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Sophie_Jahn

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2018

Wenn Himmel und Hölle aufeinandertreffen...

Helene
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Im ersten Roman der Reihe von Kirstin Wöllmer-Bergmann wird der Beginn einer neuen Ära beschrieben, denn Satan sucht eine Frau als gleichberechtigte Herrscherin, um das fragile Gleichgewicht zwischen ...

Im ersten Roman der Reihe von Kirstin Wöllmer-Bergmann wird der Beginn einer neuen Ära beschrieben, denn Satan sucht eine Frau als gleichberechtigte Herrscherin, um das fragile Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle zu erhalten. Da er seit Jahrhunderten allein herrscht und sie keinerlei Vorkenntnisse hat, gibt es mehr als eine Herausforderung zu bewältigen.

Sich in die Geschichte hineinzufinden, fiel mir sehr leicht, da die Protagonisten am Anfang so wenig weiß, wie der Leser und beide gemeinsam erstes Wissen sammeln. Helene ist sehr impulsiv, entscheidet anfangs eher mit dem Herzen als mit dem Verstand, weswegen man einige (aber nicht alle) ihrer Entscheidungen einfach akzeptieren muss.
Damian hingegen hat einen Kreis engster Berater und Angestellter, sodass, u.a. auch durch Helenes Verwandte, viele interessante neue Figuren eingeführt werden, wobei man nie das Gefühl hat, in einer Flut von Namen unterzugehen.
Er als Charakter bildet den Ausgleich zu Helenes Herzlichkeit und Impulsivität, da er mit seinem gleichmütigen Auftreten unerschütterlich scheint.

Ein Spannungsaufbau ist klar zu erkennen, weswegen man dieses Buch ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand geben will. Der Schreibstil unterstützt dieses Ziel, da er überwiegend flüssig zu lesen ist.

Dennoch bewerte ich dieses Werk nur mit sehr guten 4 von 5 Sternen, da ich nach den ersten Kapiteln das Gefühl hatte, dass ihr Handeln von ihrer derzeitigen Stimmung abhängig ist und ich mich an einem bestimmten Punkt fragte: Wie kam es denn jetzt dazu?

Nichtsdestotrotz ist dies ein sehr empfehlenswerter Roman, da dem Leser eine sympathische Protagonistin präsentiert wird, die erst in das eine oder andere Fettnäpfchen treten muss, um ihrer neuen Rolle an Damians Seite gerechtzuwerden.

Veröffentlicht am 04.10.2018

Wie fühlt es sich an, verliebt zu sein?

Liebe(r) am Arsch der Welt
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Dieser Debütroman von Lydia Schmölzl ist genau das, was man sich vom Klappentext erhofft und vielleicht sogar ein bisschen mehr.
Linda, die Protagonistin des Romans, stellt zu Beginn fest, dass ihrem ...

Dieser Debütroman von Lydia Schmölzl ist genau das, was man sich vom Klappentext erhofft und vielleicht sogar ein bisschen mehr.
Linda, die Protagonistin des Romans, stellt zu Beginn fest, dass ihrem Freund nichts mehr an ihrer Beziehung liegt, ihr Mitbewohner immer weniger Zeit für sie hat und ihr Job immer schwerer zu ertragen ist. Da erscheint ihr Entschluss, Köln für ein Jahr den Rücken zu kehren, um herauszufinden, welche Richtung ihr Leben nehmen sollte, nur allzu verständlich.

Da Linda an sich niemand besonderes ist, scheint die Geschichte wie etwas Alltägliches, sodass man als Leser schnell einen Zugang zu der Handlung und auch den handelnden Personen findet.
Auch ist mir Linda wegen ihres freundlichen, unkomplizierten Auftretens sympathisch gewesen, auch wenn sie in einigen Situationen etwas impulsiv ist, erkennt sie dann im Nachhinen immer, wann ihre Reaktion übertrieben gewesen ist, sodass sie für mich als Leser zu keinem Zeitpunkt unklare Verhaltensweisen an den Tag legte.
Ihre Beziehung zu ihrem Mitbewohner Mark ist manchmal etwas rätselhaft, da man merkt, dass Ungesagtes zwischen ihnen steht, man als Leser aber nicht weiß, was das genau ist. Allerdings ist dies keineswegs von Nachteil, sondern hält die Spannung aufrecht und dehnt die Geschichte auch nicht übermäßig, sondern steigert die Spannung ab einem bestimmten Punkt angemessen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da, obwohl zum Teil häufig Umgangssprachliche Formulierungen gewählt wurden, er mir nie ordinär erschien. Außerdem war er flüssig, manchmal auch bildlich und nie schleppend.

Aufgrund dieses stimmigen Gesamteindruckes bewerte ich das Buch mit 5 von 5 Sternen, da die Geschichte es schaffte, etwas das jedem widerfahren könnte, auf eine anschauliche und keineswegs langweilige Art zu vermitteln, auch war ich von den abschließenden Seiten sehr berührt.
Darum kann ich dieses Werk nur jedem empfehlen, der sich mit Linda auf die Reise nach Australien begeben möchte, um festzustellen, dass die Liebe manchmal unerkannt die ganze Zeit schon dagewesen ist.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Wenn alle tot sind, was bleibt dann noch?

Nevernight - Die Prüfung
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Rache.
Nach dem Tod ihrer Familie will Mia nur noch eines: Gerechtigkeit. So entschließt sie sich, sich der Roten Kirche, einer Gemeinschaft aus Assassinen, anzuschließen. Sollte sie jedoch das Auswahlverfahren ...

Rache.
Nach dem Tod ihrer Familie will Mia nur noch eines: Gerechtigkeit. So entschließt sie sich, sich der Roten Kirche, einer Gemeinschaft aus Assassinen, anzuschließen. Sollte sie jedoch das Auswahlverfahren nicht siegreich abschließen, würde sie ihrem Ziel keineswegs näherkommen und schlimmstenfalls ihren Eltern, früher als gedacht, Gesellschaft leisten.

Jay Kristoff schafft es, einen in diese neue Welt zu entführen, wie nur wenige es können. Da ich das ebook gelesen habe, fand ich die Fußnoten zwar manchmal ziemlich nervig, jedoch hat es sich jedesmal gelohnt, sie zu lesen, da man dadurch mehr über die Geschichte dieser Welt erfuhr oder einfach nur einen sarkastischen Kommentar las, welcher die angespannte Situation auflockerte. Durch die zuvor erwähnten historischen Einblicke, hatte man das Gefühl, eine sich wahrlich zugetragene Begebenheit mitzuerleben, da einem die Vergangenheit - ehmalige Herrscher, Kultur, Traditionen, typische Verhaltensweisen - vermittelt worden ist. Auch kann man sich diese sehr gut vorstellen, weil sie sehr an die Antike erinnert. (Konsul, Senat, lateinische Phrasen,..).
Des Weiteren war der Schreibstil sehr anregend, sodass durch die meist bildliche Sprache das Vorstellungsvermögen bzw. die Fantasie, zusätzlich anregt wurde.

"Wenn überall Blut ist, ist Blut das Einzige." (S. 397)

Dieses Zitat beschreibt Mias Haltung erstaunlich gut, denn bis zum Ende bleibt sie ihren Prinzipien treu. Ihre starke Persönlichkeit, ihr Kampfgeist und ihre Intelligenz sind eine niemals langweilig werdene erfrischende Kombination, denn aufgrund des Er/Sie- Erzählers erfährt man nie zu viel über ihre tatsächlichen Pläne, sondern wird jedesmal aufs Neue überrascht.
Trick hingegen wird ihr wahrer Verbündeter während ihrer geamten Zeit dort und hat nicht nur Mia, sondern auch mich von sich überzeugt. Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich eine Zuneigung zwischen den beiden, von der man hofft, dass sie einen solchen Ort überdauert.

Ich bewerte diesen Roman mit 5 Sternen, da er mich restlos berzeugt hat. Eine Prothagonistin mit Prinzipien, die nicht immer in allem die Beste ist, sondern sich ihre Fehler durchaus eingesteht. Ein Ort, an dem es keinen Platz für Verliebtheiten gibt und ein Wille, der niemals gebrochen wird.