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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2019

genialer Krimi mit sehr vielen Protagonisten

Gieriger Zorn
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Ein Krimi, der mit einen kräftigen Paukenschlag beginnt das wünscht sich doch jeder oder? Und genau so einer ist es auch. Ein Liebespärchen wird von einem Unbekannten überfallen und übel zugerichtet. Grad ...

Ein Krimi, der mit einen kräftigen Paukenschlag beginnt das wünscht sich doch jeder oder? Und genau so einer ist es auch. Ein Liebespärchen wird von einem Unbekannten überfallen und übel zugerichtet. Grad noch rechtzeitig kommt Hilfe, um wenigstens die Frau zu retten.
Doch genau hier beginnt schon die große Verwirrung. Die Polizei ermittelt und stößt auf Kombination, mit der sie so nicht gerechnet hatten. Und dann tritt auch noch ein brutaler Einbrecher auf den Plan, der ihnen auch noch Kopfschmerzen bereitet. Die Abteilung von Matilda Darke ist steht kurz vor der Auflösung und soll nun diesen brutalen Überfall auf das Pärchen lösen. Dabei ahnt sie nicht was ihr noch bevorsteht und es sie an die Grenzen ihrer Belastung bringen wird, denn nicht nur sie wird tyrannisiert nein ihre ganze Abteilung und die Polizei wird plötzlich an den Pranger gestellt. Ohne zuviel zu verraten der Täter war zwar immer auf dem Bildschirm, jedoch hätte man es diesem nie zugetraut.

Es handelt sich um eine spannend Krimi der eine fesselt und nicht mehr loslässt. Der Autor hat einen flüssigen Schreibstil, was dem Leser sehr entgegenkommt. Die Protagonisten sind authentisch und wachsen eine schnell ans Herz.

Was mich jedoch gestört hat waren die vielen Protagonisten und es wurden im Laufe des Buches immer mehr anstatt weniger. Am Ende viel es mir wirklich schwer diese noch richtig zuzuordnen. Ein paar Weniger hätten es auch getan. Auch die vielen Rangabkürzungen haben nicht unbedingt zum Verständnis beigetragen eher haben sie mich zusätzlich verwirrt.
Es gab auch so einige Stellen, die zwar für die Geschichte förderlich waren aber im Endeffekt, die Geschichte nur zusätzlich aufgebläht haben. Dafür war das Ende ein ebensolcher Paukenschlag wie der Anfang und dafür hat es sich schon gelohnt, dieses Buch zu lesen.

Fazit: Ein spannungsgeladener Krimi der mit einen Paukenschlag beginnt und auch so endet.
Wer gerne einen Krimi mit wirklich vielen Protagonisten ließt ist hier genau richtig. Wer lieber weniger Protagonisten hat und mehr Spannung muss sich jetzt leider entscheiden. Denn Spannung hat dieser Krimi für zwei.
Also ran an den Krimi wenn ihr gern wimmelndes Durcheinander von Protagonisten habt und die Auflösung nicht vorhersehbar ist.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Wenn der Autor die Antworten schuldig bleibt

Die Mauer
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Die Funktion einer Mauer ist simpel. Sie stellt immer eine physische Grenze dar. Je nachdem auf welcher Seite der Mauer man sich befindet, stellt diese ein unüberwindbares Bollwerk menschlicher Baukunst ...

Die Funktion einer Mauer ist simpel. Sie stellt immer eine physische Grenze dar. Je nachdem auf welcher Seite der Mauer man sich befindet, stellt diese ein unüberwindbares Bollwerk menschlicher Baukunst dar oder aber einen Schutzwall gegen die Außenwelt. Die Außenwelt sind all die unglücklichen Seelen, deren Heimat das Wasser verschluckt hat und die auf der Flucht sind auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Für Bürger innerhalb der Mauer heißen eben diese Personen die Anderen. Um diese Anderen daran zu hindern, die Mauer zu überwinden, muss jeder Bürger 2 Jahre seines Lebens auf der Mauer Wache schieben. Und genau hier lernen wir „Yeti“ kennen einen Frischling auf der Mauer, der gerade einer Einheit zugewiesen wurde. Er erzählt über die endlos langen Wachschichten und der Angst davor, das Andere die Mauer überwinden. Geschieht das müssen ebenso viele Bürger aus der Schicht hinaus aufs Meer. Sie verlieren alles, ihren Status und ihre Zukunft. Alles geht gut bis zu jenen Tag…. und damit verblassen die Träume von Yeti und seinen Freunden für immer.



Dem Autor gelingt es den Leser trotz oder gerade wegen seiner nüchternen ja beinahe gefühlslosen Berichterstattung zu fesseln. Wenn man sich erstmal an seinen Schreibstil gewöhnt hat liest sich der Roman sehr flüssig. Er experimentiert mit pseudo-poetischen Stilmitteln herum, die die Kälte auf der Mauer und im Prinzip auch die Kälte des sozialen Miteinanders innerhalb dieser Mauer repräsentieren.



Als Leser dieses Romans hängt man regelmäßig in der Warteschleife, da der Autor mit wichtigen Fakten und Daten äußerst spärlich hantiert. Im Laufe der Geschichte tauchen mehr Fragen auf als das beantwortet werden. Ja selbst die Protagonisten halten ihre wahren Gefühle zurück. Ihre Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis und das ist für den Leser äußerst ermüdend. Als Leser kommt es einem so vor als wüste der Autor gar nicht so richtig in welche Richtung sich die Handlung entwickeln soll. Er setzt an und dann überlegt er sich es anders bricht diesen Strang ab und schickt die Protagonisten weiter. Gut als Leser erfährt man oberflächlich von möglichen Lebensbedingungen in all ihren Schattierungen, jedoch hätte ich mir hier gewünscht das mal einen Strang wirklich bis zu Ende durchdenkt und richtig ausarbeitet. Aber nein Fehlanzeige. Sogar am Ende wird ein neuer Erzählstrang aufgebaut und endet dann plötzlich. Ein offenes Ende und der Leser bleibt mal wieder mit mehr Fragen zurück als es Antworten offeriert werden.



Fazit: Wer Lust auf ein Gedankenexperiment hat und nicht unbedingt auf entstehenden Fragen Antworten erwartet kann sich auf ein interessantes Buch freuen. Auch die gerne mal Poesie anders betrachten wollen, können auf ihre Kosten kommen. Jedoch für alle die eine ausgefeilte Geschichte erwarten und auch auf drängenden Fragen, die aus der Geschichte resultieren, Antworten erwarten, werden nicht viel Freude an diesem Buch haben.



Die Zukunft ist ein leeres Blatt, man kann diese auch noch ändern…

Veröffentlicht am 11.02.2019

Ein Geschichte die zu Herzen geht

Die Antwort auf Vielleicht
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Ein Krebstaxi kutschiert die „Todgeweihten“ zur Strahlenklinik. Tagein tagaus fährt der junge Adam in seinem schwarzen Taxi die Krebskranken von ihr Zuhause zur Klinik. Es ist seine tägliche Routine. Er ...

Ein Krebstaxi kutschiert die „Todgeweihten“ zur Strahlenklinik. Tagein tagaus fährt der junge Adam in seinem schwarzen Taxi die Krebskranken von ihr Zuhause zur Klinik. Es ist seine tägliche Routine. Er fährt sie und ist für ein paar Wochen ein Teil ihres Lebens. Er sieht sie kommen und gehen. Adam musste feststellen, das es keine feste Regel gibt wer den Krebs besiegt und wer nicht. Doch eines Tages ändert sich sein Leben grundlegend. An diesem Tag steigen Jessie und ihre Freundin mit kahlen Köpfen in sein Krebstaxi. Für ihn ist die erste Fahrt mit neuen Kunden immer etwas besonderes. Einige erzählen gleich alles über ihren Krebs andere tauen erst im Laufe der Behandlungswochen auf. Es gibt Krebspatienten, die nach einer bestimmten Anzahl von Bestrahlungen ein Gipfelfest oder eben ein halbes Gipfelfest feuchtfröhlich in seinem Taxi begehen. Andere haben einen ganz speziellen Humor entwickelt, um mit ihrer Krankheit umzugehen.
Doch Jessie ist anders sie ist Jung genauer gesagt eine junge Mutter, ein Mensch, der eigentlich sein ganzes Leben noch vor sich hat. Doch Jessie rennt die Zeit davon. Ihre Aussichten sind denkbar schlecht. Nach und nach erzählt sie ihm wie es um sie steht und doch immer nicht die ganze Wahrheit. Es entwickelt sich eine Freundschaft ja sogar eine Art zarte Liebe entwickelt sich, über der eine dunkle düstere Wolke hängt. Adam wird mit der Zeit mehr als nur der Taximann. Er wird in das Leben von Jessie und Ihre Familie hineingezogen. Er erfüllt Jessie kleine Wünsche bringt sie auf andere Gedanken. Einer dieser Ausflüge endet fast in einer Katastrophe und von da geht es an die Substanz und zwar für alle Beteiligten.
Adam schließt einen Deal mit Jessie und dieser zwingt beide ihre Komfortzone zu verlassen und zu leben.

Der Autor schafft es den Leser mit einen flüssigen Schreibstil und einen gewissen Humor zu fesseln. Er geht das schwere und hochemotionale Thema Krebserkrankung auf eine ganz spezielle Art und Weise an, die diesen Menschen, die Tag für Tag um ihr Leben kämpfen einen hohen Respekt entgegen bringt. Er zieht ihre Eigenheiten und Macken nicht ins Lächerliche sondern zeigt dem Leser das es für jeden eine besondere Art gibt sich mit seinem Schicksal seinen Krebs zuarrangieren. Jeder kämpft auf seine Weise.

Besonders gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die jeweils eine Überschrift tragen. Ich musste ein ums andere Mal das Buch beiseite packen, um das Gelesene sacken zu lassen. Es ist definitiv kein Roman, den man in einem Zug durch ließt, dafür geht es viel zu sehr ans Herz. Und das ist nun wirklich nicht negativ gemeint. Es wird ein hartes Thema behandelt und das geht über kurz oder lang an die Substanz. Man freut und leidet mit den Protagonisten mit und muss ein ums andere Mal kräftig schlucken.

Fazit: Ein Roman, der zu Herzen geht. Ein wirklich sehr schön geschriebener Roman den man ganz in Ruhe lesen sollte und sich auch Zeit dafür lassen sollte. Die Protagonisten überzeugen und der Schreibstil ist flüssig. Genießt diesen Roman der so zu Herzen geht, ein wirklich gelungener Roman.

  • Cover
  • Geschichte
  • Emotionen
  • Humor
  • Figuren
Veröffentlicht am 06.02.2019

Auch auf einer Insel lauert der Tod

Cyrus Doyle und die Kunst des Todes
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Ein Säufer findet am Strand eine ermordete Strandkünstlerin und gerät dadurch selbst ins Wesir der ermittelnden Polizeibeamten. Dies alles passiert auf einer Kanalinsel. Im Zuge der Ermittlungen von Cyrus ...

Ein Säufer findet am Strand eine ermordete Strandkünstlerin und gerät dadurch selbst ins Wesir der ermittelnden Polizeibeamten. Dies alles passiert auf einer Kanalinsel. Im Zuge der Ermittlungen von Cyrus Doyle und seinem Team tauen immer mehr Verdächtige auf. Es dauert nicht lange und Cy gerät bei den Ermittlung nicht nur selbst in Lebensgefahr sein Team stößt auf ein Geflecht aus mehr oder wenig guten Beziehungen der Verdächtigen. Und an dem Punkt wo man denkt man nähert sich langsam dem Ende passiert das Undenkbare und die Geschichte nimmt noch mal richtig Fahrt auf. Hin zu ein richtig guten Finale.
Die Geschichte besticht durch richtig gute Protagonisten, die toll ausgearbeitet sind und die man schnell ins Herz schließt. Besondern Charme hatte für mich der Einstieg, der an die alten Krimis erinnerte. Auch der Schreibstil ist schön fließend das man fast durch die Seiten fliegt.
Jedoch wird man als Leser von den übermäßig vielen Verdächtigen und die Ermittlungen, die auf verschiedenen Protagonisten verteilt werden teilweise ganz schön in schlingern. Oft war ich nahe dran die Orientierung zu verlieren.
Durch die vielen Verdächtigen wird der Krimi streckenweise unnötig in die Länge gezogen ein paar weniger hätten es auch getan.
Besonders ins Herz habe ich Cy geschlossen. Dieser Charakter ist zwar streckenweise wirklich schrullig aber hat auch Autorität und einen scharfen Verstand, wie eigentlich alle aus Cy´s Team.
Warum sollte man diesen Krimi lesen? Weil er wirklich sehr fesselnd und mit einem gewissen Humor geschrieben ist, der einfach richtig gut passt. Zudem wird man auf diese Insel entführt und durch die Beschreibung des Autors kann man förmlich die Seeluft einatmen.
Fazit: Absolut lesenswerter Krimi, zwar mit ein paar Längen aber ein wirklich geniales Ende entschädigen dafür.

Veröffentlicht am 29.01.2019

leider auf ganzer Lienie enttäuscht

Stella
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Ein junger Schweizer kommt nach Berlin um nach der Wahrheit zu suchen. Aber auf was für eine Wahrheit stößt er? Auf Stella. Doch wer ist Stella und was tut sie? Eine Antwort bleibt diese Figur bis zum ...

Ein junger Schweizer kommt nach Berlin um nach der Wahrheit zu suchen. Aber auf was für eine Wahrheit stößt er? Auf Stella. Doch wer ist Stella und was tut sie? Eine Antwort bleibt diese Figur bis zum Ende schuldig. Der junge Schweizer Friedrich verliebt sich in diese Stella ohne zu ahnen wer sie wirklich ist und was sie tut. Ihm ist es so ziemlich egal das sie drogensüchtig. Er nimmt all das Leid, die Not nur am Rande war. Erst nach und nach wird ihm klar wer sie wirklich ist.
Der Roman besticht durch eine flüssigen Schreibstil der einen fesselt. Es ist ganz schön gewagt von dem Autor eine reale Persönlichkeit in diesem Roman handeln zu lassen. Was mir wirklich fehlte war die charakterliche Tiefe der Protagonisten. Die Figuren sind schlicht und teilweise nichtssagend. Gut bei Friedrich hat er sich ein wenig mehr Mühe gegeben. Aber dennoch bleiben Stella wie auch Friedrich fast leere Blätter. Ihre Handlungen sind kaum nachvollziehbar. Der Schwerpunkt liegt auf der Beziehung der Beiden. Obwohl man von einer richtigen Beziehung in dem Sinne dicht sprechen kann.
Die einzelnen Fälle irritieren anfangs mehr als das sie helfen. Erst am Ende wird klar warum diese aufgeführt werden.
Der Autor bedient Klischees, das man diese Figuren richtig vor sich zieht. Aber auch hier immer diese Oberflächlichkeit man erfährt nicht warum sie tun was sie tun. Das gesamte Werk ist von dieser Flachheit geprägt. Es lässt damit zwar viel Raum für Spekulationen, aber sollte nicht gerade ein Werk das ein Bezug zur Realität aufweist gerade mehr Fragen beantworten als das noch mehr entstehen?
Fazit: In Anbetracht das ich in den vergangenen Monaten einige Bücher gelesen habe die das Thema Leben und Überleben in der Nazizeit hatten kann ich dieses Buch nicht wirklich empfehlen. Es ist mir einfach zu flach und oberflächlich. Wirklich schade man hätte soviel mehr aus dieser Geschichte machen können.