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Veröffentlicht am 08.12.2019

Eine KI, die die Welt veränderte

Neon Birds
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"Neon Birds" spielt in der Zukunft und erzählt von einer Welt, in der Menschen eine KI geschaffen haben, die sie jetzt nicht mehr unter Kontrolle bringen können.

Jedes Kapitel wird aus einer anderen ...

"Neon Birds" spielt in der Zukunft und erzählt von einer Welt, in der Menschen eine KI geschaffen haben, die sie jetzt nicht mehr unter Kontrolle bringen können.

Jedes Kapitel wird aus einer anderen Erzählerperspektive erzählt (insgesamt ca. 6 Erzählerperspektiven). Dies empfand ich zu Beginn des Buches als sehr hilfreich, weil man so einen umfassenderen Überblick über die Gesamtsituation. Mit der Zeit habe ich es jedoch als sehr störend angesehen, weil man komplett aus einem Erzählstrang rausgerissen und in einen anderen "reingeworfen" wurde. Schön fand ich, dass die Geschichte direkt mit einer Aktion begann, anstatt Seitenweise zu erklären, wie die Welt aufgebaut ist. Eine grandiose Idee der Autorin war es auf jeden Fall "militärische Aufzeichnungen" immer mal wieder reinzuschieben, die die verschiedenen Bestandteile der Welt erklären.

Leider muss ich sagen, dass die Geschichte zwar spannungsvoll begann, danach jedoch viele Seiten kamen, in denen quasi nichts geschah, die jedoch sehr kunstvoll in die Länge gezogen wurden. Als dann endlich doch mal wieder etwas Spannung aufkam, wurde man in eine andere Erzählerperspektive gerissen und das ganze brach ab. Für mich war es deshalb extrem schwierig, mit einer Person mitzufühlen und mitzufiebern.

Sehr schön fand ich, mit wie viel Ideenreichtum die Welt ausgeschmückt wurde. Da sind ganz spannende Ansätze vorhanden, die man auch heute anwenden könnte (z.B. alles begrünen, was geht).

Die Idee hinter der Geschichte ist der Wahnsinn. Eine KI, die die Menschen optimieren soll und dabei aber Emotionen in einem Optimierungsprozess wegrationalisiert.

Ich bin hin und hergerissen, was dieses Buch angeht. Die Idee finde ich absolut genial und auf jeden Fall outstanding. Allerdings gab es wirklich lange Passagen, in denen wenig bis gar nichts passierte.

Wer sich also von einer neuen Idee in den Bann ziehen lassen möchte, dem würde ich dieses Buch empfehlen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2019

Interessante Story außerhalb des Mainstreams

Im Schatten des Fuchses
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"Im Schatten des Fuchses" beschäftigt sich mit einer Kitsune - einer Halbfüchsin - und wie diese versucht, einen Teil einer schicksalhaften Schriftrolle, die von vielen verschiedenen Akteuren begehrt wird, ...

"Im Schatten des Fuchses" beschäftigt sich mit einer Kitsune - einer Halbfüchsin - und wie diese versucht, einen Teil einer schicksalhaften Schriftrolle, die von vielen verschiedenen Akteuren begehrt wird, in Sicherheit zu bringen.

Die Geschichte ist schlüssig aufgebaut und es ist wirklich schön zu sehen, wie sich am Ende einzelne Puzzleteile, die sich im Verlauf der Geschichte aufgetan haben, zusammenfügen. Auch das japanische Setting konnte mich überzeugen - es ist mal was anderes, als das Übliche in der Fantasywelt. Auch wenn sich handlungstechnisch immer wieder etwas Neues ergeben hat und das Grüppchen, welches immer größer wurde, immer neue Gefahren überwältigen musste, hat mir doch insbesondere am Ende etwas gefehlt: Die Spannung. Es fehlt das Mitfiebern mit Yumeko (der Halbfüchsin), die ganze Geschichte wirkt gerade im Nachhinein etwas holpernd und man kommt so von einer Gefahr, die bezwungen werden muss, zur nächsten. Und währenddessen sammelt Yumeko einen Gefährten nach dem anderen ein ;). Erfrischend war auf jeden Fall, dass nicht zwanghaft eine Liebesgeschichte eingebaut wurde.

Etwas irritierend fand ich die gewählte Sprache. Bei Yumeko musste ich mir mehrmals in Erinnerung rufen, dass sie um die 16 Jahre alt ist, und nicht 8. Ein bisschen erinnert ihr Verhalten an "Rapunzel - neu verföhnt", wobei ihr Mut immer wieder bestechend und sie eine herausragende Protagonistin ist.

Der Schreibstil war wunderbar einfach. Oft musste ich mich regelrecht zwingen, das Buch aus der Hand zu legen.

Gerade im Epilog gab es nochmals einige doch sehr überraschende Wendungen und ich werde definitiv auch das zweite Buch lesen, in der Hoffnung, dass dort mehr Spannung eingebaut wurde, als in diesem Buch.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Habe mehr erwartet...

Die Dame hinter dem Vorhang
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Bei der „Dame hinter dem Vorhang“ bekommt man als Leser einen Einblick in die gesellschaftlichen Konventionen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Außerdem – Wie eine Frau versucht, aus diesen mithilfe ...

Bei der „Dame hinter dem Vorhang“ bekommt man als Leser einen Einblick in die gesellschaftlichen Konventionen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Außerdem – Wie eine Frau versucht, aus diesen mithilfe der Kunst auszubrechen.

Das Buch ist aus der Sicht von Ediths Hausmädchen Jane Banister geschrieben. Vom Inhalt her hatte ich erwartet, detaillierte Einblicke in das Leben, das Wirken, die Höhepunkte und die Gefühlswelt von Edith Sitwell zu bekommen. An diesem Punkt wurde ich stark enttäuscht. Die ersten knapp 100 Seiten drehten sich um das Leben von Emma Banister (Mutter des Hausmädchens Jane Banister) und kurze Einblicke in das Leben von Jane Banister. Auch während der Zeit bei Edith drehte sich der Hauptinhalt des Buches um die Gefühlswelt von Jane und wie sie sich zur Frau entwickelt. Das Thema 2. Weltkrieg und wie Edith die Thematik in ihren Dichtungen verarbeitet hat, ist für mein Verständnis sehr stark unter den Tisch gefallen. Ich habe mich vorher grob über Edith Sitwell informiert und gelesen, dass sie gerade in der Kriegszeit viele Dichtungen vorgetragen und die Menschenmengen damit in ihren Bann gezogen hat. Leider war davon im Buch kaum ein Wort zu lesen. Die Dame hinter dem Vorhang war meist hinter der geschlossenen Schlafzimmertür.

Der Schreibstil ist in Ordnung. Die Kapitel sind schnell zu lesen, was sicherlich auch an der großen Schriftgröße liegt. Jedoch kann man das Buch auch gern mal zur Seite legen, wenn man etwas Anderes machen möchte.

Ein besonderer Augenfang ist sicherlich die Gestaltung der Hardcover-Version. Der Buchrücken ist mit Leinen verstärkt und das Buch hat ein Lesezeichen (was mich total begeistert!).

Im Endeffekt vergebe ich 2,5/5 Sternen und empfehle es Personen, die etwas Seichtes ohne viel tiefgehend emotionalen Inhalt lesen möchten oder sich von ihrem üblichem Genre „erholen“ möchten ;).

Veröffentlicht am 05.10.2019

Ein Meisterwerk der unerwarteten Wendungen

Der letzte Lilienreiter
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Der letzte Lilienreiter bietet mehrere spannende Charaktere, die auf ihre ganz eigene Weise dem Buch eine entscheidende Richtung geben. Während Alvena, Padeus und Meklas zu Beginn als ein sehr ungleiches ...

Der letzte Lilienreiter bietet mehrere spannende Charaktere, die auf ihre ganz eigene Weise dem Buch eine entscheidende Richtung geben. Während Alvena, Padeus und Meklas zu Beginn als ein sehr ungleiches Trio erscheinen, so sieht man sie bald als festes Team auf ihr Ziel zugehen.

Die Sprache war angepasst und hatte mehrere ältere Begriffe, was mich persönlich begeistert hat. Schade ist, dass vom Lektorat viele Rechtschreibfehler übersehen wurden.

Nichtsdestotrotz geht die Handlung von Anfang an in einem rasanten Tempo voran. Während ich zu Beginn noch dachte, dass ein Ort wohl das Ende der Geschichte sein wird, so wurde ich bereits auf den ersten 80 Seiten eines Besseren belehrt. Danach kam eine Fülle von Geschehnissen und unerwarteter Wendungen. Zu Beginn des Buches hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass innerhalb von 400 Seiten tatsächlich so viel Inhalt sein kann. Was mich zu Beginn jedoch gestört hat, war die für mich gefühlt zwanghafte Verbindung zwischen den ganzen Figuren. Im Verlauf des Buches, hat es dann gepasst, zu Beginn war die Verbindung zwischen den Figuren jedoch für mich manchmal wie an den Haaren herbeigezogen. Auch das Ende war für meinem Geschmack sehr abrupt abgehandelt und hat meiner Meinung nach nicht ganz zum Charakter der Person gepasst.

Meiner Begeisterung für das Buch tut dies aber keinen Abbruch und ich empfehle es jedem, der gerne Fantasyromane liest, viele unvorhergesehene Wendungen liebt, und auch einmal eine Geschichte mit einem Buch abschließen möchte.

Veröffentlicht am 21.08.2019

Faszinierende Geschichte!

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt
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In dem Buch "One true Queen" muss die Protagonistin Mailin mit ihrer Schwester Vicky, die im Wachkoma liegt, und großer Armut zurechtkommen. Zu allem Überfluss wird sie von einem auf den anderen Moment ...

In dem Buch "One true Queen" muss die Protagonistin Mailin mit ihrer Schwester Vicky, die im Wachkoma liegt, und großer Armut zurechtkommen. Zu allem Überfluss wird sie von einem auf den anderen Moment in eine fantastische Welt katapultiert. Doch nichts ist, wie es scheint in Lyaskye.

Es gibt andere Tierchen, Wasser kann giftig sein, Bäume reißen einen in den Tod, Täler füllen sich in Sekundenschnelle mit Wasser. Nun muss Mailin sich zurechtfinden, herausfinden wie und warum sie dorthin gekommen ist und wie sie wieder nach Hause kommt.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Geschichte ist schlüssig aufgebaut, man kommt direkt in die Story rein. Toll fand ich, dass man oft nicht wusste, ob man einer Person jetzt trauen kann oder nicht. Das hätte man meiner Meinung nach auch noch intensiver betonen können, sodass noch mehr unerwartete Wendungen entstehen. Schade fand ich, dass Mailin, die sich gerne als starke Person sieht, das jedoch leider nicht war. Meistens wird sie gerettet, Personen kann sie nicht durchschauen, gewiefte Pläne entwirft sie kaum. Im Endeffekt hat sie nur Glück, dass ihr nichts Schlimmeres passiert.

Der Schreibstil von Jennifer Benkau ist sehr flüssig zu lesen. Das Buch war sehr spannend, vor allem in der zweiten Hälfte nimmt es extrem an Fahrt auf und es fällt schwer, es wieder aus der Hand zu legen. Hier sei auch ein kleines Manko angebracht: Es gibt einige Flüchtigkeitsfehler (vergessene Buchstaben, mein statt ein...).

Was mich auch sehr verärgert und leider auch hier der Fall ist: die letzten 60 Seiten sind eine Leseprobe, das heißt, eigentlich hat das Buch nur 397 Seiten (E-Book-Fassung).

Ich fand das Buch trotz alledem wahnsinnig spannend und freue mich bereits wie wild auf den zweiten Band.

Zum Schluss bleibt mir nur die Autorin zu zitieren:

"So viele Bücher. Und du nimmst ausgerechnet dieses"