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Veröffentlicht am 22.05.2017

Das Schicksal geht verschlungene Wege

Das Seehaus
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Cornwall, 1933: Auf dem Anwesen der Familie Edevane wird wie jedes Jahr eine große Mittsommerparty mit hunderten Gästen gefeiert. Erst als am nächsten Morgen die Champagnerlaune verflogen ist, wird das ...

Cornwall, 1933: Auf dem Anwesen der Familie Edevane wird wie jedes Jahr eine große Mittsommerparty mit hunderten Gästen gefeiert. Erst als am nächsten Morgen die Champagnerlaune verflogen ist, wird das Fehlen des kleinen Theo bemerkt. Er ist der elf Monate alte Sohn der Edevanes, und von ihm fehlt jede Spur. Was ist geschehen - ist er im Partytrubel unbemerkt fortgelaufen und hat sich verirrt? Wurde er entführt?
Cornwall, 2003: Polizistin Sadie befindet sich im Zwangsurlaub bei ihrem Großvater Bertie. Die ungewohnte Freizeit geht ihr schon nach wenigen Tagen auf die Nerven. Beim Joggen stößt sie auf ein altes Landhaus, das augenscheinlich schon seit Jahrzehnten verlassen ist, und damit auf die Geschichte von Theo Edevane, dessen Verschwinden nie aufgeklärt wurde. Der alte Fall fasziniert Sadie vom ersten Moment an, und sie will nach sieben Jahrzehnten endlich herausfinden, was dem Kind damals zugestoßen ist.

Kate Mortons Steckenpferd sind Romane, die sich um ein düsteres Familiengeheimnis entfalten. Nach "Der verborgene Garten" war "Das Seehaus" für mich der zweite Morton-Roman, und ich war wieder begeistert - für mich ist sie wirklich ein Meisterin dieses Genres.
Wo sich die meisten anderen Autoren auf zwei schlichte Zeitstränge in der Vergangenheit und der Gegenwart mit je einer Protagonistin beschränken, wechseln bei Kate Morton ständig die Perspektiven und mit jedem Kapitel bekommt der Leser neue Blickwinkel präsentiert. Auch wenn man sich vielleicht in den ersten Kapiteln von den vielen Figuren etwas überfordert fühlt, lohnt es sich definitiv durchzuhalten.

Der Schreibstil der Autorin ist einerseits sehr bildreich, die wunderschöne kornische Landschaft und das schlafende Anwesen standen mir beim Lesen detailliert vor Augen. Andererseits gelingt es ihr auch mühelos, Spannung aufzubauen und beinahe jedes Kapitel mit einem Cliffhanger zu beenden, der zum sofortigen Weiterlesen animiert - trotz des doch beträchtlichen Umfanges hatte ich das Buch in nur zwei Tagen "durchgesuchtet".

Auch die Figurenzeichnung hat mich überzeugt: Weder gibt es eine übertriebene Schwarz-Weiß-Zeichnung, noch wirken die Figuren farblos oder gar austauschbar. Einige Male hatte ich von einer Person schon eine ziemlich klare Vorstellung, die aber dann durch ein oder mehrere Kapitel aus der Sicht dieser Figur nochmal völlig über den Haufen geworfen wurde. Kate Morton spielt gerne mit den Erzählperspektiven, und die Wahrnehmung von innen und nach außen kann unter Umständen sehr stark auseinandergehen. Dadurch wirkt ihr Personal sehr real, und eine eher distanzierte Figur kann ganz unerwartet zum Sympathieträger mutieren.

Wer gerne Familiengeschichten liest, ist mit diesem Buch sicher gut beraten - die ideale Lektüre zum Abtauchen und Miträtseln oder um einfach ein verregnetes Wochenende zu genießen.
Für die Höchstwertung reicht es nicht ganz, weil ich etwa in der Mitte des Buches eine Idee zur Auflösung hatte, die sich am Ende als richtig herausgestellt hat - da es aber trotzdem bis zur letzten Seite sehr spannend blieb, vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 18.05.2017

Vielversprechender Reihenauftakt mit undurchsichtigen Mordfällen

Die Morde von Morcone
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Robert Lichtenwald, ein Münchner Wirtschaftsanwalt, hat sich seinen Lebenstraum erfüllt und nennt ein Rustico in der idyllischen Maremma sein eigen. Eigentlich wollte er dort mit Frau und Tochter "la dolce ...

Robert Lichtenwald, ein Münchner Wirtschaftsanwalt, hat sich seinen Lebenstraum erfüllt und nennt ein Rustico in der idyllischen Maremma sein eigen. Eigentlich wollte er dort mit Frau und Tochter "la dolce vita" genießen, doch die beiden hatten andere Pläne, und Robert verbringt sein Sabbatjahr alleine im Süden.
Auf einer Wanderung entdeckt er in einer halbverfallenen Kirche eine Leiche, der der Mörder ein "L" in die Haut geritzt hat. Robert ahnt noch nicht, dass es nicht bei einem Mord bleiben wird...

Ist der letzte Urlaub schon so lange her, dass eine kleine Auszeit dringend nötig ist? Dann bekommt man mit diesem Titel sehr viel Toskana-Ambiente, denn leckeres Essen, die wunderbare Landschaft und die typisch italienische Lässigkeit finden trotz der Morde ihren Platz in diesem Buch - beinah so gut, wie ein echter Kurztrip nach Italien.
Mir haben Regionalkrimis manchmal ein bisschen zu viel Ambiente und zu wenig Mordermittlung, doch der Autor hat hier für meinen Geschmack die goldene Mitte getroffen. Die Mordserie ist sehr mysteriös, erst nach dem dritten Mord hatte ich eine Idee, wo überhaupt das Motiv liegen und die Verbindung zwischen den Opfern sein könnte. Aber damit wusste ich noch lange nicht, wer der Täter ist - damit tappte ich bis zum großen Finale im Dunkeln, was mein Leserherz bei einem Krimi natürlich immer höher schlagen lässt.

Bei einem Toskana-Krimi mit einem deutsch-italienischen Ermittlerduo bleibt es natürlich nicht aus, dass mit dem ein oder anderen Klischee gespielt wird, doch Stefan Ulrich übertreibt es zum Glück nicht damit, sondern setzt sie wohldosiert und manchmal auch überraschend ein.
Die Figurenzeichnung konnte mich überzeugen, Robert ist zum Glück weder der Typ "staubtrockener Anwalt" noch "depressiver Ermittler" und mit der Journalistin Giada bekommt er zudem temperamentvolle, südländische Unterstützung.

Mit etwa 280 Seiten ist dieser Krimi fast etwas zu schnell ausgelesen, andererseits war er so aber auch von Anfang bis Ende sehr spannend und hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Und ich habe auch große Lust auf weitere Fälle des cleveren Wahlitalieners bekommen - sowohl für Italien- als auch für Krimifans empfehlenswert.

Veröffentlicht am 23.03.2017

Aufbruch in eine neue Ära

Die letzten Tage der Nacht
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New York, 1888: Der junge Anwalt Paul Cravath ist zwar noch Berufsanfänger, aber durch einen glücklichen Zufall bereits Partner in einer erst kürzlich gegründeten Kanzlei. Er betreut zwar nur einen einzigen ...

New York, 1888: Der junge Anwalt Paul Cravath ist zwar noch Berufsanfänger, aber durch einen glücklichen Zufall bereits Partner in einer erst kürzlich gegründeten Kanzlei. Er betreut zwar nur einen einzigen Mandaten, doch der sichert ihm viel Prestige und ein gutes Auskommen: George Westinghouse, der unter anderem Glühbirnen fertigt, und sich aus diesem Grund in mehreren hundert Verfahren wegen der Verletzung von Thomas Edisons Patent verantworten muss.
Es entbrennt ein jahrelanger Rechtsstreit um nichts weniger als die Frage, welcher der beiden Konkurrenten am Ende das Monopol auf die Versorgung des ganzen Landes mit Licht und Strom erhält.

