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Veröffentlicht am 01.06.2020

Selten so gelacht bei einem Buch!

Hex Files - Hexen gibt es doch
14

Vergesst die anstrengenden Übungen im Fitness-Studio für den Bauch: Bei diesem Buch kommen die Bauchmuckis von ganz allein - ich hab lange nicht mehr so viel gelacht bei einem Roman! Worum es geht? Das ...

Vergesst die anstrengenden Übungen im Fitness-Studio für den Bauch: Bei diesem Buch kommen die Bauchmuckis von ganz allein - ich hab lange nicht mehr so viel gelacht bei einem Roman! Worum es geht? Das erzählt euch Ivy Wilde. Die recht unkonventionelle Ich-Erzählerin flog einst aus dem großen Hexenorden und mogelt sich nun mit magischen Runen und Jobs als Taxifahrerin durchs Leben. An ihrer Seite Kater Brutus, der mit seinen launischen Kommentaren Ivy gern auf Trab hält. Ihre Nachbarin Eve ist da das komplette Gegenteil von Ivy: Joggen statt Sofa, Disziplin statt Bequemlichkeit und beste Aussichten auf eine Karriere beim Hexenorden. Dennoch ein liebenswerter Charakter, weswegen Ivy auch gerne Eves Wohnung und Katze versorgt, als Eve beruflich verreisen muss. Lange Rede, kurzer Sinn: Durch eine Verwechslung wird Ivy magisch an Adeptus Exemptus Raphael Winter gebunden, einen Ermittler des Hexenordens, der nicht grad für seinen empathischen Führungsstil bekannt ist. Nicht nur, dass Ivy jetzt diesen sexy, überperfekten Karrierehengst an der Backe hat - sie muss zudem zurück in den Hexenorden, obwohl sie sich geschworen hat, nie wieder einen Fuss dort hinein zu setzen. Begeistert ist keiner der Beteiligten - doch ihr erster Fall wartet bereits auf sie, und Ivy und Winter merken schon bald, dass sie ein besseres Team sind, als sie zunächst dachten...
Das Buch ist einfach genial! Mit Ivy und Winter prallen zwei Charaktere aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ivy weiß, sich bequem durchs Leben zu mogeln und hat ihre Ambitionen, Größeres zu erreichen, irgendwann verloren. Dennoch ist sie recht pfiffig und zudem alles andere als auf den Mund gefallen, was Winter schnell feststellen muss - und was er bisher nicht gewohnt war. Während alle anderen respektvoll vor ihm kuschen, sagt Ivy freiheraus, was sie denkt. Ironie und Sarkasmus nicht ausgeschlossen. Dennoch merkt der karriereorientierte Ermittler recht schnell, was in seiner Praktikantin für Talente verborgen liegen. Und auch Ivy kitzelt so nach und nach eine sympathischere Variante von Winter hervor.
Ein sehr gelungener Einstieg die Serie um das gegensätzliche Ermittlerduo Ivy und Winter mit einem verzwickten, spannenden Fall ebenso wie jeder Menge Humor und flotten Sprüchen. Absolute Leseempfehlung!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 01.08.2019

Nervenzerreissender Thriller auf hohem kriminalpsychologischen Niveau

Jagd auf die Bestie
3

Der zehnte Hunter-und-Garcia-Thriller hat es in sich. Lucien Folter, Hunters einstiger Studienkollege und psychopatischer Serienmörder aus dem sechsten Band „Die stille Bestie“, ist die Flucht aus einem ...

Der zehnte Hunter-und-Garcia-Thriller hat es in sich. Lucien Folter, Hunters einstiger Studienkollege und psychopatischer Serienmörder aus dem sechsten Band „Die stille Bestie“, ist die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis geglückt. Der Meister der Manipulation und Verkleidung ist nicht nur bereit, seine tödlichen Studien fortzuführen, sondern er will vor allem eines: Rache! Rache an Robert Hunter, seinem früheren Freund, der ihn hinter Gitter brachte. Doch zuvor genießt er sein perfides Katz- und Mausspiel mit den Ermittlern.
Auch wenn Autor Chris Carter empfiehlt, zuvor „Die stille Bestie“ zu lesen, ist dieser Band problemlos ohne Vorkenntnisse verständlich. Viele Informationen, wer Lucien Folter ist und in welchem Bezug er zu Profiler Robert Hunter steht, sind in den Roman eingebaut. Vor allem bei den Psychospielchen zwischen Lucien und Robert war sehr gut die kriminalpsychologische Ausbildung des Autors erkennbar, beide Charaktere sind hochintelligent und bewegen sich auf entsprechendem Niveau. Auch die Tötungsarten, welche Lucien im Roman anwendet, sind aussergewöhnlich und teilweise erschreckend schonungslos bis nervenzerfetzend.
Ein bis zum Schluss nervenzerreissender Thriller auf hohem kriminalpsychologischen Niveau!

Veröffentlicht am 28.08.2019

Ein nicht ganz ernst zu nehmender, schwarzhumoriger Krimi

Achtsam morden
2

Björn Diemel ist 42, erfolgreicher Strafverteidiger, Vater einer kleinen Tochter - und ein Mörder. Aber nicht irgendein Mörder! Vielmehr hat er die Männer, welche allesamt Dreck am Stecken hatten, unter ...

Björn Diemel ist 42, erfolgreicher Strafverteidiger, Vater einer kleinen Tochter - und ein Mörder. Aber nicht irgendein Mörder! Vielmehr hat er die Männer, welche allesamt Dreck am Stecken hatten, unter Beachtung der Regeln für ein achtsames Leben unter die Erde gebracht. Naja, oder wohin die Toten eben jeweils entsorgt wurden. Und das alles, um ein besserer Vater und Ehemann zu sein. Also doch gar nicht so schlimm, oder?

"Achtsamkeit ist nicht »Leben und leben lassen«. Achtsamkeit ist: »Lebe!« Und so ein Imperativ kann schon mal Auswirkungen auf das unachtsame Leben anderer haben." (Zitat S. 24)

Zur Rettung seiner Ehe wird Worcaholic Björn von seiner Frau zu einem Achtsamkeits-Coach geschickt, um seine Work-Life-Balance wieder ins Lot zu bringen. Von den neu erlernten Regeln will sein Dauer-Mandant jedoch nichts wissen und funkt ihm einfach dazwischen. Zumindest versucht er es. Doch Björn findet einen Weg, sein geplantes Familienwochenende trotzdem in die Tat umzusetzen. Für den Großkriminellen leider mit tödlichem Ausgang...
Das Buch ist definitiv schwarzhumorig. Björn erzählt kurz vorweg, wie er zu seinem Work-Life-Balance-Coach kam und verdreht anschließend sämtliche Achtsamkeitsregeln so, wie sie ihm am besten in den Kram passen. Von Kapitel zu Kapitel wird er immer wagemutiger und kreativer. Einige Szenen wirken fast schon absurd komisch, während an anderer Stelle sein Pragmatismus die Oberhand gewinnt. Da alles aus Björns Sicht erzählt wird, rückt er selbst sich natürlich ins rechte Licht, während er andere Personen gern durch die zynische Brille betrachtet und einiges bestimmt etwas überspitzt darstellt.
Sehr gefallen hat mir, wie jedes der 37 Kapitel mit einem Tipp für ein achtsames Leben beginnt. Diese Tipps sind so sortiert, dass Björn im jeweiligen Kapitel Bezug darauf nimmt und schwarzhumorig alles so verdreht, dass seine folgenden Verbrechen auf positive Art entschuldigt sind. Dabei ist seine Logik manchmal einfach zu komisch. Auch dem Autor muss ich an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen, wie er es geschafft hat, diesen nicht ganz ernst zu nehmenden Krimi mit den Regeln der Achtsamkeit zu verbinden. Nur, um diese Regeln einmal völlig neu zu interpretieren. Überhaupt ist der Roman sehr unterhaltsam geschrieben. Karsten Dusse schafft es glatt, dass dem Leser Björn mehr oder weniger sympathisch wird, obwohl er genaugenommen alles andere als dies ist, wenn man mal darüber nachdenkt. Aber das war mir beim Lesen egal, ich habe mich köstlich über Björns schwarzen Humor und seine kreativen Ideen amüsiert. Und zusätzlich 37 Tipps für ein achtsames Leben dazu bekommen. Vielen Dank für diese hervorragende Unterhaltung!

Veröffentlicht am 15.01.2021

Spannend und realistisch

Vakuum
1

In naher Zukunft: Mehrere Phänomene im Weltraum führen zu erschütternden Erkenntnissen. Das antarktische Neutrino-Teleskop, mit welchem z. B. Supernovae detektiert werden, empfängt vermehrt Signale, Sterne ...

In naher Zukunft: Mehrere Phänomene im Weltraum führen zu erschütternden Erkenntnissen. Das antarktische Neutrino-Teleskop, mit welchem z. B. Supernovae detektiert werden, empfängt vermehrt Signale, Sterne verschwinden und eine Mondlandung wird in letzter Sekunde abgebrochen, als plötzlich ein fremdes Raumschiff im interstellaren Raum auftaucht.
Dieser Science Fiction Roman kann sich sehen lassen. Der Autor hat bereits bestehendes Wissen, Überlegungen und Konzepte zu einer durchaus realistischen Dystopie verknüpft. Der Roman beginnt mit ersten Beobachtungen, deren Bedeutung sich zu einer Gefahr für die Menschheit entpuppt. Sehr interessant ist die Lösung, welche der Autor den Menschen in seinem Roman zukommen lässt, um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern. Dabei wurden sowohl technische wie auch logistische, politische und soziale Punkte gut durchdacht dargestellt.
Das Geschehen wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven erzählt: Zum einen von der Physikerin Susan Boyle, welche zu Beginn in der antarktischen Forschungsstation tätig ist, zum anderen von Astronaut Colin Curtis. Insgesamt ist die Anzahl der Hauptcharaktere recht übersichtlich, was ich als angenehm empfand. Die physikalischen und technischen Themen wirken fundiert, die gesellschaftlichen Auswirkungen konnten mich ebenfalls überzeugen. Die Handlung selbst ist durchweg spannend und abwechslungsreich. Schade ist, dass der Roman schwerpunktmässig aus amerikanischer Sicht geschrieben ist. Auch ist die Übersetzung stellenweise nicht ganz gelungen. Falsche Satzbildung wie „das macht Sinn“ oder Kindergarten-Begriffe wie „Anziehsachen“ sollten in guter Science Fiction nicht vorkommen.
Insgesamt ein spannender und realistisch wirkender Science Fiction Roman mit einer sehr guten wissenschaftlichen Basis, wenn auch leider primär aus amerikanischer Sicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Mäßig interessante Fortsetzung der Trilogie

Serafin. Das Kalte Feuer
1

Serafin ist der Nachfolger der Merle-Trilogie von Kai Meyer und erzählt die magische Geschichte rund um Merle, Junipa und Serafin weiter. Allerdings setzt die Handlung eine Weile nach Ende der Merle-Trilogie ...

Serafin ist der Nachfolger der Merle-Trilogie von Kai Meyer und erzählt die magische Geschichte rund um Merle, Junipa und Serafin weiter. Allerdings setzt die Handlung eine Weile nach Ende der Merle-Trilogie an.
Merle und Junipa haben bereits auf der Suche nach Merles Vater einige Welten durch die magischen Spiegel besucht und landen nun in einem alternativen Venedig, in welchem der dortige Serafin und seine geflügelte Katze Cagliostra in den Kanälen der Stadt nach Schätzen suchen, sobald sich das Wasser auf unerklärliche Weise zurückzieht. Vieles ist hier anders, statt der Sphinx-Göttin gibt es eine Katzen-Göttin und eine weitere, finstere Merle bedroht sie ebenso wie die mysteriösen Kartographen, welche in der Spiegelwelt leben.
Hauptcharakter ist diesmal Serafin, der mit Cagliostra einen pfiffigen Sidekick an seiner Seite hat. Auch Junipa bekommt endlich eine größere Rolle, während Merle für meinen Geschmack erstaunlich blass blieb. Die Magie ist diesmal ein wenig anders und die Handlung gefiel mir zunächst ganz gut, konnte mich aber im Laufe der Erzählung, als es um die Suche des Herzens von Venedig ging, nicht vollauf überzeugen.
Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Simon Jäger, der die verschieden Charaktere gekonnt interpretiert und der Erzählung die passende Atmophäre verleiht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere