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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2020

Ein absolut gelungenes Finale

Dream Again
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“Dream Again” ist der letzte Teil der wunderbaren Again-Reihe von Mona Kasten. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und spielen auf und um den Campus der Woodshill Universität.
Dort ...

“Dream Again” ist der letzte Teil der wunderbaren Again-Reihe von Mona Kasten. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und spielen auf und um den Campus der Woodshill Universität.
Dort kreuzt Jude Livingston auf, nachdem ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, aus unschönen Gründen geplatzt ist. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen - und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren ...

War bisher der zweite Teil der Reihe mein absoluter Favorit, so muss ich doch zugeben, dass Jude und Blake ihm den Rang abgelaufen haben. Dieses Buch ist deutlich reifer und reflektierter als noch die Vorgänger. Ich konnte mich wahnsinnig gut in Judes verzweifelte Lage hineinversetzen und habe es teilweise förmlich selbst gespürt. Neben ihren Geldsorgen und dem Bewusstsein, beruflich versagt zu haben, macht ihr auch noch die angespannte Situation mit Blake zu schaffen. Beide fühlen sich offensichtlich zueinander hingezogen, doch treten immer wieder Situation auf, die den neu aufkeimenden Gefühlen einen Dämpfer verleihen. Blake ist ein absoluter Traumtyp, das muss man so festhalten. Er ist ein emotionaler und verletzlicher Charakter, der durch seine Sportverletzung in ein tiefes Loch gestürzt ist. Doch auch in den Momenten, in denen er sich deshalb unsinnig verhält und alle von sich stößt, bleibt er sympathisch, denn man kann seine Beweggründe wirklich gut nachvollziehen. Außerdem sprühen bei jedem Zusammentreffen von Jude und Blake quasi direkt die Funken aus dem Buch heraus.

Im Buch gibt es keine lästigen Umwege und die Geschichte bleibt absolut realistisch bis zur letzten Seite. Es sind keine dramatischen Geheimnisse und Enthüllungen nötig gewesen, um das Buch dennoch nicht aus der Hand legen zu wollen. Das ist Mona Kasten phantastisch gelungen.

Auch ihr Schreibstil ist wie gewohnt flüssig zu lesen, steckt voller wundervoller Zitate und es fallen nur ganz selten kleinere Wiederholungen auf.

Das Buch ist definitiv ein bisschen anders als seine Vorgänger, denn es kommt mit weniger Drama aus, was ich wirklich angenehm fand. Es hat zwar lange gedauert, bis die zwei endlich ihr Happy End bekommen haben, doch dafür ist die letzte Szene ein wunderschöner Abschluss für eine wirklich tolle Buchreihe, um all die lieb gewonnenen Charaktere aus Woodshill zu verabschieden.

Ein absolut gelungenes Finale.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2019

Ein Buch mit viel Herzblut

Wie der Kakao erfunden wurde
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Um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nichts von der Handlung verraten. Vielmehr möchte ich es als ein Gesamtkunstwerk würdigen. Es ist ein sehr süßes Buch, das nicht nur für Kinder absprechend ...

Um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nichts von der Handlung verraten. Vielmehr möchte ich es als ein Gesamtkunstwerk würdigen. Es ist ein sehr süßes Buch, das nicht nur für Kinder absprechend ist. Die Geschichte, wie die schönste Katze Russlands den Kakao erfand, ist liebevoll erzählt und bindet den Leser immer wieder direkt in das Geschehen ein. Die Illustrationen sind definitiv ein riesiges Highlight und laden den Betrachter auf eine spannende Entdeckungsreise ein. Die wunderschönen Zeichnungen bringen schon die Kleinsten zum Staunen und regen die Phantasie an. Das abschließende Kakaorezept musste natürlich umgehend selbst verkostet werden.
Außerdem warten wir schon gespannt darauf, was der Kater als Nächstes erlebt.

Ich finde, dass sich das Buch auch wunderbar als ein ganz besonderes Geschenk eignet, denn es steckt viel Liebe zum Detail in jeder einzelnen Seite.

Veröffentlicht am 01.06.2020

Richtig spannend

Secret Game. Brichst du die Regeln, brech ich dein Herz
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An der Upper East Side New Yorks spielt der Roman „Secret Game“ von Stefanie Hesse. Der Schauplatz ist die Privatschule der Elite: St. Mitchell. Dorthin wird nun auch Ivy gehen und ihr letztes Schuljahr ...

An der Upper East Side New Yorks spielt der Roman „Secret Game“ von Stefanie Hesse. Der Schauplatz ist die Privatschule der Elite: St. Mitchell. Dorthin wird nun auch Ivy gehen und ihr letztes Schuljahr absolvieren, nachdem sie mit ihren Eltern aus Deutschland direkt in die Metropole gezogen ist. Doch an dieser Schule gibt es jedes Jahr wieder eine sehr gefährliche Tradition: Das Spiel! Keiner weiß, wer die Aufträge per Handy an die Mitschüler verschickt und so die Fäden in der Hand hält. Doch eines ist allen klar: Wer die gestellten Aufgaben nicht erledigt, wird hart bestraft. In dieses Spiel wird auch Ivy hineingezogen, denn plötzlich wendet sich ihr Freund Heath von Ivy ab. Sie möchte nicht glauben, dass er ihr nur etwas vorgemacht hat und ahnt, dass auch dahinter das Spiel stecken muss. Kurz entschlossen lässt sie sich darauf ein und findet sich bald in einem Sog aus Geheimnissen und Intrigen wieder, aus dem es kein Entrinnen gibt.


Das Buch ist wahnsinnig spannend geschrieben und man stellt schnell seine eigenen Vermutungen an, wer hinter der diesjährigen Spielleitung stecken könnte. Doch irgendwie könnte es jeder sein, denn die Fährten wurden von der Autorin sehr geschickt ausgelegt und die Handlung sehr verworren gesponnen. So ist es meiner Meinung nach nicht absehbar, wer hinter allem steckt. Noch mehr wird der Leser durch einige Kapitel verwirrt, die keiner Person eindeutig zuzuordnen sind. Ich hatte viele Theorien und am Ende waren alle falsch. 😅

Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Ivy erzählt. Gelegentlich finden sich einzelne Kapitel, in denen Heath seine Sicht auf die Dinge schildert. Dies ist ganz schön, sodass die kleine Liebesgeschichte zwischen Ivy und Heath immer unterschwellig vorhanden ist, denn eins ist klar, weder sie noch er haben sich gegenseitig abgehakt. Alles ist diesem mysteriösen Spiel und den Anweisungen des Spielleiters geschuldet.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich wunderbar lesen und so ist man innerhalb kürzester Zeit durch das Buch geflogen.

Die Protagonisten mochte ich gern. Obwohl Ivy in die Machenschaften des Spiels hineingezogen wird, so bleibt sie sich doch selbst treu und trägt am Ende maßgeblich zur Lösung des Falls bei. Heath ist gelegentlich ein wenig schwer zu durchschauen, doch steht für mich außer Frage, dass er einen aufrichtigen Charakter hat. Der Rest der Clique war mir anfänglich ziemlich unsympathisch. Sie sind eine Gruppe verwöhnter Rich Kids, die nicht wissen, was sie mit ihrer freien Zeit anfangen sollen.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, auch wenn ich einige Abstriche machen muss, denn die Lösung des Falles ist mir leider ganz und gar nicht schlüssig. Da hatte ich mir so viel mehr erhofft, beziehungsweise kann ich die Beweggründe des Spielleiters leider nicht vollständig nachvollziehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Jeder träumt seinen eigenen Traum vom Glück

Ein Traum vom Glück
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Ich wollte „Ein Traum vom Glück“ unbedingt lesen, da ich die Zeitenzauber- und Time School-Trilogien von Eva Völler sehr mochte und nun wissen wollte, wie ihr ein Roman für ein erwachsenes Publikum gelingt. ...

Ich wollte „Ein Traum vom Glück“ unbedingt lesen, da ich die Zeitenzauber- und Time School-Trilogien von Eva Völler sehr mochte und nun wissen wollte, wie ihr ein Roman für ein erwachsenes Publikum gelingt. Ich möchte gleich vorweg sagen, dass auch dieser Roman mich überzeugen konnte.

Doch fangen wir beim Inhalt des ersten Teils von Eva Völlers neuer Ruhrpott Saga an. Wir befinden uns in Essen im Jahr 1951. Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina mit ihren zwei Töchtern Unterschlupf bei der Mutter ihres im Krieg verschollenen Mannes gefunden. Aber das Zusammenleben mit der zupackenden Schwiegermutter Mine fällt der lebenshungrigen Frau bisweilen schwer. Sie will sich ein besseres Leben für sich und ihre beiden Mädchen aufbauen, indem sie als Schneiderin ein Modeatelier für exklusive Kunden eröffnet. Mit trotziger Entschlossenheit versucht sie, ihrem ärmlichen Umfeld zu entfliehen und sich diesen Traum zu verwirklichen. Doch dann steht plötzlich der traumatisierten Spätheimkehrer Johannes vor der Türe - der Neffe ihres Mannes Karl. Und damit beginnen sämtliche Träume ins Wanken zu geraten.

Der Schreibstil ist wie nicht anders erwartet wunderbar flüssig zu lesen. Ein besonderes Highlight ist der eingeflochtene Ruhrpottdialekt, den einige der Charaktere sprechen. Obwohl ich diesen nicht gewohnt bin, habe ich mich schnell eingefunden und konnte ihn im Zweifel aus dem Zusammenhang erschließen. Das trug für mich maßgeblich dazu bei, mir die Menschen und die Umgebung lebhaft vorstellen zu können. Außerdem wird dadurch auch der Kontrast zu Katharina deutlich, die, aus der Großstadt Berlin stammend, den Traum verfolgt, aus ihrem aktuellen Milieu auszubrechen.

Überhaupt mochte ich alle Charaktere sehr gern.
Mit Katharina konnte ich gut mitfühlen. Sie hat für eine junge Frau schon viele unvorstellbar schlimme Dinge erlebt, doch verzweifelt sie daran nicht. Sie glaubt fest, sich etwas für sich und ihre Töchter aufbauen zu können. Ich denke, aus Respekt vor ihrer Schwiegermutter lässt sie ihren Mann Karl auch nicht für tot erklären, obwohl sie selbst an keine Rückkehr mehr glaubt. Das bringt für sie natürlich einige Schwierigkeiten in Bezug auf eine neue Liebe mit sich, was sie scheinbar aber in Kauf nehmen will. Und das obwohl sie sich verständlicherweise nach Liebe und Geborgenheit sehnt.
Johannes ist ein sehr angenehmer Mensch. Auch er hat unfassbar schlimme Zeiten hinter sich. Dennoch integriert er sich mit vollem Herzblut in seine verbliebene Familie und packt überall mit an. Er ist fleißig und strebsam und steht für die Menschen ein, die ihm am Herzen liegen.
Das muss wohl charakteristisch für die Familie sein, denn auch Oma Mine stellt ihre Familie über alles. In diesem Zusammenhang möchte ich eine Stelle zitieren, die ich so passend für ihre Figur finde: „»Ich versteh das nicht«, sagte Katharina ungläubig zu Mine. »Seit wann stehst du auf unserer Seite?« »Schon immer. Denn bei uns inne Familie gibt et keine zwei Seiten. Bloß eine. Und da stehn wir alle.«“

Zudem empfand ich die Beschreibung der Zeitumstände sehr authentisch. Eva Völler lässt hier viele eigene Erfahrungen einfließen, sodass man sich alles sehr lebhaft vorstellen kann. Auch die teilweise (vielleicht etwas zu) sehr ausführlichen Beschreibungen zeittypischer Gerichte tragen zum Flair bei. Natürlich hätte es in Bezug auf die Tatsache, dass es ein historischer Roman ist, für meinen Geschmack noch mehr ins Detail gehen können, doch als Gesamtkonzept ist das Werk meiner Meinung nach absolut stimmig. Ich habe viel Neues über den Kohleabbau im Ruhrpott, über die Spätheimkehrer, dass einfache Leben der Bevölkerung, das Streben nach Aufstieg etc erfahren.

Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für historische Romane interessiert, aber auch nicht abgeneigt von einer berührenden und völlig unerwarteten Lebensgeschichte ist.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.01.2020

Eine gelungene Fortsetzung

Outlander - Das flammende Kreuz
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Anlässlich des baldigen Serienstarts der fünften Staffel von Outlander, habe ich den Band „Das flammende Kreuz“ von Diana Gabaldon gelesen.
Die Handlung knüpft direkt an den vierten Band an und man befindet ...

Anlässlich des baldigen Serienstarts der fünften Staffel von Outlander, habe ich den Band „Das flammende Kreuz“ von Diana Gabaldon gelesen.
Die Handlung knüpft direkt an den vierten Band an und man befindet sich in North Carolina im Jahr 1770. Jamie und Claire Fraser haben in den britischen Kolonien Nordamerikas Fuß gefasst, doch die Ruhe und der Frieden auf ihrem Anwesen Fraser’s Ridge sind trügerisch. Denn unter den immer zahlreicher einwandernden Siedlern gärt es, immer unwilliger nehmen die Einwohner der Kolonien die Bevormundung durch die britische Zentralregierung hin. Als es zu ersten Aufständen kommt, muss auch Jamie sich entscheiden, auf wessen Seite er stehen will. Und für Claire ist die Situation noch schlimmer: Sie weiß, dass die nahenden Unabhängigkeitskriege ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe seit Langem stellen werden.

Mit seinen 1356 Seiten ist die Neuauflage aus dem Knaur-Verlag keine schnelle „Gute Nacht Lektüre“. Dazu tragen auch die vielen verschiedenen Handlungsstränge bei, die zwischenzeitlich sehr verworren sind und doch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit von Seiten des Lesers fordern. Offene Fragen aus den vorangegangenen Bänden werden wieder aufgegriffen, weiter gestrickt und vereinzelt aufgelöst. Dies bringt eine enorme Spannung mit sich, da man das Buch nur ungern beiseitelegen möchte, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Oft habe ich mich bis spät in die nacht lesend vorgefunden, da ich einfach keinen Punkt fand, um beruhigt einschlafen zu können.
Auch der Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass man die Geschichte sehr gerne liest. So beschreibt sie sämtliche Sinneseindrücke bis ins kleinste Detail und man bekommt das Gefühl, als stünde man mit Jamie auf dem Schlachtfeld oder wäre man bei einer von Claires Operationen anwesend. Man erlebt die Geschichte nicht durch die Augen der Protagonisten, sondern lebt mitten unter ihnen. Doch auch wenn ich voll des Lobes für diese anschauliche Art des Erzählers bin, war es mir stellenweise doch zu viel des Guten. Gerade an Passagen, an denen sich die Ereignisse überschlagen und man nur Augen für den Fortgang der Handlung hat, habe ich die eher herauszögernden und seitenfüllenden Beschreibungen sehr flott überlesen.
Zu Jamie und Claire bleibt mir wenig zu sagen. Die beiden sind ein phantastisches Duo, zwei Seelenverwandte, zwei Kämpfernaturen. Ihre Beziehung zueinander ist immer für eine Überraschung gut, sie stehen füreinander ein und zeigen sich ihr Liebe, die sie über die Jahrhunderte hinweg zusammengehalten hat. Die intimen Momente der zwei sind unter Umständen etwas weniger als aus den vorherigen Bänden gewohnt, was für mich aber keinen Abbruch tut. Zudem haben sich Brianna und Roger sehr weiterentwickelt, was mich besonders freut, denn vor allem Brianna fand ich bis vor Kurzem noch sehr unnahbar und unfreundlich. Wenn ich auch nicht verstanden habe, was Roger an ihr findet, so ist mir dies nun um so klarer geworden.
Daneben spielen auch alle anderen leibgewonnenen Charaktere beständig weiter ihre Rolle in diesem Band.
Besonders gerne lese ich die Passagen, die Claire in der Ich-Form erzählt, doch auch die in der dritten Person gehaltenen Kapitel tragen zum Gesamtbild bei, obwohl letztere teilweise zu viele für meinen Geschmack waren.

Wenn man sich erst einmal durch das etwas langweilige „Gathering“ zu Beginn des Buches gekämpft hat, nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und jeder Fan der Highlandsaga wird dabei auf seine Kosten kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere