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Veröffentlicht am 07.11.2016

Ein bezauberndes Werk über Mut, Magie und Freundschaft

Drachenreiter
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19 Jahre nach den spannenden Abenteuern des Drachenreiters Ben und dem Drachen Lung folgt nun endlich die langersehnte Fortsetzung: Die Drachen haben ein sicheres Zuhause in einem Tal des Himalajas gefunden, ...

19 Jahre nach den spannenden Abenteuern des Drachenreiters Ben und dem Drachen Lung folgt nun endlich die langersehnte Fortsetzung: Die Drachen haben ein sicheres Zuhause in einem Tal des Himalajas gefunden, während Familie Wiesengrund erfolgreich in Norwegen eine geheime Schutzstation für Fabelwesen errichtet hat. Doch durch ein tragisches Unglück schwebt der ungeschlüpfte Nachwuchs des letzten noch lebenden Pegasus in Lebensgefahr. Einzig die seltene Sonnenfeder eines Greifs kann die Jungen noch retten. Werden Drachenreiter Ben, sein Adoptivvater Barnabas Wiesengrund und ihre Freunde es schaffen, Hilfe von diesem grausamen Todfeind aller Drachen zu erhalten und die Pegasusfohlen retten können? Ein gefährliches Abenteuer beginnt...
Cornelia Funkes grandioser Roman entführt den Leser in eine bezaubernde Welt der Fabelwesen und Tiere. Beim Lesen merkt man, wieviel Liebe und Magie sie in die Welt des Drachenreiters hineinfließen ließ. Neben passenden Zitaten zu jedem Kapitel sind es zudem vor allem die vielen wunderschönen Illustrationen der Autorin, mit denen sie das Abenteuer um Drachen Lung und seine Freunde reich verziert hat.
Ein bezauberndes Werk über Mut, Magie und Freundschaft, faszinierend und bildgewaltig!

Veröffentlicht am 23.10.2016

Der Mythos lebt!

Carter & Lovecraft: Das Erbe
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Es begann mit dem Ende - und endet mit dem Anfang! Sein letzter Fall als Ermittler der Mordkommission geht einher mit dem Beginn einer Reihe mysteriöser Geschehnisse, Morde und Suizide, wodurch auch sein ...

Es begann mit dem Ende - und endet mit dem Anfang! Sein letzter Fall als Ermittler der Mordkommission geht einher mit dem Beginn einer Reihe mysteriöser Geschehnisse, Morde und Suizide, wodurch auch sein Teampartner sein Leben verlor. Mittlerweile als Privatschnüffler tätig, erbt Daniel Carter von einem Fremden eine Buchhandlung in Providence, Neuengland, samt der Angestellten Emily Lovecraft, letzte direkte Nachfahrin des Autors H. P. Lovecraft, dem Erfinder des Cthulhu-Mythos. Einem Mythos über die Großen Alten, gottähnliche Kreaturen aus einer Welt fernab des menschlichen Verstandes. Und kurz darauf müssen beide mit Erschrecken feststellen, dass H. P. Lovecrafts Erzählungen mehr Wahrheit beinhalten, als ihnen lieb ist... Der Mythos kehrt zurück!
Der Autor hat ein auf H. P. Lovecraft basierendes, eigenständiges Werk geschaffen, deren Protagonisten als Nachfahren der einstigen Kämpfer gegen die Großen Alten nun ihr Erbe antreten und unvorbereitet einen Kampf aufnehmen, dessen Niederlage verheerende Folgen haben könnte. Die Personen sind gut und realistisch getroffen, ebenso wartet J. L. Howard mit einigen gelungenen Ideen auf. Wer den Cthulhu-Mythos bereits kennt, ist vom Verständnis her beim Lesen etwas im Vorteil, da der Horrormythos sich grad erst wieder zu entfalten scheint. Jedoch bleiben am Ende viele, zum Spekulieren offene Fragen übrig, welche nur durch mindestens einen Folgeroman geklärt werden können.
Ein kurzer Blick durch den Briefkastenschlitz in die Welt des übernatürlichen Horrors, bevor der Autor - vielleicht? - die Tür und somit die Büchse der Pandora öffnet.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Zuwenig Spannung für einen Thriller

Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen
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"Pretty Baby" ist ein Roman, welcher nur langsam in Fahrt kommt. Heidi, selbst Mutter einer vorpubertären Tochter, entdeckt auf dem Arbeitsweg ein junges Mädchen, kaum älter als ihre Tochter, mit einem ...

"Pretty Baby" ist ein Roman, welcher nur langsam in Fahrt kommt. Heidi, selbst Mutter einer vorpubertären Tochter, entdeckt auf dem Arbeitsweg ein junges Mädchen, kaum älter als ihre Tochter, mit einem Baby im Arm. Scheinbar obdachlos, setzt sich Heidi in den Kopf, dem Mädchen zu helfen. Oder doch nur dem Baby? Heidis Mann, Chris, zeigt große Skepsis an dem verwahrlosten Mädchen und beginnt, in ihrer Vergangenheit zu forschen...
Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht Heidis, Chris' sowie des Mädchens Willow geschrieben, wobei Willow rückblickend das Geschehene erzählt. Eine richtige Spannung kommt hierbei nicht auf, vielmehr geschieht einiges auf der Psychoebene, dessen Erklärungen in der Vergangenheit liegen und nach und nach ans Licht gebracht werden. Leider konnte ich mir die Auflösung der Geschehnisse relativ schnell selbst zusammen reimen, so dass der Schluss für mich nur noch eine Bestätigung meiner Vermutungen war.
Ein netter, gut lesbarer Roman ohne allzu große Spannung für zwischendurch, mehr leider nicht.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Ein literarisches Mosaik, spannend und bewegend!

Mosaik der verlorenen Zeit
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Ein junger Mann, welcher von einem immer wiederkehrenden Traum zu verbrennen droht und Hilfe in seinen Wurzeln sucht.
Eine junge Frau, deren Herz nie glücklich zu werden scheint und ein Geheimnis birgt.
Ein ...

Ein junger Mann, welcher von einem immer wiederkehrenden Traum zu verbrennen droht und Hilfe in seinen Wurzeln sucht.
Eine junge Frau, deren Herz nie glücklich zu werden scheint und ein Geheimnis birgt.
Ein Mann, der aus Liebe zu ihr ein Buch über sie verfassen wird.
Ein Mädchen, deren Geburt mit dem Ende der Demokratie Guatemalas zusammenfällt.
Ein General, der buchstäblich den Tod in die Dörfer trägt.
Ein Guerilla, der seine Leute verraten wird.
Eine Schamanin, deren Schicksal ihr ins Gesicht geschrieben steht.
Dies sind nur einige der Mosaikteilchen, welche der Autor einem Kaleidoskop gleich um die Wirren des Bürgerkriegs Guatemalas drapiert hat und die sich beim Lesen des Romans langsam zu einem Gesamtbild fügen.
Gekonnt wechselt der Roman immer wieder zwischen Zeit und Raum und lässt den Leser rätseln, auf welche Art die einzelnen Handlungsstränge wohl in Verbindung stehen mögen. Weitere Stilmittel wie Zeitungsartikel und Briefe verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe und lassen vor allem die Schrecken des Bürgerkriegs stark erahnen.
Das "Mosaik der verlorenen Zeit" ist ein Buch, welches mich sehr bewegt hat. Jahrzehnte übergreifend, konnte ich die Anfänge des Schreckens förmlich miterleben, welcher die Bevölkerung Guatemalas überrollte. Der Autor hat es geschafft, die Atmosphäre des Landes auf eine Art wiederzugeben, die mich beim Lesen stark berührte. Auch die Mentalität der Menschen, egal, in welchem Land man sich beim Lesen grad befindet, ist jeweils sehr gut wiedergegeben. Ein literarisches Mosaik, wunderschön und spannend erzählt.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Fantastische Kombination aus Krimi, Verschwörung und historischem Roman

Der Turm der Welt
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"Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367)

Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet ...

"Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367)

Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet wurde, nähert sich dem Ende. Alles, was Rang und Namen hat, wird sich zum großen Finale auf der Aussichtsplattform des derzeit größten Bauwerks der Welt einfinden, um die letzte, geheime Erfindung des verunglückten Erfinders Berneau bestaunen zu dürfen. Doch Gefahr überschattet das Ereignis: Zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes werden ermordet auf dem Ausstellungsgelände aufgefunden. Droht der Veranstaltung ein brutaler Anschlag? Einzig die Legende aller Ermittler könnte jetzt noch helfen, doch der Agent verschwand vor 10 Jahren. Und auch die Schicksale einiger weiterer Menschen sind mit dem Finale der Ausstellung verknüpft, werden in den nächsten Tagen entscheidende Wendungen nehmen...

"Nichts war, wie es schien; überall verbarg sich ein Hintergedanke, eine Täuschung." (S.490)

"Der Turm der Welt" ist eine den Leser verzaubernde Reise in die Vergangenheit. Gekonnt spielt der Autor mit Worten und lässt dadurch bezaubernde Bilder in der Fantasie des Lesenden entstehen. So lässt er die Menschen der damaligen Zeit über neue Erfindungen und Eindrücke fremder Kolonien staunen, während zugleich Ermittler und Offiziere aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland in der Stadt unterwegs sind, Geheimnissen auf der Spur, welche für das Schicksal Einzelner sowie Europas entscheidend sein könnten. Im Laufe des Romans hatte ich mehrfach das Gefühl, ich wäre selbst vor Ort gewesen, hätte die Straßen und Gassen Paris' durchstreift, die Vorführungen der Weltausstellung miterlebt. Neben diesem unterhaltsamen Einblick in die damalige Zeit umreißt der Roman leichtverständlich die damalige Situation der europäischen Großmächte, der Machtverhältnisse und des internationalen Misstrauens, welche eine nicht unbedeutende Rolle spielen.
Nach seinem Roman "Welt in Flammen" ist es dem unter dem Pseudonym Benjamin Monferat veröffentlichenden Autor Stephan M. Rother erneut gelungen, einen fantastisch anmutenden Krimi geschickt in einem historischen Roman zu verpacken. Neben hervorragend ausgearbeiteten Charakteren punktet "Der Turm der Welt" vor allem auch mit einer faszinierenden Liebe zum Detail. So hat der Autor verraten, die im Roman vorkommenden Strecken eigens zu Fuß abgegangen zu sein, um zeitliche Abfolgen so realistisch wie möglich zu gestalten. Und auch die ein oder andere historische Persönlichkeit findet sich im Roman wieder. Nicht zu vergessen die Beschreibung der Weltausstellung, auf der nicht nur die Wild West Show mit Buffalo Bill regen Zustrom fand. Abgerundet wird das Buch mit einem Pariser Stadtplan der damaligen Zeit, in welchem die wichtigsten Schauplätze markiert sind.
Stephan M. Rother alias Benjamin Monferat hat es wieder einmal geschafft, die Buchstaben des Alphabets so gelungen in eine Reihenfolge zu bringen, dass ich die rund 700 Seiten am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte!