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Silkem

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2021

Lesenswerter vierter Band

Wisting und der See des Vergessens
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"Wisting und der See des Vergessens" von Jorn Lier Horst ist ein typischer norwegischer Krimi: unaufgeregt, gemütlich, ohne viel Blut - und trotzdem spannend bis zur letzten Seite.
Klappentext:
William ...

"Wisting und der See des Vergessens" von Jorn Lier Horst ist ein typischer norwegischer Krimi: unaufgeregt, gemütlich, ohne viel Blut - und trotzdem spannend bis zur letzten Seite.
Klappentext:
William Wisting erhält einen merkwürdigen Brief. Auf dem weißen Blatt steht lediglich die Zahlenfolge »12-1569/99«, die Fallnummer eines Mordes aus dem Jahr 1999. Die 17-jährige Tone verschwand damals auf dem Heimweg von der Arbeit, man fand kurz darauf ihre Leiche, der Täter wurde verurteilt. Scheinbar ein schnell geklärter Mord, der in Vergessenheit geriet, obwohl der Verurteilte stets seine Unschuld beteuerte. Mittlerweile hat er seine Strafe abgesessen. Und ausgerechnet jetzt hält das Verschwinden einer jungen Frau das Land in Atem. Ein Fall mit erschreckenden Parallelen zu Tones Ermordung! Wisting beginnt zu ermitteln, doch nicht jedem gefällt, dass er die Sache neu aufrollt …
Das Buch ist auch dann gut verständlich, wenn die anderen Bücher der Reihe - "Der See des Vergessens" ist bereits der 4.Band - nicht bekannt sind.
Zwar tauchen altbekannte Figuren wieder auf und auch Wisting entwickelt sich weiter, aber der Band ist auch ohne Vorinformationen gut zu lesen.
Wie in den vorangegangen Büchern der Reihe ermittelt Wisting in einem Cold Case und findet - im Gegensatz zu seinen Kollegen - die Lösung. Obwohl das ganze vorhersehbar ist, gelingt es Horst die Spannung bis zum Schluss zu halten.
Wie jedes Mal greift Horst auch in diesem Krimi die gesellschaftliche Realität Norwegens auf und baut sie gut in die Geschichte ein.
Was mich ein wenig geärgert hat, ist die Headline auf der Rückseite: 17 Jahre unschuldig im Gefängnis, 17 Jahre Zeit zu planen. Hier nimmt der Verlag die Lösung des Falles quasi vorweg - und auch wenn ich es als Leserin der Wisting-Reihe erwarte, dass der Fall aufgeklärt wird, finde ich das Spoilern blöd. Wenn die Lösung dann doch nicht ganz so einfach sein sollte - ich will ja den Schluss nicht vorwegnehmen -, dann fühle ich mich als Leserin aufs Glatteis geführt. Ein renommierter Verlag wie Piper hat das eigentlich nicht nötig.
Ein lesenswerter Krimi für alle Fans gut aufgebauter skandinavischer Krimis.

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Veröffentlicht am 22.09.2021

Wie immer lesenswert

Sörensen am Ende der Welt
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Obwohl ich nicht so sehr auf humoristische Bücher stehe, liebe ich die "Sörensen-Reihe" von Sven Stricker und so habe ich sehr auf sein neues Buch "Sörensen am Ende der Welt" gefreut. Und so viel schon ...

Obwohl ich nicht so sehr auf humoristische Bücher stehe, liebe ich die "Sörensen-Reihe" von Sven Stricker und so habe ich sehr auf sein neues Buch "Sörensen am Ende der Welt" gefreut. Und so viel schon einmal vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht.
Klappentext:
Kommissar Sörensen, gerade erst endgültig von Hamburg in das nordfriesische Katenbüll umgezogen, gibt die Hoffnung auf, in der Provinz Ruhe zu finden. Im Koog wird eine Leiche gefunden – erstochen mit einem Schraubenzieher. Und der letzte Mensch, der den Toten lebend gesehen hat, ist spurlos verschwunden: der junge Ole Kellinghusen, werdender Vater und ein guter Freund von Sörensen. Der immer noch unter seiner Angststörung leidende Ermittler stellt fest: Die Angst kennt viele Gesichter. Und der Tote hat sich jahrelang auf das Ende der Welt vorbereitet – nur nicht auf sein eigenes.
Wie immer gelingt es Sen Stricker, philosophische Gedanken in einen an sich humorvollen Krimi zu verpacken und auch beim dritten Mal habe ich mich keineswegs gelangweilt. Alle Figuren, nicht nur Sörensen selbst (der Vorname wird auch dieses Mal nicht verraten), sondern auch Ole, Jennifer und sämtliche Nebenfiguren sind liebevoll und glaubwürdig gezeichnet.
Die Story wird beim Schreibstil von Sven Stricker fast zur Nebensache. Unwahrscheinlich, dass in Katenbüll so viele Morde geschehen und auch die Auflösung des Falles fand ich nicht so glaubwürdig. Es endete dann doch ein wenig im Klamauk.
Selten überzeugen mich Verfilmungen von Büchern und auch hier finde ich die Bücher deutlich besser als die Filme. Die Besetzung von Sörensen mit Bjarne Mädel ist jedoch ein Glücksgriff. Er verkörpert Sörensen so, wie ich ihn mir vorstelle - auch auf dem Cover.
Leseempfehlung! *****

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Authentische Geschichte zweier junger Frauen in der Nachkriegszeit - gefühlvoll und anrührend

Das Haus am Deich – Fremde Ufer
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Mit großer Begeisterung habe ich vor einiger Zeit die "Nordseehof"-Trilogie von Regine Kölpin gelesen. Vor einer Woche erst habe ich die Rezension zu dem Roman "Der Flug der Nonnengänse" geschrieben, ...

Mit großer Begeisterung habe ich vor einiger Zeit die "Nordseehof"-Trilogie von Regine Kölpin gelesen. Vor einer Woche erst habe ich die Rezension zu dem Roman "Der Flug der Nonnengänse" geschrieben, den sie unter dem offenen Pseudonym Franka Michels veröffentlicht hat und das mich sehr berührt hat. Und heute nun "Das Haus am Deich - Fremde Ufer". Ich war sehr gespannt, denn bei Autorinnen, die ich gerne lese, bin ich auch schon das ein oder andere Mal enttäuscht worden.
Klappentext:
In ihrem Roman „Das Haus am Deich – Fremde Ufer“ erzählt SPIEGEL-Bestsellerautorin Regine Kölpin die Geschichte zweier ungleicher Freundinnen. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familien geht es in diesem 1. Band der dreiteiligen Saga um die Jahre 1947 – 1950, um Flucht, Neuanfang und Suche nach Heimat.
1947: Nach einer dramatischen Flucht aus Stettin findet die junge Frida mit ihren Eltern in der Wesermarsch Zuflucht – Heimat ist es nicht. Um zu überleben, muss die Familie auf einem Bauernhof hart arbeiten; Fridas Traum, Pianistin zu werden, rückt in weite Ferne. Auch ihre Kindheitsfreundin, die Anwaltstochter Erna, kann ihr nicht helfen. Denn auch sie tut sich schwer, in Norddeutschland anzukommen, und findet zudem bei ihren Eltern keinen Halt, als sie unehelich schwanger wird. Erst ein kleines Haus direkt am Deich bringt Hoffnung – auf Wärme, Zugehörigkeit, ja sogar eine neue Heimat!
Vor der atmosphärischen Kulisse Norddeutschlands entfaltet sich in „Das Haus am Deich“ das Schicksal zweier Frauen und ihrer Familien: wahrhaftig, atmosphärisch und bewegend!
Ich gebe zu, der Einstieg in das Buch ist mir etwas schwerer gefallen als erwartet. Die Geschichte beginnt 1947 in Butjadingen und am Anfang gibt es viele Rückblenden zu den Geschehnissen in Stettin und der Flucht in den Westen. Hier wird viel erzählt und trotz der authentischen Schilderungen fiel es mir manchmal schwer mich in Frida und Erna hineinzuversetzen.
Die beiden jungen Frauen, die bereits in Stettin in sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen lebten, verbindet eine wunderbare Freundschaft, die auch die sich verfestigenden Gegensätze im Westen überbrückt.
Nach den ersten Schwierigkeiten hat mich die Geschichte von Frida und Erna in ihren Bann gezogen und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Regine Kölpin gelingt es wie auch in den vorangegangenen Büchern, die ich gelesen habe, ihre Liebe zum Meer und zu den Menschen in einer eindrucksvollen Story zusammenzufügen. Dabei sorgt der flüssige Stil für Lesegenuss.
Frida und Erna sind zwei junge Frauen mit Ecken und Kanten. Sie machen nicht alles richtig, sie sind nicht immer nur sympatisch, aber gerade deshalb sind sie glaubwürdig. Regine Kölpin schildert die Entwicklung zweier Frauen in einer schwierigen, gesellschaftlich von Grenzen und Normen geprägten Zeit, die doch noch gar nicht so lange zurück liegt. Das Deutschland der Nachkriegsjahre wird durch die Schilderungen wieder lebendig.
Das Buch hat alles, was zu einer guten Geschichte gehört: große Gefühle wie Neid und Missgunst, Liebe und Freundschaft und eine Landschaft, die zu diesen Gefühlen passt.
Das wunderbare Cover erinnert an die Nordseehof-Trilogie und zeigt Frida und Erna so, wie ich sie mir vorstelle: Innig verbunden auf dem Weg am Deich.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger - und der zweite Band erscheint erst im Dezember 2021. So weiß ich auf jeden Fall, was ich mir zu Weihnachten wünsche.
Einen Sternenregen für Regine Kölpin, Frida und Erna und die einfühlsame Geschichte über zwei starke junge Frauen am Meer. Eine absolute Lese-Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Inspirierend von der ersten bis zur letzten Seite

