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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2020

Tolles Buch!

Geheimnisse der Hexen
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Zum Cover:
Das Cover hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Illustration einer jungen Frau, die so gar nicht dem typischen Hexenbild entspricht, dazu ein goldener Titel und viele mythische ...

Zum Cover:
Das Cover hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Illustration einer jungen Frau, die so gar nicht dem typischen Hexenbild entspricht, dazu ein goldener Titel und viele mythische Bilder um das Mädchen drumherum. Der Hintergrund dazu in schwarz gehalten, gibt dem ganzen noch einen Hauch mehr Geheimisvolles. Ein wirklich gelungenes Cover!

Zum Buch:
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Jugendsachbuch für Leser:innen ab 12 Jahren. Es richtet sich in den meisten online Portalen an Mädchen und junge Frauen, kann aber natürlich von jederman gelesen werden!

In diesem Buch wird in einfach Worten und kurzen Abschnitten über Hexen, ihre Geschichte, ihre Magie und ihr Wissen berichtet. Alle Seiten sind dabei farblich illustriert, wobei es kein buntes Buch ist, sondern schwarz, weiß und beige dominieren. Hier und da gibt es einen dezenten Farbklecks, aber alles ist wirklich sehr mytisch gehalten.

Inhaltlich ist das Buch sehr sinnvoll und übersichtlich gegliedert. Zuerst geht es um die Definition einer Hexe und welches Hexenbild die Menschen normalerweise im Kopf haben. Dazu werden Beispiele von Hexenbildern aus verschiedenen Ländern aufgeführt. Als nächstes spricht das Buch über die Natur als magische Kraft und geht dabei auch auf diverse Göttinen und Götter der Antike ein. Danach geht es historisch einen Schritt weiter und es wird das Mittelalter beleuchtet, in dem Hexen schließlich verdächtigt und gejagt wurden. Dort wird sowohl das Positive, als auch das, was den Menschen Angst gemacht hat, besprochen. Das folgende Kapitel spricht über die Hexenverfolgungen im 15. Jahrhundert. Auch hier wird wieder die Frage nach dem Warum? gestellt, was mir sehr gut gefallen hat. Nicht das bloße Darstellen in kurzer und knapper Form, sondern immer wieder auch das Reflektieren der Situation, der Menschen in der damaligen Zeit und das Herausstellen, dass sie eben anders lebten, dachten und fühlten als wir jetzt. Im Kapitel "Der Sieg der Vernunft" wird die Entwicklung der Medizin und die dadurch entstandenen Möglichkeiten der Erklärung einiger "magischer Kräfte" z.B. durch Kräuter erklärt. Hier wird vor allem ein Blick auf Gifte geworfen. Weiter geht es dann ins 19. Jahrhundert, in die Romantik, wo das Übersinnliche und die "magischen Kräfte" wieder mehr Interesse erlangten, bevor wir im vorletzten Kapitel ins 20. Jahrhundert und darüber hinaus gehen, wo der Ruf der Hexen zum Teil wieder hergestellt wird. Aber auch hier wird ein Blick in die aktuelle Art der Hexenverfolgung gegeben neben Beispielen für die Darstellung von Hexen in unserer heutigen Welt in Print und TV. Das letzte Kapitel beschäftigt sich dann mit einer Fülle an magischen Symbolen und ist wie ein kleines Lexikon. Es fordert abschließend dazu auf sein Wissen anzuwenden, stellt ein paar Pflanzen und ihre Fähigkeiten, sowie die Art ihrer Verwendung vor, spricht aber auch über die Kraft einiger Steine wie dem Bernstein oder dem Rosenquarz. Diese Seiten haben mich noch einmal begeistert, da ich selbst auch immer hin und her gerissen bin, ob ich an die Wirkung von bestimmten Steinen glauben möchte oder nicht. Bei Pflanzen ist das für mich eine eindeutigere Sache, da viel Heilungspotential nachgewiesen ist und eben auch in der Homöopathie angewendet wird.

Alles in allem ist dieses Buch wirklich ein schöner Einstieg in die Welt der Hexerei, gibt einen guten historischen ersten Einblick und lässt sich leicht lesen. Mir hat es Spaß gemacht, diese für mich auch nicht wirklich bekannte Welt, zu erkunden und hier und da ein bisschen Wissen mitzunehmen. Es war spannend und die grandiosen Illustrationen machen wirklich noch einmal zusätzlich Freude das Buch in die Hand zu nehmen und darin zu schmöckern. Mit einer DIN A4+ Größe vermittelt es zudem wirklich noch einen zusätzlichen besonderen Eindruck, als wenn man tatsächlich ein Zauberbuch oder ein anderes magisches Buch in die Hand nehmen würde. Es ist schön schwer und verströmt durch die Papierart auch noch einen schönen buchigen Geruch, der einfach alle Sinne anspricht.


Fazit:
Ein empfehlenswerter Einstieg in die Mythologie, nicht nur für junge Mädchen! Natürlich muss man im Sinn behalten, dass es eben ein Jugendbuch ist und man nicht, wie in einem Sachbuch für Erwachsene viel Wissen bis ins Detail bekommt, aber wenn man es auch für einen Erwachsenen als wunderschön illustrierten Einstieg in ein neues Themengebiet sieht, dann wird es auch hier gut ankommen. Für Jugendliche, die sich für das Thema interessieren, gefällt mir das Buch ausgesprochen gut, da es auch immer wieder das Warum beleuchtet und nicht plump nur hier und da ein bisschen was erzählt.

Leseempfehlung:
Ich gebe sehr gerne eine Leseempfehlung für dieses Buch, da es mich inhaltlich wie auch illustratorisch absolut begeistern konnte. Sicherlich auch ein schönes und eindrucksvolles Geschenk!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

spannend

Frostgrab
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Zum Cover:
Das Cover passt super zum Titel und hat auch direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Hat man dann einmal das Buch gelesen, erkennt man darin auch die gefährlichen Gletscherspalten von ...

Zum Cover:
Das Cover passt super zum Titel und hat auch direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Hat man dann einmal das Buch gelesen, erkennt man darin auch die gefährlichen Gletscherspalten von denen dort mehrfach die Rede ist, daher eine tolle Illustration!

Zum Buch:
Das Buch erzählt in zwei Zeitsträngen von einer Gruppe junger Snowboarder und Snowboarderinnen, ihrer Freundschaft, ihren Intrigen und Affären. Vor allem die männchlichen Charaktere entwickelten in meinem Kopf ein sehr attraktives Äußeres, wobei auch immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass auch die Mädchen Eindruck machten. Sympathisch waren sie mir alle mal mehr mal weniger, bis auf eine weibliche Person, die mir einfach durch die Bank weg unsympathisch war.

Vor 10 Jahren waren sie alle in der Blüte oder auf dem Weg zu einer großen Karriere, damals alle Anfang 20. Sie verbrachten viele Wochen in einem kleinen Skiort, wohnte dort teils gemeinsam und trainierten und feierten täglich zusammen. Daraus entwickelten sich natürlich Liebschaften, aber auch Eifersucht, Neid und Rivalitäten. Obwohl sie eine Gruppe Freunde sind, spielen vor allem die negativen Gefühle eine große Rolle und ein Mädchen steht da ganz besonders im Vordergrund, da sie eine hinterhältige Intrigantin ist, die jedoch immer wieder von ihrem großem Bruder in Schutz genommen wird. Das Verhältnis innerhalb der Gruppe wird immer angespannter bis es plötzlich für mehrere Menschen verhängnisvolle Folgen hat.
10 Jahre später, im "heute", trifft sich ein Teil der Gruppe wieder in der Hütte im Skigebiet. Sie wurden abseits der Saison eingeladen, doch recht schnell wird klar, dass hinter dieser Einladung mehr als ein einfaches Wiedersehen steckt, nachdem man sich 10 Jahre nicht gesehen hat. Es passieren merkwürdige Dinge, erst noch harmlos, dann immer gefährlicher bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen. Schnell habe auch ich als Leserin keinem der Anwensenden mehr vertraut und in jedem den potentiellen Mörder gesehen. Sobald einer nicht im Raum war, habe ich mit dem schlimmsten gerechnet.

Die Geschichte hat mich vor allem im "Heute" absolut mitgerissen! Zwar fand ich den Teil "vor 10 Jahren" erst weniger Interessant, da ich mich sehr über die intrigante Person geärgert habe und nicht nachvollziehen konnte, wie sich einige andere nicht einfach von ihr abgewendet haben, aber auch dieser Teil der Geschichte hatte seine charmanten Seiten und wurde gegen Ende hin noch einmal spannend. Im "Heute" konnte ich jedoch nicht umhin mitzufiebern und mitzubangen. Der Verlauf des aktuellen Zeitstrangs wurde auch immer dramatischer und stimmte mich gegen Ende doch auch traurig.

Jedoch gibt auch dieses eher nicht-happy-end einen kleinen Lichtblick und ein positives Ereignis, so dass ich auch mit dem Ende zufrieden gewesen bin und gerne noch ein paar Seiten weiter gelesen hätte.

Abschließend möchte ich noch die Fachbegriffe des Snowboardsports erwähnen, die vor allem im Erzählstrang "vor 10 Jahren" häufig zu finden sind. Mich selbst hat es nicht gestört, dass ich nicht genau wusste, welcher Ausdruck nun welchen Trick bezeichnet oder was genau dort in der Halfpipe geschah, da es für den Rest der Geschichte irrelevant war. Dies sollte man jedoch im Sinn haben, wenn man zu diesem Buch greift.


Fazit:
Ein spannungsgeladenes Buch in zwei Erzählsträngen, das den Leser in die Welt des Snowboardsports eintauchen lässt. Man wird Teil einer Clique, die einander das Leben nicht nur leichter macht und deren Machenschaften sie bis in die Gegenwart verfolgen.

Leseempfehlung:
Eine Leseempfehlung für alle, die es nicht stört, wenn sie die Snowboardfachbegriffe nicht kennen und diese getrost überlesen können, denn für den Verlauf der Handlung sind sie irrelevant. Außerdem sollte man mit den diversen Arten der Affären, hetero- sowie homosexuell, keine Probleme haben und auch kleinere Sexszenen lesen können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Spannende Reihenfortführung

Die Hornisse
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Zum Cover:
Das Cover ähnelt im Aufbau den beiden Cover der ersten beiden Bände. Der Name des Autors im oberen Drittel und der Titel zentral und groß. Dazu eine Feder, die auf diesem Cover auch leicht ...

Zum Cover:
Das Cover ähnelt im Aufbau den beiden Cover der ersten beiden Bände. Der Name des Autors im oberen Drittel und der Titel zentral und groß. Dazu eine Feder, die auf diesem Cover auch leicht schimmert. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden trägt dieser keine Zahl im Titel, dadurch natürlich auch nicht auf dem Cover, was ich persönlich sehr schade finde, da ich mit einer "21" auf die eine oder andere Weise gerechnet habe und es noch besser zu den übrigen Bücher gepasst hätte. Aber das ist hier Jammern auf hohem Niveau, denn auch so ist das Cover absolut gelungen.

Zum Buch:
In diesem Buch treffen wir wieder auf den Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns sowie das gesamte Team des LKA 1 Dezernat 11, somit ist die Leserin / der Leser, die / der die ersten Bände kennt, wieder direkt im Geschehen drin und mit den Personen sowie dem Umfeld bekannt. Ich empfehle jeder/m die Reihe in der Reihenfolge zu lesen, da einige Zusammenhänge, vor allem die Fälle betreffend, auftreten und sie wohl nur dann rund sind, wenn man das Hintergrundwissen hat.

In diesem Band wird der Fall noch einmal viel persönlicher, als bereits in den ersten beiden Bänden. Dieses Mal liegt der Fokus wieder auf Tom Babylon, er und seine Frau werden selbst verdächtigt ein Verbrechen begangen zu haben. Es gibt Kapitel, die im Heute spielen und den aktuellen Fall erzählen, sowie Kapitel, die auch in einer anderen Schriftart geschrieben sind, die 1989 kurz vor dem Mauerfall in der DDR spielen. Sie erzähnlen uns die Geschichte von Toms Eltern, speziell seiner freiheitsliebenden Mutter und vermitteln uns Wissen, das selbst Tom sehr lange nicht hat. Ich habe immer das Gefühl, dass mich solche Rückblick-Kapitel beim Lesen aufhalten und ich lieber die aktuelle Geschichte weiterverfolge, jedoch machen sie ja meist Sinn, so wie auch in diesem Fall. Nur beide Erzählstränge zusammengenommen machen die Geschichte für die Leserschaft verständlich und vermitteln ihr sogar mehr Wissen als den Ermittlern! Vor allem er aktuelle Erzählstrang hat sehr viele Windungen und ist nicht vorhersehbar. Obwohl man ab einem bestimmten Punkt durch die Geschichte aus der Vergangenheit weiß, wer hinter den Taten steckt, wird das Ende nicht langweilig, da es weiterhin mit Spannung geladen ist und ich teilweise nicht wusste, wer denn nun überlebt und ob dieses Buch evtl. der letzte Band der Reihe sein würde! Respekt, Herr Raabe!

Die Charaktere betreffend entwickelt sich vor allem das berufliche Vertrauensverhältnis zwischen Tom und Sita weiter, sowie Sitas berufliches Verhältnis zu einigen der Ermittler. Auch Toms familiäre Verhältnisse machen einen ganz schönen Schritt weiter, wobei ich hier noch nicht sagen kann und möchte, ob positiv oder negativ. Solch persönlichen Entwicklungen schätze ich in einer Reihe sehr, da ich mich dann mehr mit den Charakteren verbunden fühle und wissen möchte, wie es für sie weitergeht. Außerdem sind mir die Hauptcharaktere weiterhin sehr sympathisch und ich liebe ihre Ecken und Kanten und den Umgang miteinander.

Das Ende, also wirklich die aller letzten paar Seiten, haben mich dann noch einmal überrascht und schockiert, so dass ich es jetzt schon kaum erwarten kann den hoffentlich nächsten Band zu lesen, um mehr zu erfahren! Ein Cliffhanger vom Allerfeinsten!


Fazit:
Mal wieder ein starker Thriller mit vielen Wendungen und spannend bis zum Schluss. Sowohl die Entwicklung der Geschichte, als auch der Charaktere ist gut gestaltet und folgt einem roten Faden, der in einem Cliffhanger endet. Ich will bitte bald mehr!

Leseempfehlung:
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung mit dem Hinweis erst die ersten beiden Bände zu lesen, um alles in vollen Zügen genießen zu können!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2020

interessante Idee - langatmige Umsetzung

Schwarzer Jasmin
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Zum Cover:

Das Cover dieses Buches hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Allein die Schrift, die zwar lateinisch ist, aber einen Hauch vom Arabischen vermittelt, gefällt mir gut. Der Hintergrund ...

Zum Cover:

Das Cover dieses Buches hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Allein die Schrift, die zwar lateinisch ist, aber einen Hauch vom Arabischen vermittelt, gefällt mir gut. Der Hintergrund ist in verschiedenen Brauntönen gehalten und zeigt Blüten, wie ich sie von Hennatattoos kenne. Auch das Papier des Schutzumschlages fühlt sich gut an, etwas fester als gewohnt. Wirklich hübsch! Schade finde ich jedoch, dass der Buchrücken ganz dunkelbraun ist ohne das schöne Muster. Das hätte sich im Regal sehr hübsch gemacht.


Zum Buch:

Dieses Buch spielt vor allem zu Beginn in verschiedenen Zeitzonen und an verschiedenen Orten. Zum einen in Tunesien, beginnend 1998 und zum anderen in Berlin 2016. Im Laufe des Romans verschiebt sich alles ins Berlin 2016, jedoch gibt es auch dort verschiedene Handlungsstränge, einer, der immer ein wenig voraus ist. In den unterschiedlichen Handlungssträngen treffen wir auch verschiedene Charaktere: Eymen und Ahmed, die aus Tunesien fliehen und in Berlin landen, wo sich erstmal auch ihre Wege trennen, denn Ahmed möchte sein Glück finden und Eymen radikalisierte sich auf dem Weg bis nach Deutschland, wo er diesen Weg weiterverfolgt und bald als Gefährder ins Visir der Ermittler kommt. Auf der anderen Seite haben wir ein Pärchen, das nicht mehr weiß, ob es eine gemeinsame Zukunft hat und die auf unterschiedlichen Wegen auf Eymen treffen. Auch die Sicht der Ermittler bekommen wir immer wieder mit, wo sich auch eine Liebesgeschichte entwickelt.


Ich muss sagen, dass mir Eymen von Beginn an sehr unsympathisch war und sich das bis zum Ende nicht geändert hat. Zwar bekommt man mit, dass er immer wieder zweifelt, ob was ihm von den Radikalen vermittelt wird, wirklich ist, was er tun möchte, aber alles in allem denkt er eben, wie man es sich voller Vorurteile vorstellt. Sein Denken über die westliche Gesellschaft, über Frauen, dass er die Frau, die er getroffen hat, schlagen will, als sie ihn nicht mehr sehen möchte... All das schürrt eher noch die Vorurteile. Außerdem spielt die Geschichte in Berlin und gegen Ende dann zur Weihnachtszeit 2016, was mich unheimlich getriggert hat. Es ist ganz klar, dass ein Anschlag geplant ist und dann werden genau die Orte aufgesucht, die damals beim Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin auch angesteuert wurden. Das fand ich wirklich schlimm! Es hätte doch so viele andere Locations gegeben, so viele andere Zeiten, in denen die Geschichte hätte spielen können, die sie dadurch nicht besser oder schlechter gemacht, aber eben weniger getriggert hätten. Da verstehe ich die Wahl des Ortes und der Zeit des Autors überhaupt nicht.


Die Rolle des Pärchens Jakob und Julia für die Handlung ist mir auch nicht ganz klar. Sie waren in Tunesien im Urlaub und stehen jetzt am Scheitelpunkt ihrer Beziehung, gehen ein paar Tage lang getrennte Wege und begegnen dem Gefährder da in unterschiedlichen Situationen, auch dem Freund Ahmed begegnen sie. Jedoch trägt in meinen Augen nichts von dem was sie tun oder sagen oder gar ihre Beziehung irgendwas zum Ende der Geschichte bei. Ja, man kann sagen, dass sich Eymen am Ende so entscheidet, wie er es tut, weil ihm einige von Jakobs Worten im Gedächtnis geblieben sind. Aber das ist immer alles in allem zu wenig.


Die Ermittler sind ganz interessant. Es gibt mehrere Gruppen, die ihre eigenen Ziele verfolgen und eigentlich mehr gegeneinander als miteinander arbeiten. Mir gefiel gut, wie sich die Gruppe, die am Ende Eymen dicht auf den Fersen ist, sich gegen ihre Vorgesetzen wendete, um den Gefährder zu stellen. Was jedoch die Liebesgeschichte zwischen zwei Kollegen dort zu suchen hat, weiß ich auch nicht. Sie hat für mich auch nicht wirklich was zum Verlauf beigetragen.



Fazit:

Alles in allem spricht das Buch ein interessantes Thema an, jedoch gefällt es mir überhaupt nicht, dass es ausgerechnet zur selben Zeit wie das wahre Attentat in Berlin spielt! Dazu gibt es auch nirgendwo eine Triggerwarnung. Die gesamte Geschichte plätschert für mich so vor sich hin und war mir auch nicht spannend genug. Leider bin ich auch mehrfach über dem Buch eingeschlafen. :( Das Ende ist dann zwar zum Teil positiv, aber auf den letzten Seiten knallt es dann doch noch und man weiß leider überhaupt nicht, wer zu Schaden gekommen ist. Das gefällt mir auch nicht wirklich.


Leseempfehlung:

Leider kann ich für das Buch keine Leseempfehlung geben. Dafür gab es zu viele Dinge, die mir nicht gut gefallen haben. Angefangen von einigen Charakteren, über Teile der Handlung, das Tempo bis hin zum Ende.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

gute Fortsetzung

R.I.P.
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Zum Cover:

Das Cover erinnert mich an Eis und Kälte. Es ist in den entsprechenden Farben, weiß und hellblau, gehalten und zeigt viele Splitter, die eventuell Eis sein können. Der Titel steht sehr deutlich ...

Zum Cover:

Das Cover erinnert mich an Eis und Kälte. Es ist in den entsprechenden Farben, weiß und hellblau, gehalten und zeigt viele Splitter, die eventuell Eis sein können. Der Titel steht sehr deutlich im Zentrum. "R.I.P." ist sicherlich jedem bekannt und man asoziiert damit direkt Tod, sodass das Genre auf den ersten Blick zu erkennen ist und keine Zweifel offenen lässt. Der Titel springt einem direkt ins Auge. Obwohl das Cover eher schlicht ist, gefällt es mir persönlich sehr gut.



Zum Buch:

Das Buch ist der dritte Band der Reihe um Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja und spielt in Reykjavik auf Island. Obwohl es ein Teil einer Reihe ist, kann man es auch als Einzelband gut lesen, da die persönlichen Beziehungen zwischen den Charakteren wieder erklärt werden und man nicht unbedingt jedes Detail ihres Liebeslebens aus anderen Bücher kennen muss, um die Zusammenhängen hier zu verstehen. Die anderen Fälle aus den ersten beiden Bänden fließen hier zudem nicht ein.


In dieser Geschichte geht es um Jugendliche, die von einem Unbekannten aufgesucht und ermordert werden. Zu den Details der Qualen und der Ermordung lässt sich die Autorin jedoch nicht aus, was mir ausgesprochen positiv aufgefallen ist, da man auch ohne sie dem Geschehen sehr gut folgen kann und nichts fehlt, daher wären mehr Details unnötig gewesen. Kurz nach den Überfällen bekommen alle Personen, die auf der Freundesliste der Opfer in der App "Snapchat" sind, kurze Videos oder Bilder zugeschickt. Wie es sich mit dieser App verhält, kann ich jedoch nicht beurteilen, da ich sie noch nie genutzt habe, jedoch ist es ein sehr aktuelles Medium, das hier eingebaut wurde. Am Tatort bzw. bei den Leichen werden zudem weiße Blätter mit jeweils einer Zahl gefunden, mehr Indizien bekommt die Polizei ersteinmal nicht.


Lange Zeit tapen sie dadurch im Dunkeln, was das Buch jedoch nicht zäh werden lässt, da die Lücken in den Fällen sehr gut mit diversen persönlichen Zusammenhängen der Charaktere gefüllt sind. Man bekommt mit wie sich das Verhältnis zwischen Kommissar Huldar und seiner Chefin Erla verändert - was ich sehr gut fand, da mir die Chefin zu Beginn sehr auf die Nerven gefallen ist - , wie Huldar und Freyja weiterhin miteinander umgehen und wie es Freyja sonst so im Privaten geht. Auch erfährt man mehr über Huldars Kollegen, was eventuell in späteren Bänden von Bedeutung sein könnte. Zumindest könnte ich mir das sehr gut vorstellen! Da ich sehr viel Wert auf diese persönlichen Beziehungen lege und sie für mich ausschlaggebend sind, ob ich eine Reihe weiterverfolge oder nicht, hat mir dieser Aspekt des Buches ausgesprochen gut gefallen und Lust auf mehr gemacht!


Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass Mobbing das zentrale Thema ist. Mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin dieses Thema behandelt hat und wie sowohl die Sicht der Täter, als auch das Leiden der Opfer und ihrer Familien in den Fokus gestellt wurde. Man erfährt in dieser fiktiven Geschichte viele Dinge zu diesem heiklen Thema, die jedoch sachlich und tiefgründig beschrieben werden.


Lediglich das Ende hat mich nicht ganz überzeugt. Wie schon im letzten Band kommt eine Person ungeschoren davon. Letztes Mal konnte ich das noch nachvollziehen und es war okay für mich, dieses Mal sehe ich keinen Grund dafür und mir wäre ein konsequenteres Ende, bei dem alle Mobbing-Täter bestraft würden, lieber gewesen.



Fazit:

Ein flüssig geschriebenes Buch, das sich mit einem wichtigen Thema befasst, das leider ständig aktuell ist. Die langsamen Schritte im Fortgang der Ermittlungen werden mit der Entwicklung der Charaktere gefüllt, welche dem Buch eine weitere Ebene geben. Alles in allem handelt es sich hierbei um einen interessanten Thriller, der auch als Einzelband gelesen werdenk kann.



Leseempfehlung:

Ich gebe gerne eine Leseempfehlung für den dritten Band der Reihe. Auch braucht man keine Sorgen zu haben, dass man beim Lesen über komplizierte isländischen Namen stolpert, da sie meiner Meinung nach sehr simpel bzw. international lesbar gehalten sind und zum Beispiel etwas kompliziertere Straßennamen kann man auch einfach überlesen, da sie die Geschichte nicht weiterbringen und nicht häufig vorkommen.

  • Cover
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