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Veröffentlicht am 17.12.2022

Keep on rocking

Gregs Tagebuch 17
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Zum Inhalt:
Was tun wenn man berühmt und reich werden will, aber schnell erkennt, dass de4 Preis, den man dafür zahlen muss viel zu hoch ist?
Diese Frage stellt sich Greg am Anfang und beantwortet sie ...

Zum Inhalt:
Was tun wenn man berühmt und reich werden will, aber schnell erkennt, dass de4 Preis, den man dafür zahlen muss viel zu hoch ist?
Diese Frage stellt sich Greg am Anfang und beantwortet sie damit, dass er einen reichen und berühmten Verwandten braucht, um die Vorteile eines Luxuslebens zu genießen ohne selber im Rampenlicht zu stehen. Da kommen die Ambitionen seines Bruders Rodrick genau richtig, der möchte nämlich Rockstar werden.

Titel und Cover:
Was soll man sagen, im typischen „Greg-Stil“ gestaltet, passt nahtlos zu den anderen Bänden der Reihe. Toll sind die kleinen Details, wie die kleinen Tesastreifen, die am Plakat kleben und die man spürt, wenn man über den Einband fährt.

Meine Meinung:
Das besondere an diesem Band, wie an allen Bänden der Greg-Reihe, ist diese Mischung zwischen Text und gezeichneten „Comic- Abschnitten“. Und wie immer ist der Humor auch hier so gezielt und treffend, dass auch Erwachsene etwas davon haben.
Die Versuche Rodricks mit seiner Band Folle Vindl (wieso musste ich da an Puddle of Mud denken?) sind so voller Parallelen zu diversen Rockstar-Biographien und so überzogen dargestellt, dass ich nahezu auf jeder Seite Tränen gelacht habe.
Egal ob es die Versuche sind ein Album im Studio aufzunehmen, einen Tourbus zu finden um zu Gigs zu fahren oder auch lukratives Merchandising zu planen um die Karriere anzutreiben. Alle Versuch scheitern grandios und werden von Greg mit einer Mischung aus Ironie und Fatalismus kommentiert.
Das ganze gipfelt dann natürlich in der Trennung der Band - Yoko Ono lässt grüßen - und dem Playback Auftritt, der natürlich misslingt.

Fazit:
Ein Buch, das richtig gute Laune macht. Greg selber kommt vielleicht etwas zu kurz, aber schließlich, will ja auch nicht er berühmt werden, sondern es geht um die Band . Ich würde empfehlen das Buch zu lesen, wenn im Hintergrund Rock-Klassiker laufen, so könnt ihr sowohl zu den Liedern als auch vor Lachen grölen.

  • Einzelne Kategorien
  • Thema "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Cover "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Bastelspaß
Veröffentlicht am 17.12.2022

Atmosphärisch dichter Krimi in einer spannenden Epoche

Die Schatten von Cambridge
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Zum Inhalt:
Inspektor Eden Brooke bekommt in einer kalten Winternacht des Jahres mit, wie ein Junge in Cambridge in den Fluss geworfen wird. Alle Rettungsversuche misslingen und der Junge stirbt. Bei ...

Zum Inhalt:
Inspektor Eden Brooke bekommt in einer kalten Winternacht des Jahres mit, wie ein Junge in Cambridge in den Fluss geworfen wird. Alle Rettungsversuche misslingen und der Junge stirbt. Bei den Ermittlungen findet sich Brooke in einem Geflecht aus Sabotageakten der IRA, deutschen Spionageversuchen, aber auch persönlichen Abgründe bei den verdächtigen Personen wider.

Titel und Cover:
Beides passt gut zum Roman, England und Cambridge zur Zeit der Verdunkelung wird wirklich voller Schatten gewesen sein. Der Junge, der über die Brücke läuft, steht stellvertretend für all die Kinder, die zu ihrem Schutz, aus London herausgeschafft wurden, um sie zu schützen.

Meine Meinung:
Der Krimi beginnt natürlich fulminant, der Mord an dem kleinen Jungen, den Eden Brookes quasi von erster Hand mitbekommt, katapultiert uns in die Zeit der Luftschlacht um England hinein. Die Gefahr ist quasi ständig spürbar und auch die ganzen Begleiterscheinungen dieses Krieges werden Schritt für Schritt fassbar. Männer, die eingezogen werden um in den Krieg zu ziehen, die nächtliche Verdunkelung um nicht Ziel der deutschen Bomben zu werden, die aber das Verbrechen fördern, die Kinder, die in Gruppen aus London herausgebracht werden um sie vor den massiven Luftangriffen zu schützen. Aber auch, welche Einschränkungen der Krieg für die in England lebenden Ausländer hatte, der schwellende Konflikt mit Irland und auch Spionage spielen eine Rolle. Das alles begleitet die Ermittlungen, ohne diese in den Hintergrund zu rücken. Das ist wirklich gut gemacht, weil man zum einen als LeserIn ständig „Aha–Momente“ hat und zum anderen komplett in die Zeit hineintauchen kann.
Eden Brooke als Ermittler finde ich klasse, er bleibt etwas diffus, obwohl man so einiges über seine Vergangenheit erfährt und auch Anteil an seinem gegenwärtigen Leben hat. Er leidet aufgrund seines Einsatzes im Ersten Weltkrieg an Schlaflosigkeit und eine Verletzung hat ihn lichtempfindlich gemacht, aber darüber hinaus ist er bemerkenswert „normal“ (oft sind ja Hauptermittler selber so geplagt, dass €in Ermittlungen in den Hintergrund rücken, das ist hier aber nicht der Fall).
Die Ermittlungen sind dicht gefühlt mit verschiedenen Details und man trifft auf viele Menschen, das hat es stellenweise etwas unübersichtlich gemacht, ist aber vielleicht auch Absicht, da man so lange nicht weiß ob die Person nun wichtig war oder nicht.

Mein Fazit
Man fühlt sich beim Lesen die ganze Zeit wie in einem Dark Noir Film, über dem Buch hängt fast durchgängig dieses Gefühl von Dunkelheit, Kälte und auch Verzweiflung. Zwischendurch hat man immer wieder das Gefühl, dass eventuell zuviel hineingepackt wurde: der Mord an dem Jungen, die IRA, der Krieg gegen Deutschland, die persönlichen Probleme von Brookes und seiner Familie. Das drosselt etwas das Tempo, es ist kein Buch, bei dem sich die Ereignisse überschlagen, dafür gibt es aber immer wieder überraschende Wendungen, die so nicht vorhersehbar sind und so geht man Schritt für Schritt die Ermittlungen mit und fühlt man sich so komplett als Teil des Krimis.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 31.01.2021

Das Leben und seine unzähligen Möglichkeiten

Die Mitternachtsbibliothek
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Zum Inhalt:
Nora Seed, 35 Jahre, lebt nach ihrem Empfinden, das schlimmste aller möglichen Leben. Sie hätte Profischwimmerin werden und olympisches Gold gewinnen können oder Rockstar mit viel Geld, Erfolg ...

Zum Inhalt:
Nora Seed, 35 Jahre, lebt nach ihrem Empfinden, das schlimmste aller möglichen Leben. Sie hätte Profischwimmerin werden und olympisches Gold gewinnen können oder Rockstar mit viel Geld, Erfolg und Ruhm. Stattdessen hält sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, hat ihre Verlobung gelöst, kaum Kontakt zu Familie und Freunden. Als dann noch ihre Katze stirbt, entschließt sie sich, dass sie nicht mehr weiterleben will.

Das Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut, in der Buchhandlung würde ich danach greifen, weil Titel, sowie Bild und Farbgestaltung einfach so stimmig sind.

Meine Meinung:
Wer kennt sie nicht, die Gedanken, die man sich über ein „was-wäre-wenn“-Leben macht. Was wäre aus mir und meinem Leben geworden, wenn ich an der ein oder anderen Stelle eine andere Entscheidung getroffen hätte. Nora Seed erhält die Chance, genau das auszuprobieren. Ihr Selbstmord bringt sie in die Mitternachtsbibliothek, wo sie auf eine alte Bekannte trifft, ihre ehemalige Schulbibliothekarin. Nora, verzweifelt und voller Reue über ihre Entscheidungen, erhält die Chance Entscheidungen rückgängig zu machen, anders zu treffen und wird in die dazugehörigen Lebenssituationen hineinkatapultiert. Sie erhält die Chance Olympiasiegerin zu werden, ihren Ex-Verlobten zu heiraten und ein Mega-Rockstar zu werden.
Sie lebt aber auch andere Leben, die die vielleicht zunächst gar nicht im Blick hatte.
Das alles wird von Matt Haig ziemlich unaufgeregt erzählt und begleitet mit so einigen philosophischen aber auch naturwissenschaftlichen Exkursen. Dabei geht es aber immer um Nora und die Erkenntnisse, die sie aus der jeweiligen Situation zieht. Vor allem, je öfter sie merkt, wie eine bestimmte Entscheidung ganz unterschiedliche Folgereaktionen nach sich zieht. Trotz des Themas, gleitet die Geschichte nie ins kitschige ab und es macht großen Spaß Nora in allen von ihr gewählten Leben zu begleiten.

Fazit:
Ein zutiefst philosophischer Roman, ohne aber zu moralisierend zu sein. Eine fantastische Geschichte, die auch einem selber die Augen für den Moment öffnet.
Wer sagt, dass es meinem anderen ich, in einem anderen Leben soviel besser geht. Vielleicht lebe ich schon das beste aller Leben, das einzige was nötig ist, ist Dich jeden Tag, mit jeder Entscheidung darüber bewusst zu werden.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Herrlich chaotisch und überdreht mit vielen chaotischen und lustigen Wendungen

Hilfe, meine Eltern haben meinen Geburtstag gestrichen!
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Zum Inhalt:
Am 11. August wird Tom Bostock 11 Jahre hat und erwartet an seinem Glücksgeburtstag (Geburtstag und Alter stimmen überein) eine große Geburtstagsüberraschung.
Nur blöd, dass sich ausgerechnet ...

Zum Inhalt:
Am 11. August wird Tom Bostock 11 Jahre hat und erwartet an seinem Glücksgeburtstag (Geburtstag und Alter stimmen überein) eine große Geburtstagsüberraschung.
Nur blöd, dass sich ausgerechnet ein paar Tage davor die Unglücksfälle im Hause Bostock häufen und seine Eltern deshalb seinen Geburtstag streichen. Für Tom bedeutet das, er muss die Dinge selber in die Hand nehmen und sich seinen Geburtstag zurückholen.

Das Cover:
Das Cover und auch die Zeichnungen im inneren des Buches passen hier hervorragend. Der Titel nimmt hier den größten Teil ein, die gelben Buchstaben vor dem dunkelblauen Hintergrund sind auf jeden Fall ein Hingucker. Die Figuren sind in Comicstil gezeichnet, dabei sind sie nicht kindlich naiv, sondern kommen überdreht, aber liebenswert rüber.

Meine Meinung:
Was tut man als fast 11-jähriger, wenn die eigenen Eltern den anstehenden Geburtstag absagen wollen. Auf jeden Fall nicht stillschweigend hinnehmen, sondern zunächst alles versuchen, dass die Eltern die Geburtstagsparty doch noch veranstalten.
Dabei haben sich zusätzlich zu den bereits bestehenden Problemen - Papa, der schon seit fünf Jahren versucht seinen Roman abzuschließen, was wiederum Mama zwingt mehr zu arbeiten - eine Reihe von unglücklichen Zwischenfällen Ereignissen aufkommen, die Tom schier zur Verzweiflung bringen. Dazu gehören ein fliegendes Schwein, ein Chihuahua im Pizzakarton, der Fluch der Zahnfee, ein Huhn (mehrere Hühner), eine Engelerscheinung, Papas Pastasoße, eine Seance, mehrere Schinkensandwiches, Harry der Hulk und noch so einige andere.
Tom schafft es nicht, das alles alleine zu regeln, bis sein Freund Keith ihm die Lösung anzeigt. Er muss die Geburtstagsfeier selber organisieren. Und das macht er, mit Hilfe seiner Freunde und seiner Schwester gelingt es ihm eine tolle Party zu organisieren und dabei auch alle anderen Probleme zu lösen.
Die Geschichte ist wirklich lebhaft und mit Tempo erzählt, die skurrilen Ereignisse machen ebenso Laune, wie die liebenswerten Charaktere.

Fazit:
Das Buch ist ein tolles Lesevergnügen für 9 - 12 jährige Leserinnen und Leser. Die Geschichte ist nachvollziehbar und plausibel. Dabei gleichzeitig so voller skurriler Ideen, dass man unbedingt dabei bleibt und wissen will, welches Chaos entsteht, wenn Tom eine neue Idee zur Geburtstagsrettung hat. Meine Tochter vor kurzem erst selber 11 geworden, hat das Buch auf jeden Fall in einem Rutsch durchgelesen und dabei mehrfach herzhaft gelacht.

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Veröffentlicht am 20.09.2020

So bunt und vielfältig wie die Wiesn

Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis
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Zum Inhalt:

Colina Kandl arbeitet als Schankmädchen in einem Münchner Wirtshaus. Doch sie erwartet sich mehr vom Leben. Mit viel Witz und einer List gelingt es ihr die Gouvernante Clara Pranks zu werden, ...

Zum Inhalt:

Colina Kandl arbeitet als Schankmädchen in einem Münchner Wirtshaus. Doch sie erwartet sich mehr vom Leben. Mit viel Witz und einer List gelingt es ihr die Gouvernante Clara Pranks zu werden, deren Vater wiederum ist kürzlich von Nürnberg nach München gezogen mit dem erklärten Ziel Wiesnwirt zu werden.

Doch welchen Preis ist er bereit dafür zu zahlen? In einem bunten Reigen rund ums Münchner Oktoberfest entspannt sich dieser Roman und schafft ein unterhaltsames Stück Geschichte.


Das Cover:

Das Titelbild find ich gut gestaltet, insbesondere der Schriftzug. Allerdings ziehen beim Bild eher die beiden Frauenfiguren den Blick auf sich, dass sie - wahrscheinlich - auf der Wirtsbudenstraße flanieren, weißman erst wenn man das Bild genauer betrachtet. (Und natürlich dank des Titels


Meine Meinung:

Das Buch ist eine optimale Verbindung von historischem Roman, Kriminal- und Frauenroman. Man kann nicht so ganz festmachen: geht es um die Einzelschicksale der beiden jungen Frauen, Colina und Clara, die aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammen und vor verschiedenen schweren Entscheidungen gehen.

Andererseits wird ein lebhaftes Bild Münchens 1900 gezeichnet man erhält Einblicke in die Schwabinger Boheme rund um die Zeitschrift "Simplicissimus". Aber man erfährt auch, was es bedeutete am unteren Ende der Leiter zu stehen, was es hieß sein Leben ohne festes Gehalt als Schankmädchen zu verdienen . Abhängig von den Trinkgeldern der Gäste, denen man zuweilen noch andere Gefälligkeiten erweisen musste.

Gleichzeitig kann man mitverfolgen, wie der Zeitenwandel auch beim Oktoberfest Einzug hält, nicht mehr die Wirte verdienen daran, sondern immer mehr Einfluß erhalten die Brauereien, die den Bierpreis bestimmen und den Wirten mit ihren großen Bierburgen gehörig Konkurrenz machen.

Diese Konkurrenz gipfelt in einen Mord an einen eingesessenen Münchner Wirt, der von der Polizei aufgeklärt werden muss und der wiederum Einfluss auf Colina und Claras Leben hat.

So schließt dich der Kreis und schafft ein stimmiges Ganzes, das wirklich viel Spaß zum und beim Lesen macht. Der Schreibstil ist flüssig, der Geschichte lässt sich gut folgen und die Figuren sind bis in die Nebenrollen gut und individuell herausgearbeitet.


Fazit:

Ein wirklich lesenswerter und unterhaltsamer Roman, bei dem verschiedene Erzählstränge sich zu einer stimmigen Geschichte vereinen. Stets im Mittelpunkt steht das Oktoberfest und München selber. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend erzählt und überrascht mit der ein oder anderen Wendung. Auch wenn dieses Jahr das Oktoberfest nicht stattfindet, hier lebt es auf jeden Fall wieder auf.

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