Platzhalter für Profilbild

SofieWalden

Lesejury Star
offline

SofieWalden ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SofieWalden über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2021

Die große Suche und dabei geht es durch halb Europa

Das Universum ist verdammt groß und supermystisch
0

Gustav lebt mit seiner Mutter Lily in Berlin, in einem großen Hochhaus, in einer kleinen Wohnung und seit neuestem sind sie wieder einmal zu dritt. Lilys neuer Freund, der Mann eben, ist bei ihnen eingezogen ...

Gustav lebt mit seiner Mutter Lily in Berlin, in einem großen Hochhaus, in einer kleinen Wohnung und seit neuestem sind sie wieder einmal zu dritt. Lilys neuer Freund, der Mann eben, ist bei ihnen eingezogen und aus Protest spricht Gustav jetzt nicht mehr. Als es dann auch noch heißt, sie könnten alle drei zusammen Urlaub machen, am Meer, weigert Gustav sich mitzufahren, wenn auch Urlaub an sich schon richtig toll wäre, denn eigentlich ist er in den Schulferien noch nie weggefahren. Aber mit dem Mann, nein. Der wird seine Mutter, wie einige zuvor, ja doch nur unglücklich machen und dann irgendwann wieder weg sein. Da spielt er nicht mit. Und so darf Gustav zuhause bleiben und eine Kollegin von Lily passt auf ihn auf. Doch dann kommt irgendwie alles ganz anders und ehe man sich's versieht, macht Gustav sich zusammen mit seinem Opa, der doch eigentlich im Altenheim nur noch an die Decke stiert und seiner gerade erst neuen Freundin Charles in einem alten Bulli auf die Suche nach, es kann es selbst kaum glauben, seinem Vater. Das war schon immer sein größter Wunsch, aber seine Mutter wollte nie von ihm erzählen. Da er so ja so gut wie nichts über ihn wusste, war das mit dem Finden natürlich schwierig, aber laut Charles ,,wird das Universum schon helfen, wenn man ganz fest daran glaubt'. Und so entspinnt sich hier eine tolle Geschichte rund um eine wunderbare Reise durch halb Europa und eine Menge neuer Freunde, die einfach so da sind, wenn man sie braucht.
Dies ist ein wirklich schönes Buch mit jeder Menge Abenteuern, die genau richtig groß sind und tollen Menschen wie Mila und Umet, die einfach so helfen und zu tollen Freunden werden für alle Zeit. Und das, was am Ende dann auf das bunte Trüppchen wartet, ist mehr wie 'nur' ein Vater, der übrigens Emilio heißt, sondern auch, das man einfach miteinander reden muss, damit das Leben funktioniert und das Erwachsene auch nur Menschen sind, die nicht immer alles im Griff haben. Aber sie geben sich Mühe und daraus kann was werden.
Seht, nein stimmt ja, lest selbst!

Veröffentlicht am 09.07.2021

Der Kampf der Sieben gegen die Armee der Asche, eine tolle so andere Fantasywelt

Das Reich der Asche - Realm Breaker 1
0

Das Genre Fantasy lebt von seiner Andersartigkeit und diese neue Romanreihe überzeugt hierbei in absolut allen Belangen.
Corayne heißt sie, die Heldin dieser Geschichte, Tochter eines großen machtvollen ...

Das Genre Fantasy lebt von seiner Andersartigkeit und diese neue Romanreihe überzeugt hierbei in absolut allen Belangen.
Corayne heißt sie, die Heldin dieser Geschichte, Tochter eines großen machtvollen und kampfgewaltigen Vaters und jetzt, nach seinem Tod, die einzige in dieser riesigen fantastischen Welt, die es schaffen kann, das Böse in Form der Armee der Asche zurückzudrängen und so alle zu retten. Und so macht sie sich mit ihren sechs Gefährten, alles sehr eigene ganz besondere Geschöpfe, auf den Weg, nimmt den Kampf auf gegen das, was ihre Welt bedroht. Die Wege zu diesem Ziel sind lang, verschlungen, und von sehr überraschenden Wendungen geprägt. Und die Geschichte dazu ist durchgehend richtig spannend, genau dosiert und das Persönliche, wenn man so will, Menschliche, hat hier durchaus seinen sehr angemessenen Platz. So wird dieser erste Band zu einem überzeugenden Einstig in eine wirklich ganz andere faszinierende Welt, mit Protagonisten, denen man als Leser sehr schnell nahe kommt und die man mit Freude und voller Erwartung auf das Kommende begleitet. Hier hat die Autorin etwas erschaffen, das definitiv 'Zukunft hat' und ich freue mich schon jetzt darauf, wie es weiter geht.

Veröffentlicht am 04.07.2021

Der Mensch und das Leben und ganz viel Melancholie

Von hier bis zum Anfang
0

Cape Haven ist ein herrliches kleines Örtchen. Hier zu leben muss wunderbar sein und doch haben seine Einwohner ihre Lasten zu tragen und das Leben macht sie zu den Menschen, die sie nun mal sind. Hier ...

Cape Haven ist ein herrliches kleines Örtchen. Hier zu leben muss wunderbar sein und doch haben seine Einwohner ihre Lasten zu tragen und das Leben macht sie zu den Menschen, die sie nun mal sind. Hier lebt Walk, der hiesige Polizist, ein feiner Kerl, der noch an das Gute im Menschen glaubt und auch wenn die Ereignisse von vor 30 Jahren und seine Folgen es ihm schwer machen, lässt er sich davon nicht abbringen. Jetzt ist er auf dem Weg, um seinen Freund aus Jugendtagen, Vincent King, abzuholen, aus dem Gefängnis, in dem er für eben jenes Ereignis, den Tod der kleinen Sissy Radley, 30 Jahre Haft verbüßt hat. Walk ist ihm in all der Zeit verbunden geblieben, auch wenn Vincent ihm in den letzten fünf Jahren verboten hat, ihn zu besuchen. Nun ist er wieder frei und wird fortan in seinem jetzt leerstehenden Elternhaus in Cape Haven wohnen, das Haus wieder herrichten und versuchen, weiter zu leben mit der Bürde dessen, was geschehen ist. Damals vor so langer Zeit waren sie alle, Walk, Vincent, Star, die älte Schwester von Sissy und Vin's Freundin und ein paar andere, die auch jetzt noch in dem Ort leben und ihren Berufen und ihren Leben nachgehen, gerade dabei, in die Erwachsenenwelt hinauszutreten, als es passierte und dann war für eben den einen das Leben sozusagen vorbei, ehe er überhaupt eine Chance hatte, damit zu beginnen. Auch Star lebt noch hier, mit zwei Kindern, wechselnden Männern und mächtigen Problemen, das Leben auf der Reihe zu halten. Ihre ältere, die dreizehnjährige Duchess, ist die Erwachsene im Haus, kümmert sich unendlich liebevoll um ihren kleinen Bruder und hält ihre Mutter davon ab, dass ihre Versuche, sich das Leben zu nehmen, erfolgreich sind. Und dann, dann ist Star trotzdem tot, ermordert und Vincent sitzt an einem Tisch, neben der Leiche und sagt gar nichts. Er wird festgenommen und alle meinen, er ist es gewesen, aber aus seinen ganz eigenen Gründen plädiert er für nichtschuldig. Und nur einer glaubt daran, sein echter, ehrlicher Freund Walk.
Diese Geschichte ist spannend, wie sie sein sollte, unendlich berührend durch das Schicksal seiner Protagonisten, so traurig wie sie das Leben nun mal schreibt und so stark umhüllt von einer tiefen Melancholie, die Walk, ein allerbester Mensch seiner Zeit, mit einer zunehmden Würde mit sich trägt, trotz all der 'Ungerechtigkeit', der er sich ganz persönlich ergeben muss.
Ein tief bewegendes Buch, einfach etwas ganz Besonderes.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2021

Das ostdeutsche Land und die Geschichte seiner Menschen

Raumfahrer
0

Hier erleben wir nicht die Geschichtsbuchvariante des Lebens im Osten Deutschlands, zu Zeiten der DDR und danach. Hier erfährt man das wahre Erleben dieser Menschen, dazu den Umbruch durch die Vereinigung ...

Hier erleben wir nicht die Geschichtsbuchvariante des Lebens im Osten Deutschlands, zu Zeiten der DDR und danach. Hier erfährt man das wahre Erleben dieser Menschen, dazu den Umbruch durch die Vereinigung zu unserer heutigen Bundesrepublik. Was verändert sich wie versprochen zum Besseren, wer wurde vergessen in diesem Spiel.
Da ist Jan, geboren genau in diesem Jahr 1989 und er arbeitet in einem Krankenhaus in Kamenz, einem vergessenen Ort mit vergessenen zurückgelassenen Menschen. Lebendig ist hier so gut wie nichts mehr und auch das marode Krankenhaus wird es bald nicht mehr geben. Jan lebt mit seinem Vater zusammen, der auf nichts mehr hofft, nichts mehr erwartet und sich in der Tristesse seines Lebens eingerichtet hat. Eines Tages jedoch geschieht tatsächlich etwas. Einer von Jans Patienten übergibt ihm eine Schachtel mit Bildern und Dokumenten, die ihn ungeahnt aufrütteln, ihn dazu bringen, zu erfragen, nachzuforschen, und so mehr zu erfahren, über das Leben vor seiner Zeit, vor der so lang erwünschten Vereinigung und damit auch über die Vergangenheit seiner Eltern in der Nachkriegszeit.
Dies ist ein besonderes Buch, ein Roman, der einerseits ganz nah dran ist, an dem, wie es damals in der Nachkriegszeit, in der DDR wirklich war, ganz unten angesetzt, fernab des 'politischen Scheins', bei den Menschen selbst, den Zwängen, der 'Unterdrückung', der Hoffnung und der Hoffnungslosigkeit und dem sich sich schließlich darin ergeben. Und dann ist da dieses sozusagen 'im Raum schweben', über ganze Kapitel ohne viel Handlung und ganz ohne Halt an irgendetwas, schwebt man als Leser 'wie ein Raumfahrer' mit durch die Zeit, mit den Gefühlen und Erinnerungen der Menschen in dieser Geschichte.
Man muss sich einlassen auf diese 'Eigenartigkeit' der Geschichte, aber der Autor mit seinen kurzen Kapiteln und seinem sehr fließenden Schreibstil macht es einem dabei leicht. Und ganz dem Titel des Romans entsprechend, ist man sehr schnell eingefangen in diese begrenzte Grenzenlosigkeit von Raum und Zeit, sehr unmittelbar und die Geschichte lebt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2021

Toller Beginn einer neuen Krimireihe, Nr. 1 in Schweden

Nachttod
0

Hanna Duncker, die Ermittlerin dieser neuen Krimireihe, kehrt in das Dorf ihrer Kindheit zurück und nicht nur ihr erster Fall vor Ort knüpft an ihre eigene Vita in der alten Heimat an, denn der erstochene ...

Hanna Duncker, die Ermittlerin dieser neuen Krimireihe, kehrt in das Dorf ihrer Kindheit zurück und nicht nur ihr erster Fall vor Ort knüpft an ihre eigene Vita in der alten Heimat an, denn der erstochene junge Mann ist der Sohn ihrer ehemaligen Freundin. Noch um einiges schwerer wiegt das Verbrechen, das ihr eigener Vater vor vielen Jahren hier begangen hat. Er hat einen Menschen ermordert und saß dafür 16 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung ist er dann gestorben, aber die Geschichte ist natürlich nicht vergessen und dass Hanna, jetzt ja selbst auf der Seite der Polizei, nun zusammen mit ihrem Kollegen Erik Lindgren, einem im Gegensatz zu ihrer eigenen Person, sehr offenen komunikativen Mann, sozusagen an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, das reißt Wunden auf und macht das Ermitteln nicht gerade leichter. Aber letztendlich focussiert sich die Handlung der Geschichte doch, was vom Ansatz her so nicht unbedingt zu erwarten war, aber durchaus positiv zu bewerten ist, sehr auf den eigentlichen Mordfall selbst, den das neue recht gegensätzliche Ermittlerduo hier zu lösen hat.
Ein wirklich spannender Kriminalroman, der bis hin zur Auflösung sehr überzeugend rüber kommt und seine Meriten als Nr. 1 Erfolg in Schweden durchaus verdient. Und, so soll es ja auch sein, ich freue mich schon auf den nächsten Auftritt des neuen Ermittlerpaars. Da wird es sicherlich noch sehr interessante Einblicke ins Private geben. Einfach mal sehen, wo sie der gemeinsame Weg hinführt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere