Platzhalter für Profilbild

SmartisWelten

aktives Lesejury-Mitglied
offline

SmartisWelten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SmartisWelten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2016

mir fehlen die Worte, leider

Die Stille vor dem Tod
2 0

Zum Autor:
Cody McFadyen ist ein amerikanischer Thriller Autor, der mit seiner Familie in Kalifornien lebt. Bevor er mit dem Schreiben der Smoky Barrett - Reihe begann, arbeitete er unter anderem im sozialen ...

Zum Autor:
Cody McFadyen ist ein amerikanischer Thriller Autor, der mit seiner Familie in Kalifornien lebt. Bevor er mit dem Schreiben der Smoky Barrett - Reihe begann, arbeitete er unter anderem im sozialen Bereich und unterstützte Drogenabhängige sowie Selbsthilfegruppen, begab sich auf einige Weltreisen und arbeitete als Webdesigner. (Quelle: Website des Bastei Lübbe Verlags) Auf das aktuelle Buch mussten seine Fans sehr lange warten, was im Netz zu dem Gerücht einer schweren Krankheit des Autors führte. Nun ist er aber zurück und wird auch einige Lesungen in Deutschland geben.

Zum Cover:
Das Cover ist im typischen "Cody McFadyen - Stil" gehalten: grau, schwarze Töne mit einem Hauch rot. Abgebildet ist die untere Hälfte des Gesichts sowie die Schultern einer Frau, welche die Leise-Geste mit dem Zeigerfinger vor den Lippen macht. Diese Geste passt sehr gut zum deutschen Titel des Buches. Das Bild, welches auch als Zeichen für Geheimnisse und das Stillschweigen über diese interpretiert werden kann, passt zudem auch gut - in meinen Augen sogar besser als der Titel - zum Inhalt des Buches. Alles in allem ein Cover, das zu der Reihe - und somit ins Bücherregal - passt, das durch die auffällige Schriftart und Schriftgröße des Titels aber auch neue Leser anziehen könnte.

Zum Buch:
Dieser Thriller ist der fünfte in der Reihe um die Agentin Smoky Barrett, die im Laufe der letzten Bücher bereits viel durchgemacht hat und immer wieder mit den Schlimmsten der Schlimmsten zu tun hat, sei es privat oder gemeinsam mit ihrem Team.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
Im ersten Teil geht es sehr zügig zur Sache, das Team befindet sich wie gewohnt in einer brenzligen Situation und auf den Fersen eines Serienmörders. Als Leser ist man schnell wieder Teil des Teams und fühlt sich selbst wach und aufmerksam. Als die brenzlige Situation erst einmal gelöst zu sein scheint, passiert etwas Neues und die Lage wendet sich um 180Grad. Plötzlich ist sie noch gefährlicher, noch aussichtsloser als zuvor. Da jedoch die Protagonistin in höhster Gefahr ist und das Buch sich noch am Anfang befindet, wird dem Leser schnell klar, das Smoky schon irgendwie aus der Lage herauskommen wird.

Im zweiten Teil wird es dann extrem still. Dies mag dem Titel des Buches entsprechen, führt die Geschichte jedoch kaum weiter und hat mich persönlich zwar nicht gelangweilt, aber irgendwie hat trotzdem was gefehlt. Man erfährt viel über die Gedanken der Protagonisten, es gibt Rückblicke, man erfährt durch ihre Träume was sich in den letzten Wochen ereignet hat, das zum Fall gehört, aber ermittelt wird nicht. Es ist ein sehr persönlicher, sehr monolog-artiger Teil und war für mich für ein Buch von McFadyen sehr ungewöhnlich. Man ist doch sehr viel mehr Action und ein schnelleres Voranschreiten gewöhnt.

Im dritten Teil wird dann endlich bezüglich der Ereignisse im ersten Teil ermittelt. Das Team kommt wieder zusammen und beginnt zu arbeiten. Doch auch diese Arbeit wird im Grunde in Gesprächsrunden im Büro erledigt. Dann wird noch dahin und hierhin geflogen und am Ende wird ein Verdächtiger festgenommen, der irgendwie in die Ereignisse passt, aber auch eher in die, die im letzten Teil des Buches aufgedeckt werden, als zu denen aus dem ersten Teil. Das Buch endet im Grunde damit, dass die Hauptverursacher der Geschehennisse nicht im geringsten aufgespürt sind, der Fall für mich auch nicht gelöst oder auch nur annähernd gelöst ist. Ein sehr merkwürdiges Ende.

Die Charaktere in diesem Buch sind diesselben wie in den vorhergehenden Büchern um Smokey Barrett. Man erfährt ein wenig mehr über den einen oder anderen Charakter, vor allem über James werden ein paar neue Details ans Licht gefördert, und im mittleren Teil des Buches erfährt man natürlich eine Menge über das Kopfkino und die Ängste von Smoky. Eigentlich sollte dies dazu führen, dass man den Charakteren näher kommt, aber irgendwie hat es bei mir hier nicht funktioniert. Es war irgendwie zu neutral, zu sehr ein Abklappern von Fakten als das bei mir große Gefühle für die Protagonisten entstanden sind. Vielleicht war es einfach etwas zu viel, zu überspitzt.

Fazit:
Ich habe mich sehr auf den fünften Band um Smoky Barrett gefreut, da man zwischenzeitlich ja davon ausgehen musste, dass er nie erscheinen würde. Nun ist er erschienen und hat mich leider auf fast ganzer Linie enttäuscht. Hier und da ist es das Team, so wie wir es kennen, und der Schreibtstil so wie man ihn von McFadyen gewöhnt ist, aber größtenteils ist das Buch ein komplett anderer Stil, ein komplett anderes Werk als die voran gegangenen. Vielleicht war es so beabsichtigt. Vielleicht sollte der Leser in diesem Buch mehr über das Innenleben der Protagonistin erfahren. Vielleicht sollte es mit einem gewaltigen Cliffhänger enden - wobei er micht nicht so richtig zum Weiterlesen auffordert, auch wenn ich weiß, dass ich auch einen sechsten Band lesen würde. Aber irgendwie verwirrt dieses Buch mehr, als dass es Freude macht. Es ist kein McFadyen wie man ihn kennt. Eventuell wäre meine Reaktion anders, wenn das Buch zügig nach dem vierten Band erschienen wäre, vielleicht hätte es dann mehr Sinn ergeben. Eventuell gäbe es dann ja mittlerweile schon einen nächsten Band. Aber so. Nach so langer Zeit ein Buch in der Hand zu haben, das so komplett vom Rest abweicht, das so anders ist als alle Vorgänger, ist sehr merkwürdig. Zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob er das Buch angefangen und erst Jahre oder Monate später weiter geschrieben hat und dann einfach keinen Fluss mehr drin hatte. Natürlich, falls er wirklich krank gewesen ist - denn offiziell weiß man ja nichts -, verändern sich Menschen in so einer Zeit und damit bestimmt auch der Schreibstil, es wäre nachvollziehbar. Trotzdem leider eine große Enttäuschung.

Leseempfehlung:
Es gibt mit Sicherheit Leser, die mit dem Buch mehr anfangen können als ich. Als erstes Buch von McFadyen möchte ich es auf gar keinen Fall empfehlen, da es ganz anderes ist als alle seine andren Werke. Wer jedoch wissen möchte wie es mit Smoky weiter geht, sollte es wohl oder übel lesen. Vor allem wenn wir als Fans hoffen, dass die Geschichte weiter geht und der 6. Band wieder der "alte" McFadyen wird. Dies sozusagen nur ein Zwischentief ist.

Ich gebe dem Buch schweren Herzens leider nur 2 Sterne. :(

Veröffentlicht am 15.09.2016

eine Frau, die weiß was sie will, trifft einen feurigen Mann

Beautiful Bastard
1 0

Zur Autorin:
Hinter dem Pseudonym "Christina Lauren" verbergen sich die amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings, die als Freundinnen schon seit 2009 gemeinsam Bücher schreiben und ...

Zur Autorin:
Hinter dem Pseudonym "Christina Lauren" verbergen sich die amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings, die als Freundinnen schon seit 2009 gemeinsam Bücher schreiben und das, obwohl sie nicht einmal in der Nähe wohnen. (Quelle: Buchrückseite)


Zum Cover:
Das Cover ähnelt dem Cover des zweiten Bandes (oder ähnelt das zweite Cover dem Ersten?, kommt wohl drauf an, in welcher Reihenfolge man liest...) und bildet somit eine optisch einwandfreie Reihe. Es ist in schwarz/weiß gehalten mit roten Titel und Namen des Autors. Abgebildet ist ein Mann von der Mitte des Gesichts abwärts bis zum Hosenbund. Es lässt sich erahnen, dass es sich um einen Geschäftsmann oder zumindest gut gekleideten Mann handelt, mehr ist aber nicht herauszufinden. Mir gefällt das Cover ziemlich gut, mehr aber der Titel, der noch eher meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.


Zum Buch:
In diesem erotischen Roman, der sehr explizit geschrieben ist, geht es um eine Studentin, die in den letzten Zügen ihrer Abschlussarbeit steckt und dafür ein Praktikum in einem großen Familienunternehmen absolviert. Da sie dort jedoch schon vor langer Zeit angefangen hat und vor ihrer jetzigen Stelle auch schon für den Vater und obersten Chef der Firma gearbeitet hat, ist sie nicht die typische kleine Praktikantin, wie man sie aus anderen Büchern kennt. Chloe Mills erfüllt definitiv nicht das Cliché einer naiven, grauen Maus, die sich von ihrem Chef verführen lässt und über beide Ohren verknallt ist! Sie arbeitet in dieser Phase ihres Praktikums für einen der Söhne des Chefs, der selbst sehr viel von sich hält, ein mega Ego hat und einfach, kurz und knapp auf den Punkt gebracht, ein herrischer, kleiner Bastard ist. Leider auch ein ziemlich gut aussehender, lediger Bastard. Chloe lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und macht ihren Job gut, gibt ihrem Chef Kontra und scheint die Einzige zu sein, die mit seinem Charakter umzugehen weiß.

Eines Tages kommt es dann aber doch zum Sex am Arbeitsplatz, der jedoch nicht ganz so verläuft, wie es sich Chloes Chef Bennett Ryan vorgestellt hat, denn am Ende steht er nicht ganz so befriedigt da. Auch die folgenden, heißen Treffen, laufen eher nach Chloes Regeln, als nach seinen, auch wenn er sich große Mühe gibt Herr der Sache zu sein.

So geht es im Grunde eine lange Zeit, ohne dass es langweilig wird oder Ereignisse vorhersagbar werden.


Fazit:
Was zu Beginn wie die typische "junge, schüchterne Praktikantin wird vom super aussehendem, reichen Chef" - Story klingt und sehr vorhersehbar scheint, stellt sich als etwas absolut anderes heraus! Hier findet man eine junge Frau, die absolut weiß was sie will, wie sie es will und wann und wo und mit wem. Klar sind auch in diesem Buch beide Charaktere hin und hergerissen zwischen der Lust und der Gefahr erwischt zu werden, zwischen dem Feuer zwischen ihnen und der eigentlichen nicht-Sympathie für einander, aber es kommt vor allem auf der weiblichen Seite nicht zu irgendwelchen schnulzigen inneren Dialogen. Chloe ist selbstbewusst und das gibt der Story eine ganz andere Wendung und eine ganz andere Würze! Ein frecher, heißer und ab und zu lustiger erotischer Roman.


Leseempfehlung:
Ich habe schon einge erotische Romane gelesen und zähle diesen nun definitiv zu meinen Favoriten. Er hat mich mitgerissen und alle Kriterien erfüllt, die ich an dieses Genre stelle. Zudem habe ich ihn auf Deutsch gelesen, was diesen Büchern für mich immer noch eine extra Herausforderung gibt, da ich manche Formulierungen auf Deutsch einfach unglücklich finde. Dieses Gefühl gab mir das Buch nicht. Wer auf der Suche nach etwas Erotik ohne innere Göttinen ist, sollte zugreifen; vielleicht kann die ein oder andere (ich denke auch der ein oder andere) unter uns sogar noch was lernen!

Veröffentlicht am 16.07.2018

Der Ausbruch

Racheopfer
0 0

Zum Autor:
Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titeln "Ich bin der...." einige international erfolgreiche Bücher geschrieben ...

Zum Autor:
Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titeln "Ich bin der...." einige international erfolgreiche Bücher geschrieben hat.

Zum Cover:
Das Cover ist ähnlich aufgebaut, wie alle anderen der Reihe. Es zeigt im oberen Teil den Namen des Autors und im unteren Teil den Titel. Dieses Mal ist der Titel jedoch in rot geschrieben und mit zahlreichen roten Linien hinterlegt, während der Rest des Buches schwarz gehalten ist. Dies ist eine kleine Veränderung zu den anderne Bändern, in denen nur eine Farbe verwendet wurde. Ob der Schnitt eingefärbt ist, kann ich anhand des Rezensionsexemplars (noch kein Originalbuch, sondern ein Manuskript) nicht sagen.

Zum Buch:
Das Buch "Racheopfer" ist der Vorspann zur Serie um Francis Ackermann Jr. und die Shepherd Organisation. Es handelt hauptsächlich von seinem Ausbruch aus einer Klinik und gibt ein paar wenige Einblicke in seine Persönlichkeit und seine Vergangenheit. Anstatt Ackerman steht jedoch eine junge Frau im Mittelpunkt, deren Familie er vor einigen Jahren ausgelöscht hat. Sie ist voller Hass und Rachegefühlen und verspürrt das Verlangen ihn zu töten, um endlich Frieden zu finden.

Die Frau macht von Beginn an einen sehr naiven und emotionsgesteuerten Eindruck. Auch für Leser, die die anderen Bücher nicht kennen, wird zu erkennen sein, dass sie gegen eine Person wie Francis Ackerman Jr. niemals eine Chance haben wird und trotzdem begibt sie sich auf dieses dünne Eis um Rache zu üben. Dass dies ein aussichtsloses Vorhaben ist, ist schnell zu erkennen. Mich hat es an dieser Stelle geärgert, dass diese Rolle einer Frau zugeschrieben wurde und nicht einem Mann. Auch ein Mann hätte aus ähnlichen Gründen entsprechend handeln können, aber so ist es wieder das "schwache" Geschlecht, das dieses emotionsgesteuerte Verhalten an den Tag legt, über das man einfach nur den Kopf schütteln kann.

Alles was nach ihrem Fehler stattfindet, sind Konsequenzen und zeigen zwar teilweise Ackermans psychologische Kriegsführung, aber viel deutlicher zeigen sie die Verzweiflung der Frau und was so ein Trauma mit dem Leben machen kann.

Fazit:
Ein Rückblick, der hätte eindrucksvoller sein können. Meine Erwartungen waren hoch und konnten kaum erfüllt werden. Auch wenn das Buch eine leicht zu lesenden, kurzweilige Lektüre ist, hilft es wenig zu verstehen warum Ackerman Jr. so ist wie er ist. Ich hätte mir einen Rückblick gewünscht, der weiter in die Vergangenheit reicht, als dieses Werk, und der früher angesetzt ist, als erst beim Ausbruch. Außerdem fokusiert sich dieses Buch nicht wirklich auf Ackerman Jr., sondern stellt die Frau, die ihn hasst, absolut in den Vordergrund, wodurch das Buch einfach nicht zu dem wird, was es eigentlich sein sollte, nämlich ein Einblick in Ackermans Vergangenheit.

Leseempfehlung:
Wer die anderne Bände der Reihe gelesen hat, wird dieses Buch wohl aus reinem Interesse auch lesen wollen. Als Einstieg in die Reihe empfehle ich es aber nicht.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Viele Fragen bleiben

Ich bin das Mädchen aus Aleppo
0 0

die Autorin:
Bana Alabed ist ein momentan 8jähriges Mädchen aus Syrien, das gemeinsam mit ihrer Mutter einen Twitter-Account eröffnet und darüber aus dem Krieg berichtet hat. Sie ist als "Twitter Mädchen" ...

die Autorin:
Bana Alabed ist ein momentan 8jähriges Mädchen aus Syrien, das gemeinsam mit ihrer Mutter einen Twitter-Account eröffnet und darüber aus dem Krieg berichtet hat. Sie ist als "Twitter Mädchen" bekannt geworden. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in der Türkei und der Twitter Account wurde stillgelegt. (Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/autoren/bana-alabed/id_6493693, 21.02.2018, 22:33 Uhr)

das Cover:
Das Cover zeigt ein Foto von Bana. Daneben ist der Titel sowie der Name der Autorin vermerkt, sowie zahlreiche weitere Dinge, wie der Untertitel "Ich widme dieses Buch allen Kindern im Krieg. Ihr seid nicht allein." und einen Kommentar von J. K. Rowling oberhalb des Titels. Alles in allem ist das Cover sehr schlicht, wie für eine Art Sachbuch oder wahre Erzählung angemessen.

das Buch:
Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, da ich die letzten zwei Jahre mit Flüchtlingskindern gearbeitet habe. Im Vorfeld habe ich mir nicht viele Gedanken dazu gemacht, wie das Buch ermöglicht worden ist, wie ein Kind ein Buch schreiben kann, etc. Daher bin ich ersteinmal sehr unbefangen an die Sache gegangen. Lediglich einige Eindrücke und Erzählungen hatte ich bereits von meinen Schülern vermittelt bekommen.

Im Buch wird erst das Leben vor dem Krieg in Syrien beschrieben, als Banas Mutter mit ihr schwanger gewesen ist und die ersten friedlichen Jahre ihres Lebens. Diese werden hauptsächlich von der Mutter erzählt, bzw. das Kind schreibt oft "Wie mir XY erzählte.", was absolut glaubwürdig ist, da sie sich in so jungen Jahren natürlich nicht erinnern kann. Dann beginnt der Krieg und Bana erzählt sehr detailliert von den Erlebnissen. Zwischendurch kommen immer wieder kurze Abschnitte, die aus Sicht der Mutter geschrieben sind und noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Geschehennisse werfen. Unterlegt sind diese Erzählungen von Fotos der Familie. Man bekommt die Kinder, Aleppo, aber auch Bilder von Zerstörung zu sehen.

Es ist sehr emotional aufgezogen, wobei mich persönlich die Berichte der Mutter am meisten berührt haben. Für mich kam dies daher, da ich bei den Erzählungen von Bana oft gedacht habe, dass sie es als Kind so gar nicht begriffen haben kann und das auch in ihrer Darstellung der Lage sehr viele Einflüsse der Eltern enthalten sind, ihr sozusagen viele Dinge in den Mund gelegt worden sind. Das kam bei mir direkt zu Beginn an der Sprache auf. Natürlich muss die kindliche Erzählweise für ein Buch angepasst werden und in "Erwachsenen-Sprache" gebracht werden, aber dadurch geht natürlich auch vieles verloren. Zudem wurde das Buch auf Englisch verfasst, was auch nicht Banas Muttersprache ist, somit wurde da schon viel in der aller ersten Übersetzung verloren. Man sagt zwar, dass sie gut Englisch kann, aber das wage ich ganz stark zu bezweifeln. Nicht nur aufgrund dessen, was man so im Internet an Interviews findet, auch aus Erfahrung mit den Fremdsprachenkenntnissen eines Kindes in dem Alter. Zudem weiß ich, wie Kinder in dem Alter erzählen, woran sie sich erinnern können und wollen, was sie erzählen wollen und können und was für sie relevant ist und was nicht. Bei vielen Dingen, die im Buch von dem Mädchen erwähnt werden, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie sich tatsächlich selbst so daran erinnert und es so wie erzählt, empfunden hat.

Auch die Fotos haben mir zu denken gegeben. Natürlich unterschreichen sie das Leid. Aber ich habe mich im Laufe des Buches immer wieder gefragt, ob ich in solch einer Situation daran denke würde, Fotos zu machen? Da wird gerade mein Haus zerstört und ich habe nichts anderes zu tun, als davon Fotos zu machen? Natürlich geht man mit solch einer Situation anders um, wenn man sie seit Monaten und Jahren durchlebt und diese Umstände zu einem Leben gehören, aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass man dann erst einmal zur Kamera greift... Das hat mich je weiter das Buch fortschritt, immer mehr verwirrt und mir zu denken gegeben.

Fazit:
Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen, aber beim Lesen und beim Recherchieren zu der Familie und den Umständen ihres Lebens, bin ich auf viele Dinge gestoßen, die mir zu denken gegeben haben. Sei es, wie ein Kind sich an gewisse Details erinnern soll, wie es die Dinge so darstellen kann oder eben die Tatsache mit den Fotos. Es ist schade, wenn man Zweifel daran bekommt, ob das ganze nicht mehr PR ist als alles andere. Natürlich hat das Kind dadurch nicht weniger Schlimmes erlebt und es macht die Situation in Aleppo nicht besser oder schlimmer, aber es hat mein Empfinden gegenüber dem Buch doch getrübt. Es sind viele Fragen offen geblieben, es sind Zweifel gesäht worden, die das Genießen der Lektüre erschwert haben.

Leseempfehlung:
Aufgrund meiner ganzen Zweifel und Gedanken, die am Ende des Lesen da sind, kann ich keine wirkliche Leseempfehlung aussprechen. Es war interessant, ohne Zweifel. Es war traurig und emotional, aber es hat mich stellenweise auch wütend gemacht. Beispielsweise das Ende, als erzählt wird, dass das Kind nun in der Türkei Krankenhäuser besucht, etc. Warum? Warum lässt man das Kind nun nicht endlich Kind sein?

Veröffentlicht am 11.08.2017

Interessanter Einstieg in eine neue Reihe

Spectrum
0 0

Zum Autor:

Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der bereits mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titel "Ich bin der...." einige international erfolgreiche ...

Zum Autor:

Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der bereits mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titel "Ich bin der...." einige international erfolgreiche Bücher geschrieben hat. "Spectrum" ist der erste Band einer neuen Reihe, in der ein autistischer FBI-Berater eine zentrale Rolle einnimmt. Das Thema Autismus ist dem Autor auch privat sehr wichtig und er engagiert sich sozial in diesem Bereich.


Zum Cover:

Da ich als Rezensionexemplar ein Manuskript hatte, kann ich zum richtigen Cover nicht viel sagen. Ich habe es zwar schon in der Buchhandlung entdeckt, da ist jedoch nur hängen geblieben, dass auch in dieser Reihe die äußeren Seitenflächen farbig - blau - gestaltet sind, wie dies auch schon bei der Ackerman - Reihe der Fall gewesen ist. Diese Idee gefällt mir weiterhin sehr gut und setzt das Buch von anderen ab. Ansonsten ist das Cover schlicht gehalten: schwarz mit dem Namen des Autor im oberen Drittel, wie auch bei allen bisherigen Büchern. Der Titel macht den Eindruck, als ob er von einer Diskokugel beleuchtet wäre und zeigt diverse Farben ohne grell oder unpassend zu wirken. Falls der Titel schimmert, fände ich das persönlich genial, aber so genau habe ich mir das Buch in der Buchhandlung nicht angesehen.


Zum Buch:

Wie bereits erwähnt, ist "Spectrum" der erste Band einer neuen Reihe bei der das FBI mit einem autistischen Berater zusammenarbeitet, um den Fall zu lösen. August Burke hat diverse Studiengänge an Fernuniversitäten abgeschlossen, spricht diverse Sprachen, bastelt aber am liebsten in der Werkstatt seines Vaters an Autos und versteht den Hype um seine Person nicht so richtig. Auch sind ihm normale Menschen suspekt und er versucht immer wieder ihre wörtlichen Äußerungen zu verstehen und in sein "normales" Repertoire zu übernehmen. Das der Autor sich mit diesem Thema auskennt bzw. sich gut informiert hat, ist mir schon beim Lesen aufgefallen. Da ich selbst ein Jahr lang ein autistisches Kind unterrichtet habe, habe ich eine Idee wie schwierig es für diese Menschen ist, soziale Kontakte zu schließen und andere Menschen verstehen zu können. Diese besondere Welt bringt Ethan Cross gut rüber. Ab und zu musste ich schmunzeln, sogar lachen, aber der Autor macht in seiner Art der Beschreibung August Burkes immer wieder deutlich, dass diese Szenen zur Person gehören und damit auch in einem Thriller ein wenig Komik, für uns nicht-Autisten, absolut richtig platziert ist. Man fühlt schnell mit und versteht, dass das für die betroffene Person nicht so witzig ist.


Neben August Burke gibt es natürlich noch zahlreiche andere Charaktere, nicht gerade wenige muss ich sagen, die jedoch nicht so sehr meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, obwohl auch Special Agent Carter mit seinen Wurzeln in einer Mafia-Familie ein interessanter Charakter ist und ich mir gut vorstellen kann, dass er uns in weiteren Büchern noch detallierter vorgestellt wird.


Die Geschichte spielt zuerst an zwei Orten, zum Einen in den USA zum Anderen in Südafrika. Da dies jedoch nicht weiter erläutert wird und man durch die diversen Charaktere erst herausfinden muss, wer wo dabei ist und wie mit wem verbunden ist, fand ich den Einstieg in das Buch eher schwierig und verwirrend. Nach einem Viertel wusste ich noch immer nicht was wo und mit wem spielt. Das hat den Lesefluss doch etwas gestört. Auch, dass man bei der Handlung in Südafrika nicht direkt wusste, welche Geschehennisse in der Vergangenheit und welche in der Gegenwart stattfinden und wer gut und wer böse ist. Im Laufe des Buches wurde dies dann zum Glück klarer, auch wenn die Charaktere aus Südafrika stellenweise ganz aus der Geschichte verschwanden und erst gegen Ende wieder dazukamen. Das fand ich ein wenig schade, da ich gerne mehr über sei erfahren hätte.


Nachdem sich das Gewirr von Personen und Orten aufgelöst hatte, stand fest, dass der Hauptteil der Geschichte in den USA spielt. Dabei ging es um eine Geiselnahme in einer Art Bank für Schließfächer. Diese hatten jedoch die Besonderheit, dass man sich seine aufbewahrten Gegenstände auch von einer Filiale in die nächste schicken konnte, was im Laufe der Geschehenisse zu einigen Spekulationen meinerseits führte - man hat sozusagen mitermittelt. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen! Ich hatte diverse Ideen, was wohl passiert war oder passieren würde und konnte selbst Ideen verwerfen, durchdenken und am Ende anpassen. Das war wirklich mal was anderes! Hat mir gut gefallen.


Das Ende des Buches führt dann wieder diverse Charaktere zusammen und der Ausgang lässt Raum für Fortsetzungen in verschiedenen Konstelationen was gut und böse bzw. wer gegen wen und wie angeht. Ein Cliffhänger ist es jedoch nicht. Dieses Buch wird hier abgeschlossen gibt aber interessante Möglichkeiten für die Fortsetzung der Reihe.



Fazit:

Ein interessanter Einstieg in eine neue Reihe, die sich durch ihre Charaktere, vor allem die des August Burke und die des Agenten Carter, deutlich von der Reihe um Francis Ackerman Junior absetzt. Es steckt eine ganz andere Idee dahinter, auch wenn hier wieder eine Spezialeinheit gebildet wird, die dann wohl auch in den nächsten Bänden ermitteln wird. Der erste Band der "Spectrum" Reihe scheint weniger grausam, dafür kognitiv anspruchsvoller zu sein. Wenn sich dieses "Mitermitteln", das ich in diesem Buch erfahren habe, so in den weiteren Bänden fortsetzen würde, würde es mir sehr gut gefallen.


Leseempfehlung:

Leser, die sich bisher nicht an Ethan Cross gewagt haben oder denen die Francis Ackerman Junior Reihe zu brutal gewesen ist, die können diesem Buch durchaus noch einmal eine Chance geben. Zwar geht es auch hier nicht friedlich zu, aber es spielt sich auf einem anderen Level ab. Auch jeder, der mal eine neue Idee lesen möchte, könnte Gefallen an dem Buch finden, da die Idee mit den Schließfächern, die man auch an einen anderen Ort verschicken kann, durchaus zu eigenen Hirngespinsten einläd!