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Veröffentlicht am 30.10.2020

Beeindruckender Bildband!

Häuser für die Ewigkeit
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Wer waren die alten Ägypter, dieses Volk, das die "𝑮𝒓𝒐𝒔𝒔𝒆𝒏 𝑷𝒚𝒓𝒂𝒎𝒊𝒅𝒆𝒏" errichtet hatte, eins der "𝑺𝒊𝒆𝒃𝒆𝒏 𝑾𝒆𝒍𝒕𝒘𝒖𝒏𝒅𝒆𝒓", die heute noch existieren und vor denen sich sogar die Zeit fürchtet? Monumente für ...

Wer waren die alten Ägypter, dieses Volk, das die "𝑮𝒓𝒐𝒔𝒔𝒆𝒏 𝑷𝒚𝒓𝒂𝒎𝒊𝒅𝒆𝒏" errichtet hatte, eins der "𝑺𝒊𝒆𝒃𝒆𝒏 𝑾𝒆𝒍𝒕𝒘𝒖𝒏𝒅𝒆𝒓", die heute noch existieren und vor denen sich sogar die Zeit fürchtet? Monumente für die Ewigkeit, die über ein Menschenleben hinaus, ja über den Tod hinaus bestehen. Der Tod war für die alten Ägypter nicht das Ende menschlichen Lebens, sondern nur ein Übergang - 𝒓𝒊𝒕𝒆 𝒅𝒆 𝒑𝒂𝒔𝒔𝒂𝒈𝒆 - ins jenseitige Leben. Jeder kennt aus dem Kindergarten oder der Grundschule den Spruch: "𝑰𝒎 𝑶𝒔𝒕𝒆𝒏 𝒈𝒆𝒉𝒕 𝒅𝒊𝒆 𝑺𝒐𝒏𝒏𝒆 𝒂𝒖𝒇, 𝒊𝒎 𝑺𝒖̈𝒅𝒆𝒏 𝒏𝒊𝒎𝒎𝒕 𝒔𝒊𝒆 𝒊𝒉𝒓𝒆𝒏 𝑳𝒂𝒖𝒇, 𝒊𝒎 𝑾𝒆𝒔𝒕𝒆𝒏 𝒘𝒊𝒍𝒍 𝒔𝒊𝒆 𝒖𝒏𝒕𝒆𝒓𝒈𝒆𝒉𝒆𝒏, 𝒊𝒎 𝑵𝒐𝒓𝒅𝒆𝒏 𝒊𝒔𝒕 𝒔𝒊𝒆 𝒏𝒊𝒆 𝒛𝒖 𝒔𝒆𝒉𝒆𝒏". Die alten Ägypter sahen darin einen ewigen Lebenslauf, der Sonnengott wandelt frühmorgens jung über den Himmel und wird abends zu einem Greis, der über Nacht verjüngt und neugeboren am nächsten Morgen am Himmelsfirmament neu erscheint.

In diesem tollen Bildband erfahren wir neben diesem Sonnen-Mythos auch die weitere mythische Geschichte um Osiris, seinen Bruder Seth sowie Horus, dem Sohn von Osiris.

Wir sehen in diesem beeindruckenden Bildband die wunderbaren sakralen Bauwerke wie die Pyramiden in zahlreichen schönen Bildern oder Grabinschriften, Figuren, Wandmalereien und dergleichen. Das Buch gibt dem Leser interessante und informative Einblicke in das sog. Alte Reich (ca. 2707 bis 2170 v. Chr), das Mittlere Reich und das Neue Reich (ca. 1550 bis 1069 v. Chr.). Im Anhang gibt es einen Zeitstrahl und ein Glossar zu den wichtigsten Begriffen.
n zahlreichen Kapiteln erfährt man vieles über die Grabanlagen des Alten Reiches, die Anfänge der Grabanlagen, den sog. Mastabas, die Großen Pyramiden, die Bedeutung von Zirkumpolarsternen, umfangreiche Pyramidentexte, Sargtexte, Jenseitsliteratur, den Totengott Osiris, das Totengericht, das Zweiwegebuch, Totenbuch, das Tal der Könige, Ramses II, Thutmosis III, Tutanchamun, Echnaton und noch viel mehr.

Eine klare Leseempfehlung, daher bekommt es von mir auch volle 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2020

Spannung pur!

Tanz in die Angst
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Hanna Zimmermann arbeitete zunächst als Referentin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Automobilbranche. Nun hat sie ihren ersten sehr überzeugenden Thriller vorgelegt.

„Nach einem traumatischen ...

Hanna Zimmermann arbeitete zunächst als Referentin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Automobilbranche. Nun hat sie ihren ersten sehr überzeugenden Thriller vorgelegt.

„Nach einem traumatischen Ereignis ist Sophies heile Welt aus den Fugen geraten. Sie wird von bedrohlichen Visionen und Wahnvorstellungen heimgesucht, die mit dem ungeklärten Tod ihrer Mutter vor über zwanzig Jahren zusammenhängen. Was ist damals wirklich geschehen? Auf der Suche nach der Wahrheit reist Sophie zu ihren Großeltern, die sie nie kennengelernt hat. Doch in dem kleinen Dorf scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Bald muss Sophie feststellen, dass der Tod ihrer Mutter nur ein Teil des dunklen Geheimnisses ist, das ihre Familie hütet.“

Hanna Zimmermann legt bereits zu Beginn dieses kurzen, intensiven und spannenden Thrillers sehr fulminant los. Die Ängste, die ein jeder hat, wenn er abgeschiedene und einsame Räume betritt, beschreibt sie sehr gekonnt. Als Sophie im Waschraum an der Waschmaschine steht, geschieht das Unfassbare – Sophie wird brutal vergewaltigt und zudem wird diese Szene auch noch mit einem Handy aufgenommen und ins Internet gestellt. Gänsehaut pur. Mitleid. Erschrecken. Hilflosigkeit. Diesen hohen Spannungslevel kann die Autorin fast durchgängig bis zum Schluss aufrechterhalten. Sophie sucht Ruhe und Erholung bei ihrem Vater. Doch auch dort hat sie viele heftige Träume, Visionen und Wahnvorstellungen. Alle hängen mit dem Tod ihrer Mutter von vor 20 Jahren zusammen. Ihre Nachforschungen über die Mutter auf dem Dachboden im Haus ihres Vaters führen sie zu den Großeltern. Dort hat sie erneut schwere, heftige Träume. Es wird immer heftiger und undurchschaubarer und beängstigender. In der Familie brodelt es. Verborgene, unter den Tisch gekehrte schreckliche Ereignisse kommen nach und nach ans Tageslicht. Alles sehr spannend beschrieben, man fiebert mit Sophie mit, die trotz allem stark und kämpferisch bleibt, wenn sie sich dem Rätsel um ihre Mutter und um die Vergewaltigung weiter annähert. Sehr beeindruckend und Gänsehaut erzeugend beschrieben. Ein packender Thriller vom Anfang bis zum Ende. In wenigen Stunden ist das Buch gelesen. Spannung, ein guter Plot und eine gelungene Auflösung zeichnen dieses starke Buch aus.

Ein tolles Debüt, das 5 von 5 Sternen von mir bekommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2020

Der Sensenmann kommt!

ELBFANG
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Es handelt sich hier bereits um den fünften Fall der mir auf Anhieb sehr sympathischen Ermittler aus dem fiktiven Ort Kophusen. Der Chef Goldberg stößt ein wenig später zum Ermittlerteam hinzu, da er zunächst ...

Es handelt sich hier bereits um den fünften Fall der mir auf Anhieb sehr sympathischen Ermittler aus dem fiktiven Ort Kophusen. Der Chef Goldberg stößt ein wenig später zum Ermittlerteam hinzu, da er zunächst noch persönliche Probleme klären muss. Das fand ich sehr interessant, dass ein so „alter Hase“ sich trotz seiner Lebenserfahrung so sehr von Gefühlen leiten lässt. Aber auch Chefs eines Kommissariats sind halt einfach nur Menschen. Die beiden weiteren Beamten Hauke und Peter haben die Ermittlungsarbeit zwar vorangetrieben, waren aber froh als ihr Chef sie später unterstützt. Nicht, dass es sich um Dummdödel gehandelt hat, sondern weil die Ermittlungsarbeit und die Suche nach dem Mörder sich als schwierig erweist.

Die Ermittlungsarbeit ist gut dargestellt und sehr gut gelungen. Besonders gut gefallen haben mir aber die Dialoge zwischen den Beteiligten. Hier fließt sehr viel gesunder Humor in diesen spannenden Krimi hinein. Beide Kommissare keifen sich gegenseitig an, der eine weiß immer alles besser als der andere. Das hat die Autorin wirklich sehr lebhaft dargestellt und mir oft ein Lachen an vielen Stellen entlockt. Mit viel Vergnügen habe ich diese Passagen gelesen. Daneben werden auch die persönlichen Probleme der beiden Kommissare in wohl und gut dosierter Form dargestellt. Die Charakterentwicklung ist gut gelungen. Die 300 Seiten sind bei diesem leichten und angenehmen Schreibstil der Autorin schnell gelesen.

Ein Krimi, der mich gut unterhalten hat, spannend und humorvoll.

Ich gebe dem Buch daher sehr gerne 4,5 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

Rache in Mainz!

Was ich Dir nehmen will
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Es handelt sich hier um den zweiten Mainzer Lokalkrimi um die schwedisch stämmige Kommissarin Tuulia Hollinder. In diesem Buch gibt es im Wesentlichen drei Handlungsstränge, die gut miteinander verwoben ...

Es handelt sich hier um den zweiten Mainzer Lokalkrimi um die schwedisch stämmige Kommissarin Tuulia Hollinder. In diesem Buch gibt es im Wesentlichen drei Handlungsstränge, die gut miteinander verwoben sind. Da ist zum einen natürlich die Ermittlungsarbeit der Kommissarin mit ihren Kollegen zu nennen. Dabei gibt es im Laufe der Ermittlungen eine große Überraschung, die gegen Ende des Buches aufgelöst wird. Die Morde werden raffiniert durchgeführt. Die Ermittlungen ziehen sich aber ein wenig hin und hätten durchaus auch etwas intensiver und raffinierter sein können. Insgesamt verlaufen die Ermittlungen jedoch recht solide.

Im Weiteren steht die Familie Claaßen im Mittelpunkt mit drei sehr unterschiedlichen Geschwistern. Sie müssen aufgrund einer Anordnung ihres Vaters das von diesem bisher geleitete Familienunternehmen nun gemeinsam führen. Aufgrund unterschiedlicher Lebenseinstellungen und Philosophien geraten diese drei immer wieder arg aneinander. Diese Streitpunkte zu lesen hat mir sehr gut gefallen, wenn es auch hin und wieder für mich ein wenig übertrieben rüber kam. Allerdings war mir zu Beginn nicht ganz klar, in welchem Zusammenhang genau die Familie Claaßen selbst oder indirekt in die Mordserie verwickelt ist. Aber so soll es ja auch sein, Rätselraten auf Leserseite ist angesagt. Dass die Autorin weiß wie man gekonnt falsche Fährten legt, möchte ich an dieser Stelle unbedingt betonen.

Das Buch wird immer wieder durch einige Tagebucheinträge unterbrochen und auch aufgelockert, in dem der Täter seine Gedankenwelt offenbart.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht zu lesen. Allerdings hat es mir zu Beginn an Spannung gefehlt. Diese hat sich erst spät, aber dann mit Wucht eingestellt. Die Auflösung des Falles ist interessant. Die Charaktere haben mir aber nicht so gut gefallen. Ich konnte mich mit diesen irgendwie nicht so richtig anfreunden. Demgegenüber fand ich Tuulia’s Bruder wiederum sehr interessant. Tuulia und ihr Bruder haben ihre Eltern bei einem schweren Schiffsunglück verloren und das geht an beiden nicht spurlos vorbei, insbesondere der Bruder leidet darunter.

Insgesamt ein Thriller, der mir ganz gut gefallen hat und dem ich 4 von 5 Sternen gebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Eine Kleinstadt in Angst und Schrecken!

Brennen muss Salem
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Mit „Brennen muss Salem“ hatte der „King of Horror“ Stephen King seinen zweiten Roman veröffentlicht. Das rezensierte Buch ist im Heyne Verlag erschienen und hat 656 Seiten.
„Der Schriftsteller Ben Mears ...

Mit „Brennen muss Salem“ hatte der „King of Horror“ Stephen King seinen zweiten Roman veröffentlicht. Das rezensierte Buch ist im Heyne Verlag erschienen und hat 656 Seiten.
„Der Schriftsteller Ben Mears kehrt nach Jahren ins beschauliche Salem‘s Lot in Maine zurück. Er interessiert sich für das Marsten-Haus, das eine unheimliche Aura umweht. Ist es möglich, dass sich dort ein Vampir eingenistet hat? Ben Mears nimmt den Kampf gegen das Böse auf.“
Zu diesem Buch aus dem Jahr 1975 ist bestimmt schon so viel geschrieben worden, dass wohl jede weitere Anmerkung überflüssig erscheint. Das Buch beginnt vom Erzählstil her sehr langsam. Salem’s Lot hat in sehr kurzer Zeit keine Einwohner mehr, sie sind einfach teilweise spurlos verschwunden oder einige Bewohner sind weggezogen. Das macht zu Beginn gleich richtig neugierig. King beschreibt sehr detailreich diese ländliche und teilweise triste Idylle dieser amerikanischen Kleinstadt, in der das sonntägliche Kuchenbacken offensichtlich bereits zum Höhepunkt der Woche avanciert. Man bekommt auf sehr, sehr vielen Seiten einen sehr tiefen Einblick in diese Kleinstadt, so dass man das Gefühl hat, diese Stadt schon lange zu kennen. Offenbar arbeitet King mit diesem Setting dann auch in weiteren seiner Romane. Hinzu kommt eine schier enorm große Anzahl von Personen, die mehr oder weniger sehr detailreich beschrieben werden. Da kann einem bald der Überblick fehlen. Aber alle Einwohner gewinnen nach und nach gekonnt an Tiefe und Schärfe, alle haben ihre Eigenheiten und Macken. Dadurch gewinnt diese Kleinstadt an Leben und Präsenz. Viele dieser Figuren werden einem sympathisch. Das Marsten-Haus steht dabei besonders im Mittelpunkt. Hat doch Ben Mears bereits vor vielen Jahren als er noch ein kleiner Junge war ein äußerst unheimliches und prägendes Erlebnis in diesem Haus gehabt, und dieses Geschehen wirkt im ganzen Buch nach und gibt diesem einen unterschwelligen und unheimlichen Anstrich.
Nach und nach kommt dann auch die angedeutete Vampirgeschichte ans Tageslicht. Der Spannungsbogen wächst kontinuierlich an. Die Angst der Menschen gibt King geschickt an die Leser weiter. Man wartet ganz gespannt auf die nächsten Szenen. Ganz klassisch fürchten sich die Gestalten der Nacht vor Sonnenlicht, dem Weihwasser, geweihten Boden und das Kreuzsymbol, so wie man das aus unzähligen Vampirfilmen und Geschichten auch kennt. Die Spannung steigt dann von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel an und endet dann mit einem relativ schnellen Showdown.
Dieser Roman hat mich gut unterhalten. Gut gefallen haben mir die Detailfülle der Figuren und das Kleinstadtsetting. Nicht so gut war, dass sich King ein wenig zu sehr in der Detailfülle nach meinem Geschmack verloren hat. Das war ein wenig zu viel. Dennoch kann ich das Buch sehr empfehlen und gebe ihm vier von fünf Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere