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Veröffentlicht am 01.06.2020

Gute Geschichte jedoch mit zu wenig Emotionen

Tränen der Erde
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Tränen der Erde ist ein historischer Roman des Autorenduos Zach/Bauer, es erschien im Heyne Verlag und hat 555 Seiten.

Es ist eine Familiensaga, eingebettet in die Jahre der Religionsstreitigkeiten vor ...

Tränen der Erde ist ein historischer Roman des Autorenduos Zach/Bauer, es erschien im Heyne Verlag und hat 555 Seiten.

Es ist eine Familiensaga, eingebettet in die Jahre der Religionsstreitigkeiten vor dem 30-jährigen Krieg. Es geht darin um zwei eng befreundete - jedoch konfessionsverschiedene - Familien, die sich nach einem grausamen Schicksalsschlag in der Reichsstadt Schwäbischwerd (heute Donauwörth) niederließen. In ihrer neuen Heimat konnten sich die beiden Männer ein florierendes Unternehmen aufbauen und brachten es so zu Macht und Einfluss. Doch gleichzeitig wurde ihr Leben durch Neid und Rachsucht anderer bedroht, die den Freunden im aufkeimenden Religionskrieg den Untergang wünschten. Während sich in der Stadt die Lutheraner und die Katholiken um die Vormachtstellung stritten, gerieten die beiden Familien in einen Strudel aus Intrigen.

Diese Handlung hat mich sofort angesprochen. Dennoch muss ich sagen, dass sie mich gelegentlich etwas gelangweilt hat. Zudem finde ich das Cover leider nicht sehr aussagekräftig.
Das Buch beginnt im Jahre 1583 mit dem schicksalshaften Ereignis, welches den Grundstein für das weitere Familiendrama legte. Anschließend steigt man im Jahre 1606 wieder ein und erfährt, wie es den befreundeten Familien Heidfeld und Ackermann in den dazwischenliegenden Jahren erging und was sich gerade aktuell in ihrem Leben abspielt. Immer wieder wird auf die fast familienähnliche Freundschaft aufmerksam gemacht, die ihre Krönung in der Heirat von Anna Heidfeld und Lorenz Ackermann findet. Doch dieser Frieden währt nur kurz, denn schon bald erschüttert der nächste Schicksalsschlag die Familie und alles geht den Bach hinab, was sich natürlich auch in der Freundschaft äußert. Doch irgendwann glätten sich zumindest diese Wogen wieder.

Dennoch waren mir die Charaktere durch ihre Handlungsweisen bisweilen ausgesprochen unsympathisch. Ich mochte weder den blinden Gehorsam der katholischen Anna gegenüber dem Prior, noch die dumme und alles verachtende Entwicklung von Lorenz.
Insgesamt konnte ich mich mit den Charakteren nämlich wenig identifizieren, was sicherlich auch der auktorialen Erzählperspektive geschuldet ist. Durch den Blick in das Innenleben sämtlicher Personen erhält man zwar einen sehr guten Überblick über die Geschehnisse und Entwicklungen sowie deren Hintergründe, doch bleibt eine Distanz zu den Handelnden. Es kamen trotz einiger geschilderter Schicksalsschläge keine Emotionen bei mir auf. Alles wurde sehr nüchtern gehalten. Auch die Beschreibung des Todes ist sehr sachlich. Dazwischen fanden sich vor allem Anfangs ein paar erotische Szenen, welche aber für meinen Geschmack in diesem Roman eher unnötig waren.
Auch der Spannungsbogen ist sehr flach gehalten, denn schnell ist klar, wer den Familien auf intrigante Weise nach dem Wohlstand trachtet. Zudem ist die Entwicklung in der Stadt Schwäbischwerd natürlich von vornherein klar, nur ärgert man sich extrem über die Dummheit der Einwohner. Ihre Possen - nicht anders kann man ihr eigennütziges und überhebliches Verhalten nennen - haben mich stark an die Schildbürger erinnert. Leider hatte das, wie hier geschichtlich belegt ist, die Reichsacht der Stadt zufolge.
Insgesamt habe ich das Buch aber doch gerne gelesen. Es hat mich sehr geärgert, wie die Lutheraner sich gegenüber den Katholiken der Stadt verhielten, doch kann ich als gläubige Katholiken aus heutiger Sicht auch über deren Verhalten nur den Kopf schütteln. Dies hat mir dieses Buch deutlich vor Augen geführt. Ich finde, dazu wäre diese sehr konstruiert wirkende Familiensage dazwischen eigentlich gar nicht notwendig gewesen, denn dadurch taten sich so viele weitere Nebenhandlungen auf, die ich nur schnell überflogen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Superheld meets Zeitreise

Beastmode 1: Es beginnt
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„Beast Mode - Es beginnt“ von Rainer Wekwerth habe ich gelesen, da es Teil einer Bücherbox war. Für gewöhnlich hätte ich jedoch nicht zu diesem Buch gegriffen - obwohl das Cover absolut fantastisch aussieht ...


„Beast Mode - Es beginnt“ von Rainer Wekwerth habe ich gelesen, da es Teil einer Bücherbox war. Für gewöhnlich hätte ich jedoch nicht zu diesem Buch gegriffen - obwohl das Cover absolut fantastisch aussieht -, da ich keine Geschichten über Superhelden lese.

Dennoch muss ich zugeben, dass mich das Buch nach anfänglicher Skepsis überrascht hat. Auf den ersten Blick geht es um fünf Jugendliche, die alle eine übernatürliche Begabung haben und diese zur Rettung der Welt und damit der Menschheit einsetzen sollen… Doch mit dem Voranschreiten der Handlung habe ich festgestellt, dass es sich eigentlich vielmehr um einen Zeitreiseroman handelt und dieses Genre wiederum lese ich sehr gerne. Mehr möchte ich aber nicht über die Handlung verraten.

Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein: eine Göttin, ein Dämon, ein Einzelgänger, einer Kämpferin und ein Nerd. Nachdem sie sich etwas näher kennen gelernt haben, agieren sie als gutes Team. Sie lernen, dass man als Einzelkämpfer nicht so viel erreichen kann und nur gemeinsam ans Ziel kommt und daher manchmal über seinen Schatten springen muss - sowohl der Schüchterne als auch der Voreingenommene oder der Egoist. Dies finde ich eine sehr wichtige Message, vor allem auch für Jugendliche, für die das Buch eigentlich gedacht ist.
Dass es sich um ein Buch für junge Menschen handelt, wird meiner Meinung nach auch am Schreibstil deutlich. Er ist flüssig zu lesen, enthält keine komplizierten Satzstrukturen und ist teilweise sogar in Jugendsprache gehalten. Letzteres gefällt mir persönlich nicht, macht es aber für die eigentliche Zielgruppe sicher ansprechend.
Erzählt wir in der Er-Form, jedoch mit wechselndem Fokus auf einen der fünf Protagonisten. Dies ist gelegentlich etwas verwirrend, da es nicht gekennzeichnet ist, sondern sich nur aus dem Zusammenhang erschließt.
Die Erzählung hält sich kaum mit Einzelheiten auf, was dazu führt, dass sich das Buch sehr schnell lesen lässt und die Handlung nie ins stocken gerät. Es gibt einen guten Spannungsbogen, doch hat man das Prinzip der Geschichte verstanden, ist sie leider etwas vorhersehbar.

Dennoch hat mir das Buch gefallen und ich werde auch den zweiten Teil der Dialoge lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2019

Märchenhaft

Cinder & Ella
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Um nichts zu Spoilern, werde ich nicht näher auf die Handlung eingehen sondern überwiegend meine Ansichten zum Roman teilen. Der Titel des Buches ist ein nettes Wortspiel, welches einen schon darauf hinweist, ...

Um nichts zu Spoilern, werde ich nicht näher auf die Handlung eingehen sondern überwiegend meine Ansichten zum Roman teilen. Der Titel des Buches ist ein nettes Wortspiel, welches einen schon darauf hinweist, in welche Richtung diese Geschichte gehen könnte. So überrascht es nicht, dass die Handlung in vielen Details zwar wunderbar märchenhaft jedoch auch überzogen und teilweise eher unrealistisch ist. Ella, aus deren Sicht hauptsächlich erzählt wird, hat viel durchgemacht und kann sich nur schwer mit ihrem Schicksal arrangieren. Auch wenn sie immer als stark bezeichnet wird, verhält sie sich doch oft sehr egoistisch und trotzig. Sicher hat sie allen Grund dazu, doch hätte ich sie manchmal am liebsten geschüttelt und mir gewünscht, dass sie nicht schon wieder in erster Linie an ihre eigenen Befindlichkeiten und ihren Schmerz denkt. Eigentlich ist sie ein lustiger Mensch, den man wirklich sehr gern haben kann. Ihre Konversationen enthalten die richtige Portion Humor und Sarkasmus. Cinder, aus dessen Sicht ebenfalls stellenweise erzählt wird, ist ein wahrer Märchenprinz, der die romantischen Bedürfnisse der Leser zu 100 % erfüllt. Sein Verhalten ist in jedem Fall nachvollziehbar, artet aber vor allem gegen Ende des Romans ziemlich in Kitsch aus. Dies läd natürlich jede Frau zum Träumen ein, denn schließlich wünschen wir uns doch alle irgendwie einen Märchenprinzen. Besonders angesprochen hat mich tatsächlich die Rolle von Juliette, die Stiefschwester, die eine tolle Entwicklung hingelegt hat und sich trotz anfänglicher Vorbehalte auf Ella einlässt. Nur ihr ist es meiner Meinung nach zu verdanken, dass Ella langsam auftaut und das klärende Gespräch der beiden Mädchen wirkt sehr realistisch.
Alles in allem ist es eine leicht zu lesende Lektüre über das Anderssein, Selbstakzeptanz und leider auch Mobbing, die lehrreiche Momente für jeden enthält. Außerdem gehört zu jedem guten Märchen eine Portion Romantik und Kitsch dazu. Auch daran fehlt es hier nicht. So kann ich das Buch jedem empfehlen, der „Liebesfreud und Liebesleid“ nicht abgeneigt ist und über die realitätsferne an vielen Stellen hinwegsehen kann.

Veröffentlicht am 06.05.2020

Leider reichlich durchschnittlich

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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Ich bin dem großen Hype gefolgt und habe mich mit ein paar Mädchen zusammengeschlossen, um “The secret Book Club” zu lesen. Die Idee eines Männer- Buch Clubs, die Liebesromane lesen, hat uns sofort angesprochen, ...

Ich bin dem großen Hype gefolgt und habe mich mit ein paar Mädchen zusammengeschlossen, um “The secret Book Club” zu lesen. Die Idee eines Männer- Buch Clubs, die Liebesromane lesen, hat uns sofort angesprochen, denn die erste Regel des Book Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Book Club!

Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ist die Liebe seines Lebens! Und er versteht, verdammt noch mal, nicht, was überhaupt passiert ist. Eigentlich müsste SIE sich bei IHM entschuldigen! Gavin ist ratlos und verzweifelt – bis einer seiner Freunde ihn mit zu einem Treffen nimmt. Einem Treffen des Secret Book Club. Hier lesen und diskutieren Männer heimlich Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen. Gavin hält das für Schwachsinn. Wie sollen Liebesschnulzen ihm helfen, seine Ehe zu retten? Doch die Lektüre überrascht ihn. Und Thea steht eine noch viel größere Überraschung bevor!

Leider musste ich schnell feststellen, dass ich den Hype nicht nachvollziehen kann. Klar, es ist ein unterhaltsames Buch, doch ich habe schon unterhaltsamere gelesen.
OK, es ist ein lustiges Buch, nur habe ich schon lustigere gelesen.
Sicher, es ist ein emotionales Buch, allerdings habe ich schon emotionalere gelesen.
Natürlich, es ist ein sehr romantisches Buch, aber ich habe schon viel romantischere gelesen.
Ohne Frage, es ist ein erotisches Buch, jedoch ich habe schon erotischere gelesen.


Insgesamt gesehen finde ich es leider nur durchschnittlich; Es ist von allem etwas dabei, doch sticht kein Aspekt besonders hervor. Interessant ist die Geschichte innerhalb der Geschichte (“Die Verführung der Gräfin”), was vielleicht der einzige Clou daran ist und der Grund, warum das Buch eben “The secret book club” heißt. Allerdings muss man schnell feststellen, dass der Buchclub selbst eine sehr untergeordnete Rolle in der Handlung spielt und für mich tatsächlich eher einer Männer-Selbsthilfegruppe gleicht, denn außer Gavin ließt niemand das Buch und die anderen Mitglieder geben ihm nur mehr oder weniger schlaue Ratschläge dazu. Zudem bedient das Buch unfassbar viele Klischees über Frauen im allgemeinen sowie “Frauen und Sportler”, was sicherlich total beabsichtigt ist, mich jedoch manchmal eher mit den Augen rollen lässt.

Auch die Charaktere waren mir, abgesehen von Gavin und seinen beiden Töchtern, eher unsympathisch. Seine Frau Thea ist unreif und unreflektiert und benimmt sich leider ziemlich kindisch. Während Gavin alles tut, im die Ehe zu retten, lässt sie es nur mit sich geschehen und stößt ihn nach jedem seiner Versuche erneut von sich, ohne sinnvollen Grund. Ihre Schwester Liv ist dabei nicht gerade hilfreich, denn sie mischt sich unverhältnismäßig viel ein und beeinflusst Thea noch mehr im negativen Sinne. Auch die Mitglieder des Buchclubs fand ich nichtssagend. Sie behandeln Gavin von oben herab, als seien sie die Götter der Liebe.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, doch finden sich - zumindest im ebook- übermäßig viele Rechtschreib- und Grammatikfehler, was mich irgendwann extrem gestört hat.

Insgesamt also ein netter Zeitvertreib ohne bleibenden Eindruck.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2019

Happy End mit Zwischenstopps

Cinder & Ella
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Ich habe dieses Buch gelesen, da ich zum einen ungern Bücher beiseitelege, solange es noch eine Fortsetzung gibt, und ich zum anderen neugierig war, ob die teilweise eher verhaltenen Bewertungen meinem ...

Ich habe dieses Buch gelesen, da ich zum einen ungern Bücher beiseitelege, solange es noch eine Fortsetzung gibt, und ich zum anderen neugierig war, ob die teilweise eher verhaltenen Bewertungen meinem Empfinden entsprechen würden. Soviel vorweg - teils, teils....
Um nicht die Spannung zu verderben, werde ich den Inhalt so ungenau wie möglich halten. Dieser ist ganz ok, jedoch erneut sehr konstruiert und für meinen Geschmack noch unrealistischer als im ersten Band. So erscheint mir gut ein Drittel des Buches nur dazu bestimmt, Ellas Selbstzweifel in sämtlichen verschiedenen Situationen in den Vordergrund zu stellen, wobei keinerlei ernste Weiterentwicklung stattfindet. Und das, obwohl Ella inzwischen in Hollywood eine extrem gefragte Person ist und sich die Creme de la Creme um eine Zusammenarbeit mit ihr reißt - Agenten, Regisseure, Fotografen und Stars. Trotzdem jammert sie immer wieder aufs Neue mit den identischen Argumenten herum und ihr Cinder (Brian) ist quasi nur noch die Rückendeckung (ohne eigene Geschichte) in all diesen Momenten, die sie erneut zusammenbrechen lassen.

Schade ist, dass man scheinbar dachte, es bräuchte eine Vielzahl an neuen Personen, nur um Ella zu demonstrieren, wie wunderschön sie doch trotz ihrer Narben ist. Da hätte man definitiv etwas kürzen können, dafür die wichtigen Personen nicht ebenfalls nur so am Rande auftauchen lassen sollen.

Aber es gibt natürlich durchaus etwas Positives zu sagen. Wie in Band eins ist Brian ein gnadenloser Romantiker, der nie um einen schnulzigen Spruch verlegen ist. Auch die Schlagabtausche der beiden sind nach wie vor lustig zu lesen und das Ende des Buches ist wirklich ein Happy End, das mich zum schmunzeln gebracht hat und es mir erleichtert, die trotz allem lieb gewonnenen Charaktere gehen zu lassen.

Insgesamt empfehle ich daher das Buch, wenn man noch eine Dosis von Ellas Kampf mit ihren Selbstzweifeln und Ängsten sowie Brians Hingabe und bedingungslose Liebe nötig hat und zudem ein Reihe nicht unvollendet lassen möchte. Außerdem lässt es sich schnell lesen und ist daher keine anstrengende Lektüre, der man vollste Konzentration widmen müsste.