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Veröffentlicht am 23.08.2021

Mein erster Fitzek hat mich leider enttäuscht.

AchtNacht
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Wir haben in Deutschland ein Szenario, ähnlich der Purge. Man kann anonym in einer Todeslotterie Kandidaten nominieren. Aus den ganzen eingereichten Vorschlägen wird schließlich ein Name gezogen. Dieser ...

Wir haben in Deutschland ein Szenario, ähnlich der Purge. Man kann anonym in einer Todeslotterie Kandidaten nominieren. Aus den ganzen eingereichten Vorschlägen wird schließlich ein Name gezogen. Dieser "Kandidat" ist dann 24 Stunden lang vogelfrei und kann von allen straffrei getötet werden. Zusätzlich erhält die Person, die den Kandidaten tötet, auch noch ein Preisgeld im Wert von 10 Millionen Euro. Der unglückselige Kandidat ist Benjamin Rühmann. Es hat ausgerechnet ihn getroffen, wo er doch mit genug anderen Problemen zu kämpfen hat. Seine Frau hat ihn verlassen und seine einzige Tochter hat knapp einen Suizidversuch überlebt. Doch Benjamin will bei dem kranken Spiel nicht mitmachen und versucht dagegen anzukämpfen.

Der Klappentext war wirklich vielversprechend und ich hatte zuvor noch nie ein Buch des Autors gelesen, auch wenn alle immer so über ihn schwärmen. Insofern hatte ich schon gewisse Erwartungen, die allerdings nicht zu hoch waren. Aber ich erwartete mir schon einen rasanten und vor allem spannenden und gesellschaftlich ein wenig kritischen Thriller. Leider war dem aber nicht so. Es herrschte zwar eine gewisse Spannung, die den Leser dazu drängt, immer weiter zu lesen, doch diese sagte mir gar nicht zu. Sie erschien mir - ich will nicht billig sagen - irgendwie nicht völlig ausgeschöpft. Im Generellen waren sowohl die Protagonisten, als auch die Handlung recht eindimensional und sehr konstruiert. Die Handlung war einfach ein langer Faden, ohne dass sich irgendwie ein Netz gesponnen hätte. Teilweise wirkten Stellen aber auch stark an den Haaren herbeigezogen. Auch waren die Charaktere sehr flach und man konnte klar zwischen Gut und Böse unterscheiden. Insgesamt fehlt der Geschichte ein gewisser Tiefgang. Mein größtes Problem hatte ich aber damit, dass mir viele Szenen im Buch äußerst suspekt waren und ich mich echt fragen musste, wo da die Logik blieb. Insgesamt blieben aber viele Fragen offen, und ich bin mit der Auflösung der Geschichte gar nicht zufrieden.

AchtNacht war mein erstes Buch von Sebastian Fitzek, und ich muss sagen, dass ich mir mehr erwartet habe. Leider nur Durchschnitt. Die Art des Autors, Geschichten zu erzählen hat mir nicht so zugesprochen, aber ich werde definitiv noch weitere Bücher von Sebastian Fitzek lesen. Ich kann nur hoffen, dass sie besser sind, als AchtNacht.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Luft nach oben

Das Hurenschiff
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England im späten 18. Jahrhundert: Das Königreich England hat gerade mit zwei großen Problemen zu kämpfen: überfüllten Gefängnissen und Australien, der neuestem Kolonie im Schoße der Weltmacht, die allerdings ...

England im späten 18. Jahrhundert: Das Königreich England hat gerade mit zwei großen Problemen zu kämpfen: überfüllten Gefängnissen und Australien, der neuestem Kolonie im Schoße der Weltmacht, die allerdings kurz vor dem Kollaps steht. Es fehlt einfach an Kolonisten und an der Versorgung, die diese dann am Leben erhalten würden. Doch zum Glück der Krone lassen sich die beiden Probleme miteinander verknüpfen, und so landet auch die junge Molly Monday zusammen mit ihrer Freundin Hannah aufgrund eines kleinen Diebstahls an Bord eines der Schiffe, die weibliche Strafgefangene in die Kolonien bringen sollen. An Bord finden sich auch die zarte Claire, die unschuldig für ein Verbrechen verurteilt wurde, das sie nicht begangen hatte, die mutige Rose, die von ihrem Mann getrennt wurde, und die verbitterte Dorothy, die von ihrem Liebhaber verraten wurde, wieder. All die Frauen blicken einer ungewissen Zukunft entgegen und wissen nicht, ob sie die mehrmonatige Seereise queer über den Globus und dann die anschließenden entbehrlichen Jahre im gefährlichen Australien überleben werden. Für manche der Frauen ist die Schicksalswendung eine willkommene Gelegenheit, um das Elend der Straßen Londons hinter sich zu lassen, doch für andere ist es ein wahrer Albtraum, die alte Heimat hinter sich lassen zu müssen.

Um ehrlich zu sein waren meine Erwartungen an die Geschichte nicht besonders groß. Ich erwartete mir zwar eine interessante Geschichte, durch die man sich recht flott durchlesen kann, allerdings nichts überdurchschnittliches. Allerdings muss ich nun im Nachhinein sagen, dass mich der Schreibstil nicht überzeugen konnte. ich fand einfach nicht in die Handlung hinein und an mehreren Stellen war mir der Schreibstil viel zu flach und platt. Da hätte ich mir mehr erwartet. Auf der anderen Seite lag ich mit meinen Erwartungen, was die Spannung anging, richtig. Es herrscht das ganze Buch über eine gewisse Spannung, die allerdings immer nur temporär an gewissen Stellen sich aufbaute. Es gab keinen Spannungsbogen, der sich über die ganze Geschichte hinweg aufbaute und insofern konnte mich das Buch nicht so packen und zum Weiterlesen animieren. Am meisten haben mich aber die Protagonisten enttäuscht. Sie waren mir alle zu gleich und auch nicht besonders facettenreich. Molly, die Hauptcharakterin, ging meiner Meinung nach in der Geschichte unter. Sie schaffte es nicht, herauszustechen, und mich mit ihrer Geschichte abzuholen. Dorothy zeichnet sich für mich nur durch einige wenige, negativ behaftete Charaktereigenschaften aus. Sie ist unsympathisch, selbstsüchtig, unreflektiert und uneinsichtig. Zu meinem Unglück änderte sich an ihr über dem Zeitraum von fast einem Jahr, in dem das Buch spielt auch relativ wenig. Am wenigsten zurecht kam ich aber mit Claire. Auch wenn sie durch ein Missverständnis auf dem Schiff gelandet ist, wäre es vielleicht besser gewesen, sich auf die neuen Lebensumstände einzustellen. Sie war mir einfach viel zu naiv, was sie in gewissem Maße ziemlich anstrengend machte. Einzig und alleine mit dem Charakter von Rose konnte ich warm werden. Sie ist interessant gestaltet und vor allem hebt sie sich von den anderen ab, weil sie nicht so nervtötend ist wie diese. Auch die männlichen Protagonisten waren nicht besonders abwechslungsreich. Eigentlich gar nicht. Die Offizier des Schiffes glichen sich von Charakter her wie ein Ei dem anderen und über ihr Aussehen erfährt man zu wenig, als dass man sie auf diese Weise unterscheiden hätte können. Insofern verschwammen sie alle in meinem Kopf zu einem Einheitsbrei. Allerdings muss man die Recherchearbeit der Autorin loben, denn die Geschichte und ein Teil der Protagonisten beruhen auf wahren Begebenheiten. Des Weitern bekommt man in der Geschichte historische Fakten zur frühen Besiedelung Australiens recht anschaulich präsentiert. Das Ende der Geschichte mit der Ankunft in Sidney Cove war für meinen Geschmack viel zu kurz und mir blieben einige Fragen unbeantwortet.

Im Großen und Ganzen kann man das Buch lesen, muss es aber nicht. Ich kann es nicht als große Leseempfehlung abstempeln, da recht viel an der Geschichte nicht meinem Geschmack entspricht. Auch wenn mich das Buch jetzt nicht überzeugen konnte, werde ich mich an andern Büchern der Autorin probieren und schauen, ob diese mir besser gefallen.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Ein solider Roman über Leid und Hoffnung im Amerikanischen Bürgerkrieg

Bis uns nichts mehr bleibt
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Der 15 Jahre alte Adam würde alles für Tip, seinen besten Freund tun. Die beiden verbindet eine starke und emotionale Bindung, die über viele andere Freundschaften weit hinausgeht, auch wenn die beiden ...

Der 15 Jahre alte Adam würde alles für Tip, seinen besten Freund tun. Die beiden verbindet eine starke und emotionale Bindung, die über viele andere Freundschaften weit hinausgeht, auch wenn die beiden durch ihre Hautfarbe voneinander getrennt sind. Und so steht es für Adam außer Frage, seinen Freund bei sich zuhause aufzunehmen und zu Pflegen, als dieser von seinem Master verprügelt wird, auch wenn er sich dabei strafbar macht und den Unmut der Obrigkeit und der reichen Grundbesitzer Tennessees auf sich zieht. Als Adam jedoch Nathan Billings, den Sohn der Familie, der Tip gehört, im Streit tötet, weiß er, dass er Tip nur mehr darin helfen kann, indem er sich aus dem Staub macht, und seine Heimatstadt in den Bergen Osttennessees verlässt. Letztendlich landet er als Soldat in der Armee der Nordstaaten und erlebt zusammen mit seinen Kameraden die Schrecken und Gräuel des Bruderkrieges, während zuhause Tip um sein Überleben und seine Freiheit kämpfen muss.

Von der Thematik her hat mich das Buch sofort angesprochen, vor allem, da er nicht wie so viele andere Bücher, die sich mit dem Sezessionskrieg und der Zeit der Sklaverei beschäftigen, in Charleston oder in der Nähe von New Orleans spielt, sondern in einem ganz anderem Eck der Südstaaten, nämlich dem Bergland von Tennessee. Neben der Geschichte, die emotions- und spannungsgeladen zu werden schien passte auch der Schreibstil. Zwar bevorzuge ich ein wenig anspruchsvollere und vor allem buntere Schreibstile, allerdings empfinde ich den von Anette Oppenlander als durchaus angenehm zu lesen und der Geschichte durchaus angemessen und passend. Auch in Sachen Spannung bietet das Buch einiges. Der Spannungsbogen baut sich stätig auf und entlädt sich immer wieder in einzelnen Szenen, sodass die Leserinnen und Leser ständig am Ball bleiben. Was mich allerdings nicht ganz so begeistern konnte, sind allerdings die Protagonisten. Sie sind recht einfach gestrickt, passen aber zur Geschichte. Ein Problem hatte ich allerdings damit, dass ich Tip und Adam, aber auch die anderen Charaktere auf einer emotionalen Ebene nicht verstehen konnte. Stellenweise fehlten mir deren Gefühle und Gedanken, sodass ich dann deren Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte. Abgesehen von den etwas blass geratenen Protagonisten muss ich aber die Recherchearbeit der Autorin loben. Man bekommt sehr viele historische Fakten und auch ein Stimmungsbild des damaligen Tennessees und Kentuckys vermittelt, ohne dass die Geschichte dadurch zu schwer und klobig werden würde.

Alles in Allem ist das Buch ein solider historischer Roman, der sich mit der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs beschäftigt, und durchaus lesenswert ist, auch wenn das Ende nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Solider Südstaatenroman

Gelber Krokus
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Schon nach der Geburt kommt Lisbeth, die Tochter eines Plantagenbesitzers aus Virginia, zu Mattie, ihrer Amme. Die dadurch entstehende emotionale Bindung wächst über die Jahre hin immer mehr an, sodass ...

Schon nach der Geburt kommt Lisbeth, die Tochter eines Plantagenbesitzers aus Virginia, zu Mattie, ihrer Amme. Die dadurch entstehende emotionale Bindung wächst über die Jahre hin immer mehr an, sodass Mattie schon bald viel mehr Familie für Lisbeth ist, als ihre Mutter und ihr Vater. Und je mehr Lisbeth zu einer jungen Frau heranwächst, desto mehr merkt sie, dass sie sich von den strengen Konventionen der Pflanzer-Gesellschaft eingeengt fühlt. Auch Mattie strebt nach Freiheit, Freiheit ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu richten und zusammen mit ihrer Familie ein Leben in Würde und Freiheit zu führen. Und so beschließt jede der beiden Freundinnen für sich, aus ihrem alten Leben auszubrechen.

Offen gesagt, ist das Buch leichte Lektüre für Zwischendurch und kommt definitiv nicht an die Klassiker der Südstaatenromane heran. Sprachlich ist die Geschichte zwar durchaus in Ordnung - weder schlecht, aber auch nicht überragend gut. man bekommt zwar ein Gefühl für Handlungsort und -zeit, aber die Atmosphäre, die ich gerade bei Büchern aus diesem Genre so liebe, blieb leider aus. Auch von den Protagonisten her konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen. Lisbeth und Mattie wirkten zwar nicht komplett facettenlos, waren in meinen Augen aber austauschbar. Solide Basis, aber nicht viel mehr. Auch das Setting im Generellen hat einige wenige Fragen bei mir aufgeworfen. Zwar spielt die Geschichte in Virginia, aber ich habe beim Lesen diese viel mehr mit dem Tiefen Süden, beispielsweise Georgia oder Alabama verknüpft. Auch der Ausbruch der beiden aus ihren Welten und deren Beginn eines neuen Lebens fand ich stellenweise ein wenig plump. Hier hätte meiner Meinung nach mehr angelegt werden können und die Handlung ausgebaut sollen. Spannungstechnisch hat die Geschichte wiederum einiges zu bieten. Zwar hat man eigentlich nur diesen einen großen Spannungsbogen, dieser ist dafür sehr gut ausgebaut.

Kurz gesagt, ist das Buch wie ein ungeschliffener Rohdiamant. man hat eine ordentliche Basis, die noch nicht vernünftig ausgebaut wurde.

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Veröffentlicht am 21.08.2021

Meiner Meinung nach das bisher schwächste Buch von Iny Lorentz

Die Wanderhure
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Konstanz, 1410: Die junge Bürgerstochter Marie bekommt einen Heiratsantrag von Graf Ruppert. Zunächst scheint das Glück perfekt, doch der hinterlistige Graf hat es aber nur auf das reiche Erbe der Kaufmannstochter ...

Konstanz, 1410: Die junge Bürgerstochter Marie bekommt einen Heiratsantrag von Graf Ruppert. Zunächst scheint das Glück perfekt, doch der hinterlistige Graf hat es aber nur auf das reiche Erbe der Kaufmannstochter abgesehen. doch da ist es schon zu spät und Marie und ihr Vater fallen einer Intrige zum Opfer. Marie muss in Schimpf und Schande die Stadt verlassen und ist in Zukunft auf sich alleine Gestellt. Um zu überleben bleibt ihr nur mehr die Möglichkeit, ihren Körper zu verkaufen. Doch Marie will sich nicht so einfach geschlagen geben und sinnt auf Rache.

Über den Schreibstil von Iny Lorentz braucht man eigentlich nicht diskutieren. Die Bücher des Autorenduos lassen sich leicht und flüssig lesen, ohne, wie das bei manchen anderen historischen Romanen passiert, zu ausschweifend und langatmig zu werden. Im Gegensatz zu den anderen Büchern von Iny Lorentz fand ich dieses allerdings sehr langweilig. Die Geschichte nahm für mich nicht wirklich Fahrt auf und das Potenzial von Maries Schicksal wurde meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Für meinen Geschmack waren Teile der Handlung zu konstruiert, andere zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Sorry, aber Marie ist keine Goddess. und kein Racheengel, dem irgendwie Superkräfte verliehen wurde. Abgesehen davon, dass unsere Protagonistin irgendwie gleichzeitig zu viel Pech und zu viel Glück hatte, wurde ich auch so nicht warm mit Marie. Sie wirkte auf mich kalt und in Teilen auch unauthentisch. Auch hatte sie - abgesehen von ihrem Schicksal natürlich - nichts spannendes an sich. Ein weiterer Punkt, den ich bemängeln muss, ist, dass die Geschichte nicht besonders Gut mit dem historischen Hintergrund verflochten ist. Bei den anderen Büchern von Iny Lorentz hat dies meiner Ansicht nach viel besser geklappt. Hier hatte man zwar mit dem Konzil von Konstanz und in weiterer Folge mit der Hinrichtung von Jan Hus eine gute Möglichkeit, allerdings wurde diese nicht genutzt und die Geschichte blieb in historischer Sicht sehr flach, und hätte eigentlich zu fast jedem beliebigen Zeitpunkt spielen können.

Um ehrlich zu sein hatte ich, nachdem ich schon einige andere Bücher von Iny Lorentz gelesen habe, mir mehr erwartet. ich verstehe den Hype, der um diese Reihe gemacht wird nicht ganz, da meiner Meinung nach andere Bücher des Autorenduos die Aufmerksamkeit viel mehr verdient hätten. Trotzdem kann ich das Buch an alle empfehlen, die gerne einen seichten und lockeren historischen Roman. Außerdem ist das Buch gut für den Einstieg in das Genre geeignet.

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