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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2019

Hart aber gut

Verloren in Eis und Schnee
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Jugendbuch/Kinderbuch höre ich mich sagen und wollte mich schon abwenden, aber irgendetwas faszinierte mich am Cover und ich nahm das Hörbuch mit. Naja … Märchen waren auch schon immer grausam und ich ...

Jugendbuch/Kinderbuch höre ich mich sagen und wollte mich schon abwenden, aber irgendetwas faszinierte mich am Cover und ich nahm das Hörbuch mit. Naja … Märchen waren auch schon immer grausam und ich wollte die Geschichte hören.....

Geschichte: Die Zwillinge Danilow (Viktor und Nadja ) führen ein normales Leben in Leningrad. Beide Eltern arbeiten in der Eremitage und nehmen ihre Kinder oft mit auf die Arbeit. Als im Jahre 1941 die Deutschen den Russen, den Krieg erklären, und die deutschen schnell vorrücken, bereitet sich Leningrad auf eine Evakuierung der Kunstwerke vor, die mit Zügen weggeschafft werden sollen. Viktors Vater soll zur Bürgerwehr eingezogen werden und ihre Mutter weiter bei den Kunstwerken helfen. Die Zwillinge sollen mit einem Zug in Sicherheit gebracht werden bis der Krieg beendet ist. In der Eremitage bekommen sie Spiralblöcke, mit denen sie ein Tagebuch führen wollen, bis alle wieder versammelt sind. Ihre Mutter warnt noch davor, dass sie sich in keinem Fall trennen lassen sollen. Doch es kommt wie es kommt, und am Bahnhof bekommt Viktor die Nummer 77 und Nadja die 76. Dann werden alle aufgerufen mit der Nummer 76 und Viktor wird von den Wächtern aufgehalten und muss mit ansehen, wie Nadja mit dem 76 er Zug abfahrt. Stunden später verlässt auch der 77 er Zug den Bahnhof. Tage später kommen sie 1500 km entfernt von Leningrad an und sollen in einer Kolchose zusammen arbeiten. Doch wo der Zug von Nadja gelandet ist, weiß zunächst keiner, doch Tage später sehen sie duch Zufall einen Zeitungsartikel der mitteilt, dass Zug Nr. 76 von deutschen total zerbombt wurde. Viktor glaubt das keinen Moment und will sich zu Nadja durchschlagen, da er überzeugt davon ist, dass sie noch lebt. Als er fliehen will, merkt er schnell das er nicht alleine ist...…

Der Aufbau ist schon Klasse. Ein Oberst der russischen Armee betrachtet die Tagebücher der beiden Kinder und muss entscheiden, ob sie gegen den russischen Staat gearbeitet haben oder wie viele Gesetze sie gebrochen haben.. Beide haben nachdem sie in den Zug gestiegen sind ein Tagebuch geführt, und abwechselnd werden die Geschichten aus der jeweiligen Sicht des einen oder anderen Zwillings vorgelesen. Die Sprecher sind sehr gut und vor allem glaubwürdig, wobei Viktor etwas älter wirkt, als er tatsächlich ist. Die Geschichte ist nicht wirklich ein Abenteuerroman mit Happy End, sondern es geht wirklich zur Sache und beide verlieren im Laufe der Zeit einige Freunde auf Ihrem Weg. Ich hatte jetzt auch nicht wirklich von einem italienischen Autor ein Roman über Russland erwartet, aber der Schreibstil und die Spannung waren sehr gut.

Historisch lernt man einiges über Leningrad, die Belagerung und vor allem über Opfer und Hunger. Abenteuer , Spannung, Menschlichkeit, Freundschaft aber auch die Grausamkeit eines Krieges. Dieses Buch ist Vielfältig und daher für jeden.

Fazit: Altersgruppe von 10 bis 100 Jahren und eine klare Empfehlung an alle ! Für mich 4,5 starke Sterne !



Veröffentlicht am 04.05.2019

Überzeugender Start

Kalter Grund
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Nachdem nun glaube ich, der 13. Teil dieser Reihe heraus gekommen ist, habe ich angefangen , mich damit zu beschäftigen und mir den ersten Teil der Pia Korittki Reihe besorgt und gelesen. Anscheinend gibt ...

Nachdem nun glaube ich, der 13. Teil dieser Reihe heraus gekommen ist, habe ich angefangen , mich damit zu beschäftigen und mir den ersten Teil der Pia Korittki Reihe besorgt und gelesen. Anscheinend gibt es einen Grund warum diese Serie beliebt ist. Den Grund gibt es....

Geschichte: Pia ist neu im Morddezernat Lübeck und ihre neuen " Kollegen" behandeln sie wie einen absoluten Anfänger, dazu noch "Frau" in einem Männerjob, also hat sie nichts zu lachen und wird in nichts einbezogen. Als auf einem Bauernhof in Ostholstein eine Familie ( Vater , Mutter , Sohn) erschossen werden, darf sie als Assistentin des erfahrenen Martin Unruh, der sich zuvor mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hat, dorthin reisen und ermitteln. Anfangs steht nur eine Nachbarfamilie unter Verdacht, da ein starkes Motiv vorhanden ist, doch im Laufe der Befragungen gibt es mehr Motive als ihnen lieb ist. Als dann auch noch ein 16 Jähriges Mädchen spurlos verschwindet, spitzt sich die Lage zu....

Am Anfang skeptisch, da es mittlerweile von Regionalkrimis nur so wimmelt , angefangen von Ostfriesland bis Starnberger See und vieles davon einfach nur Durchschnitt bleibt, war ich sehr gespannt ob diese Reihe etwas neues oder anderes zu bieten hat. Und siehe da , weit ab von jeglichem Kitsch oder Klischee, entsteht hier in Person von Pia Korittki eine starke junge Frau, die sicherlich genug Probleme mit sich hat, aber sich überhaupt nicht einschüchtern lässt und sehr stark auftritt. Die Atmosphäre ist dicht und zieht einen in das Buch hinein.

Flüssig geschrieben mit Protagonisten, die nachvollziehbar sind und verschiedenen Motiven , so dass genug Zeit zum rätseln bleibt, aber ohne etwas an den Haaren herbei zu ziehen. Der Plott war logisch aufgebaut und das Ende überraschend, wie es in einem guten Krimi sein sollte und hat mich überzeugt.

Eine Frau setzt sich durch, ohne weichgespülte Romantik oder Heulerei und Gejammer. Somit ein sehr guter Roman, sicherlich mit etwas Luft nach oben, aber richtig unterhaltsam, der Lust auf mehr dieser Reihe macht und sicherlich nicht der letzte Ostsee Roman bleibt.

Veröffentlicht am 04.05.2019

Kriminalroman in dichter Pariser Atmosphäre von 1945

Die Blüten von Pigalle
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Neugierig...auf das Buch, auf die Zeit in der es spielt und auch auf Paris aus Kulisse. Nach dem Blick auf das schone Cover und den Klappentext, wusste ich, dass ich das Buch lesen wollte und es war die ...

Neugierig...auf das Buch, auf die Zeit in der es spielt und auch auf Paris aus Kulisse. Nach dem Blick auf das schone Cover und den Klappentext, wusste ich, dass ich das Buch lesen wollte und es war die richtige Entscheidung.

Geschichte: Pauline begleitet Elouise zum Hotel Lutetia, in dem Camille Ihr Verlobter wohnt, nachdem er aus dem deutschen Gefangenenlager Sachsenhausen zurückgekehrt ist. Im Hotel selbst landen alle Rückkehrer und versuchen Ihre verbleibende Familie zu finden. Als Sie im Hotel eintreffen ist alles voll Polizei und Zimmer 316 ist gesperrt und Camille wird tot aufgefunden. Paulines Freund und Geliebter Jean, Inspektor aus bürgerlichen Verhältnissen soll ermitteln und sucht nach Gründen, warum jemand einen Rückkehrer einfach so umbringen sollte. Liegt das Motiv in der Vergangenheit ?

Spannend von Anfang bis Ende, mit wunderbar gezeichneten Figuren, allen Voran Jean und Pauline, die Polizeikollegen, der Ex-Kommissar, der Metzgergehilfe und viele mehr... Die Handlung ist logisch aufgebaut und jede Menge Verdächtige werden im Laufe der Ermittlung ans Licht gebracht. Sogar Paulines Verwandtschaft und ihre Bekannten aus gutem Haus haben alle Geheimnisse....Der sicher geglaubte Verdächtige wechselt hin und Her... Kollaboration mit den deutschen Besatzern, Falschgeld, Wirtschaftskriminalität, Schmuggel, alles kommt in einen Topf, indem jedoch der Leser jederzeit den Überblick behalten kann.

Die Atmosphäre des Paris um 1945 ist sehr gut eingefangen und man fühlt sich sofort in diese Zeit versetzt, in der es noch etwas besonderes war, einen echten Kaffee mit echten Bohnen zu bekommen. Die Geschichte wird sehr unaufgeregt erzählt, was mancher vielleicht als unspektakulär empfindet, aber für mich trotzdem spannend bleibt und die Lust am lesen immer weiter treibt. Die Protagonisten sind keine Helden und kämpfen mit Komplexen oder aber auch im Fall von Pauline mit Hyperaktivität, die richtig Schaden anrichten kann.

Mich hat dieses Buch eingefangen und ich habe es jetzt einige Tage sacken lassen, bevor ich eine Rezension schreibe. Wenn mich ein Buch nach Tagen immer noch beschäftigt und ich ein sehr gutes Gefühl habe, dann muss ich eine klare Empfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 30.04.2019

Guter Auftakt einer Fantasy Reihe

Kriegsklingen
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Irgendwann hatte ich Drei extrem dicke Bücher gekauft und mir fest vorgenommen, einfach abzutauchen und die zu lesen. Daraus ist 10 Jahre nichts geworden und endlich habe ich den ersten Teil "Kriegsklingen" ...

Irgendwann hatte ich Drei extrem dicke Bücher gekauft und mir fest vorgenommen, einfach abzutauchen und die zu lesen. Daraus ist 10 Jahre nichts geworden und endlich habe ich den ersten Teil "Kriegsklingen" gelesen und mich gefragt, warum ich das nicht schon lange gemacht habe.

Geschichte: Vier verschiedene Protagonisten und Ihre Geschichte werden gleichzeitig in verschiedenen Sprüngen erzählt und was wirklich auffällt, es wird ausführlich beschrieben und erzählt. Ihre Vorgeschichte und der Weg auf dem sie sich befinden. Logen, ein Barbar aus dem Norden, Kämpfer aber verletzt hört, dass ein Magier ihn sucht und neugierig geworden, beschließt er sich den Magier einmal anzusehen und landet bei Bayaz (Magier) , dessen Geschichte auch irgendwie merkwürdig ist und anscheinend glaubt auch jeder dass er schon lange tot ist. Glokta verkrüppelt, Inquisitor, glänzt durch Brutalität im Verhör und bei der Folter und noch Hauptmann Jezal, der im Heer der Königstreuen dient und dort um jeden Preis Kariere machen will. Seine Familie hat daher viel Geld ausgegeben um ihn zum Hauptmann zu machen. Während in der Zwischenzeit Brethod ( ein Nordischer König) im Norden einen Krieg beginnt, treffen die vier unterschiedlichen Personen wie durch Zufall aufeinander...

Sehr flüssig geschrieben.... Jeder wird ausgiebig dargestellt und mit all seinen Stärken und Schwächen, die nicht wenige sind. Zum Teil sind sie einem nicht wirklich sympathisch aber es verbessert sich Stück für Stück in diesem Teil. Das ganze ist so angenehm unaufgeregt und trotzdem will man immer weiter lesen.

Glokta erzwingt Geständnisse aus reichen Kaufmännern im Auftrag, des Erzlektors Sult, wobei seine Vorgesetzten ihn, Glokta, am liebsten umbringen lassen würden. Doch Glokta war einst der strahlende Held des Königsheeres und wurde brutal von Feinden gefoltert und als Krüppel hinterlassen. Doch macht er seine Arbeit als Inquisitor wirklich gerne ? Ist er so brutal wie er dargestellt wird ?

Hauptmann Jezal soll das Degenturnier gewinnenund auf den langjährigen Champion treffen. Er ist nicht schlecht aber ist er gut genug ? Bis jetzt hat er noch nichts in seinem Leben beweisen müssen...und er ist Spieler, doch hat er auch Rückgrat ?

Welche Ziele verfolgt der Magier und was hat er mit Logen vor ? Durch das erzählen aus vielen Gesichstpunkten, wird das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig und somit eine absolute Empfehlung.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Langsamer Anfang und spannendes Ende

Der Abgrund in dir
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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich von einem meiner Lieblingsautoren seine neueste Veröffentlichung im Diogenes Verlag lesen und bin wie immer begeistert, da der Schreibstil von Dennis Lehane wirklich ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich von einem meiner Lieblingsautoren seine neueste Veröffentlichung im Diogenes Verlag lesen und bin wie immer begeistert, da der Schreibstil von Dennis Lehane wirklich beeindruckend ist. Dieses Buch steigert sich von Seite zu Seite um mit einem großen Finale alle zu verwundern.
Geschichte: Rachel Childs ist eine Journalistin, die sich über kleine Reportagen immer weiter an die großen Stories heranmacht. Endlich wird Sie für eine sehr große Geschichte nach Haiti geschickt um eine Katastrophe zu schreiben, da passiert dort etwas , das Ihr ganzes Leben verändert. Sie bekommt Panikattacken und hat große Probleme das Haus überhaupt zu verlassen. Bis Sie auf Brian trifft, der Sie langsam aber sicher aufbaut und Ihr Leben verändert. Doch ist dieser Mann wirklich der gute Samariter und Verständnisvolle Mann, den Sie geheiratet hat oder was verbirgt sich hinter der Fasade ......
Das Buch startet langsam mit der Geschichte von Rachel und es scheint wirklich als ob 100 Seiten absolut nichts passieren würde, wobei der Schreibstil und die Vorstellungskraft doch stark durchscheinen. Man leidet und fühlt mit Rachel und hat den Eindruck in einem Drama dabei zu sein, wobei es doch endlich auch einmal etwas gutes geben sollte. Nichts Spektakuläres, man lernt Rachel kennen und weiß noch nicht so wirklich ob Sie sympathisch ist oder warum Sie nicht einfach nur dumm ist, da Sie keinen Terapheuten aufsucht, der ihr hilft.
Doch dann kommt der 2. Teil des Buches und das Buch legt an Spannung zu und wir lernen neue Protagonisten kennen, die alle eine große Rolle spielen und sehr deutlich dargestellt sind. Die Geschichte nimmt weiter an Fahrt auf und wird komplett überraschend und die Auflösung ist sehr gut. Ich bin begeistert und der Erzähler hätte vielleicht den Anfang etwas verkürzen können aber sonst gibt es keine Kritik. Eine klare Empfehlung für alle Thriller Fans.