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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2018

Witz und Krimi gut vereint

Tod an der Wien
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INHALT

Wien in den 20er Jahren. Die berühmt- berüchtigte Opernsängerin Hermine Egger verunglückt, am Abend der Premiere, tödlich.
Einer ihrer größten Fans, Ernestine Kirsch, glaubt jedoch nicht an einen ...

INHALT

Wien in den 20er Jahren. Die berühmt- berüchtigte Opernsängerin Hermine Egger verunglückt, am Abend der Premiere, tödlich.
Einer ihrer größten Fans, Ernestine Kirsch, glaubt jedoch nicht an einen Unfall und ermittelt mit ihrem Freund, Anton Böck, auf eigene Faust.
Wer steckt hinter dem mysteriösen Verbrechen?


MEINE MEINUNG

Nach „Tod an der Simmering“ veröffentlicht Beate Maly mit „Tod an der Wien“ ihren zweiten Kriminalroman.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick ins Jahr 1900. Wir befinden uns in einem Internat und werden Zeuge eines tragischen Unfalls.
23 Jahre später verunglückt die Opernsängerin Hermine Egger tödlich am Abend ihrer Premiere- Zufall?

Ernestine Kirsch ist pensionierte Lehrerin, glaubt nicht, dass es sich hierbei um einen Unfall handelt und ermittelt auf eigene Faust.
Sie stellt sich dabei sehr geschickt an. Durch ihre Neugierde entlockt sie möglichen Verdächtigen allerlei Informationen.
Dabei hilft ihr nicht nur ihr Freund Anton Böck, sondern auch ihr ehemaliger Lateinschüler Erich Felsberg, der inzwischen Kriminalinspektor bei der Polizei ist.

Den Charakteren in „Tod an der Wien“ fehlt es keinstenfalls an Tiefe und Witz!
Ernestine Kirsch ist einem von der ersten Minute an total sympathisch. Ich habe die „Omi von Nebenan“ sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist eine aufgeweckte Dame und ihre Neugierde hat mich häufig zum schmunzeln gebracht.
Anton Böck hingegen ist ein bisschen reservierter. Aber auch er ist ein liebevoller Vater und Großvater und lässt sich von Ernestine gerne zu kleineren Schandtaten überreden.
Sie sind ein eingespieltes Team, dass nach vielen Ungereimtheiten doch die richtigen Schlüsse zieht.

Das erste was mich an diesem Buch anspricht, ist das Cover! Es ist einerseits schlicht, sticht einem aber trotzdem sofort ins Auge.
„Tod an der Wien“ lässt sich sehr leicht lesen. Der Schreibstil ist wirklich flüssig und versetzt einen spielend zurück in die 20er Jahre.
Hinzu kommt, dass man das Buch gar nicht wieder aus der Hand legen möchte, aus Angst etwas zu verpassen.

FAZIT

„Tod an der Wien“ gehört eindeutig zu meinen Top 10 Büchern 2017! Ein absolutes „Wohlfühl-Buch“. Die Kombination aus Witz und Krimi wird hier wirklich auf den Punkt gebracht. Ich hoffe, dass noch ein paar weitere Teile erscheinen!
Ganz ohne Frage vergebe ich 5 Sterne und lege „Tod an der Wien“ jedem wärmstens ans Herz.

Veröffentlicht am 12.02.2018

Erschreckend Realitätsnah

Der Circle
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INHALT

Mae Holland ist 24 und ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie einen Job bei der renommiertesten Firma Kalifornien's bekommt: dem „Circle“.
Ein Unternehmen, das für weltweite Transparents sorgen ...

INHALT

Mae Holland ist 24 und ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie einen Job bei der renommiertesten Firma Kalifornien's bekommt: dem „Circle“.
Ein Unternehmen, das für weltweite Transparents sorgen möchte und Mae dafür als Aushängeschild nutzt.
Immer wieder taucht ein mysteriöser Arbeitskollege auf, der Mae in verzwickte Situationen bringt.


MEINE MEINUNG

Mit "Der Circle" beschreibt Dave Eggers eine Welt, wie sie sich, durch das Sozial Network, in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Die 24- jährige Mae Holland bekommt, durch ihre ehemalige WG- Mitbewohnerin Annie, einen Job in der renommiertesten Firma Kalifornien's: dem "Circle".
Kommunikation ist hier alles! Ein verpasster Brunch sorgt für ein Mitarbeitergespräch und einen HR-Bericht. Es soll keine Missverständnisse oder Unstimmigkeiten unter Circlern geben.
Mae hat am Anfang große Probleme sich in der Welt des "Circles" zu intigrieren. Hier geht nichts über das Sozial Network. Alles soll mit den Kollegen geteilt und dokumentiert werden. Das "Ich-lebe-in-diesem-Moment"- Gefühl wird vollständig unterdrückt.

"Finden Sie es in Ordnung, dass Sie denen vorenthalten haben, was Sie gesehen haben?"- Eamon Bailey

Mae ist eine naive junge Frau, die sich vollständig vom "Circle" beeinflussen lässt.
Sie hasst ihren Ex-Freund, Mercer, der das Sozial Network als Junkfood bezeichnet.
Ihren Eltern gegenüber verhält sie sich jedoch erwachsen und hilft ihnen dabei eine Versicherung für ihren kranken Vater zu beschaffen.
Und dann ist da noch dieser mysteriöse Arbeitskollege, Kalden, der im gesamten Circle-System nicht auffindbar ist. Die zwei haben eine heiße Liebesaffäre, bis er sie vor der Vollendung des "Circles" warnt.
Mae's Entschluss transparent zu werden, zerstört nicht nur das gute Verhältnis zu ihren Eltern, sondern bringt auch ihre Freunde in Gefahr.


"Der Circle" ist ein Buch, auf das man sich erstmal einlassen muss.
Irritiert hat mich, dass das gesamte Buch keine Kapitel hat, sondern nur in 3 Bücher unterteilt ist. Das erschwert den Entschluss zum Lesen aufzuhören. Rückblickend jedoch sind keine Kapitel notwendig und es ist total schlüssig.
Am Anfang hat das Buch bei mir zu einer Reizüberflutung geführt. Es waren so viele Eindrücke und Informationen, die ich erst einmal verarbeiten musste.

"Der Circle" zeigt uns, wie es mit unserer Gesellschaft weitergehen könnte bzw. wie es bereits ist. Und das ist immer wieder erschreckend!
Ich hätte das Buch manchesmal gerne in die Ecke geworfen, weil mich einigen Aussagen der Charaktere sehr zur Weißglut gebracht haben.
Und mir ist durchaus bewusst, dass diese Aussagen und das Denken sehr realitätsnah sind.

Dave Eggers' Schreibstil ist sehr flüssig und man findet, trotz fehlender Kapitel, immer wieder gut in die Geschichte rein.



Fazit

"Der Circle" wird mich auf jeden Fall noch lange zum Nachdenken bringen.
Auf die Verfilmung mit Emma Watson und Tom Hanks muss ich jetzt noch bis zur Erscheinung des DVD im Januar warten, weil es mir wichtig war zuerst das Buch zu lesen.
Mich hat "Der Circle" leider nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte. Es war wirklich spannend und jeder Charakter wurde super ausgeführt, aber es hat mich nicht zu 100% überzeugt.
Ich würde es trotzdem weiterempfehlen und vergebe 4 STERNE!

Veröffentlicht am 27.11.2017

Familiengeheimnis Roman ohne Tiefgang

Die Burg am Mondsee
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INHALT

Tessa zieht mit ihrem Mann Burghardt auf die Burg Weidenau. Zusammen eröffnen sie dort ein Tagungshotel.
Alles scheint perfekt, bis Burghardt bei einem Flugzeugunfall ums Leben kommt.
Tessa stößt ...

INHALT

Tessa zieht mit ihrem Mann Burghardt auf die Burg Weidenau. Zusammen eröffnen sie dort ein Tagungshotel.
Alles scheint perfekt, bis Burghardt bei einem Flugzeugunfall ums Leben kommt.
Tessa stößt auf ein dunkles Familiengeheimnis. Doch nicht nur ihre Vergangenheit wirft dunkle Schatten über sich..

Raquel wird als Kind aus dem brasilianischen Dschungel nach Deutschland gebracht.
Als sie sich zu schnell zu gut entwickelt, wird sie auf die Burg Weidenau geschickt, um dort als Gesellschafterin zu arbeiten.
Schon sehr bald verliebt sie sich in den Burgherren und die Ereignisse nehmen ihren Lauf...


MEINUNG

Carolin Rath veröffentlicht mit "Die Burg am Mondsee" bereits ihren zweiten Familiengeheimnis Roman.
Der Roman ist in zwei Zeitepochen geteilt. Tessa's Geschichte spielt im heutigen 21. Jahrhundert, wohingegen Raquel's Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts spielt.

TESSA
Tessa ist eine junge Frau, die zu früh ihren Ehemann und auch ihr ungeborenes Kind verliert. Das Tagungshotel der Burg Weidenau führt sie jetzt, mit Hilfe ihrer Angestellten Valerie, alleine.
Zwei Jahre trauert sie um ihren verstorbenen Mann, bis eines Tages der Fotograf Jan in ihr Leben tritt. Sie ist sofort in ihn verliebt.
Die zwei begeben sich auf die Suche nach einer unbekannten Frau, die vor vielen Jahren auf der Burg gelebt haben soll, aber nirgends namentlich erwähnt wird.
Tessa's Charakter fehlt es, meiner Meinung nach, an Tiefe. Viele Handlungen empfand ich als unpassend und nicht nachvollziehbar.
Z.B. ihre Gefühle für Jan. Sie trauert zwei Jahre um ihren verstorbenen Mann-total legitim! Und dann ZACK: Liebe auf den ersten Blick... Sie verbringen eine Nacht miteinander. Tessa fühlt sich wohl bei und mit Jan. Am nächsten Tag jedoch hält sie alles für einen Fehler und verhält sich ihm gegenüber total zickig.
Es beginnt ein reges hin und her, bis zum Ende des Buches. Ich weiß nicht, ob jemand wie Jan wirklich so entscheiden würde, wie er es am Ende tut.
Generell fand ich den Erzählzweig aus Tessa's Sicht nicht gut ausgearbeitet und eher 'dazwischen geschoben'. Er wirkte sehr oberflächlich und viele Aktionen und Gefühle wurden immer nur kurz angeschnitten und nicht weiter ausgeführt.


RAQUEL
Raquel wird aus dem brasilianischen Dschungel als "wildes Kind" von Ludwig Theodor Vossberg nach Großsassnitz gebracht. Dieser ist dort Leiter einer Heil-und Pflegeanstalt und bringt Raquel dort zu Forschungszwecken hin.
Raquel entwickelt sich prächtig. Sie ist fleißig und erlernt schnell die deutsche Sprache und gute Manieren. Für Vossberg entwickelt sie sich allerdings ein wenig zu prächtig.
Er schickt sie deshalb zu seinem guten Freund, Jakob Martin Donckert, auf die Burg Weidenau, um dort für seine Ehefrau, Anna Margarete, als Gesellschafterin zu arbeiten.
Als diese nach der Geburt ihres Sohnes stirbt, gestehen sich Raquel und Donckert ihre Liebe. Auf Grund ihrer gesellschaftlichen Stände, muss diese jedoch geheim bleiben.
Doch die Dinge nehmen ihren Lauf und Raquel wird schwanger.
Nach der Geburt ihrer Sohnes entschließt sie sich nach Brasilien zurückzukehren, um dort eine Schule zu eröffnen.
Raquel's Charakter scheint mir, im Vergleich zu Tessa's, durchdachter und ausgeprägter.
Auch hier schleichen sich hin und wieder Stirnrunzler ein, aber im Großen und Ganzen passt in diesem Erzählstrang alles sehr gut zusammen.
Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass das Hauptaugenmerk auf diesem Teil der Geschichte lag und um das Ganze ein wenig 'aufzupeppen' Tessa's Geschichte dazu kam.
Raquel ist eine sympatische junge Frau, die einen starken Willen hat. Sie wächst einem ans Herz und man fiebert gerne mit ihr mit.


Mir hat die Sprache und der Erzählstil ziemlich gut gefallen.
Leider hat sich für mich nie wirklich ein Spannungsbogen aufbauen können. Ich hab mir im allgemeinen mit dem Lesen ein bisschen schwer getan. Es gab nie den Punkt, an dem ich dachte: Es packt mich grad so sehr, dass ich unbedingt weiterlesen muss.
Ich hatte mir, nach der doch ziemlich vielversprechenden Leseprobe, mehr vom Buch erwartet.


FAZIT

"Die Burg am Mondsee" von Carolin Rath hat mich leider ganz und gar nicht überzeugt. Ich hatte mir vom Buch mehr erhofft und musste mich oft zum weiterlesen motivieren.
Auf Grund des fehlenden Spannungsbogens und der Ausführung verschiedener Charaktere gibt es von mir leider nur 1,5 STERNE!

Veröffentlicht am 25.10.2017

Schuldig, oder nicht schuldig?

Im Traum kannst du nicht lügen
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INHALT

Die 18- jährige Maja steht vor Gericht. 3 ihrer Mitschüler, ihr Freund Sebastian und ihr Klassenlehrer Christer sind erschossen worden. Wie konnte es zu diesem schrecklichen Blutbad kommen? Und ...

INHALT

Die 18- jährige Maja steht vor Gericht. 3 ihrer Mitschüler, ihr Freund Sebastian und ihr Klassenlehrer Christer sind erschossen worden. Wie konnte es zu diesem schrecklichen Blutbad kommen? Und ist Maja überhaupt eine Mörderin?

MEINE MEINUNG

Mit "Im Traum kannst du nicht lügen" (Störst av allt) veröffentlicht die Autorin Malin Persson Giolito ihren ersten Roman. Dieser wird gleich mal zum BESTEN KRIMINALROMAN SCHWEDENS 2016 ausgezeichnet.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick ins Klassenzimmer nach der Tat.
Die Protagonistin Maja steht vor Gericht. Sie ist wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord angeklagt.
Wir lernen Maja als distanzierte, kalte Person kennen. Das lässt sie am Anfang vielleicht unsympathisch rüberkommen, aber im Laufe des Buches kann man sich aber immer mehr in sie hineinversetzen. Ich hätte sie oft gerne in den Arm genommen und gesagt: "Du bist nicht alleine!"

Neben Maja spielen auch ihr Freund Sebastian, dessen Vater, Claes, und ihr Klassenkammerad Samir eine große Rolle.
Sebastian ist der Sohn des reichsten Mannes Schwedens, Claes Fagermann.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn basiert auf Streit, Spott und endet mit Sebastian's Rauswurf. Maja scheint sein einziger Ankerpunkt zu sein.

Mir haben besonders die kurzen, prägnanten Sätze gefallen, die alles sehr auf den Punkt bringen.
Malin Persson Giolito schafft es mit ihrem flüßigem Schreibstil, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen möchte. Man ist die ganze Zeit so gefesselt und gespannt, wie es weitergeht.
Durch Rückblenden werden einem nach und nach Informationen für den Handlungsverlauf zugespielt.
Das führt zu einem durchgehend hohem Spannungsbogen.
Bis zur letzten Seite weiß man nicht, ob Maja schuldig oder unschuldig ist.
Für mich war das Ende überraschend und nicht vorhersehbar, wie so manch andere Wendung im Buch.

"Im Traum kannst du nicht lügen" befasst sich u.a. mit aktuellen Themen wie Amokläufen und der Flüchtlingskrise.

FAZIT

"Im Traum kannst du nicht lügen" ist ein wirklich spannender Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite total gepackt hat! Eindeutig eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.
„Im Traum kannst du nicht lügen“ wurde, wie ich finde, zurecht zum Besten Kriminalroman Schwedens 2016 ausgezeichnet und erhält von mir ganz; ganz klare 5 STERNE!