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Veröffentlicht am 27.10.2020

Ein Gefühl von Freiheit

Wild like a River
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Vielen lieben Dank an den Kyss-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover ist ein absoluter Hingucker. ...

Vielen lieben Dank an den Kyss-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover ist ein absoluter Hingucker. Er passt durch die Wasserfälle und den Wald im Hintergrund nicht nur hervorragend zum Inhalt, sondern vermittelt auch eine ruhige, friedliche Stimmung, bei der ich am liebsten den ganzen Tag auf das Cover starren würde. Genau wie das Buch!
Der Titel passt auch sehr gut.

Meine Meinung:
Wild like a river fängt genauso an, wie das Cover aussieht: mit einer ruhigen, entspannten Atmosphäre und dem traumhaft tollen Setting des Jasper National Parks in Kanada.
Das ist gleichzeitig auch das, was mir an dem Buch am meisten gefallen hat. Wild like a river ist mein erstes Buch der Autorin, aber ich habe sofort gemerkt, dass sie ein Händchen für Beschreibungen hat.
Wie sie den Wald, in dem Haven lebt, mit all seinen wunderschönen Fleckchen wie dem Wasserfall oder dem „Silent Lake“ beschrieben hat, konnte mich absolut begeistern. Ich konnte mich richtig gut dorthin versetzen und Havens Naturverbundenheit total nachempfinden. Es ist, als wäre man mit ihr an diesem ruhigen, friedlichen Ort und könnte das Rascheln der Blätter hören und die wilden Tiere beobachten. Die übrigens von Haven alle einen Namen verpasst bekommen haben, ebenso wie einige signifikante Bäume, was ich absolut liebenswert finde. Wie gerne wäre ich jetzt tatsächlich dort in diesem Nationalpark! ♥

Haven selbst ist aufgrund der Tatsache, dass sie quasi mit ihrem Vater allein in diesem Wald aufgewachsen ist, ein sehr naturverbundener, ruhiger Mensch, was sie in meinen Augen sehr sympathisch macht. Ich bin ein Stadtmensch, wie er im Buche steht, daher kann ich mir nicht so ganz vorstellen, wie es ist, nur Bäume um sich herum zu haben (Wuppertal ist schon eine sehr grüne Großstadt, aber wohl kaum vergleichbar mit einem Nationalpark) und keine einzige gleichaltrige Person zu kennen.
Trotzdem ist sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen und ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.
Das Ganze hat leider ein bisschen abgenommen, als sie nach Edmonton gefahren ist. Dort wird ihre soziale Unbeholfenheit und vor allem Unsicherheit besonders deutlich. Das an sich ist zunächst einmal nicht schlimm, aber als sie sich dann nur aufgrund schräger Blicke und doofer Kommentare mit neuer Kleidung eindeckt und sich gleichzeitig auch nicht dagegen wehrt, konnte ich sie nicht mehr so gut verstehen.
Auf der anderen Seite macht diese Eigenschaft von ihr natürlich sehr viel Sinn. Wann soll sie jemals gelernt haben, sich in solchen Situationen zu behaupten, wenn sie sich diesen Herausforderungen noch nie stellen musste? Von daher kann ich ihr das nicht wirklich vorwerfen, auch wenn man für einige Seiten ein bisschen Geduld mit ihr haben muss.
Gerade zum Ende hin merkt man dann aber, dass sie sich in den paar Wochen, in denen sie in der Stadt lebt, doch stark entwickelt hat, und sie beginnt, sich zu behaupten und ihre Meinung zu sagen. Da fand ich sie dann wieder zu hundert Prozent cool. :D
Rückblickend betrachtet ist sie also eine in sich stimmige Figur, die ihre Fehler hat, aber auch aus ihnen lernt und daran wächst. Ihr anfängliches zurückhaltendes Verhalten passt zu ihrem Charakter und ihrer Entwicklung und dürfte nicht anders sein.

Jackson auf der anderen Seite wohnt in Edmonton und kennt sich dementsprechend mit seinen Mitmenschen aus. Gleichzeitig kann er Haven unglaublich gut einschätzen und sagt zu ihr immer genau das richtige, was ich zum Knutschen fand. Ein Traum!
Wenn es allerdings um wichtige Dinge geht, bei denen es angebracht gewesen wäre, dass er ebenso offen mit Haven redet, ist er selten aus sich herausgekommen. Wieso haben Protagonisten immer nur solche Schwierigkeiten miteinander zu reden? Zudem habe ich mir oft gewünscht, dass er sich auch seinen „Freunden“ gegenüber (insbesondere Stella, die mir gehörig auf die Nerven gegangen ist) richtig durchsetzt und denen mal klar und deutlich sagt, was genau ihn stört.
Na ja, aber auch bei ihm löst sich dieser Knoten dann gegen Ende und er zeigt, dass er sich doch mehr entwickelt, als es zunächst den Anschein hat. Ebenso wie bei Haven finde ich, dass sein Verhalten (so nervenraubend es zwischenzeitlich auch ist) logisch und nachvollziehbar ist, und ich finde es gut, dass er dann doch eine Entwicklung zeigt.

Das Ende ist dann genau wie der Anfang einfach nur perfekt. Es kommt alles zu einem logischen Schluss und man hat das Gefühl, dass die holprigen Abschnitte im Mittelteil genau so sein müssen, damit es zu diesem Ende kommt. Alles andere würde keinen Sinn machen und wäre vielleicht sogar langweilig, weshalb ich weder Haven noch Jackson besonders böse sein kann.
Bisher klingt diese Rezension vielleicht also nicht ganz so positiv, wie ich das Buch eigentlich aufgefasst habe, aber: Wild like a river ist ein wunderschöner Wohlfühlroman, der den Leser am Ende nicht nur aufgrund seiner traumhaften Kulisse mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt, sondern auch wegen seiner Protagonisten, die sich Herausforderungen stellen müssen, die für sie völlig neu sind, an denen sie jedoch schlussendlich wachsen. Das Buch ist sehr gut durchdacht und wird noch gekrönt von einem wunderbaren Schreibstil, der einen, einmal angefangen, nicht mehr loslässt.
Ich freue mich schon auf Band zwei, in dem es dann um Havens Freundin Rae (die hier eine meiner Lieblingsfiguren) und Jacksons besten Freund Cayden (der anfangs genervt hat, aber doch eigentlich ganz cool ist, denke ich) geht!

Fazit:
Wenn man also zwischendurch ein paar starke Nerven vor allem wegen Haven braucht, kann man das Wild like a river nicht wirklich übel nehmen, da ihr Verhalten zu ihrem Charakter passt und zu ihrer Entwicklung beiträgt. Auch Jacksons Verhalten dürfte rückblickend nicht anders sein, als es ist, da es genau das ist, was dieses Buch und auch ihre süße Liebesgeschichte ausmacht.
Hinzu kommt das wunderschöne Setting des Jasper National Park, das so lebensecht und bildlich beschrieben ist, dass es sich so anfühlt, als wäre man selbst dort. Abgerundet wird das Ganze nur noch durch ein wirklich perfektes Ende, das allem einen Sinn verleiht und den Leser rundum zufrieden zurücklässt.
Wild like a river ist ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das einem ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit gibt.
4,5/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Eine Geschichte über Schicksal und Berufung

Whitefeather (Legende der Schwingen 1)
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Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover ist so wunderschön! ...

Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover ist so wunderschön! .
Ich muss gar nicht viel dazu sagen. Schaut es euch einfach nur an!
Mir gefällt besonders gut, dass es mit dem Schwarz, Weiß und Gold in so schlichten Farben gehalten ist. Das passt natürlich gleichzeitig auch zu dem Inhalt: Es gibt Whitefeather und Blackfeather. Hier geht es zunächst um die Whitefeather, wie ja auch der Titel schon sagt. Deshalb liegt auch auf dem Cover der Fokus auf die weißen Schwingen.

Meine Meinung:
Mit dem Einstieg habe ich mich ehrlicherweise etwas schwergetan. Das Buch startet mit einigen Jugendbuch-Klischees, unter anderem die obligatorische Dreiecksbeziehung, die direkt offensichtlich ist, und auf die ich nicht wirklich Lust hatte. Das Lesen macht also zunächst wenig Spaß, da man das Gefühl hat, die gleiche Geschichte wie schon hundertmal zu lesen.

Aber nichtsdestotrotz liest man erstmal weiter, hauptsächlich weil der Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen ist.
Dann kommt es zum ersten Plottwist, den man zwar erahnen kann, der dann aber doch spannend geschrieben ist. Das ist im Übrigen stellvertretend für das gesamte Buch: Vieles ist zwar leider vorhersehbar, aber die Autorin hat ein Händchen dafür, den Leser trotzdem ans Buch zu fesseln. Obwohl man in etwa erahnt, wie es ausgehen wird, möchte man wissen, wie genau es dazu kommen wird, und liest weiter.

Trotz allem gibt es auch Situationen, die man so nicht vorhersehen konnte, insbesondere in Bezug auf Lijan.
Seinen Charakter fand ich auch mit Abstand am interessantesten – gerade weil er mich so überraschen konnte. Man ordnet ihn zunächst in eine Schublade ein, merkt dann aber irgendwann, dass er dort gar nicht hineinpasst. Man hat schnell Zweifel, ob der erste Eindruck, den man von ihm hat, wirklich stimmt, und kann nur schwer einschätzen, welche Rolle (die des Helden oder des Bösewichts) er in Whitefeather einnimmt. Das macht ihn zwar nicht gerade sympathisch, aber durch diese Undurchsichtigkeit trägt er wesentlich zur Spannung bei.

Liz und Fab wirken dagegen noch farblos. Anders als Lijan haben sie nur wenig, was sie von anderen Romantasy-Figuren unterscheidet. Trotzdem wachsen sie dem Leser ans Herz, vor allem Fab, der mich ein bisschen an Damon Salvatore erinnert hat. Fab hat auch eine dunklere Vergangenheit, über die man mehr und mehr herausfindet und die ihn etwas interessanter als die Protagonistin macht.
Ich wünsche mir von Band zwei, dass auch Liz mehr Persönlichkeit erhält.

Die Idee mit den Engeln und Engelsstädten hat mir sehr gut gefallen. Ich habe zwar schon einige Engelsgeschichten gelesen, allerdings noch nicht in der Weise. Die Whitefeather und Blackfeather sind ein ganz neuer Take auf Engel, gerne möchte man mehr über die beiden Städte und ihre Regeln herausfinden. Man bekommt hier zwar einige Brocken hingeworfen, die allerdings kaum Licht ins Dunkel bringen, sondern eher nur noch mehr Fragen aufwerfen. So weiß man zum Beispiel nicht wirklich, was jetzt die Wahrheit ist und was gelogen, oder wer gut oder böse ist. Man ahnt zwar, dass es zu einem Verrat kommen wird, aber von wem er kommt, bleibt bis zum Schluss völlig unklar, da man lange nicht weiß, wem man überhaupt trauen kann.
Das macht die ganze Sache jedoch wieder packender und ich bin gespannt, wie der Konflikt im Folgeband aufgelöst wird.
Das Ende ist nämlich zwar auch vorhersehbar, aber dennoch schließt Whitefeather mit einem fiesen Cliffhanger ab.

Fazit:
Whitefeather ist ein guter Auftakt zu einer neuen Dilogie, der zwar zunächst nicht besonders überzeugt, dann den Leser jedoch recht schnell umstimmt. Trotz teilweiser Vorhersehbarkeit und 08/15-Figuren punktet er mit einer originellen Idee, einem packenden Schreibstil und vielen Rätseln.
4/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

Das bildgewaltigste SciFi-Epos, das ich je gelesen habe!

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für dieses Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das gebundene Buch kostet 24,00 €, was im ...

Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für dieses Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das gebundene Buch kostet 24,00 €, was im Vergleich zu anderen Büchern relativ viel ist, aber lasst mich euch eins sagen: Nicht nur, weil es so dick ist, alleine schon wegen der wunderschönen Aufmachung ist es jeden Cent wert! Die einzelnen Seiten werden eingerahmt von einem Vorsatz aus etwas festerem Papier, das die Verbündeten und Gegner in der Welt von „Infinitum“ zeigt. Die Geschichte an sich ist unterteilt in sechs Teile und einem Anhang, die jeweils mit einem „Trennblatt“ beginnen. Vor diesem Trennblatt ist nach jedem Teil eine Grafik oder ein Bild zu sehen, das Bezug auf das zuvor Geschehene nimmt.
Infinitum ist also mit erheblichem Aufwand gestaltet, der das Lesen zu einem noch größeren Vergnügen macht.
Das beste daran: Es hat auch ein Lesebändchen!

Der Titel Infinitum (dt.: Unendlichkeit) passt aus offensichtlichen Gründen perfekt zum Inhalt. Aber auch die einzelnen Kapitel- und Teilüberschriften könnten nicht passender gewählt sein! Wer das Lateinische ein bisschen versteht, hat doppelt Freude daran. Das Buch ist also allein äußerlich schon ein Leckerbissen für Nerds! :D

Meine Meinung:
Ich tue mich wirklich schwer mit dieser Rezension. Eigentlich möchte ich jedem von euch das Buch persönlich zum Lesen ohne viele Worte in die Hand drücken, denn warum genau ich zu Infinitum eine absolute Leseempfehlung aussprechen muss, lässt sich nur schwierig in einigen verständlichen Worten zusammenfassen. Es ist einfach gewaltig!
Ich glaube, dieses Adjektiv trifft das Buch am besten.

Denn Infinitum ist mitnichten leichte Kost. Es dauert viel Zeit und beansprucht stark die Nerven, will man die Geschichte rund um Kira und den Alien-Suit in ihrer Gänze verstehen und nachvollziehen können. Aber es lohnt sich!

Auch wenn Vieles wegen der Komplexität, die das Genre Science Fiction und die Thematik rund um Raumfahrt und die Möglichkeiten der Physik für einen „Laien“, der sich sonst nicht oder nur wenig damit beschäftigt, sehr schwierig zu verstehen ist und man deshalb oft viele Passagen mehrfach lesen muss, fällt es einem als Leser mit fortlaufender Handlung immer schwerer, sich von Infinitum zu lösen.
Das Buch ist – ich kann es nicht oft genug betonen – keine leichte Kost, man sollte sich viel Zeit dafür nehmen, aber aufgrund der enormen Plotdichte und nahezu durchgängig höchste Spannung – eine Gefahrensituation folgt auf die nächste – kommen einem die gut 920 Seiten zzgl. Anhang eher vor wie knapp 300, so schnell fliegt man durch die Handlung. Das klingt jetzt vielleicht widersprüchlich zu dem, was ich zuvor gesagt habe, aber ich hatte (abgesehen von dem Gewicht des Buches) nie das Gefühl, dass ich einen so dicken Schinken lese, wie Infinitum eigentlich ist.

Das liegt wohl hauptsächlich an dem unfassbar genialen Wordbuilding Paolinis, das hier spiegelbildlich für die endlose Weite des Weltalls ist.
Der Autor schafft mit diesem Buch ein SciFi-Epos, das seinesgleichen sucht. Es ist unglaublich gut durchdacht und tiefgründig, was man auch an den vielen Informationen im Appendix erkennt. Die ganze Welt, die im 23. Jahrhundert spielt, erscheint dadurch noch realer als sie es durch die Bezüge zur Wissenschaft ohnehin schon tut (auch wenn ich Vieles davon nicht so gut verstehe, dass ich es reproduzieren könnte).

Das Ganze wird unterstützt von dem bildgewaltigen, wortgewandten Schreibstil des Autors, der so weit ausgereift ist, dass alleine anhand des Sprechmusters die Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen aber auch zwischen der Menschheit und anderen Arten deutlich werden.
Es ist wahrlich beeindruckend, wie Paolini die einzelnen Kolonien und Systeme aufbaut, die Soft Blade, die Wranaui, die Vergessenen und die Verdorbenen beschreibt. Alle erhalten so viel Tiefe und Charakter, wie man sie selten in Romanen findet, sodass man beim Lesen keine Zweifel an ihrer tatsächlichen Existenz hat. Dieser Realismus ist, was in meinen Augen gute Science Fiction ausmacht.
Bereichert wird dies nur noch durch Kira, die eine sympathische, tolle und menschliche Protagonistin ist.

Fazit:
Wie gesagt, Infinitum lässt sich nur schwer in wenigen Worten zusammenfassen, auch wenn „gewaltig“ wohl das passendste für diese Geschichte ist. Paolini hat hiermit einzigartige SciFi geschaffen, mit der kein (oder jedenfalls kaum) ein Buch dieses Genre mithalten kann, alleine wegen seines unvergleichlichen Schreibstils und unfassbaren Talents für Worldbuilding.
Ein Abenteuer jagt hier das nächste und trotz einiger komplizierten Passagen kann man sich nur schwer von Infinitum lösen. Obwohl man für dieses Buch Zeit braucht, die man sich auch wirklich nehmen sollte, fühlen sich die 920 Seiten an wie 300.
Ich kann nicht anders, als eine Leseempfehlung für dieses Buch auszusprechen!
5/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Ein wunderbarer Abschluss!

Lodernde Schwingen
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Aufmachung:
Ich liebe einfach die Cover dieser Auflage (die bis auf den Titel identisch zu den Originalcovern sind)! Nicht nur, weil sie durch die Goldverzierungen richtig edel aussehen, aber vor allem, ...

Aufmachung:
Ich liebe einfach die Cover dieser Auflage (die bis auf den Titel identisch zu den Originalcovern sind)! Nicht nur, weil sie durch die Goldverzierungen richtig edel aussehen, aber vor allem, weil auf jedem Cover das abgebildet ist, worum es im jeweiligen Band geht – hier der Feuervogel. Und zwar auf recht dezente, aber doch eindeutige Art und Weise; die Farbgebung passt auch super.
Das Gleiche gilt im Übrigen für den Titel. Es ist offensichtlich, was mit Lodernde Schwingen gemeint ist, aber trotzdem finde ich die Wortwahl wirklich fabelhaft. ♥
Wie bei Band 2 haben sich hier die Goldverzierungen auf dem Buchrücken jedoch beim Lesen gelöst, was ich sehr schade finde.

Meine Meinung:
Eigentlich weiß ich gar nicht so wirklich, was ich jetzt schreiben soll. Eigentlich würde es alles ausdrü-cken, wenn ich nur sagen würde: AAAAAAAAAAAAHHH!, denn Lodernde Schwingen ist eindeutig mein Lieblingsband der Trilogie; ich habe wirklich nichts auszusetzen. Allerdings wäre das ja nicht wirklich der Sinn einer Rezension, also versuche ich mal, das Ganze ein wenig zu elaborieren. xD

In Eisige Wellen (Rezension) habe ich unter anderem kritisiert, dass Alina und Mal nicht mehr miteinan-der reden, was dazu führte, dass ich von den beiden – vor allem von Alina – etwas angenervt war, ein-fach, weil ich sie im Vergleich zu Goldene Flammen (Rezension) nicht mehr wiedererkannt habe.
In diesem Band haben sich die beiden Protagonisten allerdings anscheinend wieder aufgerafft und ich habe die Alina und den Mal getroffen, die ich in Band 1 kennen und lieben gelernt habe. Beide verhalten sich hier nämlich nicht mehr wie Kinder und kommunizieren miteinander. Es war wirklich erfrischend zu sehen, dass sie sich weiter entwickelt und aus ihren Fehlern gelernt haben. Dadurch fällt es ihnen nicht nur leichter, sich ihren Problemen ohne Drama zu stellen, sie sind dem Leser auch gleich wieder viel sympathischer, weil man nicht ständig die Augen verdrehen muss.

Auch handlungstechnisch passiert in Lodernde Schwingen glücklicherweise wieder viel mehr als in Eisige Wellen. Zwar hat man nicht ständig irgendwelche „Action“ – das wäre dann wahrscheinlich wieder zu viel des Guten –, aber dennoch herrscht durchgehend Spannung; wenn nicht durch Kampfszenen, dann durch spannende und abwechslungsreiche Dialoge sowie unvorhersehbare Plottwists. Das sorgt dafür, dass man sich nur schwer von Ravka lösen kann und das Buch direkt in einem Rutsch durchlesen möch-te.

Viel mehr Neues kann ich eigentlich nicht mehr sagen. Bardugo hat mit ihrem Grisha-Verse einfache etwas Einzigartiges geschaffen!
Ich habe mich auch hier wieder über Nikolajs Anwesenheit gefreut – absoluter Lieblingscharakter, ich freue mich auf seine Geschichte!
Der Schreibstil der Autorin ist ebenfalls wieder hervorragend. Man fängt an zu lesen und gleich auf der ersten Seite hat Bardugo einen wieder sofort in ihrem Bann.

Fazit:
Lodernde Schwingen ist ein fabelhafter Abschluss, der die Schwächen seines Vorgängers ausmerzt und so die Trilogie wunderbar abrundet. Es bleiben keine weiteren Fragen offen und der Leser wird nicht nur zufriedengestellt, sondern kann bei Beenden direkt eine neue Lieblingsreihe verkünden.
Ich freue mich auf die Netflix-Serie!
5/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Eine Einführung in ein (hoffentlich) großartiges Fantasy-Epos

Wolfszeit
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Aufmachung:
Also, dazu kann ich gar nicht besonders viel sagen, außer: Ich habe selten ein Buch gesehen, das schöner aufgemacht ist.
Man hat am Anfang eine Karte, die sogar bunt gedruckt ist, und auch ...

Aufmachung:
Also, dazu kann ich gar nicht besonders viel sagen, außer: Ich habe selten ein Buch gesehen, das schöner aufgemacht ist.
Man hat am Anfang eine Karte, die sogar bunt gedruckt ist, und auch in den einzelnen Kapiteln finden sich viele schöne zum Inhalt passende Illustrationen.
Der Untertitel Bund der Verstoßenen ist sehr passend. Bei Wolfszeit ist man sich zuerst nicht sicher, inwiefern der Titel zum Inhalt passen soll, aber ab einer gewissen Szene kann man es sich denken. Es ist ein Titel, zu dem man sich nicht sofort etwas denken kann, aber sobald der Groschen fällt, macht er sehr viel Sinn! :D
Einzig die Kapitel waren mir teils etwas zu lang, auch wenn sie in weitere Abschnitte gegliedert sind.

Meine Meinung:
Zum Einstieg lernt man Elais kennen: Eine zurückhaltende Elfe, die von ihrem Volk für ihre Verbindung zur Magie verstoßen wird und sich daraufhin alleine auf den Weg zur Schule der Magier macht. Schon auf den ersten paar Seiten habe ich sie für ihren Mut, sich gegen ihre Familie und ihr gewohntes Umfeld zu entscheiden, besonders respektiert. Man bekommt einen Einblick darein, wie der Abschied ausgefallen ist, und fühlt direkt mit der ersten Protagonistin mit.
Danach jedoch verlässt man sie für einige Zeit erst einmal und liest eine Weile nichts von ihr.

Der Fokus liegt dann nämlich zunächst auf Tkemen und Kaya.
Tkemen wurde zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt und befindet sich nun auf der Mission, das Geschehene geradezurücken. Dabei wird nicht nur erzählt, wie es dazu gekommen ist, er bekommt auch ein kleines bisschen an Backstory, wie es ihm in seiner Kindheit ergangen ist. Darüber hätte ich mir vielleicht noch ein paar Details mehr gewünscht, die nicht so am Rande erwähnt werden, und er hätte noch etwas mehr Persönlichkeit bekommen können.
Tkemen war mir nämlich zwar meistens durchaus sympathisch (vor allem zu Anfang hat er mich auch sehr an Geralt von Riva erinnert, hehe), allerdings fand ich es teilweise doch schwierig, mich in ihn hineinzuversetzen, da seine Handlungen oft in sich widersprüchlich waren bzw. ich das Gefühl hatte, dass er hin und wieder relativ schnell seine Meinung ändert.
Auch sein Alter hat mich ein wenig verwirrt. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll er ca. Mitte zwanzig sein. Allerdings habe ich es auch so aufgefasst, dass er sich zu Kaya hingezogen fühlt. Sie ist aber erst 15 und das fand ich dann doch komisch. Oder ich habe entweder sein Alter falsch verstanden oder seine Beziehung zu Kaya, die dann vielleicht doch eher geschwisterlicher bzw. elterlicher Natur ist? Da konnte ich leider nicht so durchblicken.

Kaya selber ist eine meiner Lieblingsfiguren aus Wolfszeit. Ich kann eigentlich gar nicht so viel über sie schreiben, außer, dass sie wirklich tough ist und gleichzeitig aber auch eine wunderbar liebenswerte, unschuldige Seite hat. Trotzdem wirkt sie nicht naiv, sondern lernt viel mehr aus ihren Fehlern und wächst daran. An ihr konnte ich wirklich den größten Charakterwachstum sehen! Und sie hat mich auch ein bisschen an Arya Stark erinnert, sowohl wegen ihres Aussehens, als auch, weil sie ihr Herz auf der Zunge trägt. :D

Haku, der vierte im Bunde (Wortspiel), taucht leider erst relativ spät auf. Das führt dazu, dass er im Leseempfinden eher eine Nebenrolle einnimmt, obwohl er ja einer der Protagonisten ist. Vielleicht liegt das auch daran, dass man, außer seiner Herkunft und einer kurzen Zusammenfassung, was er die Tage vor seinem Auftauchen erlebt hat, nicht viel über ihn erfährt.
Das fand ich, ehrlich gesagt, etwas schade, da ich ihn als sympathischen, interessanten Charakter wahrgenommen habe, der noch viel mehr auf dem Kerbholz hat, als er in Bund der Verstoßenen zeigt. Er lässt sich zum Beispiel nicht von Tkemen einschüchtern und scheut sich nicht davor, seine Meinung zu sagen. Nicht selten ist er die „Stimme der Vernunft“, was die Truppe wahrscheinlich vor der einen oder anderen unklugen Entscheidung bewahrt hat. Dabei wirkt er viel erwachsener als Tkemen, der sich oftmals von seinen eigenen Zielen und Vorteilen leiten lässt und die Gruppe viel zu leicht aus den Augen verliert. Gerade dieser starke Kontrast zwischen den beiden Männern hat mir sehr gut gefallen, weshalb ich hoffe, dass wir in Band zwei noch viel mehr über Haku erfahren. Und vielleicht auch etwas mehr Szenen mit ihm und Tkemen, denn ich glaube, ihre Antipathie gegenseitig hat großes Unterhaltungspotenzial! :D

Auch bzw. vor allem Thea bleibt die meiste Zeit über stark im Hintergrund, was ich so tatsächlich nicht erwartet hätte, da sie ja auch eine der Protagonisten ist, die eine eigenen Charakterkarte haben. Über sie erfährt man nur wenig, lediglich, dass sie der Diebesgilde ihres Vaters angehört, der sie aus irgendeinem Grund aber nicht wirklich als eine würdige Nachfolgerin anerkennt. Gerne hätte ich mehr über sie und auch über die Diebesgilde erfahren, vor allem, da die Gilden anscheinend einen wesentlichen Part im Untergrund der Städte Ferian und Failin haben. Ich hoffe, darüber lesen wir noch mehr im Folgeband.

Ähnliches gilt im Übrigen für die einzelnen Handlungsstränge, die am Ende alle so langsam zusammenzulaufen zu scheinen. So fragt man sich zum Beispiel was genau es mit Erik und seinen Plänen auf sich hat, oder welche Ziele Lord Eisen verfolgt. Auf die Antworten dieser Fragen wird hingearbeitet, allerdings wird nicht wirklich klar, worauf alles hinauslaufen soll. Vielmehr endet das Buch dort, wo alles gerade ein bisschen anfängt, Sinn zu machen, was dazu führt, dass sich Bund der Verstoßenen mehr wie eine Einführung oder ein Prequel als wie ein erster Teil anfühlt.
Das ist gleichzeitig auch der Grund, weshalb es teilweise schwierig war, den Handlungen zu folgen, sodass sich das Buch an manchen Stellen ein klitzekleines bisschen zieht. Dazu tragen im Übrigen auch die einzelnen Zeitsprünge bei, die ich nicht selten leider erst später erkannt habe. Wenn sie – bspw. durch Kursivschrift oder eine Zwischenüberschrift – gekennzeichnet würden, könnte das dem Leser die eine oder andere Verwirrung ersparen. 😉

Auch wird Rassismus nicht nur zwischen Menschen und Elfen, sondern auch zwischen Nairi und Ktero hier zwar angeschnitten, aber wirklich thematisiert wird das Ganze eher nicht. Die Autorin bleibt hier vielmehr vorsichtig an der Oberfläche, aber ich denke, wenn sie hier etwas mutiger ist und die Thematik zu dem Problem macht, das es hier ist, bekommt Wolfszeit eine schöne Tiefe!

Nichtsdestotrotz – um das mal klarzustellen, weil das alles jetzt doch sehr negativ klingt – hat mir das Buch als Auftakt richtig gut gefallen, was vor allem an dem wunderbaren bildhaften Schreibstil liegt, der einem die Welt so gut beschreibt, dass man sich die einzelnen Kulissen wie ein Filmset vorstellen kann. Auch die Kampfszenen sind mir wirklich positiv aufgefallen, sie sind sehr dynamisch und fesselnd beschrieben! Und können wir bitte einmal alle die unglaublich kreativen Namen loben? :D
Auch wenn also einiges noch an der Oberfläche kratzt und viele Fragen offenbleiben, macht das Weiterlesen viel Spaß. Man ist neugierig auf diese neue Fantasygeschichte und gespannt, was sie so alles bereithält. Hoffentlich werden in Band zwei einige Fäden zusammengeführt und so manches, insbesondere die Charaktere noch etwas weiter ausgebaut, dann hat Wolfszeit wirklich das Potenzial, ein großartiges Fantasy-Epos zu werden!


Fazit:
Bund der Verstoßenen ist ein guter Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe, die vor allem in Worldbuilding, mit Kreativität und einem tollen Schreibstil punktet. In vielen Aspekten bleibt das Buch jedoch leider eher an der Oberfläche, was insofern schade ist, als dass das Potenzial förmlich greifbar ist. Man könnte also fast schon sagen, Band eins von Wolfszeit beschränkt sich hier eher auf die Vorarbeit, die Band zwei hoffentlich aufgreift und das Potenzial an sich wirklich großartigen Geschichte ausschöpft.
Ich werde mir Band zwei definitiv zulegen, weil ich große Hoffnungen in Wolfszeit hege. Deshalb und weil mir das Lesen trotz etwas Kritik viel Spaß gemacht hat, gibt es von mir 4/5 Lesehasen.

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