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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2020

Anstrengender Schreibstil, spannender Thriller

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
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Als Nic einen Anruf Ihres Bruders erhält, dass sie zurück in ihre Heimatstadt kommen soll, gerät ihr Leben aus den Fugen. Sie wollte nie mehr an den Ort zurück, an dem so viel schlimmes passiert ist und ...

Als Nic einen Anruf Ihres Bruders erhält, dass sie zurück in ihre Heimatstadt kommen soll, gerät ihr Leben aus den Fugen. Sie wollte nie mehr an den Ort zurück, an dem so viel schlimmes passiert ist und doch hat sie keine andere Wahl. Ihrem Vater geht es zunehmend schlechter, das Haus muss verkauft werden und ihr Vater ist nicht mehr ganz er selbst. Trotz alledem lässt er ihr eine seltsame Nachricht zukommen, die Nic nicht mehr klar denken lässt.

Als Nic in ihre Heimatstadt fährt um das Haus ihres Vaters zu renovieren und zum Verkauf bereit zu machen, muss sie sich ihrer Vergangenheit und dem damaligen Verschwinden ihrer besten Freundin Corinne stellen. Dies fällt Nic schon schwer genug, bis sich die Geschichte, genau in dem Moment als Nic zuhause auftaucht, zu wiederholen scheint. Wieder verschwindet ein Mädchen und es ist nicht irgendein Mädchen, es ist das Mädchen, das Nic und ihren Freunden beim Verschwinden von Corinne allen ein Alibi gab. Kann dies ein Zufall sein? Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen und es wird nach Zusammenhängen gesucht und plötzlich stehen wieder alle im Verdacht und der Albtraum beginnt von vorn.

Diesen Thriller habe ich schon so lange auf meiner Liste. Der Klappentext hat mich bereits neugierig gemacht und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte an sich ist vielleicht nichts Neues und der Ausgang und auch teilweise der Verlauf nicht immer 100 % realistisch, aber durch den Schreibstil wird aus dieser Geschichte etwas ganz besonderes.

Die Geschichte besteht aus drei teilen.

Teil 1 handelt von der Gegenwart, in der Nic in ihr damaliges Zuhause zurück muss.

Teil 2 handelt von dem Tag des Ereignisses. Dies ist Tag 15 nach Nics Rückkehr und von dort an wird die Geschichte rückwärts erzählt bis zum Tag von Nics Ankunft.

Teil 3 handelt von der Zeit danach und wie sich Nics Leben nach der ganzen Geschichte entwickelt hat.

Anfangs war es sehr verwirrend, da man teilweise nicht mehr verstanden hat, dass dies bereits passiert ist und es nun um die Tage davor geht. Man möchte eigentlich immer, dass es vorwärts geht und man endlich Antworten auf seine Fragen bekommt. Und tatsächlich, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, bekommt man im Laufe der Erzählung die Antworten, die man sucht.

Ich muss zugeben, man muss sich daran gewöhnen, da der Erzählstil eher unüblich ist, aber genau das hat mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen lassen. Währe der Erzählstil anders gewesen, wäre es vielleicht eine banale und vorhersehbare Geschichte gewesen, die mal eben für zwischendurch in Ordnung war, mehr aber nicht. Durch den ungewöhnlichen Erzählstil wurde die Geschichte für mich jedoch super spannend und aufregend.

Nic als Hauptprotagonistin war mir sehr sympathisch. Es gab Momente, in denen ich jedoch Zweifel an ihrer Ehrlichkeit bzw. Unschuld hatte, das hat es mir zwischendurch sehr schwer gemacht, sie richtig einzuschätzen. Auch Tylor konnte man schwer einschätzen und auch Nics Bruder Dan. Eigentlich waren alle Charaktere rätselbehaftet bis sich die Geschichte aufgeklärt hat. Das war jedoch auch etwas, was zur Spannung beigetragen hat, da man nicht recht wusste, wem man denn nun trauen kann.

Ein sehr spannender Thriller, den es sich zu Lesen lohnt. Jedoch braucht man Zeit und einen freien Kopf, um durch den Erzählstil nicht den Faden zu verlieren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Das traurige Leben der fröhlichen Mary

Die Farbe von Milch
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Mary ist im Grunde genommen ein total fröhliches Mädchen und freut sich so ziemlich über alles in ihrem Leben. Obwohl sie körperlich anders ist, als ihre Schwestern, arbeitet sie nicht weniger hart auf ...

Mary ist im Grunde genommen ein total fröhliches Mädchen und freut sich so ziemlich über alles in ihrem Leben. Obwohl sie körperlich anders ist, als ihre Schwestern, arbeitet sie nicht weniger hart auf dem Hof ihrer Eltern. Leider findet sie nie die Anerkennung ihres Vaters und auch die ihrer Mutter nicht, nichts desto trotz verliert Mary nie ihre gute Laune, die sie mit ihrem Großvater teilt.

Als Marys Vater vom Pfarrer der Gemeinde erfährt, dass dieser Hilfe in seinem Haus benötigt, um seine kranke Frau zu pflegen, ist für ihn gleich klar, dass Mary diesen Job übernehmen muss. Diese Nachricht ist ein Schock für Mary, Mary möchte nicht vom Hof ihrer Eltern weg und getrennt sein von ihrer Familie, aber ihr bleibt nichts anderes übrig als widerwillig die Arbeit im Pfarrershaus zu übernehmen.

Dort angekommen, ist Mary ziemlich überrascht von dem völlig anderen Lebensstil, der dort herrscht und sie so natürlich nicht kennt. Alles ist in ihren Augen so luxuriös und pompös. Überall stehen Bücher, wo Mary sich doch gar nicht vorstellen kann, dass jemand diese lesen kann.

Mary arbeitet von nun an im Pfarrershaus mit Edna, die sich schon länger um die Familie kümmert. Zu Marys Hauptaufgaben gehört es, sich um die kranke Frau des Pfarrers zu kümmern. Diese schließt Mary mit ihrer offenen Art gleich in ihr Herz und genießt die Anwesenheit von ihr sichtlich. Leider geht es der Hausherrin zunehmend schlechter und sie verstirbt.

Von nun an ist nichts mehr wie es war. Mary darf nicht, wie erwartet wieder zurück auf den Hof ihrer Familie, sondern muss bleiben. Edna hingegen wird entlassen und so ist Mary nun allein mit dem Pfarrer und die Einsamkeit des Pfarrers treibt ihn dazu, Mary mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als ihr lieb ist.

Die Geschichte der kleinen Mary hat mich sehr traurig gemacht. Der Schreibstil ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber man kommt dann doch schnell in die Geschichte hinein. Die Charaktere waren leider allesamt unsympathisch bis auf Mary, ihr Großvater sowie die Pfarrersfrau. Ihre Schwestern kann man nicht so recht einschätzen und man hat manchmal das Gefühl, auch sie machen sich insgeheim lustig über ihre Schwester bzw. nehmen sie nicht sonderlich ernst.

Mary ist ein so fröhliches Mädchen, das aus allem etwas positives ziehen kann, umso trauriger macht es mich, wie sie von ihrer Familie behandelt wird. Da erscheint es Anfangs wie ein Lottogewinn im Pfarrershaus zu arbeiten. Der Pfarrer und dessen Frau sind so nett zu ihr, obwohl Mary als mal ein wenig frech daherredet, allerdings ist dies Marys Art und das scheint trotz allem zu gefallen. Leider wendet sich das Blatt als die Pfarrersfrau stirbt und sogar die fröhliche Mary langsam und schrittweise nichts positives mehr an ihrem Leben sieht und daher nur noch einen einzigen Ausweg findet.


Das Buch hat mich sehr erschüttert, man möchte zwischendrin einschreiten und laut rufen, was sie machen soll und wie sie sich verhalten soll, aber auch das hätte nichts gebracht, den es waren damals eben andere Zeiten und man kam nicht so einfach als Mädchen aus manchen Situationen heraus, wie es heutzutage der Fall ist.

Mir hat das Buch für zwischendurch sehr gefallen, obwohl es eine traurige Geschichte war, aber es kann eben nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Von daher ist das Buch weiterzuempfehlen, als eine etwas andere Lektüre zur Abwechslung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2020

Spannend, traurig und schockierend zugleich

Der Kinderflüsterer
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Als der kleine Jake seine Mutter verlor, bricht für ihn eine Welt zusammen, aber nicht nur für ihn, auch sein Vater Tom kommt mit seinem Leben nur schwer zurecht. Er weiß, er muss für Jake da sein, aber ...

Als der kleine Jake seine Mutter verlor, bricht für ihn eine Welt zusammen, aber nicht nur für ihn, auch sein Vater Tom kommt mit seinem Leben nur schwer zurecht. Er weiß, er muss für Jake da sein, aber er schafft es nicht. Er selbst hat mit so vielen Dämonen zu kämpfen und schämt sich sehr, dass er für Jake ein genauso schlechter Vater zu sein scheint, wie einst sein Vater war.

Ein Umzug ist das Richtige, denkt Tom, ein Neustart.
Was Tom nicht weiß, ist, dass er in eine Stadt zieht, in der einst der Kinderflüsterer gewütet hat und dass es nunmehr den Anschein macht, als würde alles von vorn beginnen.

Dieses Buch von Alex North, war unglaublich spannend, man konnte es kaum aus den Händen lassen. Es war spannend, das Schicksal der einzelnen Charaktere war unglaublich traurig und die Enthüllungen waren äußerst schockierend. Es war unglaublich grausam zu erfahren, wie skrupellos manche Menschen mit dem Leben anderer umgehen können und wie man Leben zerstören kann, auch wenn einem das nicht immer bewusst ist.

Trotz allem war es schön zu sehen, dass doch Liebe und Verzeihen das Leben wieder ins Reine bringen kann, nur dass es leider manchmal schon viel zu spät dafür ist. Wenn man dieses Buch liest, hat man das Bedürfnis seinen Kindern einfach nur so oft es geht zu sagen, wie sehr man sie liebt.

Mich hat das Buch so sehr gefesselt und ich denke, dass es den anderen Lesern ebenso erging bzw. ergehen wird. Daher kann ich das Buch nur jedem wärmstens empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2020

Stolz und Vorurteil ist "der Liebesroman"

Stolz und Vorurteil
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Ich habe dieses Buch schon lange auf meiner Liste und nun habe ich mich endlich gewagt es zu lesen.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen, weil es wirklich DIE LIEBESGESCHICHTE ist und ich auch durchweg nur ...

Ich habe dieses Buch schon lange auf meiner Liste und nun habe ich mich endlich gewagt es zu lesen.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen, weil es wirklich DIE LIEBESGESCHICHTE ist und ich auch durchweg nur positives über dieses Buch hörte und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Elizabeth Bennet lebt mit ihren 4 Schwestern gemeinsam im Elternhaus und die Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein. Letztendlich geht es der Mutter der vier Mädchen nur darum, sie gut zu verheiraten, damit für alle gesorgt ist. Ihr Plan scheint nur leider nicht aufzugehen, vor allem bei Elizabeth scheint es aussichtslos, denn Elizabeth ist viel zu klug und zu selbstbewusst, als dass sie nur um des heiratens wegens heiratet.

Als sie Mr. Darcy kennenlernt sträubt sich alles in ihr gegen diese Person und auch umgekehrt liegt nicht viel Zuneigung in der Luft, eher gegenteiliges ist der Fall.

Viele zufällige Begegnungen und Situationen ändern die Gefühle zwischen den beiden jedoch. Mr. Darcy scheint wohl doch ein anderer zu sein, für den Elizabeth ihn zunächst hielt. Vielleicht geht der Plan von Mrs. Bennet, ihre Töchter zu verheiraten, ja doch noch auf!?

Ich wollte nicht zu viel verraten, wobei dies eigentlich nicht möglich ist. Jeder kann sich denken, wie die Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Mr. Darcy ausgeht und doch ist dieses Buch anders.....
Diese Geschichte ist nicht eine dieser immer gleichen, schnulzigen Geschichten, sondern zeigt, wie das damalige Leben als ledige Frau/Mädchen war und wie man sich als Mädchen zu benehmen hat. Ebenso ist dieses Buch sowohl das unromantischste, als auch gleichzeitig das romantischste Buch, das ich je gelesen habe. Es ist schwer zu erklären, man muss es einfach selbst lesen.

Das Cover fand ich persönlich nun nicht so schön, aber es gibt ja verschiedene Auflagen von dem Buch. Die anderen Auflagen sind gewiss schöner, allerdings habe ich es nur so bekommen. Für mich spielt sowieso mehr der Inhalt eine Rolle, von daher ist es völlig ok.

Zum Schreibstil von Jane Austen kann ich nur sagen, ich liebe ihn!!!!!!

Selbstverständlich lässt sich das Buch nicht so flüssig lesen und man bleibt das ein oder andere Mal hängen, da man auch an den Sprachgebrauch der damaligen Zeit nicht gewohnt ist und da das Buch aus vielen Dialogen besteht und nicht aus der Sicht einer Person, war es manchmal anstrengend nachzuvollziehen um wen es sich gerade dreht bzw. wer gerade spricht.

Auch die Charaktere haben allesamt super in die Geschichte hinein gepasst, ob man sie nun mochte oder nicht, aber es passte in diesem Buch alles perfekt zusammen und ich kann es nur voll und ganz weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2019

Sehr schöner Abschluss der Reihe

Zeitenzauber - Das verborgene Tor
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Anna und Sebastiano haben wieder eine geheime Mission zu erfüllen. Dieses Mal scheint jedoch alles anders, es geht nach London, obwohl ihr Zuständigkeitsbereich Venedig ist. Auch José verhält sich seltsam, ...

Anna und Sebastiano haben wieder eine geheime Mission zu erfüllen. Dieses Mal scheint jedoch alles anders, es geht nach London, obwohl ihr Zuständigkeitsbereich Venedig ist. Auch José verhält sich seltsam, aber wie es nun einmal so ist, kann er den beiden nichts genaues sagen, außer, dass es sehr wichtig ist, dass die Mission gelingt.
Sie waren ein paar Tage zuvor bereits in London im Jahre 1813 und ahnten nicht, dass sie nochmals dorthin reisen müssten. Sie dachten die Aufgabe bestand darin den bekannten Künstler William Turner zu retten und das haben sie auch erfolgreich getan, aber nun scheint es um etwas anderes zu gehen. José hinterlässt ihnen nur eine Nachricht, dass sie Mr Turner im Auge behalten sollen, ebenso wie Mr Stephenson, der mit ihnen gemeinsam in die Vergangenheit reist.
Auch ihr Aufenthalt ist dieses Mal total anders. Sie sind in dieser Zeit reich, was so gut wie nie vorkommt, meist sind sie arm und haben nur das nötigste. Nun jedoch, haben sie eine Villa, Bedienstete und mehr Geld als sie je ausgeben könnten. Der einzige Haken an der Sache, in der Geschichte und für alle Menschen um sie herum, sind sie Geschwister, was die Sache für die beiden nicht gerade einfach macht. Sie versuchen jedoch sich nichts anmerken zu lassen, was sich als ziemlich schwierig erweist, da sie jeweils verkuppelt werden sollen.
Ihre Aufgabe ist nervenaufreibend, da die Hinweise sehr dürftig sind und es keinerlei Anhaltspunkt gibt, worauf sie sich konzentrieren können. Anna und Sebastiano kämpfen sich also durch und nutzen alle Kontakte um dem Ereignis, das sie verhindern sollen, auf die Schliche zu kommen. Noch dazu können sie nicht mehr auf José zählen, da etwas mit den Portalen nicht stimmt. Ob das mit dem schlimmen Ereignis zusammenhängt? Wird wieder ein Ball stattfinden auf dem jenes Ereignis verhindert werden soll? Wem soll Schaden zugefügt werden?
Fragen über Fragen, aber Anna und Sebastiano wären nicht Anna und Sebastiano, wenn sie nicht eins und eins zusammen zählen würden und das Geheimnis lüften könnten, jedoch nimmt dieser Auftrag ein sehr unerwartetes Ende für alle Beteiligten....

Der Schreibstil war wieder einmal super. Trotz dem Schauplatz der Vergangenheit und der vielen Unbekannten Begrifflichkeiten, ist man sofort mittendrin und wiedereinmal konnte man sich vorstellen im London 1813 live mit dabei zu sein. Dies gelang der Autorin nun in allen drei Teilen und das hat mich schwer beeindruckt. Auch in diesem letzten Teil sind die Charaktere wieder perfekt passend ausgewählt und es gibt natürlich wieder einmal welche, die einem sehr ans Herz wachsen, einige, die man nicht mag und wieder andere, von denen man total überrascht wird.

Schade, dass es der letzte Teil war, ich hatte mit diesen 3 Büchern total viel Spaß und eine schöne Zeit beim Lesen.