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Veröffentlicht am 14.11.2020

Gutes Thema – aber das Buch konnte mich nicht durchgehend packen

Das Haus in der Claremont Street
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Worum geht es in dem Buch?
Die Handlung des Buches spielt in Toronto (Kanada). Mona wurde von ihrem Ehemann Russell erschlagen, der sich danach selbst das Leben nahm. Ihr Sohn Tom (9 Jahre alt) hat die ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Handlung des Buches spielt in Toronto (Kanada). Mona wurde von ihrem Ehemann Russell erschlagen, der sich danach selbst das Leben nahm. Ihr Sohn Tom (9 Jahre alt) hat die beiden entdeckt und einen Notruf abgesetzt.
Sonya, seine Tante, hat das Sorgerecht für ihn bekommen, aber sie kommt nicht mit ihm klar. Tom will nicht reden – zu tief sitzt noch der Schock über den gewaltsamen Tod seiner Eltern. Schließlich kommt Tom zu Rose, der zweiten Schwester von Mona. Sie wohnt in dem Haus an der Claremont Street mit ihrem Sohn Nick. Noch immer redet Tom nicht, aber bei Tante Rose und seinem Cousin Nick fühlt er sich besser. Zumal später Onkel Will – der Bruder seiner Mutter und seiner Tanten – ebenfalls in diesem Haus wohnt und trotz Toms Schweigen einen Zugang zu ihm findet.
Tom, Sonya, Rose und Will versuchen, ihre Trauer um Mona und Russell zu verarbeiten. Sie erinnern sich zurück, sind aber auch mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Die Ehe zwischen Sonya und ihrem Mann Alex scheint am Ende – und Rose und Sonya kommen nicht miteinander klar. Darüber hinaus sucht Will einen Job, der ihn erfüllt. Und alle wollen, dass Tom wieder spricht.

Meine Meinung:
Der Roman ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben. Oft ist die Handlung aus der Sicht von Tom geschildert. Tom ist sympathisch, sein Onkel Will ebenfalls. Mit Sonya und Rose musste ich mich beim Lesen immer wieder anfreunden. Sie mochten sich nicht und hatten immer wieder Streit.
Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Tom weitergeht. Besonders nach diesem dramatischen, erschütternden Beginn des Romans. Ich wollte wissen, wo Tom letztendlich wohnen wird und ob er jemals wieder spricht. Vom Thema her ist das Buch interessant. Es geht um Familie – und das, was Familie bewirken kann, was Familie stark macht. Und gemeinsam als starke, geerdete Familie kann man auch Trauer verarbeiten.
Beim Lesen fehlte mir jedoch oft der gewisse „Kick“ – also eine Spannung, das „gewisse Etwas“, das ein Buch durchgängig interessant macht. Oftmals plätschert die Handlung vor sich hin, es passiert wenig – und ich fragte mich beim Lesen, wann das Buch richtig interessant werden würde, also ein Wendepunkt passieren würde.
Es hat mir gefallen, wie sich die Familie im Laufe des Romans entwickelt. Jedoch ist mir die Handlung oft zu „verhalten“, so dass ich für die Lektüre letztendlich nur drei von fünf Sternen vergeben kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2020

Durchschnittlich

Das Glück an Regentagen
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Auf die Lektüre von „Das Glück an Regentagen“ hatte ich mich gefreut. Ich erwartete ein Wohlfühlbuch, das mir die regnerischen Januartage versüßen würde. Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

Die ...

Auf die Lektüre von „Das Glück an Regentagen“ hatte ich mich gefreut. Ich erwartete ein Wohlfühlbuch, das mir die regnerischen Januartage versüßen würde. Wie ich das Buch fand, zeigt der folgende Bericht.

Die Handlung:
In dem Buch geht es um mehrere Personen, die irgendwie miteinander verbunden sind - entweder durch Verwandtschaft oder auch durch andere Beziehungen.
Lilly ist verheiratet mit George. Beide sind schon sehr alt, seit 67 Jahren verheiratet. Lilly ist dement und vergisst immer wieder Dinge.
George liebt Lilly nicht, aber er vermisst seinen Freund Everett, der im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam.
Mae ist die Enkelin von Lilly und George. Sie wurde von ihren Großeltern großgezogen, da ihre Eltern schon früh starben.
Mae wähnte sich glücklich mit ihrem Partner Peter, der sie jedoch eines Tages plötzlich verließ. Zurück ließ er ihr seinen Hund Bud. Von der Polizei erfährt Mae später, dass Peter in Wirklichkeit einen anderen Namen hat und polizeilich gesucht wird.
Sie ist tief betroffen und kehrt zurück in den Ort ihrer Kindheit – Alexandria Bay. Dort will sie nicht nur ihre Großeltern wieder treffen, sondern auch Gabriel – genannt Gabe – ihre einzige große Liebe. Und sie trifft Gabe wieder, der sich mit seinem Vater überworfen hat. Sie versucht zu ergründen, warum er sie vor Jahren so plötzlich verlassen hat, obwohl sie ihre Jugend miteinander verbrachten und sich liebten. Doch es gibt ein Familiengeheimnis, von dem sie nichts weiß und an dem er sich schuldig fühlt. Wahre Liebe scheint auch das zu überwinden – doch es ergeben sich andere Probleme…

Meine Meinung:
Das Buch nennt sich „Das Glück an Regentagen“ – doch von Glück war während der Romanhandlung lange nichts zu spüren. Ich las von traurigen Leuten, von Leuten, die zerbrochen sind, von Leuten, die im Streit mit anderen sind.
Die Geschichten von Mae, Lilly und George usw. werden in diesem Buch nicht nacheinander erzählt, sondern abwechselnd in kleinen Portionen. Man erfährt wechselweise Ereignisse aus deren Gegenwart und aus deren Vergangenheit Für mich war das anfangs ziemlich mühsam. So dauerte es eine Weile, bis ich mich in der Handlung zurechtfand, und, bis ich wusste, in welcher Beziehung die vorkommenden Personen zueinander stehen und was genau ihre Geschichte ist. Dann jedoch hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen.
Der Schluss ist gut – nicht vorhersehbar, und er zeigt, wozu wahre Liebe fähig sein kann.
Sehr erfrischend fand ich die Kapitelüberschriften. Tipps für Regentage, die Maes Mutter Virginia aufgeschrieben hatte. Das sind Tipps, über die man selbst als Leser/-in auch nachdenken kann, ob man sie selbst nicht auch beherzigen sollte. Gerade an Regentagen.

Mein Fazit:
„Das Glück an Regentagen“ ist ein Roman rund um die Beziehung von Mae und Gabe. Sie liebten sich, sie verloren sich aus den Augen, sie treffen sich wieder. Ihre Liebe muss sich neuen Herausforderungen stellen.
Wer einen Liebesroman sucht, der schön geschrieben ist und keine offenherzigen Szenen beinhaltet, liegt bei diesem Roman genau richtig. Ich musste mich zu Anfang durch einige Szenen kämpfen, bis ich überhaupt wusste, worum es in dem Buch genau geht. Außerdem waren mir manche Szenen zu detailliert.
Ich vergebe dem Buch drei Sterne und empfehle es weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2020

Stellenweise langatmig mit literarischen Höhepunkten

Sweet Sorrow
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Worum geht es in diesem Buch?
Charlie Lewis ist 16 Jahre alt. Seine Schulabschlussprüfung hat er nicht bestanden.
Er trifft sich mit Freunden, sie gehen in ein Pub, sie spielen Schlagball. Und sie gehen ...

Worum geht es in diesem Buch?
Charlie Lewis ist 16 Jahre alt. Seine Schulabschlussprüfung hat er nicht bestanden.
Er trifft sich mit Freunden, sie gehen in ein Pub, sie spielen Schlagball. Und sie gehen auf Partys, wo sie Tabletten schlucken, die sie „high“ machen. Und so weiter.
Charlies Familie ist zerrüttet. Die Eltern leben getrennt, und Charlie lebt bei seinem Vater, der an Depressionen leidet. Lieber würde er bei seiner Mutter und seiner Schwester leben. Sie leben bei dem neuen Partner der Mutter und dessen Zwillingen.
Charlie lernt Fran Fisher kennen, in die er sich verliebt. Um bei ihr landen zu können, wird er Mitglied in der Theatergruppe, in der auch Fran ist. Und genau wie sie soll er in dem Stück „Romeo und Julia“ mitspielen.
Es geht um Charlies Erlebnisse mit Fran – um ihre Liebe zueinander, die erste Liebe für ihn.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschrieben. Beim Lesen erfahre ich viel über einen Heranwachsenden und seine Probleme. Charlie ist sympathisch. Dass er durch seine Abschlussprüfung gefallen ist, scheint ihn nicht zu berühren. Nebenher arbeitet er in einer Tankstelle, um ein bisschen Geld zu verdienen.
Ich habe das Buch gelesen, um zu erfahren, wie es mit Charlie und Fran und mit Charlie und seiner Familie weitergeht. Dass Fran und Charlie nicht für immer zusammenkommen, merkt man ziemlich bald, denn Charlie macht immer wieder entsprechende Andeutungen.
In dem Buch gibt es wunderschön geschriebene Kapitel, die ich gerne gelesen habe. Beispielsweise die Passagen darüber, als Charlies Vater der Inhaber mehrerer Schallplattenläden war.
Dann gibt es langatmige Kapitel, in denen es beispielsweise um das Theaterstück „Romeo und Julia“ geht. Da geht es lang und breit darum, wie man einige Textpassagen richtig deklamiert. Solche Kapitel habe ich schneller gelesen, weil sie mich nicht begeistern konnten.
Deshalb zieht sich der Roman zeitweise in die Länge – was auch mein Lesevergnügen immer wieder trübte.

Mein Fazit:
„Sweet Sorrow“ ist ein Roman über einen 16-Jährigen, der seine erste Liebe trifft und versucht, sie zu beeindrucken.
Teilweise gibt es langatmige Kapitel in dem Buch, dann wieder interessante Stellen. Ich vergebe drei Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2020

Ein mittelmäßiger Weihnachtsroman

Ein Kuss unter dem Mistelzweig
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Im Dezember 2013 hatte ich Lust, einen Weihnachtsroman zu lesen. Im Buchhandel entschied ich mich für:


Ein Kuss unter dem Mistelzweig von Abby Clements




Zwei Frauen tauschen ihre Wohnungen – oder: ...

Im Dezember 2013 hatte ich Lust, einen Weihnachtsroman zu lesen. Im Buchhandel entschied ich mich für:


Ein Kuss unter dem Mistelzweig von Abby Clements




Zwei Frauen tauschen ihre Wohnungen – oder: Die Handlung

Die Hauptpersonen des Buches sind zwei Frauen.

Laurie, die erfolgreiche Modedesignerin, die für ihre Firma nach China reist und dort die Produktion der neuen Handtaschenkollektion betreut. Leider ist bei der neuesten Handtaschenproduktion etwas schief gelaufen. Ein bestimmtes Etikett fehlt, und so wird Laurie von ihrem Chef Danny kurzerhand für einige Monate beurlaubt.

Was soll sie tun? Sie lebt in London, ist Erfolg gewohnt, wandelt modisch gekleidet und auf High Heels (Stöckelschuhen) durch die britische Metropole – und hat in der Firma einen tollen Posten. Auf einmal wird sie in der Firma nicht mehr gebraucht. Außerdem hat der Nachbar Jay, den sie sehr sexy findet, auf einmal kein Interesse mehr an ihr. Mit so viel Freizeit auf einmal hat Laurie nicht gerechnet.

Da kommt es Laurie ganz gelegen, dass ihre langjährige Freundin aus Kindertagen Rachel, die im Dorf Skipley auf dem Land lebt, für einige Wochen eine Bleibe in London benötigt. Rachels Schwiegermutter Bea muss in einer Londoner Klinik untersucht und gegebenenfalls operiert werden. Da ist es gut, wenn Rachel und ihre Kinder in der Nähe sind.

Die Freundinnen Laurie und Rachel tauschen also ihre Wohnungen – das alles wird telefonisch vereinbart. Rachel zieht mit ihren Kindern Milly und Zak in Lauries spartanisch eingerichtete Londoner Wohnung und versucht, es sich gemütlich zu machen. Laurie reist mit der Bahn nach Skipley, wo tiefster Winter herrscht. Das ansprechend eingerichtete Cottage findet sie gleich – nur, wie kocht man Speisen, wenn man vorher vorwiegend von Fertiggerichten und Dosenfutter gelebt hat?

Laurie versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen, sich zu entspannen, die Leute in Skipley kennen zu lernen. Bald schon hat sie eine Idee, was man aus Altkleidern, die ein Verein für gute Zwecke sammelt, machen kann – und so gewinnt sie im Dorf einige Sympathien.

Rachel hingegen versucht, bei Bea zu sein, bei der ein Tumor diagnostiziert wird. Nach einer Operation gerät Bea ins Koma. Ob sie wieder erwachen wird?



Was zu Anfang spannend anfängt, flacht in der Mitte ab – oder: meine Leseerfahrung

Die ersten hundert Seiten des Buches habe ich gerne gelesen. Sie ließen sich zügig und schnell lesen, ich war sofort mitten in den Ereignissen rund um Laurie. In den folgenden Kapiteln lernte ich auch Rachel und ihre Familie kennen. Einlesezeit brauchte ich bei diesem Buch also nicht.

Der Roman ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit (Imperfekt) verfasst – so wie viele Romane, die ins Deutsche übersetzt wurden. Es gibt viele Dialoge, was ich gut finde.

Jedoch flacht ab Seite 100 die Handlung stark ab. Laurie ist im Dorf, Rachel und ihre Familie in der Stadt. Und was kommt jetzt?, denke ich. Laurie verpackt ein paar Altkleider und trifft Patrick, der wirklich hinreißend ist. Außerdem lernt sie die Nachbarin Diane kennen. Das alles ist auf einmal auf vielen Seiten recht langatmig ausgebreitet. Genauso sind die Vorkommnisse rund um Rachel. Bea liegt im Koma, Milly „zickt“ herum – aber nicht stark genug, um interessant zu sein. Irgendwie tröpfelt die Handlung nur noch, und ich beginne, mich beim Lesen zu langweilen.

Am Schluss driften die Ereignisse rund um Rachel und Laurie in sehr „kitschige Regionen“ ab. Die Autorin hat versucht, unbedingt ein „happy end“ – also ein glückliches Ende – zu schaffen. Das schafft sie auch mit einigen – für mich – unlogischen Vorkommnissen.

Mochte ich das Buch anfangs gerne lesen, so bin ich am Schluss wegen des starken „Kitschfaktors“ arg verstimmt. Beide Hauptfiguren sind mir während des Lesens sympathisch, bleiben mir aber immer ein bisschen fremd, ein bisschen unnahbar. Das Buch könnte also tiefgründiger sein, könnte also mehr die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen beleuchten. So könnte ich sie als Leserin besser verstehen und auch das, was sie tun und getan haben, besser verstehen.

Ich wollte einen Weihnachtsroman lesen, aber ein Weihnachtsroman ist „Ein Kuss unter dem Mistelzweig“ nicht. Um Weihnachtsvorbereitungen geht es in dem Buch kaum, man kann sich aber eine winterliche Atmosphäre gut beim Lesen vorstellen. Im Buch geht es um Konflikte zwischen Laurie und Rachel, aber auch zwischen Laurie und ihrem Umfeld und Rachel und deren Umfeld.



Mein Fazit

Wer bei einem Glas Tee oder Glühwein in gemütlicher Atmosphäre einen Frauenroman mit wenig Anspruch lesen will, der im Winter spielt, dem könnte „Ein Kuss unter dem Mistelzweig“ gut gefallen.

Mich hat das Buch ab circa Seite 100 gelangweilt, die Spannung flachte ab und die Charaktere hätten intensiver gezeichnet sein können. Außerdem wirkt auf mich der Schluss zu konstruiert und zu kitschig.

Ich vergebe drei Sterne und eine Leseempfehlung an die Zielgruppe, die diese Art von Roman bevorzugt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2019

Stellenweise langatmiger und schwatzhafter Krimi

Die Stille des Todes
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Worum geht es in dem Buch?
Eine Mordserie erschüttert Vitoria, die Hauptstadt des Baskenlandes, im Sommer 2016. In einer Kathedrale wird ein totes Paar gefunden. Die beiden sind nackt. Offensichtlich kannten ...

Worum geht es in dem Buch?
Eine Mordserie erschüttert Vitoria, die Hauptstadt des Baskenlandes, im Sommer 2016. In einer Kathedrale wird ein totes Paar gefunden. Die beiden sind nackt. Offensichtlich kannten sie sich nicht. Weitere Mordopfer werden gefunden. Es sind immer Paare, jeweils männlich und weiblich, ähnlichen Alters.
Die Mordserie erinnert an Morde, die 20 Jahre vorher passierten. Allerdings wurde als Täter Tasio Ortiz gefasst und sitzt in sicherer Haft. Hat man damals vielleicht den falschen Täter verhaftet?
Inspektor Ayala, genannt „Kraken“, und seine Kollegin Estibaliz, genannt Esti, ermitteln in alle Richtungen. Sie befragen Angehörige der Mordopfer und nehmen Kontakt zu Tasio auf.
Immer wieder sucht „Kraken“ seinen Großvater auf, der ihn großzog. Und er denkt an seine Frau, die auf tragische Weise ums Leben kam.

Meine Meinung:
Die Leseprobe weckte mein Interesse an diesem Roman, der vorwiegend aus der Ich-Perspektive von Inspektor Ayala, genannt „Kraken“, in der Vergangenheit erzählt wird.
Immer wieder werden auch Kapitel aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) eingestreut. Als Leserin weiß ich zuerst nicht, was diese Handlung aus den 1970er-Jahren über Blanca, die mit einem Mann verheiratet ist, der sie schlägt, mit den Ereignissen von 2016 zu tun haben. Das wird im Laufe der Geschichte aufgeklärt – und ich fand es interessant, diese Handlung rund um Blanca, ihren Ehemann und den betreuenden Arzt zu lesen.
Die Haupthandlung aus dem Jahre 2016 konnte mich jedoch wenig begeistern. „Kraken“ und Esti und die weiteren Mitarbeiter der Polizei sind zwar sympathisch – und es ist schlimm, was „Kraken“ erlebt hat (Tod der Frau). Allerdings kommt die Handlung nur langsam in Schwung. Oft ist mir die Handlung viel zu langgezogen, es wird zu viel gesprochen, einige der Nebenhandlungen (zum Beispiel Gespräche mit dem Großvater und Begegnung mit einer Joggerin) sind mir ebenfalls zu viel.
Im letzten Drittel nimmt die Handlung endlich mehr Fahrt auf. Der Schluss ist nicht vorhersehbar – das spricht für das Buch.
Als „Thriller“ habe ich diesen Kriminalroman also nicht empfunden, es ist kein Pageturner für mich, oft habe ich mich bei der Lektüre gelangweilt und mich gefragt, wann wieder etwas Interessantes passiert.

Mein Fazit:
„Die Stille des Todes“ ist ein Krimi mit vielen Längen. Die Beschreibungen einiger Plätze im Baskenland fand ich interessant, ebenso die Handlung aus den 1970er-Jahren rund um Blanca, ihren Mann und einen Arzt.
Die Haupthandlung im Roman, die 2016 spielt, konnte mich lange nicht richtig packen. Oft habe ich mich beim Lesen gelangweilt.
Dieser Krimi ist der Auftakt zu einer Serie rund um den Ermittler „Kraken“. Ich vergebe drei Sterne für „Die Stille des Todes“ und bin bei einer Leseempfehlung unentschlossen.