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Veröffentlicht am 16.09.2019

Die Götter sind los

Staub & Flammen
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Achtung! Da es sich hier um den zweiten Band einer Reihe handelt, könnten inhaltliche Spoiler vorhanden sein!
Livia ist erst vor kurzem mit ihren Eltern nach Paris gezogen. Dort lernt sie den geheimnisvollen ...

Achtung! Da es sich hier um den zweiten Band einer Reihe handelt, könnten inhaltliche Spoiler vorhanden sein!
Livia ist erst vor kurzem mit ihren Eltern nach Paris gezogen. Dort lernt sie den geheimnisvollen Maél kennen, der ihr eine Welt innerhalb der Stadt zeigt, die nahezu unglaublich klingt: denn in Paris leben Götter mitten unter den Menschen. Und Maél ist einer von ihnen, zuminest ein halber, auch Halbgott genannt. Hals über Kopf verlieben sich die beiden, doch dann passiert etwas und Maél wird vor dem Olymp angeklagt. Gemeinsam mit Maéls Halbbruder Enko versucht Livia Maéls Unschuld zu beweisen.
Meine Meinung

Die Cover sind hier ein absoluter Hingucker und sie sehen nebeneinander absolut genial aus. Auf diese Fortsetzung war ich auch so richtig gespannt, denn der erste Band war nicht nur ein Highlight, sondern endete auch mit dem berühmten Cliffhanger. Der Einstieg in den zweiten Band fällt leicht, denn die Handlung knüpft hier recht zeitnah ans Ende des ersten Bandes an. Immer wieder streut die Autorin kleinere Gedankenstützen mit ein, so dass man schnell wieder weiß, was zuvor geschehen ist.
Wie auch schon im ersten Band der Dilogie gefiel mir auch hier der locker, leichte Schreibstil der Autorin Kira Licht richtig gut. Neben witzigen Dialogen, die immer mal wieder zu Schmunzeln bringen, ist es noch jung und modern und es macht Spaß, die Götter und Halbgötter der Mythologie zu beobachten.
Allerdings fand ich es, vor allem zu Beginn des Buches, etwas zäh vom reinen Tempo her. Dachte ich, es gäbe gleich Action, gab es zu weiten Teilen im ersten Band eher Alltäglichkeiten. Hier hätte ich von Protagonistin Livia durchaus mehr erwartet, vor allem hatte ich gehofft, viel viel mehr über ihre Fähigkeiten als Nymphe zu erfahren. Doch gerade die erste Hälfte des Buches legt den Fokus auf die Freundschaft, zwischen Livia und den beiden Mädels Jemma und Gigi aus der Schule. Man trifft auf bekannte Personen, lernt aber den ein oder anderen neuen Charakter kennen. Diese werden hier vor so manch einem Problem gestellt, wobei mir hier die Lösungen doch häufiger zu leicht waren.
Witzig finde ich nach wie vor, dass all die Götter und Halbgötter mitten unter uns wohnen. Dadurch wirken sie zwar ein wenig so wie du und ich, doch gefielen mir die Ideen rund um die Götter, die Kira Licht hier mit einbaut.
Wie auch der erste Band wird auch der Abschluss der Dilogie in der Ich-Perspektive aus Livias Sicht erzählt. Livia ist mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und sie ist rundum sympathisch. Sie bleibt sich und ihre Art treu und auch hier mochte ich ihre doch sehr schlagfertige Art. Auch ihre beiden Freundinnen Gigi und Jemma muss man einfach mögen, aber auch die vielen anderen Nebencharaktere punkten mit ihren vielen Facetten. Die Freundschaft und der Zusammenhalt stehen hier absolut im Mittelpunkt und machen für mich auch den Kern der Geschichte aus.
Mein Fazit

Durch den etwas zähen Einstieg in den zweiten Band fand ich diesen einen Tick schwächer als den ersten, doch wer wissen möchte, wie es mit Livia und all ihren Freunden weitergeht, ist dieses Buch Pflicht. Im zweiten Band stehen die Freundschaft und der Zusammenhalt absolut im Vordergrund und bekannte aber auch neue Charaktere sorgen für Abwechslung. Die Sicht auf die Götter ist absolut ungewöhnlich und gerade mit Protagonistin Livia und deren Zusammenspiel gab es hier doch immer wieder Momente zum Schmunzeln. Für mich hätte es ruhig etwas mehr Action und Überraschungen geben können, doch alles in allem ein runder Abschluss der Dilogie.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Sorgt für #herzpogo

Nayra und Jo
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Sommer, Sonne, Festivalzeit, Nayra genießt das Leben und tobt gemeinsam mit ihren Freunden über die Festivalwiesen. Kein Wunder, dass sie dabei mit einem Jungen zusammenprallt. Doch dieser Knall löst nicht ...

Sommer, Sonne, Festivalzeit, Nayra genießt das Leben und tobt gemeinsam mit ihren Freunden über die Festivalwiesen. Kein Wunder, dass sie dabei mit einem Jungen zusammenprallt. Doch dieser Knall löst nicht nur Kopfschmerzen aus, sondern auch Herzpogo, denn Jo, mit dem Nayra zusammenstößt, ist die große Liebe und das auf dem ersten Blick. Gemeinsam verbringen sie einen Tag und eine Nacht auf dem Festival, doch als schwere Unwetter aufziehen, müssen sie schnellstmöglich das Festivalgelände verlassen. Durch wirklich blöde Zufälle verlieren die beiden sich aus den Augen, doch vergessen können sie sich nicht. Nun sind sie auf der Suche nacheinander, denn das #herzpogo war unbeschreiblich.
Meine Meinung
Das Cover finde ich richtig hübsch und es passt wirklich wunderbar zum Inhalt der Geschichte. Diese Geschichte hat mich in kürzester Zeit verzaubert, denn sie ist nicht die typische Young Adult Story, wie man sie schon zu oft gelesen hat. Anke Weber erzählt so locker und leicht, als würde die Geschichte wirklich durch die beiden Protagonisten Nayra und Jo wiedergegeben. Sprachlich ist sie jung und modern und ich habe der Autorin die gesamte Geschichte genau so auch abgenommen.
Die beiden Charaktere verlieben sich, schnell und heftig, aber ich habe ihnen diese große Liebe auf den ersten Blick abgekauft. Bei dem plötzlichen Ende des Festivals verlieren sie sich aus den Augen, doch aus dem Sinn gehen sie sich nicht. Man begleitet die beiden bei der Suche nacheinander und man hofft und bangt mit ihnen. Dabei gibt es immer wieder so viele Zufälle, so viele Beinahebegegnungen, dass man einfach mit den Beiden mitleidet und mithofft.
Was hier so richtig gelungen ist, ist das Festival Feeling, dass die Autorin beschreibt. Ich hörte die Bands im Hintergrund spielen, während ich tief in der Geschichte versunken bin. Ich spürte den Matsch unter den Fußsohlen, sah den Moshpit und bekam einfach auch mit Feierlaune. Die gesamte Atmosphäre ist einfach locker und lebendig und auch wenn die Autorin sich nicht in endlosen Details verliert, absolut glaubwürdig und vorstellbar. Genauso muss ein Festival sein!
Aus wechselnder Perspektive, jeweils in der Ich-Form, erzählen die beiden Protagonisten Nayra und Jo. Beide Charaktere sind mir ganz schnell ans Herz gewachsen, sie sind weder junges, schüchternes Mädchen noch Bad Boy, sondern einfach mega natürlich. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, wie es ist, mit ihnen auf den Festivals zu feiern. Auch wenn die beiden Charaktere sich nur kurz begegnet sind, habe ich sofort gespürt, was auch sie gespürt haben: nämlich die große Liebe.
Doch nicht nur Nayra und Jo sind hier lebendig und authentisch gezeichnet, sondern auch ihre Freunde. Allen voran die besten Freunde Tessa und Karl. Zwar bleiben diese hier etwas im Hintergrund, wirken aber genauso sympathisch wie die Protagonisten.
Mein Fazit
Nayra und Jo ist ein herrlich erfrischender und anderer Liebesroman in diesem Genre, der mir richtig viel Spaß gemacht hat. Ich habe mich gemeinsam mit den Protagonisten verliebt und mit ihnen über die Festivals getanzt. Lebendige Charaktere, eine mindestens genauso lebendige Atmosphäre und ganz viel Herzpogo haben die Seiten beim Lesen nur so verfliegen lassen. Wenn ihr einmal die etwas andere Liebesgeschichte lesen wollt, dann zittert doch einfach einmal mit Nayra und Jo mit. Vielen Dank, Anke Weber, für diese herzliche und einfach andere Geschichte!

Veröffentlicht am 08.09.2019

Für Kenner der Serie

Grabesgrund
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Bei Grabungsarbeiten auf einem Feld wird ein Kampfflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg ausgegraben, am Steuer sitzt noch sein Pilot. Alles deutet darauf hin, dass es sich um den Aristokraten Fred Blackstock ...

Bei Grabungsarbeiten auf einem Feld wird ein Kampfflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg ausgegraben, am Steuer sitzt noch sein Pilot. Alles deutet darauf hin, dass es sich um den Aristokraten Fred Blackstock handelt, dessen Familie immer noch in der Gegend lebt. Doch eigentlich ist das ein Ding der Unmöglichkeit, denn Fred Blackstock starb in einem ganz anderen Flugzeug, zumindest wurde das vermutet. Die Spuren führen DcI Nelson und die forensische Archäologin direkt zum Anwesen der Blackstocks. Schnell wird auch hier klar, dass die Blackstocks ein Geheimnis hüten, ein Geheimnis, das viele Jahrzehnte alt ist.
Meine Meinung
Mit Grabesgrund erschien im Rowohlt Verlag der bereits siebte Fall für die forensische Archäologin Ruth Galloway und DCI Nelson. Allerdings habe ich als Quereinsteiger mit diesem Band begonnen, was den Krimi für mich vor allem zu Beginn ein wenig schwieriger gestaltet hat.
Elly Griffiths schreibt sehr klar und direkt, was auch durch die Zeit, die Gegenwart, in der sie schreibt, noch betont wird. Der reine Fall ist inhaltlich auf jeden Fall leicht verständlich und ich hatte beim Lesen dieses “very british” Gefühl.
Die Geschichte ist ein eher unaufgeregter Krimi, der in einem ruhigen Ton erzählt wird und ohne blutige Szenen und haufenweise Action auskommt. Trotzdem ist es interessant, gemeinsam mit der Archäologin und dem DCI auf Spurensuche zu gehen. Vor allem, weil es sich um einen Cold Case handelt. Diese Fälle finde ich immer sehr interessant, wenn längst verloren geglaubte Geheimnisse der Vergangenheit in der Gegenwart wieder zum Vorschein kommen.
Bei vielen Krimireihen kann man auch als Quereinsteiger locker loslesen. Das ist hier allerdings nicht der Fall, denn es hat hier eine Weile gebraucht, bis ich hinter all die persönlichen Beziehungen geblickt habe, bzw. habe ich da nach wie vor noch nicht den richtigen Durchblick. Gerade was Ruth Galloway und ihre unterschiedlichen Beziehungen angeht, stand ich auf dem Schlauch und es hat auch etwas gedauert, bis ich die Personen zuordnen konnte. Das wird Freunden der Reihe selbstverständlich leicht fallen, deswegen denke ich, dass es gerade für Liebhaber der Reihe spannender wird.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass man als Leser beim reinen Fall gut miträtseln kann. So wie ich es herausgelesen habe, sind die anderen Fälle für Ruth Galloway weiter in der Vergangenheit angesiedelt, so dass dieser Band ein wenig aus der Reihe fällt.
Die Charaktere der Geschichte blieben mir ein wenig fern und es fiel mir schwer, mich hier in die Personen hineinzufühlen. Was aber, wie zuvor schon erwähnt, eher daran lag, dass ich die einzelnen Charaktere einfach zu wenig kannte. Für mich lasen sich die Beziehungen untereinander noch ein wenig konfus. Ruth mochte ich schon irgendwie mit ihrer neugierigen Art, die es anderen nicht so leicht macht. DCI Nelson hingegen konnte ich noch nicht so richtig einsortieren. Aber aus reiner Neugier, werde ich hier wohl mal in die Vorgänger hineinschnuppern.
Mein Fazit
Ein ruhiger und unblutiger Krimi, der erst zum Ende hin mehr Fahrt aufnimmt. Trotzdem bleibt die reine Suche nach der Wahrheit schon sehr interessant und spannend erzählt. Mir als Quereinsteiger fiel es nicht leicht, den persönlichen Geschichten der Hauptcharaktere zu folgen. Von daher ist das Buch vor allem für Liebhaber der Reihe geeignet. Allen anderen rate ich wohl, hier auch tatsächlich in chronologischer Reihenfolge zu lesen, damit man die privaten Verstrickungen besser versteht.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Auf jeden Fall mal etwas anderes

Die goldenen Wölfe (Bd. 1)
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Paris im Jahre 1889, während viele Gäste für die Weltausstellung die Stadt bereisen, plant der Hotelier und Kunstexperte Séverin Montagnet-Alarie etwas ganz anderes. Mit einer Gruppe von vier weiteren ...

Paris im Jahre 1889, während viele Gäste für die Weltausstellung die Stadt bereisen, plant der Hotelier und Kunstexperte Séverin Montagnet-Alarie etwas ganz anderes. Mit einer Gruppe von vier weiteren Verbündeten ist er auf der Suche nach einem Artefakt, dem Horus-Auge. Dieses Auge soll ihm helfen, seinen rechtmäßigen Platz in einem der vier in Paris herrschenden Adelshäusern einzunehmen. Denn von den vier Häusern existieren derzeit nur noch das Haus Nyx und das Haus Kore, das dritte Haus, das Haus der Vanth sollte eigentlich von Séverin beerbt werden, doch als Bastard wurde ihm das Patriachat aberkannt. Das vierte Haus ist das gefallene Haus, das schon vor einigen Jahren verbannt wurde. Nun sinnt Séverin nach Rache und dem, was ihm eigentlich zustehen würde, das Haus der Vanth.
Meine Meinung
Dieses Buch ist sowohl optisch als auch haptisch ein absolutes Highlight und der Klappentext, der gleich nach Schatzsuche und Abenteuer klang, machte mich umgehend neugierig. Auch die gesamte Grundidee der Autorin Roshani Chokshi ist einmal etwas ganz anderes, doch ganz davon überzeugt bin ich leider noch nicht, dazu später aber mehr.
Was mir hier sehr gut gefiel, ist der gesamte Stil, mit der die Autorin ihre Welt und ihre Charaktere darstellt. Sie beschreibt bildgewaltig und trotzdem lässt es sich gut und flüssig lesen, da es nicht zu sehr aus- und abschweift.
Mit ihren Charakteren sind ihr ebenfalls ganz besondere Figuren gelungen, die lebendig und authentisch wirken und durch ihre Andersartigkeit eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Sieht es auf den ersten Blick so aus, als würde Protagonist Séverin und seine Geschichte im Mittelpunkt stehen, kristallisiert sich schnell heraus, dass auch die weiteren Mitglieder seiner Gruppe genauso wichtig für das Geschehen sind. Diese Gruppe und die Dynamik zwischen ihnen hat mir absolut gefallen, so gibt es selbst in spannenden Momenten durchaus lustige Dialoge, mit denen sich die Charaktere necken. Für viele sind die Menschen der Gruppe Aussenseiter auf Grund ihrer Art, für Séverin sind sie jedoch viel mehr und er akzeptiert sie so, wie sie sind. Einzig was mich hier ein wenig gewundert hat, war das Alter der Charaktere, z. B. Laila wirkte auf mich deutlich älter, als sie es letzendlich war und auf den ersten Seiten habe ich mir sowohl Séverin als auch seinen überaus schlauen Freund Enrique als zwei Herren im mittleren Alter vorgestellt. So passte mir dann ihr eigentliches Verhalten nicht ganz zu dem angeblichen Alter.
Womit ich dann so meine Schwierigkeiten hatte, war der Einstieg in diese Welt, denn die Autorin setzt den Leser mitten hinein, ohne etwas zu erklären. Begriffe, wie das Schmieden, werden zu wenig erklärt und ich brauchte eine Weile, um dahinter zu kommen, was damit gemeint war. So muss man, um das Worldbuilding nachvollziehen zu können, doch höchst aufmerksam bleiben, denn schneller als gedacht, hat man schon etwas wichtiges überlesen. Gemeinsam mit Kerstin von Booknerds by Kerstin, mit der ich das Buch gemeinsam gelesen habe, waren wir uns da schnell einig, es fehlte einfach etwas, um uns in diese Welt zu ziehen und völlig abtauchen zu lassen.
Ab ca. der Hälfte des Buches, nachdem ich dann so nach und nach immer mehr die Hintergründe verstanden habe und nachvollziehen konnte, worum es hier ging, gefiel mir die Geschichte wesentlich besser. Während man im ersten Teil viele Hintergründe zu den einzelnen Charakteren erhielt, gab es nun auch deutlich mehr Action und Spannung.
Das Ende hat dann noch so einige Wendungen und Überraschungen für den Leser parat und auch der Cliffhanger zum Schluss ist vorhanden. Somit bleiben für den nächsten Band noch so einige Fragen offen.
Mein Fazit
Ohne Frage hat Roshani Chokshi hier eine Geschichte entwickelt, die unheimlich viele Elemente in sich vereint. Doch für mich gab es hier einfach zu viele Elemente, wie z. B. das Schmieden oder Begebenheiten, die ich selbst interpretieren musste, von denen ich aber eigentlich gar nicht weiß, ob es wirklich so gemeint war.
Wirklich gelungen fand ich die Charaktere und deren Darstellung, denn hier ist jeder etwas anders und besonders und doch so natürlich wie du und ich und genau so werden sie auch gezeigt.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass das Ende bevor steht?

Das Ende
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Eigentlich ist es ein ganz normaler Schultag für den siebzehnjährigen Simon, doch heute ist nichts mehr so, wie es jemals war. Eine Nachricht verändert alles und zwar wirklich alles. Forscher haben einen ...

Eigentlich ist es ein ganz normaler Schultag für den siebzehnjährigen Simon, doch heute ist nichts mehr so, wie es jemals war. Eine Nachricht verändert alles und zwar wirklich alles. Forscher haben einen Kometen entdeckt, dieser rast genau auf die Erde zu und es gibt kein Entkommen. Foxworth, der Komet, wird innerhalb kürzester Zeit alles Leben auf der Erde vernichten, das Ende der Welt steht bevor. Doch was macht man mit der Zeit, die einem noch bleibt? Simon scheint all das nicht richtig fassen zu können und als dann noch seine Freundin Tilda mit ihm Schluss macht, wird alles noch verzwickter. Auch für Tildas ehemals beste Freundin Lucinda ändert sich schlagartig alles, doch für sie ist das Ende, das ihnen bevorsteht, ganz anders.
Meine Meinung
Zu erst einmal muss ich sagen, dass dieses Cover einfach absolut gelungen ist, dazu dieser Klappentext und schon war es um mich geschehen.
Doch jetzt muss ich mich erst einmal sammeln und ich weiß so gar nicht, wie ich dieses Buch überhaupt in Worte fassen soll. Ich bin nach wie vor schwer beeindruckt davon, wie es Standberg gelingt, seine Charaktere und seine Welt so lebendig und glaubwürdig erscheinen zu lassen, dass man die Personen direkt vor sich sieht.
Mats Strandberg schreibt leicht und flüssig, dabei fesselnd und so jugendlich, dass auch die jüngere Zielgruppe hier wunderbar zurechtkommen wird. Ich habe hier absolut das Gefühl gehabt, dass es die beiden Jugendlichen, aus deren Sicht wir das Geschehen kurz vorm Ende der Welt miterleben, wirklich gibt. Genau das macht das Gelesene auch noch einmal intensiver und ich hatte regelmäßig das Bedürfnis meine Kinder an mich zu drücken und zu halten.
Das die Welt einmal so enden könnte, wie Strandberg es beschreibt, klingt dabei noch nicht einmal unwirklich. Dystopien gibt es in jeder Form, doch ein Komet, der wirklich alles und jeden auslöschen wird, 8 Milliarden Leben und Träume in Sekunden auslöscht, klingt absolut beängstigend. Es gibt kein Entkommen, für niemanden, weder für den alten Mann noch für das ungeborene Kind.
Die Geschichte beginnt mit der Nachricht vom Kometen und so weiß man von Anfang an, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Doch wie geht man damit um, dass man den ganz genauen Zeitpunkt kennt, an dem es einmal endet. Behält man seine Würde? Feiert man noch einmal hemmungslos und das wochenlang? Kann man noch einmal all das Erleben, was man sich wünscht? Seine Ziele fürs Leben? Ich habe mich beim Lesen immer wieder selbst dabei ertappt, dass ich die Hoffnung hatte, dass der Komet doch noch seine Richtung ändert, obwohl ich wusste, dass dem nicht so ist.
Dieser Roman spielt in Standbergs Heimat Schweden und hier ist das Leben noch zum großen Teil so, wie man es kannte. Nicht jeder folgt seiner Arbeit und doch bleibt das meiste innerhalb der bekannten Zonen. In vielen Ländern jedoch herrscht Ausnahmezustand, worauf hier allerdings nur am Rande eingegangen wird, ansonsten würde es auch einfach den Rahmen sprengen.
Stattdessen setzt Strandberg zwei Teenager in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die zunächst völlig unterschiedlich zu sein scheinen. Da wäre Simon, der bei seinen beiden Müttern aufwächst und dessen große Schwester, im sechsten Monat schwanger, zu der Familie hinzustösst. Übrigens hat es mir richtig gut gefallen, dass Strandberg das Leben mit zwei Müttern hier so natürlich darstellt, wie es heutzutage auch sein sollte, noch ein dicker Pluspunkt für die Geschichte. Simon ist zunächst noch mehr davon erschüttert, das Tilda mit ihm Schluss macht. Er verdrängt alles andere um sich herum und versucht, Tilda zurückzubekommen. Doch dann geschieht etwas mit Tilda und wieder ändert sich alles. Simon lernt Lucinda, Tildas ehemals beste Freundin, näher kennen. Die beiden beginnen gemeinsam zu suchen, was mit Tilda wirklich passiert ist. Auch Lucinda dürfen wir hier intensiv kennenlernen, doch für sie ist die Nachricht über den Kometen fast schon so etwas wie eine Erleichterung, zumindest auf den ersten Blick. Lucinda selbst ist todkrank, doch durch den Kometen kommt es ihr nun so vor, als würde sie nun nichts mehr verpassen. Ich konnte mich hier in beide Seiten absolut hineinversetzen und die Gedanken dieser jungen Leute nachempfinden. Sie, aber auch ihre Familien sind mir unheimlich nah gegangen. Simons schwangere Schwester, die so lebt, als würde ihr Baby ohne Zweifel zur Welt kommen, die Eltern, die sich wünschen, dass ihre Kinder die Zeit, die noch bleibt, bei ihnen sind. All das ist hier so greifbar, ich kann nicht sagen, wann ich zuletzt so viele Tränen bei einem Buch vergossen habe.
Mein Fazit
Eine Geschichte, die mich auch jetzt nicht loslässt und die mich nachdenklich macht. Wir Menschen, alle acht Milliarden, haben eines gemeinsam: wir leben gemeinsam auf einem Planeten. Wissen wir das zu schätzen? Achten wir uns? Ist es wichtig, welche Hautfarbe wir haben oder wie dick unser Bankkonto ist? Nein, all das verblasst, wenn es etwas gibt, was größer ist, wie z. B. ein Komet wie Foxworth. Eine Geschichte, die die Augen öffnet, für das, was wirklich wichtig ist. Unheimlich gut und eindringlich geschrieben und so lebendig, als wäre es die Wirklichkeit. Doch ich hoffe so sehr, dass es solch eine Wirklichkeit nicht geben wird. Ob jung oder alt, lest diese Geschichte und ich hoffe, dass auch ihr einmal darüber nachdenkt, was im Leben wirklich zählt. Dieses Buch ist ein Highlight!