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Veröffentlicht am 18.09.2021

Anspruchsvolle Literatur aus Österreich

Wo das Licht herkommt
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Philippine wächst in einem beschaulichen Dorf westlich von Wien auf. Ein glückliches Leben mit ihren Eltern und ihren vier Brüdern. Doch dann soll sie den Seppl heiraten, einen brutalen Mann gerne quält. ...

Philippine wächst in einem beschaulichen Dorf westlich von Wien auf. Ein glückliches Leben mit ihren Eltern und ihren vier Brüdern. Doch dann soll sie den Seppl heiraten, einen brutalen Mann gerne quält. Doch darauf hat Philippine keine Lust, und so reißt sie von zuhause aus und wird sehr schnell zu einem Philipp. So führt sie ihr Weg nach Wien, wo sie ein Gymnasium besucht, nach Rom, zum Studium der Medizin, und nach Coimbra in Portugal, wo sie Kartografie studiert. Doch dann lernt sie dort einen jungen Mann kennen und ihr gut gehütetes Geheimnis droht entdeckt zu werden.

Der Klappentext und der Verlag, in dem das Buch erschienen ist, versprechen einiges. Allerdings wurde nicht alles davon eingehalten. Sprachlich wurden meine Erwartungen vollends erfüllt. Mysteriös, nebulös und umschreibend, gleichzeitig knapp und reduziert begleitet man Philipp auf zwei Zeitebenen, einer zu seinen Gymnasialzeiten, und bei seinem Studium in Coimbra auf der anderen. Hierbei muss man beim Lesen dann aber besonders aufpassen, sich nicht zu verlieren, da die Übergänge zwar durch Kapitel abgetrennt sind, aber die Zeitebene nicht genau markiert ist, und so die Übergänge immer ein wenig verschwimmen. Die Handlung hat es mir allerdings nicht so angetan. Ihre Probleme, die Geheimniskrämerei rund um ihr wahres Geschlecht und generell ihre hochtrabenden Träume und Wünsche boten zwar sehr viel Potential, von dem allerdings sehr viel ungenützt blieb. So plätscherte die Geschichte ohne große Aufregungen, aber dennoch recht unruhig dahin, und es kam kaum Spannung auf. Insofern gestaltete sich der Lesefluss für mich recht zäh und man musste auch extrem Konzentriert bleiben, um den Faden der Geschichte nicht zu verlieren. Mehr oder weniger Begeistern konnten mich die Charaktere. Wir haben einen Hauptcharakter, der so unnahbar ist, dass beim Lesen die Grenzen zwischen männlich und weiblich verschwimmen, gewollt oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Einerseits empfinde ich das Funktionieren des Hauptcharakters ohne eindeutig männliches oder weibliches Gesicht als besonders spannend und politisch, auf der anderen Seite störte mich die Fremde und Unnahbarkeit, die Philipp ausstrahlt. Er wurde schwer greifbar und deswegen kaum ein sympathieträger. Aber auch die anderen Protagonist:innen bleiben zu großen Teilen im Schatten verborgen. Teilweise hatte ich dann beim Lesen sogar das Problem, dass ich einige davon verwechselt habe. Auch das Ende konnte mich überhaupt nicht zufrieden stellen. Zwar läuft es auf ein offenes Ende hinaus, aber das ganze versandet so sehr, dass bei mir keineswegs das Gefühl eines einigermaßen gelungenen Endes aufkam.

Nach Abschluss der Lektüre stellte sich bei mir also kein zufriedenes Gefühl ein, auch wenn ich den Schreibstil und auch andere Aspekte der Geschichte, wie beispielsweise das historische Setting, sehr geschätzt habe.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

ein Blick in die nigerianische Kultur

Freundin bleibst du immer
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Zainab, Enitan und Funmi sind drei Frauen, die sich während ihres Studiums im Norden Nigerias kennenlernten und zu besten Freundinnen wurden. Auch wenn sich ihre Wege im Laufe der Jahre trennten, blieben ...

Zainab, Enitan und Funmi sind drei Frauen, die sich während ihres Studiums im Norden Nigerias kennenlernten und zu besten Freundinnen wurden. Auch wenn sich ihre Wege im Laufe der Jahre trennten, blieben sie immer in Kontakt. Und nun, nach dreißig Jahren treffen die drei wieder aufeinander, als es für die Tochter Funmis gilt, sich das Ja-Wort zu geben.

Inhaltlich mag das schon sehr wischiwaschi klingen, aber gerade das ist mein Hauptkritikpunkt an dem Buch. Ich habe von hinten bis vorne keinen Plot gefunden, der das Buch ansatzweise spannend machen würde, denn außer um die Hochzeit und den Gedanken der drei Freundinnen geht es um nichts anderes. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt - das Wiedersehen, ein Rückblick in die Studienjahre und die Hochzeitsfeier selbst - und man kann wirklich sagen, dass der lange Rückblick ins Nigeria der Studierenden der Achtziger wirklich das spannendste war. Und das auch nur, weil die damaligen Verhältnisse und politisch gesellschaftlichen Divergenzen geschildert wurden. Auch die Protagonistinnen trugen nicht unbedingt zur Wohlfühlatmosphäre des Buches bei. Zwar sind die drei Freundinnen authentisch und facettenreich gestaltet, allerdings tun sie sich nicht gerade durch sympathisches Verhalten hervor. Besonders Funmi ist empfand ich als arrogant und rückständig. Ich vermute einmal, dass das Buch eine Art nigerianische Aufbruchsstimmung vermitteln sollte, ein Hinwenden zu einer modernen, dennoch traditionsbewussten Zukunft. Aber gerade dieses Gefühl wird in den Abschnitten, die in der Gegenwart spielen, nicht vermittelt. Viel mehr ist es so, dass die drei im direkten Vergleich mit ihren Vergangenheits-Ichs aus den Rückblenden zu konservativen, verbitterten Mütterchen wurden. Danke, aber wenn ich mir verkrampftes Festhalten an einer dekadenten Vergangenheit geben will, muss ich nicht unbedingt ein Buch dafür aufschlagen, sondern trete einfach vor meine Haustüre.

Eines kann man dem Buch allerdings zu Gute halten. Denn es vermittelt eindrucksstarke Bilder des nigerianischen Alltagslebens - vor allem als Frau - gibt Einblick in unterschiedliche Gesellschaftsschichten und gibt ein tolles Bild von Kultur und Essen. Allerdings muss man auch sagen, dass es, wenn man etwas über die nigerianische Kultur und das dortige Leben erfahren möchte, es definitiv bessere literarische Aufarbeitungen gibt.

Das Buch ist meiner Meinung nach also ein Fehlgriff, sprachlich solide, doch der Autorin scheint vor lauter Vermittelungsbegeisterung der nigerianischen Kultur, der Plot durch die Finger gerutscht sein.

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Veröffentlicht am 04.06.2022

Bernstein halt

Die Bernsteinhändlerin
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Lübeck 1450: In der Hansestadt soll die Verlobung zwischen der aus Riga stammenden Kaufmannstochter Barbara Heusenbrink und dem Erben eines lübischen Handelshauses Matthias Isenbrandt gefeiert werden. ...

Lübeck 1450: In der Hansestadt soll die Verlobung zwischen der aus Riga stammenden Kaufmannstochter Barbara Heusenbrink und dem Erben eines lübischen Handelshauses Matthias Isenbrandt gefeiert werden. Doch statt des Freudentages muss die junge Frau erfahren, dass ihr zukünftiger Gatte sie mittels Giftmord aus dem Weg räumen möchte. Und so gerät Barbara unaufhaltsam in einen Strudel aus Machtkämpfen rund um das Gold der Ostsee, den Bernstein, in dem sie scheinbar keinem mehr trauen kann, außer vielleicht dem charmanten Ritter Erich von Belden.

Ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut: Ostsee, Riga, Bernstein und Intrigen. Es klang für mich nach einer vielversprechenden Mischung. Allerdings musste ich recht schnell vorstellen, dass die Geschichte nicht ganz die Richtung einschlägt, die der Klappentext verspricht. So spielt die Verlobung zwischen den beiden Handelshäusern kaum eine große Rolle, dient nur als Aufhänger für den Plot rund um die Bernsteinverschwörung. Nichts desto trotz gefiel mir der Anfang des Buches recht gut. Zwar lässt der Schreibstil ein wenig zu wünschen über. Er ist sehr einfach gestrickt, leitet einen dafür aber sehr angenehm und leicht durch die Geschichte. Auch herrscht Spannung. Und das nicht nur am Beginn des Buches. Das ganze Buch ist über von einem solide ausgebauten Spannungsbogen geprägt. So lässt sich die Geschichte wirklich sehr flott weglesen. Auch was die Charaktere angeht hat das Autorenduo solide, wenn auch nicht überragende Arbeit geleistet. Die Hauptcharaktere hätten mehr Tiefe und Facettenreichtum vertragen, wirken insgesamt recht blass, wohingegen die Nebencharaktere leider zunehmend zu einem Einheitsbrei verschwimmen.

So weit so gut, bis jetzt ein solider und durchaus unterhaltsamer Historischer Roman. Allerdings gab es auch Aspekte, die mich massiv gestört haben:

Im Buch spielt der gesamte Ostseeraum eine bedeutende Rolle, ständig kommen Ortsnamen und Städte vor. In der Taschenbuchausgabe sucht man allerdings vergeblich nach einer Karte. Meiner Meinung nach wirklich unangenehm, da ich zumindest als Leser gerne den zurückgelegten Weg verfolge. Zwar bin ich mit geografischen und historischen Wissen schon vorbelastet, weiß dementsprechend, wo sich ungefähr das Land des Deutschen Ordens erstreckt, kenne die Lage von Danzig, Riga, der Marienburg oder aber auch Reval, wobei auch hier nirgendwo erklärt wird, welchen Namen diese Stadt heute trägt. Bei Begriffen wie Schamaitien musste ich dann schon im Internet nachschauen, wo wir uns da eigentlich befinden. Da bleibt einem beim Lesen wirklich nichts anderes übrig, als die Karte aus einem anderen Buch, dass ungefähr in der gleichen Zeit und im gleichen geografischen Raum angesiedelt ist, zu suchen, oder das Internet zu Rate zu ziehen.
Ein weiterer Punkt ist, dass weit und breit nirgendwo erklärt wird, was and er Geschichte nun Fiktion und was Wahrheit ist. Zwar muss ich das historische Wissen der Autoren durchaus loben, nebenbei werden beispielsweise die damalige Papierherstellung mittels Altkleidern erklärt, oder aber auch, mit welchen geopolitischen Schwierigkeiten der Deutsche Orden am Ende seiner Herrschaft zu kämpfen hatte. Allerdings weiß ich nun kaum, welche der angeführten Persönlichkeiten nun der Realität entsprechen, oder ob das Bernsteinregal der im Buch zu findenden Beschreibung entspricht, oder aber auch, ob es so etwas wie die Taktangebende Verschwörung überhaupt gegeben hatte. es findet sich nämlich weder ein Vorwort noch ein Nachwort, keinerlei Anhangmaterial aus dem sich historische Hintergründe erschließen lassen könnten.
Über die beiden oben genannten Punkte kann man problemlos hinwegsehen, wenn man sich nur für den Unterhaltungsfaktor mit dem Buch beschäftigt. Allerdings war das Ende in meinen Augen eine schiere Vollkatastrophe. Ganz nach dem Motto "Wer bremst verliert" fetzen Conny Walden hier ein 25-Seiten Ende im billo-Modus hin. Angehetzt, ohne große Erklärungen und für einen geistig einigermaßen bewanderten Leser überhaupt nicht logisch nachvollziehbar. So wirft das Ende nur noch mehr Fragen auf, als es beantworten hätte können. Mehr gibt es darüber eigentlich nicht zu sagen.
So kann man eigentlich sagen, dass ich mit einem blauen Auge aus dem Buch hervorgehe. Was anfangs noch sehr solide und Unterhaltsam war endete in einem Albtraum. Dennoch kann ich die ersten beiden Drittel der Geschichte als gute Unterhaltung weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Der Versuch einer Familiengeschichte

Eine andere Zeit
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Ein Dorf an der vorpommerschen Küste. Das ist die Heimat von Enne, und dass schon seit sie denken kann. Zwar hatte sie in ihren jungen Jahren hochtrabende Pläne. Sie wollte die Welt erkunden, Berlin sehen ...

Ein Dorf an der vorpommerschen Küste. Das ist die Heimat von Enne, und dass schon seit sie denken kann. Zwar hatte sie in ihren jungen Jahren hochtrabende Pläne. Sie wollte die Welt erkunden, Berlin sehen und erleben, Schauspielerin werden, einfach nur weg aus der Einsamkeit des Dorfes. Doch im Jahr des Mauerfalls trifft ein Schicksalsschlag die Familie. Ennes Schwester Suse verschwindet über Ungarn auf nimmer Wiedersehen in den Westen. Keine einzige Nachricht kommt von ihr. Dutzende Fragen nach dem Verbleib und dem Schicksal der Schwester quälen die Frau. Und als dann eines Tages eine unbekannte verschlossene Frau in das verlassene Nachbarshaus zieht, beschließt Enne die Antworten auf ihre Fragen zu suchen.

Eigentlich trat ich nicht mit all zu hohen Erwartungen an die Geschichte heran. So rechnete ich mit einer flotten und netten Familiengeschichte, die mich unterhalten würde. Allerdings wurden diese Erwartungen leider nicht erfüllt. Zwar empfand ich den Schreibstil nicht als unangenehm, aber auch nicht als besonders aufregend und bemerkenswert. Er war einfach und locker, trug die Geschichte sanft durch das Buch. Problem war viel mehr die Struktur und der Inhalt des Buches, denn meiner Meinung nach war in dieser Hinsicht einfach nicht sehr viel vorhanden. Mir fehlte an der Geschichte einerseits der rote Faden - ich wusste das ganze Buch über nicht genau, was nun die Intention hinter dem Buch sei - und andererseits kamen mir die beschrieben Vorgänge als viel zu schwach, lasch und detaillos vor. Alles wurde für meinen Geschmack viel zu schnell abgewandelt, sodass ich wirklich nicht sehr gut in die Geschichte hineingefunden habe. So kam mir die Geschichte stellenweise so vor, als würden einfach mit zeitlichem Abstand aus dem Leben in den Siebzigern und Achtzigern beschrieben werden, die hin und wieder von gegenwärtigen Erinnerungen an die Vergangenheit unterbrochen werden. Folglich empfand ich die Handlung nicht wirklich als spannend. Die Protagonist:innen empfand ich hingegen als einigermaßen spannend gestaltet. Man konnte diese sehr gut nachvollziehen und sie waren durchaus sympathisch, konnten die mangelhafte Handlung allerdings nicht aufwiegen. Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist die fehlende Auflösung der Geschichte. Das was sich für mich letztendlich als der Hauptaspekt der Geschichte hinauskristallisiert hat, was es mit Suse und ihrem Verschwinden, bzw. ihrem vermeintlichen Auftauchen auf sich hat, wurde nur unzureichend geklärt.

Nach all dem kann ich sagen, dass das Buch mich nicht unbedingt gut unterhalten hat, und dieses einen deutlich dickeren Umfang verdient hätte, um die Mängel in der Umsetzung beheben zu können.

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Veröffentlicht am 11.01.2022

Gratwanderung zwischen Literatur und Informationstext

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung, geboren 1982, ist eine mehr als nur durchschnittliche Südkoreanische Frau. Schon ihr ganzes Leben über erlebt sie Sexismus und Benachteiligung ihres weiblichen Geschlechts wegen. Sei es in ...

Kim Jiyoung, geboren 1982, ist eine mehr als nur durchschnittliche Südkoreanische Frau. Schon ihr ganzes Leben über erlebt sie Sexismus und Benachteiligung ihres weiblichen Geschlechts wegen. Sei es in der Schule, in der Erziehung, im Arbeitsleben oder bei der Gründung ihrer eigenen Familie.


Das, so ziemlich, ist alles, was mir hinsichtlich des Inhalts zu diesem viel gelobten und vergötterten Buch einfällt. Meine Erwartungen waren innerhalb der ersten paar Seiten noch einigermaßen hochgesteckt. Allerdings musste ich sehr schnell erkennen, dass ich diese Stück für Stück immer weiter zurückschrauben musste. Inhaltlich ist in diesem Buch nämlich wirklich tote Hose. Zwar waren die Schilderungen von Sexismus einer der gesellschaftlich wohl problematischsten, aber dennoch hochangesehenen Republik unserer Erde ohne Frage spannend zu verfolgen, leider nur nicht in einem spannungs- und unterhaltungstechnischen Umfeld. Die Autorin scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, auf knöcherne Weise die Missstände in ihrem Heimatland anzuprangern - zu Recht meiner Meinung nach, und auch dringend notwendig - allerdings fällt so ziemlich alles, was ich ansonsten an guten Büchern schätze hinter den Vorhang. So bekam ich beim Lesen mehr und mehr das Gefühl, mich in einen Informationstext verirrt zu haben, ähnlich einem Sachbuch. Wo wir dann auch schon beim sprachlichen Aspekt meiner Kritik sind. Kurz und knapp: der Schreibstil war mir viel zu geradlinig und nüchtern, per se nicht das Problem, wenn der Inhalt ansonsten etwas hergeben würde, was leider hier nicht der Fall war. Vor allem die Fußnoten, die sich alle paar Seiten finden, haben mich massiv irritiert und irgendwann zu stören begonnen. die ganzen 200 Seiten über werden nur Fakten hinausgeballert, die insgesamt ein Skelett ergeben, die jede der faden und schlecht gezeichneten weiblichen Personen des Buches tragen hätte können. Die Zeichnung der Charaktere war es nämlich, die mich am meisten schockiert hat. Als Leser:in hat man hier beinahe nichts, das man greifen könnte. Farb- saft- und geschmacklos kommen diese daher, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.


Kurz gesagt: Ich bin enttäuscht. Nicht von der Idee des Buches, aber von dessen Umsetzung. Cho Nam-Joo hat mit der Umsetzung in meinen Augen das Potential, das in der unterdrückten südkoreanischen Durchschnittsfrau lauert, ziemlich gegen die Wand gefahren. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Lektüre dieses Buches durchaus auch seine informativen Seiten hat. Das war es dann leider aber auch schon wieder.

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