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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2020

Unter der obersten Schicht der Seele steckt meistens mehr als man denkt

Seelen unter dem Eis
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Ich fand direkt, dass Astrid Korten in „Seelen unter dem Eis“ einen richtig guten Start auf Papier gebracht hat. Es wird nicht zu viele verraten, aber auch nicht zu wenig.

Tom ein erfolgreicher Marketingleiter ...

Ich fand direkt, dass Astrid Korten in „Seelen unter dem Eis“ einen richtig guten Start auf Papier gebracht hat. Es wird nicht zu viele verraten, aber auch nicht zu wenig.

Tom ein erfolgreicher Marketingleiter und Professor begegnet Amal im Vorlesungssaal. Diese etwas andere Studentin wirkt auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv, aber nach eine Vorfall nach einem seiner Seminare bekommt Tom seine Studentin nicht mehr aus dem Kopf.
Er tut alles um sie aus seinem Leben zu verbannen, scheitert dabei aber trotz Ehefrau kläglich.
Tom erzählt abwechselnd aus Sicht der Vergangenheit und Gegenwart und reflektiert sich dabei selbst. Vielleicht ist für ihn das durch die Erinnerungen quälen selbstauferlegte eine Strafe?

Ich war von Anfang an sehr gespannt noch mehr über Amal zu erfahren. Da wird zunächst nur an der Oberfläche geschabt. Was mich wirklich an dieser ungesunden Affäre fasziniert hat ist, dass sich Tom einfach nicht von Amal lösen kann. Er sieht sich selbst eigentlich recht realistisch und macht sich im Grunde nichts vor. Aber seine eigenen Abgründe veranlassen ihn immer wieder dazu Amal aufzusuchen. Was macht es mit einem Menschen emotional so an jemanden gebunden zu sein?

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Der Staat und auf welche Ideen er kommen kann

Sterbewohl
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Sterbewohl ist seit langem mal wieder ein dystopischer Roman gewesen, der mir in die Hände gefallen ist. Und ich muss sagen, das war mal wieder eine zum Nachdenken anregende Abwechslung!

Olivia Monti ...

Sterbewohl ist seit langem mal wieder ein dystopischer Roman gewesen, der mir in die Hände gefallen ist. Und ich muss sagen, das war mal wieder eine zum Nachdenken anregende Abwechslung!

Olivia Monti versetzt uns in das Deutschland der nahen Zukunft. Nach einem politischen Umbruch ist die Bundesrepublik in ein Jahrzent der Scheindemokatie abgerutscht. Der Staat reguliert alles und jeden. Dank der Erfindung der Sterbewohl-Pille, ist es gängige Praxis geworden, dass Sterbewillige Alte friedlich ihr Leben beenden können. Grund: Das Rentensystem muss wegen Staatspleite reguliert werden.

Eine Vierer-Rentner-WG erhält eines Tages Post von der Rentenkasse. Sie werden allesamt trotz ihres noch jungen Alters von unter 70 in die sogenannten Sterbehotels eingeladen. Hier sollen den gutmütigen Rentnern die Vorzüge freiwilligen Strebens in Seminarform nahegelegt werden. Wiederwillig brechen die Vier auf eine ruhige Urlaubsinsel auf.
Zunächst scheint wirklich alles ganz harmlos zu sein, doch schon bald kommen die ersten Zweifel auf.
Was passiert wirklich hinter den Kullisen, den dunklen Kellerräumen und den gemütlichen Gästezimmern?

Beim Lesen von Sterbewohl war ich auf sämtlichen 212 Seiten in einem Zwiespalt aus Faszination und Eckel gefangen.
Die Ausmaße, die eine Regierung in Sachen Renten und Alter annehmen kann mag zwar auf den ersten Blick weit her geholt sein, aber ähnliche Praktiken wie beschrieben waren leider schon mal Tatsache in unserem Land. Deswegen fand ich Sterbewohl umso bedrückender.

Ganz klar muss ich aber eine Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Ein Lesemuss für alle Bücherwürmer

Der Buchspazierer
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Carl Kollhoff ist seit eh und jeh Buchhändler.
Der 72-jährige denkt gar nicht daran aufzuhören, seinen Kunden persönlich seine Schätze zu übergeben. Jeden Abend verpackt er die Bestellungen fein ...

Carl Kollhoff ist seit eh und jeh Buchhändler.
Der 72-jährige denkt gar nicht daran aufzuhören, seinen Kunden persönlich seine Schätze zu übergeben. Jeden Abend verpackt er die Bestellungen fein säuberlich
und mit viel Liebe ein. Denn seine Kunden sind besonders. Jeden Tag startet Carl danach seinen Spaziergang durch die Stadt und liefert Bücher aus. Doch eines Abends ist es etwas neu. Das 9-jährige Mädchen Schascha steht plötzlich neben ihm und besteht darauf ihn zu begleiten. In Windeseile bahnt auch sie sich einen Weg in die Herzen von Carls Kunden.

Irgendwann hat aber alles einmal ein Ende. So auch die Buchspaziergänge, als Carl seine geliebte Anstellung in der Buchhandlung verliert. Für ihn bricht dadurch eine Welt zusammen und es bedarf der schlauen Schascha um in wieder auf die Beine zu bekommen.

Was mich in den Bann gezogen hat, war das Bücher und das Lesen von Anfang an als so vielseitig dargestellt
wurde. Jeder von Carls Kunden hat einen anderen Lesegeschmack mit einer eigenen Geschichte. Das macht die ganze Story facettenreicher.

Das kleine Buch über ein Leben mit und für Bücher ist eine absolute Leseempfehlung! Jeder der schon einmal Begeisterung fürs Lesen und/oder ein Buch empfunden hat ist hier definitiv gut aufgehoben!

Carsten Henn hat sowohl mit dem Setting, den Personen und dem Schreibstil alles Richtig gemacht, um eine Geschichte zu schaffen, auf die man immer wieder gerne zurückgreifen.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Antarktische Geheimnisse

Tiefenzone
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Mit Tiefenzone starten wir einen Ausflug in die Antarktis und die kalte Jahreszeit. Andreas J. Schulte versetzt uns auf 300 Seiten zum Südpol und nach Köln. Antarktische Abenteuer warten hier auf Julia ...

Mit Tiefenzone starten wir einen Ausflug in die Antarktis und die kalte Jahreszeit. Andreas J. Schulte versetzt uns auf 300 Seiten zum Südpol und nach Köln. Antarktische Abenteuer warten hier auf Julia Kern. Sie ist Redakteurin, für die TV-Show ihres Chefs und wird zusammen mit einer internationalen Journalistengruppe in eine hyper-moderne Forschungsstation eingeladen. Die Gästen sollen die ersten sein, die ein Spektakel mitten im Gletschereis miterleben. Doch diesen Ort, der zunächst wie aus dem Ei gepellt wirkt, haben auch Terroristen für sich entdeckt.

Auf den ersten Seiten viel es mir schwer mich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Die Gespräche zwischen Julia und ihren Mitreisenden waren zwar alle nachvollziehbar, aber mir persönlich hat in den Konversationen bisschen der Pep gefehlt. Das wurde mit jedem Kapitel aber deutlich besser! Sehr gut fand ich, dass es immer wieder kurze Ausreißer aus der Abhandlung gibt, die in spannenden und „explosiven“ Passagen abseits der Haupthandlung stattfinden.

Was ich Schade fand, war das dann doch sehr plötzliche Ende. Hier hätte man das Ganze etwas detaillierte gestalten können, um die Geschichte abzurunden.

Im Großen und Ganzen ist der Thriller für mich eine abwechslungsreiche Geschichte gewesen, die ohne all zu detailliertes Blutvergiessen auskommt. Wer also mehr auf Splatter steht ist hier eindeutig fehl am Platz. Alle Anderen können da schon mal einen Blick ins Buch wagen. ;)

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Veröffentlicht am 26.11.2020

Gotland lässt grüßen

Barbarotti und der schwermütige Busfahrer
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Es muss nicht immer ein Psychothriller sein. Gotland ist zur Abwechlung auch mal nicht verkehrt.

Mit Barbarotti in den Lesetag zu starten war nicht schlecht. Generell ist zu sagen, dass sich der schwedische ...

Es muss nicht immer ein Psychothriller sein. Gotland ist zur Abwechlung auch mal nicht verkehrt.

Mit Barbarotti in den Lesetag zu starten war nicht schlecht. Generell ist zu sagen, dass sich der schwedische Krimi prima für regnerische Herbsttage eignet. Was mir gut gefallen hat waren die Sprünge zwischen dem Heute und der Vergangenheit. Dadurch kommt eine gewisse Abwechslung in den Roman. Leider komme ich mit Barbarottis Kollegen als Ermittler besser klar, als mit ihm selbst. Doch das ist Geschmacksache. Nichtsdestotrotz, bleibt der sechste Teil der Reihe ein Schmankerl für jeden verregneten und stürmischen Herbsttag. Ich bin gespannt und freue mich in Zukunft noch mehr Bücher von Hakan Nesser zu lesen.

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