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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2020

interessante Idee - langatmige Umsetzung

Schwarzer Jasmin
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Zum Cover:

Das Cover dieses Buches hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Allein die Schrift, die zwar lateinisch ist, aber einen Hauch vom Arabischen vermittelt, gefällt mir gut. Der Hintergrund ...

Zum Cover:

Das Cover dieses Buches hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Allein die Schrift, die zwar lateinisch ist, aber einen Hauch vom Arabischen vermittelt, gefällt mir gut. Der Hintergrund ist in verschiedenen Brauntönen gehalten und zeigt Blüten, wie ich sie von Hennatattoos kenne. Auch das Papier des Schutzumschlages fühlt sich gut an, etwas fester als gewohnt. Wirklich hübsch! Schade finde ich jedoch, dass der Buchrücken ganz dunkelbraun ist ohne das schöne Muster. Das hätte sich im Regal sehr hübsch gemacht.


Zum Buch:

Dieses Buch spielt vor allem zu Beginn in verschiedenen Zeitzonen und an verschiedenen Orten. Zum einen in Tunesien, beginnend 1998 und zum anderen in Berlin 2016. Im Laufe des Romans verschiebt sich alles ins Berlin 2016, jedoch gibt es auch dort verschiedene Handlungsstränge, einer, der immer ein wenig voraus ist. In den unterschiedlichen Handlungssträngen treffen wir auch verschiedene Charaktere: Eymen und Ahmed, die aus Tunesien fliehen und in Berlin landen, wo sich erstmal auch ihre Wege trennen, denn Ahmed möchte sein Glück finden und Eymen radikalisierte sich auf dem Weg bis nach Deutschland, wo er diesen Weg weiterverfolgt und bald als Gefährder ins Visir der Ermittler kommt. Auf der anderen Seite haben wir ein Pärchen, das nicht mehr weiß, ob es eine gemeinsame Zukunft hat und die auf unterschiedlichen Wegen auf Eymen treffen. Auch die Sicht der Ermittler bekommen wir immer wieder mit, wo sich auch eine Liebesgeschichte entwickelt.


Ich muss sagen, dass mir Eymen von Beginn an sehr unsympathisch war und sich das bis zum Ende nicht geändert hat. Zwar bekommt man mit, dass er immer wieder zweifelt, ob was ihm von den Radikalen vermittelt wird, wirklich ist, was er tun möchte, aber alles in allem denkt er eben, wie man es sich voller Vorurteile vorstellt. Sein Denken über die westliche Gesellschaft, über Frauen, dass er die Frau, die er getroffen hat, schlagen will, als sie ihn nicht mehr sehen möchte... All das schürrt eher noch die Vorurteile. Außerdem spielt die Geschichte in Berlin und gegen Ende dann zur Weihnachtszeit 2016, was mich unheimlich getriggert hat. Es ist ganz klar, dass ein Anschlag geplant ist und dann werden genau die Orte aufgesucht, die damals beim Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin auch angesteuert wurden. Das fand ich wirklich schlimm! Es hätte doch so viele andere Locations gegeben, so viele andere Zeiten, in denen die Geschichte hätte spielen können, die sie dadurch nicht besser oder schlechter gemacht, aber eben weniger getriggert hätten. Da verstehe ich die Wahl des Ortes und der Zeit des Autors überhaupt nicht.


Die Rolle des Pärchens Jakob und Julia für die Handlung ist mir auch nicht ganz klar. Sie waren in Tunesien im Urlaub und stehen jetzt am Scheitelpunkt ihrer Beziehung, gehen ein paar Tage lang getrennte Wege und begegnen dem Gefährder da in unterschiedlichen Situationen, auch dem Freund Ahmed begegnen sie. Jedoch trägt in meinen Augen nichts von dem was sie tun oder sagen oder gar ihre Beziehung irgendwas zum Ende der Geschichte bei. Ja, man kann sagen, dass sich Eymen am Ende so entscheidet, wie er es tut, weil ihm einige von Jakobs Worten im Gedächtnis geblieben sind. Aber das ist immer alles in allem zu wenig.


Die Ermittler sind ganz interessant. Es gibt mehrere Gruppen, die ihre eigenen Ziele verfolgen und eigentlich mehr gegeneinander als miteinander arbeiten. Mir gefiel gut, wie sich die Gruppe, die am Ende Eymen dicht auf den Fersen ist, sich gegen ihre Vorgesetzen wendete, um den Gefährder zu stellen. Was jedoch die Liebesgeschichte zwischen zwei Kollegen dort zu suchen hat, weiß ich auch nicht. Sie hat für mich auch nicht wirklich was zum Verlauf beigetragen.



Fazit:

Alles in allem spricht das Buch ein interessantes Thema an, jedoch gefällt es mir überhaupt nicht, dass es ausgerechnet zur selben Zeit wie das wahre Attentat in Berlin spielt! Dazu gibt es auch nirgendwo eine Triggerwarnung. Die gesamte Geschichte plätschert für mich so vor sich hin und war mir auch nicht spannend genug. Leider bin ich auch mehrfach über dem Buch eingeschlafen. :( Das Ende ist dann zwar zum Teil positiv, aber auf den letzten Seiten knallt es dann doch noch und man weiß leider überhaupt nicht, wer zu Schaden gekommen ist. Das gefällt mir auch nicht wirklich.


Leseempfehlung:

Leider kann ich für das Buch keine Leseempfehlung geben. Dafür gab es zu viele Dinge, die mir nicht gut gefallen haben. Angefangen von einigen Charakteren, über Teile der Handlung, das Tempo bis hin zum Ende.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

gute Fortsetzung

R.I.P.
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Zum Cover:

Das Cover erinnert mich an Eis und Kälte. Es ist in den entsprechenden Farben, weiß und hellblau, gehalten und zeigt viele Splitter, die eventuell Eis sein können. Der Titel steht sehr deutlich ...

Zum Cover:

Das Cover erinnert mich an Eis und Kälte. Es ist in den entsprechenden Farben, weiß und hellblau, gehalten und zeigt viele Splitter, die eventuell Eis sein können. Der Titel steht sehr deutlich im Zentrum. "R.I.P." ist sicherlich jedem bekannt und man asoziiert damit direkt Tod, sodass das Genre auf den ersten Blick zu erkennen ist und keine Zweifel offenen lässt. Der Titel springt einem direkt ins Auge. Obwohl das Cover eher schlicht ist, gefällt es mir persönlich sehr gut.



Zum Buch:

Das Buch ist der dritte Band der Reihe um Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja und spielt in Reykjavik auf Island. Obwohl es ein Teil einer Reihe ist, kann man es auch als Einzelband gut lesen, da die persönlichen Beziehungen zwischen den Charakteren wieder erklärt werden und man nicht unbedingt jedes Detail ihres Liebeslebens aus anderen Bücher kennen muss, um die Zusammenhängen hier zu verstehen. Die anderen Fälle aus den ersten beiden Bänden fließen hier zudem nicht ein.


In dieser Geschichte geht es um Jugendliche, die von einem Unbekannten aufgesucht und ermordert werden. Zu den Details der Qualen und der Ermordung lässt sich die Autorin jedoch nicht aus, was mir ausgesprochen positiv aufgefallen ist, da man auch ohne sie dem Geschehen sehr gut folgen kann und nichts fehlt, daher wären mehr Details unnötig gewesen. Kurz nach den Überfällen bekommen alle Personen, die auf der Freundesliste der Opfer in der App "Snapchat" sind, kurze Videos oder Bilder zugeschickt. Wie es sich mit dieser App verhält, kann ich jedoch nicht beurteilen, da ich sie noch nie genutzt habe, jedoch ist es ein sehr aktuelles Medium, das hier eingebaut wurde. Am Tatort bzw. bei den Leichen werden zudem weiße Blätter mit jeweils einer Zahl gefunden, mehr Indizien bekommt die Polizei ersteinmal nicht.


Lange Zeit tapen sie dadurch im Dunkeln, was das Buch jedoch nicht zäh werden lässt, da die Lücken in den Fällen sehr gut mit diversen persönlichen Zusammenhängen der Charaktere gefüllt sind. Man bekommt mit wie sich das Verhältnis zwischen Kommissar Huldar und seiner Chefin Erla verändert - was ich sehr gut fand, da mir die Chefin zu Beginn sehr auf die Nerven gefallen ist - , wie Huldar und Freyja weiterhin miteinander umgehen und wie es Freyja sonst so im Privaten geht. Auch erfährt man mehr über Huldars Kollegen, was eventuell in späteren Bänden von Bedeutung sein könnte. Zumindest könnte ich mir das sehr gut vorstellen! Da ich sehr viel Wert auf diese persönlichen Beziehungen lege und sie für mich ausschlaggebend sind, ob ich eine Reihe weiterverfolge oder nicht, hat mir dieser Aspekt des Buches ausgesprochen gut gefallen und Lust auf mehr gemacht!


Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass Mobbing das zentrale Thema ist. Mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin dieses Thema behandelt hat und wie sowohl die Sicht der Täter, als auch das Leiden der Opfer und ihrer Familien in den Fokus gestellt wurde. Man erfährt in dieser fiktiven Geschichte viele Dinge zu diesem heiklen Thema, die jedoch sachlich und tiefgründig beschrieben werden.


Lediglich das Ende hat mich nicht ganz überzeugt. Wie schon im letzten Band kommt eine Person ungeschoren davon. Letztes Mal konnte ich das noch nachvollziehen und es war okay für mich, dieses Mal sehe ich keinen Grund dafür und mir wäre ein konsequenteres Ende, bei dem alle Mobbing-Täter bestraft würden, lieber gewesen.



Fazit:

Ein flüssig geschriebenes Buch, das sich mit einem wichtigen Thema befasst, das leider ständig aktuell ist. Die langsamen Schritte im Fortgang der Ermittlungen werden mit der Entwicklung der Charaktere gefüllt, welche dem Buch eine weitere Ebene geben. Alles in allem handelt es sich hierbei um einen interessanten Thriller, der auch als Einzelband gelesen werdenk kann.



Leseempfehlung:

Ich gebe gerne eine Leseempfehlung für den dritten Band der Reihe. Auch braucht man keine Sorgen zu haben, dass man beim Lesen über komplizierte isländischen Namen stolpert, da sie meiner Meinung nach sehr simpel bzw. international lesbar gehalten sind und zum Beispiel etwas kompliziertere Straßennamen kann man auch einfach überlesen, da sie die Geschichte nicht weiterbringen und nicht häufig vorkommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

Überraschend und wie immer stark

Nemesis
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Zum Cover:

Das Cover ist im Stil der neuen Bücher bzw. der neuen Auflagen der früheren Bücher und zeigt auf oben hellerem Hintergrund unten einen schwarzen Panther. Der HIntergrund wird nach unten hin ...

Zum Cover:

Das Cover ist im Stil der neuen Bücher bzw. der neuen Auflagen der früheren Bücher und zeigt auf oben hellerem Hintergrund unten einen schwarzen Panther. Der HIntergrund wird nach unten hin immer dunkler und sowohl der Name der Autorin, der Titel sowie das Auge des Panthers stehen ein wenig hervor und können ertastet werden. Alles in allem gefällt mir das Cover gut, wobei ich mich über ein grünes Cover, so wie die ersten drei früheren Ausgaben der Cupido-Reihe, mehr gefreut hätte.



Zum Buch:

Dieses Buch ist der vierte Teil der Reihe um den Serienmörder William Bantling alias "Cupido" und die Staatsanwältin C.J. Townsend. Es ist dringend zu empfehlen, diese Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sie strikt aufeinander aufbaut und viele Details und Zusammenhänge sonst verloren gehen. Speziell dieser Band, der wohl der letzte der Reihe gewesen ist, zumindest schließe ich dies aus den Danksagungen der Autorin, wo sie sich bedankt, dass man sie "ermutigt hat, C.J.s Geschichte zu Ende zu bringen" (S. 523), gibt es immer wieder Flashbacks zum ersten Band der Reihe.


In diesem Band kehrt C.J. Townsend nach zehn Jahren zurück nach Miami, um dort wieder für die Staatsanwaltschaft zu arbeiten. Sie kommt jedoch mit einem großen Geheimnis bezüglich des Serienmörders William Bantling zurück, der in der Zwischenzeit bei der Überführung in ein anderes Gefängnis fliehen konnte. Relativ bald verwickelt sie einer ihrer ehemaligen Freunde und Polizist in einen aktuellen Fall, der auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Da Miami für fast alle Hauptcharaktere dieses Buches schreckliche Zeiten parat hatte, sind sie sehr darauf bedacht, die Übeltäter zu entlarven, was jedoch auf dem offiziellen Weg aus Mangel an Beweisen kaum möglich ist. Da erwacht Nemesis, die Rachegöttin, und beginnt Beteiligte zu ermorden oder zu Selbstmorden zu zwingen.


Ich muss sagen, dass ich zu Beginn sehr schockiert darüber war, welche Entwicklung das Buch schon sehr früh genommen hat und wie nebenbei die Guten zu Bösen wurden. Zwar kenne ich den Schreibstil der Autorin und weiß, dass es direkt zur Sache geht, etwas was ich absolut an ihren Büchern schätze, aber dass nun plötzlich die Guten zu Bösen werden war überraschend! Die Gründe, die dazu geführt haben, mögen absolut nachvollhziehbar sein, doch trotz allem ist es Selbstjustiz und erschreckend, da es ein zentrales Element dieses Romans ist. Auf der anderen Seite sind die Bösen weiterhin die Bösen und zum Teil auch schon seit dem ersten Band dieser Reihe. Einige Bekannte tauchen wieder auf oder werden wieder in Erinnerung gerufen, andere sind anscheinend neu dabei, wobei deutlich wird, dass sie bisher einfach nur im Hintergrund agiert haben und schon früher Teil des Ganzen waren. Der Snuff-Club wird nun aber in den Mittelpunkt gestellt und seine Aktivitäten näher beleuchtet. Der Begriff war mir bis dato bekannt, aber ich hätte ihn nicht mit Inhalt füllen können, nun weiß ich mehr. Der Leser / die Leserin bekommt mit, wie die Opfer ausgewählt werden, was mit ihnen passiert, wie man Teil des "Spiels" wird und beim letzten Opfer erfährt man auch viel über den Ort und die Folterinstrumente. Viele grauenhafte Details, aber die Autorin versteht es sehr gut, diese zwar in den Mittelpunkt zu stellen, sie aber nicht bis zum Geht nicht mehr auszureizen und belässt es bei denen, die den Thriller wirklich weiterbringen. Das gefällt mir sehr gut, denn ich bin kein Fan von detaillierten Beschreibungen von Dingen oder Taten, die für den Fortgang der Handlung irrelevant sind. Gegen Ende wird es dann auch ein wenig technisch, was die Story auch benötigt, jedoch so, dass man auch als Laie gut versteht, was, wie und wozu passiert. Auch hier wieder super von der Autorin recherchiert und umgesetzt.


Begleitet wird der ganze berufliche Teil um C.J. Townsend von einer kleinen privaten Geschichte, der möglichen Adoption eines Babys, die vor allem das Ende rund und die Entscheidung nachvollziehbar macht, warum die Reihe endet. Jedoch lässt sich die Autorin auf den letzten Seiten auch weiterhin die Möglichkeit ein weiteres Buch anzuschließen, denn weder sind die Charaktere schon so alt, dass sie in Rente gehen müssten, noch sind alle Fragen geklärt. Beispielsweise könnte ich mir gut vorstellen, dass die Morde bzw. Selbstmorde, die auf Nemesis' Rechnung gehen, noch einmal näher beleuchtet werden oder man sich auch mit dem Ende von William Bantling näher beschäftigt. Wer weiß?



Fazit:

Auch der vierte Band der Reihe um "Cupido" erfüllt die Erwartungen, die durch die drei Vorgänger entstanden sind vollends. Das Buch ist von Beginn an spannend, schafft einen langsamen, aber fließenden Wiedereinstiegs bei der Staatsanwaltschaft für C.J. Townsend, der dadurch sehr realistisch wirkt und trumpft durch eine durchweg spannende und teils unerwartete Handlung auf. Das Ende ist in allen Punkten rund, lässt der Autorin aber trotzdem noch Spielraum, um die Reihe irgendwann doch noch weiterzuschreiben.


Leseempfehlung:

Ich gebe diesem Buch eine absolute Leseempfehlung, rate aber dringend dazu vorher die ersten drei Bände der Reihe zu lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

gut, aber nicht spannend genug

Abgrund
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Zum Cover:

Das Cover dieses Buches ist in schwarz und einem silberblauen Ton gehalten, wobei ich vermute, dass das silberblaue eine Anspielung auf den Lavafelsen aus der Geschichte sein soll. Deutlich ...

Zum Cover:

Das Cover dieses Buches ist in schwarz und einem silberblauen Ton gehalten, wobei ich vermute, dass das silberblaue eine Anspielung auf den Lavafelsen aus der Geschichte sein soll. Deutlich wird es jedoch nicht. Ich finde das Cover nicht schlecht, aber leider auch sehr nichtssagend. Es würde mir das Buch in der Buchhandlung nicht schmackhaft machen, wenn ich die Autorin oder die Reihe nicht kennen würde.


Zum Buch:

Dieses Buch ist der vierte Band um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja. Man kann das Buch durchaus auch lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt, da dieses Mal nur wenig Bezug genommen wird.

Das Buch beginnt mit einem Mord, der wie ein Suizid dargestellt wird. Kurz darauf wird die Polizei aufgrund eines annonymen Hinweises auf einen kleinen Jungen in der Wohnung des Toten aufmerksam. Dem Jungen geht es zwar gut, aber von seinen Eltern fehlt jede Spur. Die Polizei tappt danach erstmal sehr lange im Dunkeln bis sie irgendwann Zusammenhänge findet, die ihr aber immer noch nicht bei der Lösung des Mordes helfen. Erst ganz am Ende werden die genauen Zusammenhänge gelüftet, für den Leser / die Leserin sogar noch detaillierter als für die Ermittler. Alles in allem, war es eine runde Geschichte, aber mir fehlte einfach die Spannung. Der kleine Junge schien für mich sehr lange nur deshalb am Beginn der Geschichte aufzutauchen, um die Kinderpsychologin Freyja irgendwie auch in diesem Buch erscheinen zu lassen, denn wirklich viel zu tun hatte sie dieses Mal nicht. Man verfolgt ein ganz kleines bisschen ihr Privatleben, aber das Zwischenmenschliche zu Huldar bleibt weitesgehende auf der Strecke. Was ich sehr schade fand, da dies der Punkt ist, der mich bisher am meisten an den Büchern interessiert hat. Wie es zwischen den beiden weiter geht.

Auch die restlichen Teile der Geschichte haben mir kein befriedigendes Gefühl gegeben. Ich habe das Buch zwar gern gelesen, aber es hat mich nicht packen können. Es plätscherte so vor sich hin, man erfuhr Zusammenhänge, aber diese waren dann auch nicht so wichtig für den Mord und am Ende fügt sich das Puzzle einfach zusammen. Ja... das war so mein Gefühl beim Lesen.

Es ist so ein Buch, bei dem ich nicht richtig weiß, was ich dazu sagen oder davon halten soll. Die Geschichte ist auf keinen Fall schlecht, aber ich fand sie leider auch nicht richtig gut. Es ist so ein Buch, das nicke ich ab, aber nicht mehr.

Mal wieder übel aufgestoßen ist mir, ein kleiner Logikfehler. Wie so häufig in dieser Reihe. Ich weiß wirklich nicht woran das liegt. An der Autorin, aber dann müsste das doch jemand beim Lektorat merken, also schon bei der isländischen Ausgabe. Oder an der Übersetzung, aber auch das muss doch irgendjemand noch lesen, bevor es veröffentlicht wird? Dieses Mal ist es wirklich nur eine Winzigkeit, aber aufgefallen ist sie mir trotzdem und da das Buch ja bei einem großen Verlag erscheint, muss ich da echt tief Luft holen und ja, es nervt mich, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Auf Seite 163 heißt es "Ja! Ich hab Mama einen Schal zu Weihnachten geschenkt." Auf den folgenden Seiten dreht sich alles um den Schal und um den Zeitraum kurz nach Weihnachten. Diese Info "Weihnachten" ist wichtig, damit die Ermittler die Frau ausfindig machen können. Auf Seite 183f. heißt es dann plötzlich "Ein Schal mit dunklen Flecken - wahrscheinlich Siggis Geburtstagsgeschenk an seine Mutter - [...]" Geburtstagsgeschenk? Es hat sich auf den letzten zwanzig Seiten alles um die Zeit kurz nach Weihnachten gedreht, wie kann man das dann vergessen und aus dem Weihnachtsgeschenk ein Geburtstagsgeschenk machen? Ich bin bei Details selten eine aufmerksame Leserin, von daher, wenn es mir aufgefallen ist, muss es doch auch vor dem Druck anderen aufgefallen sein, oder nicht? Oh man, das sind echt so Dinge, die mich bis zum Geht nicht mehr aufregen können...


Fazit:

Der vierte Band der Reihe ist in meinen Augen leider wieder etwas schwächer. Mir fehlte Spannung in der Geschichte. Alles gab mir eher einen seichten Eindruck. Auch die Beziehungen, die in den vorheringen Büchern aufgebaut worden sind, wurden hier kaum weitergeführt. Alles in allem ein ordentliches Buch, aber keins, das mich beeindrucken konnte.


Leseempfehlung:

Es gibt eine Empfehlung für diejenigen, die die Reihe bereits kennen und einfach wissen möchten, wie es mit den Charakteren weitergeht. Alle, die einfach gerne wieder einen spannenden Thriller lesen möchten, sollten lieber zu etwas anderem greifen. Außerdem sollte das Buch eine Triggerwarnung zu Pornographie, sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung bekommen. Vieles wird zwar nicht im Detail angesprochen, aber für Betroffene wird auch dies zu viel sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

konnte mich leider nicht abholen

42 Grad
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Zum Cover:
Das Cover gefiel mir auf Anhieb und hat meine Aufmerksamkeit auf das Buch gezogen. Die Farben gelb und schwarz, sowie etwas, das aussieht wie eine glühende Stadt passen gut zum Thema und Titel ...

Zum Cover:
Das Cover gefiel mir auf Anhieb und hat meine Aufmerksamkeit auf das Buch gezogen. Die Farben gelb und schwarz, sowie etwas, das aussieht wie eine glühende Stadt passen gut zum Thema und Titel des Buches. Auch die große 42 zieht das Auge an.


Zum Buch:
Das Buch spielt an verschiedenen Orten, unter anderem in Deutschland un Brüssel. Es kommen sehr viele Charaktere vor, die alle eine Gemeinsamkeit haben: Irgendwie beschäftigt sie die hohe Außentemperatur, der seit Monaten fehlende Regen und das sich langsam rar machende Trinkwasser. Da gibt es Julius, einen Masterstudenten der Hydrologie, Elsa, eine IT-Spezialistin für Big Data bei der European Environment Agency in Kopenhagen, Kerstin und Andi, zwei benachbarte Landwirte, Noah, einen Planungsingenieur für Wasserbau, Florian, einen Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sowie Sarah und Titus, zwei Beamte des BKA. Und das allein bis Seite 144!

Ein Kapitel besteht dabei aus mehreren kurzen Kapitel zu den diversen Personen, wobei sie in unterschiedlicher Häufigkeit und Länge vorkommen. Zwischendurch findet man zudem noch kurze Zeitungsartikel, Aushänge mit Warnungen oder Informationen in diversen Städten oder Interviews für die Medien.

Zwar hängt alles wie gesagt mit dem Wasserrückgang zusammen, aber bisher ist mir nicht klar geworden, wie die Charaktere zusammenhängen, sicherlich wird sich das irgendwann herausstellen. Leider aber nicht mehr für mich. Ich habe bisher keinen einzigen Charakter gefunden, der mir wirklich sympahtisch war und dessen Abschnitte ich richtig gern gelesen habe. Die ersten Seiten des Buches und damit die Leseprobe klangen sehr verlockend, da lernte man vor allem die äußeren Umstände und Julian kennen. Bisher sind sich jedoch nur Julian und Elsa begegnet, was auch eher ein kleiner Rangkampf war und viel Stichelei, was mir nicht gefallen hat. Auch die beiden Landwirte Kerstin und Andi arbeiten eher gegen sich statt miteinander und in ihren Kapitel gibt es ebenfalls Missgunst und Knatsch. Elsa erfährt mit ihren Daten nirgendwo richtig Gehör und reagiert schnell sehr ungehalten und nun hat sich auch Julius in eine sehr misslige Lage gebracht, die wahrscheinlich zur Geschichte passt, aber leider für mich ganz plötzlich kam und wieder eine zusätzliche Sache ist, die ich beim Lesen bedenken und auf die ich mich neu einstellen muss. Auch die anderen Charaktere erleben keine schönen Dinge, so ist es mir einfach alles in allem zu viel! Der Autor versucht die verschiedenen Aspekte einer solchen Naturkatastrophe zu beleuchten und verschiedene Berufsgruppen hinzuzunehme, doch mir ist es einfach zu viel.

Zudem ist das Buch bisher gespickt mit sehr viel Fachvokabular in den unterschiedlichen Bereichen, sowohl was Julius Arbeit angeht, als auch Elsas und Noahs. Diese zahlreichen Details überfordern mich, da ich nicht aus dem Fachbereich komme und es für mich einfach nur unverständlich ist. Ich habe diese Seiten nur überflogen.


Fazit:
Aus all diesen Gründen habe ich mich dafür entschieden, das Buch nun abzubrechen, da es mir keine Lesefreude bereitet. Viele Details muss ich überfliegen und die Charaktere sind mir auch nicht sympahtisch. Sicherlich gibt es Leserinnen und Leser, die mehr Freude daran finden, da es grundsätzlich ein interessantes Thema ist und offensichtlich auch genaustens vom Autor recherchiert wurde, aber leider ist es nicht meins.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere