Profilbild von Tanpopo

Tanpopo

Lesejury Star
offline

Tanpopo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tanpopo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2018

Sprüche-Knarren-Außerirdische

Oscuridad
0

Außerirdische, Geheimgesellschaften, künstliche Wesen, Androiden, vorlaute Sprüche, schießwütige Militärs und mehr Klischees als ein amerikanischer Teeniefilm. Kann das gut gehen? Ja, es kann.

Was wie ...

Außerirdische, Geheimgesellschaften, künstliche Wesen, Androiden, vorlaute Sprüche, schießwütige Militärs und mehr Klischees als ein amerikanischer Teeniefilm. Kann das gut gehen? Ja, es kann.

Was wie ein Garant für ein Fiasko klingt, ist der erste Sci-Fi-Roman von Eric Nowack . Dieser spielt in der gleichen Welt wie das von ihm entwickelten Rollenspiel CONTACT.

Die Handlung spielt im Jahr 2054. Ein junger Pilot namens Jason Blackthorne der sich aufgrund seiner großen Klappe immer wieder Ärger einhandeln. Aus diesem Grund wird er auf einen Flugzeugträger versetzt wo er sich freiwillig zu einer geheimen Mission meldet, um einem Disziplinarverfahren zu entgehen. Diese geht natürlich schief und schon ist er mittendrin in einem großen Abenteuer. Er findet schießwütige Außerirdische, Zeitblasen, überlegene Intelligenzen und die merkwürdige Frau vom Cover die mit ihm gemeinsam probiert die Welt zu retten.

Dem Autor gelingt es hier gut immer im richtigen Moment zu übertreiben und Klischees zu bedienen. Somit erinnert die Geschichte fast an einen Comic. Am Anfang ist das vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber wenn man sich darauf einlässt erhält man eine gute Mischung aus leichter Unterhaltung, Spannung und etwas zum Lachen. Jemand der hier große Literatur erwartet wird eher enttäuscht und dem entgeht der Witz der Geschichte.

Wenn es einen zweiten Band geben sollte, wird dieser auf jeden Fall von mir gelesen und bietet dann hoffentlich wieder genug Lesespaß für ein entspanntes und lustiges Wochenende.

Veröffentlicht am 28.09.2018

Fundierter historischer Regionalroman

Die Festung am Rhein
0

Zum Inhalt des Romans:

Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne ...

Zum Inhalt des Romans:

Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört …
Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude. -Verlagstext-

Ja, worum ging es der Autorin nun eigentlich?
Meiner Meinung nach um ein Zeit- und Stimmungsbild des Rheingebietes kurz nach der Zeit des Wiener Kongresses.

Mit Franziska und Christian Berger wählt die Autorin zwei Figuren aus, die unter den politischen Ereignissen als rheinische Bürger zu leiden hatten. Halb Franzose, halb Rheinländer wurden sie von den Preußen als Franzosen betrachten und somit immer wieder unter Generalverdacht gestellt. Leutnant Rudolph Harten ist hingegen am Beginn des Romans ein „typischer“ Preuße, ganz im Dienste von König und Vaterland. Da er seine Position als Offizier nicht „ererbt“ sondern aufgrund seiner Fähigkeiten erhalten hat, besitzt er das Potential, sich über Standesgrenzen hinaus entwickeln zu können. Denn der Hauptaugenmerk des Buches liegt auf der Vermittlung von Lebensansichten – wie haben Preußen aus ihrem Selbstverständnis die Rheinländer gesehen und umgekehrt. Und das ist auch nicht unspannend gewesen.

Die ganze Handlung wurde durch die Autorin in eine gute Spionagegeschichte eingebettet, die zum Glück auch nicht gleich in der ersten Hälfte des Buches vollständig zu durchschauen ist. Und natürlich in eine Liebesgeschichte. Naja, für mich hätte es nicht ganz so theatralisch sein müssen. Das ist einfach nichts für meinen Geschmack.

So, aber ist das jetzt ein guter Roman? DEFINITIV JA.
Die Autorin hat zahlreiche Hintergrundrecherchen zu ihrem Roman betrieben und die Welt am Beginn des 19. Jahrhunderts treffend dargestellt. Im Anhang des Roman findet der Leser hinreichend Material und Verweise um sich selber eingehend ein Bild der Region um Koblenz machen zu können. Zudem schildert sie selbst ausführlich im Nachwort historische Entwicklungen sowie das Anliegen ihres Romans.

Wem kann ich den Roman empfehlen?
Prinzipiell jedem, der historische Romane erst einmal gerne liest. Dann sollten ruhig Interessenten an deutscher Geschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ruhig einen Blick in das Buch werfen. Und natürlich alle, die sich für Regionalgeschichte der Koblenzer Region interessieren.
Zudem bietet das Buch durchaus allen etwas, die gerne eine Liebesgeschichte lesen. Und wer gerne mal von einem kleinen „Krimi“ im historischen Milieu unterhalten werden möchte, sollte es auch lesen.

Und warum ist der Roman für mich persönlich nicht so das Rechte?
Naja, ich und Geschichte ab dem 19. Jahrhundert. Das ist ein schwieriges Thema. Hm, zu Koblenz habe ich auch keinen Regionalbezug, bin halt ein „Meckelbörger Ossenkopp“. Von daher konnte ich die emotionale Regionalliebe nicht nachempfinden. Und dann war da zu viel Liebesbeziehung mit ‚Hach eigentlich mag ich ihn, aber die Umstände…‘ Ich bin nun mal kein Romantiker.
Vor allem war das letzte Kapitel für mich einfach zu großes „Theater“. Das Kapitel hätte man so gut wie 1:1 auf einer Festspielbühne theatralisch inszeniert zum Besten geben können. Ich will es damit nicht schlecht machen, aber das ist vom Stile her nicht meins.

Also Leute, selber lesen. Nur so kann man sich eine eigene Meinung bilden.

Veröffentlicht am 01.09.2018

Helikoptern für Fortgeschrittene

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!
0

Neues aus der Welt von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse!
Nachdem die beiden Autorinnen im letzten Jahr mit "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" bereits einen unterhaltsamen ...

Neues aus der Welt von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse!
Nachdem die beiden Autorinnen im letzten Jahr mit "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" bereits einen unterhaltsamen Einblick in die Welt unserer heutigen Hypermütter und -väter gaben, legen sie in diesem Jahr noch eins nach.

Ich habe auf Vorablesen ein Exemplar ergattert und gleich verschlungen. Was kann ich nun als Fazit aus dem Buch ziehen?

Die Autorinnen zeigen die Sicht von Hebammen, Ärzten, Lehrern und anderen Personengruppen, die in die Verlegenheit kommen sich mit den "Helikoptern" von Kindern arrangieren zu müssen. Und wer hat nicht wenigstens ansatzweise Helikoptereltern im Freundes oder Bekanntenkreis?

Bisweilen halte ich einige Darstellungen für hoffentlich überspitzt, denn sollte wirklich Alles dem realen Leben entspringen muss ich mich fragen: "Quo vadis Erziehung?".
Was ich gut und auch durchaus notwendig empfand sind die kurzen Beiträge der Kinder von Helikoptereltern.

Mit gutem Stil haben die Autorinnen mich unterhalten und auf ihre Art auch Einiges zum Nachdenken mitgegeben. Bisweilen war es jedoch ein wenig zu viel. Aber alles in Allem ein gelungenes Buch.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Besser

Die Nebel von Walhalla (Bd. 2)
0

Insgesamt ist die Geschichte etwas besser geworden.

Auch wenn es hier wieder mit der Beschreibung der Zustände auf dem Höllhof um Pferdehaltung und Tierwohl geht, hatte ich nicht den Eindruck so „belehrt“ ...

Insgesamt ist die Geschichte etwas besser geworden.

Auch wenn es hier wieder mit der Beschreibung der Zustände auf dem Höllhof um Pferdehaltung und Tierwohl geht, hatte ich nicht den Eindruck so „belehrt“ zu werden wie in „Alessas Seelenpferd“.
Jetzt kommt endlich mehr Hintergrund zum Vorschein, auch wenn noch nicht immer alle Zusammenhänge ganz klar werden. Aber es hat definitiv etwas mehr Mix von Pferdegeschichte und nordischer Mythologie.

Was diesmal jedoch ein negatives Leseempfinden bei mir ausgelöst hat, ist die Einführung von Joel in das Team. Ich bin normalerweise immer ein Freund, wenn Jungen in eine „Mädchenhandlung“ mit eingebunden werden, da ich nicht so sehr reine Jungs- oder Mädchenbücher mag. Doch hier hat es mich gestört.
Vielleicht liegt es an der Grundthematik der Geschichte mit dem Team Valkyrie. Eigentlich eine reine Mädchensache, so dass die Figur von Joel ein wenig an einen „Quotenjungen“ erinnert. Auch die Verankerung im Hintergrund, dass es im alten Team Valkyrie einen Jungen gab, der aber der Verräter der Gruppe wurde, erzeugte bei mir eher Antipathie für die gesamte Geschichte.

Insgesamt gesehen ist die Reihe ganz nett und kann pferdevernarrte Mädchen bestimmt überzeugen. Ich schaue mir den letzten Band noch an. Vielleicht wird’s am Schluss ja noch besser?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2025

So ein Theater

M.A.G.I.K. (2). Das Chaos trägt Krone
0

Nele ist nun Kapitänin der Fußballmannschaft und macht sich gar nicht so schlecht. Alles könnte für Nele so schön sein.
Wenn Luis nur nicht durch seine neue Leidenschaft für die Fotographie auch andere ...

Nele ist nun Kapitänin der Fußballmannschaft und macht sich gar nicht so schlecht. Alles könnte für Nele so schön sein.
Wenn Luis nur nicht durch seine neue Leidenschaft für die Fotographie auch andere Freundschaften eingehen würde. Nele fühlt sich da schon ein wenig im Hintertreffen. Und Romy – ganz die große Dramaqueen ist Feuer und Flamme für die Hauptrolle beim Schultheaterstück. Dabei blamiert sie Nele bis auf die Knochen.

Alles in allem geht es auch in dieser Geschichte um Freundschaften, die etwas aushalten können müssen. Mit all den kleinen Meinungsverschiedenheiten, Eifersüchteleien, aber auch den Versöhnungen und dem gegenseitigen Verstehen, verhalten sich Nele und Romy schon wie richtige Geschwister.

Aus meiner Sicht passt die Grundthematik sehr gut zu Zielgruppe des Buches, denn an der Schwelle zur Pubertät haben viele Kinder mit diesen Sinnkrisen im Leben zu tun.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere