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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2020

Sehr romantisch und ein wenig anstrengend

Bad Romeo - Wohin du auch gehst
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Cassies großer Traum ist es, Schauspielerin zu werden und den strengen Plänen ihrer Eltern zu entgehen. Diese erwarten nämlich, dass sie stattdessen Jura studiert und genau nach Plan funktioniert.
Cassie ...

Cassies großer Traum ist es, Schauspielerin zu werden und den strengen Plänen ihrer Eltern zu entgehen. Diese erwarten nämlich, dass sie stattdessen Jura studiert und genau nach Plan funktioniert.
Cassie setzt sich durch und bewirbt sich in New York an einer renommierten Schauspielschule. Dort trifft sie auf Ethan Holt, der sich sehr verschlossen gibt und immer zu allen anderen auf Distanz geht.
Sie erfährt, dass er sich schon mehrmals um einen Platz an dieser Schule bemüht hat und jedes Mal gescheitert ist. Dies ist seine letzte Chance und ausgerechnet Cassie muss mit ihm zusammenarbeiten, um die Jurorin zu überzeugen.
Entgegen aller Erwartungen spielen Cassie und Ethan so gut zusammen, dass sie beide aufgenommen werden.

Und dies ist der Beginn einer sehr romantischen und doch auch anstrengenden Liebesgeschichte.

Ethan lässt keine Chance ungenutzt, Cassie aufzuziehen und ihr dumme Sprüche an den Kopf zu werfen.
Cassie wiederum ist auch nicht auf dem Mund gefallen und kontert was das Zeug hält.
Dieser Punkt hat mir gut gefallen. Ich mag es, wenn die Frauen in diesem Genre wissen, wie man sich wehrt und nicht nur wie verliebte Kühe in der Gegend herumstehen und sich vom sexy Bad Boy wie Dreck behandeln lassen.

Die sexuelle Anziehungskraft zwischen den beiden ist natürlich von Anfang an sehr stark und nimmt tatsächlich einen ziemlich großen Teil der Handlung ein.
Aber hier schafft es die Autorin, ein erträgliches Maß einzuhalten und es nicht zu sexlastig werden zu lassen.

Im Laufe der Geschichte kommt es immer wieder zu Zeitsprüngen zwischen den Jahren 2007 und 2013.
Irgendetwas ist zwischen Cassie und Ethan vorgefallen, das für einen jahrelangen Kontaktstopp geführt hat.
Der Abgrund dafür wird hier natürlich nicht genannt 😉
Beide haben sich verändert und weiterentwickelt.
Beide spüren noch immer diese starke Anziehungskraft zwischen ihnen...

Mich haben Schreibstil und Humor der Autorin begeistert und ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen.
Der einzige Minuspunkt ist für mich, dass es zwischenzeitlich ein bisschen viel hin und her und Gefühlschaos zwischen Cassie und Ethan gab.
Das empfand ich irgendwann als etwas anstrengend.

Ansonsten kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der gerne romantische Romane mit einem gewissen Witz und Erotik liest.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2020

Extrem düster, extrem spannend

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Alice sitzt Jahren in der Irrenanstalt und kann sich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist, bevor sie eingeliefert worden ist.
Schemenhafte Erinnerungsfetzen von einem bösen Kaninchen und das Gefühl ...

Alice sitzt Jahren in der Irrenanstalt und kann sich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist, bevor sie eingeliefert worden ist.
Schemenhafte Erinnerungsfetzen von einem bösen Kaninchen und das Gefühl von Blut auf ihrer Haut, lassen sie ahnen, dass ihr etwas schreckliches widerfahren sein muss und dass sie möglicherweise selber etwas schreckliches getan hat.
In der Zelle neben ihr lebt Hatcher, der mehrere Menschen mit einer Axt niedergestreckt haben soll und als gemeingefährlich gilt.
Durch ein Loch in der Wand fangen die beiden an, sich zu unterhalten und werden Freunde.
Als die Anstalt eines nachts in Brand gesteckt wird, können Hatcher und Alice fliehen und machen sie auf die Suche nach der Person, die für ihr beider Schicksal verantwortlich ist.

In dieser neuen Interpretation der Alice im Wunderland Geschichte geht es äußerst düster und gewalttätig zu.
Die Stadt ist zwischen den vier Bossen Raupe, Kaninchen, Grinser und Walross aufgeteilt; und einer dieser Irren ist schlimmer als der andere.
Alice und Hatcher erfahren im Laufe ihrer Odyssee immer mehr über ihre Vergangenheit und werden Zeugen von Scheußlichkeit und Gewalt.

Dieser erste Band des Alice Zweiteilers hat es in sich. Es fließt viel Blut und Gewalt gegen Frauen wird auf ungefähr jeder dritten Seide thematisiert.
Nichts für Zartbesaitete.

Wer jedoch gerne düstere Geschichten mit starken Protagonisten liest, wird an diesem Machwerk seine helle Freude haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2020

Eine fantastische Reise in die Welt der Bücher

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Hope Turner ist eine völlig normale Frau in ihren Vierzigern.
Sie besucht regelmäßig ihre Mutter im Pflegeheim, arbeitet bei einer Online-Dating-Plattform und hat ein Herz für Bücher.
Als sie das erste ...

Hope Turner ist eine völlig normale Frau in ihren Vierzigern.
Sie besucht regelmäßig ihre Mutter im Pflegeheim, arbeitet bei einer Online-Dating-Plattform und hat ein Herz für Bücher.
Als sie das erste Mal die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books betritt spürt sie sofort die besondere Atmosphäre und ahnt schnell, dass es sich hier nicht um eine normale Buchhandlung handelt.
Sie nimmt besondere Gerüche wahr, sieht einen Leser, der scheinbar plötzlich verschwindet und kann sich nur über die etwas bärbeißige Besitzerin der Buchhandlung wundern.
Über Umwege lernt sie zudem Rufus Walker kennen, der ihr eröffnet, dass sie die Fähigkeit besitzt, mit seiner Hilfe Bücher zu betreten und sich in deren Handlung und Welt zu bewegen.
Als wäre das nicht schon genug, muss sich Hope nun auch noch eine großen Gefahr entgegenstellen, die nicht nur die Buchwelt, sondern auch unsere reale Welt bedroht.

Von der ersten Seite an ist Hope eine der sympathischsten Protagonistinnen, die mir je begegnet sind. Eine bodenständige Frau mittleren Alters, die ihr Leben meistert und fest zuzupacken weiß, wenn es drauf ankommt.
Die vielen Figuren aus diversen Büchern, die sie im Laufe der Geschichte kennenlernt sind sehr gut gezeichnet und authentisch charakterisiert.
Der flüssige Schreibstil lässt den Leser regelrecht in die Geschichte eintauchen und nicht so schnell wieder entkommen.

In diesem ersten Band werden viele wichtige Zusammenhänge ausführlich, aber nicht erläutert und der Leser bekommt einen guten Überblick über die Geschehnisse.
Der Mittelteil hätte für meinen Geschmack ein wenig rasanter und actionreichen ausfallen können, doch Lust auf Band zwei macht das Ende auf jeden Fall.

Für Leser, die skurrile Geschichte in Anlehnung an Jasper Fforde mögen und schon immer mal wissen wollten, was die Figuren aus ihren Lieblingsbüchern so treiben, nachdem man das Buch beiseite gelegt hat, ist diese Reihe absolut richtig.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 19.03.2020

Der moralische Holzhammer kommt zu oft zum Einsatz

Someone New
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Micah ist die Tochter reicher Snobs und soll Jura studieren, damit sie später die Kanzlei des Vaters übernehmen kann.
Julian ist ein scheinbar ganz normaler Typ, der Architektur studiert und eigentlich ...

Micah ist die Tochter reicher Snobs und soll Jura studieren, damit sie später die Kanzlei des Vaters übernehmen kann.
Julian ist ein scheinbar ganz normaler Typ, der Architektur studiert und eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will.
Durch ein blödes Missverständnis ist Micah Schuld daran, dass Julian seinen Kellnerjob verliert, mit dem er sich während des Studiums über Wasser hält.
Als sie zwei Monate später zufällig in die Wohnung neben Julian und seinen zwei Mitbewohnern zieht, versucht sie, ihren vorherigen Fehler wieder gut zu machen, doch Julian zeigt ihr die kalte Schulter.

Micah und Julian sind auf ihre Art sehr sympathische und durchaus authentische Charaktere, die für eine interessante Dynamik in der Handlung sorgen.
Micah ist etwas verpeilt und unreif, da sie sich bisher den Hintern von einer Haushälterin hat nachtragen lassen, aber das verzeiht man ihr recht schnell, da sie sich redlich bemüht, selbstständiger zu werden.
Julian ist zwar distanziert, aber nicht übertrieben kalt oder gar gemein zu ihr.
Natürlich trägt er ein ziemlich großes Geheimnis mit sich herum, das erst gegen Ende des Buches offenbart wird.

Alles in allem hat die Autorin hier ein solides New Adult Werk geschaffen, wäre da nicht der ständig präsente moralische Hammer gewesen, dem sie einem beim Lesen über den Schädel zog.
Sie wollte an diversen Stelle zeigen, wie unglaublich tolerant und weltoffen sie ist.
Dafür nutzt sie Themen wie Homosexualität, minderjährige Mutterschaft, ethnisch gemischte Partnerschaften, transgender und die gute alte muslimische Religion darf auch nicht fehlen.
All diese Themen und die Probleme, die die Gesellschaft leider oft genug damit hat, sind absolut wichtig und Autoren tragen natürlich auch eine gewisse Verantwortung ihren Lesern gegenüber; natürlich auch im moralischen Sinne, aber in diesem Fall war es doch zu viel des Guten.
Es gab fast keine Seite, auf der nicht eines dieser Themen in den Fokus gezerrt worden ist und dadurch wirkte die Geschichte moralisch überladen.
Weniger ist manchmal mehr.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Guter Start, klischeehaftes Ende

Ein einziges Geheimnis
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In diesem zweiten Band um die reiche schwedische Familie de la Grip geht es um den Jetset Schönling und Frauenschwarm Alexander de la Grip auf der einen Seite und Isobel Sorensen, die ihres Zeichens als ...

In diesem zweiten Band um die reiche schwedische Familie de la Grip geht es um den Jetset Schönling und Frauenschwarm Alexander de la Grip auf der einen Seite und Isobel Sorensen, die ihres Zeichens als Ärztin bei einer Hilfsorganisation arbeitet.
Diese zwei äußerst unterschiedlichen Menschen treffen aufeinander, als Isobel versucht, von Alexander Spendengelder zu bekommen. Alexander möchte im Gegenzug mit ihr ausgehen und verfolgt fortan den Plan, Isobel für sich zu gewinnen.

Isobel und Alexander zeigen sich in dieser Geschichte zuerst als überraschend wenig klischeehafte Charaktere, gemessen an dem Genre.
Isobel ist eine bodenständige, fleißige, erfolgreiche Frau, die ihren Weg geht, ohne sich wie eine unberührbare Zicke zu gebärden.
Alexander ist zwar irgendwie schon der typische Frauenheld mit dem dicken Konto, aber auch er zeigt ungeahnt facettenreiche Charakterzüge, die ihn doch von der grauen Bady Boy Masse abheben.

Natürlich fangen die beiden irgendwann eine heiße Affäre an und ab dem Punkt ging es für mich mit dem Buch stetig bergab.
Eine detaillierte Sexszene jagte die nächste und die Handlung wurde immer vorhersehbarer und leider auch klischeehafter.

Ungefähr bis zur Hälfte konnte dieses Buch wirklich punkten und überraschte mich immer wieder positiv.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere