am 15.09.2016

Verzweifelte Mutter sucht ihr Kind

Remember Mia
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Verzweifelte Mutter sucht ihr Kind

Remember Mia ist ein Thriller von Alexandra Burt und bei dtv erschienen

Estelle Paradise ist überglücklich, als sie ihre Tochter Mia nach der Geburt das erste Mal im ...

Verzweifelte Mutter sucht ihr Kind

Remember Mia ist ein Thriller von Alexandra Burt und bei dtv erschienen

Estelle Paradise ist überglücklich, als sie ihre Tochter Mia nach der Geburt das erste Mal im Arm halten darf. Dieses kleine perfekte Wesen raubt ihr den Atem. Alles scheint perfekt, so vergöttert ihr Mann Jack die Kleine auch genauso wie Estelle selbst. Doch nach kurzer Zeit ändert sich die Situation. Estelle ist überfordert, Mia weint zuviel, ist ständig unzufrieden. Estelle schiebt das auf ihre Unzulänglichkeit, eine Depression bahnt sich an. Doch niemand erkennt das Problem. Jack geht zwar mit ihr zum Arzt, da er merkt das etwas nicht stimmt, aber dieser Arzt verschreibt lediglich Medikamente die Estelle nicht helfen. Jack zieht sich zurück, und überlässt Estelle ihren Problemen. Als die 7 monate alte Mia dann spurlos verschwindet, passiert das unfassbare. Estelle meldet es nicht, da sie an sich selbst zweifelt. Sie weiß nicht, ob sie ihr eigenes Kind vielleicht verlegt hat. Als sie dann meilenweit von ihrem Wohnort aus ihrem Autowrack geborgen wird, leidet sie an Amnesie. Alle Verdächtigen nun die eigene Mutter. Doch diese weiß selbst nicht genau, was passiert ist, und ob sie vielleicht wirklich mit dem verschwinden Mias zu tun hat.

Remember Mia ist ein Thriller, der für mich den Thrill nicht überzeugend rüberbringen konnte. Erst ab der Seite 200 empfand ich eine leichte Spannung. Es war interessant zu lesen wie Estelle ihre Gefühle beschreibt die sie ihrer Tochter gegenüber entwickelt. Die Selbstzweifel ob sie ihrem Kind nun was angetan hat oder nicht. Aber eine wirklich spannende Geschichte war es in meinen Augen nicht. Das Ende ist stimmig und diese Entwicklung habe ich nicht vorhergesehen, so dass ich mich am Ende des Buches gute unterhalten gefühlt habe. Die Hauptperson Estelle wurde sehr authentisch rübergebracht. Die restlichen Personen wie Jack, ihr Mann beispielsweise, blieben mir verschlossen.

Ich bin mit einer sehr hohen Erwartung an diesen Thriller herangegangen, da ich sehr viel positives gehört hatte. Doch leider kann ich in diesem Fall nur 3 gutgemeinte Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Geschichte, zwei Sichtweisen

Eine treue Frau
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Eine treue Frau von Jane Gardam ist ein Roman und im Hanser Verlag erschienen

Bei diesem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Reihe. Im ersten Band wird die Geschichte des Richters ...

Eine treue Frau von Jane Gardam ist ein Roman und im Hanser Verlag erschienen

Bei diesem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Reihe. Im ersten Band wird die Geschichte des Richters und Kronanwalts Edward Feathers erzählt. Der in Hongkong geboren wurde, und dann als Raj-Waise nach Wales ging, um dort eine renommierte Schule zu besuchen. Im weiteren Verlauf des Buches wird seine weitere Laufbahn geschildert.

Der zweite Teil wird aus der Sicht von Edwards Frau Betty dargestellt. Das ist insofern interessant, als das sie für vieles andere Beweggründe hatte als Edward. Vieles was im ersten Band noch im Dunkeln blieb, wird nun aufgeklärt. Die beiden Romane sind miteinander verknüpft, sie ergänzen sich perfekt, und bilden somit am Ende eine komplette Einheit. Im Grunde ist der Roman genauso aufgebaut wie der erste, sogar einige kurze Dialoge sind identisch.

Der Roman kommt mit wenig Charakteren aus, und diese werden von der Schriftstellerin sehr überzeugend dargestellt. Allen voran Betty, die ihre Liebe zu Edward auf eine harte Probe stellt. Edward, der typisch britisch eher kühl und sachlich agiert, in allen Lebenslagen. Veneering, der Rivale Edwards, mit seinem Sohn Harry, der für Betty ihr ein und alles ist, um nur die wichtigsten zu nennen.

Lediglich einige Szenarien wirken ein wenig unglaubwürdig, der Zufall spielt einmal zu oft eine große Rolle. Dennoch konnte mir das den Lesespaß nicht verderben. Ich mag Gardams Art, wie sie das Leben ihrer Figuren Revue passieren lässt.

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, es war für mich etwas Neues, etwas vergleichbares wie in diesen beiden Bänden habe ich bisher nicht gelesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der vierte Teil, rasant wie immer

Himmelschlüssel
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Himmelschlüssel von Kristina Ohlsson ist der vierte Teil der Reihe um Fredrika Bergmann und erschienen im Limes Verlag

Fredrika arbeitet in diesem Teil beim Justizministerium. Alex Recht, ihr damaliger ...

Himmelschlüssel von Kristina Ohlsson ist der vierte Teil der Reihe um Fredrika Bergmann und erschienen im Limes Verlag

Fredrika arbeitet in diesem Teil beim Justizministerium. Alex Recht, ihr damaliger Vorgesetzter und Kollege ist weiterhin beim Kriminalamt. Doch dieser Fall bringt die beiden beruflich wieder näher, denn sie müssen sich mit 4 Bombendrohungen und einer Flugzeugentführung auseinander setzen. Die Mitarbeit beider Ämter ist somit gefragt.
Vor allem für Alex Recht ist es eine schwierige Situation, denn sein Sohn Erik sitzt in der bedrohten Maschine als Co-Pilot. Recht hat den Tod seiner geliebten Frau, die vor etwa einem Jahr starb, noch nicht überwunden, und muss nun fast hilflos zusehen wie sein Sohn ins Unglück stürzt.
Die Forderung der Terroristen ist brisant. Zum einen erwarten sie , dass die schwedische Regierung die Abschiebung von Zakaria Khelifi verhindert. Doch dieser ist verdächtig an einigen terroristischen Machenschaften beteiligt zu sein. Zum anderen erwarten sie, dass die Amerikaner das Gefangenenlager Tennyson Cottage in Afghanistan auflösen. Nun muss schnell eine Lösung her, denn sonst müssen knapp 400 unschuldige Menschen sterben. Und es bleiben nur wenige Stunden, denn dann hat die Maschine keinen Treibstoff mehr.......

Dieser Teil der Reihe brachte einige Neuerungen. Fredrika und Alex arbeiten nicht mehr zusammen, und Peder Rhyd ist aus dem Dienst ausgeschieden. Er fehlt, er war der Rebell in der Gruppe. Dennoch erzeugt dieser Fall wieder das Gefühl, dass das Gespann Bergmann und Recht glänzend miteinander harmoniert.
Privat musste Alex einiges durchmachen. Im Gegensatz zu Fredrika, bei der alles gut lief. Spencer, ihr langjähriger Geliebter, und sie haben geheiratet und zwei gemeinsame Kinder. Nach der Auszeit in New York, nimmt sie die Anstellung im Justizministerium in Stockholm an, da ihr die Polizeiarbeit zu anstrengend war und sie deshalb nicht wieder in den aktiven Dienst möchte.
Mir haben die Charaktere bereits im ersten Teil gut gefallen. Nun, nachdem sie sozusagen mitgewaschsen sind, gefallen sie mir noch besser. Ich mag es nicht, wenn Figuren sich nicht weiterentwickeln. Ohlsson verleiht den Protagonisten durch ihre Entwicklung eine gewisse Tiefe, die mich sehr anspricht.

Der Thriller war sehr rasant. Beschränkte sich doch alles komprimiert auf einige Stunden. Der Leser durfte fast minutiös verfolgen, wie die Ermittlung mitsamt den Recherchen von statten ging. Es blieb wenig Raum für privates, es wurde nur hier und da ein wenig angeschnitten. Das habe ich ein wenig vermisst.
Die Entwicklung, die die Story nahm, war für mich überraschend, dennoch zeichnete es sich schon sehr früh ab.
Kristina Ohlsson griff während des Buches auch den Terroranschlages des 11.9.2001 auf. Ein sehr heikles Thema, auf das sie in meinen Augen sehr sensibel reagiert hat.

Meine Bewertung von 4 Sternen spornt hoffentlich zum lesen dieses Thrillers an, denn diese Reihe ist wirklich gelungen. Es ist zu hoffen, dass die Reihe noch um viele weitere Bände aufgestockt wird. Daumen hoch!