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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2019

Viel Spannung, viele Fälle, nicht alles aufgelöst

10 Stunden tot
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„10 Stunden tot“ ist der 4. Band der Serie um den Ermittler Fabian Risk und seinem Team. Da ich die bisherigen Bände sehr gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Mit gleich zwei ...


„10 Stunden tot“ ist der 4. Band der Serie um den Ermittler Fabian Risk und seinem Team. Da ich die bisherigen Bände sehr gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Mit gleich zwei Mordfällen setzt der Krimi ein, so dass man gleich mitten im Geschehen ist. Die Spannung ist von Anfang an geweckt und lässt auch nicht nach. Später kommen dann noch mehr Verbrechen hinzu.
Da mir die Protagonisten zum großen Teil aus den ersten drei Bänden bekannt waren, war ich auch sehr gespannt, wie sich ihr Leben weiter entwickelt. Auch in diesem Bereich wird die Spannung durch häufige Perspektivwechsel und kurze Kapitel durch das ganze Buch hinweg hoch gehalten.

Insgesamt waren es mir aber etwas zu viele Fälle, die teilweise miteinander verwoben sind, aber auch für sich alleine stehen. Die zahlreichen Figuren sind in ihrer Handlungsweise ausführlich charakterisiert und die familiären Beziehungen sind anschaulich dargestellt. Ob die Anhäufung von massiven persönlichen Problemen in einer Behörde allerdings wirklich realistisch ist, wage ich zu bezweifeln. Aber da ich mich durch den Krimi unterhalten lassen möchte und kein Fachbuch über die Schwedische Polizeiarbeit lese, ist das in Ordnung.

Als Fortsetzung der Serie habe ich dieses Buch sehr genossen und die zahlreichen offenen Enden machen mich auch gespannt auf den 5. Teil. Insgesamt finde ich es aber schade, dass gerade der Fall, der mich am Anfang am meisten beeindruckt und gepackt hat, noch nicht wirklich zu einem Ende gebracht wurde.

In einer Serie ist es immer interessant, wenn man etwas vom familiären Hintergrund der Figuren erfährt. In diesem Fall ist es mir aber zu viel davon. Auch in einer Serie sollte für mich jeder Band für sich selber stehen können, so dass man ein einzelnes Buch verstehen und genießen kann. Das ist meiner Meinung nach hier nicht wirklich der Fall. Ohne Vorwissen aus den anderen Bänden wird man Probleme haben, alles zu verstehen. Und auf der anderen Seite sind es für mich zu viele Cliffhanger, so dass das Buch für mich nicht wirklich abgerundet wirkt.

Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung für Leser der ganzen Reihe. Als Einstieg in die Risk- Krimis von Stefan Ahnhem ist es nicht geeignet. Da würde ich unbedingt die vorgesehene Reihenfolge einhalten. Von mir erhält das Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Sehr rasanter, brutaler Thriller

Lazarus
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In „Lazarus“ führt das Autorenpaar Lars Kepler die Serie um den Ermittler Joona Linna und den Serientäter Jurek Walter oder dessen Nachfolger fort. Der Thriller lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse ...


In „Lazarus“ führt das Autorenpaar Lars Kepler die Serie um den Ermittler Joona Linna und den Serientäter Jurek Walter oder dessen Nachfolger fort. Der Thriller lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Figuren werden klar genug eingeführt, so dass man eine gute Vorstellung von den Beziehungsgeflechten gewinnt.
Ich möchte nicht viel zum Inhalt verraten, nur so viel: Das Buch ist durchgehend sehr spannend, aber auch sehr brutal. Wenn eine Situation auf mehrere Arten ausgehen kann, wählen die Autoren fast immer eine noch tragischere. Für mich war es manchmal fast etwas viel, sodass ich ganz schnell weitergelesen habe, damit ich mir nicht zu lange vorstellen musste, wie sich jetzt eine bestimmte Situation für die Beteiligten anfühlt.
Der Täter ist durch und durch böse, manipulativ und von maximaler technischer Versiertheit, so dass er auch mit ausgeklügelten technischen Möglichkeiten von ganzen Teams nicht überlistet werden kann. Auch das war für mich teilweise schwer nachvollziehbar, aber ich habe den Thriller gelesen, um mich unterhalten zu lassen und genau das hat mir das Buch auch gegeben.
Wie es bei einer Serie zu erwarten ist, endet die Handlung mit einigen Cliffhängern, so dass man sich schon auf die nächste Folge freut.
Von mir erhält „Lazarus“ 4 Sterne und eine Empfehlung für Leser, die brutale, spannende Bücher lieben.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Dresden zu Beginn der Fünfziger Jahre

Roter Rabe. Ein Fall für Max Heller
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Der 4. Band der Serie um den Dresdner Polizisten Max Heller beginnt im Jahre 1951 mit einer Urlaubsreise an die Ostsee. Max verbringt mit seiner Frau Karin und seiner Pflegetochter Anni ein paar schöne ...

Der 4. Band der Serie um den Dresdner Polizisten Max Heller beginnt im Jahre 1951 mit einer Urlaubsreise an die Ostsee. Max verbringt mit seiner Frau Karin und seiner Pflegetochter Anni ein paar schöne Ferientage, unmittelbar bevor Karin eine weit aufregendere Reise antritt. Sie fährt nach Westdeutschland, wo sie ihren Sohn Erwin besucht, den sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Max und Töchterchen Anni bleiben in Dresden bei Frau Marquardt, die zunehmend an Altersdemenz leidet.
Unglücklicherweise wird Max ausgerechnet während dieser Zeit mit einem sehr komplizierten Fall betraut. Es kommt zu zahlreichen Todesfällen, die auf den ersten Blick wie tragische Unglücksfälle oder Selbstmorde wirken. Heller ermittelt mit seinen Kollegen Werner Oldenbusch und Peter Salbach. Hinweise führen das Ermittlerteam in Richtung Spionage. Es soll ein „Amerikaner“ im Spiel sein, der für den Westen spionieren soll.
Die Handlung ist sehr komplex, die Aufklärung der Todesfälle geht, der Zeit geschuldet recht gemächlich vor sich. Es erscheinen Hinweise in Zeitungen, die Heller einiges Kopfzerbrechen bereiten. Ich fand es sehr spannend, den Ermittlungen zu folgen, obwohl es mir einiges an Konzentration abverlangte. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wunderbar eingelesen von Heikko Deutschmann. Ich denke, dass ich die Max Heller Bände in Zukunft eher als Buch genießen werde, weil die Handlung doch recht kompliziert ist. Ich musste sehr vieles mehrfach hören, bis ich es wirklich verstanden hatte.
Die einzelnen Ermittlungsstränge führen am Ende zusammen, wobei einiges auch noch etwas unklar bleibt und vielleicht im nächsten Fall nochmal aufgegriffen wird.
Sehr gut gefallen mir die meisten der Figuren. Sie sind sehr lebensnah beschrieben und man bekommt Familie Heller richtig gern. Auch die Protagonisten bei der Polizei, Werner Oldenbusch und Peter Salbach sind sehr glaubwürdig charakterisiert. Man spürt ihre Erwartungen und Ängste der Menschen angesichts des im Raume stehenden Kalten Krieges sehr gut.
Mit hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Handlung war durchwegs spannend. Das Buch ist abgerundet und macht Lust auf den nächsten Band. Von mir eine Empfehlung mit 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.01.2019

Eine Dreiecksgeschichte im Rheinbach des 17. Jahrhunderts

Flammen und Seide
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Der vorliegende Roman von Petra Schier spielt in Rheinbach in den Jahren 1668 und 1673. Er handelt von einer Dreiecksgeschichte zwischen der Tuchhändlertocher Madlen Thynen, dem Kaufmannssohn Peter von ...

Der vorliegende Roman von Petra Schier spielt in Rheinbach in den Jahren 1668 und 1673. Er handelt von einer Dreiecksgeschichte zwischen der Tuchhändlertocher Madlen Thynen, dem Kaufmannssohn Peter von Werth und Lukas Cuchenheim, dem Sohn eines Lederhändlers.
Cuchenheim hat Rheinbach 1668 verlassen, um einen militärischen Werdegang einzuschlagen. Er kommt als Hauptmann nach Rheinbach zurück, um einem Spionagefall auf die Spur zu kommen.
Peter von Werth ist wohlhabender zukünftiger Erbe eines florierenden Geschäfts und verlobt sich mit Madlen.
Im historischen Kontext stehen wir mitten im Niederländisch-französischen Krieg, der 1672 – 1678 in weiten Teilen Europas tobte und die Vormachtsstellung Frankreichs bezweckte.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Im Erzählstrang, der 1668 spielt, wird gezeigt warum Lukas Cuchenheim, der Madlen Thynen zugewandt war, Rheinbach plötzlich verlassen hat.
Im Strang von 1673 werden wir in die erste Zeit der Verlobung von Madlen und Peter sowie in die kriegerische Bedrohungslage von Rheinbach einbezogen. Der Wechsel dieser beiden zeitlichen Perspektiven hält die Spannung im Roman hoch.
Madlen ist eine sehr moderne junge Frau, die großes kaufmännisches Geschick im Tuchhandel ihres Vaters beweist. Sie möchte auch gerne nach ihrer Heirat im Handel mitarbeiten, doch ihr Verlobter Peter hat andere Vorstellungen. Lukas hingegen ermuntert Madlen zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen seinem Lederwarengeschäft und dem Tuchhandel Thynen.
Die Figuren und Schauplätze sind anschaulich beschrieben, so dass man eine gute Vorstellung von den Menschen, ihrem Leben und ihrem Brauchtum in Rheinbach gewinnt. Der historische Hintergrund ist verständlich eingebunden und bildet den Rahmen um die Liebes-Dreiecksgeschichte von Madlen, Lukas und Peter.
Ich konnte mit dem Buch sehr schön nach hektischen Arbeitstagen abschalten und vergebe dem Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Skandinavien zur Zeit des 2. Weltkriegs

Graue Nächte
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„Graue Nächte“ ist der dritte Band der Flòvent/Thorson Reihe von Arnaldur Indridason, die in den Vierzigerjahren in Reykjavik spielen. Man kann den vorliegenden Band sehr gut ohne Kenntnisse aus den Vorgängerbänden ...

„Graue Nächte“ ist der dritte Band der Flòvent/Thorson Reihe von Arnaldur Indridason, die in den Vierzigerjahren in Reykjavik spielen. Man kann den vorliegenden Band sehr gut ohne Kenntnisse aus den Vorgängerbänden „Der Reisende“ und „Schattenwege“ lesen. Die Herkunft der beiden Ermittler hat eine gewisse Wichtigkeit, wird aber ausreichend erklärt. Ihr Privatleben hält sich angenehm im Hintergrund.
Das auffallendste an diesem Krimi ist, dass er auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt, der Leser das aber im Laufe der Zeit selber herausfinden muss und dass die Protagonistin erst ganz zum Schluss einen Namen erhält.
Eine junge isländische Krankenschwester, die sowohl in Dänemark und Schweden arbeitet, plant gemeinsam mit ihrem Verlobten mit einem Schiff vom finnischen Potsamo nach Island nach Hause zu reisen. Doch ihr Verlobter, der sich vorher in Kopenhagen aufgehalten hat, erscheint nicht. Noch auf dem Schiff erfährt sich mit Hilfe des Kapitäns, dass ihr Verlobter in Kopenhagen von den Nazis festgenommen wurde, weil er sich im Widerstand engagiert hat.
In einem anderen Erzählstrang kommt es in Reykjavik vor einem Lokal, in dem vor allem amerikanische Armeeangehörige verkehren, zu einer Bluttat. Ein junger Mann wird mit Messerstichen aufgefunden und verstirbt später im Krankenhaus. Flòvent und Thorson ermitteln auch noch in weiteren Fällen.
Der Krimi zeichnet sich durch eine sehr ruhige Atmosphäre aus. Die Stimmung des häufig düsteren Wetters in Island sowie die karge Landschaft sind sehr anschaulich beschrieben. Sprachlich ist das Buch sehr angenehm zu lesen. Vom Inhalt her, verlangt es vom Leser einiges an Konzentration, weil nicht immer sofort klar ist, auf welcher Zeit- oder Handlungsebene man sich befindet.
Besonders gut hat mir der historische Hintergrund gefallen. Ich habe einiges nachgelesen über die Geschichte Skandinaviens im 2. Weltkrieg und freue mich nun auf Fortsetzungen mit den beiden Ermittlern.
Von mir erhält dieser ruhige Krimi 4 Sterne.

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere