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Veröffentlicht am 19.08.2021

Historische Entwicklungen in märchenhafter Fantasy aufgearbeitet sollte gelesen werden

Ministry of Souls – Das Schattentor
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Das Buch ist wieder einmal ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen tradierter europäischer Vorstellungs- und orientalischer Legendenwelt.
Auf der einen Seite haben wir das etwas düstere, schmuddelige, ...

Das Buch ist wieder einmal ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen tradierter europäischer Vorstellungs- und orientalischer Legendenwelt.
Auf der einen Seite haben wir das etwas düstere, schmuddelige, aber industriell und expansorisch aufstrebende britische Weltreich mit seiner Hauptstadt London. Irgendwie ist alles etwas trist, düster und „very british“ durchorganisiert. Der Leser begegnet dem heruntergekommenen Whitechapel ebenso wie dem strukturierten und durchorganisierten Ministerium für endgültige Angelegenheiten, in dem die herumstreifenden Seelen Verstorbener ordnungsgemäß katalogisiert und aufbewahrt werden, bis sie in die Zwischenwelt verbracht werden können.
Die andere Seite, die Orientalische und Exotische mit ihren reichhaltigen Sagen und Legenden fliest über Geschichten um die Zwischenwelt, die Medinat almutaa, die alten Schriften über Magie, Beschwörungen und die orientalischen Geister mit ein. Besonders die Rolle des Antagonisten, eines Ifrit, eines Rachegeistes wird in seiner Rolle gekonnt in die Handlung eingebaut.
Alle auftretenden Charaktere erschienen mir gut durchdacht und sehr vielschichtig ausgearbeitet. Es ist, als hätte jeder von ihnen mehr als nur einen ersten, oberflächlichen Wesenszug, denn im Handlungsverlauf entwickelt sich eigentlich jeder und zeigte neue Facetten.

Zusammenfassend bleibt mir nur zu sagen, dass mir das Buch wieder einmal sehr gefallen hat. Ich mag die Symbiose von Orient und Okzident ebenso wie den offenen Anklang der Betrachtung des britischen Kolonialismus; und das alles zu sehr gut lesbarer Fantasy verarbeitet. Wer genau liest bekommt auch viel, vor allem zum Denken.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Vorurteile – einmal von der tierischen Seite

Luna Wunderwald, Band 5: Ein Luchs mit Liebeskummer
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Da Luchse in der freien Wildbahn Europas häufig von Wilderern geschossen werden, hat sich Lunas Vater entschlossen, drei Jungtiere in einem Gehege aufzunehmen. Als sie ankommen beginnt jedoch der Ärger, ...

Da Luchse in der freien Wildbahn Europas häufig von Wilderern geschossen werden, hat sich Lunas Vater entschlossen, drei Jungtiere in einem Gehege aufzunehmen. Als sie ankommen beginnt jedoch der Ärger, denn der Luchs Pamino hat Liebeskummer, die Tiere des heimischen Waldes entwickeln vor lauter Panik Vorurteile gegenüber den Neuankömmlingen und der Musiklehrer Herr Jupiter benimmt sich sehr eigenartig.

Auch dieser Band aus der Reihe „Luna Wunderwald“ von Usch Luhn hält auf kindgerechte Weise interessante Themen bereit.
Da ist der Aufhänger der Geschichte, der Liebeskummer von Pamino. Denn die Menschen können ja leider seinen Trennungsschmerz von Pamina nicht verstehen.
Dann geht die Hauptgeschichte um die Zauberflöte und ihre Geschichte in die nächste Runde. Denn anscheinend hat Herr Jupiter eine viel engere und ganz anders als bisher von Luna erahnte Beziehung zu der Flöte.
Aber Kern der eigentlichen Handlung ist die Auseinandersetzung der heimischen Wildtiere mit dem Thema des Zuzugs der neuen Nachbarn. Irgendwie kann ich schon verstehen, dass sie Angst vor den Luchsen haben. Diese Raubkatzen sind in der Gegend ja nicht mehr heimisch und nun haben die Waldtiere Angst, dass sie von diesen gejagt werden könnten. Vorurteile jedoch hoch zu puschen, bevor man sich ein eigenes Bild darüber machen kann, wie denn das nachbarschaftliche Verhältnis aussehen soll, ist ja nicht wirklich hilfreich. Und da bleibt die Frage, ob Luna hier weiter helfen kann.

Ich finde dass man gerade dieses Thema wunderbar aufgreifen und auch in den Grundschulunterricht einbauen kann, denn die Geschichte lässt sich wieder sehr gut lesen und ist in sinnvolle Kapitel unterteilt. Und die Illustrationen von Lisa Brenner sind einmal mehr Hammer. So macht das ganze Buch als Gesamtpaket auch Spaß.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Punchy vor!

Flüsterwald - Durch das Portal der Zeit (Flüsterwald, Bd. 3)
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Nachdem im vorhergehenden Band Ella ihren Großvater gefunden hatte, gehen die Freunde nun daran diesen aus seinem Gefängnis zu befreien. Doch dazu müssen sie in die 80er Jahre zurückreisen. Und wie das ...

Nachdem im vorhergehenden Band Ella ihren Großvater gefunden hatte, gehen die Freunde nun daran diesen aus seinem Gefängnis zu befreien. Doch dazu müssen sie in die 80er Jahre zurückreisen. Und wie das so mit Zeitreisen ist, gibt es viel zu beachten, will man die Zeitlinie nicht verändern.
In den 80ern angekommen erlebt die ganze Gruppe den Flüsterwald und deren Bewohner, wie sie sie gar nicht kannten. Doch genau an dem Tag, an dem Lukas und seine Freunde ankamen kommen auch alle Ereignisse in Gang, die zu der Welt führen, die die Kinder heute kennen.

Im dritten Band liegt der Fokus zunehmend auf der Handlung an sich, immerhin sind alle Charaktere mittlerweile gut eingeführt. Und obwohl der Aufhänger, die Befreiungsaktion des Professors wieder bei den menschlichen Charakteren liegt, rückt der Fokus in diesem Band mehr auf die Bewohner des Flüsterwaldes, speziell auf Felicitas und ihre Familie. Dadurch werden zum Teil neue Handlungsströme ausgelöst, aber auch das Verständnis für Felicitas Charakter erhöht. Super toll, super spannend!
Mein persönlicher Favorit, Punchy war auch „voll in Action“. Und obwohl ich gar kein Katzenmensch bin – Punchy würde ich nehmen.

Auch wenn es den für Andreas Suchanek so typischen Cliffhanger am Ende des Kinderbuches nicht gibt, hat der Autor es doch geschafft die Leseneugier und damit Lesefreude auf den nächsten Band bei mir zu generieren.
Zum Glück, gab es die Neuigkeit vom Autor, dass es bis Band 8 weitergeht!

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Halle an der Saale am Ende des 17. Jahrhunderts

Das Saturei-Medaillon
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Im Nachlass der verstorbenen Anna, Magdalenes Amme, wird ein wertvolles Amulett gefunden. Doch wie kann es sein, dass sich etwas derartig Wertvolles im Besitz einer Magd befindet? Und so muss erst einmal ...

Im Nachlass der verstorbenen Anna, Magdalenes Amme, wird ein wertvolles Amulett gefunden. Doch wie kann es sein, dass sich etwas derartig Wertvolles im Besitz einer Magd befindet? Und so muss erst einmal vermutet werden, dass Anna es wohl unredlich erworben hatte. Doch Magdalene kann sich das nicht vorstellen; Anna war immer ein herzensguter Mensch gewesen. Und so beginnt sie in der Vergangenheit von Anna nach einer Erklärung zu suchen.

Halle am Ende des 17. Jahrhundert. Authentisch und sehr lebensnah durch die Autorin beschrieben, wird der Leser mit auf Zeitreise genommen und erhascht einen Blick auf das Leben des sich entwickelnden Bürgertums. Sitten- und Moralvorstellungen der Zeit werden gekonnt in diese schon etwas ins detektivisch gehende Geschichte eingeflochten, so dass die Charaktere Farbe und Glaubwürdigkeit in ihren Handlungen gelangen.
Ein paar Probleme hatte ich mit dem Eheproblem zwischen Magdalene und ihrem Mann Georg. Die Darstellung des Nebenherlebens und der Probleme, die sich aus dem Unvermögen der beiden nicht miteinander reden zu können ergaben, war mir einfach zu lang geschildert. Gerade Magdalenes Gedankengänge konnte ich nicht nachvollziehen. Sie erschien mir bisweilen zu sehr wie ein kleines, egozentrisches Mädchen, was ansonsten so gar nicht zu ihrem Charakter innerhalb dieses Buches passt.

Wer Halle kennt kann die Ortsbeschreibungen der Autorin Christina Auerswald recht gut nachvollziehen. Ich muss zugeben, dass ich direkt ein wenig Sehnsucht nach der Stadt bekommen habe.
Und gelernt habe ich auch wieder etwas, denn bisher kannte ich die Bezeichnung Saturei für das Sommer-Bohnenkraut nicht.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir zuerst noch die ersten beiden Bände der Magdalene-Reihe besorgen, oder gleich mit dem vierten Band fortsetzen soll. Eines ist aber gewiss, aus der Reihe werden weitere Bücher Einzug bei mir halten.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Body and Soul

Schwarzer Mond über Soho
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Ich muss zugeben, ich mag es, wenn die Handlung komplex wird. Bisweilen musste ich kurz nachdenken, um den Überblick zu behalten, denn in diesem Kriminalfall kamen doch recht viele Protagonisten vor.
Peters ...

Ich muss zugeben, ich mag es, wenn die Handlung komplex wird. Bisweilen musste ich kurz nachdenken, um den Überblick zu behalten, denn in diesem Kriminalfall kamen doch recht viele Protagonisten vor.
Peters Ausbilder Thomas Nightingale und seine Kollegin Lesley spielen diesmal nur in der 2. Reihe mit. Doch ich gehe davon aus, dass gerade um Lesley herum sich noch so einiges entwickeln wird.
Über die Handlung der übernatürlichen „Jazz-Killer-Mordserie“ erhält der Leser viel mehr Einblick in den Hintergrund von Peter und wird mit seinen Eltern vertraut gemacht.
Und ich muss gestehen, dass ich erst jetzt, im zweiten Abenteuer von Peter mitbekommen habe, dass er zur farbigen Bevölkerungsgruppe Großbritanniens gehört. Das war mir im ersten Band überhaupt nicht bewusst geworden. Aber ich finde es cool. Das Bild von Peter wird dadurch stimmiger für mich.
Hm, und es scheint jetzt endlich ein Hauptgegner für die magische Abteilung des Yards in Erscheinung zu treten – vielversprechende Spannung!

Ansonsten – gelobt sei Ben Aaronovitch’s Humor. Ich hoffe, dass er auch in allen folgenden Bänden erhalten bleibt.

Für Fantasy Liebhaber mit einem Hang zu britischem Humor denke ich, ist auch dieser Band aus der Peter Grant – Reihe eine vielversprechende Lektüre.

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