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Veröffentlicht am 18.10.2020

Wundersuche

Wundersuche
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“Wundersuche” ist ein autobiografisches Buch, in dem der Autor, Thomas Bruckner, von seiner Gehirntumordiagnose erzählt. Aufgrund des Tumors beschließt er sich auf die Suche nach Alternativmedizin zu machen. ...

“Wundersuche” ist ein autobiografisches Buch, in dem der Autor, Thomas Bruckner, von seiner Gehirntumordiagnose erzählt. Aufgrund des Tumors beschließt er sich auf die Suche nach Alternativmedizin zu machen. Er bereist die halbe Welt um auf Geistheiler, Scharmanen und Voodoo-Priester zu treffen. In der Hoffnung auf Heilung, macht er da eine Menge mysteriöse Dinge mit.

Meine Meinung:

Ich finde, trotz des ernsten Themas, schreibt Thomas Bruckner doch sehr sarkastisch und selbstironisch. Es gab einige Textzeilen, die mich zum Lachen gebraucht haben oder zum Schmunzeln. Es ist erstaunlich wieviele Menschen es gibt, die denken, sie wurden vom heiligen Geist oder Höherem ausgewählt, um anderen zu helfen. Ich finde es auch super, dass Thomas Bruckner sich auf die Suche nach solchen Leuten macht um rauszufinden, ob sie die Wahtrheit sagen oder Scharlatane sind. Ich weiß nicht, ob ich das gemacht hätte, nach so einer heftigen Diagnose.
Es ist auf jeden Fall eine interessante Reise, auf die ich gar nicht weiter eingehen möchte, weil ich der Meinung bin, dass das jeder selber lesen sollte. Zusammen mit Thomas Bruckner habe ich aber sehr viele kuriose Menschen kennen gelernt. Einge davon fand ich großartig und einige mochte ich überhaupt nicht.

Ich muss aber auch sagen, dass mich das Buch manchmal, an einigen Stellen gelangweilt hat. Vielleicht habe ich mehr erwartet oder es war mir zu langatmig. Ich habe es gerne gelesen und ich denke, dass es auch anderen gefallen wird. Dennoch kann ich keine volle Punktzahl geben. Das Buch liegt im guten Mittelmaß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2020

Deep

Ihr Königreich
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In diesem Kriminalroman geht es um die Brüder Roy und Carl Opgard. Sie leben in einer Kleinstadt namens Os in Norwegen. Carl, der Jüngere, ist mit jungen Jahren nach Amerika gegangen, kehrt jetzt aber, ...

In diesem Kriminalroman geht es um die Brüder Roy und Carl Opgard. Sie leben in einer Kleinstadt namens Os in Norwegen. Carl, der Jüngere, ist mit jungen Jahren nach Amerika gegangen, kehrt jetzt aber, nicht nur mit seiner Frau, auch mit einer aberwitzigen Idee zurück. Das Ehepaar möchte ein Spa-Hotel erbauen lassen, welches von allen Bewohnern mitfinanziert werden soll. Außerdem sind die Brüder alarmiert, weil die Polizei alten Fällen nachgeht. Zum einen der Tod des Polizeichefs und zum anderen den tödlichen Unfall der Opgard Eltern.

Mein Fazit:

Natürlich ist es nicht ein typischer Nesbo, ganz und gar nicht. Es ist ein Kriminalroman, der sich mehr auf die Psyche und Emotionen der Charaktere bezieht, als auf Spannung und Nervenkitzel.
Mir haben die Protas sehr gut gefallen und auch alle anderen Os-Bewohner fand ich sehr authentisch und interessant.
Hier und da fand ich das Buch etwas langatmig, hab aber am Ende reflektiert und bin der Meinung, dass es genauso richtig ist. So lernen wir die Personen viel besser kennen. Vor allem Roy und Carl.
Die Beiden sind nicht ohne aber dennoch habe ich nie negative Emotionen ihnen gegenüber gehabt. Manchmal hatte ich sogar einen leichten Beschützerinstinkt.
Also ja, hier geht es auf jeden Fall ans Eingemachte. Wir schauen in Abgründe und beobachten die Gegenwart. Ich fand das Buch wirklich gut, muss aber schon einen Punkt abziehen weil ich mich an einigen Stellen, nicht vielen, etwas gelangweilt habe.

Der Schreibstil war richtig gut, ich hab auch noch einige interessante Infos erfahren und mitnehmen können.

Es ist kein Highlight aber es ist ein wirklich gutes Buch. Eher leicht Nordic Noir als Krimi, finde ich. Auf jeden Fall ist hier jeder falsch, der einen Thriller sucht. Den gibts hier nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2020

Schöne Liebesgeschichte

Off Limits - Wenn ich von dir träume
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Heather kümmert sich um ihre depressive Mutter, geht nebenbei kellnern und vermietet das Bootshaus der Familie an Urlaubsgäste um sich und ihre Mutter über Wasser halten zu können.
Als Noah Cavallari ...

Heather kümmert sich um ihre depressive Mutter, geht nebenbei kellnern und vermietet das Bootshaus der Familie an Urlaubsgäste um sich und ihre Mutter über Wasser halten zu können.
Als Noah Cavallari sich 3 Monate am Stück in das Bootshaus einmietet, ist Heather etwas stutzig. Und in ihrer Skepsis wird sie nur bestätigt als sie Noah kennen lernt. Er ist unfreundlich, arrogant aber auch verdammt sexy.
Heather kann es nicht lassen und verguckt sich in ihn, während Noah das Ganze immer und immer wieder vehement abblockt….

Meine Meinung:

Für mich kam dieses Buch genau zur richtigen Zeit. Ich habe die letzten Wochen sehr sehr anspruchsvolle Bücher gelesen, die mich teilweise total fertig gemacht haben. Es wurde Zeit für etwas leichtere Lektüre. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Anfang war ich mir nicht sicher ob mir das Buch gefallen könnte, ich fands irgendwie ein bisschen drüber aber mit der Zeit hab ich mich total in die Protas veliebt. Ich mochte es wie sie miteinander umgegangen sind und auch den ganzen Verlauf der Geschichte. Hier und da eckte Heathers Charakter etwas bei mir an aber meistens mochte ich sie sehr gerne.
Der Schrebstil ist flüssig, ich hatte keine Probleme in die Geschichte hinein zu kommen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
Ein paar Kritikpunkte habe ich dennoch, es gab so ein paar Szenen, die hätte man auch weglassen können und ich mag auch kein erzwungenes Drama, welches leider beim “Finale” passiert ist. Was irgendwo klar war aber ich fand das doof. Nicht stimmig. Aber ich kann darüber hinwegsehen weil ich das Buch im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut fand.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2020

We remember

Und auf einmal diese Stille
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Dieses Buch beinhaltet so viel Trauer, Mut, Kraft und Schicksal.
Wie soll ich beschreiben was ich gelesen habe?

Ich weiß noch, als ich angefangen habe zu lesen, musste ich es nach nur ein paar Seiten ...

Dieses Buch beinhaltet so viel Trauer, Mut, Kraft und Schicksal.
Wie soll ich beschreiben was ich gelesen habe?

Ich weiß noch, als ich angefangen habe zu lesen, musste ich es nach nur ein paar Seiten weglegen und tief durchatmen. Mir standen schon die Tränen in den Augen. Ich bin wirklich niemand der schnell bei Büchern weint aber hier haben schon die ersten Seiten gereicht.

Ich hab mir extra ein Wochenende dafür genommen. Habe mir eine Kanne Tee gekocht und mich tagelang darauf vorbereitet dieses Buch zu lesen. Und wenn ich mich wochen- oder monatelang darauf vorbereitet hätte, es hätte mich trotzdem wie ein Schlag getroffen.
Es gibt so viele Dinge an die wir nicht gedacht haben oder es nicht gewagt haben zu denken. Diese Details sind sehr schwer zu ertragen.

Wenn du also dieses Buch lesen möchtest, mach dich auf eine Menge Gefühlschaos gefasst.

Fang ich mal von vorne an:
In diesem Buch lesen wir die Stimmen der Überlebenden, der Hinterbliebenden aber auch der Toten. Sie alle erzählen wie sie diesen Tag erlebt haben. Es ist so umfangreich, es melden sich so viele Menschen zu Wort. Wir lesen uns in so viele Schicksale hinein. Es ist nicht greifbar.

Die ersten Tage hatte ich beim Lesen sehr viel mit meinen eigenen Erinnerungen zu kämpfen. Deshalb musste ich das Buch wirklich oft weglegen und meinen Gedanken nachjagen. Irgendwann habe ich angefangen mir einige Berichte und Bilder online anzuschauen. Das hat das Ganze einfacher gemacht. So konnte ich auf diese Bilder zurückgreifen und musste nicht mehr meine eigenen Emotionen von vor fast 20 Jahren anzapfen.

Damals war ich 16 Jahre alt. Ich saß Zuhause am Schreibtsich, musste Hausaufgaben machen, hatte keine Lust, schaltete den Fernseher an und sah dann den qualmenden Nordturm. Ich war damals ein riesiger USA-Fan und konnte gar nicht glauben was da passiert ist. Es hieß ja erstmal, es wäre ein Unfall gewesen, dann irgendwann kamen die Bilder wo das zweite Flugzeug in den Südturm kracht und da war es vorbei mit mir. Ich wusste instinktiv dass dies ein Anschlag ist und der 3. Weltkrieg angefangen haben muss. Mit Ersterem hatte ich recht aber zum Glück nicht mit meinem zweiten Gedanken. Ich saß da, auf meinem Schreibstischstuhl und schaute hoch zu meinem Fernseher (da gab es früher so fancy Vorrichtungen womit man die Fernseher hin- und herschwingen konnte), den Mund offen weil ich sprachlos war und das alles nicht fassen konnte.
Und dann, dann ist der Südturm einfach in sich zusammen gefallen. Diese Bilder, das Geräusch, es war unerträglich. Auch wenn ich in Deutschland war, in meinem sicheren Zuhause, fühlte es sich für mich doch so an als wäre ich persönlich betroffen und als dann einige Zeit später auch noch der Nordturm zusammengekracht ist, da war ich dann einfach nur fertig mit der Welt.
Was danach passierte, weiß ich nicht mehr.Die Tatsache dass es noch 2 weitere Flugzeuge gab und das eine das Pentagon getroffen hat und das andere von den Passagieren zum Absturz gebracht wurde, ist völlig an mir vorbei gegangen. Am nächsten Tag haben wir in der Schule eine Schweigeminute für die Opfer eingelegt.


Diese Details , die die Menschen erzählen, die vor Ort waren….Die Feuerwehrleute, die Polizisten….diese Details werde ich niemals vergessen. In meinem Hinterkopf war mir bewusst dass die grausame Wahrheit so aussieht aber ich wollte nicht daran denken. Will ich immer noch nicht. Ich kann das einfach nicht….

Ich bin einige Mal abends mit dem Hund spazieren gegangen und war völlig versunken. In Gedanken. Ich befand mich gedanklich im Jahr 2001 und hab immer nur mit dem Kopf schütteln können. Denn bis heute kann ich es immer noch nicht glauben oder realisieren.

Mir ist bewusst, dass es überall auf der Welt Not gibt und Schicksale und dass dort schlimme Dinge passieren. Der Anschlag auf das World Trade Center ist aber eine außergewöhliche Form von Terror gewesen. Das Land wurde von innen heraus angegriffen, niemand hatte die Möglichkeit dies voraus zu sehen, es aufzuhalten, die Menschen zu retten.

Ich bin nicht gläubig aber beten wir dass so etwas nie wieder passiert und dass Trump im November abgewählt wird!


WE REMEMBER 9/11

  • Cover
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Veröffentlicht am 18.09.2020

Werde, der du bist

Das Buch eines Sommers
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Nicolas möchte Schriftsteller werden, doch dann kommt das Leben dazwischen. Er übernimmt die Fima seine Vaters, gründet eine Familie. Als sein Onkel Valentin stirbt, verliert er den einzigen Menschen, ...

Nicolas möchte Schriftsteller werden, doch dann kommt das Leben dazwischen. Er übernimmt die Fima seine Vaters, gründet eine Familie. Als sein Onkel Valentin stirbt, verliert er den einzigen Menschen, der je an ihn geglaubt hat. Als er dann im Haus seines Onkles mit der Familie über den Sommer unterkommt, eigentlich weil er verkaufen möchte, findet er, am wohl unwahrscheinlichsten Ort, den Schlüssel zu seinem Leben, zu dem Menschen, der er wirklich ist.

Meine Meinung:

Das Buch ist schon recht kurz gehalten, dennoch hat es sich an einigen Stellen ein bisschen gezogen. Hier und da war ich nicht ganz einverstanden mit dem Hergang der Geschichte und manchesmal bekam ich Informationen, die ich nicht gebraucht hätte.
Aber der Schreibstil ist super, man ist sofort im Buch drin und ich hatte auch direkt Bilder vor Augen.
Es wird ein Thema behandelt, welches uns wohl alle betrifft. Wer sind wir wirklich? Und tun wir alles dafür um die Person zu sein, die wird sind? Ich für meinen Teil kam wirklich ins Grübeln und musste feststellen, dass ich Angst davor habe meine Träume anzugehen und sie zu verwirklichen. Ähnlich wie Nicolas. Wir verlieren uns im Alltag und vergessen uns dabei und die Menschen die uns wichtig sind, Und ehe man es versieht, ist das Leben vorbei.
Ich werde jetzt versuchen mich an meine Ziele und Träume zu halten. Veränderung in mein Leben hinein zu bringen und mehr darauf achten wer ich bin.
Für jeden Menschen, der, ählich wie Nicolas, nicht in sich selbst ruht, ist dieses Buch ganz bestimmt genauso eine Inspriration wie für mich.

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