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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2017

Verträgliche Rezepte bei Intoleranzen

Happy Healthy Food – Histaminfrei, glutenfrei, laktosefrei kochen
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Das Buch "Happy Healthy Food" richtet sich primär an Personen, welche sich frei von Histamin, Gluten und/oder Laktose ernähren müssen oder den Verdacht haben, etwas davon nicht zu vertragen. Wer sich nicht ...

Das Buch "Happy Healthy Food" richtet sich primär an Personen, welche sich frei von Histamin, Gluten und/oder Laktose ernähren müssen oder den Verdacht haben, etwas davon nicht zu vertragen. Wer sich nicht sicher ist, dem empfiehlt Nathalie Gleitmann nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen und erstmal alles drei in der Ernährung wegzulassen und dann langsam nacheinander die drei Bestandteile wieder zu sich zu nehmen und den Körper dabei zu beobachten.
Nach einer langen Leidensphase wurde der Autorin diagnostiziert, sie müsse auf Histamin, Gluten und Laktose verzichten. Dies bedeutet Verzicht auf eine Menge an Lebensmitteln, lässt jedoch noch genügend Auswahl, um sich mit ein wenig Fantasie lecker und gesund zu ernähren. Aus der Not heraus hat sie daher versucht, Rezepte zu entwickeln, welche nicht allzu eintönig daherkommen und zudem schmackhaft und gesund sind. Viele dieser Rezeptideen hat sie nun in ihrem Buch zusammengefasst.
Mein erster Eindruck des Buches: Das Buch kommt sympathisch daher. Nach einem kurzen persönlichen Abschnitt über die Autorin folgt ein recht großer Rezeptteil mit ansprechend gestalteten Bildern. Als selbst Betroffene weiß ich gute Rezeptideen zu schätzen und war daher entsprechend neugierig auf den Inhalt.
Der Rezeptteil hält sich nicht an die klassische Gliederung, sondern unterteilt sich in Frühstücksideen (z. B. Smoothies, Müsli, Muffins, Brot, Porridge), Snacks to go (z. B. Riegel, Chips), Salate (kalt/warm, Dressings), Süßes (z. B. Desserts, Kuchen, Gebäck, Eis), Schnelle Gerichte (z. B. Suppen) und Kochen für Freunde (z. B. Burger, Pizza, Fingerfood). Abschließend folgen zwei Register, einmal nach Lebensmitteln und einmal nach Rezepten sortiert.
Zu den Rezepten kann ich aus Erfahrung sagen, dass es nicht immer leicht ist, konventionell zu kochen, wenn bestimmte Zutaten nicht verwendet werden dürfen. In dem Punkt hat sie ein paar recht gute Ideen gehabt, wie z. B. bei ihren selbstentwickelten Brotrezepten, Riegeln und Süßem. Bei den herzhaften Rezepten jedoch konnte ich wenig Inspirierendes finden. Vor allem bei den Salaten wäre es besser gewesen, nach dem Baukastenprinzip aufzuzählen, was man verwenden dürfte, da ein Salat in meinen Augen nichts anderes ist als ein Zusammenmischen verschiedener Zutaten, je nach Geschmack und Vorlieben. Da benötige ich keine Rezepte für. Ebenfalls war bei den Schnellen Gerichten kaum Neues dabei, Suppe sollte sich wohl jeder mit einem Stabmixer und etwas Fantasie herstellen können. Schön hingegen das letzte Kapitel, wo Rezepte so gestaltet sind, dass auch nicht Betroffene nicht das Gefühl haben, sie müssten Schonkost essen.
Die meisten Gerichte sind glutenfrei gehalten, ggf. sind glutenfreie Varianten angegeben. Vegane Gerichte sind entsprechend gekennzeichnet, um dem aktuellen Trend gerecht zu werden.
Bemängeln muss ich, dass für einen längeren Zeitraum zuwenig Auswahl im Buch vorhanden ist. Auch verwendet sie für meinen Geschmack zuviel Datteln und Macadamia, welche bei mir ein "no go" sind. Und am meisten stört mich bei dem Buch leider die Selbstdarstellung: Neben vielen englischen (und absolut unnötigen) Sprüchen ist das Buch voller Nathalie Gleitmann Bilder. Auch wenn die Bilder schön sind, ist das doch eindeutig zuviel des Guten, da ich das Buch wegen der Rezepte kaufe und nicht, um mir die Autorin anzusehen. Zumal mir absolut unverständlich ist, warum sie ausgerechnet das unschönste Bild der Autorin auf das Cover drucken mussten.
Fazit: Im Ansatz ein sehr schönes Buch, leider hapert es noch an der alltagstauglichen Vielfalt und beinhaltet für den Preis zuviel Selbstdarstellung.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Sehr gefühlvoller Roman mit konstruiert wirkendem Ende

Ein geschenkter Anfang
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Lou und Jo waren ein glückliches Paar, verliebt bis zum Schluss lebten sie auf der bretonischen Insel Ile de Groix in ihrem kleinen Paradies. Doch Lou ist gestorben, mit knapp 60 Jahren. Bei der Testamentseröffnung ...

Lou und Jo waren ein glückliches Paar, verliebt bis zum Schluss lebten sie auf der bretonischen Insel Ile de Groix in ihrem kleinen Paradies. Doch Lou ist gestorben, mit knapp 60 Jahren. Bei der Testamentseröffnung wirft sie ihrem Ehemann vor, sie betrogen zu haben - und stellt ihm die Aufgabe, ihre erwachsenen Kinder glücklich zu machen und die Familie somit wieder zusammen zu führen. Keine leichte Aufgabe für den ehemaligen Arzt, der sich stets aus den Familienangelegenheiten raushielt. Und so muss er erstmal lernen, hinter die Kulissen der anderen Menschen zu blicken, bevor er seine Aufgabe erfüllen kann.
Die Sprache des Romans ist sehr gefühlvoll, wodurch schnell eine emotionale Tiefe entsteht. Gelungen ist auch die Idee, die verschiedenen Personen in Gedanken zur verstorbenen Lou sprechen zu lassen, ihr Erinnerungen, Emotionen und Beobachtungen mitzuteilen. Und als Clou kommt sogar Lou selbst nach ihrem Tod zu Wort, das verleiht dem Buch etwas Mystisches. Nicht gefallen hat mir, dass Jo und seine Enkelin Pomme ein wenig zu detailliert "denken". Dinge, welche sie der verstorbenen Lou nicht erklären müssten, werden trotzdem im Stile der "Forth Wall" erläutert. Dadurch fühle ich mich plötzlich als Leser angesprochen, die Gedanken wirken weniger authentisch, was doch sehr schade ist.
Beim Lesen erlebt man die Entwicklung der unterschiedlichen Personen mit. Dabei stellt sich heraus, dass man als LeserIn nicht vorschnell urteilen sollte, manchmal scheinen die Dinge anders, als sie in Wirklichkeit sind. So hat mich der Roman stellenweise doch zum Nachdenken angeregt, was ich als sehr schönen Nebeneffekt empfinde.
Einige Gegebenheiten waren jedoch zu überzogen und zu passend konstruiert, das Verhalten der Enkelkinder wirkte nicht immer altersgerecht. Ebenso lief mir zum Schluss alles zu glatt bei einigen Personen, um den Roman gekonnt abzurunden, so dass ich ein wenig enttäuscht nur 4 von 5 Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Rubinstein: Der Wiener Detektiv für die mysteriösen Fälle

JAKOB RUBINSTEIN
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"Es ist besser, sein Wissen zu verheimlichen, als sein Unwissen preiszugeben."
Mit diesem jüdischen Sprichwort begrüßt uns Andreas Gruber in der Neuauflage seines Episodenromans "Jakob Rubinstein": Ein ...

"Es ist besser, sein Wissen zu verheimlichen, als sein Unwissen preiszugeben."
Mit diesem jüdischen Sprichwort begrüßt uns Andreas Gruber in der Neuauflage seines Episodenromans "Jakob Rubinstein": Ein wenig überarbeitet und mit einem sechsten Fall versehen kommt der Mysteri-Krimi in Kurzgeschichtenform nun daher. Hauptfigur ist Namensgeber Jakob Rubinstein, seines Zeichens jüdischer Privatdetektiv, der in Wien eine minder erfolgreiche Detektei betreibt. Ihm zur Seite die pfiffige Informatikstudentin Lisa, die mit ihrem Kater Dr. Watson nicht nur die Büroarbeit, sondern auch gekonnt Recherche betreibt und sich, im Gegensatz zu ihrem Chef, mit neuester Technik auskennt.
Mit trockenem Humor, geschickten Tricksereien und wenig Interesse an jüdischer Tradition löst Rubinstein seine Fälle, welche gern den ein oder anderen mysteriösen Touch aufweisen und somit nicht immer leicht zu durchschauen sind. Herrlich amüsant sind auch die Dialoge mit seinem Freund und Kolumnisten Nicolas Gazetti, deren freundschaftliche Sticheleien und Wortspielereien geben den Episoden ein wenig Pfeffer.
Die Fälle sind jeweils in sich abgeschlossen und lassen sich angenehm flüssig und leichtgängig lesen. Die sympathische Charaktere rund um den Detektiv sowie die schöne Wiener Atmosphäre machen den Episodenroman zu einem angenehmen Lesevergnügen, welches ich nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Die Jagd auf die Karten des Todes ist eröffnet!

Des Teufels Gebetbuch
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"Ich sehe mich als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft" (Zitat S. 129)

Was wäre, wenn das Böse plant, das Verderben unter die Menschen zu bringen? Und was wäre, ...

"Ich sehe mich als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft" (Zitat S. 129)

Was wäre, wenn das Böse plant, das Verderben unter die Menschen zu bringen? Und was wäre, wenn dieses Verderben von einem Kartenspiel ausginge, "des Teufels Gebetbuch"?

Tadeus Boch flog einst hoch - und fiel tief. Der ehemals erfolgreiche Pokerspieler erlag seiner Spiel- und Drogensucht und arbeitet nun als Sicherheitskraft im Spielcasino Baden-Badens, um seine hohen Spielschulden abzutragen. Eines Tages kreuzen sich die Wege von Tadeus Boch und Hyun Poe, deren Verlobter kürzlich bei einer geheimen Runde des tödlichen Glücksspiels "Supérieur" ums Leben kam. Zudem fällt Tadeus eine alte Spielkarte in die Hände, welche ihn auf magische Art zu beeinflussen scheint. Eine Karte, für die andere töten würden...

"Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht! Denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht." (Zitat S. 306)

Im Jahr 1768 tritt ein mysteriös wirkender, alter Mann an den jungen Kupferstecher Bastian Kirchner in Leipzig heran mit der Bitte, ihm ein Kartenspiel nach seinen Wünschen zu erstellen. Die erstellten Druckplatten dürfe er für eigene Zwecke behalten, lediglich das erste Exemplar des Kartendecks ginge an den Auftraggeber. Karten, welche rund 250 Jahre später das Schicksal der Menschen entscheidend beeinflussen könnten - nicht zum Guten..!

Markus Heitz scheint ein Garant für ausgefallene, gut gemacht Fantasy. Auch in seinem neuesten Roman mischt sich das Böse mehr oder minder subtil in die Realität, begibt sich der Leser auf eine regelrechte Jagd nach den Karten des Teufels und erfährt nebenbei von den Umständen ihrer Entstehung. Sehr schön ist hierbei, wie der junge Goethe im damaligen Leipzig in die Story eingewoben wurde und Inspirationen für eines seiner großen Werke ("Faust") fand. Doch auch die Jagd nach den Karten in der Gegenwart ist spannend beschrieben, und nicht wenige Menschen finden hierbei den Tod. Die Hauptprotagonisten, Tadeus Boch und Hyun Poe, arbeiten zwar als Team, jedoch mit jeweils unterschiedlichen Zielen. Und auch sonst ist nicht stets eindeutig erkennbar, wer wessen Feind ist und unter dem Einfluss des Bösen steht.
Mir wurde beim Lesen des Romans auf keiner Seite langweilig - auf unnötige Längen und Ausschweifungen hat der Autor wieder einmal verzichtet. Dafür ist das Buch mit einem 40-seitigen Nachwort versehen mit Historie und Wissenswertem zu Spielkarten. Und zu guter Letzt befinden sich im aufklappbaren Einband des Buches die ausführlichen Regeln des Spieles "Supérieur" zum sofortigen Losspielen - natürlich in der untödlichen Version.

Veröffentlicht am 22.04.2017

Zwei wunderschöne Kurzkrimis im Britischen Stil

Cherringham - Folge 1 & 2
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Cherringham, ein beschaulicher, kleiner Ort an der Themse, wo jeder jeden kennt, Tea & Scones noch schmecken, wie sie schmecken sollen - und plötzlich eine Leiche am Flussufer entdeckt wird. Ein Unfall, ...

Cherringham, ein beschaulicher, kleiner Ort an der Themse, wo jeder jeden kennt, Tea & Scones noch schmecken, wie sie schmecken sollen - und plötzlich eine Leiche am Flussufer entdeckt wird. Ein Unfall, schlussfolgert die Polizei. Doch Sarah hat ihre Zweifel an dieser Version, zumal die Tote eine frühere Freundin von ihr war. Zusammen mit Jack, dem auf einem Hausboot lebenden früheren Detective der NY Police, macht sich die clevere alleinerziehende Mutter auf die Suche nach Beweisen für einen Mord...
In der zweiten Kurzgeschichte kommt der alte Hausherr beim Hausbrand es Mogdon Manor ums Leben. Seine drei Kinder und Erben könnten unterschiedlicher nicht sein, jede/r hätte ein Motiv für ein frühzeitiges Erbe haben können. Sarah und Jack, mittlerweile ein eingespieltes Team, beginnen heimlich mit ihren Ermittlungen - und kommen schon bald einem alten Geheimnis auf die Spur...
Bereits die liebevolle Gestaltung des Covers lässt erahnen, dass "Cherringham - Landluft kann tödlich sein" für Fans britischer Krimis im Stile von Miss Marple etc. wie geschaffen scheint. Die Krimis sind angenehm unblutig, man wird regelrecht in die teils doch recht herzliche Atmosphäre einer britischen Kleinstadt aufgenommen. Das Ermittlerteam, bestehend aus Laie und Ex-Profi, findet schnell zueinander und ergänzt sich für meinen Geschmack wunderbar. Durch die Form der Kurzgeschichte (ein Fall benötigt 3 CDs) kommen zwar keine unnötigen Längen auf, jedoch auch kein allzu großer Tiefgang, was der Story aber nicht schadet. Die Hauptcharaktere sind liebevoll ausgearbeitet und sympathisch. Und auch wenn man beim Miträtseln der Fälle schnell auf der richigen Spur zu liegen scheint, macht es doch Spaß zu erfahren, wie die einzelnen Fälle letztlich aufgelöst werden.
Das Hörbuch wird gelesen von der Schauspielerin Sabina Godec. Mit ihrer angenehm warmen Stimme und dem Talent, die einzelnen Charaktere gekonnt zu interpretieren, scheint sie für mich die Idealbesetzung der Krimiserie. Zusammen mit der musikalischen Untermalung der Serie durch den Verlag ist "Cherringham - Landluft kann tödlich sein" ein wahrer Ohrenschmaus!

  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
  • Stimme