Der Zug der Nonnengänse
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Das Buch "Der Zug der Nonnengänse" von Franka Michels konnte ich kaum noch aus der Hand legen, nachdem ich angefangen habe zu lesen. Jede einzelne Seite erzählt von der Liebe zum Meer, zu den Vögeln und ...

Das Buch "Der Zug der Nonnengänse" von Franka Michels konnte ich kaum noch aus der Hand legen, nachdem ich angefangen habe zu lesen. Jede einzelne Seite erzählt von der Liebe zum Meer, zu den Vögeln und zu den Menschen. Dabei schreibt Franka Michels mit sehr viel Empathie, so dass ich mich sofort mit den beiden Frauen Amelie und Bente identifizieren konnte.

Klappentext:
Vom Gehen und Kommen des Glücks:
»Der Zug der Nonnengänse« ist ein bewegender Roman über eine besondere Frauen-Freundschaft, schicksalhafte Entscheidungen und die inspirierende und tröstende Kraft der Natur.
Wenn sich der Himmel über der Insel Langeoog mit mächtigem Flügelrauschen füllt, dann kehren die Nonnengänse heim in ihr Winterquartier.
Nichts gibt der 60-jährigen Amelie so viel Trost und Kraft zugleich wie Wanderungen in der sich stetig wandelnden Natur des Wattenmeers und der Anblick der eleganten Zugvögel – ganz besonders jetzt, wo ihr wegen einer Krebs-Erkrankung nur noch wenig Zeit bleibt. Eine einzige Sache würde Amelie gerne noch ins Reine bringen, wenn sie nur wüsste, wie …
Als Bente auf der Insel eintrifft, ahnt Amelie sofort, was in der 20 Jahre Jüngeren vorgeht: Zu gut kennt sie selbst die widerstreitenden Gefühle, die Bente umtreiben.
An langen Nachmittagen in der Natur Langeoogs, wo die beiden Frauen Amelies geliebte Nonnengänse beobachten, entsteht eine tiefe Freundschaft, die schließlich beiden den Weg weisen wird.

Die Geschichte von Amelie und Bente ist eine Geschichte vom Leben und vom Sterben, ohne dabei theatralisch oder melancholisch zu werden. Es ist eine Geschichte über die alltäglichen Probleme von Frauen, ohne banal zu werden. Franka Michels strahlt dabei sehr viel Lebensweisheit aus, ohne belehrend zu werden und überall dem steht die Liebe zur Natur und den Vögeln, die die Autorin gekonnt nutzt, um ihren Figuren mehr Tiefe zu geben.
Ein Buch über zwei starke Frauen, ein Frauenbuch, das ich aber auch Männern gerne empfehlen möchte.
Der beschreibende, aber nie schwülstige Stil von Franka Michels macht das Buch zu einem echten Lesevergnügen und bei aller (Be-)Sinnlichkeit ist das Buch bis zur letzten Seite spannend.
Die Landschaftsbeschreibungen machen Lust auf Langeoog (ich war noch nie dort, kann mir die Insel jetzt aber gut vorstellen). Das Cover ist wunderschön und passt zur Geschichte.
Herzlichen Dank Regine Kölpin für dieses tolle Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und von ganzem Herzen weiterempfehle.
Möge es Sterne regnen und die Nonnengänse immer wieder ziehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Ich hoffe, es gibt doch noch eine Fortsetzung

Amanda von Waisland
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Mit sehr viel Wehmut habe ich den 4.Band "Amanda von Waisland - Uruqhas Tochter" von Angela Rose Burkart zu Ende gelesen. Diese Wehmut ergreift mich immer, wenn wunderbare Serien zu Ende gehen, sind mir ...

Mit sehr viel Wehmut habe ich den 4.Band "Amanda von Waisland - Uruqhas Tochter" von Angela Rose Burkart zu Ende gelesen. Diese Wehmut ergreift mich immer, wenn wunderbare Serien zu Ende gehen, sind mir die Figuren über vier Bände doch richtiggehend ans Herz gewachsen.
Ging es im dritten Band sehr viel um Liebe, so geht es im 4.Band um Verrat und Treue, um das Richtige im Falschen und um die Weiterentwicklung der einzelnen Figuren. Einige Personen, die ich im 3.Band schmerzlich vermisst hatte, bekommen dabei wieder ausreichend Raum.
Klappentext:
»ES SCHEINT MEIN SCHICKSAL ZU SEIN, GEFÄHRLICHE WEGE ZU GEHEN.« Sonnenschein liegt auf Waislands blühenden Fluren, als Amanda auf den Zinnen ihrer stolzen Burg steht und auf Vater Andion wartet, den Priester ihrer verehrten Kriegsgöttin Tantara. Endlich ist das Land befriedet, alle Schlachten sind geschlagen. Doch als sich ein golden leuchtender Heerzug aus dem Wald auf Waisland zuschiebt, der statt Andion den Hohen Priester Juron ankündigt, weiß Amanda, dass sie es mit einem Gegner zu tun bekommt, dem sie nicht offen begegnen kann und der sie doch mitten ins Herz treffen wird. Hilfe bietet sich von unerwarteter Seite, doch kann eine göttliche Schlange wirklich eine Hilfe sein oder stellt sie nicht vielmehr eine weitaus größere Bedrohung dar? Selbst die Wölfe aus den Bergen schicken eine Botin, die vor tödlicher Gefahr warnt. Doch Amanda muss diesen letzten Weg zu Ende gehen, welche Opfer es auch kosten mag, um ihre Freunde zu schützen und ihr Wort einzulösen.
Wie alle Bände vorher herrlich flüssig geschrieben, toller Spannungsaufbau und ein sehr passendes Cover. Am besten hat mir - bei aller Wehmut - der Schluss gefallen: Es gibt noch genug Potential für einen fünften Band. Ich würde ihn auf jeden Fall wieder lesen.

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