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Veröffentlicht am 01.01.2020

Ein Märchen neu interpretiert:)

Cinder & Ella
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Klappentext:
Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. ...

Klappentext:
Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. Ella will nur eins: ihr altes Leben zurück. Deshalb beschließt sie, sich nach langer Zeit wieder bei ihrem Chatfreund Cinder zu melden. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht, und obwohl sie ihn noch nie getroffen hat, ist Ella ist schon eine halbe Ewigkeit heimlich in ihn verliebt. Was sie nicht weiß: Auch Cinder hat Gefühle für sie. Und er ist der angesagteste Schauspieler in ganz Hollywood.

Das Cover:
Ich mag diese schlichten Cover, die dennoch so kraftvolle Farben besitzen. Einfach schön und im Regal gut anzusehen:)

Der Schreibstil:
Das Buch ließ sich super schön lesen. Wie so oft lesen wir aus den Perspektiven beider Hauptprotagonisten.
Ich kann ansonsten gar nicht so viel dazu sagen, da mir im positiven wie im negativen nichts aufgefallen ist. Man liest einfach, es gibt keine Logiklücken und auch keine Verständnisprobleme. Stattdessen kann man sich als Leser einfach mitziehen lassen.

Zu den Charakteren:
Ich freue mich jetzt im Nachhinein wirklich, dass ich Ella kennenlernen durfte. Die Autorin hat sie super hingekriegt. Obwohl es so viele Hindernisse gibt und so viel drumherum passiert, geht Ellas Entwicklungsgeschichte ihren eigenen Weg und den kann der Leser wunderbar miterleben. Tatsächlich hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, Ellas Taten nicht nachvollziehen zu können. Da ist einfach dieses Mädchen, dass ein total glückliches Leben geführt hat und auf einmal ändert sich alles. Zunächst ist sie verbittert, traurig natürlich und auch oft wütend, aber gleichzeitig eine witzige, eigentlich lebensfrohe Person, die einfach nur wieder ins Leben zurückfinden muss und das schaft sie nicht alleine, wie sie lernt. Dieser Verlauf ist sehr gut dargestellt und machte Ella für mich sehr authentisch. Jedes Mal, wenn sie wieder einen Schritt nach vorne machte, war ich geradezu stolz und konnte auch verstehen, wenn es dann wieder zwei zurück ging.
Ella ist einfach eine Protagonistin, die keine Logikfehler besitzt und keinerlei Überdramatisierung benötigt. Sie ist einfach Ella und muss sich in ihrem neuen Leben erst finden und genau das ist es, was der Leser hier liest.

Cinder ist dagegen ein Kerl, dem man gerne Klischees überstülpen will und teilweise wurde dieses auch gemacht. Mir hat an ihm aber gefallen, dass er in seinen Gefühlen stets aufrichtig wahr und sich generell nicht davor scheute, die Wahrheit zu sagen, wenn es drauf ankommt. Jetzt werden bestimmt ein paar Leser protestierend aufschreien, aber meiner Meinung nach muss man letztlich jedem Menschen Fehler zugestehen und auch ein berühmter Schauspieler darf Ängste haben. Das kam bei mir genauso rüber und dadurch habe ich ihm seinen Charakter abgenommen.
Im Vergleich zu Ella ist Cinder jedoch nur ein kleiner Teil der Geschichte, denn letztlich zählen seine Worte für diese Geschichte sehr viel mehr.

