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Veröffentlicht am 18.06.2018

Ganz anderer Schreibstil

Solange wir lügen
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Dieses Buch hat mir nach dem Lesen ziemliches Kopfzerbrechen beschert. Ich würde mal sagen es sticht aus den üblichen Büchern, die ich lese, hervor.

Zum Inhalt:

Johnny, Mirren, Gat und Cadence. Das sind ...

Dieses Buch hat mir nach dem Lesen ziemliches Kopfzerbrechen beschert. Ich würde mal sagen es sticht aus den üblichen Büchern, die ich lese, hervor.

Zum Inhalt:

Johnny, Mirren, Gat und Cadence. Das sind die Sinclair-Kinder. Naja fast. Gat ist da irgendwie mit reingerutscht. Seit sie klein sind verbringen sie ihre Sommer auf der Insel ihres Großvaters. Auf ihr stehen vier Häuser. Für jede der drei Töchter von Harris Sinclair eines plus dem, in dem er wohnt.

Gat und Cadence verbindet noch mehr als die Erinnerungen und Abenteuer, die sie mit den anderen teilen. Gat liebt Cadence und Cadence liebt Gat. Eine Sinclair zu sein ist jedoch nicht einfach. Überall wird gelogen, betrogen, ausgespielt. Im Sommer fünfzehn geschieht etwas, dass die Familie verändert. Etwas über das keiner reden will. Cadence jedoch erinnert sich nicht. Ihre Kopfschmerzen sind alles, was ihr geblieben sind. Was ist in dem Sommer passiert? Und warum erzählt es ihr keiner?



Zum Buch:

An den Schreibstil von E. Lockhart in diesem Buch musste ich mich erst gewöhnen. Die Autorin nutzt viele Metaphern, Hauptsätze und Wiederholungen und verleiht der Geschichte somit einen ganz eigenen Charakter. Cadence wirkt an vielen Stellen für mich als unzuverlässige Erzählerin, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, passt aber wirklich gut zu der Geschichte. Durch den Stil schafft die Autorin es alles besonders undurchsichtig erscheinen zu lassen. Ich habe wirklich bis zuletzt nichts geahnt.

Dadurch, dass man immer wieder in Frage stellt, was Cadence oder die anderen erzählen, entstand für mich unheimlich viel Spannung.



„Aasfressende Vögel picken an meinem herausquellenden Hirn herum, das aus meinem zerdrückten Schädel tropft.“ (S. 129)



Die Sinclairs sind eine Familie in sich und man kann durchaus nachempfinden, warum die Kinder die Stimmung auf der Insel zwischen den Tanten und dem Großvater als so bedrückend empfinden.

Man lernt Johnny, Mirren, Gat und Cadence von Kindesbeinen an kennen. Einiges erscheint manchmal etwas verquer, anderes passt so gut zu den vieren, dass man sich als Leser wünscht man könnte in ihre Welt mit eintauchen. Sie werden die Lügner genannt und ich denke jeder Leser kann sich schlussendlich seine eigene Meinung bilden, was genau damit gemeint ist. Ganz einfach gesagt sind sie natürlich Lügner, weil sie so tun, als sei alles wie jeden Sommer, obwohl sie schon längst nicht mehr auf der Insel sind. Andererseits sind sie auch Lügner, weil sie dazu gezwungen werden und die Art wie Cadence es „ausspricht“ und die Situationen beschreibt, klingen sehr ähnlich: Sie verabscheut es, dass ihre Mütter und ihr Großvater sie dazu bringen andere Sachen zu sagen, als sie meine. Sie verabscheut es, dass alle immer nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind, aber so gar nichts dafür tun. Und sie verabscheut es, dass von den Kindern so viel erwartet wird, obwohl es doch an ihnen ist ihr Leben zu bestimmen. Johnny will Marathonläufer werden, Mirren heiraten und in den Kongo reisen und Gat die 100 berühmtesten Bücher lesen und auf das College gehen.

Cadence selbst bezieht sich dabei wenig in die Geschichte ein. Sie löscht sich nach und nach aus und betont immer wieder die besonderen Seiten ihrer drei Lügner. Darum fällt es ihr vermutlich nach dem schrecklichen Ereignis auch schwer wieder zurück ins Leben zu finden. Was bleibt letztlich? Wo liegt der Wert des Lebens?

Das einzige was ihr wirklich genommen wurde ist die Liebe zu Gat. In wieweit man von richtiger Liebe sprechen kann, kann nicht nur ich als Leser anzweifeln, sondern sie tut es auch. Die Beiden teilen allerdings so viele schöne Momente und Erinnerungen. Ich glaube die Beiden haben sich schon von Anfang an auf einer anderen Ebene getroffen, als ein „normales“ Paar. Sie haben ihren Weg gefunden, ihre Perfektheit zu erreichen.



„Es ist gut, wenn man geliebt wurde, selbst wenn es nicht von Dauer war. Es ist gut zu wissen, dass es Gat und mich gab, vor langer, langer Zeit.“ (S. 208)



„Ich spreche nicht von Schicksal. Ich glaube nicht an Vorsehung oder Seelenverwandtschaft oder Übersinnliches. Ich will bloß sagen, dass wir einander verstanden. Ganz und gar.“ (S. 13)



Fazit:

Bei diesem Buch ist es mir echt nicht leicht gefallen eine konkrete Bewertung zu geben, denn es ist so ganz anders als gewohnt. Der Schreibstil hat mich zunächst verwirrt, ist aber total schön und perfekt für Cadence´ Geschichte.

Veröffentlicht am 12.06.2018

SO schön ohne viel Drama

Bedtime Trouble: Codewort Liebe
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Auf dieses Buch bin ich ganz zufällig gestoßen, als ich nach neuer Lektüre für zwischendurch gesucht habe. Das Cover sah für mich ziemlich klischeemäßig aus und erregte deshalb bei mir den Verdacht, es ...

Auf dieses Buch bin ich ganz zufällig gestoßen, als ich nach neuer Lektüre für zwischendurch gesucht habe. Das Cover sah für mich ziemlich klischeemäßig aus und erregte deshalb bei mir den Verdacht, es sei eine eher minderwertige Geschichte. Der Titel versprach eine unkomplizierte Liebesgeschichte. Ich muss aber sagen, dass ich doch auf vielerlei Ebenen überrascht und zwar im positiven Sinne überrascht wurde.

Zum Inhalt:

Novalie ist mit Julien zusammen und denkt sich zunächst nichts dabei, dass er sich immer mehr einem anderen Mädchen zuwendet. Schließlich läuft doch alles gut in ihrer Beziehung oder?
Ganz so einfach ist es dann aber nicht und so findet Julien zu Audrey und Novalie zu Kolja. Kolja ihrer beider Mitbewohner, der ein Mädchen nach dem anderen abschleppt. Was wahrscheinlich seinem guten Aussehen und seiner unwiderstehlichen Art zuzuschreiben ist. Die Frage ist aber: Kann man mit Kolja mehr als Spaß haben? und ist es nicht noch möglich die Beziehung zu Julien wieder zu kitten?

Zum Buch:

Der Schreibstil ist flüssig und keineswegs minderwertig.
Die Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen. Die Geschichte wird in vielerlei Hinsicht völlig unkompliziert erzählt, denn die Novalie und Kolja reden tatsächlich miteinander und verstehen sich oft besser als sie denken. Das war für mich als Leser unheimlich angenehm, weil doch so viele Liebesgeschichten durch Kommunikationsprobleme und umständliches Denken unnötig verkompliziert werden. Natürlich haben die beiden trotzdem manchmal die ein oder ander Uneinigkeit. Ganz normal eben und dadurch wird es auch nicht unauthentisch.
Durch die Unkompliziertheit gestaltet sich diese Liebesgeschichte auch ein bisschen anders in ihrem Handlungsverlauf. Es gibt nicht so viel Zögern, nicht so viel Herzschmerz, nicht so viele Missverständnisse. Für mich somit also als Buch für zwischendurch ideal.
Trotz der Leichtigikeit hat es die Autorin zudem noch dazu geschafft eine ernste Hintergrundgeschichte mit einzubauen, die die Erzählung nicht leer wirken lässt. Auf den wenigen Seiten - es sind glaube ich nur knapp 280 Seiten - hat sie das richtige Maß für diese gefunden. Somit wirkt es nicht vollgestopft und damit unrealistisch oder gar aufdringlich.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass schöne Details eingeflossen sind. So z.B. die Katze Dutch, die auch immer wieder aufgegriffen wird. Es gibt da leider ganz andere Bücher, in denen viel gewollt ist und dann tauchen sie nur einmal auf.

Fazit:
Für mich ein durchaus gelungenes Buch, das ich gerne gelesen habe und weiterempfehlen werde. Novalie und Kolja sind super Charaktere. Eine geeignete Geschichte für ein wenig Liebe und Herzschmerz zwischendurch, wobei letzteres hier nicht überwiegt.

Veröffentlicht am 03.06.2018

Zwischen zweien kann auch keiner bedeuten

Thoughtless
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Uff, dieses Buch hat es gefühlstechnisch echt in sich. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch gelesen habe, das so viele Auf und Ab's aufweist und bei dem man dermaßen mitfiebert ...

Uff, dieses Buch hat es gefühlstechnisch echt in sich. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch gelesen habe, das so viele Auf und Ab's aufweist und bei dem man dermaßen mitfiebert und leidet. Das muss ich jetzt erst mal verdauen und ich bin gespannt, wann ich mich dem nächsten Teil der Reihe zuwende.



Zum Inhalt:

Kiera und Denny sind auf dem Weg in ein neues Leben, das sie in ihrer Beziehung unabhängig von ihren Eltern leben lässt. Eine neue Uni für Kiera, ein grandioses Praktium für Denny und dazu noch die passende Wohngelegenheit bei einem alten Freund von Denny: Kellan.

Dieses Leben stellt ihre Beziehung allerdings auf ganz neue Proben. Denny muss sich auf einmal entscheiden, wie wichtig ihm die Beziehung zu Kiera ist und Kiera findet immer mehr zu ihrer beider Mitbewohner Kellan. Der ist nicht nur ein Rockgott, unwahrscheinlich sexy und gut aussehend, sondern berührt Kiera auch noch auf eine ganz andere Art und Weise, die sie sich nie hätte erträumen lassen. Für wen wird sie sich entscheiden?



Zum Buch:

Das Buch hat 640 Seiten und ich hätte es niemals so lange durchgehalten, wenn der Schreibstil nicht gut gewesen wäre. Hier also nichts zu beanstanden.



Alle Hauptcharaktere lernt man ziemlich schnell kennen und lieben. Kiera sehnt sich nach Sicherheit und Geborgenheit und kann gleichzeitig immer mal wieder den Mund nicht halten, wodurch ihr Bemerkungen entweichen, die einen schmunzeln lassen, weil sie doch eigentlich keiner ausspricht. So wird sie für mich sehr authentisch. Zudem schafft es die Autorin Kiera so unschuldig und gutgläubig darzustellen, dass einem ihre anfänglichen Schwierigkeiten in Bezug auf die beiden Jungs relativ gut verständlich gemacht werden und man mit ihr mitfühlen und mitzweifeln kann. Gegen Ende des Buches hin hätte ich mir manchmal gewünscht, dass sie wieder zu ihrer alten Form zurückfindet und sagt was sie denkt, anstatt immer wieder zu einem Eisblock zu erstarren. Vieles wäre den Beiden dann wohl erspart geblieben, vor allem weil es ziemlich am Ende doch eigentlich klar war was sie fühlen und wie sie zueinander stehen. Da hat es mich ein bisschen genervt, dass das Happy End nur ausbleibt, weil Kiera den Mund nicht aufbekommt.



Kellan habe ich ebenfalls lieben gelernt. Denny kam auch ganz gut rüber, aber da es von Anfang an ziemlich klar war, dass er den kürzeren ziehen würde und mir da auch einfach die Leidenschaft und Liebe gefehlt hat, habe ich Denny glaube ich gar nicht so die Chance gegeben auf mich zu wirken. Er schien mir aber ein toller Kerl zu sein, nur eben nicht der Richtige für Kiera.

Kellan dagegen überzeugt für mich auf so vielen Ebenen. Die Autorin hat es für mich bei ihm grandios geschafft seine Rockstar-Seite, die cool, sexy und frauenliebend ist, mit seiner verletzlichen Seite zusammenzufügen. Seine Gefühle wirkten auf mich immer sehr echt und ich konnte ihn gut verstehen. Ehrlich gesagt war er für mich derjenige in diesem Buch, mit dem ich am meisten Mitgefühl empfinden konnte und mit dem ich am meisten mitgegangen und gelitten habe, auch wenn Kiera die Erzählerin ist.



Wenn man ihn in Beziehung zu Kiera sieht, dann versteht man ihn schon so viel früher als sie es tut und bekommt hier sehr gut dargestellt, dass das Gegenteil von Liebe nun mal Hass ist. An einer Stelle im Buch wird erwähnt, dass eine Beziehung aus Liebe, Leidenschaft und Freundschaft besteht. Alle drei Komponenten sind bei Kellan und Kiera durchgängig vertreten und ich habe es geliebt ihre zusammen verbrachten Momente mitzuerleben. Man muss jedoch auch stark sein, was ihre Beziehung angeht. Die vielen Auf und Ab's. Die teilweise Blindheit von Kiera und Denny, den man auch nicht verletzt sehen will, machen einem beim Lesen manchmal deutlich zu schaffen.

Ich denke, wenn die Autorin die Charaktere nicht so erschaffen hätte, wie sie in diesem Buch zu finden sind, dann hätte ich das Buch niemals bis zum Ende gelesen.



Fazit: Dieses Buch enthält so viele Gefühle und man leidet so sehr mit, dass es einen ganz schön umhauen kann. Für mich hat es aber dennoch überzeugt, denn es ist wirklich gut geschrieben, die Charaktere sind toll und es ist eben nicht immer alles so einfach, wie man es gerne hätte. Für diejenigen, die jedoch lieber eine gradlinigere Liebesgeschichte lesen wollen oder sehr schnell von einer Protagonistin, die nicht so recht weiß was sie will, genervt sind, ist dieses Buch wohl nichts.

Alle anderen: lest es!

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 22.05.2018

Wünderschön mit Italien für Zuhause

Brausepulverherz
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Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen, als ich gerade mitten in der Urlaubsplanung für die kommenden Semesterferien war. Sagen wir mal so: Italien steht jetzt ganz oben auf der Liste!



Zum Inhalt:

Jiara ...

Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen, als ich gerade mitten in der Urlaubsplanung für die kommenden Semesterferien war. Sagen wir mal so: Italien steht jetzt ganz oben auf der Liste!



Zum Inhalt:

Jiara verbringt die Sommer seit Ewigkeiten in dem kleinen Ort Finale in Italien, wo sie ihrem besten Freund in seinem kleinen Restaurant aushilft. Dort fühlt sie sich wohl und fühlt sich lebendig. Am Ende des Sommers heißt es dann Abschied nehmen und für Jiara geht es zurück nach Hamburg. Zu ihrem Freund, ihrer verqueren Familie, ihrer besten Freundin und der Uni, die mittlerweile zu ihrem Leben gehört. Doch dieses Jahr soll der Sommer anders werden. Dieses Jahr taucht Milo auf und reißt Jiara sofort in seinen Bann. Blöd nur, dass Gefühle nicht so seine Stärke sind. Für beide heißt es kämpfen für das, was sie wirklich wollen.





"Mein Herz fühlt sich an, als wäre es mit aufschäumendem Brausepulver gefüllt, mein Kopf ist voll von Milo, und es fällt mir schwer, auch nur einen Gedanken zu fassen, sonst würde ich ihn von mir schieben, anstatt..." (aus Brausepulverherz von Leonie Lastella)





Zum Buch:

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ich hatte nie das Gefühl, das gelabert wird, obwohl die Autorin viele Wörter nutzt. Dies macht ihre Geschichte umso glaubwürdiger. Zudem schafft sie es in ihren Zeilen das Flair des kleinen Ortes Finale und ganz Italien zu vermitteln. Man fühlt sich nahezu wie im Urlaub beim Lesen.



Die Charaktere fand ich super. Beide Hauptprotagonisten befanden sich am Anfang des Buches an einem Punkt in ihrem Leben, an dem in Frage stand, ob das, was sie bisher gemacht haben, das Richtige für sie ist. Leonie Lastella hat dies in Gedankengängen und Handlungen gut und glaubwürdig für mich rüber gebracht und alle Charaktere haben eine wunderbare Persönlichkeit erhalten. Ich liebe Dario, ich liebe Milo und auch Jiara, die so viel durchmacht und bei mir nicht die ganze Zeit die Frage: Was macht die denn da? aufgeworfen hat. Stattdessen konnte ich all ihre Handlungen irgendwo verstehen, auch wenn die Liebesgeschichte anders vielleicht schneller vorangeschritten wäre. Aber darum geht es ja auch nicht.

Weiter fand ich die Problematik sehr interessant und auch wie sie letztlich gelöst wurde. Natürlich ist man irgendwo als Leser schon für Team Jiara-Milo, aber die Autorin hat es geschafft auch Jonas zu einer liebenswürdigen Person zu machen.

Der Kontrast zwischen dem was sicher und vernünftig ist und dem was unsicher und unvernünftig ist, dafür aber mehr Leben bietet, wird hier sehr gut dargestellt. Am Ende war ich mir so gar nicht mehr so sicher, welchen Weg Jiara und Milo nun beschreiten werden bzw. wie sie wieder zueinander finden, was es noch zusätzlich spannend gemacht hat.



Fazit:

Alles in allem kann ich glaube ich nichts schlechtes über das Buch sagen. Ich habe es gerne gelesen und mich von der Geschichte getragen gefühlt.

So kann ich es jedem empfehlen, der gerne schöne, tiefere Liebesgeschichten liest und auch jedem, der sich ein Stück Italien zu sich nach Hause holen möchte.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Enttäuschend

Du bist mein Verlangen
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Als ich den Klappentext dieses Buches las, habe ich mir Miles als einen schüchternen Kerl vorgestellt, der Mallory deshalb nur aus der Ferne beobachtet. Der Titel hat mich dann natürlich etwas verwirrt ...

Als ich den Klappentext dieses Buches las, habe ich mir Miles als einen schüchternen Kerl vorgestellt, der Mallory deshalb nur aus der Ferne beobachtet. Der Titel hat mich dann natürlich etwas verwirrt und ich dachte: Oh, okay. Erotik.

Ich war also zunächst sehr gespannt darauf, was mich erwartet und in welche Richtung die Geschichte geht.









Zum Inhalt:

Miles beobachtet Mallory schon seit langem und lenkt insgeheim ihr Leben. Doch bis jetzt hat er sich ihr gegenüber noch nicht gezeigt. Mallory lebt demnach vollkommen ohne Wissen um Miles' Existenz. Sie arbeitet hart für ihre Karriere und landet schließlich bei einer großen Firma in New York. Abends in einem Club trifft sie auf den geheimnisvollen Oz. Beide sind sofort hin und weg voneinander. Die Frage ist, wann die Blase zerplatzt.



Zum Buch:

Der Schreibstil ist flüssig und hat mich beim Lesen auf keinen Fall gestört. Die Idee hinter der Geschichte ist an sich auch nicht schlecht und Mallory und Miles stellen zwei tolle Charaktere dar. Man kann sich anfangs gut in die unerfahrene Mallory hineinversetzten, die alles unheimlich spannend findet und etwas naiv vorgeht. Und auch Oz/Miles ist anfangs auf der richtigen Schiene. Ein bisschen Besessenheit kann ja in einem Erotikroman ganz spannend und prickelnd sein.

Leider hört dann mein Lob auch schon auf. Ich muss gestehen, dass es mich echt viele Nerven gekostet hat, das Buch bis zum Ende zu lesen. Mallory wird immer naiver, Miles' Besessenheit ist ungesund und beinahe krank und Mal's Reaktionen darauf wirken oft sehr unauthentisch. Generell fehlt mir in dem Buch etwas mehr Realität und Tiefe. Bis zu letzt ist mir nicht klar geworden, wann sich die beiden überhaupt ineinander verliebt haben bzw. auf was ihre Liebe baut. Sie war einfach da, dann waren sie auch schon zusammen und schließlich heiraten und Kind und das gerade Mal in knapp drei Wochen erzählter Zeit. Zudem nimmt die Geschichte wohl alle Klischees mit, die sie finden konnte. Nur sind diese dann auch noch nicht richtig ausgefeilt. Mir schien es zwischendurch, als seien die Autorinnen in Hetze. Es ging einfach zu schnell und war zu unbegründet.

Dadurch haben mich dann auch die erotischen Szenen, von denen ein solches Buch ja irgendwie lebt, nicht wirklich überzeugt. Ich konnte die Beziehung einfach nicht für voll nehmen und dies zog seine Konsequenzen nach sich.

Die Beziehung ist eher etwas krank, weil Mallory nachgibt, wo immer es geht und Oz dies ausnutzt. Das ganze nennt sich dann die "große Liebe". Meiner Meinung nach wurde hier einfach der Schwerpunkt etwas falsch gesetzt. An den Stellen, an die eigentlich Lust und Verlangen treten sollte, tritt auf Oz Seite oft der Drang nach vollständiger Kontrolle.



Fazit:

Mich hat dieses Buch nicht überzeugt. Es war die meiste Zeit äußerst nervig zu lesen. Ich würde es demnach nicht weiterempfehlen. Was die Autorinnen betrifft, so sehe ich noch eine Chance in einem Folgeband über Paige und Ryan, zwei der Figuren, die ein interessantes Paar abgeben könnten. Dann muss aber etwas mehr Gefühl und Tiefe in die Geschichte mit einfließen.

Liebe Grüße