Graham Moore entführt seine Leser in das ausgehende 19. Jahrhundert - eine Ära, die unser Leben bis heute verändert. Zu Beginn des Buches ist das neue, helle elektrische Licht noch ein Novum, das selbst in der Metropole New York nur kleine Abschnitte von Manhattan erleuchtet, der Rest der Welt schlägt sich noch mit Gas- oder Öllampen durchs Leben. Obwohl die ersten Glühbirnen schon einige Jahre zuvor die Menschheit in ihren Bann zogen, ist es Edison noch nicht gelungen, ein großflächiges, stabiles Stromnetz zu installieren, denn bisher kann Strom nur über sehr kurze Distanzen transportiert werden - an diesem Problem arbeiten sowohl Edison als auch Westinghouse, doch auch nach jahrelanger Forschung ist noch keine Lösung in Sicht.

Der Autor haucht neben den bekannten historischen Personen wie Westinghouse, Edison oder Nikola Tesla auch weniger populären wie dem Anwalt Paul Cravath und der Schauspielerin Agnes Huntington neues Leben ein. Es gelingt ihm sehr gut, diese Figuren plastisch darzustellen und nachvollziehbar handeln zu lassen. Die kurzen, knackigen Kapitel (jeweils eingeleitet mit Zitaten größer Köpfe wie beispielsweise Steve Jobs oder Bill Gates) lassen am Ende oft Fragen offen, die nicht sofort beantwortet werden und so Spannung beim Leser aufbauen.
Graham Moore ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Drehbuchautor, und es steht bereits fest, dass es eine Verfilmung zu "Die letzten Tage der Nacht" geben wird. Eddie Redmayne wird in die Rolle des Anwalts Paul schlüpfen. Die kurzen Kapitel, und die sich daraus ergebenden häufigen Szenewechsel und Zeitsprünge erzeugten bei mir bereits das Gefühl "einen Film zu lesen", was mir auch gut gefallen hat und sehr unterhaltsam war.

Leider ist diese Art der Umsetzung des Stoffes aber auch der Grund für meinen einzigen Kritikpunkt: an den wahren Begebenheiten wurde so viel verändert, dass am Ende ein zehnseitiges Nachwort nötig ist, um die Geschehnisse kurz im tatsächlichen zeitlichen Ablauf darzustellen und auch wurden mindestens zwei der historischen Personen Dinge angedichtet, die sie nachweislich nicht getan haben, oder die eben reine Erfindung sind.
Dadurch kann man "Die letzten Tage der Nacht" aus meiner Sicht leider nicht als historischen Roman betrachten, sondern eben nur als Roman, der lose auf einer wahren Geschichte beruht.

Wenn man das Buch nicht mit dem recht hohen Anspruch an einen historischen Roman liest, sondern es eher als Gegenpol zum Film "Der große Edison" mit Spencer Tracy in der Titelrolle betrachtet, wird man aber durchaus gut unterhalten. Zudem hat Protagonist Paul als Jurist nur wenig Ahnung von Technik, muss aber zumindest die Grundlagen verstehen, um seinen Mandaten richtig vertreten zu können - so konnte ich sogar auch ein paar interessante Details über Physik und Elektrotechnik für mich mitnehmen, die ich in der Schule wohl verpasst hatte.

Trotz meiner Kritik bezüglich der historischen Details bewerte ich das Buch mit vier Sternen, denn die großen Visionäre Westinghouse, Edison und Tesla werden mit ihrer völlig unterschiedlichen Herangehensweise an ihre bahnbrechenden Erfindungen dem Leser nahegebracht - wenn auch in einer Großteils fiktiven, aber atmosphärischen und spannenden Umsetzung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Recherche
Veröffentlicht am 05.02.2017

Der Fluch der bösen Tat

Fremde Gäste
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London, 1922: Frances Wrays Familie wurde durch den Krieg stark dezimiert, die beiden Brüder sind gefallen, der Vater ist noch während des Kriegs vor lauter Gram um die verlorenen Söhne gestorben. So sind ...

London, 1922: Frances Wrays Familie wurde durch den Krieg stark dezimiert, die beiden Brüder sind gefallen, der Vater ist noch während des Kriegs vor lauter Gram um die verlorenen Söhne gestorben. So sind nur Frances und ihre Mutter übrig, die finanzielle Situation ist mehr als angespannt, da der Vater das Vermögen durch einige Fehlinvestitionen verloren hat. An den Vorkriegslebensstandard ist nicht mehr zu denken, Luxus wie Hausangestellte und hübsche Kleider schon längst nicht mehr zu finanzieren.
Um zumindest das Haus am vornehmen Champions Hill halten zu können, entscheiden sich die beiden Frauen schweren Herzens, einige Zimmer ihres viel zu groß gewordenen Hauses an "zahlende Gäste" zu vermieten. So zieht ein junges Ehepaar, Len und Lil Barber, bei den beiden Damen ein. Mrs Wray kann sich nur schwer an die fremden Menschen in ihrem Zuhause gewöhnen, doch Frances und Lil freunden sich schnell miteinander an, sie kommen sich zu nahe und ihre verbotene Liaison verursacht einen Strudel düsterer Ereignisse...

Bisher kannte ich von Sarah Waters nur den Roman "Der Besucher", den ich vor einigen Jahren gelesen habe, und der mir stark in Erinnerung geblieben ist. Als ich nun ihr neues Buch "Fremde Gäste" entdeckt habe, war ich natürlich sofort interessiert.
Und auch in diesem Buch hat die Autorin mich sofort wieder mit fein gezeichneten Figuren, ihrem wunderbaren Erzählton und dem spannenden Plot für sich eingenommen.

Der Start in die Handlung verläuft über eine weite Strecke, im Grunde den kompletten "Ersten Teil", sehr ruhig, fast schon behäbig. Als Leser kann man sich in aller Ruhe in die damalige Zeit einleben und die Personen kennenlernen, die in dem alten Haus am Champions Hill Leben.
Mrs Wray ist eine ältere Dame, und lebt nach viktorianischen Idealen. Die modernen, geschminkten Frauen mit ihren Pagenköpfen und kurzen Kleidchen sind ihr ein Gräuel. Leider ist Lil Barber, Anfang 20, ein solches Exemplar Frau. Obwohl sie schon drei Jahre mit Len verheiratet ist, ist das Paar noch immer kinderlos und besucht gerne Tanzlokale. Frances dagegen ist mit Ende 20 für die damalige Zeit schon eher als alte Jungfer einzuordnen. Vor und während des Krieges hat sie mit der Suffragetten-Bewegung sympathisiert und ihr mangelndes Interesse an der Männerwelt bereitet Mrs Wray große Sorgen. Len ist dagegen selten zuhause, wenn er nicht seiner Arbeit bei einer Versicherung nachgeht, spielt er Tennis oder geht mit seiner Frau oder seinen Freunden aus.
Mit Beginn des zweiten Teils beginnen sich die Ereignisse dagegen zu überschlagen, das Erzähltempo wird deutlich rasanter und gipfelt in einem schrecklichen Vorfall.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Folgen, die sich daraus ergeben, und deren Auswirkungen auf die Beteiligten.

Ich denke, es wird viele Leser geben, die eher einen Krimi erwarten, und denen der Einstieg in das Buch zu lange dauert. Wenn man sich aber auf das Erzähltempo von Sarah Waters einlassen kann, kann man wunderbar in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts abtauchen und sich von dem anschließenden Sog aus Betrug, Gewalt und Lügen mitreißen lassen.

Veröffentlicht am 28.01.2017

Hinter der schillernden Fassade tun sich Abgründe auf

Bourbon Kings
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Charlemont, Kentucky: Das Kentucky-Derby steht vor der Tür, und auf dem Easterly-Anwesen bereitet der Bradford-Clan den alljährlichen Derby-Brunch vor. Den generösen Lebensstil und den Platz an der Spitze ...

Charlemont, Kentucky: Das Kentucky-Derby steht vor der Tür, und auf dem Easterly-Anwesen bereitet der Bradford-Clan den alljährlichen Derby-Brunch vor. Den generösen Lebensstil und den Platz an der Spitze der Kentucky-High-Society verdanken die Bradfords / Baldwines dem traditionsreichen Familienunternehmen: sie betreiben seit Generationen eine Bourbon-Destillerie, die astronomische Gewinne abwirft.
Doch unter der aalglatten Oberfläche brodeln Hass, Betrug, Verrat und Intrigen...

Müsste ich dieses Buch mit einem Satz beschreiben, könnte ich mich nicht entscheiden, ob ich "Das ist Game of Thrones für Leute, die keine Drachen mögen." oder doch lieber "Wie Dallas mit einem kleinen Hauch von Fackeln im Sturm." wählen würde, denn es trifft beides zu.
Es gilt, ein geschickt gesponnenes Netz aus Verrat und Intrigen, sowohl innerhalb der Familie als auch innerhalb der Firma, zu entwirren. Oft sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen - als Leser muss man jede neue Nuance mit Vorsicht genießen, denn manchmal kann man erst hundert Seiten später beurteilen, ob es sich dabei wirklich um eine Tatsache, oder vielleicht doch um einen geschickten Winkelzug mit falschen Informationen gehandelt hat. In diesem Punkt haben wir also schon mal beides: Dallas und Game of Thrones - der Hauch Fackeln im Sturm ergibt sich aus dem atmosphärischen Südstaaten-Setting. Auf Easterly tummeln sich Southern Belles mit ihren Mint Juleps an einem der Pools, während der zigarrenrauchende Patriarch William Baldwine bei einem Bourbon on the Rocks die Familiengeschicke lenkt.

Im ersten Viertel des Buches habe ich mich ein wenig schwer getan, denn wie es sich für eine solche Saga über eine Familiendynastie gehört, gibt es unheimlich viel Personal, und die Verbindungen zwischen den Figuren sind sehr komplex. Mehr als einmal habe ich mir ein Personenregister gewünscht, um einfach mal kurz jemanden nachschlagen zu können. Aber nach etwa hundert Seiten war ich völlig abgetaucht in die Irrungen und Wirrungen rund um den Bradford-Clan, es ging also auch ohne. Falls man sich in den ersten Kapiteln ein wenig überfordert fühlt: Das Durchhalten lohnt sich definitiv!

Die von J. R. Ward erdachten Personen machten für mich einen Großteil der Unterhaltung aus, sie sind echte Typen, aber ohne dabei stereotyp zu wirken. Die Perspektiven wechseln oft, was zum einen Abwechslungsreichtum garantiert, und zum anderen den Nebeneffekt hat, dass der Eindruck, den man von einer Person gewonnen hat, sich von einem Kapitel zum nächsten radikal ändern kann. Dabei treten manche Figuren mehr in den Vordergrund als andere, was bei mir großes Interesse an den Personen, die sich bisher im Hintergrund hielten und die damit noch kaum einzuschätzen sind, geweckt hat.
Gerade zum großen Finale hin entwickelt sich die Spannungskurve rasant nach oben, was hauptsächlich an der Dynamik aus den zwischenmenschlichen Beziehungen liegt.

Bourbon Kings ist der Auftaktband zu einer Reihe, und ist nicht in sich abgeschlossen. Im Laufe dieses ersten Bandes wurden schon viele Geheimnisse aufgedeckt und offene Fragen beantwortet, aber das Buch endet (natürlich!) mit einem fiesen Cliffhanger, der bei mir auch schon die Vorfreude auf den nächsten Band (Bourbon Sins soll am 28.06.2017 und Bourbon Lies am 24.11.2017 erscheinen) extrem angefacht hat.
Leider ist noch nicht bekannt, ob es bei einer Trilogie bleiben wird, oder ob noch weitere Folgebände zu erwarten sind. Nach dem ersten Eindruck und wenn die Autorin diese Qualität halten kann, dürfte es für mich gerne mehr als drei Bücher über die Bradfords geben.

Hier ist wirklich alles drin, was man sich von einem spannenden Buch wünscht: Sex & Crime in rasantem Tempo, toll geschrieben - eine Reihe, an der ich todsicher dranbleiben werde!

  • Cover
  • Gefühl
  • Charaktere
  • Lesespass
  • Handlung