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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2019

Tolle Idee, langweilige Umsetzung

Dry
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Plötzlich gibt es in keinem Haushalt in Kalifornien mehr Wasser. Erst denkt jeder, dass es sich um ein kurzfristiges Problem handelt, um das sich die Großen schon kümmern werden. Doch schnell wird klar, ...

Plötzlich gibt es in keinem Haushalt in Kalifornien mehr Wasser. Erst denkt jeder, dass es sich um ein kurzfristiges Problem handelt, um das sich die Großen schon kümmern werden. Doch schnell wird klar, dass es sich dabei scheinbar um ein großes, wenn nicht sogar kaum lösbares Problem handelt. Alyssa und ihre Familie versuchen, mit dem Wenigen, das sie haben zurecht zu kommen; doch schnell sind die Vorräte in den Supermärkten aufgebraucht und plötzlich ist sich jeder selbst der Nächste. Aus Nachbarn werden Neider und irgendwann sogar Feinde.
Nur der Nachbarsjunge, dessen Vater sich schon seit Jahren auf den Ernstfall vorbereitet, ist bereit Alyssa und ihrer Familie zu helfen.
Der Kampf ums Überleben hat begonnen.

Was spannend anfing, wurde leider zusehends zu einem eher langweiligen Jugendroman, der keine neuen Ideen hervorbringt und sich an diversen Worst-Case-.Filmen und Büchern orientiert.
Mal geht es um Erdbeben, mal um Strommangel, nun ist das Wasser fort.
Hat man einen Roman dieser Art gelesen, kennt man sie leider alle.
Die Autoren haben sich ein wichtiges und interessantes Thema ausgesucht, aber leider nichts draus gemacht.

Der Jugendbuch-Flopp des bisherigen Jahres.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Sehr spannend und brutal

Opfer
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Ein der Polizei mehr als bekannter Krimineller wird schrecklich zugerichtet und an eine Scheunenwand genagelt aufgefunden. Zuerst denken die Ermittler, dass der Mann tot ist, doch plötzlich regt er sich ...

Ein der Polizei mehr als bekannter Krimineller wird schrecklich zugerichtet und an eine Scheunenwand genagelt aufgefunden. Zuerst denken die Ermittler, dass der Mann tot ist, doch plötzlich regt er sich und gibt Hoffnung, den Täter schnell fassen zu können. Doch bevor er richtig vernommen werden kann, stirbt er an seinen scheußlichen Verletzungen.
Als immer mehr Leichen auftauchen, die auf unterschiedliche Weise zu Tode gefoltert worden sind, müssen die Ermittler mehrere Spuren gleichzeitig verfolgen und scheinen der Lösung einfach nicht näher zu kommen.
Gleichzeitig mischt sich eine Journalistin in die Ermittlungen ein und deckt ihrerseits immer mehr Scheußlichkeiten auf.

Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven, die auch den Täter zu Wort kommen lassen, entsteht eine unglaublich dichte und gut konstruierte Thrillerhandlung, die dem Leser immer wieder Gänsehaut verpasst.
Der Leser ist hautnah dabei und gleitet mit den verschiedenen Protagonisten immer tiefer hinein, in die menschliche Verdorbenheit.
Das Ermittlerteam ist gut aufeinander abgestimmt und es fällt von Seite zu Seite immer schwerer, das Buch aus der Hand zu legen.

Dieser grandiose Start lässt auf weitere Bände hoffen.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Hochwertige Unterhaltungsliteratur

Und Marx stand still in Darwins Garten
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England, 1881:

Charles Darwin und Karl Marx wohnen bloß ein paar Meilen voneinander entfernt und sind sich doch nie begegnet. Darwin arbeitet fleißig an seiner Evolutionstheorie und hat immer mehrere ...

England, 1881:

Charles Darwin und Karl Marx wohnen bloß ein paar Meilen voneinander entfernt und sind sich doch nie begegnet. Darwin arbeitet fleißig an seiner Evolutionstheorie und hat immer mehrere Experimente gleichzeitig am Laufen und Marx versucht den zweiten Band von " Das Kapital" zu beenden. Beide Männer sind nicht mehr die jüngsten und haben mittlerweile an einigen körperlichen Beschwerden zu knacken.
Doktor Beckett behandelt diese beiden sehr unterschiedlichen und sich doch ähnelnden Patienten und setzt sich währenddessen mit deren Theorien und auch Familiengeschichten auseinander.

Auf unterhaltsame, intelligente und sehr gut ausformulierte Art und Weise bringt uns die Autorin zwei große Persönlichkeiten der Geschichte näher.
Diskussionen über Gott, die Welt und den Kapitalismus werden geführt und mit bissigen Humor aufgelockert.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Zu konstruiert, unrealistisch und überdreht

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Tiffy hat sich von ihrem Freund getrennt und braucht jetzt dringend eine günstige Wohnung.
Leon braucht dringend Geld und arbeitet eh immer nachts, also warum nicht seine Wohnung untervermieten?
Leon ...

Tiffy hat sich von ihrem Freund getrennt und braucht jetzt dringend eine günstige Wohnung.
Leon braucht dringend Geld und arbeitet eh immer nachts, also warum nicht seine Wohnung untervermieten?
Leon bekommt die Wohnung zwischen 8 Uhr und 18 Uhr und Tiffy für den Rest der Zeit.
Da die beiden sich durch die unterschiedlichen Arbeitszeiten nicht gleichzeitig in der Wohnung aufhalten, fangen sie an, sich Zettelchen zu schreiben und lernen sich dadurch immer besser kennen.

Was nach einem lustigen Roman klingt, der vielleicht ins Romantische übergeht, entpuppt sich als zu konstruierter und überzeichneter Bockmist.
Wer jetzt damit rechnet, dass die beiden sich eine normal große Wohnung mit zwei Schlafplätzen teilen, der irrt. Nein, die beiden teilen sich ein Bett, ein klitzekleines Badezimmer, ein winziges Wohnzimmer, eine quasi nicht existente Küche.
Hm, schon merkwürdig, warum schläft nicht einer der beiden auf der Couch oder besorgt sich eine Pritsche oder eine neue Couch, die man zu einem Bett ausziehen kann?
Muss es sein, dass man sich dasselbe Bett teilt, mit einer völlig fremden Person?
Auch merkwürdig ist, dass sich die beiden monatelang kein einziges Mal in der Wohnung begegnen.
Klar, Leon arbeitet immer nachts und kommt erst nach Hause, nachdem Tiffy zur Arbeit gefahren ist. Aber hat keiner der beiden jemals Urlaub? Oder muss Überstunden abbauen? Oder wird schlicht und ergreifend krank? Kein einziges Mal in zig Monaten?
Irgendwie unrealistisch.
Und das sind nicht die einzigen Punkte, die mich gestört haben, mehr zu nennen, würde jedoch schnell in Spoiler ausarten.

Nach den guten Bewertungen war dies ein echter Reinfall.

Veröffentlicht am 07.08.2019

Schwarzhumorige Mutter-Sohn-Geschichte

Letzte Rettung: Paris
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Frances und ihr erwachsener Sohn Malcolm haben eine eher merkwürdige Beziehung zueinander. Sie scheinen mehr Freunde zu sein, als Mutter und Sohn. Nachdem Frances' Ehemann gestorben ist und sie das ganze ...

Frances und ihr erwachsener Sohn Malcolm haben eine eher merkwürdige Beziehung zueinander. Sie scheinen mehr Freunde zu sein, als Mutter und Sohn. Nachdem Frances' Ehemann gestorben ist und sie das ganze Vermögen verprasst hat, müssen die beiden eine Lösung finden. Da keiner der beiden je gearbeitet hat und beide eher realitätsfern leben und denken, kann man von ihnen natürlich nicht erwarten, dass sie wie Normalsterbliche arbeiten gehen und tatsächlich mal etwas für ihr Geld tun.
Eine Freundin der Familie bietet an, dass die beiden in ihrer Wohnung in Paris unterkommen können. Für's Erste jedenfalls.
Schon auf der Überfahrt lernen sie weitere skurrile Personen kennen, eine davon das Medium Madeleine.
Als sie sich in Paris einquartiert haben, verschwindet der gemeinsame Kater plötzlich und muss schnellstens wiedergefunden werden. Immerhin ist er Frances' wiedergeborener Ehemann.
Weitere merkwürdige Personen werden auf den Plan gerufen, unter anderem ein verhuschter Privatdetektiv.

In dieser schwarzhumorigen Sittenkomödie kommt es zu allerlei skurrilen Situationen, die mal zum Lachen, mal zum Kopfschütteln einladen.

Wer kurzweiligen Irrsinn mag, ist hier an der richtigen Adresse.