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Veröffentlicht am 03.03.2021

Familienfeier auf dem Hirschgrund

Der Tod braucht keine Sonnencreme
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Im fünften Teil der Reihe um Sofia und ihren Campingplatz geht es trotz Kriminalfall wieder sehr humorvoll zu. Dafür sorgt unter anderem Evelyn, deren neuer Spleen ist die Wahrsagerei mittels Tarot Karten ...

Im fünften Teil der Reihe um Sofia und ihren Campingplatz geht es trotz Kriminalfall wieder sehr humorvoll zu. Dafür sorgt unter anderem Evelyn, deren neuer Spleen ist die Wahrsagerei mittels Tarot Karten mit passendem Outfit. Damit möchte sie in der beginnenden Saison die Gäste begeistern. Ein Cafe in dem verfallen Bootshaus wäre aber auch nett. Auf ihre eloquente Art arbeitet sie wie immer an ihren Interessen, vorbei an Sofia, deren Bedenken sie wie immer mit einem netten „Achwas Schätzchen“ einfach beiseite wischt.
Sofia hat den Platz etwas früher geöffnet, da Horst Willemsen seinen 70sten Geburtstag mit seiner Familie dort zu feiern wünscht. Den Dauercampern bleibt das natürlich nicht verborgen, sie sind ebenfalls vor Ort.
Kurze Zeit später liegt das Geburtstagskind tot am Steg am See. Es kommt heraus, dass keins der vier Kinder ihn mochte. Nicht jeder ist so, wie er vorgibt zu sein. Nach und nach tauchen neue Motive auf. Es gibt einige lustige und interessante Wendungen, manches kann man sich als Hörer vor dem Kommissar Jonas und Sofia denken, dies ist so beabsichtigt und sorgt für Schmunzler. Wie immer gerät Sofia in Bedrängnis, weil sie einfach zu neugierig ist und Jonas regt sich darüber auf.
Yara Blümel liest wie immer gekonnt und vermag es die Stimmung und den Humor gut rüberzubringen. Es gelingt ihr allen Charakteren einen Wiedererkennungswert zu geben, auch einmalig auftretende Campinggäste, wie die kleine Elisa, die immer durch die falsche Seite des Fernglases schaut, sind liebevoll gestaltet. Toll was eine Stimme vermag.
Der Kriminalfall ist in diesem Teil sehr gut und nachvollziehbar angelegt und kommt ohne Brutalität und Blut aus. Das Privatleben der bekannten Hauptpersonen entwickelt sich weiter, ebenso wie das Klohäusel im Umbau, man trifft alte Bekannte und wird nett unterhalten. Da das Leben Sofias einen wesentlichen Teil des Hörbuches ausmacht, ist es zu empfehlen die Reihenfolge der Teile beim Hören einzuhalten, aber man kann natürlich auch ohne Vorkenntnisse gut folgen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Bankraub in Fredenbüll

Rollmopskommando
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Thies und Nicole machen diesmal Jagd auf Bankräuber im ruhigen Fredenbüll. Die Beute von 4000€ scheint den Mord an der zufällig in der Bank anwesenden Zahnärztin nicht zu rechtfertigen. Was ist hier wirklich ...

Thies und Nicole machen diesmal Jagd auf Bankräuber im ruhigen Fredenbüll. Die Beute von 4000€ scheint den Mord an der zufällig in der Bank anwesenden Zahnärztin nicht zu rechtfertigen. Was ist hier wirklich geschehen? Schnell finden sich diverse Motive von unterschiedlichen Menschen, als ein weiterer Mord geschieht. Thies und Nicole ermitteln in alle Richtungen und erfahren dabei von Drogen, alten Beutewerten, Waffendepots und vielem mehr. Wie immer lebt der Plot von den Schrullen der Dorfbevölkerung, die sich täglich in der "Hidden Kist" einfindet und munter mit ermittelt, dabei genießen die meisten den neuen Renner der Saison von Antje, den Rollmopsburger. Am Ende gibt es diesmal sogar einen spektakulären showdown im Edekamarkt von Fredenbüll, das Blei fliegt nur so durch die Luft.
Nicht ganz ernst zu nehmender Küstenkrimi, der von Hinnerk Schönemann unterhaltsam eingelesen wurde. Den vielen Charakteren hat er eigene Stimmen und Sprechweisen zugeordnet, eine Unterscheidung der Einzelnen gelingt so sehr gut. Die Stimmung der Personen, insbesondere die schnippische arrogante Art der verdächtigen Professorengattin kommen super rüber. Man sieht in den prekären Situationen förmlich Thies Kuhblick vor sich.
Nette Unterhaltung, die nicht die ganze Aufmerksamkeit fordert und Spaß macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Tote Tante als Getränk und im übertragenen Sinne....

Dreimal Tote Tante. Ein Küstenkrimi
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In Fredenbüll schwimmen Leichen im Güllebecken und ein totes Schwein. Der Bauer weiß von nichts, außer vielleicht beim Schwein, aber das ist auch nur zu vermuten. Gut das Thies eine Fortbildung zum Thema ...

In Fredenbüll schwimmen Leichen im Güllebecken und ein totes Schwein. Der Bauer weiß von nichts, außer vielleicht beim Schwein, aber das ist auch nur zu vermuten. Gut das Thies eine Fortbildung zum Thema Profiling von Serientätern besucht hat, da kann er jetzt so richtig aus dem Vollen schöpfen. Nicole verdreht dazu nur die Augen. In der Hidde Kist wird munter mitgerätselt. Als dann auch noch Renate, die Pensionswirtin verschwindet, beginnen die Dinge sich zu überschlagen und Alle suchen mit. Dann verschwindet auch noch eine Touristin und Mandy, der Neuzugang aus Sachsen im Ort. Immer weitere Opfer finden sich, der Fall wird durch die Beteiligung eines dänischen Ermittlers international, Thies ist begeistert. Privat geht es natürlich auch wieder drunter und drüber, die Zwillinge machen erste Erfahrungen mit Freunden, gehen auf ihr erstes Festival und kommen Nachts nicht nach Hause. Heike ist völlig aufgelöst. Und wer ist der Vater von Nicoles Baby, die Kommissarin ist im fünften Monat, wilde Tipps werden abgegeben. Die komplette Belegschaft von Stehtisch 1 ist mit von der Partie und die Landfrauen überraschen mit einer neuen Einnahmequelle. Diese Folge wurde vom Autor eingelesen. Nach Bjarne Mädel und Hinnerk Schönemann macht er seine Sache sehr gut und schafft es allen Beteiligten einen eigene Stimme zu geben, das sächsisch der Mandy ist toll gelungen. Ein bisschen zu wilder Fall für Fredenbüll, aber als Unterhaltung nebenbei sehr gut. Es werden diverse Klischees auf die Schippe genommen, der Humor geht eindeutig über den Kriminalfall.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Hashtag: Bleib mal cremig Papa

Backfischalarm. Ein Inselkrimi
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Die Zwillinge von Thies und Heike gehen auf Klassenfahrt nach Amrum. Das Wetter lässt zu wünschen übrig, dennoch turnen alle möglichen Leute auf Deck der Fähre herum. Kurz vor Ankunft wird ein Toter entdeckt. ...

Die Zwillinge von Thies und Heike gehen auf Klassenfahrt nach Amrum. Das Wetter lässt zu wünschen übrig, dennoch turnen alle möglichen Leute auf Deck der Fähre herum. Kurz vor Ankunft wird ein Toter entdeckt. Die Schüler knipsen und posten was das Zeug hält. Thies und Nicole haben endlich wieder einen Fall, diesmal auf Amrum. Die Belegschaft der Hidde Kist ist auch vor Ort, man gönnt sich ein paar Tage Urlaub von einem Wettgewinn. Sie leisten tatkräftige Unterstützung, denn schließlich sind Thies und Nicole nur die kleine Besetzung. Es geschehen weitere Morde und einige Schüler und Lehrer rücken in den Fokus. Es gibt aber jede Menge weitere Verdächtige und skurrile Begebenheit. Trotz allen Humors war es diesmal etwas viel und damit knapp übers Ziel hinausgeschossen. Das Hörbuch wurde wieder vom Autor selbst eingelesen, was gut gelungen ist. Seine Charaktere erkennt man mittlerweile an der Stimme.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2021

Gwangju - Aufstand 1980

Menschenwerk
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Han Kangs „Menschenwerk“ spielt 1980 in Gwangju, Südkorea und berichtet vom Gwangju-Aufstand, bei dem Studentenproteste vom Militär niedergeschlagen wurden.
Der Junge Dong-ho versucht zunächst die Leiche ...

Han Kangs „Menschenwerk“ spielt 1980 in Gwangju, Südkorea und berichtet vom Gwangju-Aufstand, bei dem Studentenproteste vom Militär niedergeschlagen wurden.
Der Junge Dong-ho versucht zunächst die Leiche seines beim Aufstand getöteten Freundes zu finden. In den folgenden Kapiteln werden die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven von unterschiedlichen Personen berichtet. Danach werden die weiteren Lebenswege der Menschen, die mit Dong-ho während des Aufstandes in Verbindung standen, erzählt. Nach und nach werden dadurch Teile der Geschehnisse offenbart und am Ende fügt sich ein schlüssiges Bild zusammen, was in den Tagen des Aufstandes genau passiert ist.

Han Kang gibt jeder Person mit einem Kapitel eine Stimme und schildert einfühlsam und überzeugend deren Geschichte und Gefühle. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert detailliert und eindringlich Bilder von Leichenbergen und Foltermethoden. Sie geht auf Themen wie Schuld, Vergebung, Tod und Leben mit dem Tod von geliebten Menschen ein.
Mich machte hier Vieles fassungslos, immer wieder finde ich es unglaublich, wozu Menschen fähig sind. Die hier geschilderte Gewalt ist historisch belegt und damit ist dieses Buch ein Zeitzeugnis, eine Mahnung und ein Aufruf gegen die Gewalt und das Vergessen.

Der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen, hinterlässt Eindruck und macht noch lange nach dem Lesen nachdenklich.
Mir hat auch gut gefallen, dass man als (westlicher) Leser/in nicht nur etwas über koreanische Geschichte, sondern auch über die koreanische Kultur lernt.

  • Cover
  • Erzählstil
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