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Veröffentlicht am 10.01.2021

Coole Idee, aber viel zu zäh

Die Erwählten - Tödliche Bestimmung
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Vielen lieben Dank an das Bloggerportal und den Penhaligon-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Also das Cover ...

Vielen lieben Dank an das Bloggerportal und den Penhaligon-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Also das Cover ist wirklich der Wahnsinn. Bevor ich den Inhalt kannte, fand ich es einfach bloß okay, nicht wirklich hübsch, aber auch nicht hässlich. Jetzt kann ich aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich selten ein genialeres Coverdesign gesehen habe! Man kann es wirklich nur begreifen, wenn man den Inhalt kennt, aber dann ist man einfach mindblown, glaubt mir.
Die Erwählten gefällt mir auch besser als Tödliche Bestimmung, weil es einfach die Übersetzung des Originaltitels ist (das finde ich immer gut). Bei Tödliche Bestimmung muss ich zu sehr an die andere Trilogie der Autorin denken. Kann schon verstehen, welche Beweggründe dahinterstecken, wenn man eine solche Assoziation anstrebt, aber ich finde es doch eher unglücklich gewählt, vor allem, weil Die Bestimmung so erfolgreich war (zumal sie weder inhaltlich noch thematisch etwas mit diesem Buch zu tun hat). Unter Umständen ruft das beim Leser falsche Erwartungen hervor.

Meine Meinung:
Also, die Idee, die hinter diesem Buch steckt, ist wirklich cool. Ich habe mich schon immer gefragt, was mit den Helden passiert, nachdem sie die Welt gerettet haben. Die Geschichte ist immer genau an diesem Punkt zuende, und was hinterher aus den Protagonisten wird, wird nie thematisiert. Aber genau darum geht es hier.

Besonders gut hat mir hier gefallen, dass es um alle fünf „Erwählte“ geht, die jeweils unterschiedlich mit der Rettung der Welt – und dem dabei erlittenen Trauma – umgehen. Es ist zwar alles aus Sloanes Sicht geschrieben, aber man bekommt dennoch einen guten Eindruck davon, wie verschieden die einzelnen Charaktere mit einem solchen Erlebnis umgehen. Es werden Themen wie PTBS und Depressionen angesprochen, und es ist interessant zu sehen, welche Bewältigungsstrategien für die Fünf funktionieren.

Dabei fand ich es jedoch schade, dass alle Protagonisten, selbst Sloane, sehr distanziert zum Leser bleiben. Woran das gelegen hat, kann ich nicht sagen; vielleicht fehlte es dem Buch an Emotionalität?
Jedenfalls konnte ich die gesamte Handlung über keine wirkliche Bindung zu allen fünf aufbauen.
Insbesondere Ines blieb dabei sehr zurück; sie wird kaum thematisiert und hat eigentlich keine wesentliche Rolle in diesem Band, auch wenn sie eine der Erwählten ist. Vielleicht bekommt sie in einem der Folgebände ja eine größere Rolle, aber hier war sie fast schon irrelevant.

Sowohl Esther als auch Matt fand ich dagegen sogar sehr unsympathisch. Esther wirkte auf mich oberflächlich. Zwar zeigt sie durchaus auch Seiten, die vermuten lassen, dass da noch mehr hintersteckt, aber das wird nur angeschnitten und nicht wirklich thematisiert. Da hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht, vielleicht hätte ich sie dann auch besser verstanden.
Matt hingegen wirkte auf mich fast schon arrogant, jedenfalls aber rücksichtslos besonders Sloane gegenüber. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er in irgendeiner Weise auf sie eingeht oder ihr zuhört, sondern immer nur zu bestimmen versucht, wie die anderen zu handeln und zu fühlen haben. Das hat mich mitunter sogar schon genervt, vor allem in Situationen, in denen es angebracht wäre, Zurückhaltung zu zeigen.

Einzig Albie konnte ich noch etwas abgewinnen, aber leider kommt er wie Ines zu kurz, sodass man nicht viel über ihn erfährt. Das finde ich schade, dennoch kann ich die Entscheidungen, die Roth für seine Figur trifft nachvollziehen. Sie sind logisch und anders würde die gesamte Handlung wohl keinen Sinn ergeben – dennoch hätte ich mir auch hier etwas mehr Tiefe und Emotionalität gewünscht.

Dabei hilft es auch nicht, dass die Handlung an sich die ersten zwei Drittel sehr zäh ist. Es wird viel geredet und aufgebaut, zwischen den Kapiteln gibt es immer mal wieder Rückblenden in Form von Akteneinträgen, was nicht uninteressant aber eben auch nicht besonders spannend – da trocken – ist.
All das hätte auch gut kürzer gefasst werden können, so fühlen sich die 570 Seiten fast wie das Doppelte an.
Diese Langatmigkeit wird durch das Ende nicht unbedingt gerettet. Zwar ist es durchaus spannend und ab einem gewissen Punkt kommt auch einiges an Fahrt auf. Das wird jedoch dadurch geschmälert, dass das, was passiert, sehr vorhersehbar ist. Ab dem genannten Punkt konnte ich bereits sagen, wie das Buch enden wird; Die Erwählten hat mich da in keiner Weise überrascht.
So ist der Eindruck, den man nach Beenden dieses Buches hat, doch eher ernüchternd.

Fazit:
Die Idee hinter Die Erwählten ist super, die zähe und langwierige Umsetzung bereitet jedoch kein großes Lesevergnügen.
Die meiste Zeit passiert fast nichts, was bei einem 570 Seiten langen Buch kein gutes Zeichen ist. Hinzu kommt, dass man zu der Erzählerin keine Bindung aufbauen kann, zwei der Fünf bekommen kaum Aufmerksamkeit und die anderen beiden sind unsympathisch. Insgesamt gibt es in meinen Augen hier tatsächlich keine interessante Figur.
Auch der Schluss, als endlich etwas Fahrt aufkommt, ist wenig überraschend.
Das Buch ist okay, aber für die Länge eindeutig zu zäh, um ein einigermaßen vergnügliches Leseerlebnis darzustellen.
3/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2021

Logikfehler und Cringe-Alarm statt honigsüßer "Aww"-Momente

Sweet like you
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Vielen lieben Dank an den Kyss-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Kyss hat sich mit dem Coverdesign wieder ...

Vielen lieben Dank an den Kyss-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Kyss hat sich mit dem Coverdesign wieder einmal selbst übertroffen! Ich liebe die Schlichtheit und die kleinen Details wie die Honigbiene im Titel. Außerdem fühlt sich das Buch so „papierig“ an, das finde ich ja richtig toll! :D
In den Klappen ist vorne zudem das Rezept für Erdnussbutter-Honig-Cookies und hinten für ein Lippenpeeling mit Honig. Die Idee finde ich super, man bekommt direkt Lust, beides nachzumachen!
Wie es in diesem Genre allerdings so üblich ist, hat der Verlag der deutschen Übersetzung einen neuen englischen Titel verpasst: Im Original heißt das Buch Her Purrfect Match, bei uns Sweet like you. Ich will nicht sagen, dass ich den Titel schlecht finde, im Gegenteil: Ehrlicherweise finde ich ihn sogar schöner als den Originaltitel. :D
Allerdings verstehe ich einfach nicht, wieso sich ein neuer englischer Titel ausgedacht wird, anstatt den Originaltitel einfach zu übernehmen, wenn es denn unbedingt etwas Englisches sein muss. Oder man übersetzt ihn einfach oder denkt sich etwas Deutsches aus. Na ja.

Meine Meinung:
Diese Rezension ist definitiv keine, die sich leicht tippen ließ. Ich hatte eigentlich relativ hohe Erwartungen an das Buch, da mich der Kyss-Verlag bisher immer begeistern konnte und Sweet like you auch wie eine zuckersüße (honigsüße, haha) Liebesgeschichte klingt, die gerne auch klischeebehaftet ist und einen beim Lesen schmachten lässt.
In einigen Momenten war das Buch auch genau das, meistens ca. in der Mitte der Handlung. Der Einstieg, aber vor allem das letzte Drittel konnten mich allerdings weniger überzeugen.

An der Protagonistin liegt das allerdings nicht unbedingt. Sie war mir die meiste Zeit über sehr sympathisch, auch wenn sie sehr oft so blind für das Offensichtlichste ist, dass man sich fragt, ob sie überhaupt Augen im Kopf hat. Vieles wäre tatsächlich vermeidbar gewesen, wenn sie diese mal eingesetzt hätte, und dadurch trifft sie einige Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Allerdings hat mich das gar nicht mal so stark gestört.
Nick, ihr Love Interest, fand ich – bis zu einem gewissen Punkt am Ende – super sympathisch, zuckersüß, einfach zum Anbeißen! Zwar reagiert er gerade zu Beginn auf einiges sehr übertrieben, und auch ihm hätte es da nicht geschadet, mal ein paar Meter weiter zu denken, aber die meiste Zeit ist er sehr fürsorglich, entgegenkommend und ein toller Bookboyfriend.
Mit den beiden Hauptfiguren konnte ich also gut leben.

Ganz stark an meinen Nerven gezerrt haben allerdings die beiden Nebenfiguren Madison und vor allem Bea.
Madison ist nicht ganz so schlimm wie Bea, trotzdem verhält sie sich zwischendurch echt kindisch und unerträglich. An einem Punkt ist sie sogar bereit, Cassie aus der Stadt zu ekeln! Ich habe oft wirklich daran gezweifelt, ob sie tatsächlich erwachsen ist oder nicht doch noch im Teenageralter steckt. Zwischendurch fängt Madison sich dann und wird wieder umgänglich, aber allzu sehr entwickelt sie sich nicht weiter. Da sie mir hier schon unsympathisch war, werde ich, denke ich, auch nicht lesen.
Bea allerdings reagiert permanent über, ist bei dem kleinsten Fehler seitens Cassie tagelang eingeschnappt und verhält sich in mehr als nur einer Situation sogar noch kindischer als Madison. Sie ist tatsächlich sogar der Hauptgrund dafür, weshalb ich die meiste Zeit leider eher genervt von Sweet like you war.
Obwohl beide hier „nur“ Nebenrollen spielen, nehmen sie dennoch so viel Raum in der Handlung ein, dass es beim Lesen durchaus störend ist.

Der Plot an sich hätte durchaus Potenzial gehabt, und ich hätte auch mit ein wenig Vorhersehbarkeit leben können – das ist ja immerhin kaum vermeidbar, bei solchen Romance-Geschichten. Allerdings ist bereits bei der Testamentseröffnung am Anfang offensichtlich, worauf die ganze Sache hinauslaufen wird; das hätten auch die Protagonisten erkennen können, wenn sie, wie gesagt, nicht so blind gewesen wären.
Im Mittelteil ist die Handlung, wenn auch vorhersehbar, durchaus unterhaltsam. Vor allem der Subplot mit der Katze Belle hat mir sehr gut gefallen; zwar cheesy aber trotzdem eine witzige, süße Idee (auf die sich auch der Originaltitel bezieht).
Das Ende hat das Ruder dann allerdings wieder herumgerissen, leider in eine negative Richtung. Nicht nur, dass einige Fragen offenbleiben (Spoiler!!  Wieso kann Cassie plötzlich problemlos in Honey Springs bleiben, wenn sie doch die ganzen drei Wochen über hin- und hergerissen war?), diese eine bestimmte Szene am Ende war mir etwas zu sehr over-the-top, leider gar nicht zuckersüß, sondern einfach nur cringe.
Das mag daran liegen, dass mich Neeleys Schreibstil vor allem in den romantischen Szenen gar nicht abholen konnte. Mir fehlte es einfach an Emotion, sodass ich Schwierigkeiten hatte, mich in Cassie und Nick hineinzuversetzen. Dadurch war dann auch diese bestimmte Endszene eher nicht zum Freudig-Quietschen, sondern leider sehr unangenehm für mich.

Was ich zudem überhaupt nicht verstehen konnte, war die ganze Sache mit dem Bürgermeisteramt.
Okay, im Klappentext wird bereits darauf hingewiesen, dass Cassie das Amt ihrer Tante übernehmen soll. Trotzdem habe ich irgendeine Art Wahl erwartet? Jedenfalls zum Ende?
Allerdings fehlt das völlig und Cassie wird einfach zur Interimsbürgermeisterin (Spoiler!!!  und hinterher auch zur regulären Bürgermeisterin) ernannt, ganz ohne Wahl und dementsprechend auch überhaupt nicht demokratisch legitimiert. Wie kann das sein in einem demokratischen Staat wie der USA? Das hat sich mir nicht entschlossen.
Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich Jura studiere und mich daher ein regelrechtes Ignorieren demokratischer Grundsätze triggert, aber dieser Logikfehler hat leider auch wesentlich dazu beigetragen, weshalb ich Sweet like you mit gemischten Gefühlen betrachte.


Fazit:
Sweet like you hätte so gut und süß sein können, aber leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen.
Zwar konnte mich die Handlung vor allem im Mittelteil durchaus mitreißen, insbesondere die Sache mit der Katze Belle fand ich bezaubernd. Auch haben mir die beiden Protagonisten Cassie und Nick, obwohl sie sehr oft sehr blind für das Wesentliche waren, die meiste Zeit gut gefallen.
Allerdings fehlte es mir an den wichtigen, romantischen Stellen an Emotionalität, was letztlich dazu führte, dass die große Endszene für mich einfach nur unangenehm zu lesen war. Am meisten haben mich jedoch Madison und Bea gestört, beide (vor allem Bea) verhalten sich unreif und nerven.
Hinzu kommt der nicht unwesentliche Logikfehler, dass Cassie so ganz ohne Wahl i. e. ohne demokratische Legitimation Bürgermeisterin in einer Kleinstadt in einem demokratischen Staat werden kann, was für mich überhaupt nicht nachvollziehbar war.
Deshalb erhält diese kleine Geschichte trotz ihres Potenzials leider nur 2,5/5 Lesehasen von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2021

Eher anstrengend als fröhlich

O du fröhliche Weibernacht
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Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover finde ich in Ordnung; ...

Vielen lieben Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover finde ich in Ordnung; durch den Baum sieht man direkt, dass es um Weihnachten geht, der Leuchtturm im Hintergrund deutet das Setting von Helgoland an.
Ich finde es nicht so schön, dass es mir im Laden aufgefallen wäre, aber ich finde es auch nicht schlecht. :D

Meine Meinung:
Tja, ich wünschte, mir hätte das Buch besser gefallen!
Es hätte nämlich eine superwitzige, lockerflockige Weihnachtsgeschichte sein können, aber leider kam beim Lesen dieses Buches gar keine Weihnachtsstimmung in mir auf. :/

Das ist gar nicht mal so sehr von Anfang an klar.
Natürlich lernt man bereits im Prolog alle vier Frauen, um die es in diesem Roman geht, kennen, darunter vor allem Ulrike und Cordula.

Cordula hat mir anfangs wirklich gut gefallen. Sie sagt was sie denkt und lässt sich von anderen nicht einschüchtern. Dabei hat sie einen trockenen, direkten Humor, was sie für mich auf Anhieb sympathisch machte.
Das absolute Gegenteil stellte dabei Ulrike dar. Sie hat – wie man so schön sagt – einen Stock im Hintern, und das merkt man auch. Das an sich ist nicht mal unbedingt das, was mich am meisten gestört hat. Ich fand es an ihr einfach grauenhaft – anders kann man es ehrlich nicht ausdrücken! –, wie respektlos und von oben herab sie andere Leute, vor allem solche, die hierarchisch unter ihr stehen, behandelt. Dabei hält sie sich selbst für die Größte und sucht den Fehler immer bei den anderen.
Diesen Eindruck hatte ich bereits im Prolog von ihr und das hat sich auch für den Rest der Handlung nicht geändert.

Wäre sie der einzige Störfaktor gewesen, könnte ich dem Buch vielleicht eine bessere Bewertung geben, auch wenn sie eine der Protagonistinnen ist.

Aber auch die anderen beiden Figuren, und ab einem gewissen Punkt sogar Cordula, konnten mich nicht überzeugen.
Jana wirkte auf mich sehr ich-bezogen und oberflächlich. Obwohl man durchaus auch andere Seiten von ihr kennenlernt, hatte ich nicht das Gefühl, dass sie mehr ist als das. Zudem haben sie einige ihrer Handlungen in meinen Augen wirklich unsympathisch gemacht, zum Beispiel (oder vor allem) ihre „Verschönerungsversuche“ an Miriam. Was gibt Jana das Recht, Miriams Kleidungsstil als „langweilig“ zu beurteilen und sie deshalb einer Zwangsveränderung unterziehen zu können? Wer sagt Jana denn, dass ihr Stil der einzig richtige ist, sodass ihr Handeln gerechtfertigt ist?

Gegen Miriam habe ich da noch am wenigsten einzuwenden. Sie ist einfach das typische „stille Mäuschen“, die erst ganz am Ende aus sich herauskommt. Es hat mich ein wenig gestört, dass sie alles über sich hat ergehen lassen und nicht den Mumm hatte, sich zu wehren, auch wenn manches ihr offensichtlich nicht gefallen hat.

Cordula ist zwar die meiste Zeit über diejenige, die oft das angesprochen hat, was mir beim Lesen durch den Kopf gegangen ist (vor allem hat sie Ulrike öfter in ihre Schranken gewiesen), aber irgendwann fängt auch sie an, Entscheidungen zu treffen, die ich einfach nicht mehr nachvollziehen konnte, und ab da war es mit meiner Sympathie für sie auch dahin.

Was mich an allen vier Frauen und demnach auch an dem gesamten Buch jedoch am meisten gestört hat, ist Folgendes: Es dreht sich bei jeder Entscheidung, die die vier treffen, bei jeder Unterhaltung untereinander um einen Mann! Man bekommt wirklich den Eindruck, dass ein bestimmter Mann (für jede ein anderer, versteht sich), das Zentrum ihrer Welt ist; darüberhinausgehend kann keine der vier Frauen etwas vorweisen.

Ich weiß nicht, ob das an meinem Alter und meiner Unerfahrenheit liegt, dass ich so negativ auf diesen Roman reagiere, oder an meiner Einstellung, dass man mittlerweile von einem Frauenroman eigentlich erwarten kann, dass die Protagonistinnen einen Sinn im Leben unabhängig von irgendwelchen Männern sehen. Vielleicht ein bisschen von beidem. Ich konnte mich jedenfalls mit den vier Protagonistinnen und ihren Geschichten vor allem aus diesem Grund nicht anfreunden.

Da hilft es auch nicht, dass der Plot nicht besonders herausragend war. Natürlich gehört zu einer Weihnachtsgeschichte eine gehörige Portion Kitsch und Klischees dazu, und damit geht auch oft Vorhersehbarkeit der Handlung einher.
Allerdings ist wirklich nichts an O du fröhliche Weibernacht überraschend; ich wusste bereits nach kurzer Zeit, wie der ganze Roman enden würde.


Fazit:
Der Klappentext ist zwar vielversprechend, allerdings mangelt es deutlich an der Umsetzung.
Bis auf wenige lustige Szenen bereitet O du fröhliche Weibernacht keinerlei Lesevergnügen, was vor allem an den eindimensionalen Protagonistinnen, die nur die Männerwelt im Kopf zu haben scheinen, liegt. Dabei war mir hauptsächlich Ulrike ein Dorn im Auge, die nur auf alles und jeden herumhacken konnte, aber sich selbst nie in der Schuld gesehen hat.
Hinzu kommt, dass das Buch auch inhaltlich zu 100% vorhersehbar war. Das Buch ist nicht dick, aber man ist trotzdem froh, wenn man es beendet hat.
Die 2/5 Lesehasen gibt es nur, weil mir Cordula zum Anfang noch sympathisch war und sie für den einen oder anderen Lacher gesorgt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2021

Adventskalender zum Augenrollen

Take A Chance On Me. Adventskalender zum Verlieben
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Aufmachung:
Ich bin bekanntlich nicht der größte Fan von riesigen Gesichtern auf dem Cover, und das hier stellt da leider keine Ausnahme dar. Vor allem diese unnatürlich blauen Augen finde ich etwas irritierend…
Allerdings ...

Aufmachung:
Ich bin bekanntlich nicht der größte Fan von riesigen Gesichtern auf dem Cover, und das hier stellt da leider keine Ausnahme dar. Vor allem diese unnatürlich blauen Augen finde ich etwas irritierend…
Allerdings muss ich sagen, dass der Mensch meine Vorstellung von Alex tatsächlich sehr gut trifft. Auch gefällt mir die Farbgebung insgesamt, die ins Bläulich-Weiße, also Winterliche geht, sehr gut.
Den Titel Take a Chance on Me finde ich jetzt nicht so besonders – wieso muss im Deutschen immer ein englischer Titel gewählt werden? –, aber inhaltlich trifft er zu.

Meine Meinung:
Der Untertitel Adventskalender zum Verlieben legt bereits nahe, dass es sich bei diesem Buch um ein Adventskalenderbuch, also eines mit 24 Kapiteln, handelt. Die einzelnen Kapitel sind alle jeweils sehr kurzgehalten, sodass man sie durchaus gut in seinen Alltag als Adventskalendertürchen einfügen kann. Das hat mir gut gefallen!

Der Anfang war dabei schon sehr vielversprechend: Der Tag endete jeweils mit einem großen Cliffhanger, sodass ich es zunächst kaum abwarten konnte, das nächste „Türchen“ zu öffnen.
Man lernt Alex kennen, der von seiner besten Freundin quasi genötigt wird, an ihrem Programm teilzunehmen – ein Algorithmus, der anhand einiger Fragen den perfekten Partner unter den Teilnehmern herausfindet.
Die Idee, dass Alex ein anderer Mann zugeordnet wird, was er gar nicht verstehen kann, fand ich ganz interessant. Witzige Situationen sind da ja vorprogrammiert! Gerne auch mit etwas Kitsch und einigen Klischees, denn welche Zeit ist passender für solche Geschichten als die (Vor-) Weihnachtszeit?

Tja, diese Erwartung wurde dann relativ schnell enttäuscht, als Alex das erste Mal auf Cash trifft. Alex wurde mir da zunehmend unsympathischer – es ist kaum zu fassen, wie blind er für die offensichtlichsten Dinge ist! Hinzu kommt, dass er anscheinend überhaupt nicht fähig ist, anständig mit Cash zu kommunizieren. Die größten Probleme (oder eigentlich alle) hätten vermieden werden können, wenn sich die beiden Protagonisten mal miteinander unterhalten und einander auch zugehört hätten. Das finde ich immer besonders ärgerlich und nervig.
Anfangs mögen die Aufgaben also noch ganz unterhaltsam und süß sein, aber je länger das geht, desto anstrengender wird die ganze Geschichte.
Man hat das Gefühl, Alex geht die ganze Zeit einen Schritt vorwärts, aber im nächsten Moment wieder drei zurück, weil er einfach nicht in der Lage ist, den Mund aufzumachen. Dadurch macht das Buch, das anfangs noch so gut unterhält, spätestens ab der Hälfte kaum noch Spaß.

Hinzu kommt schließlich noch der Schreibstil, über den ich zu Beginn noch hinwegsehen konnte, der mich aber zunehmend gestört hat. Man hat beim Lesen nicht das Gefühl, dass Frau Heinzmann ihr Geschriebenes noch einmal überarbeitet hat; der Text war zwar weitestgehend fehlerfrei, aber das Geschriebene wirkte trotzdem unausgereift und wie ein erster Entwurf. Ich weiß nicht so recht, wie ich das alles erklären soll…
Kennt ihr das, wenn ein Autor nur wenige Worte braucht, um einen mit seiner Geschichte zu fesseln, weil man gar nicht mehr merkt, dass man liest? Genau das fehlt hier. Man ist sich stets bewusst, dass man ein Buch in der Hand hält, und kann dementsprechend schlecht in der Geschichte abtauchen.


Fazit:
Der Anfang von Take a Chance on Me – Adventskalender zum Verlieben ist wirklich vielversprechend, man kann es die ersten Tage kaum abwarten, das nächste „Türchen“ zu öffnen. Die Einführung in das Buch lässt auf eine lustige, kitschige, herzerwärmende Geschichte hoffen.
Je weiter die Handlung jedoch fortläuft, desto mehr verliert man das Interesse. Alex‘ Blindheit für alles Offensichtliche wird immer anstrengender und der Schreibstil immer störender, bis man am Ende nur noch froh ist, dass es vorbei ist.
2/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2020

Hochkomplex, aber lesenswert

Macht des Feuers
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Vielen lieben Dank an die Autorin und Mainwunder für das Rezensionsexemplar und die wundervolle Kampagne!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wie ...

Vielen lieben Dank an die Autorin und Mainwunder für das Rezensionsexemplar und die wundervolle Kampagne!
Die Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wie auch Band 1 ist Macht des Feuers richtig schön aufgemacht – am Ende des Buches findet man diesmal sogar vier Karten!
Der Titel ist ebenfalls gut gewählt. Seine Bedeutung ist ein wenig offensichtlicher als die von Tag des Na’kathá, aber auch hier gibt es viel hineinzuinterpretieren.

Meine Meinung:
Ich kann mich in dieser Rezi eigentlich in vielen Punkten auf das beziehen, was ich in meiner Rezension zu Band 1 angesprochen habe, auch wenn sich einiges durchaus verändert hat.

Am auffälligsten ist dabei wohl, dass ich dieses Mal mit dem Schreibstil keinerlei Probleme hatte. Während ich in Tag des Na’kathá ein wenig gebraucht habe, um damit warmzuwerden, war ich hier direkt auf Anhieb in der Geschichte drin. Das liegt wohl ganz einfach daran, dass man sich nach einem Buch an den Schreibstil gewöhnt hat und es auch nicht so lange her ist, dass ich Band 1 beendet habe. 😉

Auch fällt einem sofort auf, dass dieses Mal der Fokus auf ganz andere Figuren liegt. In Band 1 ging es hauptsächlich um Dacan, die Reise nach Toretho und die Charaktere, die er und seine Crew dort antreffen.
Während Dacan im Folgeband zwar kurz sogar eine eigene Handlung bekommt, die meiste Zeit (aus guten Gründen) jedoch nur über ihn gesprochen wird, werden die Figuren, die auf Toretho wichtig sind, hier nur erwähnt. Das will ich jedoch gar nicht kritisieren, im Gegenteil. Man merkt dennoch, dass alles, was in Band 1 passiert ist, immer noch relevant bleibt, indem sich die Autorin stets auf die Geschehnisse rückbezieht. Allerdings geht es hier eben um eine scheinbar ganz andere Problematik, für die die Handlung aus Band 1 nur bedingt wichtig ist.

Aus diesem Grund werden hier auch wieder sehr viele neue Figuren eingeführt, am wichtigsten sind hierbei wohl die Heilerin Lunara und Remos.
Lunara hat mir sehr gut gefallen, neben Kazim gehört sie in dieser Reihe mittlerweile zu meinen Lieblingsfiguren. Sie ist cool, tough und lässt sich von niemandem etwas sagen. Dabei hat sie dennoch ihre Schwächen, um die sie aber weiß. Man lernt sie gut kennen und kann sich schnell leicht in sie hineinversetzen; sie war mir auf Anhieb sympathisch. Gleichzeitig hat sie trotz allem noch ihre Geheimnisse, hinter die man nicht sofort kommt. Das macht sie vielschichtig und spannend. Ich habe so meine Vermutungen über sie und bin gespannt, ob sich diese in den Folgebänden bewahrheiten!

Mit Remos konnte ich hingegen nicht besonders gut anbändeln, aber das liegt nicht an ihm oder seiner Charakterisierung, sondern ist einfach subjektives Empfinden. Ich bin mit ihm schlicht nicht warmgeworden.

Besonders toll fand ich es, dass Kazim hier wieder eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Bereits in Tag des Na’kathá hatte ich vor allem wegen seines Humors und seiner Vorliebe dafür, andere zur Weißglut zu bringen, großen Spaß an ihm. Aber auch, weil man einen Einblick darin bekommt, wie groß sein Einfluss in Usenia tatsächlich ist und was er alles auf dem Kerbholz hat, ist er eine spannende Figur. Er schüttelt stets ein Ass aus dem Ärmel und es ist wirklich beeindruckend mitzuerleben, wo er überall seine Finger mit im Spiel hat!
Was zwar einerseits die Reihe ausmacht, beim Lesen aber durchaus teils sehr anstrengend ist, ist die Langatmigkeit der Geschichte. Ich habe es in meiner Rezension zu Band 1 bereits angesprochen, aber auch hier möchte ich noch einmal betonen, dass man schnell merkt, dass die Geschichten rund um Dacan und seine Crew alle miteinander verwoben sind und irgendwo hinführen sollen, dass die Autorin sich also unheimlich viele Gedanken über Usenia und seine Figuren gemacht haben muss.
Es ist alles hochkomplex und miteinander verwoben, gleichzeitig hat man nicht das Gefühl, dass Frau Bush zu irgendeinem Zeitpunkt ein Detail mal aus den Augen oder den Faden verliert.

Beim Lesen ist es jedoch nicht so leicht, den Überblick zu behalten, weshalb es, wie gesagt, teils sehr anstrengend ist, der Handlung zu folgen. Es passiert einerseits unglaublich viel, andererseits hat man beim Lesen aber auch das Gefühl, dass extrem weit ausgeholt wird, wodurch die Chronica Usenia sehr langatmig werden.
Bei Band 1 hatte ich bereits das Gefühl, dass es eine Einführung in eine viel größere Handlung sein soll, und auch Band 2 hat mir dieses Gefühl gegeben.
Es wird sehr viel aufgebaut und sehr viele Fragen aufgeworfen, die keinen Schluss darauf liefern, wohin das Ganze führen soll. Natürlich werden auch immer mal wieder Fragen beantwortet, aber das große Ganze oder der Sinn und Zweck der Geschichte ist immer noch sehr nebulös.

Um das klarzustellen: Ich erwarte keinesfalls, dass schon von vornherein erkennbar ist, wie die Geschichte ausgeht, im Gegenteil! Dann würde ich sie wegen ihrer Vorhersehbarkeit kritisieren.
Aber die Chronica Usenia brauchen extrem lange, bis überhaupt mal ein Roter Faden erkennbar ist. Erst ca. im letzten Drittel des zweiten Teils konnte ich wenige Vermutungen darüber aufstellen, wohin alles, was bisher passiert ist, führen könnte.
Auch werden die Zusammenhänge zum ersten Band erst sehr spät erkennbar, auch wenn sich ab diesem Zeitpunkt dann einiges ineinanderfügt.

Das alles weist aber, wie gesagt, darauf hin, dass Chronica Usenia hochkomplex ist, was vor allem den ungeübten Fantasyleser mit hoher Wahrscheinlichkeit überfordert – es passiert eben enorm viel, sodass es schwer ist, den Überblick zu behalten.
Auch geübtere Fantasyfans werden hier sicherlich einiges an Geduld aufbringen müssen; auch mir fiel es zwischendurch schwer, der Handlung zu folgen und gerade abends konnte ich nicht die erforderliche Konzentration aufbringen, um weiterzulesen, und ich lese eigentlich relativ viel High Fantasy.
Nichtsdestotrotz ist das keine Kritik an der Handlung, sondern einfach eine Empfehlung dahingehend, wer an diesem Buch vielleicht eher mehr und wer eher weniger Freude findet.
Wer bereit ist, die Geduld und Konzentration aufzubringen, die erforderlich sind, um die Chronica Usenia gänzlich zu verstehen, hat sicherlich auch an Band 2 einiges an Spaß, vor allem, wenn der Auftakt einem schon ganz gut gefallen hat – Macht des Feuers wirft zwar nämlich wieder einige Fragen auf, aber beantwortet auch Vieles, das man im Auftakt noch nicht ganz begriffen hat.
Trotz allem hoffe ich natürlich, dass der Folgeband noch ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringt. 😉


Fazit:
Macht des Feuers ist eine gute Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in vielerlei Hinsicht dennoch sehr ähnlich ist.
Bereits in Tag des Na’kathá bekommt man einen Eindruck davon, wie unglaublich komplex die Chronica Usenia sein müssen, und Macht des Feuers bestätigt dies noch einmal. Während Band 1 wie eine Einführung in eine gut durchdachte High Fantasy wirkt, bekommt man beim Lesen von Band 2 den Eindruck, dass es sich dabei um eine Fortsetzung der Einführung handelt.
Es wird zwar einiges Unklares aus Band 1 geklärt und ab ca. dem zweiten Drittel beginnt man auch so ganz langsam, einige Zusammenhänge zu erklären, aber gleichzeitig werden in Macht des Feuers wieder so viele neue Figuren und Handlungsstränge eingeführt, dass noch nicht ganz das Gefühl aufgekommen ist, dass die Geschichte jetzt in Fahrt kommt.
Dies führt zwar einerseits dazu, dass das Lesen teils durchaus sehr anstrengend und auch langatmig wird, andererseits beweist die Autorin auch mit diesem Band, dass ihre Geschichte zwar unglaublich komplex ist, man aber dennoch das Gefühl hat, dass sie einen Plan hat und irgendwann alles seinen Sinn machen und letztlich zusammenlaufen wird.
Für die Chronica Usenia braucht man also viel Geduld und Konzentration, aber gerade High Fantasy-Fans finden hier eine hochkomplexe, interessante neue Welt. Neueinsteigern in dieses Genre würde ich die Reihe gerade deshalb aber nicht empfehlen.
4/5 Lesehasen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere