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Veröffentlicht am 25.05.2020

Liebenswert und tollpatschig

Pandatage
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Worum geht es in dem Buch?
Danny ist Witwer. Seine Frau Liz starb bei einem Autounfall. Sein Sohn Will spricht seit diesem Zeitpunkt nicht mehr – weder mit Danny, noch in der Schule.
Danny verdient den ...

Worum geht es in dem Buch?
Danny ist Witwer. Seine Frau Liz starb bei einem Autounfall. Sein Sohn Will spricht seit diesem Zeitpunkt nicht mehr – weder mit Danny, noch in der Schule.
Danny verdient den Lebensunterhalt für sich und seinen Sohn als Bauarbeiter. Kritisch wird die Situation, als Danny seinen Job verliert. Sein Vermieter setzt ihn unter Druck und droht mit Kündigung, wenn Danny nicht bald die fällige Miete plus Zinsen bezahlt. Ersparnisse hat Danny nicht. Er traut sich nicht, seinem Sohn die Wahrheit zu sagen. Stattdessen kauft er sich ein Pandakostüm und versucht sich als Straßenkünstler, um Geld zu verdienen. Das klappt zuerst überhaupt nicht. Dannys Tanzversuche sind unbeholfen – und er erntet eher Spott statt Geld.
Krystal, eine Bekannte, bringt Danny einige Tanzschritte bei – und Danny verbessert sich allmählich.
Eines Tages sieht er, wie sein Sohn Will von anderen Jungs in Bedrängnis gebracht wird. Beherzt geht er dazwischen und kann Will retten. Will vertraut von nun an dem Panda – und beginnt sogar wieder zu sprechen. Allerdings weiß er nicht, wer in Wirklichkeit in dem Pandakostüm steckt.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Dieser liebenswerte Roman zog mich sofort in seinen Bann. Er ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) mit einigen Dialogen geschrieben. Danny ist liebenswert, tollpatschig – beim Lesen tut er mir oft leid.
Will ist eher eine Nebenfigur – er entwickelt sich aber im Laufe des Buches.
Krystal fand ich oft ordinär – aber auch sie hat Herz und Verstand, besonders, als die Dannys Ex-Arbeitgeber eine Lektion erteilen kann.
Man liest das Buch, weil man wissen will, ob Danny im Pandakostüm beruflichen Erfolg haben wird – so wie beispielsweise der Zauberer El Magnifico, der ebenfalls als Straßenkünstler tätig ist – aber im Gegensatz zu Danny gut verdient.
Und man liest das Buch, weil man wissen will, ob Will auf lange Sicht mit seinem Vater sprechen wird, wenn er herausbekommt, dass dieser in dem Pandakostüm steckt.
Spannung, ein schöner Schreibstil, eine interessante Hauptperson – das sind die Aspekte, die das Buch lesenswert machen. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Lustig, kurzweilig und lehrreich – nicht nur für Kinder

Antonella Augensterns abenteuerliches Alphabet
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Worum geht es in dem Buch?
Das Kinderbuch „Antonella Augensterns abenteuerliches Alphabet“ präsentiert sich meistens in Reimen. Die Schülerin Antonella Augenstern soll einen Aufsatz schreiben, in dem alle ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Kinderbuch „Antonella Augensterns abenteuerliches Alphabet“ präsentiert sich meistens in Reimen. Die Schülerin Antonella Augenstern soll einen Aufsatz schreiben, in dem alle Buchstaben des Alphabets vorkommen. Eine sinnvolle Geschichte soll dabei herauskommen.
Nach langen Überlegungen fällt ihr ein Satz ein, in dem jedes Wort mit A beginnt. Sie schreibt ihn auf ein Blatt. Das Blatt wird vom Wind fortgeweht an verschiedene Orte zu verschiedenen Menschen. Menschen, die in verschiedenen Lebenssituationen stecken. So lernen die Leser beispielsweise Eddi Ebert kennen, der einen Zug erreichen will. Oder die umtriebige Familie Finkenbrink, deren Geschirr mit einem Schlauch gespült wird. Oder Josefine Jeddebrock, die sich um ihr Salatbeet kümmert.
Jede dieser Personen schreibt einen Satz, dessen Buchstaben mit einem bestimmten Buchstaben des Alphabets beginnen, auf das Blatt.
Wird Antonella auf diese Weise zu ihrem Aufsatz kommen?

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist lustig – nicht nur für junge Leser, sondern auch für Erwachsene, die es Kindern vorlesen. In kurzweiligen Reimen und dazu erfrischenden Bildern wird eine Geschichte präsentiert.
Kinder können mit lustigen Begebenheiten alle Buchstaben des Alphabets üben, und Erwachsene bekommen kurzweilige Unterhaltung. Dieses Buch regt auf jeden Fall zum Schmunzeln und Lachen an.
Die Aufmachung in Reimen und bunten Bildern ist so schön und originell gestaltet, dass man das Buch mehrfach zur Hand nehmen kann, um sich damit zu amüsieren. Langweilig wird es nie.
Die Frage, die man sich als Leser stellt – nämlich „Wird Antonella ihren sinnvollen ABC-Aufsatz bekommen?“ wird ebenfalls beantwortet.

Mein Fazit:
Bei diesem Buch ist der Lesespaß für Kinder und der Vorlesespaß für Erwachsene auf jeden Fall garantiert. Ich vergebe 5 Sterne und eine Lese- und Kaufempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2020

Zwei bemerkenswerte Frauen

Das Haus der Frauen
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch ist aus der Ebene des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) im Präsens geschrieben und beleuchtet zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben.
Solène ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch ist aus der Ebene des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) im Präsens geschrieben und beleuchtet zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben.
Solène lebt im heutigen Paris – so, wie wir es vor der Corona-Krise kennen. Eine quirlige umtriebige Stadt. Solène ist eine erfolgreiche Anwältin mit einer eigenen Wohnung und einem gut gefüllten Bankkonto. Sie ist Single.
Eines Tages erleidet sie einen Burnout, nachdem sich einer ihrer Mandanten vor ihren Augen nach einer Gerichtsverhandlung umgebracht hat.
Das schockiert Solène so sehr, dass sie ihren Anwaltsberuf erst einmal ruhen lässt, sich psychologische Hilfe holt – und nach einigen Wochen überlegt, was sie Sinnvolles tun kann. So fängt sie an, ehrenamtlich einmal pro Woche in einem Frauenhaus – genannt „Der Palast“ – in Paris zu arbeiten. Sie hat ihren Computer dabei und schreibt Briefe für die Frauen.
Dabei erntet sie nicht nur Lob, sondern auch Kritik. Sie lernt unterschiedliche Frauen mit unterschiedlichen Schicksalen kennen.
Die zweite Handlung spielt im Paris der 1920er-Jahre. Blanche arbeitet bei der Heilsarmee. Ihr ist es ein Anliegen, armen Menschen zu helfen. Doch sie und ihr Mann Albin haben die finanziellen Möglichkeiten nicht, um vielen Menschen helfen zu können. Eines Tages findet Blanche das ideale Objekt, in dem man ein Frauenhaus eröffnen könnte. Aber das Gebäude ist nicht nur groß, sondern auch ziemlich teuer. So fasst Blanche einen kühnen Plan.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Nachdem ich das Buch „Der Zopf“ von Laetitia Colombani gelesen hatte, das mir sehr gut gefallen hatte, war ich gespannt auf ihr neues Buch.
Die Handlung fängt gleich interessant an. Das Leben von Solène, einer sympathischen Anwältin, ändert sich von einem Moment auf den anderen. Sie überlegt sich, wie ihr Leben weitergehen kann, nachdem sich ihr Anwaltsberuf erst mal erledigt hat.
Als Leserin will ich wissen, was Solène unternimmt und wie sie die Aufgabe in dem Frauenhaus meistert. Anfangs ist es schwer, die Frauen nehmen keine Notiz von Solène. Nachdem sie aber einige der Frauen kennen gelernt hat und beginnt, sich in ihrer neuen Funktion wohlzufühlen, muss sie mit Kritik und einem weiteren schlimmen Ereignis fertig werden.
Mit der Geschichte rund um Blanche musste ich mich erst einmal anfreunden. Nicht nur schön, sondern auch düster ist das Leben im Paris der 1920er-Jahre – und ich wusste zuerst einmal nicht, was ich von Blanche halten sollte. Im Laufe der Lektüre wurde sie mir aber sehr sympathisch. Sie hat ein großes Herz und kann das Wenige, das sie bekommt, noch mit anderen Leuten teilen.
Sehr ansprechend finde ich den Schreibstil von Laetitia Colombani. Sie bringt alles auf den Punkt und verzichtet auf ausufernde Beschreibungen. Dabei kann sie gekonnt die Gefühle und Gedanken ihrer Hauptpersonen darstellen und malt mit Worten Bilder von Situationen, so dass man sich als Leserin alle Ereignisse und Schauplätze sehr gut vorstellen kann.
Am Ende bleiben einige Fragen, die man sich als Leser während der Lektüre stellt, noch offen. Aber das finde ich in Ordnung – so kann man sich seine eigenen Gedanken machen, wie manche Ereignisse weitergehen könnten.

Mein Fazit:
"Das Haus der Frauen" ist ein Buch über zwei bemerkenswerte Frauen, die über sich selbst hinauswachsen, indem sie versuchen, armen, bedürftigen Frauen zu helfen.
Ich vergebe alle Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2020

Nicht nur traurig, sondern auch zuversichtlich

Nach Mattias
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Worum geht es in dem Buch?
Es geht um Mattias – die Zeit, als er noch lebte, und die Zeit nach seinem Tod.
Menschen, die viel, wenig oder gar nicht mit ihm zu tun hatten, werden beleuchtet. Sie erzählen ...

Worum geht es in dem Buch?
Es geht um Mattias – die Zeit, als er noch lebte, und die Zeit nach seinem Tod.
Menschen, die viel, wenig oder gar nicht mit ihm zu tun hatten, werden beleuchtet. Sie erzählen aus der Ich-Perspektive – über manche wird aber auch aus der auktorialen Erzählperspektive berichtet.
Da gibt es Amber, Mattias‘ Freundin, die seit seinem Tod nur noch funktioniert.
Die Großeltern Riet und Hendrik, die alt und gebrechlich sind und viel mit sich selbst zu tun haben, werden dem Leser vorgestellt. Der Tod ihres Enkels Mattias beschäftigt aber auch sie.
Der Leser erfährt von Nathan, einem Alkoholiker, der an einem Verkaufscoaching teilnimmt.
Ein Kapitel widmet der Autor Kristianna. Sie ist Mattias‘ Mutter, die immer noch versucht, den Tod ihres Sohnes zu begreifen.
Noch weitere Personen werden in diesem Buch vorgestellt.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ich wollte dieses Buch lesen, denn ich fand die Thematik interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Stil des Romans gefällt mir, manche Sätze finde ich literarisch besonders gelungen.
Von der Handlung her ist „Nach Mattias“ kein Buch, in dem nur Traurigkeit an vorderster Stelle steht – es ist ein Buch, das auch Zuversicht gibt und zum Nachdenken anregt. Es zeigt viele Leute, die versuchen, mit ihrer Trauer umzugehen und weiterzumachen.
Die verschiedenen Charaktere fand ich faszinierend. Als Leserin mochte ich manche Charaktere mehr, manche weniger. Nathan war mir beispielsweise unsympathisch – und ich wusste lange Zeit nicht, warum ihm in dem Buch ein Kapitel gewidmet wurde. Gegen Schluss jedoch konnte ich es herausfinden.
Amber mochte ich anfangs auch nicht sehr – aber sie entwickelt sich, und am Ende fand ich sie bewundernswert.
Die Großeltern fand ich sehr sympathisch – und auch Mattias‘ Kristianna. Sie sind beide für mich gut und nachvollziehbar geschildert.
Auch Mattias mochte ich. Lange Zeit erfährt man als Leser nicht, wie er ums Leben kam. Man weiß nur bald, dass er es nicht freiwillig tat. Er hatte noch so viele Pläne im Leben!
Sehr positiv bewerte ich auch, dass es hinten in dem Buch noch ein Interview mit dem Autor gibt. Darin erfährt man, wie er diesen Roman entwickelt hat.
Ich vergebe dem Buch „Nach Mattias“ alle fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2020

Eine faszinierende Geschichte, die in mehreren Jahrhunderten spielt

Wie man die Zeit anhält
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Die Handlung:
Der Geschichtslehrer Tom Hazard ist ein Einzelgänger. Er sieht aus wie 40 Jahre – ist aber in Wirklichkeit 400 Jahre alt. Geboren wurde er am 3. Mai 1581. Er gehört zu den Personen, die ...

Die Handlung:
Der Geschichtslehrer Tom Hazard ist ein Einzelgänger. Er sieht aus wie 40 Jahre – ist aber in Wirklichkeit 400 Jahre alt. Geboren wurde er am 3. Mai 1581. Er gehört zu den Personen, die ewig leben können. Solche Personen nennt man „Albatrosse“, die auch von einer „Albatros-Gesellschaft“ beobachtet werden.
„Albatrosse“ können zwar altern, aber es dauert bei ihnen länger als bei anderen Menschen. Toms Freund und Mentor Mr. Hendrich empfiehlt Tom auch, sich nie zu verlieben und keine Verbindung zu anderen Menschen einzugehen. Denn das könnte dazu führen, dass man den Verstand verliert.
Deswegen ist auch Abraham, ein Hund, der Probleme hat, das einzige Wesen, mit dem Tom sein Leben teilt.
Glücklich ist Tom mit diesem Leben nicht. Die Tatsache, dass er ein Albatros ist, kostete seiner Mutter das Leben. Außerdem leidet er immer wieder an Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Und immer wieder muss er umziehen. Beispielsweise wohnte er schon in Irland und in Toronto (Kanada).
Als er einen Job als Geschichtslehrer im London der Gegenwart annimmt, verliebt er sich in eine Lehrer-Kollegin. Sie ist Französisch-Lehrerin.

Meine Meinung:
Was ich hier lese, ist eine Mischung zwischen einem Märchen und einer Fantasy-Geschichte. Sympathisch ist die Hauptperson Tom Hazard – und er tut mir leid. Es hat mich berührt zu lesen, wie seine Mutter gestorben ist.
Tom hat keine Freude am Leben. Nicht an dem Leben, das er führen muss. Manchmal wäre er lieber ein ganz normaler Mensch, der ganz normal altert. Er lebt weiter, weil er seiner Mutter, kurz bevor sie starb, ein Versprechen abgegeben hat. Außerdem sucht er seine Tochter Marion. Auch sie ist ein „Albatros“. Er hat sie aus den Augen verloren. Das macht ihm zu schaffen.
Die Handlung wird aus mehreren Zeitebenen erzählt. Man erfährt, wie es Tom in der heutigen Zeit geht, und man erfährt, was er vor circa 400 und circa 300 Jahren und so weiter erlebte. Tom lernte beispielsweise Shakespeare und Scott Fitzgerald kennen und verdiente sich in London als Lautenspieler sein Geld, als er Jugendlicher war. Besonders oft wird das Leben in London beleuchtet. London im Mittelalter und London heute. Das finde ich faszinierend, das gefällt mir.
Das Buch ist mitreißend, interessant und in einer schönen Sprache geschrieben. Wobei die Liebe zu Camille ein Nebenthema ist. Hauptsächlich geht es darum, was Tom im Laufe seines Lebens alles erlebt hat. Das ist alles sehr anschaulich und mit sehr viel Fantasie verfasst. So wird das Buch nie vorhersehbar – und die Ereignisse sind überraschend. Bis zum Schluss. Ich vergebe diesem Buch alle fünf Sterne und empfehle es weiter.

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