Zur Geschichte allgemein:
Wieder einmal habe ich zuvor nicht den Klappentext gelesen. Worum es in dem Buch geht, wird dennoch sehr schnell deutlich, denn es beginnt sofort mit dem Autounfall. Man ist zu dem Zeitpunkt direkt bei Ella, was es unglaublich eindrücklich macht. Danach beginnt dann ihr neues Leben, während Cinder seines schon lebt.
Wie ich oben bereits erwähnte, hat mir die Charakterentwicklung von Ella sehr gut gefallen. Die ist es auch, die einen Großteil der Geschichte ausmacht. Das mag jetzt vielleicht etwas langweilig klingen, aber das ist es nicht, denn in Ellas Leben passiert so vieles: neue Familie, neue Umgebung, neue Freunde, der Unfall, Cinder…
Alles trägt seinen Teil dazu bei, dass Ella wieder zu ihrem alten Selbstbewusstsein findet und das ist wirklich schön gemacht worden.
Als positiv empfand ich auch, dass zwar der Märchenbezug durch die Namen hergestellt wurde (für unwissende Leser ist das durchaus der Fall, alle anderen werden den Grund für die Namen kennen. Dennoch hat die Autorin diesen meiner Meinung nach bewusst hergestellt.), es aber kein 1 zu 1 Abklatsch des Märchens oder neuerer Filmproduktionen war. Es gibt zwar das „Aschenputtel“, einen Prinzen und die Stiefschwestern, aber das Ganze wurde dann doch einfach sehr realistisch gehalten. So wie man nicht schwarz weiß denken soll, kann man Stiefschwestern auch nicht einfach als „böse“ betiteln. Das lernt man spätestens in diesem Buch.
So und weiter hat mir gefallen, dass Cinders Berühmtheit hier eine große Rolle spielt und auch ein Problem darstellt. Das ist für mich einfach ein Muss, wenn es real sein soll. Und so läuft gegen Ende des Buches eben nicht alles ab wie im Märchen, sondern so, wie es eben manchmal läuft, wenn man den letzen Satz nicht vorziehen möchte:)
Da fällt mir ein, die Autorin hat das Märchenthema noch an anderer Stelle ganz explizit aufgenommen. Diese Stelle fand ich wirklich grandios. Vielleicht entdeckt ihr sie, falls ihr das Buch lest;)

Fazit:
Eine super schöne und süße Geschichte, die sich nicht scheut, die Realität zuzulassen und die sich wirklich sehr viel mit der Entwicklung der Protagonistin auseinandersetzt, was mir gut gefallen hat. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und für die Märchenfans unter euch: ihr werdet auf eure Kosten kommen:)
Einfach ein gelungenes Jugendbuch.

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2020

Konnte mich total begeistern

Faded - Dieser eine Moment
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Der Beruf meines Bookboyfriends? Definitiv Rockstar. Ich liebe Musik, ich liebe Rock, ich liebe Rockstars. So einfach ist das. Vor allem, weil für mich ein guter Musiker auch ein guter Poet ist, weshalb ich mich ihm dann irgendwie verbunden fühle. So müssen Rockstarromane für mich die Liebe zur Musik und die Gefühle, die sie überträgt, widerspiegeln, viel Gefühl beinhalten, am besten noch von einem tiefgründigen, nicht ganz einfachen Charakter erzählen und dürfen auch nicht die Schattenseiten dieses Lebens ungeachtet lassen. Alles Klischees, ich weiß, aber einiges davon ist für mich durchaus realistisch und das Gefühl macht diese Bücher für mich einfach aus. Mein letztes Rockstarbuch war „Midnight Blue„. Obwohl ich es ganz in Ordnung fand, überkam mich nicht meine übliche Begeisterung. Ganz anders als nach den ersten fünfzig Seiten von „Faded. Dieser eine Moment“ von Julie Johnson. Ich habe die Leseprobe gelesen und wusste: das muss ich lesen!

Der Klappentext:
Als Felicity Wilde mit nichts außer einer alten Gitarre und einem gefälschten Ausweis in Nashville ankommt, will sie nur eins: so unauffällig wie möglich bleiben. Aber sie hat nicht mit Ryder Woods gerechnet. Der stadtbekannte Rockstar schlägt sie vom ersten Moment an in seinen Bann. So sehr Felicity auch versucht, die Gefühle, die er in ihr weckt, zu unterdrücken, fasziniert er sie bei jeder Begegnung mehr. Doch ein Leben im Rampenlicht an Ryders Seite ist für Felicity eigentlich unmöglich …

Das Cover:
LYX bedient sich bei dieser Art Romanen ja gerne einfach eines Kerls mit Gitarre, der dann auf dem Cover abgedruckt wird. Das ist auch durchaus zweckdienlich meiner Meinung nach. Das Cover ist also so gesehen nichts besonderes. Gut finde ich aber, dass es durch die Lichtflecke darauf ein wenig den Glanz des Rockstarlebens und den Schimmer ausdrückt, der über einer Liebe liegt, die sich gegenüber vielem durchsetzen muss.

Der Schreibstil:
Von Julie Johnson werde ich definitiv noch mehr Bücher lesen. Von der ersten Seite ab an habe ich mich in ihren Schreibstil verliebt. Sie schreibt wundervoll – gefühlvoll, spannend, locker, direkt. Ich konnte die Musik richtig spüren, viele Emotionen wurden ganz unterschwellig und dennoch stark vermittelt, ohne direkt aufgeführt werden zu müssen und sie hält sich nicht mit langen Phrasenpassagen oder zu vielem Nachdenken auf. Stattdessen geht alles recht flott. Die Protagonisten stehen zu dem, was sie fühlen und nehmen den Leser mit. Und obwohl es mich eins ums andere Mal überrascht hat, wie flott dann doch alles geht, fand ich es dennoch angenehm, da die Autorin die Rasantheit ihres Schreibstils durch Tiefen und im Leser gesäten Hintergrundgedanken zu bremsen weiß.
Julie Johnson schreibt gefühlvoll wie Brittainy C. Cherry, aber wesentlich flotter, sodass die Geschichte zu einem Rausch wird, der den Leser nicht mehr loslässt. Ich konnte nicht aufhören, zu lesen.

Die Charaktere:
Felicity war von Anfang an mein kleiner Liebling, im Korpus all der Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Sie hat schon so viel durchgemacht und ist dennoch so ein liebevoller, warmherziger Mensch geblieben. Zudem ist sie stark und mutig. Sie hat ihre Erfahrungen gemacht und dazu eine klare Meinung. Wer meint, sie weiche davon ab, der erkennt schnell, dass Felicity zartes Blümchen ist. Ich mochte es, dass sie sich wegen nichts anstellt. Sie weiß um ihre Lage und ergibt sich nicht in Selbstmitleid oder träumt von Dingen, die sie nicht erreichen kann. Stattdessen ist sie realistisch und vorsichtig.
Vielleicht ist sie manchmal etwas naiv. Zum Beispiel sagte sie anfangs, dass sie niemals etwas mit einem Musiker haben würde, aber das machte sie für mich so liebevoll. Man muss sie einfach mögen.
Mir hat Felicity durchweg gefallen. Ihre starke Meinung und ihr Charakter allgemein beeinflusst nicht selten wesentlich den Verlauf der Handlung.
Ryder ist ein wenig zweideutiger. Man sieht am Anfang den jungen Mann, der unheimlich gut Musik machen kann und von nichts anderem träumt. Das ist seine tiefsinnige, aber auch egoistische Seite. Dann sagt er selbst von sich, dass er kein guter Kerl ist und beweist dies gerade anfangs ein ums andere Mal. Schnell wurde für mich aber klar, dass er ein sehr gutes Herz hat und dieses wird durch Felicity immer mehr zu Tage gefördert. Dennoch ist Ryder auch auf die ein oder andere Weise viel schwächer als Felicity. Was sie verbindet, ist ihre starke Liebe und Loyalität zu denen, die ihnen am liebsten sind.
Ich mochte Ryder ebenfalls sehr gerne. Er hat zwar durchaus einige Schwächen in seinem Charakter, aber gerade die machen ihn in dem ganzen Verlauf der Handlung so menschlich und ergänzen sich perfekt mit Felicitys Stärken. Er muss einfach nur noch ein wenig lernen.

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe schon die ein oder andere Rockstargeschichte gelesen, dennoch war ich nicht auf diese vorbereitet. Stellt euch hier keineswegs einen tiefsinnigen Frauenschwarm vor, der erst erobert werden muss vom unscheinbaren Mauerblümchen, dass ihr Glück gar nicht fassen kann. Ryder und Felicity sind anders. Bei ihnen kann man von Liebe auf den ersten Blick sprechen und dann geht irgendwie alles ganz schnell. Dennoch sind die tiefen Gefühle spürbar und es wird noch dazu mehr als einmal ziemlich tragisch. Die beiden beschreiben sich gerne als zwei Gegenseiten, die eigentlich nicht dazu auserwählt wurden, zusammen zu sein, dennoch aber nicht ohneeinander können. Nur ist es bei ihnen nicht das Miteinander, das nicht funktioniert, sondern die äußeren Umstände.
Ich habe wirklich mitgefiebert. Mehr als einmal war ich überrascht, wie schnell es dann doch vorangeht. Die Autorin hat die Vergangenheit der beiden sehr schön in die Geschichte integriert und macht gerade Felicity´s zu einem unvorhersehbaren Faktor X, der immer im Hintergrund lauert und dann auch Auswirkungen auf den Handlungsverlauf hat.
Die Liebe zur Musik ist bei beiden auf jeder Seite spürbar. Nicht nur Ryder ist ein Rockstar, jedoch gehört er wohl zur öffentlichen Kategorie.
Diese Geschichte hält drei riesige Wendungen parat, die die Geschichte immer wieder komplett auf den Kopf stellt und dann kommt das Ende und man kann es als Leser so gut nachvollziehen, dennoch ist es ein Cliffhanger schlechthin, denn die Dramatik findet hier ihren Höhepunkt. Es wird euch aber dennoch gefallen, denn ihr werdet Felicity verstehen und stolz auf sie sein.

Fazit:
Eine Geschichte, die ich wie im Rausch gelesen habe. Ich konnte nicht aufhören. Die Autorin hat einen wirklich sehr schönen Schreibstil, der gefühlvoll, aber gleichzeitig flott ist. Die Geschichte hält so einige unvorhersehbare Wendungen parat und beschäftigt sich glücklicherweise nicht so viel mit dem Nachdenken über etwas, sondern mit den Auswirkungen von Handlungen. Das werdet ihr schnell merken. Es ist einfach ein Buch mit einer Geschichte, die beim Leser ein Gefühlschaos ausrichten wird und Ryder und Felicity zu Lieblingen werden lässt. Ich habe es total genossen und kann es gar nicht abwarten, den zweiten Band zu lesen. Bis dahin zähle ich die Stunden…

5 von 5 Sterne von mir.

  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2019

Tolle Geschichte, weniger toller Schreibstil

Stepbrother Dearest
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Der Klappentext:
Greta freut sich auf das letzte Jahr an der Highschool, vor allem da ihr Stiefbruder Elec, dem sie noch nie begegnet ist, für das Abschlussjahr zu ihnen ziehen soll. Doch Elec stellt sich ...

Der Klappentext:
Greta freut sich auf das letzte Jahr an der Highschool, vor allem da ihr Stiefbruder Elec, dem sie noch nie begegnet ist, für das Abschlussjahr zu ihnen ziehen soll. Doch Elec stellt sich als rebellischer Macho heraus, der jeden Abend ein anderes Mädchen mit nach Hause bringt – am meisten aber hasst Greta die Art, wie ihr Körper auf ihn reagiert. Und als eine gemeinsame Nacht alles verändert, ist es auch um ihr Herz geschehen. Doch so schnell wie Elec in Gretas Leben getreten ist, so schnell verschwindet er auch daraus. Jahre später begegnet sie ihm wieder und muss feststellen, dass aus dem Teenager ein Mann geworden ist, der immer noch die Macht besitzt, ihr Herz in tausend Teile zu zerbrechen …

Der Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich anfangs sehr geschockt von dem Schreibstil war, denn er hat mir so gar nicht gefallen. Er war irgendwie merkwürdig jugendlich gehalten. So als könnten Jugendliche keine ordentlichen Sätze formulieren… Obwohl man schnell und sofort mitten ins Geschehen gerissen wurde, war es dennoch anfangs nicht sehr mitreißend. Die Sätze waren zu lang, der Konjunktiv wurde so oft genutzt, dass ich die Handlung gar nicht richtig für voll genommen habe. Man könnte es mit einer Art Bericht vergleichen, den man liest und der eine unheimlich Distanz herstellt. Zum Glück kommt dann ungefähr in der Mitte des Buches ein großer Zeitsprung, der sich auch auf den Schreibstil ausweitet. Dadurch ist bei mir die Theorie entstanden, dass ersteres wohl irgendwie jugendlich wirken sollte. Nun sind sie älter und können sich vernünftig ausdrücken. So hatte ich zumindest den Eindruck.
Der Schreibstil stört ab dann nicht mehr so sehr. Er ist immer noch nicht wirklich schön, aber behinderte nicht weiter meinen Blick auf die Geschichte.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sich alles nicht ganz so sehr auf die Lovestory begrenzt. Außerhalb dessen was zwischen den beiden geschieht, scheint es kein weiteres Geschehen um sie herum geben. Das erzeugte einen merkwürdigen Tunnelblick, der der Geschichte einfach viel Authentizität nahm.

Die Charaktere:
Greta fand ich von Anfang an irgendwie total niedlich und sympathisch. Ganz anders als erwartet ist sie zwar ein sehr höfliches Mädchen, dass durch nichts großartig auffällt, gleichzeitig aber auch sehr mutig und durchaus durchsetzungsfähig. Die Momente, in denen diese Seite zum Vorschein kam, sorgten jedes Mal für einen kleinen Überraschungsmoment.
Es war wirklich schön mitzubekommen, wie die jugendliche Greta versucht zu interpretieren, was Elec da veranstaltet und was es bedeuten könnte. Sie bleibt hoffnungsvoll und erzielt dadurch ganz kleine Fortschritte bei ihrem Stiefbruder, die der Leser nur mitbekommt, weil Greta sich von ihm nicht unterkriegen lässt. Die beiden funktionieren einfach in einer Beziehung von Geben und Nehmen, die Spannung erzeugt und dem Leser mehr Gefühle offenbart, als gedacht.
Irgendwie passt dieses Verhalten jedoch auch nicht zu dem, was die Autorin durch den Schreibstil scheint vermitteln zu wollen, denn die Handlungen scheinen durchaus erwachsen.
So war Greta meiner Meinung nach durchweg toll, muss im ersten Teil nur zu sehr gegen den Schreibstil ankämpfen. In Teil zwei kann sie sich dann voll entfalten. Dort ist es dann beeindruckend wie stark sie ist und wie überlegt ihre Handlungen sind. Der Leser erfährt ihre Gefühle durch ihre Gedanken und dennoch weiß sie auch, was richtig und was falsch ist und wie sie sich verhalten muss. Ich konnte alles super nachvollziehen.
Elec ist das kleine Geheimnis der Geschichte, denn man liest nur aus Gretas Perspektive. Dennoch bekommt man als Leser gut mit, wann er sich hinter seine Mauern schauen lässt und wie er in Bezug auf Greta empfindet. Die Autorin hat es hier gut geschafft, ihn genau die Informationen laut aussprechen zu lassen, die man als Leser brauchte, um ihn verstehen zu können. Anders wäre er wohl sehr eindimensional geblieben.
In Teil zwei erledigt es sich dann aber sowieso, denn schon bald beginnt Elec aus seiner Sicht das schon Geschehene zu erzählen. Erst war ich ein wenig skeptisch, da ich nicht so wirklich Lust darauf hatte, alles nochmal zu hören. Aber Elec ergänzt es so schön durch seine Gedanken und stellt einen ganz anderen Fokus ein, sodass es doch nochmal interessant wurde.

Zur Geschichte allgemein:
Wie schon erwähnt, war es anfangs etwas merkwürdig. Ich konnte quasi Klischees zählen und der Schreibstil beeinflusste deutlich meine Wahrnehmung der Handlung.
Nach und nach fand ich es jedoch total interessant. Vor allem phasenweise wurde es richtig spannend und man merkte, wie sie da etwas Tieferes zwischen den beiden entwickelt.
Der erste Teil der Geschichte beschreibt die beiden Jugendlichen mit ihren Hoffnungen, ihrer Wut und den zarten Gefühlen, die sich irgendwie nicht ignorieren lassen. Ich fand das ehrlich gesagt echt gut gemacht, denn die beiden waren sich immerzu vollkommen bewusst, was es für sie bedeutete und sie gingen keineswegs kopflos an die Sache heran.
Im zweiten Teil treffen sie wieder aufeinander und sind um einiges älter. Hier lautete die größte Frage: Sind wir bereit, die Grenze zu übertreten? Sind unsere Gefühle dafür stark genug? Dieser Teil zog mich in einen regelrechten Rausch. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es war echt toll, wie man Elecs Perspektive durch seine Geschichte doch noch erzählt bekam. Das Tolle daran war es, dass man direkt Reaktionen von Greta mitbekam, die viel Aufschluss über ihre Gefühle gaben.
Letztlich hätte so viel passieren können. Ich hatte fest damit gerechnet, dass die beiden die Grenze zu früh übertreten, aber wie schon im ersten Teil wussten die beiden stets, was richtig und was falsch war und haben sich danach gerichtet.
Das Ende war dann schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Es hat wunderbar gepasst und lässt den Leser mit einem guten Gefühl zurück. Die Gefühle zwischen Greta und Elec sind einfach glaubhaft tief.

Fazit:
Eine wirklich schöne Stiefbrudergeschichte, die sehr überlegt und mit tiefen Gefühlen daherkommt. Die Protagonisten neigen nicht zu überstürzten Handlungen, die letztlich nur alles auf die Deadline zutreibt. Sie haben mir beide sehr gut gefallen und boten doch noch etwas Neues, obwohl ich das gar nicht erwartet hatte. Das Einzige, was mich an diesem Buch wirklich gestört hat, war der Schreibstil. Vor allem im ersten Teil des Buches hat er mich immer wieder behindert und für mich die Handlung gebremst. Es lohnt sich, weiterzulesen:)

4 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2019

Etwas schwaches Finale

Fire in You
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Der Klappentext:
Jillian und Brock sind beste Freunde. Trotzdem gibt es etwas, das Jillian Brock niemals verraten würde: ihre wahren Gefühle für ihn. Sie weiß genau, dass sie bei ihm »als Frau« keine Chance ...

Der Klappentext:
Jillian und Brock sind beste Freunde. Trotzdem gibt es etwas, das Jillian Brock niemals verraten würde: ihre wahren Gefühle für ihn. Sie weiß genau, dass sie bei ihm »als Frau« keine Chance hat. Außerdem würde ihr überängstlicher Vater mehr als reine Freundschaft ohnehin nicht erlauben. Er wollte sie erst nicht einmal alleine ans College gehen lassen. Doch auch wenn es ihr schwer fällt, sich von ihrem besten Freund zu trennen, will sie dort endlich ein neues Leben beginnen, ohne Brock und ihre unerwiderte Liebe. Was Jillian allerdings nicht ahnt: Brock hat nicht vor, sie einfach so gehen zu lassen.

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig und gut lesbar. Keine Besonderheiten, aber auch nichts, dass mich in meinem Lesefluss gestört hat. Es wäre nur schön gewesen, wenn auch aus Brocks Perspektive erzählt worden wäre. So ist es nämlich oftmals reine Glaubenssache, ob man seine Liebe so hinnimmt oder eben nicht.

Die Charaktere:
Jillian hat mir sehr gut gefallen. Anfangs ist sie eine junge Frau, die von der Vergangenheit so verschüchtert wurde, dass sie eigentlich nicht richtig lebt. Sie gibt sich mit ihrem Beruf, ihrem Liebesleben und ihren Büchern zufrieden, ohne jemals für irgendetwas tiefe Emotionen zu empfinden. Wäre sie als Hauptprotagonistin länger so geblieben, wäre es wohl etwas langweilig geworden, allerdings fängt Jillian zum Glück schon nach wenigen Seiten an zu kämpfen. Sie möchte ihr Leben endlich leben und kämpft sich langsam aber sicher zurück in das, was sie hatte, bevor das Schreckliche in ihrer Vergangenheit geschah.
Ansonsten konnte ich Jillian einfach nur super gut verstehen. Es wird sehr deutlich, wie sie sich als Kind in den attraktiven, freundlichen Brock verknallt, bald verliebt und dann nichts als seine Aufmerksamkeit möchte, die sie jedoch nicht bekommt. Sechs Jahre später hat sie dies immer im Hinterkopf. Verständlicherweise möchte sie sich nicht noch einmal Hoffnungen machen und hält sich zurück. Es geht darum, weiterzuleben und alte Wunden verschlossen zu halten. Ich hätte, denke ich, genauso gehandelt und so konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Ihre Stärke ist es dann schließlich, das Wesentliche zu erkennen.
Brock erlebt man nur aus der Perspektive Jillians, sodass man ihn ein wenig so nehmen muss, wie er von ihr beschrieben wird. Da hätte ich mir vielleicht noch ein wenig mehr Informationen von außerhalb gewünscht, um ihn besser verstehen zu können. Dennoch ist Brock ein sehr sympathischer Kerl. Er ist ausgesprochen loyal und man merkt doch recht schnell, was er will. Durch sein Selbstbewusstsein holt er es sich dann auch, bleibt dabei jedoch stets respektvoll und höflich. Er überstürzt nichts und drängt Jillian auch zu keinen Entscheidungen oder Handlungen. Durch Jillian lernt man ihn als liebevollen Begleiter kennen. Wie er sich fernab von ihrer Nähe verhält, bleibt wohl ein kleines Geheimnis. Seinen Zweck erfüllt er auf jeden Fall.

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe anfangs und zwischendurch schon immer wieder mal gemerkt, dass ich die anderen Bände vor Ewigkeiten gelesen habe und mir vieles entfallen ist. Andererseits ist die Geschichte zwischen den beiden unabhängig von den anderen lesbar, da der Leser sowohl ihre Vergangenheit als auch Gegenwart vollständig erfährt.
Die Geschichte beginnt mit einer Jillian, die einen neuen Schritt wagen will. Ziemlich schnell tritt dann Brock auf und man merkt als Leser, dass es da ein Geheimnis gibt, das Jillian zu der gemacht hat, was sie heute ist und die beiden entzweit hat. Das erzeugt natürlich eine gewaltige Spannung, die den Leser durch die ersten Seiten der Geschichte führt. Dann beginnt die Liebesgeschichte und aufgrund der Gefühle, die Jillian den Leser miterleben lässt, sprühen gleich die Funken und man ahnt schon, dass da mehr zwischen ihnen ist.
Der Handlungsablauf hat mir sehr gut gefallen. Die beiden nähern sich genau in dem richtigen Tempo an und die Stelle, an der ich dachte: wo, das geht jetzt so einfach?!, wird am Ende noch geklärt, sodass es tatsächlich eine letzte Wendung gab, die sich berechtigt angebahnt hat und die der Leser noch geklärt haben musste. Das war eine schöne Abwechslung zu den oftmals heraufbeschworenen Problemen, die letztlich nur nerven und die Beziehung zwischen den Protagonisten verunglimpft.
Ein ganz klein wenig hat mich am Ende, oder sagen wir am letzen Abschnitt, gestört, dass die beiden quasi nur noch im Bett beschäftigt waren. Da hätte man die Handlung vielleicht doch noch etwas ziehen können oder zumindest noch etwas Interessantes einfügen können. Ein Epilog wäre beispielsweise auch nicht schlecht gewesen, da es der letzte Band der Reihe ist.

Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte, die von einer bedeutsamen Jugendliebe erzählt. Vielleicht nicht ganz der funkensprühende Abschluss, den ich mir für die Reihe gewünscht hätte, aber dennoch lesenswert und sehr unterhaltsam. Greta und Brock sind einfach ein tolles Paar, dass es schafft, die Vergangenheit zu bewältigen. Ein Buch für Zwischendurch:)

4 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.12.2019

Mal was anderes zur Weihnachtszeit

10 Blind Dates für die große Liebe
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Der Klappentext:
Sophie wünscht sich nur eins: Zeit zu zweit mit ihrem Freund. Doch dann serviert Griffin sie aus heiterem Himmel ab – und Sophies Herz ist gebrochen. Zum Glück weiß ihre Nonna, was man ...

Der Klappentext:
Sophie wünscht sich nur eins: Zeit zu zweit mit ihrem Freund. Doch dann serviert Griffin sie aus heiterem Himmel ab – und Sophies Herz ist gebrochen. Zum Glück weiß ihre Nonna, was man gegen Liebeskummer tun kann: Zusammen mit der ganzen Familie arrangiert sie für Sophie zehn Blind Dates an zehn Tagen. Wenn das mal nicht im Chaos endet! Vor allem, weil nicht jedes Date Sophies Geschmack trifft. Zwischen all den süßen, aber auch verrückten Typen weiß sie gar nicht, wo ihr der Kopf steht. Und als wäre das nicht schon genug, steht plötzlich auch noch Griffin vor ihrer Tür, der sie zurückgewinnen will. Aber möchte Sophie das überhaupt? Denn vielleicht schlägt ihr Herz schon längst für jemand anderen …

Das Cover:
Ich finde es zuckersüß<3 Es passt einfach super gut zur Story und ich muss jedes Mal an Zuckerwatte denken, wenn ich es angucke. Die Farben passen sehr gut zusammen, der Titel scheint in den Wolken zu schweben und die Weihnachtszeit wird durch die „Schneewolken“ angedeutet. Mir gefällt es sehr gut.

Zum Schreibstil:
Die Autorin schreibst recht einfach und klar. Das Buch lässt sich sehr leicht und locker lesen und beinhaltet viel Humor, Witz und Charme. Es war schon eine kleine Abenteuerreise, diese zehn Dates mitzuerleben.

Die Charaktere:
Anfangs war ich etwas skeptisch, da die Protagonistin doch etwas jung ist. Schnell passte ihr Alter aber zur Geschichte und ich fand Sophie gar nicht mehr so jugendlich. Sie denkt erstaunlich erwachsen über viele Dinge und verhält sich lange nicht so naiv, wie ich es erwartet hätte. Dennoch ist sie natürlich erst frische siebzehn und so passte die Geschichte einfach perfekt zu ihr. Keine Ahnung, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Blind Dates? Von mir aus, aber von meinen Familienmitgliedern organisiert? Lieber nicht… Sophie wagt jedoch das Abenteuer und findet sich dabei selbst wieder, denn sie erinnert sich zurück an ihre Vergangenheit, die eigentlich die schönste Zeit ihres Lebens war. Das hat mir super gefallen, denn es gibt der Geschichte noch mehr Komplexität.
Die Nebencharaktere bleiben alle etwas flach, dennoch erfüllen sie ihren Zweck und seine alle ziemlich sympathisch. Zwar konnte ich die Familienglieder nicht so richtig auseinanderhalten. Sie ergaben aber eine bunte Mischung, die sehr viel Leben in die Geschichte gebracht hat und Charlie, Wes und Olivia haben Sophie richtig auftauen lassen. Alle sind super herzlich und ich hätte mich am liebsten unter sie alle gemischt.

Zur Geschichte allgemein:
Wie ich oben schon erwähnte, ist dies keine Geschichte, die von tiefen Gefühlen, vielschichtigen Emotionen, einem nie dagewesenen Handlungsverlauf und enormer Spannung daherkommt. Das will dieses Buch einfach nicht. Stattdessen erzählt es sehr humorvoll von einer Geschichte, die zwar im Alltagsleben angesiedelt, gleichzeitig aber so weit weg von unserem üblichen Weihnachtstraditionen ist, dass es uns total fasziniert. Um einen kleinen Einblick zu geben: Sophie hat eine riesige Familie. Jede Menge Tanten und Onkels und noch mehr Cousinen und Cousins. Kopf des ganzen Trubels ist Sophies Nonna, die nach Sophies Trennung von Griffin eine brillante (so würde Nonna es ausdrücken) Idee hat: Ihre Enkelin wird die nächsten zehn Tage je ein Blind-Date haben – arrangiert von ihren Familienmitgliedern. Schnell entbrennt daraufhin ein Kampf um die Plätzte und die ersten Wetten werden abgeschlossen – wann kommt Sophie nach Hause?
Das Ganze ist wirklich toll beschrieben und man konnte richtig mit Sophie mitfühlen. Bin ich froh, dass ich nicht so eine Familie habe. Richtig richtig peinlich eigentlich, aber gleichzeitig taut Sophie auch auf. Es heißt irgendwann, sie habe sich so weit von allen entfremdet, dass sie eine ganz andere geworden ist – und nicht unbedingt glücklicher. Das merkt man anfangs sehr stark. Nach und nach lässt sie sich jedoch immer mehr von den Geschehnissen in ihrer Heimat bezaubern, genauso wie der Leser.
Die zehn Dates sind alle eine Sache für sich. Jedes hat ein eigenes Kapitel – zurecht, denn jedes ist für sich speziell. Schon nach dem Ende des einen, habe ich auf das nächste hingefiebert. Die Autorin hat sie da wirklich sehr schöne und lustige Sachen ausgedacht. Einige dienen somit nur der Belustigung, andere helfen aber auch Sophie in ihren Entscheidungen weiter und erzeugen wunderbare Gefühle.
Die Lovestory fehlt natürlich auch nicht. Die ganze Zeit ist da die Frage: Wird das mit Griffin noch was? Aber es gibt auch noch jemand anderen und umso mehr Sophie zu sich selber zurückfindet…
Ich fand es war ein superschönes Abenteuer, das die Weihnachtstage einmal komplett anders angegangen ist. Fangt am 19. Dezember (wenn ich mich nicht irre) an zu lesen und ihr habt eine tolle Geschichte, die parallel zu eurer eigenen Weihnachtszeit laufen kann.

Fazit:
Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne, weil es sehr amüsant war, ich mich mit Freude in die Geschichte gestürzt habe und die nächsten Dates gar nicht abwarten kann und weil alles, inklusive verrückte Familie und Lovestory, einfach zuckersüß ist. Erwartet keine tiefen Emotionen, komplizierte Charaktere oder dergleichen. Stattdessen lasst euch einfach überraschen und auf die Geschichte ein. Dann werdet ihr es lieben.

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere