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Veröffentlicht am 24.02.2020

spannendes und berührendes Fanatasyabenteuer

Endling (1)
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Katherine Applegate hat mit „Endling“ einen tollen Fantasy-Reihenauftakt geschrieben, der uns begeistert hat. Das Königreich Nedarra wurde detailreich angelegt und ausgestaltet, so dass sich der Leser ...

Katherine Applegate hat mit „Endling“ einen tollen Fantasy-Reihenauftakt geschrieben, der uns begeistert hat. Das Königreich Nedarra wurde detailreich angelegt und ausgestaltet, so dass sich der Leser alles gut vorstellen kann. Unterstützt wird das von dem wunderschönen Cover, auf dem die Hauptfiguren abgebildet sind, sowie von der Karte im Innenteil. Die Welt, ihre Regeln und Kreaturen werden im Text gut vorgestellt und bieten mal etwas Neues.

Die Hauptfigur Byx gehört zu dem letzten Rudel Dalkins, das sich in den Ebenen Nedarras versteckt. Dalkins haben die besondere Fähigkeit, Lügen zu erkennen, das gefällt nicht Jedem, aber auch wegen ihres schönen Fells werden sie gejagt. Als Byx einen unerlaubten Ausflug macht, rettet sie einen Wobbyk namens Tobble. Die Beiden freunden sich an. In der Zwischenzeit wird das Rudel Dalkins abgeschlachtet. Byx möchte kein Endling, also das letzte Individuum einer Rasse, sein. Sie will eine schwimmende Insel finden, auf der nach einer Legende noch weitere Dalkins leben sollen. Auf der spannenden Reise findet sie weitere Freunde, u.a. Khara, ein Menschenmädchen, Gambler, ein Felijaga (katzenähnliches Tier) und Renzo, den Dieb. Die Gruppe wächst zusammen und besteht viele Abenteuer und Gefahren, denn schon bald geht es nicht nur um Byx Suche, denn der Herrscher Murdano versucht sich die Welt zu unterwerfen.

Das Buch ist in fünf Teile untergliedert, die sich wiederum in einzelne Kapitel aufteilen. Die Titel sind gut gewählt, machen neugierig ohne zu spoilern.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Byx erzählt, so dass man einen guten Einblick in ihre Gedanken bekommt.
Die Hauptfiguren sind sehr detailliert gezeichnet, man bekommt einen klaren Eindruck von ihrem Aussehen und ihren Persönlichkeiten. Aber auch die Nebencharaktere wurden gut angelegt. Auch Nedarra mit seinen unterschiedlichen Orten konnte ich mir problemlos vorstellen. Mein Kopfkino hatte alle Hände voll zu tun. Der Erzählstil war ansprechend und mitreißend, der Text ist für Kinder ab 11 Jahren geeignet und zu bewältigen, aber auch für Erwachsene noch spannend zu lesen.
Schön finde ich, dass auch ein aktueller Bezug zu unserer Welt geliefert wurde. Zusammenhalt und echte Freundschaft, kreative Lösungen, Ausgrenzung, Verfolgung und Artenschutz sind Themen, zu denen man durchaus Gesprächsanregungen finden kann, wenn man das Buch gemeinsam mit einem Kind liest und anschließend darüber spricht. Dies steht aber nicht im Vordergrund, sondern ist nur eine Möglichkeit.
Auf jeden Fall hat man mit diesem Buch eine tolle Unterhaltung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Fantasy mögen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Teil und sind gespannt was für Abenteuer da noch kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Olga - eine besondere Frau

Olga
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Bernhard Schlink erzählt in dem Roman "Olga" die Geschichte einer besonderen Frau. In armen Verhältnissen aufgewachsen, die Eltern früh verloren und bei einer Großmutter aufgewachsen, die das Kind nicht ...

Bernhard Schlink erzählt in dem Roman "Olga" die Geschichte einer besonderen Frau. In armen Verhältnissen aufgewachsen, die Eltern früh verloren und bei einer Großmutter aufgewachsen, die das Kind nicht wollte, hat sie beständig ihren eigenen Weg gesucht und verfolgt. Gegen alle Widerstände hat sie gelernt, sich ein Stipendium erarbeitet und schließlich eine Ausbildung zur Lehrerin absolviert. "Ich werde mich nicht anpassen, nicht unterordnen." (Olga S. 241) Sie war gewissermaßen ein Freigeist, ihrer Zeit voraus. Die Ablehnung, die ihr dadurch entgegenschlug, konnte sie mit ihrer Bodenständigkeit ertragen. Sie hat Gesellschaft und Politik auf ihre eigene Art beurteilt. "...wie Deutschland´s Größe eine aufgeblähte Kinderei ist. ...Nichts wird im Krieg ...bleiben, nichts, und niemand wird Deutschland das große Gewand lassen, das es gar nicht braucht."(S. 259)
Sie hat viele Schicksalsschläge hingenommen, 2 Weltkriege überlebt. Ihre große Liebe und deren Verstecken prägen ihr Leben.
Olga hatte keinen Trost, "...sondern meinte, das Leben sei eine Kette von Verlusten, und ich müsse beizeiten lernen, meinen Frieden damit zu machen." S. 132
"Wir waren geduldiger als ihr, ...Wir mussten warten lernen. ... ihr denkt, der andere sei verfügbar. In der Liebe ist der andere nie verfügbar."S.133
Der Roman ist in drei Teile untergliedert und etwas spröde geschrieben. Im Mittelteil hat er kleine Längen. Dies passt schon zu Olga - zu ihrer Art - wird aber nicht jeden Leser begeistern. In dem dritten Teil gibt es nochmal Aufschluss für die ersten beiden Teile.
Insgesamt nicht ganz "rund" und nicht für jeden geeignet. Trotz des langen historischen Kontextes kaum geschichtliche Fakten, dies war wohl auch nicht die Intention des Autors, er hat Olgas Geschichte lesenswert erzählt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Leckerer Mittagstisch

Eschi Fieges Mittagstisch
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Meine Familie isst leidenschaftliche gerne Fleisch. Ich suche immer wieder nach interessanten Alternativen, dabei bin auf dieses Buch gestoßen. Die Aufmachung hat mich gleich angesprochen. Das mit Lebensmitteln ...


Meine Familie isst leidenschaftliche gerne Fleisch. Ich suche immer wieder nach interessanten Alternativen, dabei bin auf dieses Buch gestoßen. Die Aufmachung hat mich gleich angesprochen. Das mit Lebensmitteln bemalte Cover sowie die "gefaltete Tischdecke" als Extracover fand ich niedlich. Das Ding ist natürlich zu schade zum benutzen...
Eschi Fiege kocht in Wien, das ist klasse, wir lieben diese Stadt. Die Rezepte sind aber nicht klassisch wienerisch ;-/
Das Buch ist ansprechend bebildert. Die Fotos machen Lust aufs Essen und damit inspirieren Sie zum nachkochen.
Bei den meisten Rezepten könnte ich gleich loslegen, auf allzu rare Zutaten wird verzichtet. Es ist für mich immer ein wichtiger Punkt, dass die Zutaten gut erhältlich und nicht zu exotisch sind.
Die wichtigsten Grundrezepte sind kompakt am Ende zusammengefasst, so hat man sie auch für Eigenkreationen mal fix zu Hand. Sehr Praktisch!
Wir haben schon vieles nachgekocht. Meine Kinder essen am liebsten die Erbsensuppe mit Ingwer und den Gemüsetarte.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 24.02.2020

Klasse Debüt zur Afro-Amerikanischen Geschichte

Heimkehren
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Ein großartiges Buch zu einem schweren Thema. Yaa Gyasi schafft es, den Leser zu fesseln, zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Man konnte bei bester Unterhaltung viel Neues lernen und das Thema Rassentrennung ...

Ein großartiges Buch zu einem schweren Thema. Yaa Gyasi schafft es, den Leser zu fesseln, zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Man konnte bei bester Unterhaltung viel Neues lernen und das Thema Rassentrennung von einer neuen Warte aus kennenlernen, die unter die Haut geht. Auch heute noch sind diese Probleme aktuell und sind zudem zur Zeit übertragbar: so viele Menschen werden entwurzelt und müssen auf einem anderen Kontinent einen Neuanfang wagen, sie werden manchmal ähnliche Gefühle und Probleme haben, wie es hier beschrieben wird.
Die Geschichte beginnt mit zwei Halbschwestern, die sich niemals kennenlernen, ihre Lebenswege verlaufen getrennt voneinander. Eine bleibt in Afrika, ihre Familie verdient zunächst am Sklavenhandel. Die Andere wird als Sklavin nach Amerika verschifft. In jedem Kapitel wird eine Person näher beschrieben, jeweils Nachfahren der Schwestern. So lernt man über 7 Generationen immer eine Person in Afrika und eine in Amerika kennen, vom 18. Jahrhundert bis heute.
Viele verschiedene Schicksale, Zeiten, Gefühle und Lebensumstände. Die Idee ist gut und wurde toll umgesetzt. So ist es der Autorin gelungen, vieles zu erzählen ohne sich zu verzetteln. Von mir gibt es hierfür ein klare Leseempfehlung.
Das Cover passt zum Buch, dies erschließt sich, wenn man die letzten Kapitel liest. Das Buch wirkt sehr wertig, die orangene Inneneinbindung und das Lesebändchen runden den guten Eindruck ab.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein Buch gegen das Vergessen

Wo die Freiheit wächst
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In dem Briefroman wird die Zeit vom 13. März 1942 bis 14. Februar 1943 sehr lebendig geschildert. Die meisten der Briefe schreibt die Kölnerin Lene Meister, eine 16 jährige Frisörauszubildende an ihre ...

In dem Briefroman wird die Zeit vom 13. März 1942 bis 14. Februar 1943 sehr lebendig geschildert. Die meisten der Briefe schreibt die Kölnerin Lene Meister, eine 16 jährige Frisörauszubildende an ihre Freundin Rosi in Detmold (später in Schlesien), an ihren Bruder Franz, der als Soldat an der Ostfront dient und ihren Freund Erich, sowie an den jüngeren Bruder Kalli. Die Briefe, die sie ihrerseits erhält, komplettieren das Bild aus dem kriegsgeschüttelten Deutschland.
In den Briefen beschreiben die jungen Leute ihr Umfeld und ihre Erlebnisse, teilen ihre Anliegen, Ängste, Nöte und auch die wenigen schönen Dinge miteinander, andere Kommunikationsmittel und Informationswege gab es damals kaum. Auf diese Weise kommen die einzelnen Charaktere selber zu Wort, beschreiben unterschiedlichste Erlebnisse und vor allem ihre Sichtweise, der Leser kann ihre Entwicklung hautnah erleben.
Erschütternd sind die glühenden Briefe des jungen Kalli, der durch die HJ zu einem treuen Gefolgsmann Hitlers wurde.
Am Anfang schreibt Lene noch viel über ihren Alltag und die allnächtlichen Bombenangriffe, die sie im Keller überstehen müssen. Die zunehmende Zerstörung stellt die Bevölkerung täglich vor neue Probleme, persönliche und materielle Verluste sind zu verkraften, das tägliche Leben muss immer aufs Neue organisiert werden.
Als sie Erich kennen und lieben lernt ändert sich der Grundtenor. Er gehört zu den Edelweißpiraten, eine Gruppe von Jugendlichen, die sich nicht an die geltenden Regeln anpassen wollte. Sie wollen über ihre Freizeit und Freiheit selbst bestimmen, sie ergreifen auf ihre Art die Initiative. Lene schließt sich ihnen an und ist mit ihren Äußerungen nicht vorsichtig genug, offensichtlich werden die Briefe mitgelesen, was Ärger für alle Beteiligten bedeutet.
Franz gibt Briefnachrichten über Judenerschießungen lieber einem Vertrauten mit nach Hause, anstatt sie er Post anzuvertrauen. Aus seinen Briefen erfährt man vieles von der Ostfront.
So schlimm die Zeiten waren, Personal für die Überwachung und Unterdrückung stand zur Verfügung. Privatsphäre, Briefgeheimnis und eine eigene Meinung gab es nicht.
Dem Autor ist es mit diesen fiktiven Briefen sehr gut gelungen ein authentisches Zeitgeschehen darzustellen.
Die Gefahren der Zeit und das Leid der Bevölkerung werden für den Leser deutlich spürbar, ich hoffe das dieses Buch von vielen Menschen gelesen wird und es gegen das Vergessen wirkt, damit solche Zeiten nie wieder in anbrechen.
Eine Lektüre, die mich betroffen und nachdenklich zurück lässt und noch lange beschäftigen wird

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere