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Veröffentlicht am 25.05.2026

Was vergessen war, kehrt zurück, wenn das Meer bereit ist (Zitat S. 60)

Das Geschenk des Meeres
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"Das Geschenk des Meeres" (Original "The Fisherman's Gift") von Julia R. Kelly erschien 2025 im mareverlag. (HC, geb., 350 S.). Der Roman hat mich ob des tief berührenden Schreibstils der Autorin (und ...

"Das Geschenk des Meeres" (Original "The Fisherman's Gift") von Julia R. Kelly erschien 2025 im mareverlag. (HC, geb., 350 S.). Der Roman hat mich ob des tief berührenden Schreibstils der Autorin (und des wunderschönen Settings an einem kleinen Küsten, einem fiktiven Fischerdorf in Schottland) sehr begeistert!

Inhalt:

"Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?" (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung:

Der Roman bewegt sich auf zwei Erzählebenen (damals, also 1900 und jetzt) und beleuchtet das Geschehen in dem kleinen Fischerdorf zum Zeitpunkt, als das Kind von Dorothy verschwand als auch die Zeit, als Joseph, ein von allen akzeptierter Fischer, einen Jungen zum Pfarrhaus bringt, der angeschwemmt wurde und noch am Leben ist.

Es ist ein Roman, der einen bereits auf den ersten Seiten durch die Atmosphäre und den eingängigen, glasklaren und unterhaltsamen sowie spannenden Stil der Autorin tief in die Handlung eintauchen lässt: Er wartet mit sehr sympathischen Figuren auf, allen voran Joseph und auch Dorothy wie auch Mrs. Brown, die den Dorfladen führt und über alle Geschehnisse im Dorf im Bilde ist: Es gibt Klatsch und Tratsch, dem Mrs. Brown jedoch zuweilen ein Ende bereitet; besonders mag sie es nicht, wenn man Joseph hinter vorgehaltener Hand vorwirft, etwas mit dem Tod von Moses, dem Sohn Dorothys, zu tun zu haben. Man begleitet die Protagonisten von ihrer Ankunft (Dorothy, die als Lehrerin ihre erste Stelle antritt und zuvor in Edinburgh mit ihrer Mutter lebte) an und nimmt an Schicksalsschlägen und Fehlentscheidungen teil, die zu erheblichen Umwegen führen: Diese sind so intensiv beschrieben (und jeweils aus verschiedenen Perspektiven), dass man mit den Figuren mitleidet, liebt und auch enttäuscht ist: Bei Dorothy fiel mir auf, wie sehr sie durch ihre lieblose Mutter, die sie sehr negativ prägte und ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstsicherheit bereits als Kind begraben hatte, diese negative Einstellung zu sich selbst, die zu Unsicherheit, Schroffheit und Misstrauen führte, lange in ihrem schicksalhaften Leben weiterführte. Sie lebte in Mustern, die nicht ihre waren - einzig Joseph verstand diese Unsicherheit und mochte ihre spröde Art auf seine Weise, verliebte sich in sie.

Eine andere Frau, Agnes, spielt in dem Beziehungsgeflecht und Vorstellungen eine erhebliche Rolle; träumt sie doch davon, dass Joseph ihr Ehemann wird, was ihre Mutter auf ihre Weise forciert. Daher gefällt Jeanie und Agnes sehr wenig, dass Joseph samstags ins Haus der Lehrerin geht, da er vom Pfarrer den Auftrag erhielt, die undichten Fenster dort zu reparieren. Es ist nicht zu überlesen, wie sehr sich beide, Joseph und Dorothy, zueinander hingezogen fühlen; doch in die Zeit um 1900 fällt auch die Unmöglichkeit, dass Lehrerinnen heiraten und ihren Beruf ausüben dürfen; doch dies ist hier nur ein Aspekt, denn Dorothy fällt in ihre alten Muster zurück und verlässt das Haus, um Joseph auszuweichen. Ob die beiden jemals zueinanderfinden werden?

Ich fand die atmosphärische Beschreibung des winterlichen Fischerdorfes, die Schicksale und Tragödien, die sich hier ereignen und die Fehlentscheidungen der ProtagonistInnen unglaublich berührend und von intensiver emotionaler Tiefe. Auch die Anspielung auf die schottische Mythologie in Form der "Wellenkinder", die mich an Selkies erinnerten; die Feste wie Ceilidh und das Kinderfest zu Hogmanay waren wunderschön und bildgewaltig beschrieben. Besonders Mrs. Brown mochte ich sehr, da sie trotz aller eigenen Schicksalsschläge andere stets so annahm, wie sie waren und der Dorothy, die lange Außenseiterin im Dorf war und auch in der Schule anfangs große Mühe hatte, sich durchzusetzen, schließlich ihr Herz öffnete und beide Frauen sich Halt in bitteren Zeiten gaben. Der Junge, der in Dorothys Leben trat und von dem nicht klar war, woher er stammte, versöhnte sie letztendlich mit ihrem schweren Verlust und sorgte letztendlich dafür, dass sie ihr Herz wieder öffnen konnte. Von diesem Prozess und dem Wunsch, wieder glücklich zu sein, handelt dieser Roman, der berührend um Verlust, Liebe, Enttäuschung, vorhandene Muster, Dorfleben und großen menschlichen Dramen handelt; das Größte davon ist wohl, ein Kind zu verlieren - und weiterleben zu können.

So sind die Aussprachen am Ende des Romans (zwischen Jane und Dorothy; aber auch anderen) sehr bewegend und berührend wie auch tragisch. Dorothy denkt über "Geheimnisse und Lügen nach und darüber, dass es an der Zeit ist, die Bürde abzulegen" (S. 321). Und so erfährt der geneigte Leser dieses wundervollen Romans nach und nach, was sich in jener Nacht, als Dorothys Sohn verschwand, wirklich ereignete...

Fazit:

Ein Roman, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht; voller emotionaler Tiefe und auch Menschlichkeit ist. Mit fein gezeichneten Charakteren aufwartet, die trotz Fehlentscheidungen (und teils -verhalten) sympathisch bleiben, da man die Hintergründe erfährt, die zum jeweiligen Handeln beitrugen. Julia R. Kelly hat hier ein Début vorgelegt mit einem Maß an emotionaler und auch tragischer Tiefe, das einem zuweilen den Atem raubt. Das Meer als weiterer Hauptprotagonist trägt das Seine dazu bei. Eine absolute Empfehlung von mir und ein Chapeau an die Autorin! Ich hoffe auf weitere Romane von ihr und vergebe 5*

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Sommerlich 'freshe' Backrezepte zum Versüßen des Sommers!

Sunny Baking Time
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Von Theresa Haubs erschien "Sunny Baking Time" im (sehr bekannten und ebenso sehr guten) GU-Verlag (HC, 159 S., 2026) in gelungenem Summercover-style.

Der UT sagt schon aus, worum es hier geht: Um 'sommerfreshe' ...

Von Theresa Haubs erschien "Sunny Baking Time" im (sehr bekannten und ebenso sehr guten) GU-Verlag (HC, 159 S., 2026) in gelungenem Summercover-style.

Der UT sagt schon aus, worum es hier geht: Um 'sommerfreshe' (Back)-Rezepte! Im Vorwort der jungen Autorin schildert sie, worauf es ihr ankommt bei den Rezepten: Es sind Familienrezepte von Generationen (bis zur italienischen Uroma), die sie mit allen Menschen teilen möchte, um sich den Sommer zu versüßen. Es handelt sich bereits um das zweite Backbuch von Theresa Haubs und die Rezepte sind wirklich einfach - die Backergebnisse lassen sich sehen (Rezeptfotos regen bereits den Gaumen an).

Einige Klassiker (auch abgewandelte) sind dabei und besonders gefiel mir, dass die Rezeptgruppierungen rund um das jeweilige Obst geordnet sind - so entfällt die Sucherei, wenn ich mal ein Rhabarberrezept ausprobieren möchte z.B. Alle Sunny-Rezepte sind sowohl direkt vorne im Buch als auch im Register (Anhang) leicht zu finden.

Folgende Obstsorten finden sich in den einzelnen Rezepten, die gut erklärt und step-by-step beschrieben sind:

Rhabarber, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Apriposen, Blaubeeren, Kirschen, Mirabellen, Stachelbeeren, Zitronen und - für den Spätsommer/Herbst die Zwetschgen.

Aber auch Banane-/Schoko-/Eierlikör- und Käsesahnerezepte fehlen nicht in diesem Backbuch; die schmecken ja auch ganzjährig :D .

Als großer Rhabarberfan mochte ich die speziellen Rezepte besonders gerne (Muffins und Rhabarber-Grumble), während meine Familie Beeriges und Zitroniges bevorzugt. Hier kommen also alle auf ihre Kosten! Auf das Nachbacken der leckeren Mirabellentarte und des Mirabellenslay freue ich mich noch - und das eine oder andere Dessert wir auch noch probiert (ganz oben Bienenstich im Glas und beerige Wolken z.B.)

An Bonis hat Theresa Haubs auch einiges zu bieten: Baking basics, Pannenhilfe, How to Biscuit und vegane Versionen (auf Wunsch laktose- und/oder glutenfrei) lässt sich jedes Rezept abwandeln. Eine Special Playlist zum Backen (per QR Code bei spotify) ergänzt die bunte Sommerrezept-Backsammlung.

Fazit:

Wer gerne backt (und es ist wirklich nicht schwer, das kann jeder, so die Autorin) und wem noch fruchtige, köstliche, leicht nachzubackende Sommerrezepte fehlen (so wie mir), der sollte hier unbedingt zugreifen! Auch als Geschenk für Backbegeisterte oder solche, die es werden wollen, absolut geeignet. Ich gebe gerne eine Empfehlung und wünsche gutes Gelingen sowie guten Appetit dieser süßen Leckereien! 5*

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Wenn zwei Welten aufeinanderprallen - und Liebe sich dazugesellt....

Solange ein Streichholz brennt
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"Solange ein Streichholz brennt" von Christian Huber ist bisher mein Jahreshighlight 2026: Erschienen ist dieser mitreißende und wirklich gut geschriebene Roman, dem es an einer gewissen gesellschaftlichen ...

"Solange ein Streichholz brennt" von Christian Huber ist bisher mein Jahreshighlight 2026: Erschienen ist dieser mitreißende und wirklich gut geschriebene Roman, dem es an einer gewissen gesellschaftlichen Authentizität nicht mangelt, bei dtv ((HC, 352 Seiten).

Bohm, obdachlos seit einigen Jahren, schnitzt Holzmäuse, die er auf Flohmärkten verkauft, um sich über Wasser zu halten, als ihn ein Mädchen auf die "one-Million-Dollar"-Maus anspricht (interessanter Hintergrund!) und ihm ein Hund zuläuft, dem das Mädchen sogleich einen Namen gibt: Fox. Dieser ist nun Bohms ständiger Begleiter und es ist offensichtlich, dass Bohm dies ebenso gut tut wie auch dem Hund.

Alina Alev, eine junge Reporterin und Journalistin, bekommt beim Sender RTI, für den sie Reportagen macht, eine letzte Chance: Sie soll gemeinsam mit Jakob, der sie hierzu ins Boot holt, eine Mischung zwischen Magazin und Talkshow als Projekt entwickeln, das den Titel "Wie schnell entgleitet ein Leben?" trägt. Alina, deren Eltern sich hochgearbeitet haben in Deutschland, möchte, dass diese auf sie stolz sind und begibt sich auf die Recherche: Unter unzähligen Interview-KandidatInnen ist auch Bohm, der jedoch ihr Angebot (gegen entsprechende Bezahlung) erstmal rundweg ablehnt - wie all' die anderen auf der Straße lebenden Menschen auch.

Doch dann geschieht etwas, das Bohm dazu zwingt, Alinas Angebot doch anzunehmen: Fox wird bei einer Massenkeilerei in einer Spelunke schwer verletzt und mit dem Geld könnte Bohm für die Kosten der OP für seinen Hund aufkommen. Und so begleitet man als Leser Bohm und Alina eine Woche an verschiedenen Schauplätzen, an denen Bohm sich auch sonst aufhält (Suppenküche, Neubauten, in denen Bohm und Fox für eine Nacht sicher sind, aber auch der Tierklinik, von wo Bohm den gesundenden Fox wieder abholen kann und auf dem Jahrmarkt; wo es zu einer lustigen Szene kommt). Um dem Hund eine gute Nachsorge nach der überstandenen OP zu sichern, nimmt Alina Fox bei sich auf, als ihre Eltern zum Brunch kommen, was einmal monatlich Usus ist und wo es später zu einer denkwürdigen Begegnung zwischen Bohm und Jakob kommen sollte. Auch nimmt man an einer Konferenz des Senders RTI (eine Persiflage auf RTL??) teil, wo karrieregeile Mitarbeiter auch über (Hunde)leichen gehen würden, damit das geplante Projekt durch die Decke geht und die Einschaltquoten sehr hoch sind: Jakob ist ein gutes Beispiel dafür, der auch darüber hinaus eine dunkle Seite hat, von der Alina nur durch Zufall erfährt - und das Weite sucht.

Der Vorname von Bohm wird erst ziemlich spät genannt; auch der Grund, weshalb ihm (und vor allem was) vor Jahren der Boden unter den Füßen gezogen wurde - und er wegrannte. Besonders der letzte (4.) Teil des Romans ist sehr aufschlussreich und spart nicht mit Sozialkritik, was mir persönlich sehr gefallen hat. Auch die titelgebenden "Streichhölzer" spielen im Romanverlauf eine durchaus wichtige Rolle - besonders mit Bohm's Erkenntnis, dass irgendwie "immer das Licht gefehlt hat".

Der Schreibstil des Autors sagt mir sehr zu: In kurzen, glasklaren und prägnanten Sätzen ist man sehr schnell mit Bohm und Alina sowie der Handlung vertraut und kann sich gut in beide hineinversetzen; in ihr Denken, Fühlen und Handeln. Beide Figuren werden so authentisch dargestellt, dass sie dem realen Leben wie entliehen scheinen; besonders gut ist das (unschöne) Leben von Bohm auf der Straße beschrieben und so hallt dieser Roman lange beim Leser nach: Gibt es nicht für jeden Menschen Katastrophen, die ihn aus der Bahn werfen können? Weshalb geht die Gesellschaft mit Obdachlosen so empathielos um, ohne die Hintergründe zu kennen? Ich für meinen Teil bin froh, dass es Orte und Plätze sowie Personen und soziale Einrichtungen gibt, die diesen Außenseitern der Gesellschaft zumindest nachts ein Dach über dem Kopf anbieten und eine warme Mahlzeit am Tag. Auch die Tatsache, dass bei Alina im näheren Kennenlernen Gefühle der Zuneigung zu Bohm entstehen, ist nicht abwegig: Unter der (zugegeben ungepflegten) Schale steckt ein toller Mensch "mit Gründen", die zur Obdachlosigkeit führten! In Rückblicken gestattet der Autor nun dem Leser, diese näher zu betrachten.

Fazit:

Ich habe selten einen so erfrischenden, kritischen, unterhaltsamen und wirklich toll geschriebenen Roman mit sehr viel Tiefgang gelesen, der aufzeigt, wie schnell ein Leben haltlos kippen - und auch wieder aufgerichtet werden kann. Durch die Liebe und die Erkenntnis, dass man vor allem davonrennen kann; aber nicht vor sich selbst! Eine absolute Leseempfehlung und Buchtipp von mir mit 5* + sowie einem dankeschön an den Autor und an dtv!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein kleiner Hase sucht den Frühling - und den Anfang von Allem....

Du bist mein Anfang
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"Du bist mein Anfang" der holländischen Autorin und Illustratorin Octavie Wolters erschien 2026 im Verlag Freies Geistesleben; übersetzt aus dem Niederländischen hat es Eva Schweikart. Dieses Buch beeindruckt ...

"Du bist mein Anfang" der holländischen Autorin und Illustratorin Octavie Wolters erschien 2026 im Verlag Freies Geistesleben; übersetzt aus dem Niederländischen hat es Eva Schweikart. Dieses Buch beeindruckt bereits rein optisch durch seine Größe und das wunderschöne Cover, das mich auch neugierig auf diese Geschichte werden ließ.

Inhalt:

"Ein kleiner Hase ist auf der Suche nach dem Frühling, denn er will den Anfang von allem finden.

Er läuft und läuft, immer Richtung Osten, das haben ihm die Eltern empfohlen - denn da müsste der Frühling herkommen. Ganz allein läuft er am Ufer des Flusses entlang, der geheimnisvoll gluckert und Antworten zu plätschern scheint. Unterwegs begegnet der kleine Hase dem Dachs, dem Reh, dem Fuchs, dem Igel und anderen Tieren, erlebt den Lauf der Jahreszeiten und erkennt: Das Ende seiner Suche ist zugleich ein Anfang." (Buchrückseitentext des Verlages)

Meinung:

Die Reise des kleinen Hasen Hops beginnt, als noch Schnee im Tal liegt und er fragt sich, wo das Schneeglöckchen, die Fichte und der Kastanienbaum wohl herkommen. Seine kluge Mutter weiß: "Alles Lebendige kommt vom Frühling" und so macht sich der neugierige kleine Hops auf den Weg in den Osten. Auch der Fluss, dem er folgt und in dem er Antworten sucht, soll ihm den Weg zum Frühling weisen. Auf seinem Weg gen Osten begegnet er nun verschiedenen Tieren wie Dachsen, Rehen, Füchsen und Igel und erfährt mehr von den Jahreszeiten. Die Hauptmotive sind die Tiere und der Hase selbst, die wunderschön und aufwendig im Linolschnitt dargestellt werden: Diese Pracht, selbst wenn sie schwarz/weiss daherkommt, hat mich sehr beeindruckt und ist sehr kunstvoll und wunderschön anzusehen.

So erfährt der kleine Hase auf seinen Wanderstationen immer mehr vom Kreislauf des Lebens und kommt am Ende an dessen Ursprung - und seinem eigenen - an, wo bereits die Eltern auf ihn warten.

Fazit:

Ein Buch zum Nachdenken, zum Betrachten und Diskutieren, das sich aufgrund des Themas sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sehr eignet. Der Linolschnitt bringt noch dazu etwas sehr Kunstvolles (vor dem ich großen Respekt zeige, da Linoldrucke sehr viel Genauigkeit und Zeit erfordern) hinzu, das diesem Buch etwas ganz Besonderes verleiht. Ich kann mir sehr gut z.B. Großeltern vorstellen, die mit den Enkelkindern diese wundervollen Bilder betrachten und die Fragen der Kinder beantworten. Ich schließe mich gerne der Autorin an, die jedem Kind z.B. einen Hoopsie oder Hoppel, einen Hops oder Ähnliches wünscht, "das bereits von Anfang an da ist" und gebe eine absolute Empfehlung sowie 5 * für Text und für die großartigen und sehr kunstvollen Linolschnitt-Abbildungen.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Bücherdiebe des Graphischen Viertels zu Leipzig

Das Antiquariat am alten Friedhof
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"Das Antiquariat am alten Friedhof" von Kai Meyer ist der Ort, an dem der 4. Band um Geheimnisse des Graphischen Viertels angesiedelt ist. Der Roman erschien 2025 im Knaur-Verlag (geb., HC, 510 Seiten).

"Die ...

"Das Antiquariat am alten Friedhof" von Kai Meyer ist der Ort, an dem der 4. Band um Geheimnisse des Graphischen Viertels angesiedelt ist. Der Roman erschien 2025 im Knaur-Verlag (geb., HC, 510 Seiten).

"Die Bücherstadt Leipzig, 1930: Inmitten unruhiger Zeiten versammeln sich vier junge Männer in einem Antiquariat im Graphischen Viertel. Alle sind Söhne aus gutem Haus, alle sind vom Leben gelangweilt. Statt ihrem Studium nachzugehen, gründen Felix, Vadim, Julius und Eddie den "Club Casaubon". Getrieben von ihrer Leidenschaft für Literatur und der Lust am Abenteuer werden sie zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Doch als die rätselhafte Eva zum Club stößt, werden sie immer tiefer in die Pläne erbarmungsloser Mächte hineingezogen.

Fünfzehn Jahre später, 1945: Nach dem Krieg arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner, um Millionen von geraubten Büchern zu katalogisieren. Seine Mission führt ihn zurück in das zerstörte Leipzig. Die Freunde von damals sind verschollen - oder nicht wiederzuerkennen. Und ist Eva wirklich tot? Während die Stadt unter dem Druck der nahenden sowjetischen Besatzung steht, gerät Felix in ein Netz aus Intrigen und tödlichen Geheimnissen, das seinen Ursprung in den finstersten Winkeln seiner Vergangenheit hat."

(Quelle: Buchrückentext des Knaur Verlages)

Wie die Vorgängerbände, die in der Reihe um das Graphische Viertel bereits erschienen sind (und alle unabhängig voneinander äußerst lesenswert sind), geht es auch hier um Geheimnisse, um Freundschaft und Verrat im Bann der Bücher; wobei okkulte Bücher (die tatsächlich existieren, von denen ich aber noch nie gehört hatte) hier eine besondere Rolle spielen. Die vier Freunde nehmen eines Tages einen "Spezialauftrag" an, der sich als äußerst gefährlich erweisen sollte. Felix, das Hauptprotagonist, ist vor 15 Jahren nach Amerika ausgewandert und soll auf Patmos geraubte Bücher sichten und in Sicherheit bringen. Er ist Mitarbeiter der Publication Control Branch und wird eines Tages wieder nach Leipzig berufen (das er zerstört und voller Ruinen vorfindet; das graphische Viertel wurde 1943 dem Erdboden gleichgemacht), da dort ein ominöser Vorleser in amerikanischem Gewahrsam ist, der behauptet, es gäbe eine Privatbibliothek Hitlers und nur er könne Felix (und er möchte nur mit ihm sprechen) anvertrauen, wo sich diese befindet: Im Gegenzug verlangt er jedoch ebenfalls etwas. Ist der Mann hinter der Maske (das Gesicht wurde bei einem Luftangriff zerfetzt) wirklich Vadim Seewald, der Eigentümer des alten Antiquariats?

Dies und vieles mehr herauszufinden, ist Aufgabe des geneigten Lesers, der hier Zeitgeschichte zwischen 1930 und 1945 gepaart mit viel Spannung, Agenten, okkulten Büchern, einer Gruppe abenteuerlustiger Studenten und einer mutigen Frau konfrontiert wird. Diverse Personen selbst zu recherchieren (etwa den Zauberer Aleister Crowley), dem man im Buch kurz begegnet, oder die Geschichte des Krystallpalasts (Feierbabylon genannt) in Leipzig fand ich äußerst spannend. Meyer lässt den Leser lange im Dunkeln, was die Zusammenhänge der agierenden Personen betrifft, während die beiden Zeitstränge immer mehr aufeinander zulaufen und mehr und mehr Helligkeit ins (oft auch grausame) Dunkel bringen. Auch von "Litéraire automatique" hatte ich nie zuvor gehört. Schön fand ich, dass man Figuren aus früheren Bänden hier wiedertrifft: Cornelius Frey und noch jemanden tauchen im Roman auf. Die spannendsten Seiten waren für mich die Reise mit Eva im Lazarettzug quer durch die Karpaten, die es aus dem Osten kommend nach Deutschland gegen Kriegsende tatsächlich gab (über Bibliothekswaggons konnte ich leider wenig finden). Hier ist das Nachwort des Autors interessant, dessen Großvater als Arzt in diesen Lazarettzügen mitfuhr.

Um nicht zu spoilern, möchte ich nicht mehr über den Inhalt dieses grandiosen Romans erzählen, der den Leser ins historische Leipzig führt, auch nach Patmos und für eine kurze Zeit an die Amalfiküste. Man sollte sich diese spektakuläre, erdachte Geschichte, die jedoch reale Persönlichkeiten und eine atmosphärische Historie in Leipzig beinhaltet, selbst erlesen (inclusive einem fulminanten Ende und einem Showdown in der Villa Bittner, der es in sich hat.

Fazit:

Ich habe sämtliche Vorgänger mit Begeisterung gelesen und hatte den Eindruck, dass das meisterhafte und gekonnte Verweben verschiedener Genres (Historie, Mystery, Fantasy und Spannung) noch eine Steigerung erfahren hat, von mir also eine absolute Leseempfehlung für alle Fans dieses außergewöhnlichen Autors! 5*

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