Profilbild von Tanni0106

Tanni0106

Lesejury-Mitglied
offline

Tanni0106 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tanni0106 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2021

Berührende Suche nach dem Ich

Was wir sehen, wenn wir lieben
0

Dieser Roman hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, wie würde es mir ergehen, wenn mir plötzlich die Erinnerung an die letzten 5 Jahre meines Lebens verloren gegangen wären? Die Autorin schildert die Geschichte ...

Dieser Roman hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, wie würde es mir ergehen, wenn mir plötzlich die Erinnerung an die letzten 5 Jahre meines Lebens verloren gegangen wären? Die Autorin schildert die Geschichte einfühlsam und lebendig aus Sicht von Teresa, und teilweise ihrer Liebe Henry zu der Zeit vor 5 Jahren. Es gibt so vieles in Teresas Leben, was sie nicht verstehen kann. Warum arbeitet sie jetzt als Galeristin und nicht mehr im Tattoostudio? Warum hat sie nunmehr eine schicke Wohnung und wohnt nicht mehr bei ihrer Schwester Sophie? Und ihre andere Schwester Celine hat sich noch gar nicht bei ihr gemeldet. Stück für Stück arbeitet man gemeinsam mit Teresa die Vergangenheit auf und erfährt so auch den Grund für die Veränderungen in ihrem Leben. Mit einer großen Portion Mut und Kampfgeist schafft es Teresa letztendlich sich selbst zu finden.
Fazit:
Eine fesselnde Geschichte, gefüllt mit Liebe, Verzweiflung, Rücksichtnahme, aber auch vielen humorvollen Momenten. Besonders fand ich umfangreiche Schilderung der Gedanken von Teresa, aber auch Henry. Dadurch wirkten die beiden Protagonisten sehr authentisch und nahbar, als würde man das Ganze miterleben. Die anderen Charaktere runden die Geschichte gut ab. Ich habe dieses Buch sehr genossen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2021

Trubel im deutschen Wald

Der Wald ruft
0

Ich bin ja nicht so der Fan von Hörbüchern, aber dieses hier war echt der Brüller. Nicht nur einmal habe ich laut lachend im Auto gesessen, zum Glück waren die Scheiben zu. Die beiden Erdmännchenbrüder ...

Ich bin ja nicht so der Fan von Hörbüchern, aber dieses hier war echt der Brüller. Nicht nur einmal habe ich laut lachend im Auto gesessen, zum Glück waren die Scheiben zu. Die beiden Erdmännchenbrüder Rufus und Ray sind mir schon gut aus Band 1 und 2 der Serie bekannt und ich war gespannt von dieser Geschichte ohne die üblichen Kriminalfälle. Diese Geschichte ist Humor pur, allerdings angepasst an die Probleme der aktuellen Zeit, was der dem ganzen mehr Tiefgang verleiht. So muss der Erdmännchen-Clan aus der heilen Welt des Zoos flüchten und sucht nach einer waghalsigen und gefährlichen „Bootsfahrt“ durch die Kanalisation Zuflucht im Wald. Hier gelten sie als Migranten und sind nicht jedem Bewohner willkommen. Ray freundet sich mit zwei Waschbären an und eröffnet in einer Höhle hinter dem Wasserfall den Tanzschuppen schlechthin. Mit Musik und Lichtorgel (Autobatterie sei Dank) wird das „Acapulco“ der neue Szenetreff. Der jüngere Nachwuchs stellt aus einem Gemisch mit Stechapfel eine halluzinogene Droge her und verteilt diese großzügig unter den Gästen. Rufus verliebt sich in die Häsin Grete, die ja eigentlich mit Emil, einem Wildkaninchen liiert ist. Dies bringt bei einigen Waldbewohnern das Fass zum Überlaufen, allen voran Keiler Herrmann mit seinen Kumpanen die den Erdmännchen den Krieg erklären. Doch wer wird sich am Ende behaupten können …

Fazit:
Was für ein unterhaltsames Hörvergnügen. Christoph Maria Herbst schafft es jedem der Charaktere seine ganz eigene Note zu geben. Bei den Stimmen von Jens Spanner, Keiler Herrmann, den schwulen Pinguinen und vielen mehr habe ich mich köstlich amüsiert. Ein absolutes Hörvergnügen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2021

Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher

Rosa - Ein Sommer in Cornwall
0

Eine locker und flüssig geschriebenes Buch, vollgepackt mit Emotionen, Intrigen und Spannung auf zwei Zeitebenen. Leona, Tochter eines Verlagsimperiums kämpft um die Anerkennung ihres Vaters als Journalistin. ...

Eine locker und flüssig geschriebenes Buch, vollgepackt mit Emotionen, Intrigen und Spannung auf zwei Zeitebenen. Leona, Tochter eines Verlagsimperiums kämpft um die Anerkennung ihres Vaters als Journalistin. Ganz dem Motto „Schlagzeile ist alles“ soll sie die Bestseller-Autorin des Herz-Schmerz-Genres Rosa Chiprel interviewen um ein düsteres Geheimnis aus ihrem Leben aufzudecken. Mittel und Wege egal. Doch so kalt und skrupellos wie Leona anfangs wirkt scheint sie gar nicht zu sein – im Gegenteil. Ein Schicksalsschlag aus der Vergangenheit liegt ihr schwer auf der Seele. Doch wofür bestraft sie sich so hart? Die Gespräche mit Rosa und die Rückblicke in ihr Leben bringt die beiden Frauen näher und lässt einige Parallelen erkennen. Wird es Rosa schaffen Leona zum Umdenken zu bewegen und sich ihrem Leben und ihren Wünschen zu stellen? Wird sie ihre große Liebe Fil wiederholt zurückstoßen? Dies solltet ihr unbedingt selbst lesen und Euch auch ein Bild von den weiteren Charakteren machen. Was versucht die Kollegin Alice Silver mit ihrem provokanten Verhalten zu bezwecken und wie wurde aus Leonas bestem Freund, dem Fotografen Wren, so eine kalte und berechnende Person? Von mir bekommt dieses Buch eine eindeutige Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen.
Fazit:
Jeder „Ausflug“ nach Cornwall ist ein Fest für die Sinne und die Schönheit. Dieses hat für mich Melissa Jahn mit ihrem Debütroman mehr als bestätigt. Es ist ihr gelungen, die Idylle der Küstenlandschaft mit einer tiefgehenden, authentischen Geschichte zu einem wunderbaren Buch zu vereinen. Die Autorin führt uns vor Augen, wie wichtig es ist auf sein Herz zu hören und für seine Träume und Wünsche zu kämpfen. Vielen Dank für diese berührende Reise.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2021

Liebe, Spannung und der Duft von Flieder

Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume
0

Von Anfang an war ich begeistert von dem Auftakt dieser neuen Trilogie. Die Autorin Rena Rosenthal – welche bisher bereits einige Bücher als Self Publisherin veröffentlich hat - hat mit ihrem ersten Verlagswerk ...

Von Anfang an war ich begeistert von dem Auftakt dieser neuen Trilogie. Die Autorin Rena Rosenthal – welche bisher bereits einige Bücher als Self Publisherin veröffentlich hat - hat mit ihrem ersten Verlagswerk die Stange direkt ziemlich hoch gesetzt. Alle Achtung! Nach dem ersten Drittel des Buches war ich hoch erfreut zu erfahren, dass die Geschichte weitergeht.
Marleene, Tochter einer einfachen Arbeiterfamilie hat schon so einige Schicksalsschläge hinter sich. Vater früh gestorben, die Mutter schwer krank. Von ihrem Vater – der seinerzeit als Gärtner in der Hofgärtnerei tätig war – hat sie die Liebe zu Pflanzen und Züchtungen geerbt. Doch für Frauen war eine Lehre zu dieser Zeit undenkbar. Von ihrem minimalen Lohn als Zimmermädchen geht alles für die Unterkunft ihrer Mutter sowie die Miete einer kleinen Kammer, welche sie sich mit ihrer Cousine Frieda teilt, drauf. Als sie von einem Hotelgast bedrängt wird und sich dafür noch entschuldigen muss, nimmt sie ihr Schicksal kurzum selbst in die Hand.
Als 15-jähriger Bursche „Marten“ startet sie ihre Lehre in der ansässigen Hofgärtnerei. Ein schweres Unterfangen für so einen schmächtigen Jungen. Natürlich ist es gar nicht so leicht sich plötzlich zu verstellen. Doch Dank Marleenes großen Portion Mut und Stärke sowie den Tipps von Frieda – welche eine außerordentliche Beobachtungsgabe für Männer hat – klappt es hervorragend. Sogar den Schritt zurecht zu rücken und zu fluchen beherrscht „Marten“ nahezu perfekt.
Schwierig wird alles, als die Söhne des Hofgärtners in ihr Leben treten. Der charmante Konstantin – eigentlich ein Schürzenjäger – scheint plötzlich ganz zahm zu werden. Und der immer etwas abwesende Julius, der von Veränderungen in der Pflanzenwelt und der Kultivierung neuer Züchtungen träumt findet in „Marten“ auf diesem Gebiet einen Seelenverwandten.
Doch es läuft nicht alles nur positiv. Rosalie, die hochnäsige und verzogene Tochter des Hofgärtners spinnt so einige Intrigen. Und auch andere Personen sind nicht das was sie scheinen. Die unterschiedlichsten Charaktere habe ich lieben und hassen gelernt. Manche haben mich sehr überrascht, viele jedoch auch enttäuscht. Dies sowie Missverständnisse und Beschuldigungen haben das Buch hindurch die Spannung hochgehalten. Gemischt mit einem gewissen Maß an Humor, ist dies eine rundum gelungene und unterhaltsame Geschichte.
Am Ende gibt es ein positives Erlebnis für die Romantiker unter uns, aber auch jede Menge Fragen die offen bleiben und mich geradezu sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten lassen. Für mich war das Buch mein Highlight für diesen Monat. Deshalb von mir 5 Sterne.

Fazit:
Dieses Buch hat alles was mir gefällt. Eine wunderbare Mischung aus Spannung, Liebe und einem Touch Humor. Sehr schön dargestellt wurde die Stellung der Frau gegen Ende des 19. Jahrhunderts und der Schwierigkeit Fuß zu fassen in Berufen, die allein Männern vorbehalten waren. Erfreut war ich, dass hier die Protagonistin aus einfachen Verhältnissen kam. Oft wurde das Thema der Emanzipation der Frauen aus höhergestellten Familien in Büchern dargelegt. Die Autorin hat Fiktion mit tatsächlichen Gegebenheiten vermischt und zu einer runden Geschichte verarbeitet.
Vielen Dank liebe Rena Rosenthal sowie den Penguin Verlag für die Möglichkeit, an der unterhaltsamen und aufschlussreichen Leserunde teilnehmen zu dürfen. Das Bonuskapitel, welches ich bereits lesen durfte, hat meine Ungeduld ein klein wenig besänftigt um die Wartezeit bis Band 2 im nächsten Frühjahr auszuhalten

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Spannendes und atmosphärisches Geheimnis

Die Verlorenen
0

Das Buch ist schon einmal optisch ein richtiger Hingucker mit dem wunderbaren Schutzumschlag, welcher eine Frau mit Baby umringt von einem Pflanzengewirr zeigt. Die kleine Marke mit der Zahl „627“ hat ...

Das Buch ist schon einmal optisch ein richtiger Hingucker mit dem wunderbaren Schutzumschlag, welcher eine Frau mit Baby umringt von einem Pflanzengewirr zeigt. Die kleine Marke mit der Zahl „627“ hat eine ganz besondere Bedeutung in der Geschichte.
Die junge Krabbenverkäuferin Elisabeth „Bess“ Bright – durch eine kurze Liaison mit einem Kaufmann schwanger geworden – muss ihr neugeborenes Baby Clara in einem Findelhaus abgeben, damit dessen Überleben gesichert ist. Nach 6 Jahren hat sie endlich ein wenig Geld gespart, um ihr Kind abzuholen um mit diesem ein gemeinsames Leben beginnen zu können. Was sie vor Ort erfahren muss verschlägt ihr die Sprache. Ihr Kind wurde bereits einen Tag nachdem sie es dort abgegeben hatte von „ihr“ abgeholt! Wer hat ihren Namen benutzt? Eine spannende und berührende Suche nach ihrem Kind beginnt, bei der Bess Unterstützung durch die Kleiderverkäuferin Kaleiza und deren Familie sowie dem Fackelträger Lyle bekommt.
Im krassen Gegensatz hierzu steht die Geschichte von Alexandra, einer Witwe aus der Oberschicht, welche allen Luxus hat den man sich wünscht erfährt. Durch ein Erlebnis in ihrer Kindheit ist sie schwer traumatisiert und psychisch angeschlagen und lebt mit ihrer Tochter Charlotte in völliger Isolation von der Außenwelt. Einzig den Besuch des Gottesdienstes am Sonntag gestattet sie sich und ihrem Kind, welches mit Strenge und ohne jedwede Liebe aufwächst. Durch die Einstellung des Kindermädchens Eliza gerät die kleine sichere Welt von Alexandra aus den Fugen.
Ich möchte diese spannende und besondere Geschichte allen empfehlen, die mich von Anfang an mitgerissen hat. Welches Geheimnis der beiden Frauen gibt es herauszufinden? Von mir eine absolute Leseempfehlung.

Fazit:
Die Autorin schildert durch ihre bildgewaltige und atmosphärische Darstellung in authentischer Weise die Lebenssituation des niederen Volkes mit all seiner Armut und Entbehrung. Wie verzweifelt muss man sein, um sein geliebtes eigenes Fleisch und Blut in ein Findelhaus bringen zu müssen. Auch das Schicksal von Alexandra, welche zwar in einem goldenen Käfig lebt aber dennoch kein Leben hat wurde behutsam mit all dem Schrecken der Kindheitserlebnisse und dessen Folgen dem Leser vermittelt. Das Ende fand ich für alle Beteiligten sehr gut nachvollziehbar gewählt. Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass es das erwähnte Findelhaus „Foundling House“ in London wirklich gab.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere